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Sascha

Ist er das fehlende Puzzlestück für Union? | Ao Tanaka (27) im Porträt

Sein Weg vom J-League-Talent über die 2. Bundesliga bis ins englische Oberhaus ist eine Geschichte von Disziplin, Anpassungsfähigkeit und stiller Effizienz – Eigenschaften, die ihn nicht nur bei den „Whites“ unverzichtbar machten, sondern auch die Frage aufwirft: Könnte dieser vielseitige Alleskönner perfekt zu 1. FC Union Berlin passen? (Bild: IMAGO / Every Second Media)

Von der Wand in Kawasaki zum Titelhelden an der Elland Road

Tanakas Fußballkarriere begann früh und ungewöhnlich ambitioniert. Als Kind in Miyamae-ku kickte er stundenlang allein gegen eine Parkwand, weil ihm das Training zu langweilig war – eine Anekdote, die seinen Trainer bei Saginuma SC schon früh beeindruckte. Über die Jugend von Kawasaki Frontale (2007 bis 2017) führte der Weg direkt ins Profiteam.

2018 debütierte er in der J1 League, schoss sechs Minuten nach seiner Einwechslung bereits sein erstes Tor und wurde 2019 als „Rookie of the Year“ ausgezeichnet – der erste Kawasaki-Spieler, dem diese Ehre zuteilwurde. Drei J-League-Titel (2017, 2018, 2020), Emperor’s Cup und Super Cups folgten; Tanaka war fester Bestandteil des erfolgreichen japanischen Traditionsvereins, bevor ein Anruf aus Europa kam.

2021/22 der Wechsel zu Fortuna Düsseldorf

Der große Sprung nach Europa kam 2021: Erst einmal Leihweise zu Fortuna Düsseldorf in die 2. Bundesliga. Aus der Leihe wurde schnell ein fester Vertrag. In den folgenden drei Spielzeiten reifte Tanaka zum stillen Führungsspieler. Besonders die Saison 2023/24 mit sieben Toren zeigte seine Torgefahr aus dem Mittelfeld. Im August 2024 wechselte er für rund vier Millionen Euro zu Leeds United – ein Schnäppchen für die Engländer, wie sich schnell herausstellen sollte.

In der Championship 2024/25 wurde Tanaka binnen weniger Monate „undroppable“. Sein erstes Tor beim 3:3 gegen Hull City (Januar 2025) wurde zum „Tor der Saison“ gewählt. Mit fünf Ligatreffern half er entscheidend beim Aufstieg in die Premier League. Die Krönung sollte folgen: „Players’ Player of the Year“ und Nominierung ins „Championship Team of the Season“.

In der laufenden Premier-League-Saison 2025/26 (Stand März 2026) startete er bereits in der Startelf gegen Everton und traf spektakulär – unter anderem mit einem Distanzschuss gegen Chelsea und einem Tor in der Nachspielzeit gegen Liverpool. Insgesamt kommt er auf über 60 Einsätze für Leeds mit acht Treffern und zwei Vorlagen.

„Die Premier League ist die beste Liga der Welt und jedes Spiel ist so schwer! Die Gegner sind so gut, aber genau das will ich. Natürlich ist das mein Traum, aber ich muss mich an dieses Niveau gewöhnen – das ist wichtig.“ Diese Worte zeugen von Demut, seine Begeisterung für den höchsten Wettbewerb und sein ständiger Verbesserungswille.

Tanaka: „Möchte zum Monster werden!“

Für Japan ist Tanaka seit 2019 Nationalspieler (35 Einsätze, 8 Tore). Sein legendäres Siegtor gegen Spanien bei der WM 2022 in Katar – per Flugkopfball, dessen Gültigkeit durch Fotos bestätigt wurde – machte ihn weltweit bekannt. Mittlerweile gehört der Leeds-Akteur weiter zum Stammpersonal von Nationaltrainer Hajime Moriyasu.

„Ich habe bei dieser WM viele „Monster“ gesehen und gespürt, dass ich noch nicht dazu gehöre. Deshalb will ich in den nächsten vier Jahren selbst zu einem Monster reifen“, verriet Tanaka sein Ziel sich auf Weltklasse-Niveau zu steigern – ein Zitat, das seine selbstkritische und hungrige Einstellung zeigt.

Spielerprofil: Ein kompletter Mittelfeld-Allrounder

Tanaka ist kein reiner Zerstörer und kein reiner Kreativer – er ist beides. Primär als zentraler Mittelfeldspieler (ZM) eingesetzt, kann er auch als defensiver Sechser (DM) oder leicht offensiver Achter agieren. Seine Stärken liegen in der Balance: Er gewinnt Zweikämpfe mit hoher Intensität, liest das Spiel früh und verteilt meist präzise Pässe auf kurzen und mittleren Distanzen.

Man kann ihn als technisch starken Mittelfeldmotor bezeichnen – einen zentralen Organisator, der alle Phasen des Spiels beeinflusst, stark in der Balleroberung und im Umschaltspiel, welcher eine geringe Fehlerrate in seinem Spiel besitzt.

Er dirigiert das Spiel aus der Tiefe, kann auch aber auch „Box-to-Box“ und bringt gleichzeitig Torgefahr mit (Distanzschüsse, Kopfballstärke). Mit 180 cm Größe und 75 kg Körpergewicht ist er physisch robust genug für den europäischen Fußball, ohne dabei technische Defizite aufzuweisen.

