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Afrika Cup 2025/26: Diese 10 Teams haben am meisten begeistert

Ein ausführlich Rückblick auf den diesjährigen Afrika Cup und welche Teams man - auch mit Blick auf die kommende WM - im Auge behalten sollte. Hinzu noch 1 Spieler pro Nation, den man in den nächsten Jahren mit Blick auf einen großen Transfer im Auge behalten sollte.
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 20 Januar 2026, 3:58

Der Afrika Cup 2025/26 ist gespielt und trotz eines dramatischen Finales hat sich am Ende mit dem Senegal ein würdiger Afrika-Cup-Sieger durchgesetzt. Doch schauen wir noch einmal auf das gesamte Turnier zurück. Welche Mannschaften haben über das ganze Turnier am meisten begeistert? Welche vermeintlich kleineren Teams haben möglicherweise sogar überrascht? Und welche Teams sollte man im Auge behalten, auch mit Blick auf die kommende WM?

Das Turnier der Leidenschaft

Spieler, die nach einer Schiedsrichterfehlentscheidung das Spielfeld verlassen, Teams, die ihr letztes Trainingslager in einer Orangenplantage abhalten, Nationen, die wenige Wochen vorher noch mit zwei sich gegenseitig bekämpfenden Trainern antreten, so wie auch Balljungen, die dem Torwart das Handtuch zum Abtrocknen wegnehmen: All das sind Geschichten, die natürlich auch zur vergangenen Afrikameisterschaft dazu gehören.

Dennoch: Man würde einen großen Fehler begehen, den Afrika-Cup nur auf diese Geschichten zu reduzieren und als das vermeintliche "Rockn-Roll-Turnier" zu brandmarken in dem statt VAR-Millimeter-Abseits-Entscheidungen aufgrund irgendwelcher Haarspitzen von Spielern die Trainer auf Elefanten angeritten kommen und jeder dann zum Training kommt, wenn grade die Sonne gut steht.

Denn als jemand, der dieses Turnier, umgeben von frenetisch feiernden ägyptischen Fanmassen von Anfang bis Ende verfolgt hat, gibt es für mich keine Diskussion darüber, dass der Fußball bei diesem Turnier um Längen spritziger, proaktiver und begeisternder war als der Fußball, der beispielsweise größtenteils bei der Euro 2024 gespielt wurde.

Kaum eine Mannschaft spielte, so wie die englische Nationalmannschaft unter Gareth Southgate oder auch zu großen Teilen die französische Nationalmannschaft unter Didier Deschamps bei der vergangenen EM, rein ergebnisorientierten Fußball.

Stattdessen gab es, neben über weite Strecken unbändigem Kampfgeist und Einsatzwillen, in vielen Spielen furiose Ballstafetten, beeindruckende Konterangriffe und Traumtore auf einem Level zu sehen, von dem viele andere Turniere nur träumen können.

Nahezu jedem Spieler merkte man an, dass es für ihn das Größte war, für sein Heimatland aufzulaufen und die eigenen Fans stolz zu machen, egal, ob man für einen der Favoriten wie Senegal, Marokko oder Nigeria auflief oder eben für einen dieser unzähligen Underdogs wie Tansania, Sambia oder Sudan.

Ein Turnier, wo die Fans für die Spieler an allererster Stelle standen, die es ihnen wiederum mit einem Support dankten, der über weite Strecken atemberaubend und einmalig war.

Darüber hinaus zeigten auch die Favoriten aus Afrika, dass mit ihnen bei der kommenden WM auch im Kampf um den Weltmeistertitel zu rechnen ist.

In teils packenden Duellen gab es kaum einen Favoriten, der es nicht mindestens bis ins Viertelfinale schafte und das mit Fußball auf einem spielerisch wie auch taktischen Niveau, welches auch bei der kommenden WM jeder Top-Nation gefährlich werden könnte.

Doch kommen wir nun zu den 10 größten und positivsten Überraschungen dieses Turniers - und weil wir es sind präsentieren wir euch zuzüglich auch noch 10 der aktuell größten Top-Talente Afrikas, Spieler, die als "Player To Watch" des Turniers vielleicht noch nicht jeder von euch auf dem Zettel hat - die man aber, insbesondere auch im Hinblick auf einen großen Top-Transfer in den nächsten Jahren, mal ganz klar auf dem Schirm haben sollte. Los geht's!

PLATZ 10: TANSANIA

Mit Tansania hätte wohl kaum einer vor dem Turnier gerechnet. Was aber dabei viele nicht wissen ist, dass Tansania trotz der gewaltigen Unruhen im Land, die die Bevölkerung erst kürzlich wieder heimsuchten, zu einem der fußballverrücktesten Länder des Kontinents gehört.

Dies liegt vor allem an den beiden rivalisierenden Top-Clubs Young Africans SC und Simba SC, die regelmäßig um die afrikanische Champions League mitspielen und einen Großteil der Nationalmannschaft stellen.

Diese Basis sorgte auch beim Turnier dafür, dass die Spieler extrem eingespielt und insbesondere in der Defensive extrem schwer zu bespielen waren. Dies bekam zunächst Nachbar Uganda (1 : 1) zu spüren, bevor man sich schließlich mit einem weiteren Unentschieden gegen Mit-Favorit Tunesien sensationell ins Achtelfinale schoss.

Dort konnte man Gastgeber und AFCON-Finalist Marokko ebenfalls lange paroli bieten, einzig und allein ein Tor von Torschützenkönig Brahim Diaz in der 69. Minute sorgte dann schließlich für die Entscheidung.

Als Co-Gastgeber des nächsten AFCONs sollte man Tansania aber definitiv im Auge behalten, auch was künftige Teilnahmen an Weltmeisterschaften angeht, wo man bislang noch nie dabei war. Um bei einem solchen Turnier mithalten zu können, müsste sich allerdings die Offensive noch verbessern, die bei diesem Turnier noch nicht mit der extrem starken Defensive der Taifa Stars mithalten konnte.

Player to Watch: Novatis Miroshi (23, Göztepe Istanbul)

Mit 1.85 Körpergröße ist der defensive Sechser aktuell einer der besten Abfangjäger der gesamten türkischen Liga. Über die heimische Liga früh nach Israel gewechselt, erkämpfte er sich über Belgien und Ukraine schließlich den Stammplatz in einer der kompetitivsten Ligen Europas.

Dabei ist er insbesondere als Zweikämpfer extrem stark, so wie auch als Balleroberer vor Konterangriffen ein echtes Monster. Mit 23 Jahren hat er zudem noch das Potenzial möglicherweise sogar nochmal bei einem größeren Club zu spielen und der vielleicht erste echte internationale Star für das von atemberaubenden Berglandschaften durchzogene Land an der Ostküste Zentralafrikas zu werden.

PLATZ 09: SUDAN

Mit einem Gesamtmarktwert von 2,73 Millionen Euro ist Sudan eines der Länder mit dem geringsten Kadermarktwert, was je bei einem großen Turnier teilgenommen hat. Selbst der Kader von Deutschlands WM-Gruppengegner Curacao (Einwohner etwa so viele wie Potsdam) ist ganze 6 mal so wertvoll wie der Kader von Sudan.

Das liegt allerdings auch an einer politischen Lage, die wenn überhaupt mit der aktuellen Situation in der Ukraine vergleichbar ist. Schon seit Jahren befindet sich das Land in einem ständigen Bürgerkrieg zweier rivalisierender Parteien, zum Teil unterstützt von Saudi Arabien und den USA: Ein Krieg, welcher zu einer der größten humanen Katastrophen unserer Zeit gezählt werden muss, über den aber trotz alledem viel zu wenig geredet wird.

Bereits 2023 musste aufgrund dieses Krieges die gesamte Fußballliga eingestellt werden, einzig und allein die beiden Top-Clubs Al-Hilal und Al Merrikh aus der Hauptstadt Khartum durften aufgrund einer Sonderregelung zunächst in der mauretanischen Liga, dann in der Liga von Ruanda weiter spielen.

Dies und die hohe Anzahl an Spielern, die für den Krieg eingezogen wurden oder als Flüchtlinge ihre Karriere beendeten, sorgte dafür, dass Trainer Kwesi Appiah vor dem Turnier auf nicht einmal 100 (!) Spieler zurückgreifen konnte, die überhaupt in einem regelmäßigen Ligabetrieb tätig waren.

Trotzdem schaffte es der Afrikameister von 1970 (auch aufgrund eines 1 : 0 Sieges gegen den AFCON-Halbfinalisten von 2022 Äquatorialguinea) sensationell in die K.O-Runden des Turniers, wo man sich dann allerdings im Achtelfinale dem späteren Champion Senegal geschlagen geben musste.

Spielerisch konnte man während des Turniers vor allem durch ein hervorragendes Pressing auf sich aufmerksam machen und einer bedingungslosen Leidenschaft, die sich von der ersten bis zur letzten Minute durch das gesamte Team zog: Fußball als etwas, was den Menschen zu Hause zwischen all den unzähligen Todesopfern, die der Krieg mit sich brachte, endlich wieder Freude und Hoffnung geben konnte.

Player To Watch: Musa Ali Hussein (19, Al Merrikh SC)

Als Riesenjuwel des heimischen Clubs Al Merrikh gilt der Flügelflitzer bereits jetzt als eines der größten Talente des afrikanischen Kontinents. Bereits letzten Sommer waren englische Clubs, wie unter anderem der AFC Sunderland und die Queens Park Rangers an dem Stürmertalent dran, womit er der erste sudanesische Spieler gewesen wäre, der direkt aus der Heimat in die Premier League gewechselt wäre.

Leider scheiterte dieser Wechsel an einer fehlenden Freigabe seines Heimatclubs, da sein Vertrag allerdings 2027 ausläuft könnte in dem Fall aufgeschoben nicht gleich aufgehoben sein.

PLATZ 08: DR KONGO

Das was Sudan, die ebenfalls eine hervorragende WM-Qualifikation gespielt hatten, am Ende verwehrt blieb, schaffte dagegen unser Platz 8 unter den großen Überraschungen des afrikanischen Kontinents: Den Einzug in die WM-Playoffs 2026.

In einer Gruppe mit Bolivien und Suriname wird die demokratische Republik Kongo, welche bislang nur einmal (1974 in Deutschland) unter dem Namen Zaire an einer WM teilnehmen konnte, Ende März noch einmal um einen WM-Platz kämpfen.

Doch auch beim Afrika Cup konnte das Team, welches auf dem Weg zur WM 2026 u.a. die beiden afrikanischen Top-Favoriten Kamerun und Nigeria ausschaltete, überraschen. So war man im ganzen Turnier das einzige Team, gegen das selbst der spätere Afrikameister Senegal nicht über ein Unentschieden hinaus kam.

Und genau da liegt auch die Stärke der Kongolesen: Bedingungslose Hingabe, was Laufleistung und Arbeit gegen den Ball angeht, man könnte aktuell sagen - das afrikanische Schalke 04.

Hierbei standen vor allem die beiden Innenverteidiger Chancel Mbemba (OSC Lille) und Axel Tuanzebe (FC Burnley) nur mit einer einzigen Mission auf dem Platz, nämlich jedem Gegner - und sei es ein Sadio Mané - das Leben auf dem Platz so unangenehm wie möglich zu machen.

Doch auch Spieler wie 22-Millionen-Mann Aaron Wan-Bissaka (West Ham) und Stürmer Cedrick Bakambu (Betis Sevilla), der u.a. das zwischenzeitliche 1 : 0 gegen Senegal schoss, konnten bei diesem Turnier begeistern.

Und sein wir mal ehrlich: Auch wenn im Afrikacup-Achtelfinale aufgrund eines Tores in der 119. Minute von Algerien leider Schluss war, hat das Team von Trainer Sebastien Desabre von allen WM-Playoff-Teilnehmern angesichts der Gegner aktuell die besten Chancen, sich im März direkt für das Turnier in den USA zu qualifizieren.

Die noch weitaus größere Party als der AFCON, nämlich als DR Kongo nach über 50 Jahren endlich wieder bei einer WM dabei zu sein, könnte also schon bald gefeiert werden.

Player To Watch: Noah Sadiki (21, AFC Sunderland)

Als eines der vielversprechendsten Premier-League-Talente ist der 21Jährige defensive Mittelfeldspieler schon jetzt einer der spannendsten jungen Spieler Afrikas. Insbesondere sein taktisches Verständnis, seine Laufleistung und seine Vielseitigkeit (vom klassischen Sechser bis zum offensiven rechten MIttelfeldspieler) stechen hier besonders hervor.

Über Union St. Gilloise kam er 2025 zum Premier-League-Aufsteiger und ist dort laut Transfermarkt mit 25 Millionen Euro der zweitwertvollste Spieler hinter dem Senegalesen Habib Diarra. Des Weiteren ist kaum ein anderer Spieler so verantwortlich für das gerade zu Beginn der Saison herausragende Comeback der Black Cats.

