Jürgen Klopp verlässt den FC Liverpool!

Seit mittlerweile über acht Jahren steht Klopp an der Seitenlinie für den FC Liverpool. An der Anfield Road konnte er mit den Reds zahlreiche Erfolge feiern und wird von den Fans angehimmelt. Doch nach der Saison ist Schluss. Klopp zieht den Schlussstrich. (Bild: IMAGO / PA Images)
Am Freitagvormittag um 11:36 Uhr verkündet der FC Liverpool via X den Abschied ihres Trainers. In dem genau zwei Minuten langem Video verkündet Klopp seinen Abschied zum Ende der Saison. „Mir geht die Energie aus (...). Ich weiß, dass ich diesen Job nicht weiter und weiter und weiter machen kann", erklärte der Deutsche in seiner Abschiedsbotschaft. Er versicherte allerdings auch, dass es ihm momentan gut geht und man sich keine Sorgen um ihn machen muss.
🚨😳 Klopp on why he's leaving Liverpool end of season…
— EuroFoot (@eurofootcom) January 26, 2024
"I am, how can I say it, running out of energy. I have no problem now, obviously. I am absolutely fine now."
"I know that I cannot do the job again and again and again and again."
"I told the club already in November." pic.twitter.com/kyHhWFGj66
Er wiederholte immer wieder, wie sehr er den Klub liebe und wie stolz er auf die Errungenschaften seiner Reds sei. Er hebt vor allem nochmal seine Bewunderung für die Fans Liverpools hervor, die ihn seit seiner Ankunft an der Merseyside unterstützt haben. Bei ihnen hat er mittlerweile absoluten Kultstatus und zählt vollkommen zurecht zu den besten Trainern ihrer Vereinsgeschichte.
Das größte Kompliment, das man Jürgen Klopp machen kann, ist, dass seine gesamte Aura jetzt ein Synonym für Liverpool als Stadt und dessen Fußballverein ist. Ganz abgesehen von den sportlichen Erfolgen, die er dort genügend feiern konnte. Er hat eine Mannschaft übernommen, die identitätslos und von den Fans distanziert war. Aber nach nur wenigen Wochen wusste ganz England, was man von einer Jürgen Klopp-Mannschaft erwarten kann. Er hat dieser Mannschaft und dem Verein seinen Stempel aufgesetzt und transformierte sie in eine der besten Mannschaften der Welt. Seine Rivalität mit Pep Guardiolas Manchester City ist dabei legendär. Nach über 8,5 Jahren und (bisher) sieben Titeln wird er eine klaffende Lücke bei den Reds hinterlassen, die kaum zu schließen scheint.
Get Jürgen Klopp a statue outside Anfield. I want to see plans already in motion.
— - (@AnfieldRd96) January 26, 2024
So geht Jürgen Klopp in seine letzte Rückrunde als Liverpool-Trainer. Mit dieser Botschaft hofft er natürlich auf eine Reaktion bei seinen Spielern, ähnlich wie bei der Verkündung seines Abschieds aus Dortmund. Dort hatte er ebenfalls im Winter bekanntgegeben, dass er den Verein zum Saisonende verlassen wird, woraufhin der BVB nach einer schwachen Hinrunde, die auf dem 17. Platz beendet wurde, noch die Kurve kriegte. Am Ende der Saison standen sie auf dem 7. Platz und konnten sich zumindest noch für Europa qualifizieren.
Mit dem FC Liverpool tanzt er noch auf allen vier Hochzeiten. Im Carabao Cup steht das Finale gegen den FC Chelsea an und sowohl in dem FA Cup als auch in der Champions League sind sie noch vertreten. Die Premier League führen sie nach 21 Spielen ebenfalls an.
Mit einem möglichen Triple oder sogar einem „Quadruple" könnte er sich zu einer noch größeren Legende in Liverpool machen als er ohnehin schon ist. Es wäre ein passendes Ende für einen der besten Trainer dieser Generation bei einem Klub, den er so sehr geprägt hat. Ganz Liverpool wird Jürgen Klopp schmerzlich vermissen.
A message to Liverpool supporters from Jürgen Klopp. pic.twitter.com/l7rtmxgOzt
— Liverpool FC (@LFC) January 26, 2024
Die 10 teuersten Winterwechsel in der Premier League-Geschichte!

