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Leon

Was ist los mit Mo Salah? Verlässt er Liverpool schon im Winter?

Nach dem bitteren 3:3 gegen Leeds United hat Clublegende Mohamed Salah im anschließenden Interview deutliche Kritik an der Clubführung und Trainer Arne Slot geäußert. Der „Egyptian King“ sagte hier unter anderem, er fühle sich nicht wertgeschätzt, hätte kein (!) Verhältnis mehr zu seinem Trainer und deutet dabei sogar einen Abschied im Winter an. Könnte es jetzt also sogar zu einem vorzeitigen Ende des Superstars bei den Reds kommen? (Bild: IMAGO / Xinhua)

Die Galacticos des Nordens

Der unerklärliche Absturz des amtierenden Premier League Meisters FC Liverpool darf wohl zu Recht als eine der größten Überraschungen dieser Saison im europäischen Fußball gezählt werden. Nicht wenige sahen vor der Saison eher einen FC Liverpool, der wenigstens einmal Top-Favorit auf den erneuten Meistertitel in der Premier League war, wenn nicht sogar einer der Mitfavoriten auf den Henkelpott.

Zu glanzvoll sahen die Neuzugänge aus, bei denen die Reds sämtliche wirtschaftlichen Rekorde brachen und in einem Sommer u.a. Florian Wirtz (125 Millionen), Jeremie Frimpong (40 Millionen), Milos Kerkez (45 MIllionen), Hugo Ekitike (95 Millionen) und Alexander Isak (145 Millionen) an die Mercyside holten.




Des Weiteren hatte man bis auf Luis Diaz und Trent Alexander-Arnold und nicht zuletzt den durch einen Autounfall verstorbenen portugiesischen Flügelstürmer Diogo Jota keinen nennenswerten Abgang zu verschmerzen.

Dennoch stand man nach dem 14. Spieltag sogar lediglich nur auf Platz 11 in der Premier-League-Tabelle, hinzu kamen peinliche Niederlagen gegen Nottingham Forest (0 : 3) in der Liga, wie auch PSV Eindhoven (1 : 4) in der Champions League.

Kurz gesagt: Es machte sich schlussendlich das bemerkbar, was in den ersten Wochen die (meist knappen und glücklichen) Ergebnisse noch kaschieren konnten – diese Mannschaft bestand zwar aus vielen großen Namen, trat aber nicht wie das auf, was der Name suggerieren sollte: Eine Mannschaft. Und hierbei kommt man leider auch an ihm nicht vorbei: Mohamed Salah, Liverpools Rekordschütze und vielleicht der beste und talentierteste Stürmer, der jemals für diesen Verein auflief.

Legende aus dem Pyramidenland

Über das, was Mo Salah in seiner Gesamtlaufbahn für den FC Liverpool geleistet hat, gibt es sicherlich keine zwei Meinungen. Kein Interview der Welt, selbst ein komplettes Zerwürfnis mit dem Verein, könnte diese Legacy zerstören, die Mo Salah sich hier über Jahre hinweg aufgebaut hat: 2 Meisterschaften, 1 Champions-League-Titel, 4 Top-10-Nominierungen für den Ballon D’or, 6 mal Englands wie auch Afrikas Fußballer des Jahres, wie auch vierfacher Torschützenkönig in der wahrscheinlich besten Liga der Welt.

Auch was seine Form angeht, hatte es den Anschein als könne diese Jahr für Jahr nur noch besser und besser werden. Mit 29 Toren und 18 Assists zeigte er zudem grade letzte Saison eine extrem hohe Ausgeglichenheit zwischen Toren und Vorlagen, was immer ein Zeichen dafür ist, dass ein Stürmer nicht nur unglaublich gut und treffsicher ist, sondern auch Spieler um sich herum hat mit denen er gerne und hervorragend harmoniert.

Warum der plötzliche Downfall?

Wie also kann es sein, dass davon auf einmal gefühlt nichts mehr übrig ist? Denn trotz sehr hoher Forderungen schaffte Salah es nämlich auch finanziell diesen Sommer am Ende seinen neuen Vertrag durchzusetzen, der auf etwa 20,8 Millionen Pfund Gehalt im Jahr geschätzt wird.

Trotzdem steht er nach nun 15 Spielen grade mal bei 4 Scorern (2 Tore und 2 Vorlagen) und wird zudem scharf dafür kritisiert, neuen Mitspielern wie Florian Wirtz oder Hugo Ekitiké in torentscheidenden Situationen nicht zuzuspielen, sein Ego in den Vordergrund zu stellen und sich dabei immer mehr von der Mannschaft abzuschotten.

Die Folge: Arne Slot setzte ihn ab einem bestimmten Punkt auf die Bank, ihn die Vereinslegende - etwas, was einst Erik ten Hag bei Manchester United schon mit einem alternden Cristiano Ronaldo tat - mit ähnlichen Folgen (siehe Ronaldos Interview vor seinem United-Abgang):



Nun sprechen wir über Mo Salah's Interview nach jenem 3 : 3 gegen Leeds United gegenüber Sky.Sports. Parallelen zu Cristiano Ronaldos Manchester-United-Abrechnungs-Interview mit Piers Morgan im Jahr 2022 gibt es hier nämlich definitiv, was die Schärfe im Tonfall angeht und auch die Tatsache, dass hier ein Spieler klar aufzeigt, größer als der Verein und insbesondere der Trainer zu sein.

Hier einige originale Zitate aus seinem Interview und unsere Einschätzung dieser Aussagen nach dem 3 : 3 gegen Leeds:

Ich verstehe nicht, warum ich auf der Bank sitze. Ich habe viel für den Club getan. Es fühlt sich so an, als würde der Club mich unter den Bus werfen.“

Hier ist schon klar der erste Fehler in der Selbsteinschätzung von Mo Salah. Denn im Gegensatz zu Robert Lewandowski oder auch Cristiano Ronaldo gibt es im Fall Salah keinen anderen wirklich großen europäischen Verein, wo er ähnlich viel Ruhm und Aufmerksamkeit erhielt. Der Erfolg des FC Liverpools ist daher natürlich klar mit Namen wie Trent Alexander-Arnold, Virgil van Dijk und natürlich auch Mo Salah verbunden, umso mehr aber ist der Erfolg von Salah völlig klar und nahezu einzig und allein mit dem FC Liverpool verbunden.