Seine Arbeitseinstellung und Professionalität werden bei Leeds als sehr vorbildlich gelobt. Schwächen? Er ist kein wirklicher Dribbler oder „Langer-Pass-Experte“, der dir Traumpässe respektive Schlüsselpässe a la Pirlo spielen wird – seine Stärke liegt eher in der defensiven Effizienz und im Zusammenspiel mit seinen Teamkameraden, nicht im Spektakel.

Passt Tanaka zur Spielweise von Union Berlin?

Unter Trainer Steffen Baumgart hat Union Berlin 2025/26 wieder zu seiner Kernidentität zurückgefunden: kompakt, intensiv, physisch und schwer zu bespielen. Die „Eisernen“ setzen meist auf ein 3-5-2 oder 5-3-2, mit enger Staffelung, aggressivem Mittelfeldpressing und schnellen Umschalt-Momenten. Disziplin, robuste Zweikämpfe und die Fähigkeit, als Underdog dem Gegner „weh“ zu tun, stehen beim ehemaligen Bundesligastürmer für Hansa Rostock im Vordergrund.

Genau hier würde Tanaka hervorragend hineinpassen. Seine Zweikampfstärke und sein Timing in der Balleroberung ergänzen die physische Präsenz der Berliner Defensive adäquat. Als zentraler Mittelfeldspieler in einem Dreier- oder Fünfer-Mittelfeld könnte er die Brücke zwischen Abwehr und Angriff bilden: Ballgewinne sichern, progressive Spielzüge einleiten und in Umschaltmomenten Tempo machen.

Seine Erfahrung aus der 2. Bundesliga (Düsseldorf) und die Anpassung an den körperlich betonten Fußball in England zeigen, dass er den robusten, weniger ballbesitzlastigen Stil Unions klar aufwerten könnte. In einem System, das auf schnelle Vertikalität setzt, wäre er der ideale „Kawasaki-Motor“ – technisch sauber, passsicher und nicht zimperlich in 1-gegen-1-Duellen.

Ao Tanaka ist nicht nur ein Aufstiegsheld oder Premier-League-Überraschung. Er verkörpert genau den Typus, den Steffen Baumgart für seine Union-Truppe braucht, um in der Bundesliga weiter unangenehm und erfolgreich zu sein. Ein Transfer nach Köpenick wäre keine Risiko-Investition – sondern eine durchdachte, logische und sinnvolle Verstärkung für die „Eisernen“.

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Sascha

Wird er der Goretzka-Ersatz?| Noel Aseko (20) im Porträt

Noel Aséko spielt eine fulminante Zweitliga-Saison für Hannover 96, so dass Ex-Klub Bayern München die Rückkaufoption gezogen hat und das Mittelfeld-Talent im Sommer an die Säbener Straße zurückkehren wird. Doch ist der aktuelle deutsche U21-Nationalspieler wirklich schon reif genug für den deutschen Rekordmeister? (Bild: IMAGO / osnapix)

Werdegang

Noel Aséko Nkili durchlief zunächst die Jugendabteilungen von Hertha BSC, bevor er im Sommer 2022 zum FC Bayern München wechselte. Dort etablierte er sich schnell im Campus-Team und absolvierte 30 Spiele für die Bayern-Amateure (2 Tore). Im Januar/Februar 2025 folgte der nächste Entwicklungsschritt:

Leihwechsel zu Hannover 96 in die 2. Bundesliga – mit Kaufoption und Rückkaufklausel zugunsten der Bayern. Bei den Niedersachsen avancierte der Rechtfuß auf Anhieb zum Stammspieler und bestritt bis März 2026 bereits 26 Einsätze, in denen er 3 Tore erzielte und 5 Assists lieferte. Seinen Marktwert katapultierte er seit dem Sommer von 700 Tausend Euro auf stolze acht Millionen Euro, was für ein 20-jähriges Zweitliga-Talent eine enorme Marktsteigerung darstellt.

Die Bayern planen nach aktuellem Stand fest mit ihm für die Saison 2026/27, da Hanovers Rookie Leon Goretzka ersetzen soll, der die Bayern sehr wahrscheinlich im Sommer verlassen wird. Trotz Interesse von Klubs wie Galatasaray, Brighton oder Villarreal lehnten die Bayern bereits alle Anfragen ab.

International lief er bereits für diverse deutsche Jugend-Nationalteams auf (U17, U18, U20) und feierte im September 2025 sein Debüt für die U21-Nationalmannschaft (bisher 5 Einsätze). Er besitzt neben der deutschen auch die Staatsbürgerschaft von Äquatorial-Guinea und wäre damit noch für die A-Mannschaft der Afrikaner spielberechtigt.

Spielerprofil

Mit 1,78 m Größe und etwa 74 kg Körpergewicht bringt Aséko Nkili eine gute Mischung aus Beweglichkeit, Ballbehandlung und Zweikampfstärke mit. Er agiert primär als defensiver Mittelfeldspieler („Sechser“), kann aber auch zentral oder leicht offensiver eingesetzt werden. Seine primären Stärken liegen in seiner Ruhe am Ball, präzisen Pässen und einem guten Spielverständnis – oft wird er als strategischer Ballverteiler“ beschrieben.

