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Kickfieber Sascha Waldhofs Lovis Bierschenk (21) im Fokus von Gladbach und Paderborn
Lovis Bierschenk von Waldhof Mannheim im August 2026

(IMAGO / STEINSIEK.CH)

Waldhofs Lovis Bierschenk (21) im Fokus von Gladbach und Paderborn

Drittliga-Youngster Lovis Bierschenk spielt bisher eine auffällige Saison für den SV Waldhof Mannheim, was Begehrlichkeiten einiger Erstligavereine aus dem In-und Ausland geweckt hat. Daher wollen wir für euch in diesem Artikel die Gerüchte um ihn einordnen und herausfinden, wer es wirklich ernst meint und bei welchem Verein er am besten aufgehoben wäre.
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Veröffentlicht: 9 Oktober 2026, 10:45

Lovis Bierschenk ist gerade so etwas wie das teuerste Versprechen des SV Waldhof Mannheim. Der 21-Jährige aus Mainz kostete den Drittligisten im Januar 2026 rund 400 Tausend Euro, nach Medienberichten die höchste Ablöse der Vereinsgeschichte. Ein Pflichtspiel für die Profis von Mainz 05 hat er nie bestritten.

Trotzdem lag im vergangenen Sommer bereits eine konkrete Offerte über 1,3 Millionen Euro des FC Groningen auf dem Tisch, die mit Boni noch deutlich hätte steigen können. Laut Transfermarkt.de sind mit Borussia Mönchengladbach und dem SC Paderborn zwei weitere Interessenten an dem Drittliga-Youngster dran. 

Doch wie konkret ist das Interesse der beiden Bundesligisten und macht ein Transfer in die höchste deutsche Spielklasse jetzt schon Sinn für Bierschenk? 

Was er auf dem Platz kann

Der 21-jährige gebürtige Mainzer ist 1,80 Meter groß und linksfüßig. Er kommt bevorzugt über die rechte Seite, zieht in die Halbräume und sucht den Abschluss mit dem starken Fuß. Linksaußen und die Spitze sind weitere Nebenpositionen die er bekleiden kann.

Bei der Vertragsunterzeichnung beschrieb Zuber genau dieses Profil: Er vereint Dribbelstärke, Geschwindigkeit und Abschlussqualität – Eigenschaften, die uns dabei helfen sollen, erfolgreichen Fußball zu spielen.

Bierschenk ist ein antrittsstarker Flügelstürmer, der mutig Lösungen im Eins gegen Eins sucht, aber schwierige Situationen auch dank eines soliden Passspiels über mittlere und kurze Distanzen spielerisch lösen kann.

Zwar bereitet Bierschenk kaum Tore vor, dennoch besitzt er ein ungeheures Flankenspiel, das mit 36 Prozent sogar präziser ist, als das von Bayern-Star Michael Olise (32%). Daher wäre es vielleicht sogar klüger ihn auf der linken Außenbahn stürmen zu lassen, auf der er mit seinem starken Linken flanken kann. 

Darüber hinaus ist sich Mannheims Offensivmann nicht zu schade gegen den Ball mitzuarbeiten, was er auch solide macht, allerdings konnte er beim hohen Anpressen des Gegners erst einen einzigen Ballgewinn in dieser Spielzeit feiern. 

Die Entwicklungsfelder

Doch in diesem Alter gibt es auch Entwicklungsfelder, an denen er noch arbeiten muss. Denn beim ersten Blick auf sein Tm-Profil sucht man vergebens nach starken Scorerpunkten. In 26 Pflichtspielen war er lediglich an fünf Treffern direkt beteiligt. Die Abschlussquote hinkt der Optik hinterher, das Kopfballspiel und das hohe Anpressen sind nicht seine Kernkompetenz, und die Physis reicht noch nicht für jeden Zweikampf auf Profiebene.

Zudem kämpfte er in Mainz lange mit Verletzungspech; in Teilen der Hinrunde 2025/26 kam er deshalb nur zu sechs Einsätzen. Dass er jetzt wieder auffällt, hat einen schlichten Grund: Er ist über einen längeren Zeitraum schmerz- und verletzungsfrei. Je besser der körperliche Zustand, desto besser seine Leistung.

