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Sascha

Darum jagen ihn Milan und Juve | Thomas Kristensen (23) im Porträt

In dieser noch jungen Saison hat Thomas Kristensen mit seinen beeindruckenden Auftritten das Interesse zahlreicher Klubs auf sich gezogen. Der großgewachsene Innenverteidiger von Udinese Calcio konnte vor allem gegen Inter und Neapel demonstrieren, welches Potenzial in ihm schlummert. Daher wollen wir euch das Abwehrtalent genauer vorstellen. (Bild:
IMAGO / Buzzi
)

In einer Ära, in der die Serie A von portugiesischen Tänzern und italienischen Taktikern dominiert wird, ragt Thomas Thiesson Kristensen heraus wie ein nordischer Felsen: Groß, unerschütterlich und mit einem Hauch skandinavischer Coolness. Der 23-jährige Däne, besser bekannt als „TK“, hat sich in nur zwei Saisons bei Udinese Calcio vom vielversprechenden Talent zum unverzichtbaren Pfeiler der Abwehr entwickelt.

Mit einer Körpergröße von 1,98 Metern und einem Marktwert von rund 9 Millionen Euro verkörpert er die perfekte Mischung aus physischer Präsenz und technischer Raffinesse. Doch hinter der imposanten Physis verbirgt sich eine Geschichte von Heimweh, Verletzungen und unstillbarem Ehrgeiz – ein Porträt des Mannes, der die Premier League und den AC Mailand in Atem hält.

Kristensen folgt Bisseck nach Italien

Geboren am 17. Januar 2002 in Aarhus, der zweitgrößten Stadt Dänemarks, wuchs Kristensen in einer Fußballerfamilie auf. Sein älterer Bruder Kasper teilt die Leidenschaft für das Spiel, und schon als Elfjähriger wechselte Thomas von Galten FS zum traditionsreichen AGF Aarhus. „Fußball war immer alles für mich“, erzählte er kürzlich in einem Exklusivinterview mit Flashscore. Dort, in der dänischen Superliga, reifte er zum Profi heran.

2020 unterzeichnete er seinen ersten Vertrag, und im Mai 2021 feierte er sein Debüt gegen Nordsjælland – ein 0:0, das für ihn der Auftakt zu einer steilen Karriere war. In der Saison 2022/23 avancierte er zum Schlüsselspieler: 20 Einsätze, ein Tor und der dritte Platz mit AGF, dem Verein seiner Kindheit, den er bis heute vergöttert.

„AGF ist mein Zuhause. Ihr Erfolg fühlt sich an wie meiner“, sagte er rückblickend.

Doch der große Sprung kam abrupt. Am 1. September 2023, am Transfer-Deadline-Tag, lockte Udinese den jungen Innenverteidiger für 5 Millionen Euro nach Italien – den zweithöchsten Abgangsdeal in AGF-Geschichte. Sein Landsmann Yann Aurel Bisseck hatte zuvor den Weg zu Inter Mailand eingeschlagen, und Kristensen folgte ihm ins italienische Oberhaus. Fünf Jahre vertraglich gebunden bis 2028, in Udine, einer Stadt, die für ihre friulanischen Weine und leidenschaftlichen Fans bekannt ist.

Kristensen trotzt Heimweh

„Die Serie A ist ein Schock – schneller, taktischer, brutaler als die Superliga“, gestand er.

Heimweh plagte ihn in den ersten Monaten; die dänische Bescheidenheit prallte auf die italienische Leidenschaft. Doch Kristensen passte sich an. In seiner Debütsaison 2023/24 spielte er 26 Mal, erzielte ein Tor und lieferte einen Assist – Zahlen, die für einen Verteidiger beeindruckend sind.

Die aktuelle Saison 2024/25 unterstreicht seinen Aufstieg: Bislang wettbewerbsübergreifend sechs Einsätze mit einem Performance Score von 7,07, ein Tor und beeindruckende Defensivarbeit. Gegen Hellas Verona im August feierte er sein erstes Serie-A-Tor, wenig überraschend ein Kopfballtor, der die Fans in Ekstase versetzte. Und im Oktober-Duell mit Napoli, als Udinese mit nur 38 Prozent Ballbesitz standhielt, war er der Fels in der Zebrette-Brandung.

Runjaic: „Der Rücken der Verteidigung!“

Trainer Kosta Runjaic lobt ihn als „den Rücken unserer Verteidigung“. Seine Stärken? Präzises Passspiel, Zweikampfstärke am Boden (71 % gewonnen) und in der Luft (88 % gewonnen) sowie ein gutes Stellungsspiel, das an Premier-League-Standards erinnert. Auf Transfermarkt.de wird sein Marktwert auf 9 Millionen Euro geschätzt, doch Experten sehen in ihm einen der vielversprechendsten Verteidiger der Liga, so dass diese Bewertung deutlich von der zukünftigen Ablöse abweichen könnte.

Doch wie so oft, kein Aufstieg ohne Rückschläge. Verletzungen haben Kristensens Pfad getrübt: Eine Muskelverletzung am linken Oberschenkel zwang ihn kürzlich zu einer zweiwöchigen Pause. In der Vergangenheit plagten ihn ähnliche Blessuren. „Verletzungen stoppen deinen Schwung, aber sie machen dich stärker“, philosophierte er. Dennoch: In 55 Serie-A-Spielen hat er sich etabliert, trotz der Turbulenzen bei Udinese, das 2023/24 knapp den Abstieg vermied. Seine Präsenz stabilisiert die Abwehr – Udinese kassierte in seinen Einsätzen im Schnitt nur 1,2 Tore pro Spiel.

Heute, im November 2025, brodelt es um Kristensen. Gerüchte um einen Wechsel machen die Runde: Tottenham, Bournemouth, Wolverhampton und Aston Villa (die im Sommer ein 15-Millionen-Angebot scheitern ließen) werben um ihn. In Italien lauern Milan und Juventus; Die Gazzetta dello Sport berichtet, die Rossoneri sehen in ihm die ideale Ergänzung für die Dreierabwehrkette, und sollen bereit sein 15-20 Millionen Euro zu investieren.