Die Dankbarkeit sollte daher auf beiden Seiten gegeben sein. Hinzu ist jeder Spieler über 30 auch irgendwann mal an dem Punkt, wo auch die körperliche Verfassung nachlässt.

Ich sehe nicht mich als das Problem. Ich hätte es verdient zu spielen.“

Hier könnte man noch am ehesten mit Salah mitgehen. Denn ganz sicher ist er nicht der einzige Schuldige an der Liverpool-Krise.

Auch Spieler wie Isak und Wirtz spielten lange komplett unter ihren Erwartungen und neben dem Trainer und den Spielern sollte man hier auch klar die Vereinsführung in Frage stellen, deren Transferausgaben sich bislang in keiner Weise rentiert haben, sondern u.a. durch die Verpflichtung von zwei Starspielern auf der selben Position wie Ekitiké und Isak das Team eher verschlechterten. Dennoch muss ein Trainer natürlich auch immer nach der aktuellen Form der Spieler gehen.

Die Beziehung zu Slot ist quasi nicht vorhanden, wir haben keinen Kontakt.“

Diese Aussage ist die von allen Kontroverseste und macht auch nicht wirklich Sinn. Denn an wem liegt fehlende Kommunikation am Ende? Natürlich auch an Arne Slot, aber doch vor allem erst mal an Mo Salah. Oder schreibt er, überspitzt gesagt, Slot drei mal täglich irgendwelche WhatsApps a la „Können wir mal unter vier Augen reden?“ und der arrogante Holländer mit der Glatze antwortet ihm einfach nicht?

Das dies so nicht geschehen ist, hat Slot selbst bereits bestätigt. Viel mehr war es, laut Slot, Mo Salah, der vor seinem Interview in keiner Weise das Gespräch mit ihm gesucht oder versucht hat, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Was ebenso für Stirnrunzeln sorgte, ist dass das Interview von Salah sehr ruhig und abgeklärt wirkt, nicht so, als wäre er grade in Rage, sondern eher so, als hätte er sich das, was er dort sagte, gut überlegt, auch mit dem Wissen, dass er nach dem nächsten Spiel sowieso weg wäre, um im diesjährigen Afrika-Cup für sein Heimatland Ägypten aufzulaufen.

In diese Richtung gingen zuletzt auch Aussagen von englischen TV-Experten wie Jamie Carragher, die ihm indirekt vorwarfen, seine Position im Verein zu nutzen, um einen schnellen Rauswurf von Trainer Arne Slot zu forcieren.


Folgen und Zukunft:

Ob es nun Kalkül oder tatsächlicher Frust um seine Situation war: Eines hat Salah damit auf jeden Fall geschafft, nämlich das Chaos rund um den FC Liverpool noch mehr zu verstärken. Dieses Interview hatte nun sogar zur Folge, dass man ihn aus dem Kader der Champions League ganz raus warf.

Dennoch darf man nie vergessen, dass die Identifikation mit seinem Job und seinem Verein immer auch eine gewisse Emotionalität hinterlässt. Wenn man nach einer 48-Scorer-Saison nur aufgrund von wenigen Spielen vom Trainer ausgemustert wird, hinterlässt das bei jedem Star auf diesem Level Spuren und nur die Wenigsten haben die Größe, ihren Unmut über die plötzliche Ausmusterung nicht auch in der Öffentlichkeit kund zu tun (man erinnere an die ersten Thomas-Müller-Aussagen nach seiner plötzlichen Nicht-Vertragsverlängerung bei den Bayern.)


Allerdings hat sich Salah mit seinen Aussagen nun vor allem selbst das Leben schwer gemacht. Denn so widersprüchlich das klingen mag: Ab dem Moment, wo er zum Afrika-Cub reist, gilt nun zuallererst: Je erfolgreicher die Phase ohne ihn für den FC Liverpool läuft, desto mehr ist Salah der Verlierer, je weniger erfolgreich es hingegen läuft, desto mehr ist Salah der Gewinner.

Ob das eine Grundlage für eine erneute Zusammenarbeit in der Rückrunde ist, selbst unabhängig vom Trainer, darf also sehr in Frage gestellt werden.

Winterwechsel nachvollziehbar?

Des Weiteren hat nun das Thema Saudi Arabien in den letzten Wochen mehr denn je die Runde gemacht, wo sowohl Al-Nassr, Al-Ahli als auch Al-Hilal bereit wären, für die Dienste des Superstars noch einmal mehr Summen in astronomischer Höhe zu bezahlen.

Hier muss man allerdings bedenken, dass Saudi Arabien für Salah auch noch mal eine andere Bedeutung haben könnte als für Spieler, denen man nachsagt, wirklich nur aufgrund des Geldes in die Saudi Pro League zu wechseln.

Als indirektes Nachbarland seines Heimatlands Ägypten (nur eine kleine Meerenge trennen die beiden Länder) würde er in ein Land wechseln, über welches man in Sachen Menschenrechte natürlich durchaus streiten kann, welches aber auch aufgrund der Religion viele Parallelen zu seinem Heimatland aufweist, in dem er mittlerweile ein Volksheld ist und vielleicht der größte Fußballer, den das Land Ägypten je hervorgebracht hat.

Daher scheint es auch nicht verwunderlich, dass eine Rückkehr von Salah in den nahen Osten gerade in seiner Heimat gefeiert wird und man in Ägypten nur wenig Verständnis für das Verhalten des FC Liverpool und insbesondere des Trainers hat.

Dieser Aspekt - dass hier quasi ein verlorener Sohn aus der Heimat in den nahen Osten zurückkehrt, würde diesem Saudi-Arabien-Transfer daher, was den arabischen Raum angeht, nochmal eine andere Dimension geben, als der von Karim Benzema, Ronaldo oder Neymar.

Die absolute Traumvorstellung für jeden Ägypter wäre natürlich eine Rückkehr von Salah zu seinem Heimat- und Ausbildungsclub Al-Mokawloon al-Arab in Nasr City, Kairo.

Hier hat sich das Fußballgeschäft nur leider in eben diese Richtung entwickelt, dass das wohl ebenso unrealistisch ist wie eine Rückkehr Cristiano Ronaldos als Spieler zu seinem Heimatclub Sporting Lissabon.

Es bleibt also spannend zu beobachten, wie Salahs Karriere weiter geht. Schön wäre es, wenn sich (wie im Falle Thomas Müller) Spieler und Verein am Ende doch so einigen können, dass man harmonisch auseinander geht.