Trainer und Scouts loben vor allem seine Reife trotz jungen Alters. „Er hat eine unglaubliche Ruhe am Ball und liest das Spiel schon wie ein erfahrener Profi“, hieß es etwa aus dem Umfeld von Hannover 96. Aséko selbst betonte kürzlich in einem Interview seine Entwicklung:

„Ich bin nach Hannover gekommen, um Spielpraxis zu sammeln und mich auf höherem Niveau zu beweisen. Die 2. Bundesliga hat mir genau das gegeben – harte Zweikämpfe, Tempo und Verantwortung. Jetzt freue ich mich darauf, den nächsten Schritt bei den Bayern zu machen.“ Darüber hinaus offenbarte er seine Ambitionen: „Mein Ziel ist klar: Ich will mich in der Bundesliga durchsetzen und irgendwann auch für die A-Nationalmannschaft spielen.“

Mit der Rückkehr nach München steht dem talentierten Mittelfeldspieler im Sommer 2026 wohl die entscheidende Phase seiner noch jungen Karriere bevor – ein spannender Moment für einen Spieler, der bereits jetzt als einer der ruhigsten und spielintelligentesten Talente seiner Generation gilt.

Stärken & Schwächen

Neben Asékos außergewöhnlichen Ruhe am Ball zeichnet er sich auch durch präzise Pässe, starke Ballbehandlung auf engem Raum, hoher Spielintelligenz und Zweikampfstärke, Dynamik beim „Ballschleppen“ und eine technisch versierten Spielweise aus, die ihn zu einem smarten, laufstarken und vielseitig einsetzbaren Sechser macht.

Doch gibt es natürlich bei so einem jungen Spieler auch noch Defizite an denen unser Protagonist arbeiten muss. Diese liegen vor allem in gelegentlichen Konzentrationsaussetzer, nicht immer konstantem Passspiel unter höchstem Druck des Gegners, sowie in der physischen Robustheit bei intensiven Topspielen, wo der Sprung von der 2. Bundesliga zum absoluten Spitzenlevel noch Anpassung erfordert.

Prognose

Noel Aséko bringt ein internationales Potenzial mit und ist reif genug, um ins Bayern-Training einzusteigen und um Minuten zu kämpfen – die Verantwortlichen glauben an ihn und holen ihn genau deshalb zurück. Ob er sofort Stammkraft wird, hängt von Vorbereitung, Form und natürlich auch Verletzungen ab. Sein Profil (Ruhe, Ballbehandlung, Spielintelligenz) passt perfekt zum modernen Bayern-Stil unter Kompany.

Am wahrscheinlichsten wird das Szenario sein, dass Aseko in der Vorbereitung seine Chance bekommen wird um die Verantwortlichen zu überzeugen. Sollte der Sprung aus der 2. Bundesliga allerdings zu groß sein, wird der FCB sich sicherlich gute Angebote für eine weitere Leihe zu einem Erstliga-Klub anhören, um die Entwicklung von Aséko weiter zu fördern.

Ein Verkauf scheint eher unwahrscheinlich, da Kompany bereits persönliche Gespräche mit dem Youngster geführt haben, und grünes Licht für eine Verlängerung seines bis 2028 datierten Vertrags gegeben haben soll.

Die Verantwortlichen sehen in ihm einen potenziellen langfristigen „Sechser“- oder Achter. Aséko selbst bleibt bodenständig: „Jeder Athlet träumt davon, irgendwann für die besten Teams zu spielen.“ Der Sommer 2026 wird zeigen, ob dieser Traum bereits jetzt Realität wird…

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Sascha

Was macht eigentlich Grafite?

Von allen ausländischen Legionären, die in der Bundesliga je für Furore sorgten, gehört Grafite zu den markantesten Figuren. Unvergessen wie der Brasilianer unter Trainer Felix Magath die sensationelle Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg gewann und zusammen mit Edin Dzeko die Liga aufmischte. Doch was macht der mittlerweile 46-jährige ehemalige Topstürmer eigentlich? (Bild: IMAGO / Sven Simon)

Der Brasilianer, geboren am 2. April 1979 in Campo Limpo Paulista, schrieb 2008/09 beim VfL Wolfsburg Geschichte: Mit 28 Toren in nur 25 Spielen holte er die Torjägerkanone, wurde Deutschlands Fußballer des Jahres und feierte mit den „Wölfen“ die bis heute einzige Meisterschaft des Klubs. Zusammen mit Edin Džeko bildete er eines der torgefährlichsten Duos der Ligageschichte – 54 gemeinsame Treffer in einer Saison übertrafen sogar den Rekord von Gerd Müller und Uli Hoeneß.

Nach dem Sensationsjahr ging es jedoch sportlich bergab. Grafite verließ Wolfsburg 2011 im Alter von 31 Jahren Richtung Al-Ahli Dubai, spielte später bei Al-Sadd in Katar und kehrte schließlich nach Brasilien zurück (Santa Cruz und Athletico Paranaense). Im Januar 2018 beendete der damals 38-Jährige seine Profikarriere endgültig – freiwillig und aus Leistungsgründen, wie er selbst schrieb:

„Ich kam zu dem Schluss, dass ich nicht mehr in der Form helfen kann, die der Klub braucht und die er von mir erwartet. Ich denke, ich kann in einigen Situationen nun wesentlich hilfreicher außerhalb des Platzes sein.“ Heute, mit 46 Jahren, ist Grafite längst nicht mehr vom Fußball verschwunden. Im Gegenteil: Er hat sich in Brasilien eine neue berufliche Heimat geschaffen.

TV-Experte bei TV Globo und SporTV

Der ehemalige Stürmer arbeitet hauptberuflich als Fußball-Experte für die großen brasilianischen Sender TV Globo und SporTV. Dort analysiert er regelmäßig Spiele – darunter auch Partien der Bundesliga, die in Brasilien durch die DFL-Rechte stark an Popularität gewonnen hat. Im ran-Interview Anfang 2025 erklärte er:

„Ich bin aktuell TV-Experte in Brasilien. Ich habe bislang schon einige Bundesliga-Spiele analysiert, am Samstag arbeite ich zum ersten Mal bei einem Spiel von Wolfsburg. Darauf freue ich mich sehr. Ich wünsche Wolfsburg viel Glück. Generell vermisse ich die Deutschen“, verriet Grafite.