Sogar Liverpool-Fans auf X träumen von ihm als Partner für ihre jungen Talente. Kristensen selbst bleibt bei all dem Hype um seine Person erst einmal gelassen:

„Ich träume von der Premier League, aber Udinese hat mir alles gegeben. Ich will hier noch weiter wachsen.“

Auch Felsen haben Risse

Kristensens größte Achillesferse ist sein Körper. Die Serie A fordert ein hohes Maß an Robustheit, und der Däne hat darunter gelitten: Eine Muskelverletzung am linken Oberschenkel (zweiwöchige Pause im Herbst 2025) und eine kürzliche Wadenverletzung zwangen ihn zu Ausfällen. Insgesamt fehlte er in der Saison 2024/25 acht Spiele, was Udinese teuer zu stehen kam – die Abwehr kassierte in seinen Abwesenheiten im Schnitt 1,8 Tore pro Partie, mit ihm waren es nur 1,2. Fox Sports berichtete daher:

„Verletzungen unterbrechen seinen Schwung, und mit nur 85 kg Gewicht auf 1,98 m Höhe ist die Belastung enorm.“ Im Vergleich zu Kollegen wie Alessandro Bastoni (Inter) wirkt er fragil; Krafttraining könnte helfen, doch derzeit macht es ihm körperlich zu schaffen, so dass er mehr als 50 Prozent der jungen Saison für Udinese ausfiel.

Als ehemaliger Mittelfeldspieler (in der Jugend) glänzt Kristensen im Passspiel, doch beim "Ballschleppen" stockt es. Von ihm kann man keine explosiven Dribblings erwarten, um Angriffe zu initiieren. In den letzten zwei Saisons (WhoScored) verlor er 2,3 Bälle pro Spiel durch Fehlpässe in engen Räumen, während seine Dribblings nur zu 48 Prozent erfolgreich waren. So sehr die Friuler bei den Standards durch ihn profitieren, so sehr leiden sie, wenn er keine Anspielstation hat und die Räume eng werden.

Kristensen ist ein Zweikampfmonster-Monster, doch er muss noch lernen, die kompletten 90 Minuten hochkonzentriert zu bleiben, da er noch zu Stellungsfehlern neigt, wie etwa bei Romas Siegtreffer per Eckball, wo die gesamte Udinese-Abwehr (inklusive TK) versagte. Darüber hinaus fehlt es ihm noch an Konstanz, was aber für junge Spieler als normal bewertet werden darf.

Fazit:

Diese Punkte machen Kristensen nicht zum Flop, sondern zum entwicklungsfähigen Talent: Mit 55 Serie-A-Einsätzen und einem Marktwert von 9 Millionen Euro steigt er auf, doch ein Premier-League-Wechsel (z. B. zu Tottenham) käme zu früh. Trainer Kosta Runjaić lobt seine Arbeitsethik: „TK ist resilient – Verletzungen machen ihn stärker.“ Wenn er fit bleibt und balltechnisch wächst, könnte 2026 der Sprung zu Milan oder Juve (15 Mio.-Euro-Interesse) kommen. Die Schwächen? Sie sind überwindbar.

Privat bleibt der dänische U21-Spieler unauffällig. Er teilt sein Leben mit seiner Familie, genießt italienische Pasta („besser als dänische Smørrebrød!“). Auf Social Media ist er zurückhaltend – kein Account unter seinem Namen, stattdessen teilen Fans und Medien seine Highlights. Seine Devise? „Arbeite hart, bleib bescheiden.“ In der Serie A ist Thomas Kristensen noch der stille Riese, aber sein enormes Potenzial könnte ihn schon bald aus der Versenkung holen…

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Sascha

Der nächste Osimhen? | Midtjyllands Franculino (21) im Porträt

Er ist erst 21, hat in dieser Saison schon 21 Tore geschossen und wird von Bayern München, Manchester United und halb Europa gejagt – doch kaum jemand kennt seinen Namen richtig. Franculino Djú, der Stürmer vom FC Midtjylland, ist derzeit der explosivste afrikanische Rohdiamant nördlich der Alpen. Dieses Porträt wird euch zeigen, warum der nächste große Transfercoup nicht aus Paris oder London, sondern aus Herning kommen könnte. (Bild: IMAGO / FC Midtjylland)

In den kühlen Nächten der dänischen Superliga, wo der Wind über den Kunstrasen der MCH Arena weht, hat sich ein junger Mann mit afrikanischen Wurzeln einen Namen gemacht: Franculino Gluda Djú. Der 21-jährige Stürmer vom FC Midtjylland, geboren in der Hitze von Bissau, der Hauptstadt von Guinea-Bissau, ist mehr als nur ein Torjäger. Er ist ein Symbol für den afrikanischen Traum – von den sandigen Straßen des Kontinents über die Jugendakademien Lissabons bis hin auf die Notizzettel der Spitzenklubs.

Mit wettbewerbsübergeifenden 21 Toren in der laufenden Saison hat unser Protagonist nicht nur Midtjyllands Offensivreihen belebt, sondern auch Gerüchte über einen Wechsel zu Giganten wie Bayern München, dem BVB oder Manchester United entfacht. Auch der AC Mailand und Fenerbahce sollen starkes Interesse am 1,86 Meter großen Sturmhünen zeigen.

Fußball war mein Ausweg“

Franculino Djú – der Name klingt wie Musik aus seiner Heimat, wo Fußball mehr als ein Sport ist, sondern ein Ticket in eine bessere Zukunft. Am 28. Juni 2004 kam er in Bissau zur Welt, in einem Land, das von politischer Instabilität geprägt ist, aber von unerschütterlichem Talent nur so strotzt. Seine Familie, mit portugiesischen Einflüssen durch die Kolonialgeschichte, erkannte früh sein Potenzial.

„Fußball war mein Ausweg“, erzählte Djú in einem Interview mit der dänischen Presse, in dem er von den improvisierten Spielen auf den Straßen sprach, wo Bälle aus alten Socken gemacht wurden und alte Reifen als Tore dienten. Mit 15 Jahren wagte er den Sprung nach Europa: Portugal, das Land seiner Vorfahren, wurde sein neues Zuhause.

