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Sascha

Das sind die 5 unterschätztesten Transfers der Serie A

In Italiens höchster Spielklasse herrschte im Winter reges Treiben, denn einige namhafte Spieler kamen oder wechselten den Verein. Wir stellen euch einige unauffällige Wechsel vor, die für ihre neuen Arbeitgeber einen echten Unterschied machen könnten. (Bild: IMAGO / Nicolo Campo)

Es war leicht, in diesem Januar die Augen auf Kyle Walker, Joao Felix oder Randal Kolo Muani zu richten. Sie sind die Art von Neuzugängen, die aufgrund der großen Vereine, die sie verlassen haben, und ihres Potenzials, die Aufmerksamkeit der Tifosi auf sich ziehen.

Es gab aber auch viele andere, nicht ganz so beachtete Transfers, die ebenfalls einen großen Unterschied ausmachen könnten, die aber die wenigsten Tifosi auf ihrem Zettel haben. Genau die stellen wir euch jetzt vor.

Jonathan Ikone (Fiorentina zu Como)

Die Mannschaft von Cesc Fabregas hat in Italien am meisten Geld ausgegeben, um sicherzustellen, dass ihr Aufenthalt in der Serie A nicht nur ein kurzes Intermezzo wird. Für Spieler wie Maxence Caqueret und Anastasios Douvikas wurde viel Geld ausgegeben, aber ein Spieler, der sich in Italien besser bewährt hat, ist Ihnen vielleicht entgangen.

Der fliegende Franzose konnte sich bei der Fiorentina nie richtig durchsetzen und sorgte immer wieder für Aufregung, da sich bei ihm Glanzmomente mit Katastrophen abwechselten. Da die Viola anscheinend ihren Flügelspieler nicht mehr benötigt, könnte er wieder bei Aufsteiger Como aufblühen. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein nicht konstantes Talent den toskanischen Klub verlässt und aufblüht - jeder, der sich an den Wechsel von Josip Ilicic zu Atalanta erinnert, kann das bestätigen.

Daniel Maldini (Monza zu Atalanta)

Nicht so sehr für die Mannschaft, die bereits hervorragende Leistungen zeigt, sondern eher für den Spieler. Wo könnte er als großes Nachwuchstalent besser seine Fähigkeiten verfeinern als in der Schule von Gian Piero Gasperini?

Die Bergamaschi haben wiederholt bewiesen, dass sie die Fähigkeiten eines Fußballers auf die nächste Stufe heben können, und wenn ihnen das mit Paolos Jungen gelingt, wäre das eine großartige Nachricht für Verein und Land. Der Traum vom Scudetto ist zwar ausgeträumt, aber mit dem talentierten Angreifer im Kader ist ein weiterer Champions-League-Platz wahrscheinlich.

Cesare Casadei (von Chelsea nach Turin)

Ein weiterer Wechsel, über den Luciano Spalletti sicher lächeln wird. Italien braucht seine jungen Talente - sie müssen Spielzeit sammeln, und es besteht kaum ein Zweifel daran, dass Casadei bei den „Granata“ mehr Chancen bekommt als bei anderen Mannschaften in den letzten Jahren.

Außerdem ist er in der Lage, seine neue Mannschaft von einem soliden Team aus dem Tabellenmittelfeld in ein unterhaltsameres und gefährlicheres Team zu verwandeln. Es ist an der Zeit, dass er sein unbestrittenes Potenzial, endlich ausschöpft.

Riccardo Sottil (Fiorentina zu Mailand)

Die Rossoneri wurden von vielen Seiten dafür gelobt, dass sie in diesem Januar das Transferfenster gesprengt haben, aber nur wenige haben den Namen dieses Mannes als Grund dafür angeführt. Nachdem er die meiste Zeit seiner Karriere nach Effizienz suchte, gab es Anzeichen dafür, dass er unter Raffaele Palladino endlich konstante Leistungen bringen würde, bevor er die Toskaner für die Rossoneri verließ.

Wahrscheinlich wird er als Alternative für Rafa Leao fungieren, aber unter Sergio Conceicao könnte er sich dank seiner Anlagen zu einem echten Star entwickeln, da der Portugiese das Spielerprofil Sottils für seine Art von Fußball sehr schätzt. Sein jüngster Auftritt mit einem Assist gegen den Toro unterstreicht dies mit Sicherheit.

Michael Folorunsho (von Napoli zu Fiorentina)

Der Transfer wurde frühzeitig abgeschlossen, da die Veilchen den in Italien nicht mehr spielberechtigten Edoardo Bove ersetzen mussten. Es sieht so aus, als ob es für Folorunsho und den Verein ein Glücksgriff war. In Neapel war er nur eine Randerscheinung, aber er hat sich bei der Viola sofort in die Startformation gespielt und sich leistungstechnisch zurückgemeldet.

Er bringt die dringend benötigte Laufstärke und Physis ins Mittelfeld, verfügt aber auch über ein überraschend gutes Spielverständnis. Er hofft, dass der Wechsel ihm dabei helfen kann, einen Platz im Kader der Nationalmannschaft zu ergattern, während sein neues Team ihn als Schlüsselfigur bei der Rückkehr in die Königsklasse ausgemacht hat.

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Sascha

Steht Can Uzun (19) kurz vor seinem Durchbruch?

Can Uzun gehört zu den Spielern, die für die höchste deutsche Spielklasse geboren zu sein scheinen, denn der 19-jährige Türke sorgt seit Wochen bei der Frankfurter Eintracht für Furore. Seit Anfang Dezember steuerte der SGE-Youngster wettbewerbsübergreifend vier Tore und zwei Vorlagen bei und drängt nach dem Abgang von Marmoush in die erste Elf. (Bild: IMAGO / Sven Simon)

Die Mannschaft von Dino Toppmöller steht in der Bundesliga auf dem dritten Tabellenrang und vertritt die Liga in der UEFA Europa League. Dass die Adler dies mit einer der aufregendsten jungen Mannschaften Europas tun, ist umso beeindruckender.

Mit seiner harten Arbeitsmoral, seinem unbändigen Talent und seinem Eifer, erfolgreich zu sein, steht Uzun sinnbildlich für die Vereinsphilosophie der SGE. Mit mittlerweile sieben Torbeteiligungen in allen Wettbewerben wird es für Trainer Toppmöller immer schwieriger, einen Spieler nicht einzusetzen, der bei der Eintracht klare Ambitionen auf einen Stammplatz in der ersten Mannschaft anmeldet.