Januar ist die Zeit des Jahres, in der Vereine nochmal die Chance haben, ihren Kader vor dem Schlussspurt der Saison aufzurüsten. Allerdings ist dies keine einfache Aufgabe. Niemand möchte seine besten Spieler mitten in der Saison abgeben, was zu aufgeblähten Ablösesummen führt. Dazu kommt noch die Unsicherheit, ob sie sofort weiterhelfen können oder Zeit zum Eingewöhnen brauchen. Die zehn teuersten Winterwechsel in der Premier League-Geschichte im Überblick. (Bild: IMAGO / Shutterstock)
10. Anthony Gordon, FC Everton > Newcastle United, 45,60 Mio. €
Als der Wechsel von Anthony Gordon offiziell wurde, sorgte er für viel Spott in den sozialen Medien. Die Magpies investierten sehr viel Geld in einen Flügelspieler, der in seinen 80 Einsätzen für Everton nur zehn Tore erzielte, und zwar Potenzial zeigte, aber nicht in dem Ausmaß, das eine solche Ablösesumme rechtfertigte. Die Rückrunde in Newcastle lief eher bescheiden. Nur ein Tor in 16 Spielen sind keine vielversprechende Quote. Allerdings scheint er so langsam im Norden Englands angekommen zu sein. Diese Saison hat er bereits elf Scorerpunkte zu verbuchen und ist gesetzt unter Eddie Howe. Er hat sicherlich noch Luft nach oben, aber ist mit 22 Jahren bereits Stammspieler bei einem Champions League-Klub.
9. Luis Diaz, FC Porto > FC Liverpool, 47 Mio. €
Der Kolumbianer schlug nach seinem Wechsel vor zwei Jahren sofort ein. In der Rückserie der 2021/22-Saison konnte er direkt zehn Scorerpunkte in 26 Spielen verbuchen und leitete die Wachablösung Sadio Manés auf dem linken Flügel ein. Die Chance, den linken Flügel für sich alleine zu beanspruchen nach dem Abgang des Senegalesen zu Bayern München, blieb ihm aber verwehrt. Eine schwere Knieverletzung zwang ihn letztes Jahr für sechs Monate auf die Tribüne und er verpasste dadurch insgesamt 31 Spiele. Diese Saison startete er aber nochmal durch und konnte in den ersten beiden Saisonspielen zwei Tore erzielen. Auch wenn er die Form in dem Ausmaß in der Hinrunde nicht halten konnte, ist er dennoch ein wichtiger Spieler in der Mannschaft von Jürgen Klopp. Definitiv ein Winterwechsel, der sich gelohnt hat.
Luis Diaz pic.twitter.com/bHZUsidhsz
— 1947 (@1947production) January 9, 2024
8. Fernando Torres, FC Liverpool > FC Chelsea, 58,50 Mio. €
Der spanische Stürmer galt bei seinem Wechsel vom FC Liverpool zum Ligakonkurrenten aus dem Westen Londons als einer der besten Stürmer der Welt. In seinen dreieinhalb Premier League-Saisons bei den Reds erzielte er 65 Tore und war auf dem besten Weg zur Klubikone. Seinen Abgang kam bei den Anhängern Liverpools schließlich nicht sehr gut an. Der Herzensbrecher Torres (Erinnerung an seinen Treffer im EM-Finale 2008 gegen Deutschland) wurde bei Chelsea nicht glücklich. In seinen übrigen 18 Spielen für die Blues in der 2010/11-Saison erzielte er lediglich einen Treffer. Er blieb drei weitere Saisons, in denen er nie mehr als acht Ligatreffer erzielen konnte. Seine Karriere dümpelte danach bei AC Milan, Atletico Madrid und Sagan Tosu in Japan ein wenig vor sich hin und er konnte nie wieder an seine Form in Liverpool anknüpfen.