Dies plus ein würdiges Abschiedsspiel, inklusive entsprechender Choreo, wäre sowohl Salah, als auch dem Verein, am allermeisten aber den Liverpool-Fans zu wünschen.


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Leon

Umbruch bei Mainz 05. Bo Henriksen raus, Urs Fischer übernimmt

Die große Achterbahnfahrt des FSV Mainz 05 beginnt von neuem und befindet sich derzeit (mal wieder) auf einem historischen Tiefpunkt. Und das, wo Fans noch vor wenigen Monaten gedacht haben mit Bo Henriksen (Bild: IMAGO / Hartenfelser) nun endlich einen Mann an der Seitenlinie zu haben, der die Mainzer auch langfristig vom Abstiegskampf fernhalten und zumindest mal ein bisschen Sicherheit in den Verein bringen könnte.

Nun soll Ex-Union-Berlin-Trainer Urs Fischer dem Verein aus der Krise helfen, ein Trainer, der die Eisernen nicht nur aus der zweiten Liga in die Champions League führte, sondern dort viele Jahre wie kaum ein anderer Bundesligatrainer für Konstanz wie auch für defensive Stabilität stand.

Von den Breisgaunern verhauen

Gegen den SC Freiburg hagelte es für die Mainzer bereits das zweite Mal ein Gegentor nach dem anderen. Schon gegen den Hamburger SV wurde man mit 0 : 4 aus dem Hamburger Volksparkstadion geschossen, gegen die Freiburger gab es nun die nächste 0 : 4 Auswärtsklatsche.

Auch ansonsten waren die Ergebnisse diese Saison bislang verheerend. 9 Spiele ohne Bundesliga-Sieg, dazu noch das Aus im DFB-Pokal gegen den VFB Stuttgart und selbst in der Conference League, dem einzigen Wettbewerb, wo man zumindest erfolgreich gestartet war, konnte man zuletzt nicht mehr gewinnen.

Dies sorgte schließlich für die Trennung von Bo Henriksen, eine Trennung, die nicht nur den Verein und die Fans schmerzte, sondern auch Sportvorstand Christian Heidel:


"Bo hat sich in einer Art und Weise verabschiedet, wie wohl noch niemand. Er hat 70 Menschen umarmt, es sind viele Tränen geflossen."

(Christian Heidel gegen über NTV).

Dies verwundert nur wenig, sorgte der Däne mit Platz 6 und der Qualifizierung für Europa letzte Saison nicht nur für eine der erfolgreichsten Saisons der Vereinsgeschichte, sondern brachte sich mit seiner Emotionalität, seiner Authentizität und seiner Nähe zur Mainzer Kurve direkt in die Herzen der Fans.

Dennoch gab es bereits im Vorfeld der Saison Skepsis, ob sich der superintensive immer auf Leidenschaft ausgerichtete Trainingsstil nicht irgendwann auch mal abnutzen könnte, siehe Jürgen Klopp in Liverpool oder Steffen Baumgart in Köln, deren Grundattitüde an der Seitenlinie zumindest in eine ähnliche Richtung gingen.

Hinzu musste man sich die Frage stellen, ob der Kader der Mainzer überhaupt ansatzweise bereit für eine Dreifachbelastung war und ob die sehr auf Motivation und positive Energie ausgerichtete Ansprache von Henriksen auch noch funktionieren würde, wenn den Spielern klar wird, dass der Kader dafür eben genau nicht stark genug besetzt ist.

Hier war insbesondere auffällig, dass die Mainzer selbst die positive Energie der zunächst erfolgreichen Conference League Spiele in keinster Weise in die Bundesliga übertragen konnte. Einem 1 : 0 Sieg gegen Omonia Nikosia folgte beispielsweise das bereits erwähnte 0 : 4 gegen Aufsteiger HSV, auf das 1 : 0 gegen Zrijnski Mostar folgte ein 1 : 2 gegen den VFB Stuttgart und auch nach dem 2 : 1 gegen AC Florenz verlor man nur wenige Tage später mit 0 : 1 gegen die aktuell schlechteste Defensivmannschaft Eintracht Frankfurt.

Viele warfen dem Trainer hier zu viel Rotation vor - bei einem Kader, der in der Breite genau dafür einfach nicht gemacht war. Ob es allerdings der Weisheit letzter Schluss gewesen wäre, die Führungsspieler durchspielen zu lassen (Spieler, die größtenteils noch nie englische Wochen gespielt haben) bleibt allerdings auch fraglich. Viel mehr sollte sich hier die Frage stellen, ob Bo Henriksen hier nicht auch ein Stück weit von den Kaderplanern im Stich gelassen wurde.

Eine genaue Analyse zu der Zeit unter Bo Henriksen und den Gründen zu seiner Entlassung findet ihr auf unserem Youtube-Kanal KICKFIEBER - WER TRIFFT HAT RECHT in diesem Video:

Offensive Gefahr nicht existent

Doch Bo Henriksen hin oder her, wie konnte einer Mannschaft, die noch vor wenigen Monaten auf Platz 6 der Tabelle stand, eine solche Niederlagenserie passieren?

Hier muss man neben der defensiven Stabilität und einer rekordverdächtig hohen Anzahl an roten Karten nicht nur von Bundesliga-Dauerrekordhalter Dominik Kohr, sondern auch von anderen Mainzer Spielern wie Paul Nebel, insbesondere die offensive Harmlosigkeit betonen.

Denn schauen wir auf die aktuellen Stats des Mainz-Sturms sehen wir: Benedict Hollerbach, 9 Spiele, 0 Tore, Nelson Weiper, 10 Spiele, 0 Tore, Arnaud Nordin, 10 Spiele, 0 Tore, beziehungsweise William Boeving - der neue Stürmer, den man extra für 3,5 Millionen Euro von Sturm Graz geholt hatte - 3 Spiele, 0 Tore.

Die einzigen Spieler, die für Mainz 05 diese Saison bislang überhaupt mehr als einmal das Tor getroffen haben, sind bislang Nadiem Amiri (3 Tore) und Armindo Sieb (2 Tore),

Das ist für eine Mannschaft, die letztes Jahr noch um die Champions League mitgespielt hat, schlichtweg desaströs. Nicht einmal ansatzweise ist es den Mainzern hier gelungen, den Abgang von Star-Stürmer Jonathan Burkardt, der vergangenen Sommer für 21 Millionen an Eintracht Frankfurt verkauft wurde, zu kompensieren.