„Er kann sich natürlich noch steigern und wird in Zukunft ein noch wichtigerer Spieler sein“, sagte Toppmöller über seinen talentierten Jungstar, während Uzuns Teamkollege Tuta ergänzte: “Can ist ein sehr großes Talent. Ob er nun eingewechselt wird oder von Anfang an spielt, er ist immer direkt da und bekommt seine Chancen.“

Uzun: „Spiele am liebsten als Nummer 10“

Auch Uzun weiß, dass er regelmäßig treffen kann, wie er am 22. Spieltag beim 3:1-Sieg der Adler gegen Holstein Kiel demonstrierte. In seinem 15. Bundesligaspiel und seinem ersten Heimspiel in der Liga bereitete der türkische Nationalspieler das zweite Tor seiner Mannschaft vor, bevor er selbst den dritten Treffer erzielte. Mit vier Toren und einem Assist allein in der Bundesliga zeigt Uzun, wie wichtig er für die drittplatzierte Eintracht ist.

Der in Regensburg geborene, vielseitig einsetzbare Angreifer hat seine Vorlieben auf dem Spielfeld einmal wie folgt zusammengefasst: „Ich spiele am liebsten im linken Halbraum, als Nummer 10 oder als Achter, aber wenn der Trainer mich woanders hinstellt, dann erfülle ich diese Aufgabe natürlich auch.“

Uzun schreibt Geschichte

Tatsächlich ist das, was jetzt auf dem Platz passiert, die Fortsetzung seiner phänomenalen Jahre in Nürnberg. Vor seinem Wechsel nach Frankfurt im Sommer hatte Uzun in der Saison 2023/24 in 30 Spielen der 2. Bundesliga mit 16 Toren und zwei Vorlagen in der zweiten Liga für Aufsehen gesorgt. Eine solche Statistik hatte zuvor noch kein 18-Jähriger in der zweiten deutschen Liga erzielt.

Ebenso beeindruckend war, dass er mit 17 Jahren Nürnbergs jüngster Torschütze wurde und anschließend die deutsche Fußballlegende Olaf Thon als jüngster Spieler mit einem Hattrick im DFB-Pokal ablöste.

Es scheint eine Leichtigkeit zu sein, mit der Uzun auf dem Platz agiert und wie er es geschafft hat, sich so eindrucksvoll an die Spitze seines Fachs zu spielen. Doch wie der Spieler selbst zu Beginn dieser Saison gegenüber Hessenschau.de sagte: „Ich habe mein ganzes Leben lang hart dafür gearbeitet, ich sehe es als Bestätigung für diese jahrelange Arbeit.“

Läuft Uzun den Neuzugängen den Rang ab?

Die Nummer 20 der Eintracht ist mehr und mehr zu einem der Spieler gereift, auf den sich die Fans im Deutsche Bank Park immer mehr freuen. Eine Tatsache, die Uzun in seinem Wunsch bestärkt, sich zu verbessern, und einem jungen Spieler, der mit großem Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten nach Frankfurt kam, weiteres Selbstvertrauen verleiht.

„Ich denke, ich hatte ein gutes Jahr in Nürnberg“, erklärte der Teenager. „Mir macht der Rummel nichts aus und ich möchte etwas zurückgeben, vor allem den Fans; ich möchte den hohen Erwartungen gerecht werden. Ich bin [nach Frankfurt] gekommen, um so viel wie möglich zu spielen“, sagte er.

Nach dem schwerwiegenden Abgang von Omar Marmoush zum englischen Premier-League-Riesen Manchester City im Januar hat sich die Eintracht mit den Neuzugängen Michy Batshuayi und Elye Wahi verstärkt. Während sich beide Spieler noch in ihrer neuen Umgebung einleben müssen, möchte Uzun sein Spielverständnis mit dem Top-Torjäger Hugo Ekitiké vertiefen und Trainer Toppmöller im Angriff Kopfzerbrechen bereiten.

Uzun: „Mache das was mir in den Sinn kommt!“

Das Spitzenspiel gegen den Ligaprimus Bayern München am vergangenen Sonntag stellte Toppmöller vor wichtige und schwierige Entscheidungen in Bezug auf sein Offensivkonzept. Dennoch entschied der Trainer, dass Uzun auch in der Allianz Arena in der Startelf stehen sollte.

Über seine Fähigkeiten zu Beginn der Saison sagte Uzun: „Ich sehe mich selbst als instinktiven Fußballer; ich mache das, was mir auf dem Platz in den Sinn kommt. Einfach ausgedrückt: Ich habe einen guten Riecher für Chancen.“

Da die Eintracht derzeit die beste Punkteausbeute in einer Bundesligasaison erreicht hat und unter ihrem klugen Trainer vor dem Bayern-Spiel seit sieben Spielen ungeschlagen war, hat Toppmöller in dieser Saison offensichtlich die richtigen Entscheidungen getroffen.

Vergleiche mit Musiala

In der Vergangenheit war es mit Jamal Musiala ein Bayern-Spieler, mit dem viele Uzun verglichen, wenn sie versuchten, das aufregende, rohe Talent des türkischen Nationalspielers zu beschreiben. Tatsächlich erinnert er dank seiner Dribbelstärke und seiner Dynamik an den deutschen Nationalspieler.

Allerdings ist er aus der Distanz etwas stärker als sein Bayern-Pendant, während Musiala gegen den Ball eindeutig besser arbeitet als der junge Türke. Wenngleich Uzun ein sehr ballsicherer und abschlussstarker Offensivspieler ist, so befindet sich Bayerns Nummer 42 auf einem wesentlich höheren Niveau, so dass die Qualität der beiden "noch" nicht zu vergleichen ist.

Doch der ehemalige Jugendspieler von Jahn Regensburg hat sich nie um solche Vergleiche gekümmert und darauf bestanden: „Ich will nicht der nächste [Jamal] Musiala sein, ich will der erste Can Uzun sein.“ Diese Worte strotzen vor Selbstbewusstsein und zeigen, dass dieses SGE-Talent die richtige Mentalität mitbringt um ein ganz Großer zu werden, der seine eigene Geschichte schreiben will.