7. Pierre-Emerick Aubameyang, Borussia Dortmund > FC Arsenal, 63,75 Mio. €
Der Gabuner wollte im Januar 2018 nach viereinhalb Jahren beim BVB den nächsten Schritt machen und war unter anderem auch bei Real Madrid lange Zeit im Gespräch. Letztendlich wurde er aber Teil eines Wechseldreiecks zwischen Borussia Dortmund, FC Arsenal und FC Chelsea. Aubameyang wechselte zum FC Arsenal, wo er den zum FC Chelsea abgewanderten Olivier Giroud ersetzte. Um ihren Superstar zumindest kurzfristig zu ersetzen, leihten die Dortmunder Michy Batshuayi vom FC Chelsea aus. Den besten Deal machten aber die Gunners. Pierre-Emerick Aubameyang wurde zum Schlüsselspieler und führte sie mit acht Toren ins Europa League-Finale 2019, schoss die zwei entscheidenden Tore zum FA-Cup-Gewinn 2020 und schoss das einzige Tor im Community Shield 2020, das die Gunners letztendlich im Elfmeterschießen gewannen.
Er erzielte 92 Tore und bereitete weitere 21 vor in seinen 163 Spielen für Arsenal. Sein letztes halbes Jahr in der Saison 2021/22 hinterließ einen schlechten Beigeschmack, als er mit unentschuldigtem Fehlen oder Lustlosigkeit auffiel. Allerdings war er der wahrscheinlich beste Spieler Arsenals in einer sehr schwierigen Phase des Vereins.
No Arsenal player has scored more goals at Wembley stadium than Pierre-Emerick Aubameyang:
— Squawka (@Squawka) February 1, 2022
⚽️⚽️ FA Cup semi-final vs. Man City
⚽️⚽️ FA Cup final vs. Chelsea
⚽️ Community Shield vs. Liverpool
And he lifted two trophies because of them. 🏆🏆 pic.twitter.com/PM7fWLqiIA
6. Christian Pulisic, Borussia Dortmund > FC Chelsea, 64 Mio. €
Ein weiterer BVB-Abgang und ein weiterer Chelsea-Transfer. Pulisic war zu dem Zeitpunkt gerade einmal 20 Jahre alt und galt als Ausnahmetalent. Die Dortmunder hofften, dass er bald den großen Durchbruch schafft und dann eventuell für viel Geld wechselt, wie es beispielsweise Aubameyang oder Dembélé vor ihm taten. Niemand hätte erwartet, dass man im Januar 2019 schon so viel Ablöse für ihn erhalten würde, schließlich war er kaum Stammspieler für den BVB. Die Blues wussten vom Talent des US-Amerikaners, aber auch, und das war wahrscheinlich noch viel präsenter, dass ihnen eine Transfersperre droht, weshalb sie möglichst schnell einen Neuzugang bestätigen wollten. Ähnliches geschah auch mit dem Transfer von Mateo Kovacic von Real Madrid.
Beim FC Chelsea schlug Pulisic allerdings nie vollends ein. Nach der Coronapause, im Sommer 2020, ließ er sein Potenzial aufblitzen, als er mit vier Toren und vier Vorlagen in den verbleibenden neun Spielen einen erheblichen Anteil an der Champions League-Qualifikation der Blues hatte. Verletzungen warfen ihn in den folgenden Jahren immer wieder aus der Bahn, bis er im vergangenen Sommer seinen Platz in der überfüllten Chelsea-Kabine verlor und nach Italien, zum AC Milan, wechselte. Dort zeigt er bisher auch sehr gute Leistungen.
The “post lockdown” Pulisic was probably the closest the USMNT 🇺🇸 ever had to having a world class field player.
— Tactical Manager (@ManagerTactical) January 4, 2024
If Pulisic kept it up he would have been placed in that category. It was insane how good he was during that time.
pic.twitter.com/3sDWVVFMLE
5. Aymeric Laporte, Athletic Bilbao > Manchester City, 65 Mio. €
Der damals 23-jährige Innenverteidiger kam im Januar 2018 für eine heftige Summe aus Bilbao mit großen Vorschusslorbeeren. Er galt als einer der talentiertesten Verteidiger des Planeten und wurde mit diesem Wechsel auch zu einer der teuersten. Unter Pep Guardiola wusste er auch sofort zu überzeugen und wurde zum Stammspieler. Mit den Citizens gewann er fünf Mal die Premier League, zwei Mal den FA Cup, vier Mal den Carabao Cup, den englischen Superpokal und in seinem letzten Jahr als Krönung die Champions League. Laporte ist jetzt 29 Jahre alt und verließ Manchester im Sommer in Richtung Saudi-Arabien, genauer gesagt Al-Nassr, für knapp unter 30 Millionen Euro. Eine gute Summe für einen Spieler, der im letzten Jahr nicht mehr in das System Guardiolas passte. Er kam letzte Saison nur noch auf 25 Einsätze, auch aufgrund einer Knieverletzung, und befand sich spätestens nach dem Wechsel von Josko Gvardiol auf dem Abstellgleis. Dennoch kann er auf sehr erfolgreiche Jahre mit Manchester City zurückblicken, in denen er lange Zeit als Weltklasse-Innenverteidiger galt.
