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Leon

Zweifel an Alonso: Kam Real Madrid doch zu früh?

Eigentlich sollte es das perfekte Match des Jahres 2025 werden: Leverkusens Invincible-Trainer und Double-Gewinner Xabi Alonso plus der Verein, wo er bereits als Spieler eine absolute Legende war: Real Madrid.

Dennoch verdichteten sich gerade in den letzten Monaten die Zeichen, dass es doch noch an der ein oder anderen Stelle hakt, so sehr, dass spanische Medien sogar schon über ein vorzeitiges Ende Alonsos spekulierten.

Doch wo liegen derzeit die wirklichen Probleme bei den Königlichen? Ist es die Kaderplanung, die zu sehr auf Stars und zu wenig auf Teamgefüge ausgerichtet ist? Oder kam dieser nächste große Schritt des Welt- und Europameisters Alonso zu Real Madrid vielleicht doch zu früh?

(Bild: IMAGO / NurPhoto)

Sportliche Lage:


Zuallererst darf man nicht vergessen, dass die spanische Medienlandschaft, ganz vorne die Marca, dazu neigt, Dinge ein wenig überhitzt darzustellen, wenn es um den für die meisten Fußballfans sicherlich nach wie vor größten Club der Welt geht.

Denn schaut man auf das rein Sportliche ist Real Madrid immer noch absolut im Soll. Mit 4 Punkten Rückstand hinter dem FC Barcelona steht man vor der Winterpause auf Platz zwei in der LaLiga-Tabelle und hat damit immer noch alle Chancen auf den Meistertitel.

Auch im spanischen Pokal, der Copa del Rey, ist man trotz eines zuletzt grade defensiv sehr dürftigen 3 : 2 Sieges gegen den Drittligisten CF Talavera weiterhin im Wettbewerb.

Niederlagen in der Liga gab es bislang nur gegen Atletico Madrid (2 : 5) wie auch gegen Celta Vigo (0 : 2), ansonsten sorgten nur zahlreiche Remis' für Punktverlust und Fanfrust.

Auch in der Champions League steht man derzeit auf einem soliden Platz 7 und wäre damit, trotz zwei Niederlagen gegen den FC Liverpool (0 : 1) und Manchester City (1 : 2), aktuell direkt für das Achtelfinale qualifiziert.

Zwischenmenschliche Probleme:

Deutlich mehr Probleme gibt es allerdings im Zwischenmenschlichen, neudeutsch Peoples Management. Genau das, was Xabi Alonso in Leverkusen immer ausgezeichnet hat, fällt ihm als Trainer des weißen Balletts nämlich auf einmal auf die Füße: Sein extrem klares taktisches Konzept, seine fast schon Guardiola-artige Akribie, wenn es um die Umsetzung seiner taktischen Vorgaben geht, wie auch seine immer noch vorhandenen Fähigkeiten als Spieler bestimmte Abläufe auch direkt auf dem Spielfeld vormachen zu können: All dies funktionierte bei den größtenteils jungen hungrigen Leverkusen-Spielern perfekt, funktioniert bei den Real-Madrid-Superstars allerdings nur beginnt.

Alonsos größtes Kryptonit ist hierbei vor allem sein Vorgänger Carlo Ancelotti. Dessen Trainingsstil beinhaltete nämlich vor allem, den Stars zu vertrauen, ihnen maximale Freiheit zu lassen und für eine gute Grundstimmung in der Kabine zu sorgen.

Würden wir hier von einer Schulklasse reden, könnte man also von dem strengen neuen Lehrer Alonso reden, der auf den netten großmütigen Vertrauenslehrer Ancelotti folgt.

Die Folge: Viele der unter Ancelotti vielleicht etwas "verzogenen" Stars wie Vinicius Junior, Federico Valverde oder Jude Bellingham werden auf einmal mit neuen Aufgaben konfrontiert und einer Situation, die sie unter Ancelotti und auch unter Zinedine Zidane so nicht kannten. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich der ein oder andere zunächst dachte:

"Was ist denn hier los? Wieso steht hier auf einmal ein Coach, der mir genau sagen will, wo ich wann wem hinpassen soll? Und der mir sogar direkt vormacht, wie ich zu spielen habe?"

Viele Leser erinnern sich hier sicherlich noch an das Scheitern von Carlo Ancelotti beim FC Bayern, was ebenfalls größtenteils seinem Vorgänger Pep Guardiola geschuldet war. Während Guardiola den Bayern-Spielern nämlich in höchster Akribie Strukturen und Positionen vorgab, war es dann Ancelotti der (inklusive rauchendem Co-Trainer) die Zügel plötzlich locker ließ und den Spielern maximale Freiheit auf dem Platz einräumte.

Die Folge war, dass das Team mit diesem plötzlichen Stilbruch komplett überfordert war, was schließlich für den Rauswurf von Carlo Ancelotti nach nur einem Jahr sorgte. Ausgerechnet der FC Bayern, der Verein gegen den Ancelotti auf seinen vielen anderen Stationen noch nie verloren hatte, sollte damit der einzige Verein bleiben, wo er als Trainer keinen Erfolg hatte.


Die Frage, die man sich daher durchaus stellen darf: Erleben wir bei Real Madrid vielleicht grade das selbe Phänomen, nur umgekehrt?

Vinicius Jr. vers. Xabi Alonso:

Ich? Wirklich ich? Warum immer ich? Mir reicht's. Ich hau hier ab.

So ähnlich interpretierten Lippenleser den Wutanfall von Vinicius Junior nach seiner Auswechslung im El Classico gegen den FC Barcelona, den man trotz alledem (nicht zuletzt dank einer herausragenden Leistung von Kylian Mbappé) aber schließlich dennoch gewann.

Anders als aber z.B. bei Karim Adeyemis jüngsten Ausrastern nach Auswechslung bei Borussia Dortmund stellte sich der Verein danach jedoch nicht klar hinter den Trainer.

