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American Dream - die Deutschen in der MLS

American Dream - die Deutschen in der MLS

Lange als Rentnerliga verschrien, entwickelt sich die Major League Soccer, die höchste Spielklasse in den USA, im Eiltempo zu einem ernstzunehmenden Player auf dem weltweiten Fußballmarkt. Auch diese Saison stehen wieder einige Deutsche mit den verschiedensten Geschichten auf dem Platz – hier lernt ihr sie kennen. (Foto: IMAGO / ZUMA Wire)

Der aktuell wohl beste Deutsche in der MLS ist der gebürtige Berliner Hany Mukhtar. Bei der Hertha ausgebildet galt er früh als großes Talent, der große Sprung blieb ihm aber verwehrt. Über Stationen bei Benfica Lissabon und RB Salzburg landete er schließlich bei Bröndby, wo ihm endlich der Durchbruch glückte. 2,7 Millionen Euro überwies der frisch gegründete Nashville SC schließlich für Mukhtar. Eine gute Investition, bringt der 27-jährige es doch auf 42 Torbeteiligungen in 61 Spielen in der MLS. Eine Leistung, die ihm in der vergangenen Saison den zweiten Platz bei der Wahl zum MVP einbrachte.

Einen Meistertitel kann dafür Julian Gressel (28) vorweisen. In Deutschland gelang ihm der Schritt in den Profibereich nicht, daher entschied er sich, in den USA aufs College zu gehen und dort Fußball zu spielen. Diese Entscheidung hat er vermutlich nicht bereut, denn 2016 wählte ihn Atlanta United in der ersten Runde des Drafts aus. Seitdem hat Gressel über 150 Spiele in der MLS absolviert und konnte 2018 die Meisterschaft gewinnen. Mittlerweile in der Hauptstadt bei D.C. United untergekommen, ist der Bayer als Schienenspieler seit Jahren einer der besten Spieler der Liga.

Kai Wagner könnte der MLS schon bald den Rücken kehren. Der 25 Jahre alte Linksverteidiger liebäugelte schon offen mit einer Rückkehr nach Deutschland, der VfB Stuttgart und Hertha BSC sollen laut Sky interessiert sein. Bis dahin wird Wagner, der bereits im All Stars Team stand, weiter für Philadelphia Union glänzen, die ihn 2019 aus der 3. Liga von den Würzburger Kickers in die Staaten holten.

Gleich zwei Deutsche stehe bei Chicago Fire unter Vertrag, dem Ex Club von Weltmeister Bastian Schweinsteiger. Während Rafael Czichos erst im Winter von Köln aus über den großen Teich ging, ist Fabian Herbers schon seit 2016 in der MLS aktiv. In Deutschland primär als Podcasthörer bekannt, hat der 28-jährige in den USA schon über 120 Erstligaspiele absolviert. Dabei pendelt der variable Offensivmann häufig zwischen Bank und Startelf, ein wichtiger Bestandteil des Kaders ist er jedoch allemal.

Robert Voloder von Sporting Kansas City ist mit seinen 21 Jahren der jüngste Akteur dieser Liste. In Köln ausgebildet, wechselte er im Winter nach einer Leihstation in Maribor nach Missouri. Nachdem er zu Saisonbeginn auf der Bank Platz nehmen musste, hat sich der U20 Nationalspieler mittlerweile einige Einsätze in der Innenverteidigung verdient. Mit seinem unverkennbaren Potenzial dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich Voloder fest als Stammspieler etabliert.

Vom Jüngsten zum Ältesten: mit seinen 33 Jahren hat Florian Jungwirth sowohl in der 2. Bundesliga als auch in der MLS die 100 Spiele Marke geknackt. 2017 aus Darmstadt nach San Jose gewechselt, war er über Jahre hinweg eine Konstante in der Abwehr der Earthquakes . Vergangene Saison verließ er dann das warme Kalifornien und wechselte gen Norden zu den Vancouver Whitecaps, wo er sich auch ohne große Anpassungsschwierigkeiten festspielen konnte.

Jasper Löffelsend absolviert aktuell mit 24 Jahren seine erste Saison im Profifußball. In Deutschland kam er nicht über die Regionalliga hinaus. Nachdem er den schon von Gressel und Herbers bekannten Gang ans College antritt, konnte er sich jedoch für die MLS empfehlen. Im Draft wurde er dann von Real Salt Lake City ausgewählt und zeigte sich etwas überraschend schnell als wertvolle Alternative. Kam er zu Beginn nur von der Bank, startete er jüngst vier Spiele in Folge im zentralen Mittelfeld, seine ersten Profieinsätze von Beginn an.

Einer lässt seine Karriere langsam ausklingen, einer befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere und ein anderer steht noch ganz am Anfang. Viel unterschiedlicher könnten die acht Deutschen kaum sein. Trotzdem fällt auf, wie herzlich die Begrüßung ausfällt, wenn sie auf dem Platz auf einen anderen Deutschen treffen – fern ab der Heimat.

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