Beim SL Benfica, dem stolzen Traditionsverein mit der glühenden Adler-Aufschrift, landete er in der Jugendakademie. Dort, in der Caixalotinho, der berühmten Jugendhochburg, lernte er die Disziplin des modernen Fußballs. „Benfica war hart, aber fair“, so Djú. Er spielte in den U19-Teams, erzielte Hattricks in der Liga Revelação und zog die Blicke der Scouts auf sich.

Ablösefreier Wechsel nach Dänemark

Doch statt im Lissabonner Glanz zu verweilen, lockte 2023 ein Angebot aus dem kühlen Norden: Der FC Midtjylland, der dänische Meister mit dem Ruf, Rohdiamanten zu schleifen, holte ihn ablösefrei nach Skandinavien.

Sein Debüt in der Superliga am 13. August 2023 gegen Vejle Boldklub war ein Versprechen: Ein 2:1-Sieg, und Djú als Joker, der den Ausgleich vorbereitete. Schnell avancierte er zum Stammspieler. In seiner ersten Saison 2023/24 knüpfte er 27 Einsätze mit 11 Toren an – Zahlen, die Midtjylland zum Titel führten. In der folgenden Spielzeit 2024/25 wiederholte er diesen Erfolg: Wieder 11 Treffer in 28 Partien, darunter entscheidende in der Champions-League-Qualifikation.

Und nun, im Herbst 2025, explodierte er förmlich. Wettbewerbsübergreifend zehn Tore in Folge, eine Serie, die Midtjylland in auf den zweiten Tabellenplatz katapultierte, nur zwei Punkte hinter dem Ligaprimus AGF und in der Europe League in eine gute Position beförderte.

Spielerprofil

Mit 1,86 Metern Körpergröße und einem extrem präzisen Linksfuß, der die Bälle wie Pfeile ins Netz lenkt, ist Djú der Prototyp des modernen Stürmers: Schnell, technisch versiert, kopfballstark. Seine Statistiken auf ESPN sprechen Bände: 21 Tore, 3 Assists in 30 Starts – überragende Stats für einen 21-jährigen Stürmer. Trainer Mike Tullberg lobt ihn als „unaufhaltsam“, einen Spieler, der mit seiner Intelligenz das Spiel liest und Gegner zerlegt.

Mit einer Abschlussquote von über 35 Prozent und einem linken Hammer, der Torhüter verzweifeln lässt: Im Strafraum ist der Junge aus Bissau ein Albtraum für Verteidiger. Groß (1,86 m), explosiv, kopfballstark und mit einem Instinkt, der an den jungen Victor Osimhen erinnert, gewinnt er Duelle, schirmt Bälle ab und verwandelt Halbchancen in Tore.

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Defensiv bleibt Djú oft stehen, statt mitzulaufen; sein Pressing ist solide, aber nicht gnadenlos. Der rechte Fuß ist eher Beiwerk, Trickkiste und Spielintelligenz außerhalb des Sechzehners noch ausbaufähig. Kurz: Er ist ein klassischer Rohdiamant, der in Top-Ligen erst lernen muss, 90 Minuten lang konstant zu arbeiten und nicht nur dann zu glühen, wenn der Ball im Sechzehner an den Fuß kommt.

Ab 40 Millionen darf Franculino wechseln

Doch hinter der Maske des Torjägers steckt ein junger Mann, der seine Wurzeln nie vergessen hat. Seit 2022 trägt Djú das Trikot der guinea-bissauischen Nationalmannschaft, den "Dromedaren“. In Qualifikationsspielen für die Afrikameisterschaft hat er sich als Leader etabliert, Tore geschossen, die sein Land in Ekstase versetzten.

„Für Guinea-Bissau zu spielen ist wie nach Hause kommen“, sagt er. Seine doppelte Staatsbürgerschaft – Guinea-Bissau und Portugal – macht ihn zu einem Brückenbauer zwischen den Kulturen. In Dänemark, wo Integration nicht immer selbstverständlich ist, hat er sich bereits eingebracht.

Spenden für Flüchtlingshilfe in seiner Heimat, Workshops mit lokalen Jugendteams. Und privat? Djú ist der Ruhige, der Typ, der lieber kocht – afrikanische Gerichte wie Muamba Nsusu – als Partys zu feiern. Sein Vertrag bis 2029, kürzlich verlängert, gibt ihm Sicherheit, doch die Gerüchteküche brodelt, nein sie explodiert bald wenn er weiterhin so konstant trifft.

Im Sommer 2025 wurde es konkret: Bayern München soll auf Transfer-Deadline-Day angefragt haben – ein Interesse, das Midtjyllands Sportdirektor Jacob Larsen bestätigte. Dazu Interessenten aus der Premier League, Serie A und Bundesliga – Manchester United, AS Roma, Leeds. Midtjylland, das ab 40 Millionen Euro gesprächsbereit wäre, weiß: Djú ist reif für den nächsten Schritt. „Wir wollen ihn halten, aber der richtige Verein wird kommen“, meinte Larsen.

Fazit:

Franculino Djú steht an der Schwelle. In einer Liga, die Talente wie Oliver Sørensen oder Paulinho hervorbrachte, könnte er der Nächste sein, der die Welt erobert. Midtjylland-Fans träumen bereits von einem Abschied mit einem Titel. Und Djú? Er lächelt nur: „Ich spiele, um zu gewinnen. Der Rest kommt von allein.“

Unser Protagonist bleibt am Ende ein Talent mit Ecken und Kanten, genau das macht ihn jedoch so spannend. Bayern, Manchester United und Co. sehen in ihm sicherlich nicht den fertigen Weltklassestürmer, sondern den nächsten, den man für 40 Millionen aus Midtjylland holen und in zwei Jahren für das Doppelte weiterverkaufen kann.

Franculino ist schnell, hungrig und noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung und könnte der nächste afrikanische Superstar sein, der im Sommer endgültig die große Bühne Europas betritt.