PLATZ 07: BENIN

Eine der wildesten Geschichten rund um den diesjährigen Afrika Cup ist allerdings die von Benin rund um den deutschen Trainer und ehemaligen Bayern-Spieler Gernot Rohr.

Als zweitkleinstes Land des Turniers nach Äquatorialguinea konnte der Coach, der von 2016-2021 schon überragende Arbeit bei Nigeria geleistet hat, auch beim diesjährigen AFCON mit dem Einzug in die K.O-Runden mehr als nur überraschen.

Und nicht nur das: Auch dort brachte man das ägyptische Team rund um Mo Salah nach 90 Minuten mit ständigen Konterangriffen an den Rand einer Niederlage, einzig und allein in der Verlängerung fehlten dann letztendlich doch die nötigen Körner für einen Einzug ins Viertelfinale.

Auch neben dem Trainer gibt es eine fast schon historische Verbindung zwischen Benin und Deutschland, von Vereinslegenden wie Cebou Souko (VFL Bochum, Arminia Bielefeld) und MIckael Poté (Dynamo Dresden) bis hin zu Spielern wie Steve Mounié (FC Augsburg), die auch heute noch eine wichtige Rolle in der Nationalmannschaft Benins spielen

Auch in der WM-Quali präsentierte man sich sensationell punktgleich mit Top-Favorit Nigeria auf dem dritten Platz und nur einem Punkt hinter Tabellenführer Südafrika. Könnte Benin daher das nächste Team aus Afrika sein, was man im Hinblick auf kommende Weltmeisterschaften durchaus mal auf dem Zettel haben sollte?

Player To Watch: Tosin Aiyegun (27, FC Lorient)

Durchaus besorgt war man von Seiten der Benin-Fans als klar wurde, dass einer der größten Stars des Teams, nämlich St. Pauli Stürmer Andreas Hountondji, verletzungsbedingt nicht zum Turnier anreisen konnte.

Diese Sorgen machte der Stürmer Tosin Aiyegun schnell vergessen, spätestens als er das entscheidende 1 : 0 beim Sieg gegen Botswana vorlegte. Auch sonst war Aiyegun einer der gefährlichsten Spieler Benins, insbesondere bei Konterangriffen. Umso bitterer, dass er dann ausgerechnet im Achtelfinale gegen Ägypten aufgrund einer Knöchelverletzung frühzeitig vom Platz musste. Wer weiß, wohin die Reise für Gernot Rohrs Beniner sonst noch gegangen wäre.

PLATZ 06: ELFENBEINKÜSTE

Auch wenn das Ergebnis für den AFCON-Sieger von 2024 Elfenbeinküste (Aus im Viertelfinale gegen Ägypten) am Ende etwas enttäuschte, konnte man dennoch grade offensiv durchaus überzeugen. Hier überraschte insbesondere die grade mal 19jährige Bundesliga-Flügelzange aus Yann Diomandè (RB Leipzig) und Bazoumana Touré (TSG Hoffenheim), die neben Manchester Uniteds Amad Diallo beide im Achtelfinale (3 : 0 gegen Burkina Faso) trafen.

Was allerdings überraschte war die defensive Anfälligkeit der Elephants, insbesondere bei Konterangriffen. Hier hatten viele Experten Deutschlands WM-Gruppengegner weitaus stabiler erwartet.

Insbesondere beim Ausscheiden gegen Ägypten kam es hier wiederholt zu hochgefährlichen Konterangriffen, wo man das Sturmduo Marmoush-Salah teilweise versuchte, mit Raumdeckung und Nach-Außen-Schieben der Innenverteidiger aufzuhalten, was den beiden Premier-League-Stürmern Freiräume gewährte wie gegen kaum ein anderes Team.

Diese Schwachstelle könnte auch für Julian Nagelsmann und das DFB-Team noch interessant werden, welches mit Spielern wie Jamal Musiala, Lennart Karl, Serge Gnabry oder Karim Adeyemi ja ebenfalls über extrem starke 1-gegen-1-Spieler verfügt.

Das gilt allerdings auch umgekehrt, denn das zeigte sich sowohl gegen Ägypten als auch beim 2 : 3 Sieg gegen Gabun: So unsicher das Team der Elfenbeinküste teilweise defensiv stand, so gnadenlos war man jedoch darin, defensive Schwächen des Gegners sofort auszunutzen und in Tore umzumünzen. Hier werden auch die deutschen Verteidiger bei der WM extrem aufpassen müssen.

Player To Watch: Yann Diomandé (19, RB Leipzig)

Auch wenn hier ein anderer Call vielleicht spannender gewesen wäre, führt hier kein Weg an dem Leipziger Flügelstürmer vorbei - einem Spieler der jetzt schon Ansätze zeigt, eines Tages in die Riege Yaya Touré oder Didier Drogba hervorzustoßen.

Denn wohin soll die Reise sonst gehen, wenn ein 19jähriger gleich bei seinem ersten großen afrikanischen Turnier die meisten erfolgreichsten Dribblings macht, in nahezu jedem Spiel Großchancen kreiert und auch in der Bundesliga bereits jetzt bei 8 Scorern in 16 Spielen steht: Diomandé - defintiiv eines der unfassbarsten Talente Afrikas und aktuell einer der spannendsten jungen Spieler der Bundesliga. Kein Wunder, dass ihn bereits jetzt Top-Vereine wie Manchester United und der FC Liverpool unbedingt als nächsten Youngstar verpflichten wollen:

PLATZ 05: MALI

So sehr der diesjährige Afrika-Cup spielerisch und taktisch begeisterte, gab es bei diesem Turnier wenige klare Überraschungen, wie z.B. der Einzug ins Halbfinale von Äquatorialguinea im vorherigen Afrika Cup.

Eine kleine Überraschung war aber dennoch der Einzug Malis in Viertelfinale. Auf dem Weg dorthin konnte man zunächst Finalist Marokko ein 1 : 1 abtrotzen, bevor man mit Tunesien anschließend noch einen weiteren Favoriten (und WM-Teilnehmer 2026) aus dem Wettbewerb warf.

Vor dem Turnier galt Mali ein bisschen als das Belgien Afrikas, mit seiner aktuellen goldenen Generation immer irgendwie Geheimfavorit, um dann am Ende aber Jahr für Jahr wieder im Viertel- oder Halbfinale auszuscheiden.

Gleiches gilt für die WM-Qualifikationen, wo die Sehnsucht nach einer Teilnahme im Land mittlerweile unermesslich ist, sieht man sich auf dem Papier doch eigentlich schon lange auf Augenhöhe mit den anderen Giganten aus Westafrika Elfenbeinküste, Ghana oder Senegal.

Da einige bekannte Stars vor dem Turnier verletzt oder zurück getreten waren, war der Druck für Trainer Tom Saintfield, der gefühlt jedes zweite Land in Afrika schon mal trainiert hat, bei diesem Turnier allerdings noch vergleichweise gering.

Umso überraschender waren dann die starken Leistungen um die Ex-Bundesligastars Amadou Haidara (RB Leipzig) und El Bilal Touré (VFB Stuttgart), die dafür sorgten, dass man sich im Viertelfinale dann auch selbst gegen Afrikameister Senegal (0 : 1) denkbar würdig aus dem Turnier verabschiedete.

Player To Watch: Mamadou Sangaré (23, RC Lens)

Für viele war Lassine Sinayoko, der in der Gruppenphase ganze 3 Tore schoss, der auf dem ersten Blick stärkste Spieler für Mali. Nur wie ist es so oft im Fußball? Jeder gute Stürmer brauch eben auch einen Denker und Lenker im Mittelfeld, der Angriffe einleitet und das Spiel dirigiert.

Dies war in diesem Turnier ohne Zweifel Mamadou Sangaré, der bei diesem Turnier schon fast so etwas wie der afrikanische Vitinha war, unglaublich pressing-resistent, mit einer unfassbaren Ruhe am Ball gesegnet und jedes Mal hochgefährlich, wenn er einen seiner Steckpässe nach vorne spielte.

Dass er zudem ein Spieler ist, der definitiv im nächsten Sommertransferfenster nochmal ein ganz heißes Thema auch für die ganz großen Clubs werden könnte, beweist zuzüglich auch noch die Tatsache, dass er mit seinem Club RC Lens derzeit auf Platz 1 der französischen Liga steht - vor dem Ligagiganten Paris St. Germain.


PLATZ 04: MAROKKO

Gastgeber Marokko galt für viele als einer der absoluten Top-Favoriten auf den Titel. Dennoch hieß es laut dem Verband, dass selbst das Heimturnier, wie auch die WM 2026, nur ein Zwischenschritt wäre: Das ganze große Ziel ist die Weltmeisterschaft 2030, bei dem man gemeinsam mit Spanien und Portugal Gastgeber ist. Dort den ersten WM-Titel für Afrika zu holen, ist und bleibt das ganze große Ziel der Atlaslöwen.

Von der Geschichte ist Marokko aktuell etwa das, was Spanien rund um 2008 war: Heimat zwei der größten Vereine Afrikas (Wydad & Raja Casablanca), das Team mit dem auf dem Papier besten Kader, aber dennoch ein Team ohne große Titel-Historie.

Einzig und allein 1967 konnte man den Afrika Cup gewinnen, seither war man nur ein einziges Mal im Endspiel, verpasste 2010 sogar die Qualifikation für die erste Weltmeisterschaft auf dem eigenen Kontinent. Bei der WM 2022 schaffte man schließlich das Halbfinale als erste afrikanische Mannschaft aller Zeiten, ein Erfolg, dem allerdings ein langer Plan vorausging.

Bis zu 85 Millionen Dollar investierte man nach der Nicht-Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika für die King Mohammed Football Academy.

Diese gilt mittlerweile als eine der besten Nachwuchsakademien der Welt, nicht zuletzt kommen aus ihr ein Großteil der heutigen Stars wie Nayef Aguerd, Azzedine Bouanani und Youssouf En-Nesyri. Auch die aktuelle junge Generation rund um Anass Salah-Eddine, Abdellah Ouazane und Gessime Yassine wurden u.a. vor kurzem U20-Weltmeister, nach Ghana erst die zweite afrikanische Mannschaft, die das jemals geschafft hat.

Und dennoch konnte man selbst im eigenen Land den Titel nicht holen, in einer Situation die dramatischer nicht hätte sein können.

Denn nachdem Marokko kurz vor Ende des Spiels einen umstrittenen und vielleicht ungerechten Elfmeter zugesprochen kam, verließ darauf hin die gesamte senegalesische Mannschaft aus Protest den Platz. Erst Kapitän Sadio Mané holte die Mannschaft wieder zurück, woraufhin ein gescheiterter Panenka-Elfmeter ausgerechnet von Torschützenkönig Brahim Diaz (Real Madrid) letztendlich dafür sorgte, dass man nun doch wieder warten muss - auf den ersten Afrika-Cup-Sieg seit 60 Jahren. Oder vielleicht sogar auf den ersten WM-Titel für Afrika?

Die aktuelle Generation rund um Achraf Hakimi, plus die Generation, die aktuell nachkommt, könnten auf jeden Fall vermuten lassen, dass Marokko aufgrund ihrer hervorragenden Nachwuchsarbeit in den nächsten Jahren nur noch stärker und stärker wird. Und wer weiß, was dann noch passieren kann.

Player to Watch: Bilal El-Khanouss (21, VFB Stuttgart)


Im Gegensatz zu dem aktuell etwas strauchelnden Leverkusen-Youngstar Eliesse Ben-Seghir zeigte Stuttgart-Neuzugang Bilal El-Khanouss auch beim Afrika Cup was für ein gewaltiges Potenzial in ihm steckt. Der offensive Mittelfeldspieler stand in allen entscheidenden Spielen vom Achtelfinale bis zum Finale in der Startelf, zumeist als die entscheidende Verbindungsstation zwischen Zentrale und Offensive.

Auch beim VFB Stuttgart erzielte er bereits 6 Scorer in 12 Spielen, eine beeindruckende Quote für einen Neuzugang. Kein Wunder, dass ihn bereits jetzt Premier-League-Vereine wie Newcastle United auf dem Zettel haben. Schließlich hat man dort ja auch erst kürzlich schon gute Erfahrungen mit jungen Stuttgart-Spielern gemacht (Grüße an Nick Woltemade:).

PLATZ 03: ÄGYPTEN

Ganz im Gegensatz zu Marokko ist Ägypten, was den Afrika Cup angeht, ein Team mit einer großen Geschichte: Ganze sieben mal konnte man den Titel gewinnen und war sogar beim zweiten WM-Turnier der Geschichte 1934 als erste afrikanische Mannschaft mit dabei.