Vielmehr wurde mehr und mehr durchgesteckt, dass zwischen Vinicius Jr. und Xabi Alonso schon länger ein Machtkampf tobte und es auch andere Spieler gab, die vor Alonso nicht den Respekt hatten, wie vor seinem Vorgänger.

Der Grund hierfür: Vinicius Jr. und anderen Kreativspielern war das Positionsspiel von Alonso zu starr, hemmte sie in ihrer Kreativität und sorgte gerade gegen tiefstehende Gegner für Probleme, die man - laut einiger Spieler - so unter Carlo Ancelotti in der Form nicht hatte.

Auch plötzliche Positionswechsel wie die von Federico Valverde auf die Rechtsverteidigerposition wurde von Spielerseite nur äußerst widerwillig aufgenommen.

Andere Spieler wie Jude Bellingham weigerten sich währenddessen wiederholt bei Interviews zu erscheinen, während sich junge Spieler wie Franco Mastantuono oder auch der jüngst an Olympique Lyon verliehene Brasilianische Mittelstürmer Endrick über zu wenig Spielzeit beschwerten.

Kurz gesagt: Aus dem Machtkampf zwischen Vinicius und Alonso wurde ein Dominoeffekt, bei dem mehr und mehr Spieler machten, was sie wollten, ungeachtet, ob das dem Verein und dem Trainer schadet oder hilft.


Machtvakuum in der Kabine:

Nur wie ist man überhaupt in diese Situation gekommen? Denn auch wenn Xabi Alonso trotz seiner Spielererfolge als Trainer in Spanien noch nicht das Standing hat wie ein Ancelotti, müsste es dann doch zumindest in der Mannschaft Spieler geben, die einen Vinicius Jr. in der Kabine mal beiseite nehmen und sagen: Freundchen, so nicht. Auch du stehst hier nicht über dem Verein.

Das Problem ist, dass Real Madrid genau solche erfahrenen Spieler, vor denen jeder junge Spieler Respekt hat, aktuell fehlen. Jahrelange Säulen wie Toni Kroos und Luka Modric spielen nicht mehr für die Königlichen und junge Spieler wie Eduardo Camavinga, Jude Bellingham oder auch Aurelien Tchouameni müssen eben noch in diese Rolle als absolute Führungsspieler hineinwachsen.

Hinzu hat sich dann auch noch Kapitän Dani Carvajal verletzt, der noch am ehesten hätte die Rolle des verlängerten Trainerarms ausfüllen können.

Es fehlen somit aktuell die Spieler, die Ruhe in die Kabine bringen und insbesondere die jungen Spieler wie Vinicius Jr., Rodrygo oder ein Stückweit auch Bellingham, für die Ancelotti eine Art Vatervigur war, mal in einem persönlichen Gespräch beiseite nehmen und ihnen klar machen, was es eigentlich bedeutet für den größten Verein der Welt zu spielen.


Lücken im Kader:

Des Weiteren gibt es auch einige taktische Lücken im Kader, die Alonso bei Leverkusen so nicht hatte und die ihm aktuell das Leben schwer machen.

Auch bedingt durch die Knieverletzung Dani Carvajal fehlt Alonso z.B. aktuell ganz klar ein schneller erfahrener Rechtsverteidiger der Marke Jeremie Frimpong, so wie auch ein klar gesetzter Freistoßschütze wie Alejandro Grimaldo, der sowohl die Außenbahn beackern als auch im Mittelfeld Verantwortung übernehmen kann.

Vor allem aber fehlt Alonso ein echter Neuner der Marke Patrik Schick, ein Stürmer, der auch mal mit dem Rücken zum Tor Bälle fest macht, kopfballstark ist und sich gegen tiefstehende Abwehrketten durchsetzt.

Und klar, man kann sagen: Wenn man stattdessen mit Kylian Mbappé einen der Top 3 aktuell besten Stürmer der Welt (Grüße an Haaland und Kane) hat, ist das schon Heulen auf sehr hohem Niveau. Das Problem ist jedoch, dass sowohl Mbappé, als auch Vinicius Jr. als auch Rodrygo eigentlich gelernte linke Flügelspieler sind, die klar übers 1 gegen 1 und über Tempo kommen. Es fehlt somit das Gegenstück, ein Neuner, wie es beispielsweise Joselu, Karim Benzema oder in seinen späten Real-Jahren Cristiano Ronaldo war.

Dennoch ist Kylian Mbappé der Spieler, der unter Alonso wohl die bislang größte Entwicklung durchgemacht hat, steht er doch aktuell sowohl in der Champions League (9 Tore in 5 Spielen) wie auch in der Liga (18 Tore in 8 Spielen) mit wettbewerbsübergreifend bereits 28 Toren in dieser Saison europaweit auf Platz eins.



Wie geht es weiter?

Grundsätzlich muss man sich hier seitens der Vereinsführung erstmal fragen: Möchte man mit Xabi Alonso den Umbruch endgültig vollenden und mit ihm gemeinsam damit ein Stück weit auch ein neues Real Madrid aufbauen? Oder hat, wie leider oft bei so großen Vereinen, nur der sofortige Erfolg, im Idealfall das Triple, Priorität?

Auch muss man sich bewusst sein, mit Xabi Alonso nun einen sehr ambitionierten und meinungsstarken Trainer zu haben, der sicherlich auch anpassungsfähig ist, dennoch aber eine klare Philosophie hat und nicht gekommen ist, um allen, inklusive Präsident Florentino Perez, Honig ums Maul zu schmieren.

Alonso hingegen muss sich jedoch aber auch bewusst werden, dass Real Madrid nicht Bayer Leverkusen ist, sondern nun mal auch historisch schon immer ein Verein war, wo nur die besten Spieler der Welt spielen - Spieler mit einem sehr großen Ego, die vielleicht auch mal für die ein oder andere Starallüre gut sind.