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Sascha

Die größten Bad Boys in der Geschichte der Serie A

Die Serie A war nie eine Liga für Chorknaben. Von den rauen 60er Jahren bis heute hat Italien immer wieder Spieler hervorgebracht, die nicht nur mit Klasse, sondern vor allem mit Härte, Provokation und einem Hang zum Chaos auffielen. Sie waren die Männer, vor denen Schiedsrichter zitterten, Gegner nachts Albträume hatten und Fans sie trotzdem liebten – oder eben hassten. Hier sind die größten „Bad Boys“, die italienische Fußballgeschichte geschrieben haben. (Bild: IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto)

1. Claudio Gentile – Der Schlächter von 1982

Spitzname: „Il Macellaio“ (der Metzger) - Höhepunkt: WM 1982, Viertelfinale gegen Maradona und Brasilien

Gentile war der Inbegriff des Catenaccio-Verteidigers. Im WM-Viertelfinale gegen Argentinien (und später Brasilien) bekam er den Auftrag, Diego Maradona „auszuschalten“. Er tat es – mit einer Brutalität, die heute sofort Rot + Sperre bedeutet hätte. Maradona bekam in 90 Minuten keinen einzigen freien Ballkontakt. Gentile foulte, zog am Trikot, trat, verteilte Ellbogenchecks – und grinste danach in die Kameras: „Fußball ist kein Sport für Ballerinas.“

In der Serie A war er bei Juventus der Mann, der selbst van Basten oder Platini das Leben zur Hölle machte. Legendär sein Spruch: „Ich habe Maradona nicht gefoult. Ich habe ihn nur daran erinnert, dass er in Italien ist.“ Umso ironischer, dass sein Nachname ins Deutsche übersetzt "nett, freundlich" heißt. Privat vielleicht ja, aber auf dem Platz war der Spitzname der "Schlächter" eher zutreffend.

2. Giuseppe „Beppe“ Signori – Der Spielmanipulator

3× Torschützenkönig (1993, 1994, 1996) – und später wegen Spielmanipulation verurteilt

Auf dem Platz ein eiskalter Torjäger, neben dem Platz ein Mann mit Connections ins dunkle Milieu. Signori war der Typ Stürmer, der dir lachend in die Wade trat - aus dieser Situation noch den Elfer provozierte und selbst verwandelte. Seine Lazio-Zeit war geprägt von Ellbogenchecks und ständigen Nickeligkeiten. 2011 flog dann alles auf:

Signori wurde im Zuge des "Calcioscommesse-Skandals" verurteilt – er hatte Spiele seiner eigenen Mannschaft verkauft. Der nette Junge aus Bologna entpuppte sich als einer der größten Betrüger der Serie-A-Geschichte. "Beppe" wurde ursprünglich wegen eines Wettskandals für fünf Jahre gesperrt, eine Strafe, die im Jahr 2012 vom Schiedsgericht des italienischen Olympia-Komitees (CONI) bestätigt wurde.

3. Marco Materazzi – „Matrix“, Zidanes Lieblingsspieler

Weltmeister 2006, aber berühmt-berüchtigt für das WM-Finale

Materazzi war der Inbegriff des modernen Bad Boys: groß, laut, provokant. In der Serie A (vor allem bei Perugia und Inter) sammelte er Rote Karten wie andere Menschen Briefmarken. Sein Markenzeichen: Trash-Talk auf Straßen-Niveau. Im WM-Finale 2006 provozierte er Zidane mit einem Spruch über dessen Schwester – und kassierte den berühmtesten Kopfstoß der Fußballgeschichte. Materazzi danach trocken: „Ich habe schlimmeres von meiner Oma gehört.“ In Italien liebten sie ihn dafür.

Das mit Abstand brutalste und berüchtigtste Foul von Marco Materazzi in der Serie A war das gegen Juan Pablo Sorín am 27. August 2006 (Inter – Fiorentina 3:2). In der 73. Minute läuft Sorín mit dem Ball am linken Flügel. Materazzi kommt von hinten mit gestrecktem Bein, voller Sohle und aus ca. 2–3 Metern Anlauf direkt auf das Standbein von Sorín. Er trifft ihn mit voller Wucht seitlich aufs Knie. Sorín fliegt meterweit durch die Luft, bleibt regungslos liegen und musste verletzt raus.

Materazzi selbst kommentierte es Jahre später typisch:
„Ich wollte den Ball spielen. Leider war da noch ein Bein dazwischen.“ Das Foul gilt unter den Tifosi als das härteste ungestrafte Foul (nur Gelb, erst nachträglich rot plus 3 Spiele Sperre) der 2000er-Jahre in der Serie A. Selbst hartgesottene Interisti nannten es damals „da morire“ (zum Sterben).

4. Gennaro Gattuso – „Ringhio“ (dt. Knurrer), Milans Pitbull

Weltmeister 2006, AC Milan-Legende

Gattuso war kein klassischer Schläger, sondern ein Mann, der mit 100 % Einsatz und 200 Prozent Aggression spielte. Wer gegen ihn antrat, wusste: Der beißt, der tritt, der brüllt dir ins Gesicht. Berühmt sein Duell mit Joe Jordan (Tottenham) 2011, als er dem Schotten an die Gurgel ging.

Gattuso war der Typ Spieler, den du in deiner Mannschaft haben wolltest – und gegen den du niemals antreten wolltest. Sein Trainer Ancelotti sagte einmal: „Rino ist wie ein Hund. Wenn er dich mag, leckt er dir die Hand. Wenn nicht, beißt er sie ab.“ Dieses "Abbeißen" mussten einige allen voran Francesco Totti erfahren.