Internationaler Markenbotschafter des VfL Wolfsburg

Der VfL hat die Verbindung zum Brasilianer nie abreißen lassen. Grafite ist weiterhin als internationaler Markenbotschafter für den Klub aktiv. Er nimmt an Events teil, besucht Wolfsburg und repräsentiert die Grün-Weißen weltweit – besonders in Brasilien. Bei einem Besuch 2023 sagte er gegenüber der Vereinswebsite:

„Es ist fantastisch, wieder zurück in Wolfsburg zu sein! Es ist mir immer ein großes Vergnügen und ich bin sehr stolz, da ich hier eine wunderbare und erfolgreiche Zeit hatte. Ich verbinde Wolfsburg mit vielen positiven Emotionen, auch da ich noch viele Menschen von hier kenne. Es fühlt sich immer ein bisschen so an, als würde ich nach Hause kommen.“

Engagement gegen Rassismus

Ein weiterer wichtiger Pfeiler seines heutigen Lebens ist sein soziales Engagement. Grafite setzt sich seit Jahren lautstark gegen Rassismus ein – ein Thema, das ihm in Brasilien besonders am Herzen liegt. Er spricht öffentlich über Fälle wie die von Vinícius Júnior und lobt in Interviews immer wieder den Umgang mit Rassismus in Deutschland als vorbildlich. 2023 betonte er:

„Ich finde, der Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist hier in Deutschland wirklich sehr vorbildlich, nicht nur in Wolfsburg. […] Ja, das ist in Brasilien noch ein großes Problem, und es ist harte Arbeit dagegen erfolgreich vorzugehen.“

Abseits des Rampenlichts hält sich Grafite eher bedeckt. Es gibt keine Hinweise auf große unternehmerische Projekte. Sein Fokus liegt klar auf Medien, dem VfL und seinem gesellschaftlichem Engagement.

Kurz gesagt: Grafite hat den Übergang vom heiligen Grün ins TV-Studio und Ehrenamt geschafft – ohne Drama, aber mit bleibender Verbundenheit zu Wolfsburg. Wer heute die Bundesliga in Brasilien sieht, hört oft seine Stimme. Und wer in Wolfsburg die Meistertrophäe von 2009 betrachtet, denkt unweigerlich an den Mann mit dem legendären Hackentor gegen Bayern München – das Tor, das für die Ewigkeit bestimmt ist…

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Sascha

Erstmals Cheftrainer | Ashley Cole übernimmt Serie B-Club

Der FC Cesena hat einen der überraschendsten Trainerwechsel der aktuellen Saison vollzogen: Am 15. März 2026 wurde der ehemalige englische Nationalspieler und Weltklasse-Verteidiger Ashley Cole als neuer Cheftrainer der Serie-B-Mannschaft bestätigt. Für den 45-Jährigen ist es die erste Station als hauptverantwortlicher Coach einer Profimannschaft. Doch ist die englische Legende der geeignete Mann für den Job?

Es gibt einen feinen, aber starken Faden, der den Londoner Nebel mit der leidenschaftlichen Wärme der Romagna verbindet. Dieser Faden hat seit wenigen Tagen das Gesicht von Ashley Cole – vielleicht etwas gealtert, aber immer noch unverkennbar. Der linke Außenverteidiger, der die Rolle in der Geschichte der Premier League neu definiert hat, der unermüdliche Läufer von Arsenal und Chelsea, ist bereit, auf der Bank von Cesena Platz zu nehmen.

Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick wie ein exotisches Wagnis erscheinen mag, die aber, wenn man den Reifeprozess des Menschen – noch vor dem des Trainers – genauer betrachtet, die Züge eines Sportromans trägt - ein Roman der mit außerordentlicher Klarheit und Einsicht geschrieben ist.

Schon als Spieler in der Serie A

Für Cole ist Italien kein Neuland. Seine erste Begegnung mit dem Calcio geht auf den Sommer 2014 zurück, als er in der Hauptstadt landete, um das Trikot der Roma zu tragen. Es waren zwei schwierige Spielzeiten in einer Stadt, die ihre Helden schnell verschlingt und kaum Fehler verzeiht – vor allem nicht bei denen, die mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz kommen.

Diese Zeit bei den Giallorossi, die er am Ende einer auf dem Spielfeld unnachahmlichen Karriere durchlebte, hinterließ ihm jedoch weit mehr als nur einige Einsätze im Olimpico. Sie lehrte ihn, die Taktik zu verinnerlichen, den Druck und zugleich die Liebe der Tifosi zu verstehen, die nur die italienischen Stadien zu vermitteln vermögen.

Diese Erfahrung, die er im Laufe der Zeit verarbeitet hat, stellt heute das grundlegende kulturelle Rüstzeug dar, mit dem er sich im „Manuzzi“ präsentiert, ein Stadion, das in Sachen Leidenschaft und Zugehörigkeitsgefühl den großen Städten in nichts nachsteht.

Empathie als Erfolgsfaktor?

Doch wer ist der Trainer Ashley Cole heute? Um das wirklich zu verstehen, muss man ihn aus der Rolle des Starspielers, der alles gewonnen hat, herausnehmen und den stillen, von intensiver Arbeit geprägten Weg betrachten, den er seit 2019 als Trainer eingeschlagen hat.