Denn selbst wenn man sich vielleicht bewusst war, einen solchen Stürmer nicht so einfach ersetzen zu können, scheiterte bislang auch der Versuch diese Aufgabe auf mehrere Schultern zu verteilen vollends, oder um es in Zahlen zu sagen: Aus 18 Toren (dies war es nämlich, die der deutsche Nationalspieler letzte Saison alleine für die Mainzer schoss) wurden sage und schreibe 0 Tore, die seine Nachfolger bislang erzielen konnten.

Doch wie sagte einst Michail Gorbatschow:

Wer zu spät kommt, den bestraft der Nebel

So hieß es zumindest in vielen der vergangenen Saisons, wo man als Abstiegskampf-Konkurrent die Mainzer nach der Hinrunde bereits abgeschrieben hatte, wonach aber mit Spielern wie Paul Nebel dann nach einem Trainerwechsel zumeist eine sensationelle Last-Minute-Aufholjagd in der Rückrunde folgte.

Hier ist Mainz 05 schon seit Jahren eine Ausnahmeerscheinung und hat sich zu Recht seit dem Aufstieg in die Bundesliga 2004/05 wie kaum ein anderer Verein (abgesehen vielleicht noch vom FC Augsburg) so sehr das Prädikat unabsteigbar verdient.

Denn bei anderen Mannschaften wie Fürth, Kiel, Schalke oder Darmstadt hätte wohl jeder nach nur 6 Punkten nach 13 Spieltagen gesagt, dass der Zug in puncto Klassenerhalt eigentlich schon abgefahren ist. Wenn man sich allerdings insbesondere die Debüt-Saison der beiden letzten Mainz-05-Trainer Bo Svensson und Bo Henriksen anschaut sollte man sich hier nicht zu sicher sein.

Hier folgte einem Platz 17 mit 7 Punkten nach 17 Spieltagen z.B. ein Platz 5 mit 32 Punkten in der Rückrunde unter Bo Svensson, während sein Nachfolger und Namensvetter Bo Henriksen aus einem Platz 16 mit 11 Punkten aus der Hinrunde in der Rückrunde nochmal ganze 24 Punkte holen konnte. Wenn also ein Verein in den letzten Jahren das (!) Stehaufmännchen der Liga war, dann waren es ganz sicher die Mainzer.

Und genau eine solche Aufholjagd soll nun ein weiteres Mal unter Ex-Union-Berlin-Trainer Urs Fischer gelingen.

Der Retter aus Köpenick

Mit ihm haben die Mainzer nun zumindest eines wieder zurück: Defensive Stabilität. Denn auch wenn bislang vor allem die offensive Durchschlagskraft Sorgen bereitete, war auch die Defensive bislang nicht gut.

Mit 24 Gegentoren gibt es aktuell nur drei Mannschaften, die mehr Gegentore kassiert haben, was sich unter dem Schweizer, der mit seinem Unioner Abwehrbollwerk dem Begriff "Berliner Mauer" nochmal eine ganz neue Bedeutung gab, nun definitiv ändern soll.

Doch auch sonst spricht viel dafür, dass der Spielstil von Urs Fischer gut zu Mainz 05 passen könnte. Gewiss, die Mainzer sollten sich trotz alledem überlegen im Winter gerade in der Offensive noch einmal nachzulegen, grundsätzlich passen aber auch konterstarke Stürmer wie Benedict Hollerbach (der diesen Sommer selbst von Union Berlin gekommen war) in das Beuteschema des Schweizers.

Das Allerwichtigste aber wird aktuell sein, der Mannschaft jegliche Panik vor dem Abstieg zu nehmen und wieder Ruhe und Selbstvertrauen in das Team zu bringen.

Und dies kann Urs Fischer zweifellos mit seiner ruhigen bedächtigen Art wie kein anderer. Des weiteren ist er auch bekannt mit älteren defensiv-orientierten Spielern, die weniger über das Tempo, sondern über gute Positionierung kommen, gut zu können, was ebenfalls sehr gut zum Mainzer Kader passt.

Und wer weiß, vielleicht wird unter Urs Fischer selbst Dominik Kohr nochmal ein Innenverteidiger, der seine Gegenspieler höflich mit einer Verbeugung fragt, ob sie ihm bitte den Ball geben können, ehe er seinen Körper einsetzt.

Nun, auch wenn Urs Fischer mit Mainz 05 viel, wenn nicht sogar alles zuzutrauen ist, hier hat dann selbst meine Fantasie zugegebenermaßen ihre Grenzen.

Die Fantasie, dass Mainz 05 allerdings unter ihm (wieder mal) einen einstelligen Tabellenplatz in der Rückrunde und damit den sicheren Klassenerhalt schaffen könnte, sollten Fans aber durchaus haben, dann wenn es für alle anderen Abstiegskonkurrenten wieder mal heißt:

Wer zu spät kommt, den bestraft ..... wenn nicht das Leben, dann aber zumindest eine in der Rückrunde unter Urs Fischer vielleicht am besten gecoachten Defensiven der Liga.

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Leon

Wo spielt Danilho Doekhi im Herbst 2026?

Und los geht es mit dem zweiten Teil unserer Artikelserie“ Wo spielt Spieler X nach dem Sommer 2026?“ Diesmal geht es um Danilo Doekhi vom 1. FC Union Berlin, einen der aktuell besten Verteidiger der Bundesliga.

Denn auch wenn die Union-Fans ihn sicher vermissen werden, führt kein Weg daran vorbei, dass sich der niederländische Innenverteidiger längst für höhere Aufgaben empfohlen hat und den Club im Sommer 2026 höchstwahrscheinlich ablösefrei verlassen wird.

Da der Union-Stil taktisch jedoch sehr speziell ist, sollte sein nächster Schritt gut gewählt sein. Welche Vereine könnten also sinnvoll für ihn sein, auch im Hinblick auf den nächsten Karriereschritt?

(Bild: IMAGO / Matthias Koch)

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Leon

WM Quali Slowakei: Wie stark ist Deutschlands Endgegner?

Die 0:2 im Hinspiel gegen die Slowakei galt zu Recht als der absolute Tiefpunkt der DFB-Elf unter Trainer Julian Nagelsmann. So ziemlich sämtliche Experten waren sich einig, dass Deutschland gegen einen solchen Gegner gewinnen muss (!) und zwar im besten Fall deutlich. (Bild: IMAGO / Fussball-News Saarland)

Doch ist die Slowakei, ein Team, was es immerhin ins Achtelfinale der letzten EM geschafft hat und dort sogar um ein Haar den späteren Finalisten England rausgekickt hätte, wirklich so schwach?