Im Rahmen der Coppa Italia traf die Roma auf die Rossoneri. Francesco Totti stand an der Mittellinie, der Ball war schon weg – Gattuso flog mit beiden Beinen voraus horizontal in Tottis Knie. Totti rollte sich schreiend am Boden, Gattuso sah direkt Rot. Die Roma-Legende war danach wochenlang verletzt. Gattuso meinte später nur dazu: „Ich habe ihn nicht getroffen… ich habe ihn nur umarmt.“

5. Zlatan Ibrahimović – Der König der Provokation

„Löwen vergleichen sich nicht mit Menschen“

Zlatan war zwar nur phasenweise in der Serie A (Juventus, Inter, Milan), aber wenn er da war, war er für jede Konfrontation zu haben. Ellbogen-Checks, Kung-Fu-Tritte (gegen Bari 2012), verbale Zerstörung von Gegnern und Schiedsrichtern. Sein Spruch nach einem Derby-Sieg: „Milano hat jetzt nur noch einen König – und der bin ich.“ Er bekam mehr Rote Karten fürs Nachtreten als manche Spieler in ihrer ganzen Karriere.

In seinem Buch gab der Schwede zu, dass das schwere Foul an Marco Materazzi eine Revanche war, da dieser in Jahre zuvor verletzt hatte. Zlatan kommentierte es klassisch arrogant: „Ich habe den Ball gespielt. Dass da ein Kopf war, ist nicht mein Problem.“ Materazzi (der selten Opfer war) war stinksauer und sagte nach dem Spiel: „Der wollte mich umbringen. Aber typisch Zlatan – er tritt immer nach oben, nie nach unten.“

Das Foul wurde sofort Kult: In Schweden als „Kung-Fu-Zlatan“ gefeiert, in Mailand als Beweis, dass selbst Materazzi mal den Kürzeren ziehen kann. Bis heute eines der meistgezeigten Zlatan-Highlights in Italien – und gleichzeitig ein Beweis, dass Zlatan der einzige war, der Materazzi wirklich mal richtig erwischte.

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Sascha

Die Karibik-Sensation | Curaçaos historischer Weg zur WM 2026

Es ist die größte Überraschung der laufenden WM-Qualifikationen: Curaçao, eine Karibikinsel mit gerade einmal rund 156.000 Einwohnern – so viele wie eine mittelgroße deutsche Stadt wie Paderborn – hat sich als kleinstes Land aller Zeiten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert. Doch wie war dieser sensationelle Erfolg möglich? (Bild: IMAGO / Imagn Images)

Ein torloses 0:0 am 18. November 2025 im National Stadium von Kingston gegen Jamaika reichte dem absoluten Underdog, um die Gruppe B der CONCACAF-Qualifikation ungeschlagen als Erster abzuschließen. Curaçao überholt damit Island (2018 etwa 330.000 Einwohner) und schreibt Fußball-Geschichte.

Die "Blaue Welle" – so der Spitzname der Nationalmannschaft – blieb in allen sechs Spielen der dritten Qualifikationsrunde unbesiegt und sammelte 12 Punkte. Der Weg dorthin war ein Mix aus niederländischem Know-how, karibischer Leidenschaft und der günstigen Ausgangslage durch die WM-Erweiterung auf 48 Teams sowie die automatische Qualifikation der Gastgeber USA, Kanada und Mexiko.

Der Trainer-Coup - Dick Advocaat und das „Oranje-Rezept“

Der Architekt dieses Wunders ist ein 78-jähriger Niederländer: Dick Advocaat. Der ehemalige Coach der Oranje, von Borussia Mönchengladbach, PSV Eindhoven, Glasgow Rangers und Nationalmannschaften wie Südkorea oder Russland übernahm 2024 das Amt. Advocaat, der das entscheidende Spiel gegen Jamaika aus familiären Gründen aus der Ferne verfolgte, setzte voll auf die Diaspora:

Fast die gesamte Stammelf besteht aus in den Niederlanden geborenen oder aufgewachsenen Profis mit curaçaoischen Wurzeln. Spieler, die früher für niederländische Jugendnationalteams aufliefen, jedoch es nie in die A-Nationalmannschaft schafften und per FIFA-Regeln wechseln durften. So avancierte die Nationalmannschaft des Karibikministaates zu einer zweiten niederländischen Nationalmannschaft.

„Wir mixen wie ein guter Barkeeper“, sagte Advocaat einmal scherzhaft. Das Ergebnis: Eine disziplinierte, kompakte Truppe, die defensiv kaum zu knacken war und vorne eiskalt zuschlug. Stars wie Leandro Bacuna (ehemals Aston Villa), Juninho Bacuna (Rotherham United) oder Kenji Gorré brachten europäisches Niveau auf die Insel.

Der Qualifikationsweg im Überblick

Curaçao startete in der ersten und zweiten Runde mit makellosen Siegen gegen schwächere karibische Nachbarn wie St. Lucia, Aruba, Barbados und sogar Haiti (das sich später ebenfalls qualifizierte). In der entscheidenden dritten Runde traf man in Gruppe B auf stärkere Konkurrenz:

• 3:2 und ein 7:0-Kantersieg gegen Bermuda (13. November 2025) – ein Statement

• Sieg gegen Jamaika im Hinspiel (2:0 am 10. Oktober 2025)

• zwei Mal Remis gegen Trinidad & Tobago und das dramatische 0:0 in Jamaika, bei dem ein Elfmeter für die Gastgeber in der Nachspielzeit per VAR zurückgenommen wurde

Am Ende stand Curaçao mit 12 Punkten vor Jamaika (11 Punkte), Trinidad & Tobago (9) und Bermuda (0). Ungeschlagen – eine Leistung, die selbst Advocaat als „unmöglich möglich“ bezeichnete.

Profiteure der Diaspora

Von den 27 Spielern, die Nationaltrainer Dick Advocaat und sein Nachfolger kürzlich nominierten, spielen mehr als 20 in europäischen Ligen. Die meisten von ihnen wurden in den Niederlanden geboren, durchliefen dort die renommierten Jugendakademien und entschieden sich erst in den letzten Jahren für die Nationalmannschaft Curaçaos – ein legaler Wechsel, den die engen verfassungsrechtlichen Bindungen zum Königreich der Niederlande ermöglichen.

