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Christian

WM 1998: Viertelfinal-Aus gegen Kroatien

In die Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich startete das DFB-Team mit dem ältesten Kader seiner Geschichte (30,28) und bestand vorwiegend aus den Weltmeistern von 1990, wie etwa Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann oder Jürgen Kohler und zahlreichen Europameistern von 1996.

Der deutsche Fußball konnte damals einige Erfolge vorweisen. Neben der EURO 1996 holten Borussia Dortmund und Schalke 04 1997 europäische Titel und auch der FC Bayern gehörte damals zu den besten Klub-Mannschaften der Welt. (Bild: IMAGO / Sven Simon)

Trotzdem scheiterte Deutschland wie vier Jahre zuvor bereits im Viertelfinale, was eine große Enttäuschung war. Zurückzuführen war das auch, weil 1994 der Gegner aus Bulgarien seine sogenannte „Goldene Generation“ hatte, mit seinem Superstar Hristo Stoichkov. Und auch die Kroaten waren 1998 mit außergewöhnlichen Spielern bestückt, wie zum Beispiel mit Davor Suker, Robert Prosinecki oder Zvonimir Boban.

Doch auch der deutsche WM-Kader konnte sich sehen lassen, bei dem allerdings Matthias Sammer verletzungsbedingt und Stefan Effenberg aufgrund seiner „Stinkefinger-Affäre“ fehlten.

Die Vorrunde stellte dabei gegen die USA, Jugoslawien und den Iran keine Probleme dar. Aber schon im Achtelfinale gegen Mexiko wurde es haarig, denn die Mittelamerikaner gingen in Führung. Erst in der 75. Minute gelang Jürgen Klinsmann der Ausgleich. Schließlich besorgte Oliver Bierhoff in der 87. Minute den vielumjubelten 2:1-Siegtreffer, doch spielerisch hatte die deutsche Mannschaft keinesfalls überzeugt. Wie auch schon in den Partien zuvor.

Zudem hing ein langer Schatten über dem DFB-Tross, nachdem deutsche Hooligans vor dem Jugoslawien-Spiel in Lens randalierten und einen französischen Gendarmen behindertenreif geschlagen hatten. Der damalige DFB-Präsident Egidius Braun hatte sogar ernsthaft überlegt, Deutschland aus dem Turnier zurückzuziehen.

Gegen Kroatien wurde dann Christian Wörns zur tragischen Figur, denn der Verteidiger sah in der 40. Minute nach einer Notbremse die Rote Karte. Kurz danach erzielte Davor Suker das 1:0 für die Kroaten, dem die deutsche Mannschaft in der zweiten Halbzeit nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Am Ende stand sogar ein 0:3 auf der Anzeigetafel.

Als Schuldigen für diesen K.o. wurde wieder einmal Bundestrainer Berti Vogts ausgemacht. Der Weltmeister von 1974 hatte während seiner ganzen Zeit als Verantwortlicher der Nationalmannschaft keinen leichten Stand. Schon 1994 wurde ihm das WM-Aus angelastet. Das Scheitern 1998 überstand Berti Vogts wiederum nicht. Ein paar Wochen später war für ihn Schluss.

Der deutsche Fußball fiel dagegen um die Jahrtausendwende in ein tiefes Loch, nachdem die letzten Weltmeister von 1990 zurückgetreten waren. Junge Talente kamen kaum nach und so ließen Erfolge bei großen Turnieren auf sich warten, mit der Ausnahme des Finaleinzuges bei der WM 2002, was aber mehr ein positiver Ausrutscher war. Dagegen gab es reihenweise schlechte Auftritte des DFB-Teams.

Aktuell weiß man nicht so recht, was man von der deutschen Nationalmannschaft erwarten kann. Zu unbeständig ist ihre Form. Und so darf man gespannt auf das Abschneiden in den USA sein.

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Christian

WM 2002: Mit Rumpelfußfußball ins Finale

Bekanntlich wurde Deutschland 1990 Weltmeister. Der damalige Teamchef Franz Beckenbauer erklärte danach auf einer Pressekonferenz, dass „der deutsche Fußball auf Jahre hinaus unschlagbar“ sei.