Ob es dabei fürs Kabinenkarma so hilfreich ist, den Fast-Ballon-D'or-Sieger von 2024 Vinicius Junior ausgerechnet im El Classico auszuwechseln, während sein größter Kontrahent bei Barcelona Lamine Yamal trotz dürftiger Leistung über 90 Minuten durchspielen darf, darf dabei also auch hinterfragt werden.

Denn so schön der Satz "Die Mannschaft ist der Star" auch ist, trifft dies auf Real Madrid eben nur bedingt zu, da hier natürlich auch klar eine geballte Ansammlung von Superstars die Mannschaft bilden.

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Leon

Wo spielt Nico Schlotterbeck im Herbst 2026?

Nico Schlotterbeck gehört aktuell neben dem Bayern-IV-Duo Jonathan Tah und Dayot Upamecano ganz klar zu den Top 3 Innenverteidigern der Bundesliga. Umso mehr stellen sich Dortmund-Fans allmählich die Frage, wie lange der Weg mit so einem herausragenden Spieler noch gehen kann. Bereits 2027 läuft sein Vertrag bei den Schwarzgelben nämlich aus, der nächste Transfersommer wäre also der letzte Sommer, wo man für den Innenverteidiger, dessen Marktwert aktuell auf rund 55 Millionen Euro geschätzt wird, noch eine Ablöse kassieren könnte. (Bild: IMAGO / Jan Huebner)

Aber macht ein Wechsel von Schlotterbeck zu einem größeren Verein diesen Sommer sportlich überhaupt Sinn? Und falls ja, zu welchem Verein?

Das alles erfahrt ihr im ersten Teil unserer neuen Artikel-Reihe „Wo spielt Spieler X nach dem Sommer 2026?“

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Leon

Was ist los mit Mo Salah? Verlässt er Liverpool schon im Winter?

Nach dem bitteren 3:3 gegen Leeds United hat Clublegende Mohamed Salah im anschließenden Interview deutliche Kritik an der Clubführung und Trainer Arne Slot geäußert. Der „Egyptian King“ sagte hier unter anderem, er fühle sich nicht wertgeschätzt, hätte kein (!) Verhältnis mehr zu seinem Trainer und deutet dabei sogar einen Abschied im Winter an. Könnte es jetzt also sogar zu einem vorzeitigen Ende des Superstars bei den Reds kommen? (Bild: IMAGO / Xinhua)

Die Galacticos des Nordens

Der unerklärliche Absturz des amtierenden Premier League Meisters FC Liverpool darf wohl zu Recht als eine der größten Überraschungen dieser Saison im europäischen Fußball gezählt werden. Nicht wenige sahen vor der Saison eher einen FC Liverpool, der wenigstens einmal Top-Favorit auf den erneuten Meistertitel in der Premier League war, wenn nicht sogar einer der Mitfavoriten auf den Henkelpott.

Zu glanzvoll sahen die Neuzugänge aus, bei denen die Reds sämtliche wirtschaftlichen Rekorde brachen und in einem Sommer u.a. Florian Wirtz (125 Millionen), Jeremie Frimpong (40 Millionen), Milos Kerkez (45 MIllionen), Hugo Ekitike (95 Millionen) und Alexander Isak (145 Millionen) an die Mercyside holten.




Des Weiteren hatte man bis auf Luis Diaz und Trent Alexander-Arnold und nicht zuletzt den durch einen Autounfall verstorbenen portugiesischen Flügelstürmer Diogo Jota keinen nennenswerten Abgang zu verschmerzen.

Dennoch stand man nach dem 14. Spieltag sogar lediglich nur auf Platz 11 in der Premier-League-Tabelle, hinzu kamen peinliche Niederlagen gegen Nottingham Forest (0 : 3) in der Liga, wie auch PSV Eindhoven (1 : 4) in der Champions League.

Kurz gesagt: Es machte sich schlussendlich das bemerkbar, was in den ersten Wochen die (meist knappen und glücklichen) Ergebnisse noch kaschieren konnten – diese Mannschaft bestand zwar aus vielen großen Namen, trat aber nicht wie das auf, was der Name suggerieren sollte: Eine Mannschaft. Und hierbei kommt man leider auch an ihm nicht vorbei: Mohamed Salah, Liverpools Rekordschütze und vielleicht der beste und talentierteste Stürmer, der jemals für diesen Verein auflief.

Legende aus dem Pyramidenland

Über das, was Mo Salah in seiner Gesamtlaufbahn für den FC Liverpool geleistet hat, gibt es sicherlich keine zwei Meinungen. Kein Interview der Welt, selbst ein komplettes Zerwürfnis mit dem Verein, könnte diese Legacy zerstören, die Mo Salah sich hier über Jahre hinweg aufgebaut hat: 2 Meisterschaften, 1 Champions-League-Titel, 4 Top-10-Nominierungen für den Ballon D’or, 6 mal Englands wie auch Afrikas Fußballer des Jahres, wie auch vierfacher Torschützenkönig in der wahrscheinlich besten Liga der Welt.

Auch was seine Form angeht, hatte es den Anschein als könne diese Jahr für Jahr nur noch besser und besser werden. Mit 29 Toren und 18 Assists zeigte er zudem grade letzte Saison eine extrem hohe Ausgeglichenheit zwischen Toren und Vorlagen, was immer ein Zeichen dafür ist, dass ein Stürmer nicht nur unglaublich gut und treffsicher ist, sondern auch Spieler um sich herum hat mit denen er gerne und hervorragend harmoniert.

Warum der plötzliche Downfall?

Wie also kann es sein, dass davon auf einmal gefühlt nichts mehr übrig ist? Denn trotz sehr hoher Forderungen schaffte Salah es nämlich auch finanziell diesen Sommer am Ende seinen neuen Vertrag durchzusetzen, der auf etwa 20,8 Millionen Pfund Gehalt im Jahr geschätzt wird.