Wir von Kickfieber wollen dem mal auf den Grund gehen und Kader und Mannschaft etwas genauer beleuchten.

Geschichte:

Die slowakische Nationalmannschaft ist einer der jüngsten Nationalmannschaften im Weltfußball. Erst 1993, nach der Trennung von Tschechien und der Auflösung der Tschechoslowakei, wurde sie gegründet und blieb bei Qualifikationen für Turniere zunächst einmal erfolglos.

Erst 2010 kam nach langen Jahren harter Arbeit der Durchbruch mit der WM-Qualifikation für das Turnier in Südafrika. Unter Trainer Vladimir Weiss erreichte das Team ein Unentschieden gegen Neuseeland, eine Niederlage gegen Paraguay – wie auch ein historisches 3:2 gegen Italien, den damals amtierenden Weltmeister.



Damit zog die Slowakei sensationell ins Achtelfinale ein, wo sie jedoch den Niederlanden mit 1:2 unterlag.

Auch bei der EM 2016 überstand das Team die Vorrunde, musste dann allerdings abermals im Achtelfinale die Koffer packen. Gegner damals - ausgerechnet Deutschland, dem man als klar spielschwächeres Team mit 0 : 3 unterlag.

Jüngste Entwicklungen:

Seitdem ist aber nun einiges passiert. Mittlerweile ist die Slowakei das Team mit dem weltweit immerhin 43-wertvollsten Kader und steht auch auf der FIFA-Weltrangliste auf einem soliden Platz 46, vor Ländern wie Kamerun, Ghana, Peru oder auch Europameister Griechenland. Dies ist vor allem einem klaren taktischen Plan zu verdanken der auch trainerübergreifend über die Jahre immer mehr verfeinert wurde.

Die slowakische Mannschaft ist hier vor allem bekannt für ihren kompakten, taktisch disziplinierten Spielstil, gepaart mit technischem Können im Mittelfeld. Besonders hervorzuheben sind die manchmal unterschätzte Defensivstärke und die gefährlichen Konterangriffe.

Des Weiteren ist eine gewisse Konstanz in die Mannschaft gekommen, von der frühere osteuropäische Größen wie Rumänien, Bulgarien oder eben auch Griechenland aktuell nur träumen können, eine Konstanz, die in den letzten drei Europameisterschaften immer für eine Qualifikation gereicht hat.

Taktisches Konzept:

Diese zieht sich auch unter dem aktuellen Trainer Francesco Calzona durch, einem Italiener, der in den obersten italienischen Spielklassen als Co-Trainer ganze sieben Vereine durchlaufen hat, um schließlich 2024 mit dem SSC Neapel sogar im Achtelfinale der Champions League zu stehen.

Calzona steht dabei vor allem für eines: Pragmatismus, in einem kompakten 4-2-1-3 hinten gut stehen (gerne auch mal in einer Sechserkette, um dann nach Balleroberung schnell umzuschalten und vor allem die Flügelspieler in Szene zu setzen.

Dies hat vor allem Deutschlands Rechtsverteidiger Nnamdi Collins im Hinspiel zu spüren bekommen, der hier trotz seiner Geschwindigkeit ein ums andere Mal von den slowakischen Flügelspielern Leo Sauer und David Strelec ausgekontert wurde.

Denn auch das gehört zu Calzonas taktischem Konzept: Während hinten großen Wert auf Positionstreue gelegt wird, zeigt er sich vorne erstaunlich offen, wenn es um Seitenverlagerung und Positionswechsel geht - alles mit dem Ziel in den gegnerischen Abwehrreihen für möglichst viel Chaos zu sorgen.

Auch Standards, insbesondere Freistöße, spielen eine große Rolle im taktischen Konzept der Slowaken und werden unter Calzona akribisch trainiert.

Impressive how Francesco Calzona turned Slovakia into a well-drilled, balanced and aggressive team. But yes, luck was also on their side.

Immense performance from Lobotka.

The funny thing is that we saved Calzona's job, because Slovakia were about to sack him just before their… pic.twitter.com/4jZW9bjveP

— Bosniaco (@Bosniac0) June 17, 2024

Die wichtigsten Spieler:

Gewiss, die Zeiten von Slowakei's wahrscheinlich größten Superstar der Teamgeschichte Marek Hamsik sind vorbei. Von 2007-2019 spielte er für die SSC Neapel und es wird nicht wenige Fans geben, die ihn in einer All-Time-Top-Ten der wichtigsten Spieler nennen werde, die je für die Gli Azzurri gespielt haben.

Doch auch wenn der Mittelfeldstar mittlerweile nicht mehr selbst spielt ist die neapolitanisch-slowakische Beziehung weiterhin vorhanden. Nicht nur Trainer Calzona ist nach wie vor stark mit der SSC verbunden, auch Stanislav Lobotka ist als aktueller Mittelfeldmotor sowohl in Neapel als auch im slowakischischen Nationaldress mittlerweile so etwas wie der Nachfolger Hamsiks.

Zwei Meistertitel und einen Pokalsieg konnte er mit den Gli Azzurri bereits gewinnen, was sogar mehr ist als Hamsik in seiner gesamten Karriere mit der SSC gewonnen hat.

Einer der wichtigsten Spieler bei den Slowaken ist aber nach wie vor Milan Skriniar. Der aktuelle Kapitän und Abwehrchef war von 2017-2023 einer der Führungsspieler im Kader von Inter Mailand bis er schließlich über Paris St. Germain (wo er, auch aufgrund von Verletzungen, aber eher Reservespieler war) 2024 zu Fenerbahce Istanbul wechselte und so den CL-Titel der Pariser leider verpasste.

Player To Watch:

Doch auch weitere interessante Spieler sind in den letzten Jahren nachgerückt und mittlerweile ein fester Bestandteil der Slowaken. Den mittlerweile in Saudi Arabien spielenden Ex-Herthaner Ondrej Duda kennen sicherlich viele noch aus der Bundesliga, ebenso wie seinen Ex-Team-Kollegen Peter Pekarik, der ebenfalls für den Hauptstadtclub aufgelaufen ist.

Auch an die Tore von Ivan Schranz, einem der Torschützenkönige des vergangenen EM-Turniers, können sich sicherlich noch einige erinnern. Hinzu kommt auch noch Innenverteidiger David Hancko von Atletico Madrid, mit einem Marktwert von 30 Millionen der wertvollste Spieler im Kader.