Zehn Jahre später hieß jedoch der Bundestrainer Erich Ribbeck und es gab ein ernsthaftes Nachwuchsproblem beim DFB. Es fehlte einfach an guten Spielern. Und so schied man auch bei der EURO 2000 sang- und klanglos in der Vorrunde aus. (Bild: IMAGO / Alfred Harder)

Eigentlich sollte der erfolgreiche Bundesligatrainer Christoph Daum das DFB-Team übernehmen, doch dieser verstrickte sich in eine Kokain-Affäre, woraufhin der allseits beliebte Rudi Völler das Amt des Bundestrainers übernahm.

Schon die Qualifikation für die WM glich einem Zitterspiel, denn der damalige dreifache Weltmeister musste in die Playoffs gegen die Ukraine, was aber nach einem 1:1 im Hinspiel vor heimischer Kulisse souverän gelöst wurde.

Trotzdem fuhr man ohne große Erwartungen nach Japan und Südkorea. Was dann jedoch folgte, war eine Riesen-Überraschung und zeigt, dass man im Fußball viel erreichen kann, wenn Einsatz, Laufbereitschaft, Willen und ein Team-Gedanke bestehen. Trotz begrenzter Mittel, und obwohl andere Teams vermeintlich besser waren, schafften es Rudi Völler & Co. sich im Turnier zu steigern.

Obwohl man hier konstatieren muss, dass auch Losglück dazu kam. Schon die Vorrundengruppe mit Saudi-Arabien, Irland und Kamerun hätte schwieriger sein können. Im Achtelfinale wartete Paraguay, alles andere als ein Gigant. Und auch die USA war ein eher leichterer Gegner.

Im Halbfinale kam es zum Duell mit Co-Gastgeber Südkorea, das vorher Spanien und Italien ausschalten konnte. Doch den Südkoreanern merkte man in der Partie gegen die DFB-Auswahl ihre übergroße Nervosität an und so konnte sich Deutschland mit einem knappen 1:0 durchsetzen.

Unterdessen stimmte man in der Heimat „Es gibt nur ein Rudi Völler“ an, denn mit dem Erreichen des Endspiels hätte kaum einer gerechnet. Hier warteten die Brasilianer mit ihrer Ansammlung von Superstars um Ronaldo, Ronaldinho oder Roberto Carlos.

Zwar zeigte die deutsche Mannschaft gegen die Südamerikaner eine starke Leistung. Trotzdem musste man sich am Ende 0:2 geschlagen geben. Auch weil der im ganzen Turnier überragende Oliver Kahn entscheidend patzte.

Die WM 2002 war jedoch nur ein Zwischenhoch. Bei der EURO 2004 gab es erneut das Vorrunden-Aus. In dieser Zeit wurden beim DFB jedoch Reformen in der Nachwuchsförderung angestoßen, was nicht kurzfristig Erfolg versprach, aber später wieder bessere Fußballer, und vor allen Dingen kreative Spieler, hervorbrachte. 2002 war dagegen viel Maloche mit Fußballern wie Jens Jeremies, Carsten Ramelow oder Thomas Linke, die jedoch unter dem Strich Erfolg, in dieser Ära aber auch zwischen den Turnieren oft sehr schlechte Spiele abgeliefert hatten.

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Christian

WM 2006: Sommermärchen mit tragischem Ende

Zwei Jahre vor der Heim-WM lag der deutsche Fußball buchstäblich am Boden. Nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der EURO 2004 war Bundestrainer Rudi Völler zurückgetreten. Dazu gab es damals seit einiger Zeit eine sportliche Abwärtsbewegung, auch weil gute Spieler fehlten. (Bild: IMAGO / Panthermedia)

Doch erst einmal musste ein neuer Bundestrainer gefunden werden, was sich schwierig gestalten sollte, nachdem die Wunschlösung Ottmar Hitzfeld abgesagt hatte. Eine Trainerfindungskommission wurde eingesetzt und Namen wie Otto Rehagel und Lothar Matthäus diskutiert. Schlussendlich entschied sich der DFB für den 1990er-Weltmeister Jürgen Klinsmann.

Auch wenige Wochen vor WM-Beginn war von Euphorie kaum etwas zu spüren. Schuld daran war ein desaströses 1:4 gegen Italien. Zudem gab es Kritik an Jürgen Klinsmann, weil sich dieser die meiste Zeit in den USA aufhielt, seiner Wahlheimat.

