Die SV Elversberg und ihre Talente: Nach Nick Woltemade, Paul Wanner, Fisnik Asllani und Muhammed Damar ist nun bereits das nächste Top-Talent im Anflug auf die Bundesliga: Der 22jährige Younes Ebnoutalib, vor einem halben Jahr noch in der Regionalliga gespielt, nun offiziell ab der Rückrunde neuer Stürmer beim Champions-Ligisten Eintracht Frankfurt.
Ob hier sogar die deutsche Nationalmannschaft bald ein Thema werden könnte, sollte zum Beispiel sein neuer Teamkollege Johnny Burkardt weiter von Verletzungen geplagt werden und Ebnoutalib für ihn zum ernsthaften Herausforderer werden?
Frankfurt, ein Wintermärchen
Younes Ebnoutalib, in Frankfurt geboren, spielte seit dem 1. Januar 2025 für die SV Elversberg in der zweiten Bundesliga. In der laufenden Saison 2025/26 verbuchte er in 17 Ligaspielen zwölf Tore und ist damit aktuell der Spieler mit den meisten Toren in der gesamten zweiten Bundesliga.
Der 1.91 große Mittelstürmer, der theoretisch sowohl für die DFB-Elf als auch für die marokkanische Nationalmannschaft spielen könnte, absolvierte seine Ausbildung bei mehreren kleinen Vereinen in Frankfurt, darunter der SV 07 Heddernheim und die SG Rot-Weiss Frankfurt. Zudem spielte er in der Jugend des SV Wehen Wiesbaden.
Im Jahr 2022 wechselte er zum italienischen Drittligisten AC Perugia, wo er sowohl für die U19 als auch punktuell in der ersten Mannschaft eingesetzt wurde, alles aber noch längst keine Garantie, dass er schon bald einen solchen Sprung machen, beziehungsweise sich überhaupt im hochbezahlten Profifußball durchsetzen würde.
Denn nach seiner Rückkehr nach Deutschland spielte er zunächst für den FC Gießen, einem Verein, der zum Zeitpunkt seines Abgangs zum SV Elversberg sogar für die Regionalliga Südwest zu schwach war und damit sogar in die noch unterklassigere Hessenliga, sprich in die 5. Liga, absteigen musste. Dennoch freut man sich in Gießen über die Entwicklung von Ebnoutalib:
Doch dann legte Ebnoutalib auf einmal einen ganz anderen Weg ein, den highway to the stars, über Elversberg zu dem Verein, der nicht nur Verein seiner Heimatstadt ist, sondern der vor ein paar Wochen noch gegen Spieler wie Mo Salah, Harry Kane und Lamine Yamal spielte.
"Musste mit den Tränen kämpfen"
Dies und weitere Aussagen fielen seitdem vom Spieler selbst, dessen Vater übrigens Silbermedaillengewinner im Taekwondo war und seither in Frankfurt sein eigenes Taekwondo-Center betreibt.
„Es ist ein unglaubliches Gefühl, das bedeutet mir sehr viel. Für die Eintracht zu spielen, war für mich immer ein Kindheitstraum“,
sagte der Spieler beispielsweise in einem Interview seines neuen Clubs.
Es ging alles sehr schnell. Es fühlt sich an wie ein Traum und freue mich unheimlich. Für seine eigene Stadt zu spielen, ist schon sehr krass. Ich bin einfach nur glücklich.
Und das wohlgemerkt im Jahr 2026, wo die Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Cinderella-Story eigentlich nur noch wenn überhaupt in TV-Shows wie DSDS verkauft wird und praktisch, insbesondere im Profifußball, quasi nicht mehr existiert.
Maggi-Magie macht's möglich
Wo aber, wenn nicht in in der Maggi-Metropole Elversberg, die auch ohne ihren Trainer und Diamantenschleifer Horst Steffen genau da weiter machen, wo sie letzte Saison aufgehört haben. Mittendrin im Aufstiegskampf, Zweiter in der Tabelle mit nur drei Punkten Rückstand auf Schalke 04 und das schon wieder mit einer völlig neuen Mannschaft.
Wohingegen sich vergangene Saison allerdings die Shooting-Stars Muhammed Damar, Fisnik Asllani und Elias Baum den Ruhm ein Stück weit geteilt hatten, war es diese Saison noch mehr eben dieser eine Spieler, der in dem kleinen saarländischen Dorf plötzlich ein Tor nach dem anderen schoss: Younes Ebnoutalib.
Und nicht nur das, nicht selten war er auch der Spieler, der die entscheidenden Spiele entschied. Das immens wichtige Auswärtsspiel im Berliner Olympiastadion gegen Hertha BSC entschied er zum Beispiel mit zwei Toren im Alleingang, gleiches gilt für das Auswärtsspiel gegen Eintracht Braunschweig und beim 6 : 0 gegen Fürth legte er gleich mal drei Tore in einer Halbzeit, sprich einen lupenreinen Hattrick hin.