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Sascha

Das war Alonsos Geheimnis wie er die Bayern vorführte

Auch wenn Bayer Leverkusen am 22. Spieltag gegen Bayern München nicht gewinnen konnte, dominierten die Gastgeber den Tabellenführer über 90 Minuten. Daher wollen wir die taktische Leistung von Meistertrainer Xabi Alonso für euch genauer unter die Lupe nehmen. (Bild: IMAGO / osnapix)

Beide Mannschaften traten in einer 4-4-2-Formation an, die in bestimmten Situationen in ein 4-2-3-1 umgewandelt wurde, wobei Bayer Leverkusens Florian Wirtz und Bayern Münchens Jamal Musiala die Rolle des zweiten Stürmers bzw. Spielmachers übernahmen. Alonso wählte einen extrem aggressiven Ansatz, um das Spiel der Bayern direkt zu unterbinden: Wenn die Münchner den Ball hatten, presste Leverkusen über das gesamte Spielfeld von Mann zu Mann.

Leverkusens defensives Mittelfeldduo Granit Xhaka und Exequiel Palacios rückte hoch auf, um ihre Bayern-Kollegen Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlović zu decken. Musiala, der wie üblich meist auf der linken Seite spielte, wurde permanent von Innenverteidiger Jonathan Tah verfolgt.

Bayerns „falsche Neun“-Taktik ausgehebelt

Um dem hohen Leverkusener Eins-gegen-Eins-Pressing im Aufbauspiel entgegenzuwirken, ließen sich die Bayern vor allem von Musiala immer wieder tief in die Rolle der „falschen Neun“ fallen, um eine zusätzliche Passoption zu bilden und mit den Innenverteidigern Doppelpässe zu spielen. Doch Tah ließ sich nicht beirren; der Verteidiger drängte Musiala bis in den Bayern-Strafraum und verhinderte so eine zahlenmäßige Unterlegenheit Leverkusens im Mittelfeld.

Als Bayern merkte, dass Musiala allein keine Chancen kreierte, ließ sich auch Stürmer Harry Kane immer wieder ins Zentrum zurückfallen. Mit zwei „falschen Neunern“ hatte Leverkusen ein echtes Problem: Wenn Edmond Tapsoba, der zweite Innenverteidiger, ebenfalls aufrückte, war das Abwehrzentrum der Gastgeber offenbart. Leverkusen spielte zunächst weiter aggressiv: Tapsoba folgte dem Beispiel von Tah, dahinter verteidigten die beiden Außenverteidiger Piero Hincapié und Nordi Mukiele als Außenverteidiger - und auch in der Mitte hatten sie wenig Mühe, die Bayern-Flügelspieler Michael Olise und Kingsley Coman zu decken.

Die Bayern versuchten zu selten, sich mit langen Pässen, zum Beispiel von Torhüter Manuel Neuer, zu befreien, und ließen viel Raum zwischen ihren schnellen Flügelspielern und den Leverkusener Außenverteidigern. Um die Gefahr etwas einzudämmen, änderte Alonso im Laufe des Spiels seine Herangehensweise: Wenn es möglich war, ließ sich Alejandro Grimaldo, der auf dem linken Flügel spielte, in die Mitte zurückfallen, um Kane zu markieren, und sicherte so den Raum hinter einem defensiven Mittelfeldpaar, das ziemlich hoch aufgerückt war.

In dieser neuen Konstellation kam das Eins-gegen-Eins-Verhalten wieder zum Tragen, und jeder Leverkusener Spieler verteidigte individuell stark. Dass es den Bayern aber nur selten gelang, den frei gewordenen Rechtsverteidiger Konrad Laimer zu finden oder das körperlich sehr einseitige Duell zwischen Kane und Grimaldo auszunutzen, lag auch an der mangelnden Klarheit im Spiel der Bayern.

Alonsos 2-2-1-5 durchbricht das 4-4-2 der Bayern

Während die Bayern bis zur 73. Minute brauchten, um ihren ersten Torschuss zu generieren - eine geblockte Halbchance von Kane -, kreierte Leverkusen von Anfang an klare Chancen und hatte Pech, einige davon nicht zu nutzen. Sechzehn Schüsse und 2,23 erwartete Tore (im Vergleich zu Bayerns zwei Schüssen und 0,14 xG) sprechen eindeutig für ein Spiel, das zugunsten der Werkself ausging.

Auf dem Papier spielten die Bayern ebenfalls in einer 4-4-2-Formation und betrieben ein intensives Mann-gegen-Mann-Pressing. Dennoch lief es für Leverkusen besser - wie also hat Alonso das geschafft? Im Gegensatz zu den Bayern, die selten lange Bälle riskierten, war Leverkusen von Anfang an bereit, hohe Bälle zu spielen, um das Münchner Pressing im Notfall zu überwinden. Der entscheidende Unterschied war, dass Alonsos taktische Entscheidungen fast überall auf dem Spielfeld zu ungleichen Spielverläufen führten.

Um dies zu erreichen, baute Leverkusen sein Spiel in einer 2-2-1-5-Formation auf. In diesem System schoben die beiden Außenverteidiger extrem weit nach vorne und Wirtz ließ sich als Nummer 10 in die Mitte zurückfallen. Das Ergebnis: Auf jedem Flügel bildete sich eine Paarung zwischen einem Leverkusener Innenverteidiger und einem schnellen Außenverteidiger.

Diese Duos wurden von einem schnellen Bayern-Flügelstürmer, der natürlich etwas Kraft gegen den von ihm gedeckten Flügelverteidiger opferte, und einem Außenverteidiger verteidigt. Dabei ist zu beachten, dass Leverkusen mit Grimaldo gegen Laimer und Jeremie Frimpong gegen Hiroki Ito jeweils den Geschwindigkeitsvorteil hatte.

Wirtz - Leverkusens Schlüssel

Nun ergab sich ein großes Problem für die Bayern: Entweder rückte einer der Innenverteidiger mit Wirtz auf die Position der Nummer 10 auf, wodurch eine Fünf-gegen-Fünf-Abwehrreihe mit vielen Fehlpässen entstand - oder der schnelle und wendige Nathan Tella, der von Alonso als Mittelstürmer eingesetzt wurde, bereitete den Bayern-Innenverteidigung Dayot Upamecano und Minjae Kim Probleme. Auch das Trio Wirtz, Palacios und Xhaka versuchte, miteinander zu kombinieren und die beiden defensiven Mittelfeldspieler der Bayern zu überwältigen.

In den meisten Fällen entschlossen sich die Bayern, ihr eigenes Mann-gegen-Mann-Pressing beizubehalten. Das bedeutete, dass Upamecano oft die Abwehrreihe verließ und Wirtz, der sich ins Mittelfeld fallen ließ, deckte. Obwohl der Leverkusener Spielmacher nicht immer für einen Pass zur Verfügung stand, schuf er durch seine Bewegungen dennoch entscheidende Räume. Leverkusen war durchaus bereit, lange Bälle zu schlagen - schließlich hatten sie überall auf dem Spielfeld günstige Tempogegenstöße kreiert. Immer wieder schippte Torhüter Lukáš Hrádecký den Ball zwischen Upamecano und Kim hindurch, Tella ließ sich fallen, um den Ball anzunehmen oder ihn an Wirtz oder die Flügelduos abzulegen, die dann einen schnellen Angriff einleiten konnten.

