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Kickfieber Sascha Nations League | Deutschlands Gruppe Selbstläufer oder Fallstrick?
Juergen Klopp im September 2026

(IMAGO / MIS)

Nations League | Deutschlands Gruppe Selbstläufer oder Fallstrick?

Es steht der absolute Neustart unter dem frischgebackenen Bundestrainer Jürgen Klopp an. Die ersten Duelle werden im Rahmen der Nations League geführt, weshalb wir uns die Gruppe des vierfachen Weltmeisters genauer anschauen wollen. Ist die Gruppe machbar für Klopps Mannen oder lauern in dem ein oder anderen Gegner Fallstricke?
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Veröffentlicht: 24 September 2026, 12:36

Gruppe A2 wirkt auf den ersten Blick fair: Deutschland und die Niederlande als Favoriten, Serbien als physischer Störenfried, Griechenland als Aufsteiger in Liga A. Genau diese Sortierung verführt zum Leichtsinn. 

Nach dem frühen WM-Aus und dem Start unter Jürgen Klopp entscheidet nicht der Name auf dem Papier, sondern wer gegen drei sehr unterschiedliche Gegner Punkte holt. Die ersten beiden Plätze führen ins Viertelfinale, Platz drei in die Relegation, Platz vier in Liga B. Spielraum gibt es wenig.

Die Jungs haben alle Lust, also dementsprechend empfinden wir Aufbruchsstimmung, verriet Trainer Jürgen Klopp bei der letzten PK.

Niederlande - der direkte Konkurrent

Trainer Xavi Hernández beginnt seine Amtszeit parallel zu Klopp. 

Ich kenne mehr Spieler von Holland persönlich als Xavi. Ob das ein Vorteil ist, weiß ich nicht. ein Fakt ist es trotzdem, sagte Klopp.

Oranje bleibt defensiv um Kapitän Virgil van Dijk gebaut – Führungsspieler, Abwehrboss, Taktgeber. Daneben stehen moderne, schnelle Verteidiger wie Jurriën Timber, Jan Paul van Hecke, Jorrel Hato und Außenbahnspieler wie Denzel Dumfries oder Jeremie Frimpong. Das ist keine alte Garde, sondern eine Abwehr, die hochsteht und Umschaltmomente sucht.

Im Mittelfeld sind Tijjani Reijnders und Ryan Gravenberch die zentralen Taktgeber: Tempo, Passqualität, Pressing-Resistenz. Vorne bleibt Cody Gakpo die gefährlichste Konstante, dazu kommen Noa Lang, Brian Brobbey und je nach Verfügbarkeit weitere Flügelspieler. 

Memphis Depay fehlt im Kader, Malen und Kluivert sind angeschlagen – trotzdem bleibt die Offensive variabel genug, um Deutschland in Amsterdam und später daheim zu fordern. Wer gegen die Niederlande unentschieden spielt, hat noch nichts gewonnen. Wer verliert, spielt den Rest der Gruppe unter enormen Druck.

Worauf es ankommt: zweite Bälle gegen van Dijk, Breite gegen Dumfries/Frimpong, und im Zentrum gerade über den defensiv anfälligen Reijnders Angriffe einzuleiten.

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Serbien - Physis, Standards, Zielspieler

Serbien hat die WM verpasst und wird deshalb unterschätzt. Das Team von Veljko Paunović (49) bleibt aber genau der Gegnertyp, an dem deutsche Mannschaften oft Probleme offenbaren: kompakt, zweikampfstark, physisch und ein schnörkelloses Spiel nach vorn.

In der Innenverteidigung ragen Strahinja Pavlović (AC Mailand) und Nikola Milenković heraus – groß, dominant in der Luft, unangenehm bei Standards. Auf den Außenbahnen können Filip Kostić oder jüngere Vollstrecker wie Kosta Nedeljković Breite und Flanken bringen. Im Mittelfeld bleiben Routiniers wie Sergej Milinković-Savić und Saša Lukić wichtig, dazu kommt mit Lazar Samardžić ein Spieler, der Tempo ins letzte Drittel bringt und mit einem Dribbling für Überraschungsmomente sorgen kann. 