Trotzdem steht er nach nun 15 Spielen grade mal bei 4 Scorern (2 Tore und 2 Vorlagen) und wird zudem scharf dafür kritisiert, neuen Mitspielern wie Florian Wirtz oder Hugo Ekitiké in torentscheidenden Situationen nicht zuzuspielen, sein Ego in den Vordergrund zu stellen und sich dabei immer mehr von der Mannschaft abzuschotten.

Die Folge: Arne Slot setzte ihn ab einem bestimmten Punkt auf die Bank, ihn die Vereinslegende - etwas, was einst Erik ten Hag bei Manchester United schon mit einem alternden Cristiano Ronaldo tat - mit ähnlichen Folgen (siehe Ronaldos Interview vor seinem United-Abgang):



Nun sprechen wir über Mo Salah's Interview nach jenem 3 : 3 gegen Leeds United gegenüber Sky.Sports. Parallelen zu Cristiano Ronaldos Manchester-United-Abrechnungs-Interview mit Piers Morgan im Jahr 2022 gibt es hier nämlich definitiv, was die Schärfe im Tonfall angeht und auch die Tatsache, dass hier ein Spieler klar aufzeigt, größer als der Verein und insbesondere der Trainer zu sein.

Hier einige originale Zitate aus seinem Interview und unsere Einschätzung dieser Aussagen nach dem 3 : 3 gegen Leeds:

Ich verstehe nicht, warum ich auf der Bank sitze. Ich habe viel für den Club getan. Es fühlt sich so an, als würde der Club mich unter den Bus werfen.“

Hier ist schon klar der erste Fehler in der Selbsteinschätzung von Mo Salah. Denn im Gegensatz zu Robert Lewandowski oder auch Cristiano Ronaldo gibt es im Fall Salah keinen anderen wirklich großen europäischen Verein, wo er ähnlich viel Ruhm und Aufmerksamkeit erhielt. Der Erfolg des FC Liverpools ist daher natürlich klar mit Namen wie Trent Alexander-Arnold, Virgil van Dijk und natürlich auch Mo Salah verbunden, umso mehr aber ist der Erfolg von Salah völlig klar und nahezu einzig und allein mit dem FC Liverpool verbunden.

Die Dankbarkeit sollte daher auf beiden Seiten gegeben sein. Hinzu ist jeder Spieler über 30 auch irgendwann mal an dem Punkt, wo auch die körperliche Verfassung nachlässt.

Ich sehe nicht mich als das Problem. Ich hätte es verdient zu spielen.“

Hier könnte man noch am ehesten mit Salah mitgehen. Denn ganz sicher ist er nicht der einzige Schuldige an der Liverpool-Krise.

Auch Spieler wie Isak und Wirtz spielten lange komplett unter ihren Erwartungen und neben dem Trainer und den Spielern sollte man hier auch klar die Vereinsführung in Frage stellen, deren Transferausgaben sich bislang in keiner Weise rentiert haben, sondern u.a. durch die Verpflichtung von zwei Starspielern auf der selben Position wie Ekitiké und Isak das Team eher verschlechterten. Dennoch muss ein Trainer natürlich auch immer nach der aktuellen Form der Spieler gehen.

Die Beziehung zu Slot ist quasi nicht vorhanden, wir haben keinen Kontakt.“

Diese Aussage ist die von allen Kontroverseste und macht auch nicht wirklich Sinn. Denn an wem liegt fehlende Kommunikation am Ende? Natürlich auch an Arne Slot, aber doch vor allem erst mal an Mo Salah. Oder schreibt er, überspitzt gesagt, Slot drei mal täglich irgendwelche WhatsApps a la „Können wir mal unter vier Augen reden?“ und der arrogante Holländer mit der Glatze antwortet ihm einfach nicht?

Das dies so nicht geschehen ist, hat Slot selbst bereits bestätigt. Viel mehr war es, laut Slot, Mo Salah, der vor seinem Interview in keiner Weise das Gespräch mit ihm gesucht oder versucht hat, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Was ebenso für Stirnrunzeln sorgte, ist dass das Interview von Salah sehr ruhig und abgeklärt wirkt, nicht so, als wäre er grade in Rage, sondern eher so, als hätte er sich das, was er dort sagte, gut überlegt, auch mit dem Wissen, dass er nach dem nächsten Spiel sowieso weg wäre, um im diesjährigen Afrika-Cup für sein Heimatland Ägypten aufzulaufen.

In diese Richtung gingen zuletzt auch Aussagen von englischen TV-Experten wie Jamie Carragher, die ihm indirekt vorwarfen, seine Position im Verein zu nutzen, um einen schnellen Rauswurf von Trainer Arne Slot zu forcieren.


Folgen und Zukunft:

Ob es nun Kalkül oder tatsächlicher Frust um seine Situation war: Eines hat Salah damit auf jeden Fall geschafft, nämlich das Chaos rund um den FC Liverpool noch mehr zu verstärken. Dieses Interview hatte nun sogar zur Folge, dass man ihn aus dem Kader der Champions League ganz raus warf.

Dennoch darf man nie vergessen, dass die Identifikation mit seinem Job und seinem Verein immer auch eine gewisse Emotionalität hinterlässt. Wenn man nach einer 48-Scorer-Saison nur aufgrund von wenigen Spielen vom Trainer ausgemustert wird, hinterlässt das bei jedem Star auf diesem Level Spuren und nur die Wenigsten haben die Größe, ihren Unmut über die plötzliche Ausmusterung nicht auch in der Öffentlichkeit kund zu tun (man erinnere an die ersten Thomas-Müller-Aussagen nach seiner plötzlichen Nicht-Vertragsverlängerung bei den Bayern.)