Er begann bei Derby County und Chelsea in der Jugend, arbeitete dann bei Everton und in der ersten Mannschaft der Blues als zuverlässiger Stellvertreter von Frank Lampard und später von Wayne Rooney bei Birmingham City bis hin zum Triumph als Assistent von Lee Carsley mit der englischen U21-Nationalmannschaft und einem kurzen Abstecher in der A-Nationalmannschaft.

Er hat nie das Rampenlicht gesucht, sondern es vorgezogen, die menschlichen Dynamiken hinter den Kulissen zu beobachten. Wie er selbst kürzlich zugab, hat ihn die Trainerbank tiefgreifend verändert. Der Fußball hat ihm sehr viel gegeben, und nun verspürt er das Bedürfnis, diesen Reichtum zurückzugeben, indem er versucht, Talente zu fördern, um die neuen Champions von morgen hervorzubringen.

Die wahre Veränderung findet ausschließlich im Inneren statt. Als er sich aus dem Rampenlicht des Spielfelds zurückzog, erkannte Cole, wie wichtig Empathie ist. „Man fängt an, Menschen zu beobachten“, dachte er sich, als er von Chase interviewt wurde, „man fragt sich, ob ein Spieler in einem bestimmten Moment wütend, traurig oder glücklich ist. Das Trainieren hat mir diese Sensibilität vermittelt, Stimmungen zu erkennen – eine Fähigkeit, die auf lange Sicht das wahre Geheimnis dafür ist, Spieler besser zu machen. Es hat mich zu einem besseren Menschen gemacht.“

Darum musste der Vorgänger gehen

Die Entscheidung fiel unmittelbar nach der Entlassung von Michele Mignani, der am vorletzten Samstag gehen musste. Der bisherige Trainer hatte mit dem Team in den letzten sieben Ligaspielen keinen Sieg mehr eingefahren – vier Niederlagen und drei Unentschieden standen zu Buche, zuletzt ein enttäuschendes 2:2 zu Hause gegen Frosinone.

Trotz des achten Tabellenplatzes, der noch den letzten Play-off-Rang bedeutet, war die sportliche Abwärtsspirale für die Vereinsführung nicht länger tragbar. Hinter dem Coup steht vor allem die amerikanische Eigentümergruppe um den kalifornischen Unternehmer Mike Melby und Sunday Ventures, die seit 2024 die Mehrheit am Traditionsklub aus der Romagna halten.

Die Besitzer verfolgen seit ihrem Einstieg eine klare Strategie der Internationalisierung und wollen Cesena über die Grenzen Italiens hinaus bekannter machen. Ashley Cole bringt als ehemaliger Star bei Arsenal und Chelsea, mit 107 Länderspielen für England und langjähriger Erfahrung in Top-Klubs und im Nationalteam-Staff genau das mit: globales Renommee, mediale Aufmerksamkeit und einen Namen, der weit über die Serie B hinausstrahlt.

Frische Impulse und neue Ideen

Cole unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2026 – mit einer Option auf Verlängerung, falls bestimmte sportliche Ziele erreicht werden. An seiner Seite steht unter anderem sein langjähriger Assistent Jack Mesure. Der Klub begrüßte den neuen Trainer und sein Team offiziell mit den Worten, man sei „begeistert, Mister Ashley Cole willkommen zu heißen“ und wünsche „viel Erfolg in diesem neuen Abenteuer“. Für viele Tifosi ist die Verpflichtung ein mutiger, fast risikoreicher Schritt:

Ein „Rookie“ ohne Cheftrainer-Erfahrung übernimmt in der heißen Phase einer Aufstiegssaison einen Klub, der mit sieben ausstehenden Spielen noch um den Sprung in die Play-offs kämpft. Doch genau darin liegt der Reiz für die Eigentümer – der Wunsch nach einem frischen Impuls, neuen Ideen und internationaler Strahlkraft in einer Phase, in der Cesena dringend wieder in die Erfolgsspur finden muss.

Das Debüt gelang dem Engländer gegen den Tabellenfünften Catanzaro mit einem 3:1-Heimerfolg, doch ob der Weltklasse-Name auf der Bank tatsächlich zum erhofften Turnaround führt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen..

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Sascha

Der italienische Hummels? | BVB’s Luca Reggiani (18) im Porträt

Luca Reggiani ist derzeit einer der spannendsten Talente im Nachwuchs- und Profibereich von Borussia Dortmund. Der 18-Jahre junge Italiener verkörpert genau den Typ Spieler, den der BVB in den letzten Jahren immer wieder erfolgreich entwickelt hat. Doch dürfen Medien und Fans den Rohdiamanten wirklich schon mit BVB-Legende Mats Hummels vergleichen? (Bild: IMAGO / STEINSIEK.CH)

Geboren am 9. Januar 2008 in Modena, begann Reggianis fußballerischer Weg beim Serie D-Ligisten Castelvetro Calcio, bevor er 2016 in die renommierte Jugendakademie der US Sassuolo wechselte. Dort durchlief er die meisten Jugendjahrgänge, bis Borussia Dortmund im Februar 2024 zuschlug und den damals 16-Jährigen für eine vergleichsweise moderate Ablöse in die U17 transferierte. Der Wechsel nach Dortmund markierte den entscheidenden Sprung in eine der besten Nachwuchsschmieden Europas.