Die aber aktuell wahrscheinlich größten die Talente sind aber klar die beiden Flügelspieler David Strelec (24, FC Middlesbourgh) und vor allem Leo Sauer (19, Feyenoord Rotterdam). Der 19jährige gilt aktuell als eines der heißesten Talente Europas und wird auch bereits von Premier League Clubs wie Brighton und Bournemouth beobachtet.

Grade Leo Sauer gilt es im Rückspiel unbedingt in Schach zu halten, ist es doch vor allem seine Beidfüßigkeit gepaart mit Geschwindigkeit und Explosivität, die auch Top-Teams extrem gefährlich werden kann und den deutschen Außenverteidigern auch im so entscheidenden Rückspiel alles abverlangen wird: Ganz klar "Der Player To Watch" im slowakischen Nationalteam.

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Leon

WM Quali: Wer sind die Nationen mit den niedrigsten Marktwerten?

Die Qualifikation für die WM 2026 ist nun beendet und auch dieses Mal haben sich bis auf Italien (die noch in den Play-Offs im März 2026 ranmüssen) nun alle großen Fußballnationen nun für das Turnier qualifiziert. Doch auch einige neue Außenseiter, wie die Kap Verdischen Inseln, Curacao, Haiti, Usbekistan und Jordanien haben ihr WM-Ticket bereits sicher. (Bild: IMAGO / News Licensing)

Wir wollen daher mal einen Blick darauf werfen: Was sind eigentlich die Länder mit den geringsten Kadermarktwerten? Und bei welchen Ländern scheint dies, aufgrund ihrer Kultur oder ihrer hohen Bevölkerungszahl, besonders verwunderlich?

Länder mit unter 1 Millionen Marktwert:

Hier finden sich vor allem Inselstaaten aus Ozeanien und der Karibik. Mit einem Gesamtkadermarktwert von grade mal 10.000 Euro führt hier die pazifische Inselgruppe Tonga die Liste von unten an. Die grade mal 100.000 Einwohner umfassende Inseln umfassende Inselgruppe ist vor allem als Geheimtipp für Scupa-Diving-Urlauber bekannt, wobei viele der 700 Inseln komplett unbewohnt sind. Die meisten Vereine der Spieler sind lokale Vereine oder unbekannt, lediglich zwei Spieler spielen in Australien und Neuseeland.

Auch das Land ebenfalls im Ozeanischen Verband spielende französische Überseegebiet Neukaledonien mit einem Gesamtmarktwert von 22.000 Euro befindet sich unter den untersten zehn der geringsten Marktwerte. Dies ist insofern erwähnenswert, da das Land seinen festen Startplatz zwar an Neuseeland abgeben musste, sich aber über die interkontinentalen Playoffs noch für die WM 2026 qualifizieren kann. Damit wäre Neukaledonien dann das mit Abstand kleinste Land, was jemals an einer WM teilgenommen hat.

Das flächenmäßig größte Land mit einem Kadermarktwert von unter 1 Millionen ist hingegen die Mongolei mit einer Gesamtfläche von 1.564.000 Quadratkilometer. Doch auch wenn das Land damit fünf mal so groß ist wie Deutschland ist es jedoch mit 3.5 Millionen Einwohner so dünn besiedelt ist, dass eine nicht allzu große Talentdichte an Fußballern verständlich ist.

Aus Europa sind es einzig San Marino und Liechtenstein, die es nach wie vor nicht schaffen einen Kader von 1 Millionen Gesamtmarktwert. Der im Osten Italiens gelegene Zwergstadt San Marino steht zuzüglich noch auf dem letzten Platz der FIFA-Weltrangliste als die Nationalmannschaft mit den wenigsten Siegen in den letzten Jahren auf der Welt.

Länder mit 1-6 Millionen Marktwert:

Hier wird die Liste an Ländern dann schon etwas prominenter, angeführt von der vielleicht größten Enttäuschung im Weltfußball Indien mit einem Kadermarktwert von nur knapp über 5 Millionen. Denn noch vor China und den USA ist Indien mit 1.451 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt. Von einer WM-Qualifikation ist man dennoch nach wie vor so weit entfernt wie Vladimir Putin von einem Friedensnobelpreis.

Der Grund hierfür ist vor allem die Sportart Kricket, der der alles dominierende Sport in Indien ist.

Vier Weltmeisterschaftstitel, wie auch zwei Finalteilnahmen konnte die indische Nationalmannschaft hier bereits verbuchen und ist damit neben Australien das erfolgreichste Land der Welt in diesem Sport. Doch auch traditionelle indische Sportarten wie Kabaddi oder auch Kampfsportarten wie Pehlwani locken jährlich Millionen von indischen Sportfans vor die Fernsehgeräte, der Fußball bekommt da eher nur eine geringe Aufmerksamkeit.

Dies gilt auch für viele weitere Länder aus dem ostasiatischen Raum, die eigentlich die Kapazitäten und das Potenzial hätten eine weitaus größere Rolle bei Turnieren zu spielen. Auch der Kricket-Weltmeister von 1992 Pakistan kann die 6-Millionen-Grenze nicht erreichen, ebensowenig wie Kambodscha, Vietnam, Afghanistan oder die Philippinen.

Was Europa angeht, wären wir hier immer noch in der Riege Andorra, Gibraltar und Faröer Inseln, was noch einmal mehr beweist, wie sehr der europäische Fußball durch die UEFA Champions League die Konkurrenz auf dem Markt abgehängt hat.

Länder mit 7-12 Millionen Marktwert:

Auch in dieser drittniedrigsten Gruppe befindet sich ein weiterer Riese, was die Bevölkerungsanzahl angeht: China. Dass China, mit 1.419 Milliarden Einwohner das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt, es bislang noch immer nicht zu wenigstens mal einer WM-Teilnahme geschafft hat, scheint hier fast noch unglaublicher als im Falle Indien.

Denn nicht nur, dass bei so vielen Menschen die Auswahl an Talenten eigentlich riesig sein müsste, es wären im Falle China hinzu auch noch alle wirtschaftlichen Voraussetzungen gegeben, Leistungsnachwuchszentren auf absolutem europäischen Top-Niveau aufzubauen.

Dennoch schaffte bislang kaum ein chinesischer Spieler: Wu Lei, der viele Jahre lang bei Espanyol Barcelona gespielt hat, ist hier möglicherweise noch der Bekannteste, denn auch Spieler wie Lie Tie (ehem. Everton) und Sun Jihai (ehem. Manchester City) wagten zwar kurzzeitig den Sprung ins Ausland, konnten sich jedoch in einer europäischen Top-Liga nie durchsetzen.