Allerdings hat sich Salah mit seinen Aussagen nun vor allem selbst das Leben schwer gemacht. Denn so widersprüchlich das klingen mag: Ab dem Moment, wo er zum Afrika-Cub reist, gilt nun zuallererst: Je erfolgreicher die Phase ohne ihn für den FC Liverpool läuft, desto mehr ist Salah der Verlierer, je weniger erfolgreich es hingegen läuft, desto mehr ist Salah der Gewinner.

Ob das eine Grundlage für eine erneute Zusammenarbeit in der Rückrunde ist, selbst unabhängig vom Trainer, darf also sehr in Frage gestellt werden.

Winterwechsel nachvollziehbar?

Des Weiteren hat nun das Thema Saudi Arabien in den letzten Wochen mehr denn je die Runde gemacht, wo sowohl Al-Nassr, Al-Ahli als auch Al-Hilal bereit wären, für die Dienste des Superstars noch einmal mehr Summen in astronomischer Höhe zu bezahlen.

Hier muss man allerdings bedenken, dass Saudi Arabien für Salah auch noch mal eine andere Bedeutung haben könnte als für Spieler, denen man nachsagt, wirklich nur aufgrund des Geldes in die Saudi Pro League zu wechseln.

Als indirektes Nachbarland seines Heimatlands Ägypten (nur eine kleine Meerenge trennen die beiden Länder) würde er in ein Land wechseln, über welches man in Sachen Menschenrechte natürlich durchaus streiten kann, welches aber auch aufgrund der Religion viele Parallelen zu seinem Heimatland aufweist, in dem er mittlerweile ein Volksheld ist und vielleicht der größte Fußballer, den das Land Ägypten je hervorgebracht hat.

Daher scheint es auch nicht verwunderlich, dass eine Rückkehr von Salah in den nahen Osten gerade in seiner Heimat gefeiert wird und man in Ägypten nur wenig Verständnis für das Verhalten des FC Liverpool und insbesondere des Trainers hat.

Dieser Aspekt - dass hier quasi ein verlorener Sohn aus der Heimat in den nahen Osten zurückkehrt, würde diesem Saudi-Arabien-Transfer daher, was den arabischen Raum angeht, nochmal eine andere Dimension geben, als der von Karim Benzema, Ronaldo oder Neymar.

Die absolute Traumvorstellung für jeden Ägypter wäre natürlich eine Rückkehr von Salah zu seinem Heimat- und Ausbildungsclub Al-Mokawloon al-Arab in Nasr City, Kairo.

Hier hat sich das Fußballgeschäft nur leider in eben diese Richtung entwickelt, dass das wohl ebenso unrealistisch ist wie eine Rückkehr Cristiano Ronaldos als Spieler zu seinem Heimatclub Sporting Lissabon.

Es bleibt also spannend zu beobachten, wie Salahs Karriere weiter geht. Schön wäre es, wenn sich (wie im Falle Thomas Müller) Spieler und Verein am Ende doch so einigen können, dass man harmonisch auseinander geht.

Dies plus ein würdiges Abschiedsspiel, inklusive entsprechender Choreo, wäre sowohl Salah, als auch dem Verein, am allermeisten aber den Liverpool-Fans zu wünschen.


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Leon

Umbruch bei Mainz 05. Bo Henriksen raus, Urs Fischer übernimmt

Die große Achterbahnfahrt des FSV Mainz 05 beginnt von neuem und befindet sich derzeit (mal wieder) auf einem historischen Tiefpunkt. Und das, wo Fans noch vor wenigen Monaten gedacht haben mit Bo Henriksen (Bild: IMAGO / Hartenfelser) nun endlich einen Mann an der Seitenlinie zu haben, der die Mainzer auch langfristig vom Abstiegskampf fernhalten und zumindest mal ein bisschen Sicherheit in den Verein bringen könnte.

Nun soll Ex-Union-Berlin-Trainer Urs Fischer dem Verein aus der Krise helfen, ein Trainer, der die Eisernen nicht nur aus der zweiten Liga in die Champions League führte, sondern dort viele Jahre wie kaum ein anderer Bundesligatrainer für Konstanz wie auch für defensive Stabilität stand.

Von den Breisgaunern verhauen

Gegen den SC Freiburg hagelte es für die Mainzer bereits das zweite Mal ein Gegentor nach dem anderen. Schon gegen den Hamburger SV wurde man mit 0 : 4 aus dem Hamburger Volksparkstadion geschossen, gegen die Freiburger gab es nun die nächste 0 : 4 Auswärtsklatsche.

Auch ansonsten waren die Ergebnisse diese Saison bislang verheerend. 9 Spiele ohne Bundesliga-Sieg, dazu noch das Aus im DFB-Pokal gegen den VFB Stuttgart und selbst in der Conference League, dem einzigen Wettbewerb, wo man zumindest erfolgreich gestartet war, konnte man zuletzt nicht mehr gewinnen.

Dies sorgte schließlich für die Trennung von Bo Henriksen, eine Trennung, die nicht nur den Verein und die Fans schmerzte, sondern auch Sportvorstand Christian Heidel:


"Bo hat sich in einer Art und Weise verabschiedet, wie wohl noch niemand. Er hat 70 Menschen umarmt, es sind viele Tränen geflossen."

(Christian Heidel gegen über NTV).

Dies verwundert nur wenig, sorgte der Däne mit Platz 6 und der Qualifizierung für Europa letzte Saison nicht nur für eine der erfolgreichsten Saisons der Vereinsgeschichte, sondern brachte sich mit seiner Emotionalität, seiner Authentizität und seiner Nähe zur Mainzer Kurve direkt in die Herzen der Fans.