Mit 1,94 m Körpergröße bringt Reggiani bereits die ideale Physis für einen modernen Innenverteidiger mit. Sein Spielstil wird häufig mit dem von Mats Hummels verglichen – ein großes Kompliment in Dortmund. Er ist rechtsfuß, technisch stark , sehr ballsicher, verfügt über exzellente Passgenauigkeit (oft über 85–90 % in der Bundesliga-Saison 2025/26) und ist im Luftduell eine echte Waffe. Trainer und Scouts loben vor allem seine Ruhe am Ball und seine Fähigkeit, auch unter Druck saubere Lösungen zu finden.

Jüngster italienischer Torschütze der Geschichte

Sein Durchbruch bei den Profis kam schneller als bei vielen erwartet. Im Februar 2026 feierte er gegen Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt, eingewechselt für Maximilian Beier. Beim 4:0 gegen Mainz machte er kurz darauf sein Heimdebüt im Signal Iduna Park. Nur etwa einen Monat später, am 14. März 2026 gegen den FC Augsburg, schrieb er Geschichte:

Per Kopfball nach einer Ecke erzielte der 18-Jährige seinen ersten Treffer für die Profis und wurde damit zum jüngsten italienischen Torschützen in der Bundesliga-Geschichte. Nach dem Tor jubelte Reggiani ausgelassen und rannte zu seinem italienischen Teamkollegen und Freund Samuele Inacio, um den Moment gemeinsam zu feiern. Auf Instagram schrieb er später emotional:

„Ich habe keine Worte um diesen Moment zu beschreiben, ich bin sehr glücklich mein erstes Bundesliga-Tor in diesen Farben erzielt zu haben. HEJA @bvb09 🖤💛“

In einem Statement nach dem Augsburg-Spiel sagte er:

„Verrückt! Ich konnte es nicht glauben, dass der Ball ins Tor fiel. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben. Überragend! Vor einem Monat gab ich noch mein Debüt, dann die Champions League, und jetzt mein erstes Tor. Ich bin sehr glücklich wie es gerade für mich läuft. Danke an den Klub.“

Trainer Niko Kovac zeigte sich begeistert und gratulierte dem Youngster humorvoll, dass er sich nun Donuts verdient habe.

Vergleich mit Hummels

Luca Reggiani wird bei Borussia Dortmund seit seinem Wechsel und besonders seit seinen ersten Profieinsätzen häufig mit Mats Hummels verglichen – ein Vergleich, der in Dortmund natürlich besonders viel Gewicht hat. Hummels, die langjährige BVB-Legende und Inbegriff des modernen, ballsicheren Innenverteidigers, gilt als Blaupause für genau den Spielertyp, den der Verein in den letzten 10–15 Jahren immer wieder sucht und fördert.

Beide sind groß gewachsen (Hummels ca. 1,91 m/ Reggiani 1,94 m) und bringen eine imposante Präsenz mit. Im Luftduell sind sie dominant – Reggiani gewann bei seinem Tordebüt gegen Augsburg (März 2026) alle seine Luftduelle, was sofort an Hummels’ Stärke bei Standards erinnerte.

Der Kern des Vergleichs liegt jedoch eher am Umgang mit dem runden Leder: Beide sind extrem ballsicher und passstark. Reggiani zeigt bereits in der Bundesliga und Champions League eine Passquote von oft über 85 %, auch unter Druck. Er sucht aktiv die Tiefe mit vertikalen Pässen und traut sich, aus der Abwehr im eleganten Stil heraus zu dribbeln – genau wie Hummels es in seinen besten Jahren tat.

Waffen bei ruhenden Bällen

Beide strahlen unter hohem Pressing eine außergewöhnliche Ruhe aus. Reggiani wurde nach seinem CL-Start gegen Atalanta (mit Clean Sheet) für seine Reife gelobt – Niko Kovac sagte: „Der Junge ist gerade einmal 18, spielt erstmals CL. […] Das war eine sehr reife Leistung.“ Hummels war jahrelang für genau diese Abgeklärtheit bekannt, auch in großen Spielen.

Reggianis erstes Profitor war ein Kopfball nach Ecke – ein Szenario, in dem Hummels unzählige Male traf (Bundesliga-Rekord bei Innenverteidigern). Beide sind bei ruhenden Bällen echte Waffen. Trotz der vielen Parallelen ist klar: Reggiani ist erst 18 und steht erst am Anfang. Hummels hatte bei vergleichbarem Alter bereits mehr Profierfahrung, war aber defensiv noch nicht so dominant wie in seiner Prime.

Hummels war in seiner Prime physisch extrem präsent und gewann oft Duelle durch Antizipation und Timing. Reggiani ist hier noch in der Entwicklung – er ist sehr sauber im Tackling, verliert aber gelegentlich Zweikämpfe durch jugendliche Leichtsinnigkeit. Seine Stärke liegt aktuell mehr im positionsbedingten Verteidigen und Lesen des Spiels.

Fazit

Sportdirektor Sebastian Kehl betonte, dass Reggiani in kürzester Zeit einen riesigen Sprung gemacht habe und man bereits seit Wochen über eine langfristige Verlängerung spreche (aktueller Vertrag bis 2027).

Mit erst 18 Jahren hat Luca Reggiani bereits in der Bundesliga, Champions League und der UEFA Youth League gespielt. Seine Schnelligkeit im Aufbauspiel, die Zweikampfstärke und die Fähigkeit, Standards zu verwandeln, machen ihn zu einem Rohdiamanten mit sehr hohem Potenzial. Dortmund setzt bei ihm – genau wie bei Schlotterbeck, Anton oder Süle zuvor – auf kontinuierliche Entwicklung statt auf sofortigen Stammplatzdruck.