Insbesondere das Team der Zehnerjahre gilt mit drei Afrika-Cup-Siegen am Stück als goldene Generation rund um Superstars wie Mohamed Zidan und Ahmed El Mohamady.

Auf diese sollte nun eigentlich die nächste noch goldenere Generation rund um Omar Marmoush (Manchester City) und insbesondere Mo Salah (FC Liverpool) folgen, doch trotz eines beeindruckenden Runs bis ins Halbfinale verpasste man wieder mal das Finale und damit die wahrscheinlich letzte Chance für Mo Salah, seine Titelsammlung auch auf Nationalmannschaftsebene nochmal zu krönen.

Im Gegensatz zu den anderen Top-Favoriten kommen bis auf Salah und Marmoush aber nahezu alle Spieler aus den drei heimischen Top-Vereinen Al-Ahly, Pyramids FC und Zamalek SC - Vereine, die allerdings in Afrika auch in etwa das sind, was Real Madrid, Atletico und der FC Barcelona in Europa sind.

Alle drei Vereine spielen regelmäßig um die afrikanische Champions League mit, ganz vorne Al-Ahly mit insgesamt 12 Champions-League-Titeln, das Team was natürlich auch die meisten Nationalspieler stellte.

Und eigentlich sollte bei diesem Turnier alles viel besser werden, insbesondere nach dem beeindruckenden Sieg gegen die Elfenbeinküste im Viertelfinale. Erst als es zu dem Battle der beiden aktuell besten Fußballer Afrikas Sadio Mané und Mo Salah kam, war es ausgerechnet Mané, der mit seinem 1-zu-0-Tor die Träume der Ägypter und Mo Sallah's abermals begrub.

Nun heißt es: Sich einmal durchschütteln und vielleicht bei der WM 2026 das nächste Marokko werden - das Team aus Afrika, was alle überrascht. Mit einer mit Belgien, Iran und Neuseeland vermeintlich leichten WM-Gruppe stehen die Voraussetzungen dafür auf jeden Fall schon mal sehr gut.

Player to Watch: Marwan Attia (27, Al-Ahly FC)

In nahezu jeder Situation gegen den Ball zu sehen, war Marwan Attia insbesondere in Spielen, wo man tief stand, der wichtigste Spieler im ägyptischen Kader. Hinzu zeigte er beim vergangenen Turnier auch noch eine herausragende Flexibilität.

Immer dann, wenn man eigentlich mit einem Konterangriff über Marmoush oder Salah rechnete, stieß er plötzlich selbst als klassischer Box-to-Box-Spieler nach vorne was im Viertelfinale gegen die Elfenbeinküste in einem wunderschönem Tor endete.

Aktuell ist es so, dass sich die meisten ägyptischen Spieler sehr mit ihren Heimatvereinen identifizieren und auch die Gehälter dort sehr hoch sind, daher ist es für die meisten Spieler gar nicht so attraktiv nach Europa zu kommen, um dann womöglich nur Reservespieler bei einem Top-Verein zu sein.

Marwan Attia wäre allerdings jemand, der diesen Sprung nochmal machen könnte und ähnlich wie Sofiane Amrabat für Marokko (zum Beispiel nach einem Überraschungserfolg der Ägypter bei der WM 2026) auch in Europa noch einmal eine spannende Karriere machen könnte. Denn so viele Spieler, die a la Rodri oder Declan Rice die Sechser- und Achterrolle im Mittelfeld auf dem Niveau spielen können, gibt es in Europa aktuell nicht.

Daher: Augen auf an alle FM-Spieler.

PLATZ 02: NIGERIA

Wenn es um das offensiv stärkste Team des diesjährigen Afrika Cups geht, führt jedoch kein Weg an der Mannschaft rund um die beiden Superstars Victor Osimhen (Galatasaray) und Ademola Lookman (Atalanta Bergamo) vorbei.

Und das obwohl das Team von Eric Chelle zuletzt eine der härtesten Rückschläge der Geschichte erleben musste: Das Verpassen der WM 2026 - und das trotz einer so goldenen Generation, die auch in der Tiefe so stark besetzt ist, dass man Spieler wie den langjährigen Premier-League-Star Simon Adingra (AFC Sunderland, Ex-Brighton) sogar einfach mal zu Hause lassen konnte.

Auch die Gruppenphase dominierte man als einziges Team (neben Algerien) mit drei Siegen komplett, worauf ein furioses 4 : 0 im Achtelfinale gegen Burkina Faso folgte, bei dem man das vermeintlich defensivstärkste Team des Turniers rund um Leverkusen-Abwehrchef Edmond Tapsoba komplett an die Wand spielte.

Erst im Elfmeterschießen gegen den Gastgeber scheiterte man dann in letzter Sekunde (so wie auch Spanien schon zuvor bei der WM 2022) an Marokkos Torwartgigant Bono, der wieder einmal bewies, warum er schon seit Jahren als einer der besten Torhüter der Welt gilt.

Player To Watch: Raphael Onyedika (24, FC Brügge)

Noch immer fragt man sich, wie es eigentlich sein kann, dass mit Onyedika eins der größten Mittelfeldtalente Europas immer noch "nur" in Brügge spielt. Schon vergangenen Sommer waren Top-Clubs wie der AC Milan, Galatasaray und Aston Villa an dem Super-Eagles-Star dran, dennoch sollte es abermals nicht zu einem Wechsel kommen.

Beim vergangenen Afrika-Cup zeigte Onyedika aber noch einmal mehr, dass es keinen Osimhen und keinen Lookman gibt ohne dieses Passmonster im Mittelfeld, der hinzu schon fast Toni-Kroos-artig eine beeindruckende Ruhe ausstrahlt wie kaum ein anderer afrikanischer Spieler aktuell.

Dazu ist er auch noch offensiv gefährlich, wie seine 2 Tore innerhalb von 5 Minuten im Spiel gegen Uganda zeigten, wo er auf einmal selber zum Ademola Lookman wurde und komplett aufdrehte:

Onyedika, oder Dikki, wie ihn die Fans nennen: Der perfekte Dirigent im Mittelfeld und insbesondere für Ballbesitzmannschaften mit torgefährlichen Stürmern ein absoluter Traum.

PLATZ 01: SENEGAL

Und schließlich wäre da noch der Turniersieger, wo man in dem Fall nur sagen kann: Absolut zu Recht. Mit drei Siegen zeigte man schon in der Gruppenphase, dass Senegal das Team in diesem Turnier sein würde, was es zu schlagen galt, am Ende sogar für Gastgeber Marokko.

Insbesondere Ex-Bayern und Liverpool-Star Sadio Mané blühte hier auf eine Weise auf, wie man es schon seit langem nicht mehr gesehen hat, doch auch andere Starspieler wie Innenverteidiger Moussa Niakhaté (Olympique Lyon), Pape Gueye (FC Villarreal) oder auch Final-Siegtorschütze Idrissa Gueye (FC Everton) zeigten hier noch einmal, was es ihnen bedeutete, ihr Heimatland nochmal zu einem großen Titel zu schießen.

Was bei Senegal aber vor allem heraus stach, war die unglaublich intensive Arbeit gegen den Ball. In jeden Ball wurde sich reingeworfen, Stürmer wurden mal für mal gnadenlos abgelaufen und insbesondere das Positionsspiel im hinteren Drittel war auf eine Art und Weise perfekt, dass selbst ein Pep Guardiola neidisch geworden wäre.

Kurz gesagt: Bei diesem Team traf afrikanische Leidenschaft auf europäische Perfektion, die Senegal auch ganz klar zu einem der erweiterten Favoriten für den WM Titel 2026 macht - ein Land mit grade mal 19 Millionen Einwohnern, wo man aber dennoch keine zwei Meter an einem Strand entlang laufen kann ohne spielende Kinder zu sehen, die mit einem Ball am Fuß an der Küste entlang jagen: Ein Land, was irgendwann gemerkt hat, dass man mit der Bereitschaft groß zu träumen aber dennoch alles für seinen Traum zu geben, alles erreichen kann.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch an Senegal, den völlig verdienten Afrika-Meister 2025/26.

Player To Watch: Ibrahim Mbayé (17, Paris St. Germain)

Auch wenn kaum eine afrikanische Nation derzeit mit so vielen herausragenden jungen Talenten bestückt ist, ist es dennoch Ibrahim Mbayé auf den aktuell alle Augen gerichtet sind - ein Spieler, der bereits jetzt beim aktuellen Champions-League-Sieger Paris St. Germain in der ersten Mannschaft spielt, beim Afrika Cup neben regelmäßigen Einsätzen auch ein wunderschönes Tor gegen den Sudan schoss und alle Voraussetzungen dafür hat der nächste ganz große Superstar Afrikas zu werden.

Hier trifft herausragende Dribbling-Technik auf Geschwindigkeit und Torgefahr, die teilweise schon fast an Lamine Yamal erinnert, hinzu spielt er bei einem der wenigen Top-Vereine, die mittlerweile ganz klar auf hochtalentierte Eigengewächse setzen und bereit sind, diese auch auf der ganz großen Bühne spielen zu lassen. Ibrahim Mbayé daher vielleicht schon bald der neue Sadio Mané?

Für uns auf jeden Fall der aktuell spannendste und vielversprechendste junge Spieler Afrikas.

Diese 10 Clubs traf der Afrika Cup am härtesten

Aufgrund des Afrika-Cups mussten zahlreiche Vereine zum Teil fast 4 Wochen ohne ihre besten Spieler spielen. Doch welche Clubs trafen die Abstellungen am härtesten?
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 28 Dezember 2025, 10:57

Vom 21.12.2025 bis zum 19.1.2026 fand in Marokko der Afrika Cup Of Nations (AFCON) statt. Damit hat man es geschafft, dass ein Teil der Spiele in der Winterpause stattfand, in denen die Teams aus einigen Ligen zumindest mal für eine kurze Zeit durchschnaufen konnten. (Bild: IMAGO / Sebastian Frej)

Dennoch war es für viele europäische Teams eine große Herausforderung aufgrund des Turniers so viele Stars abstellen zu müssen, wie man aktuell nicht nur in der Bundesliga an der Formkrise von Bayer Leverkusen sieht.

Insbesondere die Vereine aus den Ligen, bei denen es faktisch keine Winterpause gab (Serie A und Premier League) traf der Afrika Cup besonders hart. Hier eine Analyse, wie die 10 Vereine, die die meisten Spieler abstellen mussten, sich in der Zeit so geschlagen haben:

PLATZ 10: FC FULHAM

Der FC Fulham war die letzten Jahre so etwas wie der VFL Wolfsburg der Premier League, selten wirklich im Abstiegskampf, selten aber auch wirklich im Rennen, wenn es um den Kampf um Europa ging. Dieses Jahr sollte aber insbesondere die Zeit rund um den Afrika-Cup besonders knifflig werden.

Im Gegensatz zu anderen Vereinen, die ihre Spieler an viele verschiedene Nationen abstellen mussten, spielten Fulhams Leistungsträger, namentlich Innenverteidiger Calvin Bassey, wie auch die beiden Flügelspieler Alex Iwobi und Samuel Chukwueze, alle für Nigeria.

Dafür, dass Nigeria sogar bis ins Halbfinale einzog, haben sich die Cottagers im Gegensatz zu vielen anderen Teams in dieser TOP 10 aber trotzdem noch ganz gut geschlagen.

Mit 3 Siegen, 2 Unentschieden, wie auch 2 Niederlagen steht man auch nach dem Afrika Cup auf einem soliden 11. Platz und damit sogar drei Plätze höher als vor dem Turnier.

PLATZ 09: UDINESE CALCIO

Das Team von Ex-Lautern-Trainer Kosta Runjaic gehört zu den Teams der Serie A, die am meisten vom Afrika Cup betroffen waren. Ganze 4 Spieler musste man abstellen, darunter die beiden Außenverteidiger Jordan Zemura (Simbabwe), Rui Modesto (Angola), so wie auch die beiden Mittelstürmer Idrissa Gueye (Senegal) und Vakoun Bayo (Elfenbeinküste).

Hinzu hatten die Norditaliener keine Pause während der Weihnachtsferien - da blieb nur noch der Trost, dass zumindest Angola und Simbabwe bereits in der Vorrunde ausschieden, die Spieler daher schnell zurück kommen konnten.

Dies war allerdings auch bitter nötig, kassierte man ein Tag nach Turnierbeginn gleich mal ein 1 : 5, ausgerechnet gegen den zu dem Zeitpunkt Tabellenletzten AC Florenz.

Auch danach gab es lediglich nur einen Sieg, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen. Immerhin: Als einer der Überraschungen dies diesjährigen Serie-A-Saison steht man nach wie vor auf Platz 10 der Liga und konnte somit trotz des Ausfalls von insbesondere Afrikameister Idrissa Gueye (Senegal) den positiven Lauf im Großen und Ganzen halten.