Dennoch gab es bereits im Vorfeld der Saison Skepsis, ob sich der superintensive immer auf Leidenschaft ausgerichtete Trainingsstil nicht irgendwann auch mal abnutzen könnte, siehe Jürgen Klopp in Liverpool oder Steffen Baumgart in Köln, deren Grundattitüde an der Seitenlinie zumindest in eine ähnliche Richtung gingen.

Hinzu musste man sich die Frage stellen, ob der Kader der Mainzer überhaupt ansatzweise bereit für eine Dreifachbelastung war und ob die sehr auf Motivation und positive Energie ausgerichtete Ansprache von Henriksen auch noch funktionieren würde, wenn den Spielern klar wird, dass der Kader dafür eben genau nicht stark genug besetzt ist.

Hier war insbesondere auffällig, dass die Mainzer selbst die positive Energie der zunächst erfolgreichen Conference League Spiele in keinster Weise in die Bundesliga übertragen konnte. Einem 1 : 0 Sieg gegen Omonia Nikosia folgte beispielsweise das bereits erwähnte 0 : 4 gegen Aufsteiger HSV, auf das 1 : 0 gegen Zrijnski Mostar folgte ein 1 : 2 gegen den VFB Stuttgart und auch nach dem 2 : 1 gegen AC Florenz verlor man nur wenige Tage später mit 0 : 1 gegen die aktuell schlechteste Defensivmannschaft Eintracht Frankfurt.

Viele warfen dem Trainer hier zu viel Rotation vor - bei einem Kader, der in der Breite genau dafür einfach nicht gemacht war. Ob es allerdings der Weisheit letzter Schluss gewesen wäre, die Führungsspieler durchspielen zu lassen (Spieler, die größtenteils noch nie englische Wochen gespielt haben) bleibt allerdings auch fraglich. Viel mehr sollte sich hier die Frage stellen, ob Bo Henriksen hier nicht auch ein Stück weit von den Kaderplanern im Stich gelassen wurde.

Eine genaue Analyse zu der Zeit unter Bo Henriksen und den Gründen zu seiner Entlassung findet ihr auf unserem Youtube-Kanal KICKFIEBER - WER TRIFFT HAT RECHT in diesem Video:

Offensive Gefahr nicht existent

Doch Bo Henriksen hin oder her, wie konnte einer Mannschaft, die noch vor wenigen Monaten auf Platz 6 der Tabelle stand, eine solche Niederlagenserie passieren?

Hier muss man neben der defensiven Stabilität und einer rekordverdächtig hohen Anzahl an roten Karten nicht nur von Bundesliga-Dauerrekordhalter Dominik Kohr, sondern auch von anderen Mainzer Spielern wie Paul Nebel, insbesondere die offensive Harmlosigkeit betonen.

Denn schauen wir auf die aktuellen Stats des Mainz-Sturms sehen wir: Benedict Hollerbach, 9 Spiele, 0 Tore, Nelson Weiper, 10 Spiele, 0 Tore, Arnaud Nordin, 10 Spiele, 0 Tore, beziehungsweise William Boeving - der neue Stürmer, den man extra für 3,5 Millionen Euro von Sturm Graz geholt hatte - 3 Spiele, 0 Tore.

Die einzigen Spieler, die für Mainz 05 diese Saison bislang überhaupt mehr als einmal das Tor getroffen haben, sind bislang Nadiem Amiri (3 Tore) und Armindo Sieb (2 Tore),

Das ist für eine Mannschaft, die letztes Jahr noch um die Champions League mitgespielt hat, schlichtweg desaströs. Nicht einmal ansatzweise ist es den Mainzern hier gelungen, den Abgang von Star-Stürmer Jonathan Burkardt, der vergangenen Sommer für 21 Millionen an Eintracht Frankfurt verkauft wurde, zu kompensieren.

Denn selbst wenn man sich vielleicht bewusst war, einen solchen Stürmer nicht so einfach ersetzen zu können, scheiterte bislang auch der Versuch diese Aufgabe auf mehrere Schultern zu verteilen vollends, oder um es in Zahlen zu sagen: Aus 18 Toren (dies war es nämlich, die der deutsche Nationalspieler letzte Saison alleine für die Mainzer schoss) wurden sage und schreibe 0 Tore, die seine Nachfolger bislang erzielen konnten.

Doch wie sagte einst Michail Gorbatschow:

Wer zu spät kommt, den bestraft der Nebel

So hieß es zumindest in vielen der vergangenen Saisons, wo man als Abstiegskampf-Konkurrent die Mainzer nach der Hinrunde bereits abgeschrieben hatte, wonach aber mit Spielern wie Paul Nebel dann nach einem Trainerwechsel zumeist eine sensationelle Last-Minute-Aufholjagd in der Rückrunde folgte.

Hier ist Mainz 05 schon seit Jahren eine Ausnahmeerscheinung und hat sich zu Recht seit dem Aufstieg in die Bundesliga 2004/05 wie kaum ein anderer Verein (abgesehen vielleicht noch vom FC Augsburg) so sehr das Prädikat unabsteigbar verdient.

Denn bei anderen Mannschaften wie Fürth, Kiel, Schalke oder Darmstadt hätte wohl jeder nach nur 6 Punkten nach 13 Spieltagen gesagt, dass der Zug in puncto Klassenerhalt eigentlich schon abgefahren ist. Wenn man sich allerdings insbesondere die Debüt-Saison der beiden letzten Mainz-05-Trainer Bo Svensson und Bo Henriksen anschaut sollte man sich hier nicht zu sicher sein.

Hier folgte einem Platz 17 mit 7 Punkten nach 17 Spieltagen z.B. ein Platz 5 mit 32 Punkten in der Rückrunde unter Bo Svensson, während sein Nachfolger und Namensvetter Bo Henriksen aus einem Platz 16 mit 11 Punkten aus der Hinrunde in der Rückrunde nochmal ganze 24 Punkte holen konnte. Wenn also ein Verein in den letzten Jahren das (!) Stehaufmännchen der Liga war, dann waren es ganz sicher die Mainzer.