Auch Leverkusen spielte immer wieder lange Bälle auf die Flügel. Denn Hincapié und Mukiele waren bestens geeignet, um gegen die weniger robusten Olise und Coman die Luftduelle zu gewinnen und dann ihre Flügelkollegen ins Spiel zu bringen. War der Ball erst einmal am Bayern-Pressing vorbei, ging es meist sehr schnell, mit Kombinationen über die Flügel oder über den emsigen Wirtz, der bei hohem Tempo einfach nicht zu stoppen war.

Unvermögen im Abschluss

So einfach dieses taktische Modell auch klingt, so schwierig war es umzusetzen. Bayern verteidigte in der Regel gut im Strafraum und vor allem ein sehr starker Upamecano fing immer wieder Pässe ab, fing Tella ab oder gewann Zweikämpfe, bevor es gefährlich wurde. Dennoch hatte Leverkusen vier große Chancen, um in Führung zu gehen.

Ein Beispiel gefällig? In der 21. Minute begann Leverkusen nach einem Eckball, das Spiel sehr hoch aufzubauen. Die 2:2-Formation hinten (mit Mukiele etwas tiefer) brachte Hincapié auf der linken Seite in eine Position, in der er sich fallen lassen und Tapsoba anspielen konnte. Hinter Olise löste sich Grimaldo von Laimer und wurde in die Tiefe geschickt, und obwohl Upamecano nicht herausgerückt war, um Wirtz zu decken, gab es für den deutschen Spielmacher kein Halten mehr.

Grimaldo schickte ihn in den Strafraum, wo er aus spitzem Winkel abzog, aber an Manuel Neuer scheiterte. Der Ball prallte in die Mitte zurück, wo Frimpong sich geschickt positionierte und einen Kopfball an die Latte donnerte, wobei der Torwart deutlich geschlagen war.

Etwa vier Minuten später war es ein hoher Ball von Tapsoba auf Tella, der für Gefahr sorgte. Obwohl dieser das Luftduell, diesmal mit Upamecano (Kim war zu Wirtz aufgerückt), nicht gewinnen konnte, landete der Ball bei Pavlović, der - noch bewacht von Xhaka als Manndecker - den Ball nicht gegen seinen Gegenspieler halten konnte.

Der Schweizer eroberte den Ball zurück und startete einen schnellen Gegenangriff über die linke Seite. Tella sprintete schneller in den Strafraum als die Bayern-Abwehr und traf völlig unbedrängt mit einem Volleyschuss die Latte.

Eine Meisterleistung ohne Belohnung

In der zweiten Halbzeit konnte Leverkusen nicht mehr so effektiv nach vorne spielen wie in der ersten, da die Bayern weiterhin ihr hohes Pressing zugunsten der Defensivarbeit aufgaben. Bayern stand stabil in einem etwas tieferen Block und ließ kaum ein Durchkommen zu.

Viele kleine Durchbrüche von Leverkusen brachten kaum nennenswerte Gefahr, zumindest bis zur ersten Minute der Nachspielzeit, als Wirtz eine Riesenchance vergab. Taktisch gesehen hat sich Kompany Alonso unterworfen, da sein Plan A nicht aufging und dieser nur reaktiv und passiv zu helfen wusste, obwohl die Bayern eigentlich das Spiel dominieren wollen.

Bayern der Sieger

Hätte Wirtz getroffen, wäre das ein würdiger Abschluss einer taktischen Schlacht gewesen, in der Alonso Kompany klar überlegen war. In der für die Leverkusener typischen Art und Weise wären sie wie letzte Saison spät mit 1:0 in Führung gegangen und die Bayern hätten kaum reagieren können - und das Titelrennen wäre wieder völlig offen gewesen.

„Wir haben gemischte Gefühle“, gab Alonso nach dem Spiel zu. „Wir haben gegen Bayern unser bestes Spiel in diesem Jahr gemacht und vielleicht auch im letzten Jahr. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir sind mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden, aber so ist der Fußball.“

So bleibt es zwar eine taktische Meisterleistung von Xabi Alonso, aber im Titelrennen hat es nichts gebracht. Rein ergebnistechnisch gehen die Bayern als Sieger aus der Partie hervor, da sie mit dem Unentschieden Leverkusen weiterhin mit acht Punkten Vorsprung auf Abstand gehalten haben.

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Sascha

Was will Milan mit Riccardo Sottil?

Der Transfer von Riccardo Sottil zum AC Mailand überraschte sicherlich jeden einzelnen Tifoso der Lombarden. Ein ewiges Talent von der Fiorentina zu Milan? Was haben sich Zlatan und Co. bei dem Transfer wieder gedacht? Das erklären wir euch in dieser Spieleranalyse (Bild: IMAGO / NurPhoto).

Rafael Leao wurde in den letzten Tagen des Mercato erneut von den Saudis mit einem 100 Millionen Angebot umworben, während Samuel Chukwueze Berichten zufolge ein Ziel der Premier League war. Während die beiden Flügelstürmer in Mailand blieben, verließ Noah Okafor die Rossoneri nach Neapel.

Durch den Transfer des Schweizers, wollte Milan sich auf den Flanken in der Tiefe verstärken, und mit der Leihe von Sottil (plus Kaufoption) ist dies gelungen. Sottils erster Einsatz kam in der Coppa Italia gegen die Roma, aber wir haben nicht wirklich viel von dem Flügelspieler gesehen, wenn überhaupt. Werfen wir also einen Blick darauf, was wir in Zukunft von der Viola-Leihgabe erwarten können.

Werdegang

Riccardo Sottil wurde am 3. Juni 1999 in Turin geboren, als Sohn von Vater Andrea, welcher selber früher für Vereine wie Florenz, Atalanta oder Torino spielte. Dessen Filius Riccardo hat die fußballerischen Gene geerbt und kam bereits 2012 im zarten Alter von 13 Jahren in die Akademie des CFC Genua, nachdem er zuvor für einige lokale Mannschaften gespielt hatte. Bei den Liguriern weilte er nur eine Saison lang, bevor er zu Torino wechselte, wo er bis 2016 blieb.