PLATZ 08: EINTRACHT FRANKFURT

Einen der größten Schocks erlebte hingegen Bundesligist Eintracht Frankfurt, endete der Afrika Cup nämlich zeitgleich auch mit der Entlassung ihres Cheftrainers Dino Toppmöller.

Dabei liefen insbesondere die Januar-Spiele mit 3 sieglosen Spielen und insgesamt 9 Gegentoren so gar nicht nach dem Geschmack des Vorstands rund um Sportdirektor Markus Krösche.

Zu der extrem wackligen Defensive gehörte allerdings auch das Fehlen des defensiven Sechsers Ellyes Shkiri, der mit Tunesien bis ins Achtelfinale einzog. Auch auf den offensiven Mittelfeldspieler Fares Chaibi musste man während der gesamten Wintervorbereitung verzichten, der es mit Algerien sogar bis ins Viertelfinale schaffte.

Gut für die Frankfurter, dass die Lücke zwischen den TOP 7 der Liga und den Verfolgern Union Berlin und SC Freiburg schon vor dem Turnier so groß war, dass man aus der Sicht der Frankfurter zumindest den Conference-League-Platz auch über den Afrika Cup hinaus noch halten konnte.

PLATZ 07: MANCHESTER UNITED

Auch bei Manchester United überlebte der Cheftrainer das Ende des Afrika Cups nicht. Am 05.01.2026 war es schließlich so weit und man trennte sich nach einem enttäuschenden 1 : 1 gegen Aufsteiger Leeds United von seinem Coach Ruben Amorim.

Hierbei half es dem Trainer auch sicher nicht, dass in der entscheidenden Phase Säulen wie Noussair Mazraoui (Marokko), Amad Diallo (Elfenbeinküste) und allen voran Stürmer Bryan Mbeumo (Kamerun) allesamt wegbrachen.

Insbesondere Mbeumo war für die Red Devils der wichtigste Goalgetter der Hinrunde, so dass sicherlich einige United-Fans insgeheim schon darauf hofften, dass die Kameruner (die schon in der WM-Quali knapp an DR Kongo scheiterten) auch im Afrika-Cup früh ausscheiden würden.

Immerhin - was das Thema Chaos angeht, konnte der Kamerunische Verband Manchester United sogar noch toppen. Eine extrem angespannte Situation zwischen der Regierung und dem Fußball-Nationalverband rund um Präsident Samuel Eto'o sorgtesogar dafür, dass man vor dem Turnier kurzzeitig einfach mal mit zwei Trainern und zwei Kadern antrat.

Einem Erfolg Kameruns im Afrika Cup über das Viertelfinale hinaus verhalf dies allerdings auch nicht, dafür konnte Manchester United jüngst das Ende Afrika Cups mit einem 2 : 0 gegen Manchester City feiern.

Torschütze zum 1 : 0 natürlich - wer sonst - Afrika-Cup-Rückkehrer Bryan Mbeumo.


PLATZ 06: NOTTINGHAM FOREST

Bei Nottingham Forest ist hingegen aktuell vor allem deswegen Waldbrandgefahr-Alarmstufe 2, da man nach der sensationellen letzten Saison, die mit einer Europa-Qualifizierung endete, droht nun alles zu verspielen. Denn nachdem man mit Nuno Espirito Santo und Ange Postecoglou bereits zwei Trainer gefeuert hat, läuft es auch unter dem sonst so routinierten Coach Sean Dyche nicht viel besser.

Nur noch 5 Punkte vor dem Abstiegsplatz entfernt, hagelte es während des Afrika Cups zuzüglich noch 4 Niederlagen in Folge.

Immerhin - nachdem die beiden Leistungsträger Wilfred Bony und Ismael Sangaré beide mit ihrem Team Elfenbeinküste im Viertelfinale gegen Ägypten ausschieden, konnten nicht nur die Ägypter aufatmen.

Auch bei den Tricky Trees lief es seitdem mit dem Sieg gegen den direkten Konkurrenten West Ham und einem äußerst überraschenden 0 : 0 gegen Tabellenführer FC Arsenal wieder etwas besser.


PLATZ 05: WOLVERHAMPTON WANDERERS

Bei den Wolves muss man sich hin fragen, ob es für den Ausgang der diesjährigen Saison eigentlich überhaupt noch einen Unterschied machen würde, wenn man einfach den ganzen Kader den Rest der Saison für afrikanische Turniere abstellen müsste.

Denn kurz vor Weihnachten standen die Wolves mit - sage und schreibe - 2 Punkten nach 18 Spielen komplett abgeschlagen auf dem letzten Platz und stellten damit sogar den All-Time-Premier-League-Rekord für den schlechtesten Saisonstart aller Zeiten ein.

Da ist es umso lustiger, dass ausgerechnet auf den Beginn des Afrika Cups Wolverhamptons erster Sieg (3 : 0) gegen West Ham United folgte, so wie auch wenige Tage später ein Unentschieden gegen Manchester United.

Dennoch sind es immer noch ganze 14 Punkte bis auf einen Nichtabstiegskampf, was (sollten am Deadline-Day nicht Haaland, Mbappé und Harry Kane gleichzeitig verpflichtet werden) einer "Mission impossible" gleicht.

Beim Afrika-Cup spielten indessen Verteidiger Emmanuel Agbadou (Elfenbeinküste), Jackson Tchatchoua (Kamerun), so wie auch Tawanda Chirewa (Simbabwe). Dazu wäre auch noch Simbabwes Superstar Marshall Munetsi gekommen, der sich allerdings kurz vor dem Turnier verletzte und somit letztendlich beiden Teams fehlte.

PLATZ 04: OGC NIZZA

Auf ganze 5 Spieler mussten die Südfranzosen aus Nizza verzichten und das, wo die Saison schon vor der Afrikameisterschaft alles andere als rund lief.

In der Ligue-1-Tabelle stand man zu dem Zeitpunkt nämlich lediglich auf Platz 14 und war damit nur 4 Punkte von einem direkten Abstiegsplatz entfernt. Das ist für einen Verein, der normalerweise immer den Anspruch hat, Europa- oder Conference-League zu spielen, natürlich eine absolute Horrorbilanz, weswegen Trainer Franck Haise kurz vor Weihnachten dann auch schließlich seinen Hut nehmen musste.

Dass sein Nachfolger Claude Puel dann ausgerechnet die ersten Wochen mit einem aufgrund des Afrikacups so dermaßen ausgedünnten Kader spielen musste, half dann auch nicht wirklich, so dass auch sein Trainerstuhl nach 4 Niederlagen und 1 Unentschieden nun schon wieder wackelt.

Zu den Spielern, auf die er verzichten musste, gehörten Torhüter Yehvann Diouf, Innenverteidiger Antoine Mendy (beide Senegal), Mittelfeldspieler Hicham Bouadoui (Algerien), so wie auch Flügelspieler Sofiane Dioup (Marokko).

Pech für die Nizza-Fans, dass gleich drei der Spieler bis zum Finale beim Afrika Cup blieben, Glück für die Nizza-Fans allerdings, dass zumindest Ghana sich überraschenderweise nicht für den diesjährigen Afrika Cup qualifiziert hat.

Sonst wären es mit Salos Abdil Samed und dem 20jährigen Megatalent Kojo Peprah Oppong nämlich ganze 6 Spieler gewesen, auf die man hätte verzichten müssen. So kann man nur hoffen den Abwärtstrend (aktuell Platz 17) mit den Rückkehrern irgendwie wieder zu stoppen.

PLATZ 03: FC LORIENT

Ebenfalls einen unglaublich großen Aderlass mussten die Westfranzosen aus Lorient verkraften. Die Kleinstadt, etwa 3 Autostunden südlich von Brest, hat nämlich ganze 15 afrikanische Spieler im Kader und gilt daher nicht umsonst als eine der Anlaufstellen in Frankreich für junge afrikanische Talente.

Aus Sicht der Fans glücklicherweise schafften es allerdings nicht alle 15 Spieler in die Nationalmannschaftskader des Turiers, sonst hätte der Verein, der sich aktuell auf Platz 12 in der Ligue-1-Tabelle befindet, wahrscheinlich zwischenzeitlich den Spielbetrieb einstellen müssen.

Mit Arthur Awam, Dalin Yomgwa (beide Kamerun), Ayeko Tosin (Benin), Arsena Kwasi (Burkina Faso) und Montassar Talbi (Tunesien) fehlten dennoch gleich fünf wichtige Spieler.

Nur gut für den Club, der sich aktuell auf Platz 12 der Tabelle befindet, dass in Frankreich im Winter nicht durchgespielt wurde. So konnte man sich mit 2 Siegen und 3 Unentschieden zumindest noch halbwegs aus der Affäre ziehen.

PLATZ 02: BAYER LEVERKUSEN

Einer der größten Verlierer des Afrika Cups ist ganz klar Bundesligist Bayer Leverkusen. Hat man vor der Winterpause noch sensationell Mitkonkurrent RB Leipzig mit 3 : 1 geschlagen, gibt es für das neue Jahr mittlerweile nur noch eine Beschreibung: Fehlstart mit Großbuchstaben und zehn Ausrufezeichen.

Nichts mehr ist zu spüren vom zuletzt positiven Lauf unter Trainer Kasper Hjulmand, folgte auf eine 1 : 4 Klatsche gegen den VFB Stuttgart zuletzt ein 0 : 1 gegen Hoffenheim, wie auch ein peinliches 0 : 2 gegen Olympiakos Piräus in der Champions League, welches den Einzug in die Top 8 kostete.

Für diesen Negativlauf sorgte nicht zuletzt das Fehlen von gleich vier Spielern während des Afrika-Cups, allen voran Stürmer Christian Kofane (Kamerun), Eliesse Ben-Seghir (Marokko), Abwehrchef Edmond Tapsoba (Burkina Faso) und allen voran Kreativspieler Ibrahim Maza (Algerien), der auch für Tunesien als einer der Überraschungsspieler des Turniers brillierte.


Gerade Maza hatte unter Hjulmand eine beeindruckende Entwicklung genommen und sich vom jungen Ex-Hertha-Talent zu einem absoluten Führungsspieler entwickelt. Auch sonst hatte sich diese komplett neu zusammen gestellte Mannschaft grade gefunden, es wird also sicherlich mehr als ein paar Ansprachen des Trainers brauchen, den Bock für die nächsten Spiele gegen Werder Bremen und den FC Villarreal schnellstmöglich wieder umzustoßen.

PLATZ 01: AFC SUNDERLAND

Am härtesten traf es allerdings Premier-League-Aufsteiger AFC Sunderland, ausgerechnet das Überraschungsteam der Hinrunde, welches zwischenzeitlich sogar auf einem Champions-League-Platz stand.

Reinildo Mandava (Mosambik), Habib Diarra (Senegal), Bertrand Traoré (Elfenbeinküste), Chemsine Talbi (Marokko), Arthur Masuaku und Noah Sadiki (beide Kamerun) - alle 6 Spieler fehlten den Black Cats über Wochen, so dass man schon fast von Glück reden konnte, dass ausgerechnet der auf dem Papier beste Spieler, nämlich Sunderland-Flügelstürmer Simon Adingra überraschenderweise nicht für den Kader der Elfenbeinküste nominiert wurde.

Dennoch konnte man während des Afrika Cups ganze 6 Spiele hintereinander nicht gewinnen und flog zuzüglich auch noch im Achtelfinale des FA Cups vorzeitig aus dem Turnier - eine Siegflaute, die wie bei keinem anderen Team exakt auf den Beginn des Afrika Cups fiel und mit dem Finale des Afrika Cups (durch einen Sieg gegen Crystal Palace am 17.1.2026) auch wieder endete.

Eine Siegflaute die noch einmal mehr unter Beweis stellte: So sehr der Afrika Cup mit all seinem Charme die Fans begeistert, ist er grade für die Ligen, die die Saison durchspielen, oft extrem schwer zu händeln.

Hier muss weiterhin an Lösungen gearbeitet werden, den Spielern und Vereinen die nötigen Pausen auch für solche Turniere zu geben, insbesondere auch um die Anzahl an Verletzungen nicht noch mehr zu steigern.

Ob dies allerdings im Interesse der FIFA, der UEFA und den Liga-Verbänden ist, für die mehr Spiele immer noch mehr Geld bedeutet, darf angesichts der aktuellen Entwicklung im Weltfußball leider stark bezweifelt werden.

Großbaustelle Frankfurt: Wo muss die Eintracht im Winter nachlegen?

Mit Younes Ebnoutalib hat Frankfurt bereits einen weiteren Stürmer geholt, doch ist das die einzige Baustelle im Frankfurt-Kader? Hier eine kleine Analyse nach der Hinrunde.
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 19 Dezember 2025, 11:37

25 Punkte, 30 Tore und ein Platz 7 in der Bundesliga klingen zunächst erst einmal nach einer Okay-Session. Dagegen stehen allerdings auch 30 Gegentore in 16 Spielen in der Bundesliga (nur Heidenheim hat mehr) wie auch 16 Gegentore in 8 Spielen in der Champions-League (nur Ajax hat mehr).