Das änderte sich spätestens durch einen gewissen David Odonkor und Gladbachs Stürmer Oliver Neuville. Im zweiten Vorrundenspiel gegen Polen rannte die deutsche Mannschaft in der Schlussphase an, um den 2:1-Siegtreffer zu erzielen. Kader-Überraschung David Odonkor setzte sich schließlich in der Nachspielzeit auf dem rechten Flügel durch und bediente Oliver Neuville, der den Ball nur noch ins Tor schieben musste.

Ein ganzes Land war elektrisiert. Auch ansonsten nicht-fußballinteressierte Menschen fieberten bei den WM-Spielen mit. In allen Teilen der Republik fanden Public Viewings statt, bei denen Fans gemeinsam Fußball schauten. Zahlreiche Autos waren mit Deutschland-Fahnen beflaggt und überall wurde fleißig diskutiert. „Die Welt zu Gast bei Freunden“ war der Slogan dieser WM. Und so war es auch.

Das Wetter passte ebenfalls und so wurde die Weltmeisterschaft 2006 wirklich ein Sommermärchen, was sich von der Stimmung her auch noch durch die nächsten Turniere zog. Mit dem absoluten Höhepunkt des WM-Triumphs 2014 in Brasilien. Mit Spielern wie Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger oder Lukas Podolski, die schon 2006 dabei waren.

Von dieser einzigartigen Stimmung von damals ist in der Gegenwart jedoch kaum etwas übriggeblieben. Deutschland und seine Menschen, seit vielen Jahren uneins, zerstritten und gespalten, haben auch inzwischen ein angespanntes Verhältnis zu ihrer Nationalmannschaft, was auch an den letzten beiden enttäuschenden Weltmeisterschaften liegt.

Dagegen lag sich 2006 ein ganzes Land in den Armen, obwohl es am Ende nicht für den WM-Titel reichte. Schuld daran war Angstgegner Italien und Fabio Grosso, der das DFB-Team im Halbfinale in der 119. Minute erlegte. Trotzdem konnten Michael Ballack & Co. das Turnier mit erhobenem Haupt verlassen, denn sie hatten den Menschen viel Freude bereitet.

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Christian

WM 2010: Begeisternder Fußball ohne Happy End

Nach dem knappen Scheitern bei der Heim-WM hatte die deutsche Nationalmannschaft in Südafrika viel vor. Doch im Vorfeld des Turniers gab es eine Hiobsbotschaft. „Capitano“ Michael Ballack konnte verletzungsbedingt nicht dabei sein, da ihn ein übles Foul von Kevin-Prince Boateng außer Gefecht gesetzt hatte. (Bild: IMAGO / Newscom World)

Aber dieser Ausfall sollte sich nicht negativ auf das Abschneiden auswirken. Denn beispielsweise wurde Michael Ballack hervorragend durch Sami Khedira ersetzt und in der Mannschaft konnte eine neue Hierarchie entstehen. Mit dem neuen Kapitän Philipp Lahm.

Wie schon vier Jahre zuvor legte das DFB-Team im ersten Gruppenspiel gut los. 4:0 wurde Australien besiegt, wobei es schon nach 26 Minuten 2:0 stand. Danach gab es zwar einen Dämpfer gegen Serbien, was auch daran lag, dass Miroslav Klose nach Gelb-Rot vom Platz musste und Lukas Podolski einen Elfmeter verschoss. In der abschließenden Vorrundenpartie gegen Ghana hielt man sich hingegen mit einem 1:0-Erfolg schadlos und erreichte als Gruppensieger das Achtelfinale.

Hier wartete mit England ein schwerer Brocken. Entfesselte Spieler um Thomas Müller, der in der zweiten Halbzeit aufdrehte, fertigen jedoch Wayne Rooney & Co. 4:1 ab, was eine der besten Leistungen einer deutschen Mannschaft in der WM-Geschichte war. Dies kann man auch vom 4:0-Sieg über Argentinien mit seinem Superstar Lionel Messi sagen. Alles in allem entfachte Bundestrainer Joachim Löw mit seinem Team eine wahre Euphorie im Land des damaligen dreifachen Weltmeisters.