Sottil wechselte 2016 in die Jugendabteilung der Fiorentina und wurde in der Saison 2017/18 aufgrund seiner herausragenden Entwicklung relativ schnell in die erste Mannschaft befördert. Sein Debüt in der Serie A gab er am 19. September 2018, im Alter von 19 Jahren, in der Partie gegen Sampdoria, das 1:1 endete.

Im Januar 2019 wurde er an Delfino Pescara in die Serie B ausgeliehen, wo er 10 Ligaspiele absolvierte und am 27. April 2019 beim Unentschieden gegen Verona sein erstes Profitor erzielte. Nach seinen Erfahrungen bei Pescara kehrte er zur Viola zurück und verlängerte am 22. Januar 2020 seinen Vertrag bis 2024. Sottil beendete diese Saison mit insgesamt 21 Einsätzen in allen Wettbewerben, ohne jedoch ein Tor zu erzielen.

Im September 2020 wurde er an Cagliari Calcio ausgeliehen, mit einer Kaufoption und einer Rückkaufoption zugunsten der Fiorentina. Im Oktober erzielte er beim 4:2-Sieg gegen Crotone sein erstes Tor für die Sarden. Nachdem er einige Tore erzielt hatte, kaufte ihn Cagliari, aber die Rückkaufklausel wurde von den Toskanern aktiviert, die an den großen Durchbruch ihres Talents wieder glaubten.

Bandscheibenvorfall setzt ihn lange außer Gefecht

In der Saison 2021/22 schenkte der neue Fiorentina-Trainer Vincenzo Italiano, ihn etwas mehr Vertrauen und er kam 14 Mal in der Liga zum Einsatz. Am 21. September 2021 schoss er bei der Niederlage gegen Inter sein erstes Tor für die Viola. Er beendete die Saison mit 29 Einsätzen in der Serie A und der Coppa Italia und erzielte dabei insgesamt vier Tore. Am Ende der Saison wurde er vom italienischen Nationaltrainer Roberto Mancini sogar in die vorläufigen Kader der Nationalmannschaft berufen.

Sein internationales Debüt gab Sottil im UEFA-Conference-League-Playoff 2022/23 gegen Twente, doch kurz danach fiel er aufgrund einer Operation wegen eines Bandscheibenvorfalls bis März 2023 aus. Sein erstes Tor in der Conference League erzielte er im darauffolgenden Monat gegen Lech Poznan, nachdem er sich von seiner Verletzung erholt hatte.

Durchlauf der Juniorenmannschaften

Der Flügelstürmer wurde im August 2016 erstmals für die italienische U18-Nationalmannschaft einberufen. Im Oktober 2017 kam er in der Qualifikation zur UEFA-U19-Europameisterschaft 2018 zu einem Einsatz, schaffte es allerdings nicht in den endgültigen Kader.

Im darauffolgenden Jahr wurde er in den Kader der italienischen U20-Auswahl aufgenommen, die in der Saison 2018/19 mit Spielern wie Buongirono, Kean, Gabbia oder Zaniolo sehr stark besetzt war.

Sein Debüt für die italienische U21 gab Sottil am 6. September 2019 bei einem 4:0-Freundschaftsspielsieg gegen Moldawien. In 12 Spielen für die U21 erzielte er drei Tore, schaffte aber nie den Sprung in die A-Nationalmannschaft.

Stärken und Schwächen

Sottil ist in erster Linie als Ersatz für Leao gedacht, der ein Update für Okafor darstellt, da dieser meist verletzungsbedingt ausfiel. Milan hat den Mann von der Fiorentina nicht verpflichtet, um den Portugiesen zu ersetzen, sondern um dem Kader mehr Tiefe zu verleihen.

Dennoch hat Sottil Qualitäten, um aus dieser bereits 'vorbestimmten' Rolle des Ersatzmanns herauszuwachsen und vielleicht sogar etwas mehr für die Rossoneri zu werden. Leao hat in dieser Saison schon einige Male im Zentrum als hängende Spitze gespielt, sollte der Italiener gute Leistungen zeigen, könnte er vielleicht in die erste Elf dringen.

Der wichtigste Grund dafür, dass Leaos zentrale Rolle verstärkt werden könnte, ist, dass die beiden Spieler miteinander auflaufen könnten. Flügelspieler können oft in zwei Kategorien eingeteilt werden - als Außenstürmer die eher die Grundlinie suchen um Flanken zu schlagen, oder invertierte Flügelstürmer die immer wieder ins Zentrum ziehen um den Torabschluss zu suchen.

Leao passt eher in die letztere Kategorie, da er regelmäßig in den Strafraum eindringt und viele seiner Zuspiele in den Strafraum oder an den Rand des Strafraums kommen. Bei Sottil sieht das ganz anders aus - er konzentriert sich sehr stark auf die Außenbahn und dribbelt gerne zur Grundlinie um Flanken und flache Hereingaben zu schlagen.

Statistisch weit entfernt von Leao

Statistisch gesehen ist der Flügelspieler sehr weit von Leao entfernt, und das in fast jeder Bedeutung des Wortes. Was die Anzahl der Einsätze angeht, kommt der 25-Jährige nicht an die Regelmäßigkeit von Leao heran, und das gilt auch für Tore und Vorlagen.

Sottil hat zwei gute Spielzeiten bei der Fiorentina hinter sich gebracht. In der Saison 2023/24 konnte er 10 Scorerpunkte (5 Tore, 5 Vorlagen), während er diese Saison allein in der Hinrunde schon sieben sammeln konnte (5 Tore und 2 Vorlagen) - Tendenz in Bezug auf seine Scorer sowie seine Performancescore sind steigend.

Sottil fehlte es trotz seines unbestrittenen Potenzials jahrelang an effektivität, die scheint er seit letzter Saison immer mehr zu finden, daher spekulieren die Rossoneri auf seinen endgültigen Durchbruch und schlugen zu. Doch wir kommen zu den wichtigsten Aspekten dieses Transfers.

Wie wir wissen, ist der portugiesische Trainer kein Anhänger der Tiki-Taka-Methode, er ist wahrscheinlich sogar so weit davon entfernt, wie man nur sein kann. Für ihn gibt es nur zwei Ziele: auf der einen Seite die Gegner hohes Pressing früh aufhalten, auf der anderen Seite Chancen durch ein schnelles vertikales Spiel schaffen.