Ein weiteres Hindernis ist die politische und wirtschaftliche Situation in China. Der chinesische Fußballmarkt ist stark von staatlichen und privaten Investitionen beeinflusst, und oft spielen politische Entscheidungen bei der Preisgestaltung von Spielern eine Rolle. Investitionen aus großen, staatlich unterstützten Unternehmen können dabei zu künstlich hohen Gehältern führen, die jedoch nicht ihrer Leistung und dem realen Marktwert der Spieler entsprechen und so auf den einschlägigen Seiten wie Transfermarkt.com gar nicht erst gelistet werden.

So kommt es, dass die meisten Spieler nur in der CSL (Chinese Super League) spielen, die man zeitweise zwar (ähnlich wie es heute Saudi Arabien tut) versucht hat mit internationalen Stars wie Oscar, Carlos Tevez oder Axel Witsel zu pushen, dies leider auch nur mit mäßigem Erfolg, wozu noch die Ungeduld der Regierung kommt, wenn es darum geht, China irgendwie auf die große Fußballlandkarte zu führen, die oft zu überstürzten Entscheidungen bei Trainern führt.

Auch Länder wie Syrien und Nordkorea befinden sich in dieser Preisklasse und haben zum Teil mit ähnlichen politischen Problemen zu kämpfen. Aus Europa befinden sich Weißrussland, die baltischen Staaten, wie auch Zypern und Malta in der Gruppe, wie auch das erfolgloseste Land aus dem Südamerikanischen Verband Bolivien mit einem Marktwert von 11 Millionen Euro.

Länder mit 13-25 Millionen Marktwert:

In dieser Gruppe befindet sich schließlich der bislang erste sichere WM-Teilnehmer 2026: Jordanien mit einem Gesamtmarktwert von 15 Millionen Euro. Bereits 2014 konnte sich das kleine Land an Ägypten angrenzende Land aus der Vorderasien schon mal beinahe für eine WM qualifizieren, scheiterte dann aber im letzten Playoff-Spiel unglücklich gegen den südamerikanischen Kandidaten Uruguay.

Diesmal wurde der Traum der Jordanier bereits vorzeitig wahr - und das vor allem Dank Starspieler Mousa Tamari.

Der Linksaußen vom französischen Erstligisten Stade Rennes gilt derzeit als eines der größten Talente aus dem arabischen Raum und könnte auch bei der WM insbesondere gemeinsam mit Stürmer Yazan Al-Aimat (Al-Arabi FC) für die ein oder andere Überraschung in der Gruppenphase sorgen.

Dennoch wäre alles andere als ein Aus in der Gruppenphase natürlich eine große Überraschung für das vom Marokkaner Jamal Sellani trainierte Team, was ansonsten vor allem von Mentalität und Kampfstärke lebt.

Länder mit knapp über 25 Millionen Marktwert:

Ähnliches gilt für Kap Verde. Das westafrikanische Inselreich hat zwar einen Kadermarktwert von knapp über 25 Millionen Marktwert, ist jedoch nach Island (405.000 Einwohner) mit 529.000 Einwohnern das zweitkleinste Land, was jemals an einer WM teilgenommen hat.

Allerdings hat die Kap Verdische Nationalmannschaft durchaus einige spannende Legionäre wie Wagner Pina (Trazonspor) und Kevin Leneni (FK Krasnodar) im Kader, Spieler, die man zumindest als FM-Zocker kennt. Vor allem aber Stürmer Dailon Livramento vom Serie A Club Hellas Verona sollte man im Auge behalten. Mit 4 Toren in 8 Spielen war er es unter anderem, der dafür sorgte, dass man in der Afrika-WM-Quali sogar Teams wie Kamerun (Marktwert 249.000 Millionen) hinter sich ließ.

Dennoch, um abschließend nochmal den Vergleich zu ziehen: Sowohl für Jordanien als auch für die Kap Verden ist alleine die Qualifikation für eine WM mit so einem geringen Kadermarktwert eine absolute Sensation, wenn man bedenkt, dass die Marktwerte von Frankreich und England mittlerweile bei über 1 Milliarden (!!!) liegen. Selbst Luxemburgs Kader ist mit 36 Millionen Euro Marktwert schon auf einem ganz anderen Level.

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Leon

Niclas Füllkrug zurück in die Bundesliga?

Niclas Füllkrug war in den Saisons 2021/22 wie auch 2022/23 einer der beliebtesten und besten deutschen Stürmer überhaupt. Sowohl bei Werder Bremen als auch bei Borussia Dortmund stand der Bundesliga-Torschützenkönig von 2023 für maximale Effizienz, herausragende Anführerqualitäten, wie auch für eine extrem sympathische und bodenständige Kommunikation nach außen.

(Bild: IMAGO / Mike Wiss)

Dennoch scheint es für ihn seit seinem Wechsel nach England zu West Ham United nicht mehr zu laufen. Verletzungen wie auch eine fast durchgehende Formschwäche bremsen den gebürtigen Hannoveraner seit seinem Premier-League-Wechsel aus, so dass eine Berufung für den WM-Kader 2026 aktuell in weiter Ferne scheint.

Könnte es daher im Winter schon zu einem Vereinswechsel kommen, eventuell sogar zurück in die Bundesliga?

Karriere wie Achterbahnfahrt:

Zunächst einmal: Niclas Füllkrug war schon immer ein Stürmer der besonderen Sorte, ein Spieler, der laut war, schrill und der auch immer ein bisschen brauchte, um sich in einem neuen Vereinsumfeld einzuleben.

Was viele zum Beispiel nicht mehr auf dem Zettel haben – ausgerechnet bei seinem Ausbildungs- und späteren Breakout-Verein Werder Bremen wurde er einst auf die Bank gesetzt und durch die spätere Freiburg-Legende Nils Petersen ersetzt.

Ausgerechnet Bremen-Trainerlegende Thomas Schaaf war es, der nicht wirklich an das junge Stürmertalent glaubte, weswegen man ihn 2013/14 schließlich zur SpVgg Fürth verlieh. Doch auch dort bremsten ihn Verletzungen aus, so dass Bremen ihn 2014 dann schließlich komplett an den 1. FC Nürnberg verkaufte.