Zu den prominentesten „Europäern“ im Kader gehören:

Armando Obispo (PSV Eindhoven), Tahith Chong (Sheffield United), Sherel Floranus (PEC Zwolle) und Godfried Roemeratoe (RKC Waalwijk) – allesamt aktuell oder ehemals in der Eredivisie aktiv.

Livano Comenencia (FC Zürich), Xander Severina (Casa Pia/Portugal) und Sontje Hansen (FC Middlesbrough) ergänzen das Kontingent in anderen starken europäischen Ligen.

• Selbst Talente aus der zweiten Reihe wie Jordi Paulina (Borussia Dortmund II) oder Arjany Martha (Rotherham United) unterstreichen die Tiefe des europäischen Pools.

Nur eine Handvoll Leistungsträger wie Juninho Bacuna (Türkei) oder Kenji Gorré (Israel) verdienen ihr Geld außerhalb des klassischen Europas. Auf der Insel selbst spielt praktisch kein einziger Nationalspieler professionell.

Dieser ungewöhnliche Mix aus karibischem Pass und europäischer Ausbildung hat Curaçao innerhalb weniger Jahre von einem Außenseiter zu einer ernstzunehmenden Größe im CONCACAF-Raum gemacht. Bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird die Mini-Nation nun erstmals auf der ganz großen Bühne stehen.

Ein Rekord, der die Fußballwelt staunen lässt

Noch nie hat ein Land mit weniger als 160.000 Einwohnern an einer WM-Endrunde teilgenommen. Die FIFA-Weltrangliste katapultierte Curaçao auf Platz 82 – die zweitbeste karibische Mannschaft hinter Jamaika. Auf der Insel selbst explodierte die Begeisterung: Von einst 100 Zuschauern bei Heimspielen sind es nun über 10.000. In niederländischen Städten wie Rotterdam oder Amsterdam feierten Tausende mit curaçaoischen Wurzeln in Cafés die Qualifikation.

Im Sommer 2026 wird Curaçao in den USA, Kanada und Mexiko antreten – gegen die Weltstars von Messi, Mbappé oder Haaland. Der Kaderwert liegt bei bescheidenen 26 Millionen Euro, doch das Märchen geht weiter. Advocaat wird mit 79 Jahren der älteste Trainer der WM-Geschichte.

Für die kleine Inselnation ist es mehr als Fußball: Ein Beweis, dass Träume wahr werden können – selbst gegen alle Wahrscheinlichkeiten. Curaçao hat bewiesen: Fußballerische Größe misst sich nicht an Einwohnern, sondern an Herz und Teamgeist.

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Sascha

Passt Niclas Füllkrug zum AC Mailand?

Zwar rangiert der AC Mailand in der höchsten italienischen Spielklasse auf Platz drei, dennoch sind die Lombarden nicht zufrieden mit der bisherigen Chancenverwertung. Gerade gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte fehlt es den Rossoneri an Abschluss- und Kopfballstärke, weshalb das Management nach einem neuen Mittelstürmer fahndet. Niclas "Lücke" Füllkrug soll diese Lücke im Winter schließen – doch bringt er überhaupt die Qualitäten mit die Trainer Allegri sucht? (Bild: IMAGO / Pro Sports Images)

Der AC Mailand sucht verzweifelt nach Verstärkung im Sturm. Unter Trainer Massimiliano Allegri hinkt die Offensive hinterher: Santiago Giménez, der teure Neuzugang aus Feyenoord, hat in der Serie A noch kein Tor erzielt und kämpft mit Anpassungsproblemen sowie einer hartnäckigen Knöchelverletzung. Rafael Leão und Christian Pulisic tragen viel Last, doch ihre Verletzungen und Formschwankungen nähren die Gerüchte um einen klassischen Mittelstürmer umso mehr. Nun rückt ein Name in den Fokus, der in Italien für Diskussionen sorgt: Niclas Füllkrug von West Ham United.

Der 32-jährige Deutsche, der im Sommer 2024 für rund 27 Millionen Pfund von Borussia Dortmund in die Premier League wechselte, steht vor einem möglichen Wechsel. Berichte von Gianluca Di Marzio, Fabrizio Romano und Florian Plettenberg sprechen von konkreten Kontakten zwischen Milan und Füllkrugs Umfeld. Der Stürmer soll großes Interesse an einem Wechsel in die Serie A zeigen – auch, um vor der WM 2026 im Sommer wieder regelmäßig zu spielen und seinen Platz in der DFB-Elf zu sichern. West Ham ist offen für Verhandlungen, ein Tausch mit Giménez wird sogar diskutiert.

Füllkrug ein typischer „Allegri-Stürmer“?

Füllkrug ist der Prototyp des physischen Zielspielers: 1,89 Meter groß, kopfballstark, zweikampfstark und mit einem ausgeprägten Torriecher im Strafraum. In seiner besten Bundesliga-Saison 2022/23 bei Werder Bremen wurde er Torschützenkönig (16 Treffer), bei Dortmund trug er 2023/24 mit seinen Toren in der Champions League zum Finaleinzug bei.

Allegri, bekannt für taktisch disziplinierte, defensiv stabile Teams, liebt genau solche Neuner: Spieler, die Bälle festmachen, Abpraller verwerten, Tore auch vorbereiten können und bei Standards extrem gefährlich sind. Zuletzt füllte diese Rolle Olivier Giroud bei den Rossoneri aus. Doch in der aktuellen Mailander-Mannschaft fehlt genau diese Präsenz.

Giménez ist technisch versiert, aber zu schmächtig und zu wenig „dreckig“ im Sechzehner. Füllkrug könnte Leão und Pulisic mehr Räume schaffen, indem er Bälle abschirmt und Flanken verwertet. Die Serie A, langsamer und taktischer als die Premier League, würde seinem Spielstil enorm entgegenkommen – weniger Tempo, mehr Positionsspiel und Standardsituationen.