Einer der wichtigsten Aspekte, warum er sich gegen Tiki-Taka ausspricht, ist die Direktheit seines Fußballs. Conceicao liebt den vertikalen Fußball, vor allem, wenn er schnell gespielt wird, und hier kommen Sottils Eigenschaften ins Spiel.

Ähnlicher Spielertyp wie Nico Williams

Ein kurzer Blick auf seine Fbref-Seite mag zunächst Zweifel wecken. Wir können uns jedoch zwei Schlüsselstatistiken ansehen. Erstens erhält der Italiener etwa 10 progressive Pässe pro Spiel, was zu den höheren Zahlen für Flügelspieler in ganz Europa gehört. Zum anderen liegt er mit 6,4 Pässen pro Spiel im 96. Perzentil der progressiven Pässe, was für einen direkten Spielstil wie den von Conceicao eine fantastische Quote darstellt.

Das demonstriert, dass Sottil nicht nur selbst viele präzise progressive Pässe spielt, sondern auch überragende Laufwege besitzt, so dass er diese auch empfangen kann. Auf der Fbref-Seite des Flügelstürmers ist zu lesen, dass er statistisch gesehen Pedro Neto und Nico Williams sehr ähnlich ist, wobei die Hauptgemeinsamkeiten dafür ihre progressiven Zahlen sind. Ein anderer Spieler, mit dem man ihn vergleichen kann, ist Pepe von Porto, der in Portugal offenbar ein Liebling von Conceicao war.

Was ihn sicherlich auch für Conceicao interessant gemacht hat, sind seine Statistiken gegen den Ball. Denn der portugiesische Fußballlehrer setzt in der Regel auf ein hohes Pressing und genau da ist Sottil Leao in allen Disziplinen weit überlegen. Der 25-jährige Italiener gewinnt unglaubliche 61,6 Prozent seiner defensiven Zweikämpfe und konnte diese Saison trotz seiner kurzen Spielzeit von knapp 800 Minuten ganze 44 Bälle wiedererobern. Leao hat fast mit der doppelten Spielzeit lediglich 39 Bälle erobern können.

Meist gefoulter Spieler in Europa

Auch die Art der von den Rossoneri erzielten Tore lässt sich auf diese Weise untersuchen. In der Serie A hat Milan in dieser Saison 36 Tore erzielt, die zweitwenigsten in den Top 10, und von diesen Toren haben nur Udinese und Fiorentina weniger aus dem Spiel heraus erzielt, wenn man die Statistiken von Whoscored zugrunde legt, so dass ein Spieler mit der Dynamik von Sottil hier sicherlich hilfreich sein kann.

Die gleiche Statistik zeigt, dass sechs Tore aus Kontern erzielt wurden, was ein weiterer Bereich ist, in dem die Diavoli von Sottils hervorragenden progressiven Werten, die unter anderem auch aus seinem starken Dribbling und seiner Geschwindigkeit resultieren, profitieren können.

Darüber hinaus ist er der am häufigsten gefoulte Spieler in den fünf europäischen Top-Ligen, einschließlich der Champions League und der Europa League, so dass er wichtige Standards für die Rossoneri rausholen könnte und zeigt, dass er, wenn er ins Rollen kommt, nur schwer mit fairen Mitteln zu stoppen ist.

Fazit:

Riccardo Sottil wurde als kostengünstigere Alternative zu Noah Okafor verpflichtet. Darüber hinaus passt er im Gegensatz zum Schweizer besser in die Spielphilosophie des neuen Trainers und kennt die Serie A in und auswendig. Daher geht der Transfer im Sinne der Kadertiefe und in Bezug auf Preis/Leistung völlig in Ordnung.

Milan hat sich eine Kaufoption für knapp zehn Millionen Euro gesichert, falls der junge Italiener die Erwartungen in kurzer Zeit übertreffen sollte. Ansonsten war es ein sinniges Leihgeschäft, dass die Lombarden kurzfristig in der Tiefe verstärkt hat.

Sollte Sottil gar nicht überzeugen, werden sich Zlatan und Moncada im Sommer nach geeigneteren Akteuren umschauen und den Flügelstürmer wieder zur Fiorentina schicken.

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Sascha

Darum liegt Leverkusen 8 Punkte hinter den Bayern

Titelverteidiger Bayer Leverkusen hat in dieser Saison erst ein einziges Mal in der Liga verloren. Daher fragt man sich, warum der Rückstand auf Tabellenführer Bayern München vor dem Duell an der Tabellenspitze ganze acht Punkte beträgt? Wir gehen dem Ganzen in diesem Artikel für euch auf den Grund. (Bild: IMAGO / Noah Wedel)

Es mag pedantisch erscheinen, nach Schwächen in einer Mannschaft zu suchen, die seit 19 Ligaspielen ungeschlagen ist, aber das war der unerbittliche Standard, den Bayer Leverkusen unter Xabi Alonso in der Meistersaison 2023/24, in der man ungeschlagen den Titel gewann, setzte. Das jüngste 2:2-Unentschieden bei RB Leipzig - die einzige deutsche Mannschaft, die die Werkself seit mehr als 18 Monaten besiegt hat - hat eine Schwachstelle aufgezeigt.

Nach Toren von Patrik Schick und Aleix García in der ersten Halbzeit lag Leverkusen mit 2:0 in Führung und war auf dem besten Weg, die 3 Punkte zu holen, doch dann kassierte man wieder zwei Tore und konnte nicht mehr gewinnen - und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

Stärke der letzten Saison verschwunden

Es war bereits das sechste Mal in der Saison 2024/25, dass die Alonso-Elf in der Bundesliga keine Punkte mit nach Hause nehmen konnte. Die 2:3-Niederlage am 2. Spieltag zu Hause gegen Leipzig war die erste, es folgten ein 1:1-Unentschieden in München am 5. Spieltag, ein 2:2-Unentschieden zu Hause gegen Holstein Kiel am 6. Spieltag, ein 2:2-Unentschieden in Bremen am 8. und ein 1:1-Unentschieden in Bochum am 10. Spieltag.

Auch in der UEFA Champions League gab es bereits zwei Unentschieden. Ein 1:1-Unentschieden gegen Brest am 3. Spieltag und eine 1:2-Niederlage bei Atlético Madrid am 7. Spieltag bedeuten fünf verlorene Punkte aus den europäischen Spielbegegnungen.

Zum Vergleich: In der Saison 2023/24 gab es das überhaupt nicht. Vielleicht wurde dies durch Leverkusens Neigung zu späten Siegen in der letzten Saison überdeckt, als sie nach der 75. Minute insgesamt 22 Tore schossen (darunter fünf in der Nachspielzeit).

