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Bundesliga History 1994/95: Heynckes kurios & Möller bodenlos

Bundesliga History 1994/95: Heynckes kurios & Möller bodenlos

Die Bundesliga-Saison 1994/95 endet mit dem ersten Deutschen Meistertitel von Borussia Dortmund. Erst am letzten Spieltag gelingt es der Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld, doch wieder an Werder Bremen vorbeizuziehen. Die Bayern aus München hingegen enttäuschen unter der Regie von Giovanni Trapattoni trotz Neuzugang Oliver Kahn. Dafür überrascht der SC Freiburg als Tabellendritter. Kuriose Szenen spielen sich in Frankfurt ab und Andreas Möller verdient sich endgültig die Bezeichnung als Schwalbenkönig. (Bild: IMAGO / WEREK)

Wieder fällt die Entscheidung erst am letzten Spieltag

Auch die Bundesliga-Saison 1994/95 war bis zum letzten Spieltag spannend. Der SV Werder Bremen ging mit einem Punkt Vorsprung in den 34. Spieltag, musste dort jedoch gegen die Bayern in München ran. Borussia Dortmund traf auf den Hamburger SV. Während die Borussen ihre Aufgabe souverän erledigten, kamen die Bremer in München unter die Räder. Mit 3:1 verliert Coach Otto Rehhagel ausgerechnet gegen seinen neuen Arbeitgeber. Damit gewinnt Dortmund den Titel doch noch, nachdem sie unter einem enormen Verletzungspech zu leiden hatten. Mit „Kalle“ Riedle, Stephane Chapuisat und Flemming Povlsen fielen gleich drei wichtige Stützen langfristig aus. Den zuletzt genannten traf es besonders schlimm. Der Däne riss sich in dieser Saison sein Kreuzband auch im anderen Knie, so dass er nach dem Titelgewinn zum Sportinvaliden wurde.

Andreas Möller und die Jahrhundert-Schwalbe

Einer der Spieler der Saison war zweifelsohne Andreas Möller. Der deutsche Nationalspieler stand beim BVB bereits von 1988 bis 1990 unter Vertrag, ehe es ihn zu Eintracht Frankfurt und schließlich zu Juventus Turin zog. Zur Saison 1994/95 kehrte er zu Borussia Dortmund zurück. Mit seiner Übersicht und seiner unnachahmlichen Schusstechnik war er für jeden Gegner eine stetige Gefahr. Dennoch war Andreas Möller auch für Negativschlagzeilen gut. Beim Spiel gegen den Karlsruher SC ließ er sich am 26. Spieltag zu einer besonders dreisten Schwalbe hinreißen. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter und die Dortmunder gewannen mit 2:1. Doch diese Aktion sollte Folgen haben. Der DFB entschied, Andreas Möller für zwei Spiele zu sperren.

Heynckes stößt in Frankfurt an seine Grenzen

Heute gilt Jupp Heynckes als einer der besten Fußballtrainer der Geschichte. Fragt man die Fans von Eintracht Frankfurt, wird man solche Lobeshymnen aber wohl eher nicht zu hören bekommen. Nachdem er bei Borussia Mönchengladbach, Bayern München und Athletic Bilbao an der Seitenlinie stand, zog es ihn zur Saison 1994/95 an den Main. Die Frankfurter belegten in den vier Jahren zuvor immer einen Platz unter den Top 5 der Liga und gewannen 1992 fast die Meisterschaft. Nur ein verweigerter Elfmeter am letzten Spieltag verhinderte den Titelgewinn. Mit Jupp Heynckes wollte man um selbigen nun in dieser Saison mitspielen – doch das ging gehörig nach hinten los. Der Trainer suspendierte mit Jay-Jay Okocha, Anthony Yeboah und Maurizio Gaudino die drei wohl stärksten und wichtigsten Spieler der Mannschaft. Schließlich wurde er selbst entlassen und durch die Vereinslegende Charly Körbel ersetzt. Doch auch er konnte das Ruder nicht mehr entscheidend herumreißen. Die Frankfurter beendeten die Saison auf Rang neun und stiegen im Jahr darauf erstmals in die 2. Bundesliga ab.

Lizenzentzug und der erste Dopingfall der Bundesliga

Völlig chancenlos war in der Saison 1994/95 Dynamo Dresden. Die Mannschaft stieg als Tabellenletzter und mit nur 16 Punkten auch sportlich gesehen ab. Doch ein Lizenzentzug katapultierte das Team nicht nur in Liga zwei, sondern in die Regionalliga. Denn aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Lizenz für die kommende Saison verweigert. Rückblickend mag diese Entscheidung den Regularien entsprechen, blicken wir jedoch ein paar Jahre voraus, erkennen wir bei der Fast-Insolvenz von Borussia Dortmund einen deutlich gnädigeren Fußballverband. Dynamo Dresden jedenfalls konnte sich bis heute nicht von dieser Talfahrt vollständig erholen. Mittlerweile wieder im Profifußball angekommen, stürzte der Verein zwischenzeitlich bis in die Oberliga ab. Auch Roland Wohlfarth wird sich an die Bundesliga-Saison 1994/95 nur ungern erinnern. Der Spieler des VfL Bochum stieg nicht nur mit seiner Mannschaft ab, sondern wurde auch des Dopings überführt. Bei einem Hallenturniers in Leipzig stellte man den verbotenen Wirkstoff Norephedrin fest. Dieser kam durch die Einnahme eines Appetitzüglers in seinen Körper. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde dadurch ein Spieler in der Bundesliga wegen Doping gesperrt.

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