Warum es in Südafrika nicht mit dem 4. WM-Titel geklappt hat, lag an den Spaniern mit ihren exzellenten Spielern wie Andres Iniesta, Xavi, Sergio Ramos oder Xabi Alonso. So war Deutschland im Halbfinale gegen die Iberer chancenlos, zudem ersatzgeschwächt, weil 5-Tore-Mann Thomas Müller wegen einer Gelb-Sperre fehlte.

Eine neue Generation rückt nach

Trotzdem darf die WM 2010 als voller Erfolg für die deutsche Nationalmannschaft gewertet werden. Mit schnellem und ansehnlichem Fußball begeisterte man die Fans, nicht nur hierzulande. Zudem wurden in Südafrika neue Stars geboren, die am Anfang einer Weltkarriere standen. Wie etwa Manuel Neuer oder Thomas Müller. Auch Mesut Özil kann man hier nennen, der im Mittelfeld zauberte. Zudem schnupperte ein Jerome Boateng oder ein Toni Kroos, die später Stammspieler wurden, zum ersten Mal WM-Luft. Ergänzt wurde diese junge Garde durch Spieler, die 2006 ihr erstes WM-Turnier bestritten hatten. Wie Per Mertesacker, Bastian Schweinsteiger oder Lukas Podolski, die wie alle genannten Spieler 2014 Weltmeister wurden.

Rückblickend war 2010 ein Zwischenschritt auf dem Weg zum WM-Triumph in Brasilien. Ein bisschen hofft man, dass es 2026 ebenfalls so etwas wie einen Aufbruch geben wird. Mit einer neuen Generation, welche die Fußball-Welt erobern will.

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Christian

WM 2014: Triumph im Maracana

Der vierte WM-Titel des DFB-Teams war epochal. So gewann erstmals ein europäisches Team eine Weltmeisterschaft auf amerikanischem Boden. Zudem gab es das historische 7:1 über die Fußball-Großmacht Brasilien, bei dem Miroslav Klose mit seinem 16. WM-Tor zum alleinigen Rekordhalter aufstieg. Und natürlich dem absoluten Highlight, dem 1:0-Sieg im Finale über Argentinien mit seinem Superstar Lionel Messi. (Bild: IMAGO / Roger Parker)

Dabei war vor dem Turnier die WM-Euphorie in Deutschland alles andere als groß. Nur 6% der Bevölkerung traute Bastian Schweinsteiger & Co. den Titel zu.

Doch die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw setzte im ersten Gruppenspiel gegen Portugal gleich ein Zeichen. 4:0 stand es am Ende. Es folgten ein 1:1 gegen Ghana und ein souveränes 1:0 über die USA.

Danach ringte man Algerien in der Verlängerung nieder, wobei Manuel Neuer seinen Status als weltbester Torwart festigte. Legendär ist auch das anschließende Interview von Per Mertesacker („Ich leg mich jetzt erst mal in die Eistonne“)

Nationalspieler bestätigten hinterher, dass dieses Interview im DFB-Team so etwas wie eine Wagenburg-Mentalität hat aufbauen lassen. Überhaupt soll der Team-Gedanke in diesen Tagen sehr groß gewesen sein, was auch an der Wohnform im Campo Bahia lag, bei der die Stars in Fünfer- oder Sechser-WGs zusammenlebten.

Doch den Tross um Kapitän Philipp Lahm verband auch etwas. 2006 und 2010 war man jeweils knapp im Halbfinale gescheitert. Spieler wie der Münchner, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski oder Miroslav Klose, und auch Joachim Löw, der beim Sommermärchen 2006 als Co-Trainer dabei war, wollten endlich Weltmeister werden. Mit einer Garde neuer Spieler, die 2009 U-21-Europameister wurde. Wie Manuel Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels oder Sami Khedira.

Deshalb stimmte die Mischung bei der WM 2014 in Brasilien. Natürlich gehörte etwas Glück dazu, um Frankreich im Viertelfinale aus dem Weg zu räumen (1:0), aber insgesamt war die deutsche Mannschaft am Ende zurecht und verdient Weltmeister geworden.