Die großen Fragezeichen: Form, Fitness und Alter

Doch Skepsis ist berechtigt. Seit seinem Wechsel zu West Ham ist Füllkrug ein Schatten seiner selbst. In der Saison 2024/25 und dem Beginn der aktuellen Spielzeit kam er verletzungsbedingt kaum zum Einsatz: Mehrere Monate Ausfälle durch Knie-, Muskel- und Achillessehnenprobleme. Wenn er spielte, blieben Tore und Assists aus – in der Premier League 2025/26 bisher torlos in wenigen Einsätzen. Kritiker sehen in ihm einen Spieler, der das hohe Tempo und die Intensität Englands nie verkraftet hat.

Mit 32 Jahren (im Februar wird er 33) wäre Füllkrug keine Investition in die Zukunft, sondern eine kurzfristige Notlösung – ähnlich wie Giroud oder früher Zlatan Ibrahimović. Der Marktwert liegt bei rund 10 Millionen Euro, die Ablöse könnte günstig ausfallen, doch hohe Gehaltsforderungen und die Verletzungshistorie (über 30 Spiele verpasst seit 2024) sind Risiken. Milan kann sich nach dem teuren Gimenez-Flop keine weitere Fehlinvestition leisten.

Fazit: Hohes Potenzial, wenig Risiko

Niclas Füllkrug würde taktisch hervorragend zum AC Mailand passen. Er könnte die Lücke schließen, die Giroud hinterlassen hat, und Allegri genau den robusten Zielspieler geben, den das Team braucht, um gegen tief stehende Teams erfolgreich zu sein. In der Serie A, wo physische Präsenz und Effizienz oft wichtiger sind als Tempo, könnte der Deutsche wieder aufblühen – wie einst Lukaku bei Inter oder Dzeko bei der Roma.

Gleichzeitig ist es ein Glücksspiel: Bei dieser Verletzungshistorie (218 Ausfalltage in den letzten 2 Jahren), ist es mehr als fraglich ob der bullige Stürmer überhaupt wieder in Form kommt. Sollte er es schaffen, wäre es ein wahrer Transfer-Coup. Für den AC Mailand, das dringend Punkte braucht um weiter um den Scudetto zu kämpfen, könnte Füllkrug mit einer reinen Leihe genau der „low-risk, high-reward“-Transfer sein, den Allegri fordert.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob „Lücke“ (wie ihn Fans liebevoll nennen) tatsächlich ins San Siro kommt – und ob er der Retter oder nur ein weiterer gescheiterter Angreifer in Milans endloser Stürmer-Saga wird...

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Sascha

Straßburgs neuer Hoffnungsträger | Joaquín Panichelli (23) im Porträt

Joaquín Panichelli war bis vor einem Jahr wohl den wenigsten Fußballfans bekannt. Doch das hat der junge Argentinier in dieser Saison schnell geändert. Er gehört aktuell zu den effektivsten Stürmern Europas und wird von zahlreichen Spitzenklubs gejagt. Daher wollen wir euch die Geschichte des Mannes aus Cordoba erzählen und welche Qualitäten ihn auszeichnen.

In einer Ligue-1-Saison, die von Überraschungen und Neuankömmlingen geprägt ist, ragt ein Name heraus: Joaquín Panichelli. Der 23-jährige Argentinier, mit seinen 1,90 Metern ein Koloss unter den Stürmern, hat RC Straßbourg Alsace in nur wenigen Monaten in die oberen Ränge katapultiert.

Neun Tore in 13 Ligaspielen, ein Treffer in der UEFA Conference League – Zahlen, die nicht nur Statistiken sind, sondern das Potenzial einer Überraschungssaison für den Traditionsverein aus dem Elsass. Doch hinter der präzisen Abschlussstärke verbirgt sich eine Geschichte von Rückschlägen, familiärem Erbe und unerbittlichem Willen. Panichelli ist mehr als ein Spieler; er ist das Symbol für Straßbourgs ambitionierten Neuaufbau.

Selbe Herkunft wie Paulo Dybala

Geboren am 7. Oktober 2002 in Córdoba, der Geburtsstadt argentinischer Fußballlegenden wie Paulo Dybala und Ossie Ardiles, wuchs Panichelli in einer Familie auf, in der der Ball kein Spielzeug, sondern ein Vermächtnis war. Sein Vater Germán, selbst ein Stürmer in den unteren Ligen Argentiniens, hatte einst ein Probetraining bei River Plate absolviert – nur um durch eine Verletzung gestoppt zu werden.

„Er hat mich nie gedrängt“, erzählte Panichelli später in einem Interview. „Fußball war für ihn eine Verantwortung, keine Pflicht.“ Dennoch war der Sport allgegenwärtig. Als Kind kickte Joaquín bei lokalen Clubs wie Racing de Córdoba, Belgrano und Atalaya de Córdoba, bevor er 2020 den Sprung nach Buenos Aires wagte.

Ein gescheitertes Probetraining bei den Boca Juniors – dem Erzfeind von River Plate – wurde zum Wendepunkt. River nahm ihn auf, und in der Jugendabteilung der „Millionarios“ reifte der Junge aus Córdoba zum argentinischen Vollblutstürmer.

Kreuzbandriss konnte ihn nicht aufhalten

Die Pandemie warf lange Schatten: Panichellis Debüt in der "Reserva" von River verzögerte sich, doch seine Leistungen, die präzise Abschlüsse und das unermüdliche Pressing machten ihn zum Hoffnungsträger. 2023 folgte der große Schritt nach Europa: Deportivo Alavés in der spanischen Primera División verpflichtete den 20-Jährigen.

Sein Profi-Debüt im Mai 2023 gegen Granada CF war ein Traumstart, sein La-Liga-Einstieg im Februar 2024 gegen den FC Barcelona ein Höhepunkt. Doch nur Wochen später kam der Tiefschlag: Ein Kreuzbandriss, der ihn acht Monate auf die Ersatzbank verbannte.

„Das war der Moment, in dem ich lernte, dass Fußball nicht nur Talent ist, sondern Geduld“, reflektierte er später. Die Verletzung, ein typisches Schicksal junger Talente, testete seine Resilienz – und machte ihn stärker.