Hinzu kommen ein 1 : 5 gegen Liverpool, ein 1 : 5 gegen Atletico Madrid, wie auch zuletzt ein 0 : 4 gegen RB Leipzig, drei Spiele, wo die Eintracht nicht nur verlor, sondern schlichtweg vor allem aufgrund einer desolaten Defensive vom Gegner komplett vermöbelt wurde.

(Bild: IMAGO / Kessler-Sportfotografie)

Daher ist es verständlich, dass auch Dino Toppmöller nach der sehr erfolgreichen letzten Saison (Platz 3) nun doch wieder in der Kritik steht.

Wir wollen aber die Gelegenheit nutzen und mal einen genaueren Blick auf den Kader richten. Ist dieser Kader wirklich stark genug, um dauerhaft um Europa und um die Champions League mit zu spielen? Und wo müsste man eventuell nachbessern?

KEINE BALANCE:


Zunächst einmal kann man die bisherige Frankfurt-Saison in 3 Phasen unterteilen.

Phase 1:

Hier sah man zunächst einmal eine furiose Offensive aus Uzun, Burkardt, Doan und Bahoya, die sich in schon fast Barca-artiger Art und Weise die Bälle zuspielte und schwächere Gegner wie Werder Bremen (4 : 1) komplett hinten einschnürte - eine Offensive, die zunächst einmal alle Fans begeisterte und die Abgänge von Marmoush und Ekitiké vergessen ließ.

Viele sprachen hier sogar schon vom möglichen Bayern-Verfolger Nr. 1, vergaßen dabei allerdings auch, dass die Defensive (abgesehen vom Spiel gegen Leverkusen / 1 : 3) in dieser Phase noch wenig gefordert wurde und Mannschaften wie Galatasaray (5 : 1) es der Frankfurter Offensive durch individuelle Fehler auch maximal leicht machten.

Phase 2:

Eine immer noch hervorstechende Offensive, die zwar im Ballbesitz stark war, jedoch im Pressing und in Sachen Defensivarbeit durchaus mehr und mehr Luft nach oben zeigte. Dazu kam ein plötzlicher unerklärlicher Leistungsabfall von etablierten Abwehrspielern wie Robin Koch, Arthur Theate oder auch Talent Nnamdi Collins.

Das 3 : 4 gegen Union Berlin war dabei mehr oder weniger der Door-Opener für andere Teams, das Spiel wo anschließend alle anderen Gegner wussten, wie man gegen die Eintracht spielen muss: Keinen Spaß am Fußball haben lassen, längere Ballbesitzphasen durch frühes aggressives Pressing stören und die noch junge unerfahrene Defensive mit plötzlichen Kontern überrumpeln.

In diese Phase muss man sowohl die beiden Champions-League-Klatschen, als auch das 6 : 4 gegen Mönchengladbach zählen, wo man sah, dass selbst ein 0 : 6 hinten liegendes am Boden zerstörtes Gladbach noch in der Lage ist, mit der Frankfurter Defensive fertig zu werden.

Phase 3:

Hier könnte man schon fast von der Olaf-Scholz-Gedächtnisphase sprechen, im Sinne von „bevor man was falsches macht, lieber gar nichts machen.“ Denn mit einer wieder etwas stabiler stehenden Defensive verschwand auf einmal jegliche Kreativität im Spielaufbau, angefangen auf der Sechs.

Hier muss man ganz besonders das 1 : 1 gegen Heidenheim, das 1 : 1 gegen Freiburg, wie auch das jüngste Unentschieden gegen den HSV hervorheben, wo aus dem zu anfangs begeisterndem Offensivfußball biederes Ballgeschiebe wurde, und wenn (wie im 1 : 0 gegen Augsburg durch Ritsu Doan) herausragende Einzelaktionen die nötigen Punkte brachten.


Was schließen wir also daraus? Der Eintracht fehlt es vor allem an einem, nämlich Balance. Funktioniert die Offensive, funktioniert die Defensive nicht, funktioniert die Defensive hingegen halbwegs, funktioniert wiederum die Offensive nicht mehr.

Der Kader der Frankfurter ist somit zwar mittlerweile der 4teuerste der Liga, schafft es dabei jedoch nicht die beiden essenziell wichtigsten Dinge im Fußball zusammen zu bringen.

Insbesondere auf der rechten Seite ist man hier defensiv extrem anfällig, das Mann-gegen-Mann-Pressing funktioniert spätestens bei stärkeren Gegnern überhaupt nicht mehr und im Sturm war man die letzten Wochen komplett abhängig von einem Stürmer, der - wenn nicht verletzt - die Lebensversicherung der Adler war: "Mr. Oh Johnny - Jonathan Burkardt."

Was aber könnte man in Sachen Transfers noch tun, um die Champions League doch noch zu erreichen - oder zumindest die Europa League - mit der Aussicht 2026/27 sogar ein "finale daham" im heimischen Waldstadion zu spielen.


TORWARTPOSITION:

Hier zeigt sich bereits die erste Baustelle in der Kaderplanung. Es fehlt derzeit eine absolut unumstrittene Nr. 1 im Tor, so wie es die diesen Sommer zum Paris FC abgewanderte Vereinslegende Kevin Trapp war.

Zwar hatte man hier mit dem brasilianischen 22jährigen Megatalent Kaua Santos schon einen höchst vielversprechenden Nachfolger in der Hinterhand, stellte sich bei seiner Integration in die Mannschaft nach seinem Kreuzbandriss allerdings maximal dösig an.

Viel zu früh und noch gar nicht wirklich fit schmiss man ihm die ganze Verantwortung in der wackelnden Defensive zu, um ihn nach nur wenigen Spielen wieder auf die Bank zu setzen und stattdessen auf Bremen-Neuzugang Michael Zetterer zu setzen, der seitdem auch noch nicht komplett überzeugt.

Hier muss man sich daher aktuell vor allem klar werden, ob man es Zetterer - der bislang eher als durchschnittlicher Bundesliga-Keeper bekannt war - zutraut, künftig auch die ganz großen Spiele, wie gegen die Bayern, Dortmund, Leverkusen oder auch größere Gegnern in der CL zu schultern.

Denn sollte dieses Vertrauen nicht bestehen, sollte man seitens der Vereinsführung schnellstmöglich die Zukunft von Kaua Santos klären, der zwar vor kurzem noch bis 2030 verlängert hat, wo aber auch klar ist, dass ein solches Torwarttalent - sollte er nicht spielen - wohl kaum über den Sommer hinaus bei der Eintracht bleiben möchte.


DEFENSIVE:

Hier ist die eine Lebensversicherung der Eintracht derzeit völlig klar Linksverteidiger Nathaniel Brown. Denn im Gegensatz zu allen anderen Defensivspielern spielte er bislang eine Saison, die zwar auch nicht immer perfekt war, in manchen Spielen, wo er beispielsweise Weltklassespieler wie Lamine Yamal oder Michael Olise komplett im Alleingang ausschaltete, aber dafür aber umso herausragender.

Bei so manchem Eintracht-Fan könnten daher nach der Winterverpflichtung des 19jährigen japanischen Linksverteidigers Keita Kosugi schon die Alarmglöckchen geläutet haben. Denn natürlich brauch man in der Defensive Verstärkung, aber ausgerechnet auf der Linksverteidigerposition? Oder war dies möglicherweise schon das Zeichen dafür, dass Brown der Eintracht-Defensive bereits so entwachsen ist, dass er vielleicht gar nicht mehr lange in Frankfurt bleiben wird?

Ansonsten muss sich das Team rund um Sportvorstand Markus Krösche mittlerweile eingestehen, den Abgang des brasilianischen Innenverteidigers Tuta doch etwas unterschätzt zu haben.

Denn wohingegen man in der Offensive mit Neuzugängen wie Burkardt und Doan zumindest versucht hat, die Abgänge von Ekitiké und Marmoush aufzufangen, stand das Finden eines Tuta-Nachfolgers diesen Sommer wohl nicht auf der Prioritätenliste der Kaderplaner. Ob dies diesen Winter nachgeholt wird?

Yann-Aurel Bisseck, Jeff Chabot, Diogo Leite oder auch Danilo Doekhi wären Spielerprofile über die man sich zumindest mal Gedanken machen könnte, Innenverteidiger, die schnell in eine Abwehrchef-Rolle hineinwachsen könnten, beziehungsweise dies bei ihren aktuellen Vereinen schon regelmäßig unter Beweis stellen.

Auch auf der Rechtsverteidigerposition müsste man zumindest mal erwägen, Nnamdi Collins mal eine Pause zu gönnen und stattdessen Elias Baum endlich mal eine Chance zu geben, der in der letzten Saison bei Elversberg der vielleicht beste Rechtsverteidiger der zweiten Liga war. Aus Gründen, die nur der Trainer kennt, kam er bislang dennoch auf grade mal zehn Minuten Spielzeit.

Wenigstens aber hat man hier mit Rasmus Christensen noch ein weiteres Stück Erfahrung mit im Kader, der (wenn unverletzt) auch in der bisherigen Hinrunde immer noch einer der besseren Spieler in der Eintracht-Defensive war.

MITTELFELD:

Das Prunkstück der Eintracht ist aber nach wie vor das offensive Mittelfeld rund um Top-Talent Can Uzun.

Um so dramatischer ist allerdings die Situation auf der Sechs. In der tunesischen Nationalmannschaft zwar top, konnte Ellyes Shkiri bei der Eintracht bislang noch nicht an die Leistung anknüpfen, die er zuvor beim 1. FC Köln gezeigt hat. Und auch der letzte Saison noch hochgelobte Hugo Larsson war, auch aufgrund von Verletzungen, die letzten Monate ordentlich am Straucheln.

Ausgerechnet diese beiden Spieler schafften zuletzt unter Dino Topmöller bislang nicht den nächsten Entwicklungsschritt, während junge Spieler wie Noah Fenyo oder Oscar Hojlund entweder gar nicht spielen, oder wenn, dann wenig überzeugend.

Auch hier fordern Eintracht-Fans daher gerade zu Recht vehement einen Neuzugang, eine Holding Six, der die oft sehr offensiv mitarbeitenden Außenverteidiger der Eintracht irgendwie ein bisschen ausgleicht, so dass nicht bei jedem Konter sofort der Baum brennt.

Kaishu Sano von Mainz 05 wäre hier sicherlich für viele Eintracht-Fans die Wunschlösung, aber auch Daryll Bakola von Olympique Marseille, Nikola Vlasic vom FC Turin oder auch Kajetan Lenz vom VFL Bochum wären hier sicher eine interessante Wahl.

Auch über eine Leihe von Soungoutou Magassa von West Ham United könnte man nachdenken und nicht zuletzt - sollten die Bayern oder ein anderer Top-Verein nicht vorher zuschnappen - Kenneth Eichhorn zur Eintracht? Kleiner Hot-Take, aber warum nicht?

Immerhin würden hier in dem Fall das aktuell vielleicht größte deutsche Mittelfeldtalent auf den größten Bundesliga-Talentförderer und Marktwertsteigerer-Verein der letzten Jahre zusammen treffen.

Vielleicht am Ende für beide Seiten sogar das Beste, was passieren kann, auch wenn dies natürlich frühestens im Sommer realistisch wäre.

ANGRIFF:

Hier ist man bereits am meisten aktiv geworden, was aber auch bitter nötig war.

Denn mit Jonathan Burkardt ist Stammstürmer Nr. 1 (8 Tore in 10 Spielen) aktuell wieder mal verletzt, gleiches gilt für Mitchy Batshuayi und der für 26 Millionen eingekaufte Ellye Wahi ist so gefloppt, dass man ihn mittlerweile wahrscheinlich sogar ablösefrei an die Kickers Offenbach abgeben würde, einfach nur, um sich nicht mehr mit diesem leidigen Thema beschäftigen zu müssen.

Dies hatte zur Folge, dass man aufgrund der Nicht-Nominierung von Jessic Ngankam für den Champions-League-Kader, in diesem Wettbewerb zuletzt sogar komplett ohne Stürmer auflaufen musste.

Nun hat man jedoch mit dem aktuellen Zweitligatorschützenkönig Younes Ebnoutalib bereits einen hochspannenden Neuzugang im Sturm verpflichtet (HIER näheres zum neuen Eintracht-Stürmer) und auch die Verhandlungen um William Osula (von den Frankfurt-Fans bereits liebevoll mit dem Spitzname „Ursula“ versehen) von Newcastle United laufen in vollem Gange.