In dieser Saison haben sie in den letzten 15 Minuten nur fünf Tore erzielt - eine Zahl, die 11 andere Mannschaften in der Liga übertreffen. In der Tat hat der amtierende Meister in dieser Saison in den letzten 15 Minuten mehr Tore kassiert als Tore geschossen, nämlich acht Gegentore zu fünf erzielten.

Man kann also in diesem Punkt konstatieren, dass es wesentlich einfacher für die Werkself war kurz vor Schluss Spiele zu entscheiden, da der Gegner nicht mehr reagieren kann. Daher wurde dieses Defizit, Vorsprünge zu verwalten, letzte Saison etwas kaschiert.

Einfach nur Pech?

Der Treffer von Schick in der 96. Minute, der das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Köln nach einem 0:2-Rückstand noch in die Verlängerung brachte, zeigte, dass die Mannschaft immer noch in der Lage ist, spät Spiele zu drehen. Aber davon gab es in dieser Saison noch nicht genug. Da stellt sich die Frage: Hat sich in den letzten Monaten der Saison etwas Grundlegendes geändert, oder hatte Leverkusen einfach nur Pech?

Der Mangel an späten Toren hat sich nicht wesentlich auf die Gesamttorquote von Leverkusen ausgewirkt. Mit 49 Toren aus den ersten 21 Spielen haben die Leverkusener eine Quote von 2,3 Toren pro Spiel erreicht - nicht weit entfernt von der Quote von 2,6 Toren pro Spiel in der Saison 2023/24. Da auch die Anzahl der Schüsse pro Spiel mit 15,5 im Vergleich zu 18,1 in der letzten Saison sehr hoch ist, gibt es keinen offensichtlichen Grund, warum die Tore nicht mehr direkt am Ende der Begegnungen fallen.

Ist die Abwehr das eigentliche Problem?

Auch die anderen Eckdaten des Leverkusener Spiels sind bemerkenswert ähnlich geblieben: Der durchschnittliche Ballbesitz liegt in der laufenden Saison bei 55 Prozent gegenüber 58,4 Prozent in der letzten Spielzeit, und die Gesamtdistanz pro Spiel ist mit 118 km identisch. Bei den Sprints (244,4 zu 235,6) und den gewonnenen Zweikämpfen (52,9 zu 51 Prozent) hat der Double-Gewinner in dieser Saison sogar zugelegt.

Das einzige offensichtliche statistische Problem ist die Abwehr: Leverkusen kassiert in dieser Saison 1,3 Tore pro Spiel - fast doppelt so viele wie in der letzten Saison (0,7). Die Leverkusener haben in dieser Spielzeit bereits mehr Gegentore kassiert (27) als in der gesamten Meistersaison (24).

Alonso sollte sich daher überlegen, wie die Abwehr des Meisters gestärkt werden kann. Er wird die Nullnummer gegen Wolfsburg am vergangenen Wochenende als einen Schritt nach vorne gesehen haben, aber die mangelnde Torausbeute auf der anderen Seite wird erneut Anlass zur Sorge gegeben haben, da man beim 0:0 wieder zwei Punkte liegen ließ.

Remis bei Angstgegner Leipzig als Mutmacher

Wenn man diese Schwäche behebt, gibt es viele Gründe zu glauben, dass Leverkusen das Zeug dazu hat, den Acht-Punkte-Rückstand auf die Bayern aufzuholen. Zurück zum Spiel in Leipzig: Die verlorenen Punkte waren zwar nicht gewollt, aber Bayer hat immerhin einen Punkt gegen die einzige Mannschaft geholt, die sie in den letzten 18 Monaten in der Bundesliga geschlagen hat - eine Serie von 55 Ligaspielen!

Seitdem sind sie in der Liga 19 Mal ungeschlagen - eine Form, die es unmöglich macht, sie aus dem Rennen um den Titel zu nehmen. Hinzu kommt noch der großartige Florian Wirtz, dessen kreative Fähigkeiten in dieser Saison mit neun Toren und neun Assists in seinen ersten 21 Einsätzen scheinbar neue Höhen erreicht haben.

„Es war eine Freude, so schöne Aktionen zu sehen“, sagte Alonso nach der jüngsten Glanzleistung des Spielmachers in Leipzig. „Er ist wirklich etwas ganz Besonderes.“

Schick in Topform

Und dann ist da noch Patrick Schick, der in der vergangenen Saison für einige denkwürdige späte Buden sorgte und jetzt am laufenden Band trifft. Seine 14 Tore in den letzten 11 Bundesligaspielen sind eine bemerkenswerte Ausbeute und besser als die jedes anderen Spielers - selbst die von Top-Torjäger Harry Kane.

Aber sind wir nicht ein bisschen zu streng mit Leverkusen, während wir die Bayern nicht für ihre unheimliche Steigerung loben? Nur drei Mannschaften haben nach 21 Spielen mehr Punkte auf dem Konto als die Mannschaft von Vincent Kompany (54). Eine davon war Bayer 04 in der letzten Saison (55).

Verglichen mit den Maßstäben, die sie in der letzten Saison gesetzt haben, sind sie weit abgeschlagen, während die Bayern nach der Enttäuschung der Saison 2023/24 einen Gang höher geschaltet haben. In der vergangenen Saison betrug der Rückstand zu diesem Zeitpunkt nur fünf Punkte, wobei die Bayern dreimal verloren hatten.

Mit Wirtz, Schick und einer stabileren Abwehr respektive der Fähigkeit Führungen zu verwalten, könnte Leverkusen die Bayern in einem spannenden Titelrennen noch abfangen. Jedoch muss die Partie am Samstag um 18:30 Uhr gegen den deutschen Rekordmeister unbedingt gewonnen werden.

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Sascha

Wird er der Marmoush Ersatz? | Elye Wahi (21) im Porträt

Stürmer-Wunderkind Elye Wahi gehört in Frankreich schon seit mehreren Spielzeiten zur absoluten Elite des Landes und soll nun auch in Deutschland mit seiner elektrisierenden Schnelligkeit und seinen spektakulären Abschlüssen für Furore sorgen. Wir haben für euch das neue Talent von Eintracht Frankfurt unter die Lupe genommen und den Transfer für euch eingeschätzt. (Bild: IMAGO / Jan Huebner)

Der in der Region Paris als Sohn ivorischer Eltern geborene Wahi begann seine Jugendkarriere bei Suresnes, bevor er im Alter von 13 Jahren in den Norden an die Seine nach Caen wechselte. In der Normandie wurde das Ausmaß seines Talents deutlich, als er in der Saison 2016/17 für die U14- und U15-Auswahl des Vereins unglaubliche 89 Tore erzielte.