Absturz der Nationalmannschaft

Das Turnier in Brasilien bildete den Abschluss einer überaus erfolgreichen Ära. Mit vier aufeinanderfolgenden Halbfinalteilnahmen. Danach schieden jedoch DFB-Teams jeweils zweimal in der Vorrunde aus, was es so in der fast 100-jährigen WM-Geschichte so noch nie gab. Von 1966 bis 1974 etwa war man dreimal im Halbfinale und zweimal im Endspiel. Von 1982 bis 1990 sogar dreimal hintereinander im Finale, was den Nimbus „Deutschland ist eine Turniermannschaft“ festigte.

Insofern steht die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2026 unter besonderem Druck, denn auch bei Europameisterschaften gab es zuletzt 2016 ein Vordringen bis ins Halbfinale.

Aber auch andere große Fußballnationen haben große Probleme. Wie beispielsweise die Brasilianer, die seit 2002 nicht mehr im Endspiel standen. Der viermalige Weltmeister Italien hat sogar zuletzt dreimal nicht die Qualifikation für eine WM-Endrunde geschafft und schied 2010 und 2014 jeweils bereits nach der Vorrunde aus.

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Christian

WM 2022: Ein Turnier zum Vergessen

Schon im Vorfeld dieser Weltmeisterschaft gab es endlose Diskussionen, gerade weil Katar, das alles andere als ein Fußballland ist, den Zuschlag als Ausrichter bekommen hatte. Auch Menschenrechtsverletzungen und den fehlenden Schutz von Minderheiten wurden immer wieder kritisiert. (Bild: IMAGO / Moritz Müller)

Die deutsche Nationalmannschaft, nach dem Vorrundenaus vier Jahre zuvor eigentlich auf Wiedergutmachung aus, wurde in diesen ganzen Sog mit hineingezogen und wollte (sollte) ein Zeichen und eine klare Haltung zeigen. Unter anderem mit einer „One Love“-Armbinde, welche die FIFA aber schlussendlich verbot. So hielten sich Manuel Neuer & Co. vor dem ersten Gruppenspiel gegen Japan aus Protest mit den Händen den Mund zu.

Nun kann man streiten, ob die anschließende Niederlage gegen die Japaner damit zu tun hatte, dass man sich zuvor tagelang mit Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt hatte, anstatt sich fokussiert auf das Sportliche zu beschäftigen.

Festhalten kann man aber auch, dass die Niederlage gegen den vermeintlichen Außenseiter äußerst unglücklich zustande kam, denn Ilkay Gündogan traf beim Stand von 1:0 für Deutschland den Pfosten und hätte mit einem Tor für die Vorentscheidung sorgen können. Japan nutzte dagegen einen Doppelschlag und gewann das Spiel.

Es folgten für das DFB-Team ein hart umkämpftes 1:1 gegen Spanien und ein überlegenes 4:2 über Costa Rica, was in der Endabrechnung vier Punkte bedeutete, jedoch aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber den Iberern nicht zum Weiterkommen reichte. „Schuld“ daran hatte auch die überraschende 1:2-Niederlage der Spanier gegen Japan, die wohl den vermeintlich leichteren Weg im weiteren WM-Verlauf haben wollten.

Alles in allem hat die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick in Katar sportlich alles andere als enttäuscht. Mit ein bisschen mehr Fortune war das Weiterkommen durchaus realistisch. Doch es bleibt eben auch zu konstatieren, dass es für die deutsche Nationalmannschaft in der Ära nach dem WM-Triumph 2014 die nächste Pleite gab. Dabei fehlte es dem Team keinesfalls an Talent. So waren 2022 Spieler wie etwa Manuel Neuer, Jamal Musiala, Joshua Kimmich oder Ilkay Gündogan mit dabei, welche langjährige Stützen der Nationalmannschaft und tragende Säulen in ihren jeweiligen Clubs waren bzw. sind.

Auch das Scheitern von Hansi Flick ist unerklärlich. Schließlich hatte er beim FC Bayern erfolgreiche Arbeit geleistet und tut das aktuell beim FC Barcelona. Beides sind Weltclubs mit einem durchaus nicht leichten Umfeld.

Bleibt aus deutscher Fan-Sicht zu hoffen, dass die nächsten Weltmeisterschaften erfolgreicher werden.

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