Trotz alledem wird es aber auch an Dino Toppmöller liegen, die Balance zwischen Defensive und Offensive auch taktisch zu meistern, arrivierte Spieler wie Theate, Koch oder Larsson wieder in die Spur zu bringen und so mit Frankfurt in wenigen Tagen in eine hoffentlich erfolgreiche Rückrunde zu starten.

Passt Ebnoutalib zu Eintracht Frankfurt?

Von der Regionalliga in die Champions League in nur einem halben Jahr: Kaum ein deutscher Spieler erlebte einen so schnellen Aufschwung. Doch was ist es, was Eintracht Frankfurt, in ihrem neuen Stürmer sehen?
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 17 Dezember 2025, 14:15

Die SV Elversberg und ihre Talente: Nach Nick Woltemade, Paul Wanner, Fisnik Asllani und Muhammed Damar ist nun bereits das nächste Top-Talent im Anflug auf die Bundesliga: Der 22jährige Younes Ebnoutalib, vor einem halben Jahr noch in der Regionalliga gespielt, nun offiziell ab der Rückrunde neuer Stürmer beim Champions-Ligisten Eintracht Frankfurt.

Ob hier sogar die deutsche Nationalmannschaft bald ein Thema werden könnte, sollte zum Beispiel sein neuer Teamkollege Johnny Burkardt weiter von Verletzungen geplagt werden und Ebnoutalib für ihn zum ernsthaften Herausforderer werden?

Frankfurt, ein Wintermärchen

Younes Ebnoutalib, in Frankfurt geboren, spielte seit dem 1. Januar 2025 für die SV Elversberg in der zweiten Bundesliga. In der laufenden Saison 2025/26 verbuchte er in 17 Ligaspielen zwölf Tore und ist damit aktuell der Spieler mit den meisten Toren in der gesamten zweiten Bundesliga.

Der 1.91 große Mittelstürmer, der theoretisch sowohl für die DFB-Elf als auch für die marokkanische Nationalmannschaft spielen könnte, absolvierte seine Ausbildung bei mehreren kleinen Vereinen in Frankfurt, darunter der SV 07 Heddernheim und die SG Rot-Weiss Frankfurt. Zudem spielte er in der Jugend des SV Wehen Wiesbaden.

Im Jahr 2022 wechselte er zum italienischen Drittligisten AC Perugia, wo er sowohl für die U19 als auch punktuell in der ersten Mannschaft eingesetzt wurde, alles aber noch längst keine Garantie, dass er schon bald einen solchen Sprung machen, beziehungsweise sich überhaupt im hochbezahlten Profifußball durchsetzen würde.

Denn nach seiner Rückkehr nach Deutschland spielte er zunächst für den FC Gießen, einem Verein, der zum Zeitpunkt seines Abgangs zum SV Elversberg sogar für die Regionalliga Südwest zu schwach war und damit sogar in die noch unterklassigere Hessenliga, sprich in die 5. Liga, absteigen musste. Dennoch freut man sich in Gießen über die Entwicklung von Ebnoutalib:

Doch dann legte Ebnoutalib auf einmal einen ganz anderen Weg ein, den highway to the stars, über Elversberg zu dem Verein, der nicht nur Verein seiner Heimatstadt ist, sondern der vor ein paar Wochen noch gegen Spieler wie Mo Salah, Harry Kane und Lamine Yamal spielte.

"Musste mit den Tränen kämpfen"

Dies und weitere Aussagen fielen seitdem vom Spieler selbst, dessen Vater übrigens Silbermedaillengewinner im Taekwondo war und seither in Frankfurt sein eigenes Taekwondo-Center betreibt.

„Es ist ein unglaubliches Gefühl, das bedeutet mir sehr viel. Für die Eintracht zu spielen, war für mich immer ein Kindheitstraum“,

sagte der Spieler beispielsweise in einem Interview seines neuen Clubs.

Es ging alles sehr schnell. Es fühlt sich an wie ein Traum und freue mich unheimlich. Für seine eigene Stadt zu spielen, ist schon sehr krass. Ich bin einfach nur glücklich.

Und das wohlgemerkt im Jahr 2026, wo die Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Cinderella-Story eigentlich nur noch wenn überhaupt in TV-Shows wie DSDS verkauft wird und praktisch, insbesondere im Profifußball, quasi nicht mehr existiert.

Maggi-Magie macht's möglich

Wo aber, wenn nicht in in der Maggi-Metropole Elversberg, die auch ohne ihren Trainer und Diamantenschleifer Horst Steffen genau da weiter machen, wo sie letzte Saison aufgehört haben. Mittendrin im Aufstiegskampf, Zweiter in der Tabelle mit nur drei Punkten Rückstand auf Schalke 04 und das schon wieder mit einer völlig neuen Mannschaft.

Wohingegen sich vergangene Saison allerdings die Shooting-Stars Muhammed Damar, Fisnik Asllani und Elias Baum den Ruhm ein Stück weit geteilt hatten, war es diese Saison noch mehr eben dieser eine Spieler, der in dem kleinen saarländischen Dorf plötzlich ein Tor nach dem anderen schoss: Younes Ebnoutalib.

Und nicht nur das, nicht selten war er auch der Spieler, der die entscheidenden Spiele entschied. Das immens wichtige Auswärtsspiel im Berliner Olympiastadion gegen Hertha BSC entschied er zum Beispiel mit zwei Toren im Alleingang, gleiches gilt für das Auswärtsspiel gegen Eintracht Braunschweig und beim 6 : 0 gegen Fürth legte er gleich mal drei Tore in einer Halbzeit, sprich einen lupenreinen Hattrick hin.


Kein Wunder, dass selbst der sonst europaweit so gut vernetzte Sportvorstand Markus Krösche hier mal den Blick in die nähere Umgebung richten musste:

„Younes ist ein sehr torgefährlicher Spieler mit einer sehr guten Physis. Wir sind überzeugt, dass er uns mit seinen Fähigkeiten schnell helfen kann, zumal er alle athletischen Voraussetzungen mitbringt. Klar ist aber auch, dass wir Younes die notwendige Eingewöhnungszeit bei der Eintracht geben. Als gebürtiger Frankfurter wird er aber ohnehin keine Schwierigkeiten haben, sich wieder in seiner Heimatstadt einzuleben.“

(Markus Krösche gegenüber der Hessenschau).


Hinter den 8 Millionen bald eine 0 mehr?


Nun muss man aber auch sagen, dass Markus Krösches Ruf als mit Abstand bester Fußball-Manager Deutschlands zuletzt ein bisschen gelitten hat, nicht zuletzt aufgrund des 26 Millionen Einkaufs von Ellye Wahi, der sich leider als Totalflop herausgestellt hat.

Dass dieser Transfer so schwer ins Gewicht fällt, liegt aber auch daran, dass Krösche bis dahin so gut wie noch nie daneben lag, wenn es um die Verpflichtung von insbesondere jungen Offensivtalenten gilt. Omar Marmoush, Hugo Ekitiké, Randal Kolo Muani - all diese Spieler hatte vor ihrem Wechsel zur Eintracht kaum jemand auf dem Zettel bis sie schließlich für Summen um die 80-100 Millionen zu den besten Clubs der Welt wechselten.

Ob man an die 8 Millionen, die sich Eintracht Frankfurt Younes Ebnoutalib kosten ließ, schon auch bald eine 0 heranhängen kann? Nun, das jetzt schon zu sagen, wäre sicherlich noch etwas zu früh.

Dennoch gibt es nicht wenige Argumente, die dafür sprechen, darunter seine physische Robustheit, seine Spielintelligenz in Sachen Laufwege, wie auch seine ungeheure Mentalität und Kampfstärke, wie sie ein traditionell von großen Emotionen lebender Verein immer gebrauchen kann.

Ein bisschen wird er sicherlich noch an seiner Technik und seinem schwachen linken Fuß arbeiten müssen und sicherlich wird er sich auch zunächst einmal hinter Johnny Burkardt anstellen müssen.

Sollte er hier aber auch noch die nächsten Schritte machen und dabei die nötige Geduld und Leidenschaft aufbringen, sollte einer Traumkarriere in seiner Heimatstadt nichts mehr im Wege stehen.

Und wer weiß - vielleicht sehen wir ihn ja wirklich nochmal eines Tages in der deutschen Nationalmannschaft.

Zweifel an Alonso: Kam Real Madrid doch zu früh?

Zuletzt gab es große Probleme zwischen dem Team von Real Madrid und Xabi Alonso. Sogar über einen vorzeitigen Rauswurf des Trainers wurde spekuliert. Wo aber liegen die wirklichen Probleme?
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 14 Dezember 2025, 8:12

Eigentlich sollte es das perfekte Match des Jahres 2025 werden: Leverkusens Invincible-Trainer und Double-Gewinner Xabi Alonso plus der Verein, wo er bereits als Spieler eine absolute Legende war: Real Madrid.

Dennoch verdichteten sich gerade in den letzten Monaten die Zeichen, dass es doch noch an der ein oder anderen Stelle hakt, so sehr, dass spanische Medien sogar schon über ein vorzeitiges Ende Alonsos spekulierten.

Doch wo liegen derzeit die wirklichen Probleme bei den Königlichen? Ist es die Kaderplanung, die zu sehr auf Stars und zu wenig auf Teamgefüge ausgerichtet ist? Oder kam dieser nächste große Schritt des Welt- und Europameisters Alonso zu Real Madrid vielleicht doch zu früh?

(Bild: IMAGO / NurPhoto)

Sportliche Lage:


Zuallererst darf man nicht vergessen, dass die spanische Medienlandschaft, ganz vorne die Marca, dazu neigt, Dinge ein wenig überhitzt darzustellen, wenn es um den für die meisten Fußballfans sicherlich nach wie vor größten Club der Welt geht.

Denn schaut man auf das rein Sportliche ist Real Madrid immer noch absolut im Soll. Mit 4 Punkten Rückstand hinter dem FC Barcelona steht man vor der Winterpause auf Platz zwei in der LaLiga-Tabelle und hat damit immer noch alle Chancen auf den Meistertitel.

Auch im spanischen Pokal, der Copa del Rey, ist man trotz eines zuletzt grade defensiv sehr dürftigen 3 : 2 Sieges gegen den Drittligisten CF Talavera weiterhin im Wettbewerb.

Niederlagen in der Liga gab es bislang nur gegen Atletico Madrid (2 : 5) wie auch gegen Celta Vigo (0 : 2), ansonsten sorgten nur zahlreiche Remis' für Punktverlust und Fanfrust.

Auch in der Champions League steht man derzeit auf einem soliden Platz 7 und wäre damit, trotz zwei Niederlagen gegen den FC Liverpool (0 : 1) und Manchester City (1 : 2), aktuell direkt für das Achtelfinale qualifiziert.

Zwischenmenschliche Probleme:

Deutlich mehr Probleme gibt es allerdings im Zwischenmenschlichen, neudeutsch Peoples Management. Genau das, was Xabi Alonso in Leverkusen immer ausgezeichnet hat, fällt ihm als Trainer des weißen Balletts nämlich auf einmal auf die Füße: Sein extrem klares taktisches Konzept, seine fast schon Guardiola-artige Akribie, wenn es um die Umsetzung seiner taktischen Vorgaben geht, wie auch seine immer noch vorhandenen Fähigkeiten als Spieler bestimmte Abläufe auch direkt auf dem Spielfeld vormachen zu können: All dies funktionierte bei den größtenteils jungen hungrigen Leverkusen-Spielern perfekt, funktioniert bei den Real-Madrid-Superstars allerdings nur beginnt.

Alonsos größtes Kryptonit ist hierbei vor allem sein Vorgänger Carlo Ancelotti. Dessen Trainingsstil beinhaltete nämlich vor allem, den Stars zu vertrauen, ihnen maximale Freiheit zu lassen und für eine gute Grundstimmung in der Kabine zu sorgen.

Würden wir hier von einer Schulklasse reden, könnte man also von dem strengen neuen Lehrer Alonso reden, der auf den netten großmütigen Vertrauenslehrer Ancelotti folgt.

Die Folge: Viele der unter Ancelotti vielleicht etwas "verzogenen" Stars wie Vinicius Junior, Federico Valverde oder Jude Bellingham werden auf einmal mit neuen Aufgaben konfrontiert und einer Situation, die sie unter Ancelotti und auch unter Zinedine Zidane so nicht kannten. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich der ein oder andere zunächst dachte:

"Was ist denn hier los? Wieso steht hier auf einmal ein Coach, der mir genau sagen will, wo ich wann wem hinpassen soll? Und der mir sogar direkt vormacht, wie ich zu spielen habe?"

Viele Leser erinnern sich hier sicherlich noch an das Scheitern von Carlo Ancelotti beim FC Bayern, was ebenfalls größtenteils seinem Vorgänger Pep Guardiola geschuldet war. Während Guardiola den Bayern-Spielern nämlich in höchster Akribie Strukturen und Positionen vorgab, war es dann Ancelotti der (inklusive rauchendem Co-Trainer) die Zügel plötzlich locker ließ und den Spielern maximale Freiheit auf dem Platz einräumte.