Werdegang & Mentalität

Öffentlich ist über das Privatleben wenig bekannt. Der Fußballweg beginnt beim SV Gonsenheim, 2017 folgt der Wechsel ins Nachwuchsleistungszentrum von Mainz 05. Neun Jahre Akademie, U17 und U18 des DFB (zwölf Länderspiele, zwei Tore), dann der Abend, der seinen Namen über die Region hinaustrug:

Im Finale der A-Junioren-Meisterschaft 2023 erzielte er gegen Borussia Dortmund die 1:0-Führung, Mainz gewann 4:2 nach Verlängerung. Neben ihm im Angriff standen Brajan Gruda (RB Leipzig) und Nelson Weiper (Sturm Graz). Für die zweite Mannschaft folgten 34 Regionalligaspiele mit sechs Toren – zu wenig für einen Sprung in den Bundesligakader.

Die Haltung lässt sich an der Entscheidung ablesen, nicht an Interviews. Nachwuchsdirektor Meikel Schönweitz sagte beim Abgang, Bierschenk sei „mit dem Wunsch auf uns zugekommen, bereits jetzt den nächsten Schritt in den Profifußball zu gehen und zu einem etablierten Klub in der 3. Liga zu wechseln“.

Sportdirektor Mathias Schober nannte ihn „im Nachwuchsbereich stets einer der auffälligsten Spieler seines Jahrgangs“. Bierschenk selbst formulierte es bei der Unterschrift so: 

Nach neun Jahren im Nachwuchs des FSV Mainz 05 bin ich sehr dankbar für meine fußballerische Ausbildung. Nun gilt es, den Schritt in den Profifußball zu gehen und in einem neuen Umfeld meine Leistung auf den Platz zu bringen. Ich werde alles dafür tun, erfolgreichen Fußball beim Waldhof zu ermöglichen.

Das ist keine große Geste, eher die Ansage eines Spielers, der den Umweg über die dritte Liga dem Warten auf der Bank vorzieht. Sein Profidebüt folgte am 25. Januar 2026 bei der 0:4-Niederlage gegen Hansa Rostock, das erste Drittligator beim Heimsieg gegen Aue.

Welcher Verein bietet Perspektive und will ihn wirklich?

Sascha Baharian
Sascha Baharian

Die Torquote, die Robustheit und die Konstanz über 90 Minuten entscheiden, ob aus dem Interesse von Paderborn und Gladbach im Winter mehr wird als nur eine Anfrage. Am konkretesten ist für mich das Interesse des FC Groningen, da diese bereits ein konkretes Angebot im Sommer auf den Tisch gelegt haben und den Spieler sicherlich weiterverfolgen werden.

Bierschenk ist für mich aktuell ein potenzieller Zweitligaspieler, jedoch noch kein Bundesligatransfer, der einer abstiegsbedrohten Gladbacher oder Paderborner Mannschaft ad hoc weiterhelfen wird. Er ist aktuell ein linker Fuß mit Tempo, der in der dritten Liga schon Spiele drehen kann, und in Liga 2 eine Rotationsrolle zuzutrauen ist.

Die Eredivisie sehe ich gleichermaßen als sinnvolle Destination, da die Liga vom Niveau her zwischen der ersten und zweiten deutschen Bundesliga wandelt und jungen Talenten optimale Entwicklungsbedingungen bietet. Daher würde ich mich auf den FC Groningen als sinnvollsten Verein bei einem Wechsel festlegen.

Der vernünftigste Weg für Lovis Bierschenk wäre jedoch erst einmal mit Mannheim, um den Aufstieg zu kämpfen, effizienter zu werden, und seine Leistungen bis zum Sommer zu bestätigen. Sollten diese konstant bleiben, würde ein Transfer in die zweite Liga oder die Eredivisie Sinn machen – ob das mit Waldhof gelingt, oder ein neuer Club wie Groningen ihm diese Möglichkeit bietet, wird die Zukunft zeigen.

Sascha
Sascha @sascha_baharian

Hingebungsvoller Fachmann in Bezug auf den italienischen Fußball und speziell die Serie A 🇮🇹

Wenn es um die Serie A oder im Allgemeinen den Fußball in Italien geht, ist man bei Sascha goldrichtig. Seit Jahren verfolgt er ganz genau die Entwicklungen der höchsten Spielklasse in Italien und weiß mit qualitativ hochwertigen Analysen zu glänzen. Diese könnt Ihr Euch auch jederzeit in seinem eigenen Podcast anhören. Des Weiteren weiß er auch mit seinem Wissen in Sachen Jugendfußball zu überzeugen und ist daher insgesamt ein sehr wertvoller Teil unseres Teams. 

PS: Seit neuestem ist Sascha zudem auch Zertifizierter Scout & Spielanalyst nach IST.