Und genau eine solche Aufholjagd soll nun ein weiteres Mal unter Ex-Union-Berlin-Trainer Urs Fischer gelingen.

Der Retter aus Köpenick

Mit ihm haben die Mainzer nun zumindest eines wieder zurück: Defensive Stabilität. Denn auch wenn bislang vor allem die offensive Durchschlagskraft Sorgen bereitete, war auch die Defensive bislang nicht gut.

Mit 24 Gegentoren gibt es aktuell nur drei Mannschaften, die mehr Gegentore kassiert haben, was sich unter dem Schweizer, der mit seinem Unioner Abwehrbollwerk dem Begriff "Berliner Mauer" nochmal eine ganz neue Bedeutung gab, nun definitiv ändern soll.

Doch auch sonst spricht viel dafür, dass der Spielstil von Urs Fischer gut zu Mainz 05 passen könnte. Gewiss, die Mainzer sollten sich trotz alledem überlegen im Winter gerade in der Offensive noch einmal nachzulegen, grundsätzlich passen aber auch konterstarke Stürmer wie Benedict Hollerbach (der diesen Sommer selbst von Union Berlin gekommen war) in das Beuteschema des Schweizers.

Das Allerwichtigste aber wird aktuell sein, der Mannschaft jegliche Panik vor dem Abstieg zu nehmen und wieder Ruhe und Selbstvertrauen in das Team zu bringen.

Und dies kann Urs Fischer zweifellos mit seiner ruhigen bedächtigen Art wie kein anderer. Des weiteren ist er auch bekannt mit älteren defensiv-orientierten Spielern, die weniger über das Tempo, sondern über gute Positionierung kommen, gut zu können, was ebenfalls sehr gut zum Mainzer Kader passt.

Und wer weiß, vielleicht wird unter Urs Fischer selbst Dominik Kohr nochmal ein Innenverteidiger, der seine Gegenspieler höflich mit einer Verbeugung fragt, ob sie ihm bitte den Ball geben können, ehe er seinen Körper einsetzt.

Nun, auch wenn Urs Fischer mit Mainz 05 viel, wenn nicht sogar alles zuzutrauen ist, hier hat dann selbst meine Fantasie zugegebenermaßen ihre Grenzen.

Die Fantasie, dass Mainz 05 allerdings unter ihm (wieder mal) einen einstelligen Tabellenplatz in der Rückrunde und damit den sicheren Klassenerhalt schaffen könnte, sollten Fans aber durchaus haben, dann wenn es für alle anderen Abstiegskonkurrenten wieder mal heißt:

Wer zu spät kommt, den bestraft ..... wenn nicht das Leben, dann aber zumindest eine in der Rückrunde unter Urs Fischer vielleicht am besten gecoachten Defensiven der Liga.

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Leon

Wo spielt Danilho Doekhi im Herbst 2026?

Und los geht es mit dem zweiten Teil unserer Artikelserie“ Wo spielt Spieler X nach dem Sommer 2026?“ Diesmal geht es um Danilo Doekhi vom 1. FC Union Berlin, einen der aktuell besten Verteidiger der Bundesliga.

Denn auch wenn die Union-Fans ihn sicher vermissen werden, führt kein Weg daran vorbei, dass sich der niederländische Innenverteidiger längst für höhere Aufgaben empfohlen hat und den Club im Sommer 2026 höchstwahrscheinlich ablösefrei verlassen wird.

Da der Union-Stil taktisch jedoch sehr speziell ist, sollte sein nächster Schritt gut gewählt sein. Welche Vereine könnten also sinnvoll für ihn sein, auch im Hinblick auf den nächsten Karriereschritt?

(Bild: IMAGO / Matthias Koch)

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Leon

WM Quali Slowakei: Wie stark ist Deutschlands Endgegner?

Die 0:2 im Hinspiel gegen die Slowakei galt zu Recht als der absolute Tiefpunkt der DFB-Elf unter Trainer Julian Nagelsmann. So ziemlich sämtliche Experten waren sich einig, dass Deutschland gegen einen solchen Gegner gewinnen muss (!) und zwar im besten Fall deutlich. (Bild: IMAGO / Fussball-News Saarland)

Doch ist die Slowakei, ein Team, was es immerhin ins Achtelfinale der letzten EM geschafft hat und dort sogar um ein Haar den späteren Finalisten England rausgekickt hätte, wirklich so schwach?

Wir von Kickfieber wollen dem mal auf den Grund gehen und Kader und Mannschaft etwas genauer beleuchten.

Geschichte:

Die slowakische Nationalmannschaft ist einer der jüngsten Nationalmannschaften im Weltfußball. Erst 1993, nach der Trennung von Tschechien und der Auflösung der Tschechoslowakei, wurde sie gegründet und blieb bei Qualifikationen für Turniere zunächst einmal erfolglos.

Erst 2010 kam nach langen Jahren harter Arbeit der Durchbruch mit der WM-Qualifikation für das Turnier in Südafrika. Unter Trainer Vladimir Weiss erreichte das Team ein Unentschieden gegen Neuseeland, eine Niederlage gegen Paraguay – wie auch ein historisches 3:2 gegen Italien, den damals amtierenden Weltmeister.



Damit zog die Slowakei sensationell ins Achtelfinale ein, wo sie jedoch den Niederlanden mit 1:2 unterlag.

Auch bei der EM 2016 überstand das Team die Vorrunde, musste dann allerdings abermals im Achtelfinale die Koffer packen. Gegner damals - ausgerechnet Deutschland, dem man als klar spielschwächeres Team mit 0 : 3 unterlag.