Durchbruch in der zweiten spanischen Liga

Der Durchbruch gelang in der Saison 2024/25 auf Leihbasis bei CD Mirandés in der Segunda División. Hier explodierte Panichelli: 21 Tore in 40 Spielen, acht Assists, Topscorer seines Teams. Mirandés scheiterte knapp in den Aufstiegs-Play-offs, doch der Stürmer hatte sich als Vollprofi etabliert. Sein Stil – physisch dominant, mit der Eleganz von Vorbildern wie Karim Benzema und Olivier Giroud – passte perfekt in das 4-3-1-2-System, das er bevorzugt.

Der 23-jährige Gaucho ist kein reiner Abschlussspieler, sondern ein Läufer, der Räume aufreißt und Mitspieler einbindet. „Joaquín bringt die Art von Intensität, die wir brauchen“, lobte Straßbourgs Trainer Liam Rosenior bei der Vorstellung.

Der Wechsel zu RC Straßbourg am 27. Juli 2025, mit einem Vertrag bis 2030, war logisch: Der Club, der im Sommer mit Talenten wie Valentín Barco (21) und Andrew Omobamidele (23) aufgerüstet hatte, sah in Panichelli die fehlenden Pfeilspitze. Sein Marktwert explodierte auf 12 Millionen Euro, und die Fans feierten ihn als „den Großen aus Córdoba“.

Stärken

Panichelli ist der Inbegriff des modernen Torjägers. Neun Treffer aus 17 Schüssen aufs Tor – das ist eine Abschlussquote, die selbst etablierte Stars wie Mason Greenwood oder Ousmane Dembélé blass aussehen lässt. Ob mit rechts, links oder per Kopf: Der Argentinier verwertet Chancen mit eiskalter Präzision. Besonders beeindruckend war sein Doppelpack gegen den Ligaprimus Paris Saint-Germain, als er Straßbourg fast im Alleingang zu einem spektakulären 3:3 rettete. „Er riecht das Tor“, schwärmte Trainer Liam Rosenior, „und er ist immer da, wo es wehtut.“

Mit seiner Körpergröße von 1,90 Metern und athletischer Robustheit dominiert Panichelli die Lufträume wie kaum ein zweiter junger Stürmer in Europa. Drei seiner neun Ligue-1-Tore erzielte er per Kopf – eine Waffe, die Straßbourg bei Standardsituationen zur gefährlichsten Mannschaft der Liga macht. Flanken von Außenverteidigern wie Guéla Doué oder Diego Moreira finden fast automatisch seinen Kopf. Doch Panichelli ist kein unbeweglicher Turm: Er ist gleichermaßen schnell, gewinnt Zweikämpfe mit Kraft und Timing und schirmt Bälle ab wie ein alter Hase.

Ein Edinson Cavani 2.0?

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Panichelli ist kein reiner Mittelstürmer, sondern ein Stürmer der Moderne. Er führt das Team bei Balleroberungen an (29 Balleroberungen, 12 Ballgewinne im letzten Drittel) durch sein unermüdliches Pressing. Seine Defensivarbeit macht ihn zum Liebling moderner Trainer – ein Edinson-Cavani-Vergleich liegt daher sehr nahe. „Er ist Trainers-Liebling“, schreibt die französische Presse, weil er nicht nur trifft, sondern das gesamte Team entlastet und Räume für Mitspieler schafft.

Trotz seiner Jugend zeigt Panichelli ein bemerkenswertes Spielverständnis. Sein Positionsspiel im Strafraum ist erstklassig, er liest Abwehrreihen wie ein Veteran und nutzt kleinste Lücken. Nach einer schweren Kreuzbandverletzung 2023 und einer Explosiv-Saison in der Segunda División (21 Tore für Mirandés) hat er sich blitzschnell an das höhere Tempo der Ligue 1 angepasst – und übertrifft sogar seine xG-Werte nur minimal, was auf Nachhaltigkeit hindeutet.

Panichelli ist mehr als nur ein Torjäger: Er ist ein kompletter Mittelstürmer mit Zukunft. Kein Wunder, dass Klubs wie Chelsea, Barcelona und der AC Mailand bereits Schlange stehen. In Straßburg hofft man noch ein paar Monate auf ihn – doch Europa scheint ein neues Ausnahmetalent gefunden zu haben.

Das Vorbild Dybala

Seit seinem Debüt in Blau und Weiß hat Panichelli Straßbourgs Angriffsspiel neu definiert. Sieben Tore in den ersten acht Ligaspielen halfen dem Team, auf den dritten Platz zu klettern – nur zwei Punkte hinter Marseille. In der Conference League, wo Straßbourg als Underdog antritt, traf er prompt. Seine Spezialität? Der Kopfball nach Flanken, kombiniert mit explosiven Sprints. Kollege Emanuel Emegha, der bisherige Torjäger, profitiert ungemein von seinem neuen Partner:

„Mit Joaquin teilen wir die Last – und die Freude.“ Persönlich bleibt Panichelli bodenständig. Er spricht fließend Spanisch und Englisch, lernt Französisch und teilt auf Instagram Einblicke in sein Leben: Training, Mate-Tee und Lobpreisungen an Dybala. „Córdoba hat mir die Leidenschaft gegeben, Europa die Disziplin“, sagt er. Keine Skandale, keine Eitelkeit – nur der Fokus auf das Wesentliche – den Fußball.

Fazit:

Doch Panichelli ist kein fertiges Produkt. Die Ligue 1 ist gnadenlos, und Straßbourg ringt aktuell mit der Konstanz. Kann der Argentinier seinen Rhythmus halten? Experten sehen in ihm einen Kandidaten für die Nationalmannschaft Argentiniens, wo der Schatten von Julián Álvarez und Lautaro Martínez lang ist.

Für RC Straßbourg, das unter der BlueCo-Ägide (Chelsea-Mutterkonzern) aufstrebt, ist er der Schlüssel: Ein Torjäger, der nicht nur trifft, sondern das Team trägt. In einer Stadt, die Frankreich und Deutschland verbindet, verkörpert Joaquín Panichelli den Geist des Aufbruchs – aus Córdoba in die Welt, vom Traum zum Tor. Und solange er läuft, läuft Straßbourg mit.

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