Wenn Reggiani seine Entwicklung so fortsetzt – ruhige Auftritte in CL & Bundesliga, weitere Tore per Kopf, hohe Passgenauigkeit –, könnte er in 3–5 Jahren tatsächlich in die Fußstapfen von Hummels treten: als Leader der Abwehr, Dirigent von hinten und Identifikationsfigur. Aktuell ist es ein sehr schmeichelhafter, aber berechtigter Vergleich auf Potenzial-Ebene. Die BVB-Fans träumen trotzdem bereits davon, dass der nächste „Hummels“ schon in ihren Reihen ist.

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Sascha

Darum jagt ihn Juventus | Djed Spence (25) im Porträt

Die alte Dame soll mit Djed Spence (25) einen neuen Außenverteidiger für den Sommer ins Visier genommen haben. Der englische Nationalspieler hat sich in den letzten Jahren nach einigen frustrierenden Leihstationen zu einer der besten Akteure der Premiere League gemausert. Wie italienische Medien berichten soll die alte Dame gute Chancen besitzen den ehemaligen Italien-Legionär verpflichten zu können. Doch was macht ihn aus und würde er zum italienischen Rekordmeister passen? (Bild: IMAGO / Focus Images)

Djed Spence hat in den letzten Jahren eine der beeindruckendsten Karrierewenden im modernen Fußball hingelegt. Vom talentierten, aber lange unterschätzten Talent bei Nottingham Forest und Middlesbrough über frustrierende Leihstationen und wenig Spielzeit bei Tottenham Hotspur bis hin zum Stammspieler, Europa-League-Gewinner und englischer Nationalspieler – Spence verkörpert den klassischen Underdog-Weg.

Nach seinem Durchbruch bei Nottingham Forest in der Championship-Saison 2021/22 (wo er maßgeblich am Aufstieg beteiligt war) verpflichtete Tottenham 2022 den gebürtigen Londoner für rund 15 Millionen Euro. Doch unter Antonio Conte blieb der Durchbruch aus. Spence selbst reflektierte später offen in einem Interview mit Rio Ferdinand:

„Ich habe dem Trainer, Spielern und der Umgebung bei den Spurs zu viel Respekt entgegengebracht. […] Dieser Mann (Conte) war mit nichts zufrieden.“

Der Satz über Conte („That man wasn’t happy about anything“) zeigt, wie sehr die starre Hierarchie und mangelnde Wertschätzung den jungen Engländer zunächst lähmten und seine Entwicklung ins Stocken brachten.

Wende in der Serie A

Es folgten Leihen zu Rennes, Leeds United und – entscheidend – Genoa in der Serie A (Januar bis Juni 2024), wo er unter anderem mit dem heutigen Juventus-Sportdirektor Marco Ottolini (46) zusammenarbeitete. Diese 16 Serie-A-Partien waren der Wendepunkt für das damalige Talent: Spence kehrte physisch robuster, taktisch reifer und vor allem mit neuem Selbstvertrauen zurück auf die Insel.

Seit der Saison 2024/25 gehört er bei Tottenham zu den Konstanten. In der abgelaufenen Spielzeit absolvierte er 35 Pflichtspiele (inklusive 4 in der Europa League), schoss 2 Tore und bereitete 2 vor – und trug als Einwechselspieler sogar zum Europa-League-Triumph gegen Manchester United bei. In der aktuellen Saison 2025/26 hat er bereits 22 Premier-League-Einsätze (über 1.690 Minuten), 4 gelbe Karten und einen soliden Performance Score um 6,6–6,8 gesammelt.

Im August 2025 verlängerte er seinen Vertrag bis 2029 und feierte im September 2025 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft (eingewechselt beim 5:0 gegen Serbien in der WM-Quali). Harry Kane überreichte ihm die Kappe – ein emotionaler Moment.

Ein defensives Zweikampf-Ungeheuer

Djed Spence hat sich in den letzten Jahren zu einem der athletischsten und vielseitigsten Außenverteidiger der Premier League entwickelt. Seine taktischen Stärken liegen vor allem in den 1-gegen-1-Duellen, der physischen Präsenz und einer zunehmend ausgereiften Balance zwischen Offensive und Defensive – Eigenschaften, die ihn besonders in intensiven Systemen wertvoll machen.

Spence gilt als einer der besten defensiven Zweikämpfer in direkten Duellen. In der Saison 2024/25 (die als Referenz für seine Entwicklung dient) gewann er laut Opta-Analysen 71,2 % seiner echten 1-gegen-1-Situationen, was ihn unter allen Verteidigern mit mindestens 1.000 Einsatzminuten auf Platz 11 katapultierte – und das vor den meisten anderen Außenverteidigern.

Nur wenige Fullbacks (wie Aaron Wan-Bissaka oder Tyrick Mitchell) lagen vor ihm. Er wurde in 25 Premier-League-Spielen nur siebenmal ausgespielt – eine extrem niedrige Zahl für seine Position! Seine Stärken wie die explosive Beschleunigung, ein gutes Timing beim Tackling und hohe Aggressivität ohne übermäßiges Foulspiel, machen den Engländer zu einem wahren Verteidigungsbiest.

Die ehemalige Genova-Leihgabe ist dank seiner ca. 184 cm physisch enorm robust, besitzt eine starke Grundathletik, und gewinnt überdurchschnittlich viele Zweikämpfe am Boden und in der Luft. Selbst wenn der Gegner ihn isoliert und anpresst strahlt er Sicherheit aus, was Nationaltrainer Thomas Tuchel ebenfalls beeindruckt haben muss.