Jüngste Entwicklungen:

Seitdem ist aber nun einiges passiert. Mittlerweile ist die Slowakei das Team mit dem weltweit immerhin 43-wertvollsten Kader und steht auch auf der FIFA-Weltrangliste auf einem soliden Platz 46, vor Ländern wie Kamerun, Ghana, Peru oder auch Europameister Griechenland. Dies ist vor allem einem klaren taktischen Plan zu verdanken der auch trainerübergreifend über die Jahre immer mehr verfeinert wurde.

Die slowakische Mannschaft ist hier vor allem bekannt für ihren kompakten, taktisch disziplinierten Spielstil, gepaart mit technischem Können im Mittelfeld. Besonders hervorzuheben sind die manchmal unterschätzte Defensivstärke und die gefährlichen Konterangriffe.

Des Weiteren ist eine gewisse Konstanz in die Mannschaft gekommen, von der frühere osteuropäische Größen wie Rumänien, Bulgarien oder eben auch Griechenland aktuell nur träumen können, eine Konstanz, die in den letzten drei Europameisterschaften immer für eine Qualifikation gereicht hat.

Taktisches Konzept:

Diese zieht sich auch unter dem aktuellen Trainer Francesco Calzona durch, einem Italiener, der in den obersten italienischen Spielklassen als Co-Trainer ganze sieben Vereine durchlaufen hat, um schließlich 2024 mit dem SSC Neapel sogar im Achtelfinale der Champions League zu stehen.

Calzona steht dabei vor allem für eines: Pragmatismus, in einem kompakten 4-2-1-3 hinten gut stehen (gerne auch mal in einer Sechserkette, um dann nach Balleroberung schnell umzuschalten und vor allem die Flügelspieler in Szene zu setzen.

Dies hat vor allem Deutschlands Rechtsverteidiger Nnamdi Collins im Hinspiel zu spüren bekommen, der hier trotz seiner Geschwindigkeit ein ums andere Mal von den slowakischen Flügelspielern Leo Sauer und David Strelec ausgekontert wurde.

Denn auch das gehört zu Calzonas taktischem Konzept: Während hinten großen Wert auf Positionstreue gelegt wird, zeigt er sich vorne erstaunlich offen, wenn es um Seitenverlagerung und Positionswechsel geht - alles mit dem Ziel in den gegnerischen Abwehrreihen für möglichst viel Chaos zu sorgen.

Auch Standards, insbesondere Freistöße, spielen eine große Rolle im taktischen Konzept der Slowaken und werden unter Calzona akribisch trainiert.

Impressive how Francesco Calzona turned Slovakia into a well-drilled, balanced and aggressive team. But yes, luck was also on their side.

Immense performance from Lobotka.

The funny thing is that we saved Calzona's job, because Slovakia were about to sack him just before their… pic.twitter.com/4jZW9bjveP

— Bosniaco (@Bosniac0) June 17, 2024

Die wichtigsten Spieler:

Gewiss, die Zeiten von Slowakei's wahrscheinlich größten Superstar der Teamgeschichte Marek Hamsik sind vorbei. Von 2007-2019 spielte er für die SSC Neapel und es wird nicht wenige Fans geben, die ihn in einer All-Time-Top-Ten der wichtigsten Spieler nennen werde, die je für die Gli Azzurri gespielt haben.

Doch auch wenn der Mittelfeldstar mittlerweile nicht mehr selbst spielt ist die neapolitanisch-slowakische Beziehung weiterhin vorhanden. Nicht nur Trainer Calzona ist nach wie vor stark mit der SSC verbunden, auch Stanislav Lobotka ist als aktueller Mittelfeldmotor sowohl in Neapel als auch im slowakischischen Nationaldress mittlerweile so etwas wie der Nachfolger Hamsiks.

Zwei Meistertitel und einen Pokalsieg konnte er mit den Gli Azzurri bereits gewinnen, was sogar mehr ist als Hamsik in seiner gesamten Karriere mit der SSC gewonnen hat.

Einer der wichtigsten Spieler bei den Slowaken ist aber nach wie vor Milan Skriniar. Der aktuelle Kapitän und Abwehrchef war von 2017-2023 einer der Führungsspieler im Kader von Inter Mailand bis er schließlich über Paris St. Germain (wo er, auch aufgrund von Verletzungen, aber eher Reservespieler war) 2024 zu Fenerbahce Istanbul wechselte und so den CL-Titel der Pariser leider verpasste.

Player To Watch:

Doch auch weitere interessante Spieler sind in den letzten Jahren nachgerückt und mittlerweile ein fester Bestandteil der Slowaken. Den mittlerweile in Saudi Arabien spielenden Ex-Herthaner Ondrej Duda kennen sicherlich viele noch aus der Bundesliga, ebenso wie seinen Ex-Team-Kollegen Peter Pekarik, der ebenfalls für den Hauptstadtclub aufgelaufen ist.

Auch an die Tore von Ivan Schranz, einem der Torschützenkönige des vergangenen EM-Turniers, können sich sicherlich noch einige erinnern. Hinzu kommt auch noch Innenverteidiger David Hancko von Atletico Madrid, mit einem Marktwert von 30 Millionen der wertvollste Spieler im Kader.

Die aber aktuell wahrscheinlich größten die Talente sind aber klar die beiden Flügelspieler David Strelec (24, FC Middlesbourgh) und vor allem Leo Sauer (19, Feyenoord Rotterdam). Der 19jährige gilt aktuell als eines der heißesten Talente Europas und wird auch bereits von Premier League Clubs wie Brighton und Bournemouth beobachtet.

Grade Leo Sauer gilt es im Rückspiel unbedingt in Schach zu halten, ist es doch vor allem seine Beidfüßigkeit gepaart mit Geschwindigkeit und Explosivität, die auch Top-Teams extrem gefährlich werden kann und den deutschen Außenverteidigern auch im so entscheidenden Rückspiel alles abverlangen wird: Ganz klar "Der Player To Watch" im slowakischen Nationalteam.

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