Vorne entscheidet das physische Duo Aleksandar Mitrović und Dušan Vlahović. Mitrović ist der klassische Zielspieler: Zweikämpfe, Ablagen, Strafraumpräsenz. Vlahović ist der beweglichere Part, und dazu mit bereits 5 Ligatoren in Topform. Dazu Ex-SGE-Stürmer Luka Jović der in der letzten Saison für AEK Athen 21 Tore erzielte. Die Partie in Belgrad, ausgetragen im November wird laut, eng und physisch. Am 1. Oktober in München muss Deutschland deshalb als Pflichtsieg behandeln – nicht als Selbstverständlichkeit.

Worauf es ankommt: Ein schnelles Umschalten und das schwache Stellungsspiel von Strahinja Pavlović in der Viererkette auszunutzen. Zudem wird es auch elementar wichtig sein den physisch starken Mitrović früh vom Ball zu trennen, damit er seine Rolle als Zielspieler nicht erfüllen kann.

Griechenland - neu in Liga A, aber kein Sparringspartner

Griechenland spielt erstmals in der höchsten Nations-League-Liga. Trainer Ivan Jovanović (64) sagt offen, das Ziel sei der Klassenerhalt. Das klingt bescheiden, beschreibt aber den Spielplan: kompakt stehen, Umschalten, Standards. Genau das unangenehme Profil, mit dem Deutschland bei der WM mit Paraguay nicht klarkommen konnte.

Hinten organisieren Konstantinos Mavropanos (West Ham) und Konstantinos Koulierakis (AS Rom) die Zentrale, Kostas Tsimikas (Liverpool) bringt auf links Offensivdrang und Flankenqualität. Im Mittelfeld/Angriff sind die Schlüsselspieler klarer als der Außenseiterstatus vermuten lässt: 

Vangelis Pavlidis (Benfica) als Mittelstürmer mit Abschluss und stark mit Rücken zum Tor, Christos Tzolis (Arsenal) als dynamischer Flügel, Konstantinos Karetsas (BVB) als junger Kreativspieler und Dribbelkünstler.

Augsburg am 27. September darf kein „muss reichen“-Spiel werden. Thessaloniki am 4. Oktober wird enger, lauter und wahrscheinlich standardlastiger. Wer dort nur auf Ballbesitz setzt und keine Breite respektive ein schnelles Kombinationsspiel findet, verschenkt Punkte an einen Gegner, der genau darauf wartet.

Worauf es ankommt: Geduld gegen den tiefstehenden Block, Außenbahn gegen Tsimikas, und Spieler wie Tzolis und Karetsas im Umschaltmoment zu isolieren und direkt bei der Ballannahme aggressiv zu stören.

Prognose

Sascha Baharian
Sascha Baharian

Die Gruppe ist lösbar, weil Deutschland und die Niederlande die breiteste Qualität haben. Sie ist jedoch kein Selbstläufer, weil jeder Gegner eine andere Baustelle öffnet: Oranje über Tempo und Struktur, Serbien über Körper und Zielspieler, Griechenland über Kompaktheit und Konter.

Klopp hat zwei Kader nominiert und viele neue Gesichter geholt. Das hilft nur, wenn die Mannschaft die jeweiligen Schlüsselspieler der Gegner konkret zustellt. Schnelle Kombinationen und Automatismen werden sehr wahrscheinlich aufgrund der vielen neuen Gesichter schwer umzusetzen sein.

Daher gehe ich davon aus, dass die Niederlande und Deutschland um Platz 1 spielen, während Griechenland den dritten Rang belegen wird. Serbien wird aufgrund der zu schwachen Defensive auf Platz vier landen. Der erste Maßstab kommt für Klopps Mannen in Amsterdam. Danach zeigt sich schnell, ob A2 nur auf dem Papier machbar war.

Sascha
Sascha @sascha_baharian

Hingebungsvoller Fachmann in Bezug auf den italienischen Fußball und speziell die Serie A 🇮🇹

Wenn es um die Serie A oder im Allgemeinen den Fußball in Italien geht, ist man bei Sascha goldrichtig. Seit Jahren verfolgt er ganz genau die Entwicklungen der höchsten Spielklasse in Italien und weiß mit qualitativ hochwertigen Analysen zu glänzen. Diese könnt Ihr Euch auch jederzeit in seinem eigenen Podcast anhören. Des Weiteren weiß er auch mit seinem Wissen in Sachen Jugendfußball zu überzeugen und ist daher insgesamt ein sehr wertvoller Teil unseres Teams. 

PS: Seit neuestem ist Sascha zudem auch Zertifizierter Scout & Spielanalyst nach IST.