Die Folge war, dass das Team mit diesem plötzlichen Stilbruch komplett überfordert war, was schließlich für den Rauswurf von Carlo Ancelotti nach nur einem Jahr sorgte. Ausgerechnet der FC Bayern, der Verein gegen den Ancelotti auf seinen vielen anderen Stationen noch nie verloren hatte, sollte damit der einzige Verein bleiben, wo er als Trainer keinen Erfolg hatte.


Die Frage, die man sich daher durchaus stellen darf: Erleben wir bei Real Madrid vielleicht grade das selbe Phänomen, nur umgekehrt?

Vinicius Jr. vers. Xabi Alonso:

Ich? Wirklich ich? Warum immer ich? Mir reicht's. Ich hau hier ab.

So ähnlich interpretierten Lippenleser den Wutanfall von Vinicius Junior nach seiner Auswechslung im El Classico gegen den FC Barcelona, den man trotz alledem (nicht zuletzt dank einer herausragenden Leistung von Kylian Mbappé) aber schließlich dennoch gewann.

Anders als aber z.B. bei Karim Adeyemis jüngsten Ausrastern nach Auswechslung bei Borussia Dortmund stellte sich der Verein danach jedoch nicht klar hinter den Trainer.

Vielmehr wurde mehr und mehr durchgesteckt, dass zwischen Vinicius Jr. und Xabi Alonso schon länger ein Machtkampf tobte und es auch andere Spieler gab, die vor Alonso nicht den Respekt hatten, wie vor seinem Vorgänger.

Der Grund hierfür: Vinicius Jr. und anderen Kreativspielern war das Positionsspiel von Alonso zu starr, hemmte sie in ihrer Kreativität und sorgte gerade gegen tiefstehende Gegner für Probleme, die man - laut einiger Spieler - so unter Carlo Ancelotti in der Form nicht hatte.

Auch plötzliche Positionswechsel wie die von Federico Valverde auf die Rechtsverteidigerposition wurde von Spielerseite nur äußerst widerwillig aufgenommen.

Andere Spieler wie Jude Bellingham weigerten sich währenddessen wiederholt bei Interviews zu erscheinen, während sich junge Spieler wie Franco Mastantuono oder auch der jüngst an Olympique Lyon verliehene Brasilianische Mittelstürmer Endrick über zu wenig Spielzeit beschwerten.

Kurz gesagt: Aus dem Machtkampf zwischen Vinicius und Alonso wurde ein Dominoeffekt, bei dem mehr und mehr Spieler machten, was sie wollten, ungeachtet, ob das dem Verein und dem Trainer schadet oder hilft.


Machtvakuum in der Kabine:

Nur wie ist man überhaupt in diese Situation gekommen? Denn auch wenn Xabi Alonso trotz seiner Spielererfolge als Trainer in Spanien noch nicht das Standing hat wie ein Ancelotti, müsste es dann doch zumindest in der Mannschaft Spieler geben, die einen Vinicius Jr. in der Kabine mal beiseite nehmen und sagen: Freundchen, so nicht. Auch du stehst hier nicht über dem Verein.

Das Problem ist, dass Real Madrid genau solche erfahrenen Spieler, vor denen jeder junge Spieler Respekt hat, aktuell fehlen. Jahrelange Säulen wie Toni Kroos und Luka Modric spielen nicht mehr für die Königlichen und junge Spieler wie Eduardo Camavinga, Jude Bellingham oder auch Aurelien Tchouameni müssen eben noch in diese Rolle als absolute Führungsspieler hineinwachsen.

Hinzu hat sich dann auch noch Kapitän Dani Carvajal verletzt, der noch am ehesten hätte die Rolle des verlängerten Trainerarms ausfüllen können.

Es fehlen somit aktuell die Spieler, die Ruhe in die Kabine bringen und insbesondere die jungen Spieler wie Vinicius Jr., Rodrygo oder ein Stückweit auch Bellingham, für die Ancelotti eine Art Vatervigur war, mal in einem persönlichen Gespräch beiseite nehmen und ihnen klar machen, was es eigentlich bedeutet für den größten Verein der Welt zu spielen.


Lücken im Kader:

Des Weiteren gibt es auch einige taktische Lücken im Kader, die Alonso bei Leverkusen so nicht hatte und die ihm aktuell das Leben schwer machen.

Auch bedingt durch die Knieverletzung Dani Carvajal fehlt Alonso z.B. aktuell ganz klar ein schneller erfahrener Rechtsverteidiger der Marke Jeremie Frimpong, so wie auch ein klar gesetzter Freistoßschütze wie Alejandro Grimaldo, der sowohl die Außenbahn beackern als auch im Mittelfeld Verantwortung übernehmen kann.

Vor allem aber fehlt Alonso ein echter Neuner der Marke Patrik Schick, ein Stürmer, der auch mal mit dem Rücken zum Tor Bälle fest macht, kopfballstark ist und sich gegen tiefstehende Abwehrketten durchsetzt.

Und klar, man kann sagen: Wenn man stattdessen mit Kylian Mbappé einen der Top 3 aktuell besten Stürmer der Welt (Grüße an Haaland und Kane) hat, ist das schon Heulen auf sehr hohem Niveau. Das Problem ist jedoch, dass sowohl Mbappé, als auch Vinicius Jr. als auch Rodrygo eigentlich gelernte linke Flügelspieler sind, die klar übers 1 gegen 1 und über Tempo kommen. Es fehlt somit das Gegenstück, ein Neuner, wie es beispielsweise Joselu, Karim Benzema oder in seinen späten Real-Jahren Cristiano Ronaldo war.

Dennoch ist Kylian Mbappé der Spieler, der unter Alonso wohl die bislang größte Entwicklung durchgemacht hat, steht er doch aktuell sowohl in der Champions League (9 Tore in 5 Spielen) wie auch in der Liga (18 Tore in 8 Spielen) mit wettbewerbsübergreifend bereits 28 Toren in dieser Saison europaweit auf Platz eins.



Wie geht es weiter?

Grundsätzlich muss man sich hier seitens der Vereinsführung erstmal fragen: Möchte man mit Xabi Alonso den Umbruch endgültig vollenden und mit ihm gemeinsam damit ein Stück weit auch ein neues Real Madrid aufbauen? Oder hat, wie leider oft bei so großen Vereinen, nur der sofortige Erfolg, im Idealfall das Triple, Priorität?

Auch muss man sich bewusst sein, mit Xabi Alonso nun einen sehr ambitionierten und meinungsstarken Trainer zu haben, der sicherlich auch anpassungsfähig ist, dennoch aber eine klare Philosophie hat und nicht gekommen ist, um allen, inklusive Präsident Florentino Perez, Honig ums Maul zu schmieren.

Alonso hingegen muss sich jedoch aber auch bewusst werden, dass Real Madrid nicht Bayer Leverkusen ist, sondern nun mal auch historisch schon immer ein Verein war, wo nur die besten Spieler der Welt spielen - Spieler mit einem sehr großen Ego, die vielleicht auch mal für die ein oder andere Starallüre gut sind.

Ob es dabei fürs Kabinenkarma so hilfreich ist, den Fast-Ballon-D'or-Sieger von 2024 Vinicius Junior ausgerechnet im El Classico auszuwechseln, während sein größter Kontrahent bei Barcelona Lamine Yamal trotz dürftiger Leistung über 90 Minuten durchspielen darf, darf dabei also auch hinterfragt werden.

Denn so schön der Satz "Die Mannschaft ist der Star" auch ist, trifft dies auf Real Madrid eben nur bedingt zu, da hier natürlich auch klar eine geballte Ansammlung von Superstars die Mannschaft bilden.

Alonso-Real-Match brauch Geduld

Leon Buche
Leon Buche

Klar ist, beide Seiten müssen sich aufeinander zubewegen und dabei auch ein bisschen Geduld mitbringen.

Sollte dies gelingen, könnte das weiße Ballett aber - insbesondere mit jungen aufstrebenden Talenten wie Alvaro Carreras oder Gonzalo Garcia - auch mit Xabi Alonso schon bald wieder an die großen Erfolge der letzten 10 Jahre anknüpfen.

Denn nicht zuletzt darf man nicht vergessen, dass es auch zahlreiche Spieler gibt, die den Trainerwechsel zu Alonso sehr befürworten und große Fans des neuen Trainers sind, ganz vorne Mittelfeldmotor (und vielleicht sogar eines Tages neuer Real-Kapitän?) Aurelien Chouameni und nicht zuletzt - Kylian Mbappé.

Wo spielt Nico Schlotterbeck im Herbst 2026?

In unserer Artikelreihe "Wo spielt Spieler X nach dem Sommer 2026" stellen wir euch Spieler vor, welche diesen Sommer vor einem Wechsel stehen könnten. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihrem Verein und den Fans noch länger erhalten bleiben? Und welche Vereine haben aktuell die besten Karten? Los geht's mit Dortmund-IV Nico Schlotterbeck.
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 13 Dezember 2025, 23:12

Nico Schlotterbeck gehört aktuell neben dem Bayern-IV-Duo Jonathan Tah und Dayot Upamecano ganz klar zu den Top 3 Innenverteidigern der Bundesliga. Umso mehr stellen sich Dortmund-Fans allmählich die Frage, wie lange der Weg mit so einem herausragenden Spieler noch gehen kann. Bereits 2027 läuft sein Vertrag bei den Schwarzgelben nämlich aus, der nächste Transfersommer wäre also der letzte Sommer, wo man für den Innenverteidiger, dessen Marktwert aktuell auf rund 55 Millionen Euro geschätzt wird, noch eine Ablöse kassieren könnte. (Bild: IMAGO / Jan Huebner)

Aber macht ein Wechsel von Schlotterbeck zu einem größeren Verein diesen Sommer sportlich überhaupt Sinn? Und falls ja, zu welchem Verein?

Das alles erfahrt ihr im ersten Teil unserer neuen Artikel-Reihe „Wo spielt Spieler X nach dem Sommer 2026?“

AKTUELLE LAGE:

„Winner-Mentalität heißt auch mal das Spiel zu killen. Das haben wir nicht hinbekommen. Das ist nicht bitter, das ist richtig schlecht.“

Diese und ähnliche Aussagen platzten aus Nico Schlotterbeck nach dem zuletzt enttäuschenden Unentschieden gegen den norwegischen Erstligisten Bodo/Glimt heraus, einem Spiel, in dem man völlig unnötig zwei Führungen und vor allem zwei wichtige Punkte für den direkten Einzug ins Champions-League-Achtelfinale verspielte.

Auch zählte er indirekt seine in der zweiten Halbzeit eingewechselten Kollegen Karim Adeyemi und Serhou Guirassy an in dem er sagte „die Spieler, die reinkamen verlieren jeden Ball“ – etwas, wonach jeder andere Spieler normalerweise mindestens mal eine Ansage vom Trainer bekommen hätte.

Bei Nico Schlotterbeck passierte dies jedoch nicht, im Gegenteil, Niko Kovac lobte ihn sogar mit den Worten:

„Genau das ist das, was ein Trainer möchte: Verantwortung. Wir wollen ja alle mündige Spieler und Nico Schlotterbeck ist ein Führungsspieler."


Ob Kovac diese Worte in der Pressekonferenz genauso gewählt hätte, hätte z.B. Karim Adeyemi indirekt namentlich seine Mitspieler angezählt? Das darf bei einem Trainer, der normalerweise bei so etwas äußerst streng ist, eher angezweifelt werden.

Da fragt man sich als Fan schon ein bisschen, ob Nico Kovac hier möglicherweise hinter den Kulissen von den Vereinsbossen angewiesen wurde, sich mit Nico Schlotterbeck besser gut zu stellen, um so vielleicht doch noch eine Vertragsverlängerung über den Sommer hinaus möglich zu machen.

Denn klar ist, dass es jetzt schon kaum einen deutschen Spieler gibt über den es aktuell so viele Wechselgerüchte gibt – und das zu Recht.

Doch schauen wir zunächst mal auf den Spieler:

WARUM SCHLOTTERBECK?

Denn ja, es gab Zeiten, wo der damals noch junge Nico Schlotterbeck durchaus polarisierte. Von „zu riskant, zu offensiv und zu fehlerbehaftet" bis zum Teil sehr unlustigen Wortwitzen a la "Wenn er in der Abwehr steht, schlottern einem als Fan die Knie" gab es insbesondere nach seinen Leistungen im DFB-Dress auf Social Media viel Kritik.