Hier konnte er dann erstmals, zwar zunächst als Vorlagengeber (sieben Assists), glänzen, bis er dann im März 2015 erneut eine Knorpelverletzung am Knie erlitt, was ihn wieder weit zurück warf. Erst in der Saison 2015/16 blieb er erstmals verletzungsfrei und präsentierte zumindest auf Zweitliga-Niveau mit 15 Toren 6 Assists sein Können, worauf ihn dann schließlich Hannover 69, der Verein aus seiner Heimatstadt, zurückholte.

Rückkehr in die Heimat:

Der verlorene Sohn zurück und nun endgültig in der Heimat angekommen? Von wegen – bis zum 13. Spieltag dauerte es bis Füllkrug überhaupt ein einziges Tor schoss und auch danach musste er sich hinter dem damaligen 69-Star Martin Harnik anstellen.

Füllkrug, also auch im Liga-Unterhaus nur zweite Wahl? Um das zu klären musste der Verein erst in die Bundesliga aufsteigen und hier zeigte Niclas Füllkrug mit 15 Toren in der Folgesaison, wozu er wirklich fähig war. Alles schien gemacht für einen neuen Bundesligastar und selbst Vereine wie Gladbach und Stuttgart hatten ihn auf dem Zettel.

Doch dann – eine weitere Verletzung am Knie und Füllkrug fiel wieder einmal eine ganz Rückserie aus. Die Folge: "Aus der Bundesligatraum" für Hannover 69, denn ohne seinen Top-Goalgetter stieg man letztendlich wieder relativ sang- und klanglos ab.

Also vielleicht doch Werder Bremen? Denn dort kehrte er schließlich wieder zurück. Was passierte? Werder Bremen stieg in der Saison 2021 ebenfalls (erstmals) in die zweite Liga ab und das (auch) wieder, weil Füllkrug in der entscheidenden Phase verletzungsbedingt ausfiel.

Warum diese lange Einleitung? Weil eine Achterbahnfahrt noch untertrieben wäre beim Blick auf Füllkrugs Fußballkarriere. Und das war ja erst der Anfang:

Gefälschter Impfpass sorgt für Durchbruch:


Denn in der darauffolgenden Zweitligasaison wurde es erst richtig laut um Niclas Füllkrug. Ausgerechnet mit seinem späteren kongenialen Sturmpartner Marvin Ducksch verstand er sich zunächst überhaupt nicht, wurde dieser auch konsequent vom damaligen Werder-Trainer Markus Anfang vorgezogen.

Dies ging sogar so weit, dass Füllkrug den Trainer im Kabinengang sogar anschrie und öffentlich vor laufender Kamera beschimpfte. Die Folge – er wurde kurzzeitig sogar aus dem Kader suspendiert bis Markus Anfang dann selbst derjenige war, der aufgrund eines gefälschten Impfpasses die Koffer packen musste.

Und man kann es nicht anders sagen - damit ging die absolute Traumkarriere von Niclas Füllkrug los, in einem Alter von 26 Jahren, eine Karriere, wo man sich rückblickend sogar fragen muss:

Sollte man aus DFB-Sicht für die folgenden Jahre Markus Anfang für das Fälschen seines Impfpasses sogar dankbar sein? (oder Christian Drosten, Karl Lauterbach, beziehungsweise Angela Merkel für ihre damalige Politik;).

Denn so wie Ole Werner als Nachfolger von Markus Anfang, zu Bremen kam, wurde aus dem Duo Füllkrug-Ducksch (von Füllkrug selbst liebevoll „die hässlichen Vögel“ genannt) das absolute Traumduo, Werder Bremen stieg wieder auf und Niclas Füllkrug wurde in der darauffolgenden Saison Bundesliga-Torschützenkönig.


Dies war auch die Zeit, wo man seitens des DFBs auf ihn aufmerksam wurde und ihn zur WM 2022 beruf, wo er trotz Vorrunden-Aus neben Jamal Musiala der beste deutsche Spieler des Turniers war.

Nach seinem Wechsel zu Borussia Dortmund war es dann aber schließlich die Verpflichtung von Serhou Guirassy, die den selbsternannten „Ugly bird“ ins Nachdenken brachte. "Bin ich hier vielleicht in Dortmund doch nur zweite Wahl? Und wäre der Schritt nach England jetzt vielleicht noch mal meine letzte Chance auf einen großen hochdotierten Vertrag?"

Schritt auf die Insel zu groß?

Leider kamen ausgerechnet da die Verletzungen zurück. Eine Achillessehnen- wie auch eine Oberschenkelverletzung sorgten dafür, dass seine Spielzeit bereits in der ersten Saison stark eingeschränkt war, was sowohl Rhythmus als auch Form beeinträchtigte. Infolgedessen kam er nie dazu, sich auch mal über längere Zeit mit seinen neuen Teamkollegen zusammen zu finden.

Des Weiteren passte auch weder das Spielsystem von David Moyes, noch das von Graham Potter zu Füllkrugs Spielstil, welcher klar auf Flanken ausgerichtet ist und dass er - wenn Doppelspitze - eben diesen eher in den Halbräumen herumwuselnden und Gegenspieler bindenden "Falschen Neuner" wie Marvin Ducksch neben sich hat.

Mit Mohammed Kudus und Jarred Bowen hatte man jedoch schon zwei Stürmer, die zwar schon auf den Flügel ausweichen konnten, jedoch weitaus lieber selbst abschlossen statt sich einem eher statischen Neuner unterzuordnen.

Wenn überhaupt hätte hier Kudus in einer Doppelspitze noch die Ducksch-Rolle ausfüllen können, allerdings befand sich dieser, insbesondere in seinem letzten Jahr bei West Ham, selbst in einer unerklärlichen Formschwäche.

Heimkehr in die Bundesliga?


Es wird also mehr und mehr klar – Niclas Füllkrug wird bei West Ham United kein Land mehr sehen und, sollte er dort bleiben, die WM 2026 höchstwahrscheinlich verpassen. Es sei denn: Er wechselt noch im Winter zu einem anderen Verein.

Welcher Verein aber könnte aktuell zu Niclas Füllkrug passen? So gut, dass er vielleicht doch nochmal eine Chance auf einen WM-Platz hätte?

Hier 5 Bundesliga-Vereine, die ich in Zusammenhang mit Füllkrug gerne mal näher beleuchten würde – mit dem Vermerk, dass wir hier natürlich über eine vorläufige Leihe reden und davon, dass West Ham weiter einen Teil seines Gehalts weiter übernimmt:

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