Vom Flügelstürmer zum Außenverteidiger

Mit dem Ball ist Spence explosiv und direkt. Er versucht pro 90 Minuten durchschnittlich 3,6 Dribblings und ist in 1,9 der Versuche erfolgreich – Höchstwerte unter allen Verteidigern mit relevanter Spielzeit. Er liebt es, Tempo aufzunehmen, Gegner stehenzulassen und dann entweder selbst abzuschließen oder flach/halbhoch in den Strafraum zu flanken.

In Systemen mit hoher Intensität (wie unter Postecoglou/Frank bei Spurs) nutzt er seine Schnelligkeit für schnelle Umschaltmomente. Er ist kein „klassischer Abwehrspieler” mit vielen Pässen ins Zentrum, sondern ein Spieler, der Breite und Geschwindigkeit bringt – ideal für Konter oder schnelle Flankenläufe.

Spence hat sich taktisch enorm weiterentwickelt. Früher (bei Forest 2021/22) war er fast reiner Flügelstürmer mit hoher Risikobereitschaft; inzwischen positioniert er sich disziplinierter, invertiert gelegentlich (je nach Traineranweisung) und versteht besser, wann er hochschiebt und wann er sich zurückfallen lässt. Er kann beide Seiten spielen (rechts bevorzugt, links solide) und passt in 4-3-3-, 4-2-3-1- oder sogar 3-4-3-Systeme. Dank seines sehr starken Dribbling und sicherem Passspiel (kurz und direkt) kann er auch problemlos offensive Aufgaben meistern.

Baustellen

Bei all den beeindruckenden Stärken gibt es auch noch Baustellen, an denen unser Protagonist arbeiten muss. Seine Entscheidungen sind manchmal noch verbesserungswürdig. In riskanten Zonen oder Phasen des Spiels verliert er den Ball durch unnötige Dribblings und bringt damit das ganze Team in Gefahr. Aus diesen Situationen muss er noch lernen um ein noch ballsicherer Spieler zu werden. Zudem geht ihm hin und wieder die Konzentration ab, so dass er in Ballbesitzphasen mit technischen Fehlern und leichtsinnigen Fehlpässen den Gegner wieder ins Spiel kommen lässt.

Zusammengefasst machen seine taktischen Stärken Spence zu einem modernen, hybriden Außenverteidiger: defensiv extrem zuverlässig, offensiv ein echter Bedrohungsfaktor durch Tempo und Direktheit, und mit der Fähigkeit, in hochintensiven Spielen 90 Minuten lang zu arbeiten. Er ist kein Ballverteiler à la Trent Alexander-Arnold, sondern ein Athlet, der Duelle gewinnt und Räume schafft – perfekt für Teams, die gegen ballbesitzstarke Gegner kontern wollen.

Warum passt Djed Spence so gut zu Juventus?

Juventus sucht seit Monaten nach Stabilität und Dynamik auf den Außenverteidiger-Positionen. Die Berichte aus Italien (allen voran der Gazzetta dello Sport) nennen Spence als Prioritätsziel für den Sommer 2026 – mit einer potenziellen Ablöse um die 26–30 Millionen Euro. Die Argumente liegen auf der Hand:

Der mittlerweile 25-jährige Rechtsverteidiger hat bereits Serie-A-Erfahrung. Seine starke Halbserie bei Genoa 2024 hat gezeigt, dass er den italienischen Fußball adaptiert hat und versteht - robuste Zweikämpfe, taktische Disziplin und hohe Intensität. Juves Sportdirektor Marco Ottolini kennt Spence aus gemeinsamer Zeit in Genua und war maßgeblich an der Leihe beteiligt. Das schafft Vertrauen und könnte die Verhandlungen mit dem Spieler deutlich erleichtern.

Darüber hinaus gefällt das Profil des englischen Nationalspielers: Juventus sucht einen athletischen, defensiv sicheren Rechtsverteidiger, der auch nach vorne explosiv ist und 1-gegen-1-Duelle liebt. Spence bringt genau das mit: starke Flankenläufe, gutes Timing in der Rückwärtsbewegung und zunehmende Konstanz. Lediglich gegen sehr starke Teams wie beispielsweise Arsenal oder PSG, offenbarte er sehr schwache Leistungen. Er ist vielseitig (kann auch links verteidigen) und mit 25 Jahren im besten Alter für eine langfristige Investition.

Spence hat bewiesen, dass er die richtige Mentalität mitbringt - Rückschläge wegstecken und sich steigern kann. Genau nach dieser Resilienz suchen die Juve-Verantwortlichen, um die Siegermentalität wieder zu generieren, die ihnen seit 2-3 Jahren verloren gegangen ist.

Spence selbst formulierte seinen Antrieb 2025 so: „Ich will mehr spielen, konstant sein, mehr Spiele gewinnen.“ Und nach seinem England-Debüt und der Vertragsverlängerung sagte er: „Es war eine Achterbahnfahrt. Ich bin jedoch überglücklich mit allem.“

Für Juventus könnte Spence genau der Baustein sein, der die rechte Seite wieder zu einer echten Waffe macht – günstiger als viele Alternativen, mit Italien-Vorerfahrung und einem hungrigen Spieler, der noch viel Entwicklungspotenzial hat. Die Bianconeri beobachten ihn intensiv. Es wäre keine Überraschung, wenn im Sommer 2026 der nächste Karriereschritt von London nach Turin führen würde.

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