Einige Kritiker gaben ihm sogar Mitschuld am Ausscheiden der DFB-Elf bei der WM 2022 in Katar, war er doch derjenige, der vor dem 1 : 2 gegen Japan dem Angreifer Takuma Asano nur Begleitschutz gewährte, weil er wohl davon ausging, sein Kollege Niklas Süle stände im Abseits.

Von dieser Unsicherheit ist mittlerweile nichts mehr zu spüren. Schon in der Saison 2023/24 war er neben Mats Hummels einer der besten Spieler im BVB-Dress und klar mitverantwortlich für den Einzug ins Champions-League-Finale.

Dabei steht er mittlerweile sinnbildlich für das Profil eines modernen Innenverteidigers. Mit den gleichen Fähigkeiten am Ball gesegnet, wie die Weltklasse-Liberos der Achtziger, vereint er diese aber zusätzlich mit Geschwindigkeit, Technik und herausragender Antizipation.

Grade sein starker linker Fuß sticht hier besonders hervor, mit dem er nicht selten Diagonalbälle spielt, die sofort zu hochgefährlichen Konterangriffen seines Teams führen. Seine hohe Intensität in direkten Duellen, sein extrem gutes Timing im Herausrücken, wie auch sein genereller proaktiver Verteidigungsstil ist hinzu auf einem Level, wie es nur wenige andere Innenverteidiger aktuell haben.

Mit seiner Athletik ist er zu dem ideal für die Ousmane Dembelé’s und Kylian Mbappè’s dieser Welt, da nicht nur seine Endgeschwindigkeit mit 33,4 km/h auf einem guten Level ist, sondern er auch im Antritt auf den ersten Metern sehr schnell ist.

Hinzu ist er von der Position her extrem variabel, kann also sowohl als linker Innenverteidiger in einer Dreierkette, als auch in einer Viererkette spielen. Selbst als Außenverteidiger könnte man ihn theoretisch einsetzen, auch wenn das sicherlich ein Stück weit auf Kosten seiner Fähigkeiten als Spielmacher ginge.

Vor allem aber sticht sein Gefühl für Räume und seine Spielintelligenz hervor – Andrea Pirlo eine Reihe weiter hinten“ könnte es vielleicht ganz gut zusammen fassen - immer am Spielaufbau beteiligt, seine Mitspieler mit einbindend und trotzdem auch mit den Fähigkeiten gesegnet, die er sich grade in den letzten Jahren selbst beibringen musste: Ein Gefühl dafür, was neben, wie auch hinter ihm passiert und wo er genau stehen muss, damit es nicht gefährlich wird.

SITUATION IM VEREIN:

Das Problem bei Schlotterbeck beim BVB aktuell ist jedoch, dass seine Stärken erst dann zu 100 Prozent zur Entfaltung kommen, wenn ein Trainer mit seiner Mannschaft ein Stück weit auch Ballbesitzfußball lebt und zelebriert.

Dies kann man von Niko Kovac, trotz guter Ergebnisse und einer sensationellen Aufholjagd in der letzten Rückrunde, bislang nun wirklich nicht sagen. Natürlich können Fähigkeiten am Ball auch im Spiel gegen den Ball von Vorteil sind (z.B. beim Einleiten eines Konters nach Balleroberung), doch ein genereller proaktiverer Spielstil würde aus Schlotterbeck sicherlich einen noch besseren Innenverteidiger machen.

Und hier wären wir bei den zwei entscheidenden Fragen, was Schlotterbecks Zukunft angeht: Erstens - kann Niko Schlotterbeck seine eigenen persönlichen sportlichen Ziele mit einem so destruktiven Fußball spielenden Trainer wie Niko Kovac erreichen? Und zweitens, so bitter das für so manchen BVB-Fan klingen mag - kann Schlotterbeck seine sportlichen Ziele in puncto Titel mit dem BVB aktuell erreichen? Ist der BVB aktuell überhaupt ein Verein, der ernsthaft um Titel mitspielt?

Hier war das unglückliche Aus im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen möglicherweise schon die Stunde der Wahrheit, was eine mögliche Schlotterbeck-Verlängerung angeht. Denn auch diesen Pokal hat man das letzte Mal in der Saison 2020/21 sprich vor fünf Jahren gewonnen und alle anderen Titel scheinen mittlerweile weiter denn je.

Denn in der Bundesliga gibt es nun mal aktuell diesen einen Verein namens FC Bayern, von dem man scheinbar so weit weg ist, dass Spieler wie Maximilian Beier sogar vom Trainer dafür angezählt werden, wenn sie das Wort "Titel" auch nur in den Mund nehmen und auch in der Champions League ist es wohl eher eine Minderheit, die Borussia Dortmund als einen klaren Favoriten für die nächsten Jahre für den Gewinn des Henkelpotts nennen würde. Selbst einige BVB-Fans kommentieren die Wechselgerüchte um Schlotterbeck daher mittlerweile schon mit Worten wie "Wer will es ihm verübeln?"

War daher mit Blick auf Nico Schlotterbeck das DFB-Pokal-Aus gegen Leverkusen vielleicht bereits der Tag der Entscheidung?

Doch welche anderen Vereine kämen überhaupt für ihn in Frage?

FC BARCELONA:

Der FC Barcelona klingt natürlich zunächst einmal wie das Traumziel für jeden spielstarken Innenverteidiger: Eine Mannschaft, die schon von ihrer Historie her eigentlich immer den Ball haben möchte, für schönen Fußball steht, wie auch für einen Spielaufbau, der im Idealfall bereits im hinteren Drittel beginnen soll. Genau das, was Schlotterbeck am besten kann.

Auch die Konkurrenzsituation wäre hier für Schlotterbeck überschaubar, wenn man bedenkt, dass Barcelonas aktuell bester Innenverteidiger grade mal 18 Jahre alt ist und auf den Namen Pau Cubarsi hört.

Des Weiteren wäre auch der, von so manchem deutschen Nationalspieler gefürchtete, Sprung ins Ausland (Grüße an Florian Wirtz und Niclas Füllkrug) im Fall eines Wechsels zu den Katalanen weitaus entspannter als bei jedem anderen Verein. Schließlich spricht Barcas Trainer Hansi Flick nicht nur perfekt deutsch, sondern war zuzüglich noch der Coach, der Schlotterbeck einst entdeckt und in die deutsche Nationalmannschaft berufen hat.

Den aktuell wieder mal verletzten und sich tedenziell eher auf dem Abstellgleis befindenden Andreas Christensen (29) mal ausgeklammert, wäre Schlotterbeck dort mit 26 Jahren auch sofort der älteste Innenverteidiger im Kader, die Rolle als Abwehrchef würde sich bei konstanter Leistung bei den Blaugranern daher schon fast von selbst verstehen.

Gegen einen Wechsel zu Barca könnte daher nur die sicherlich sehr hohe Ablösesumme sprechen, die wieder einmal für Probleme bei der Lizenzierung seitens der Barca-Verantwortlichen sorgen könnte.

Andererseits – irgendeinen verruchten Techno-Schuppen am Rande Barcelonas, der dem Großonkel der Tante des Vereinspräsidenten gehört und den man mal eben für einen netten Aufpreis in Spotify-Hypeland-Fantastic-Money-Fandome umbenennen kann, findet sich dann ja am Ende doch immer.:)

FC BAYERN:

Für den FC Bayern wäre hingegen vor allem der Typ Nico Schlotterbeck als Mensch interessant. Denn so stark Upamecano und Tah derzeit performen, so ist doch keiner von ihnen ein klassischer Lautsprecher, sprich jemand, der mit Kampfstärke und Mentalität auch seine Mitspieler anheizen kann.

Diese „Effenberg-Attribute“, wie man an der Säbener Straße gerne sagt, hat Nico Schlotterbeck hingegen schon immer im Blut gehabt, was ihn neben seinen fußballerischen Qualitäten für den Rekordmeiste auch neben dem Platz extrem interessant machen könnte.

Hinzu ist man an der Isar nach wie vor immer bestrebt die besten jungen deutschen Nationalspieler zu verpflichten, wie zuletzt auch das (am Ende vergebliche) Buhlen um Florian Wirtz und Nick Woltemade zeigte.

Das einzige Problem ist allerdings, dass Vincent Kompany ganz klar kein Dreierkettentrainer ist, es somit mit Upamecano, Tah und Schlotterbeck immer drei Innenverteidiger für zwei Plätze geben würde, wo die Frage ist, ob Schlotterbeck sich diesem Konkurrenzkampf aussetzen möchte.

Es sei denn Upamecano wechselt selbst zu einem anderen Verein und da kämen wir gleich zum nächsten Verein. Und Achtung, jetzt wird es kompliziert:

REAL MADRID:

Denn der berühmte Satz „Real Madrid ruft nur einmal an“ könnte diesen Sommer möglicherweise auf Nico Schlotterbeck zutreffen, möglicherweise allerdings auch auf Bayern-Innenverteidiger Upamecano.

Sollte Real Madrid Upamecano verpflichten, wäre der Platz bei den Bayern für Schlotterbeck natürlich frei, falls Upamecano aber verlängert und Real Madrid inzwischen einen anderen Innenverteidiger verpflichtet, wären beide Türen für Schlotterbeck geschlossen. In dem Fall hätte Schlotterbeck sich dann klar verzockt.

Denn auch bei Real Madrid scheint der Umbruch auf der Innenverteidigerposition noch nicht vollendet.

Bei Antonio Rüdiger stehen hier nämlich die Zeichen eher auf Abschied, bei David Alaba schon lange mehr als nur die Zeichen und junge Spieler wie Raul Asencio oder Dean Huijsen fehlt es bislang noch klar an Konstanz.

Allerdings stehen bei den Madrilenen neben Upamecano aktuell auch Verteidiger wie Ibrahima Konatè, Marc Guehi und Rafa Marin vom FC Villarreal auf dem Zettel, hier wäre also eher die Frage, ob Schlotterbeck sich gegen die Konkurrenz während der Transferphase durchsetzt.

Sollte Upamecano allerdings bei den Bayern verlängern, könnte auch dieser große Schritt für Nico Schlotterbeck nochmal interessant werden.

FC LIVERPOOL:

Und nicht zuletzt wäre da der FC Liverpool, wo Schlotterbeck auf seinen Nationalmannschaftskameraden Florian Wirtz treffen könnte, was zumindest ein kleines Soft-Argument sein könnte.

Denn mit erst 2 Scorern in der Premier League tut sich Florian Wirtz bei den Reds nach wie vor sehr schwer. Ein weiterer deutscher Top-Spieler, mit dem sich Wirtz nicht nur privat gut versteht, sondern der ihm auch spielerisch ähnelt, könnte daher auch für die Wirtz-Entwicklung interessant sein.

Die große Frage wird hier allerdings die Zukunft vom zuletzt stark kritisierten Trainer Arne Slot sein. Denn aktuell stehen Liverpool zwar wieder auf Platz 4 der Tabelle, ob das aber ausreicht, dass Liverpool ihn auch noch für die nächste Saison engagiert, darf bei den Transferausgaben, die der Verein zuletzt hatte, stark angezweifelt werden.

Somit ist ein Liverpool-Wechsel derzeit noch schwer zu prognostizieren. Denn klar ist, dass Arne Slots eher pressing-ausgerichteter Spielstil für Schlotterbeck eher weniger ideal wäre, sollte aber ein anderer Trainer übernehmen, der für mehr Ballbesitz steht, könnten hier die Karten nochmal ganz neu gemischt werden.

So oder so wird das daher nicht nur im Fall Nico Schlotterbeck ein hochspannender Sommer werden.

Wir von Kickfieber halten euch hier selbstverständlich auf dem Laufen und freuen uns, wenn ihr unsere Reihe „Wo spielt Spieler X nach dem Sommer 2026“ weiter verfolgt.

Fazit: Wechsel 2026 wahrscheinlich

Leon Buche
Leon Buche

So doof es für die Bundesliga ist, für mich wäre ein Wechsel zum FC Bayern der logischste nächste Schritt für Schlotterbeck, sollte (!) Upamecano die Bayern diesen Sommer verlassen. Sollte Upamecano hingegen verlängern, sehe ich hier klar den FC Barcelona auf Platz eins, auch aufgrund der Nähe zu Hansi Flick.

Ein langfristiger Verbleib bei Borussia Dortmund wäre sicherlich vor 5 Jahren noch möglich gewesen (Stichwort: Marco Reus), so schnelllebig wie das Geschäft mittlerweile ist, halte ich das aktuell aber für eher unwahrscheinlich, zumal Schlotterbeck ja auch nicht aus der Dortmund-Jugend kommt.

Um solche Top-Spieler wieder langfristig halten zu können, müsste man zu aller erst aus der Ambitionslosigkeit herauskommen, was Titel angeht, Leute in der Führung austauschen, die den Verein sportlich nicht weiterentwickeln und vor allem endlich mal wieder mutiger auf dem Transfermarkt agieren, sowohl was Talente als auch was Topspieler angeht.