Natürlich sprach sich seine Leistungen in ganz Frankreich herum, so dass er 2019 in den Südwesten des Landes wechselte, wo er bereits als 16-Jähriger seinen ersten Profivertrag bei Montpellier unterzeichnete. Monate später wurde er erstmals in die französische Juniorennationalmannschaft berufen, und in der folgenden Saison gab er sein Debüt in der ersten Mannschaft und erzielte sein erstes Tor.

Zweitbester Torschütze hinter Mbappé

Dieses ließ nicht lange auf sich warten, beinahe auf den Tag genau ein Monat nach seiner Einwechslung gegen Metz traf er am 15. Januar 2021 gegen die AS Monaco. Wahi wurde damit im Alter von nur 18 Jahren und 13 Tagen der jüngste Torschütze des Vereins.

In der Folgezeit erzielte er in 85 Ligaspielen 32 Tore, wobei er in einem einzigen Spiel gegen Lyon vier Treffer erzielte und in der Saison 2022/23 seine persönliche Bestmarke von 19 Toren aufstellte. Wahi war erst der zweite Teenager in den letzten 40 Jahren (nach einem gewissen Kylian Mbappé), der 20 Ligue-1-Tore erzielte, und der zweitjüngste Spieler aller Zeiten, der den Meilenstein von 25 Ligue-1-Toren erreichte.

Verletzung stoppte ihn

Deshalb wechselte Wahi 2023 für stolze 30 Millionen Euro auf die andere Seite des Landes und unterschrieb bei RC Lens - eine Rekordablöse für beide Vereine. Dort erzielte er in 27 Spielen neun Tore und schnupperte erstmals an der UEFA Champions League, und setzte mit einem Tor und einer Vorlage beim Heimsieg gegen den englischen Spitzenklub Arsenal seine erste Duftmarke.

Zu Beginn der Saison 2024/25 wechselte er erneut den Verein und kehrte für 27 Millionen Euro an die Mittelmeerküste zurück - dieses Mal nach Marseille. In der offensiv ausgerichteten Mannschaft von OM-Trainer Roberto De Zerbi konnte Wahi gleich bei seinem Debüt ein Tor erzielen, als die Südfranzosen mit einem 5:1-Kantersieg gegen Champions-League-Überraschungsmannschaft Brest in die neue Saison starteten.

Beim 5:0-Sieg gegen seinen ehemaligen Verein Montpellier war Wahi zwar mit einem Tor und einer Vorlage erfolgreich, doch Neal Maupay und Mason Greenwood sowie eine Oberschenkelverletzung sorgten dafür, dass er in der ersten Saisonhälfte nur wenig Spielzeit erhielt und dadurch Unzufriedenheit bei ihm aufkam und der Transfer zur Eintracht stattfand.

Ähnlicher Spielertyp wie Loïs Openda

Wie der belgische Stürmer von RB Leipzig ist Wahi ein echter Torjäger, der mit seiner Schnelligkeit und seinem guten Stellungsspiel überall in der Offensive eine Gefahr darstellt. Wahi kann auch bei Kontern für Unruhe sorgen, denn sein Passspiel ergänzt seine Qualitäten und macht ihn zu einer doppelten Gefahr für Tore und Vorlagen.

Wie der Leipziger ist auch Wahi ein Rechtsfuß der gerne von der linken Seite aufs Tor zieht, aber wenn es um die Vielfalt der Abschlüsse geht, könnte es durchaus sein, dass Wahi seinem ehemaligen Kollegen aus Lens überlegen ist. Trotz seiner Größe von 1,81 m erzielt er eine ganze Reihe von Kopfballtoren, aber es ist seine Akrobatik, die den Franzosen von anderen abhebt, wie er bei seinem Tor der Saison 2022/23 für Montpellier in der Ligue 1 mit einem spektakulären Fallrückziehertor unter Beweis stellte.

„Wir haben Elye Wahi schon seit einiger Zeit beobachtet und freuen uns, dass er nun für Eintracht Frankfurt spielen wird. Elye ist ein temporeicher Stürmer mit einer guten Boxbesetzung und einem ausgeprägten Torinstinkt. Er ist ein junger und entwicklungsfähiger Spieler, von dessen Qualitäten wir überzeugt sind. Gleichzeitig werden wir ihm alle Zeit geben, die er braucht, um sich anzupassen“, so Frankfurts Sportdirektor Markus Krösche

Wird er mit Ekitiké harmonieren?

Seit seinem Profidebüt im Dezember 2020 erzielte der Franzose mit ivorischen Wurzeln wettbewerbsübergreifend 47 Treffer und 14 Vorlagen. Für so einen jungen Spieler ist das eine beeindruckende Statistik, daher darf die Eintracht sich über das enorme Potenzial des Neuzugangs freuen, der in der Theorie aufgrund seiner Anlagen mit Ekitiké harmonieren sollte.

„Ich kenne Hugo noch aus seiner Zeit in der Ligue 1. Ich freue mich darauf, mit ihm in einer Mannschaft zu spielen. Er ist ein sehr guter Stürmer“, sagt Wahi etwa über seinen Landsmann und künftigen Sturmpartner Hugo Ekitiké.

„Ich freue mich, bei der Eintracht zu sein. Es ist ein großer Verein, über den ich schon viel Positives gehört habe. Ich wusste sofort, dass ich die Chance ergreifen will, hierher zu kommen. Ich möchte das Vertrauen, das in mich gesetzt wird, mit guten Leistungen und Toren zurückzahlen.“

Fazit:

Die Eintracht hat mit Elye Wahi einen Perspektivspieler mit Weltklassepotenzial für eine erschwingliche Ablöse von 26 Millionen Euro verpflichten können. Der 22-jährige Franzose bringt ein sehr ähnliches Spielerprofil wie der zu Man City gewechselte Marmoush mit. Sicherlich kann man diese Saison noch nicht erwarten, dass der SGE-Neuzugang den Ägypter ersetzen wird, zu groß ist der Trainingsrückstand.

Doch in den folgenden beiden Spielzeiten besteht auch für dieses Ausnahmetalent absolute Explosionsgefahr! Sollte Wahi verletzungsfrei bleiben und Trainer Dino Toppmöller seine Spielidee nicht signifikant ändern, dann wird die Eintracht viel Freude mit dem blitzschnellen Angreifer haben.

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