4. Bruno Fernandes, Sporting Lissabon > Manchester United, 65 Mio. €
Der jetzige Kapitän Manchester Uniteds kam im Januar 2020 für eine heftige Ablöse aus Lissabon, war aber eine sofortige Verstärkung. Er genoss seine freie Rolle unter dem damaligen Trainer Ole Gunnar Solskjaer und steuerte schon in seinem ersten halben Jahr 20 Scorerpunkte in 22 Spielen bei. Die folgende Saison 2020/21 schloss er mit 45 Scorerpunkten in 58 Spielen ab. Eine unglaubliche Quote. Die auf Solskjaer folgenden Trainer gaben ihm nicht mehr so viel Freiraum wie zuvor, weshalb seine Tore und Vorlagen zurückgingen. Er bleibt dennoch unverzichtbar für seine Mannschaft und ist seit diesem Sommer Kapitän der Red Devils. In seinen vier Jahren bei Manchester United verpasste er erst ein Spiel, und das aufgrund von Krankheit. Er gilt als einer der besten Spieler der Welt und definitiv als einer der besten Transfers Uniteds seit zehn Jahren.
No Premier League player created more chances than Bruno Fernandes in 2023 👏🇵🇹 pic.twitter.com/m8lI4NJ3eH
— LiveScore (@livescore) January 3, 2024
3. Mykhaylo Mudryk, Shakhtar Donezk > FC Chelsea, 70 Mio. €
Der Ukrainer war vor seinem Wechsel, wenn überhaupt, nur den größten Fußballfanatikern ein Begriff. Er war 21 Jahre alt und hatte gerade einmal 77 Pflichtspiele auf dem Buckel, aber überzeugte in der Königsklasse. Drei Tore und zwei Vorlagen in der Gruppenphase und eine gute Leistung im Santiago Bernabeu gegen Real Madrid ließen den FC Chelsea aber auch den FC Arsenal aufhorschen. Die Gunners waren lange in der Pole-Position, aber wollten letztendlich nicht auf die Ablöseforderung der Ukrainer eingehen. Chelsea hingegen, unterstützt von den Milliarden von Todd Boehly, bezahlten dies ohne mit der Wimper zu zucken.
In London angekommen hat Mudryk Probleme, sich einzuleben. Sein einmaliges Tempo und gefährliche Dribblings waren von Beginn an nicht zu unterschätzen, aber sein Output ist noch sehr übersichtlich. Zu oft versucht er zu viel oder sucht die komplizierten Lösungen. Sein Talent steht außer Frage, aber die für ihn gezahlte Ablöse bringt viel Druck mit sich und, insbesondere im schnellebigen englischen Fußball, muss er bald anfangen, konstant Leistungen zu zeigen, sonst könnte sein Kapitel bei den Blues schon bald vorbei sein. Der FC Chelsea ist nicht für seine Geduld bekannt.
2. Virgil Van Dijk, FC Southampton > FC Liverpool, 85,65 Mio. €
Einer der besten Transfers der Geschichte Liverpools, und das bei einer solchen Ablöse. Der holländische Hüne war bereits zu seiner Zeit bei Southampton einer der besten Innenverteidiger der Liga, weshalb der Wechsel zu einem Spitzenklub keine Überraschung war. Dennoch ließ sich das Team von Jürgen Klopp seine Dienste einiges kosten und viele waren skeptisch, ob er diesem Preisschild wirklich gerecht wird. Diese Zweifel hat er bereits in seinen ersten Wochen verschwinden lassen. Er transformierte die undichte Abwehr der Reds sofort und war von der ersten Minute an Abwehrchef. Sechs Jahre ist der Wechsel jetzt her, der die stärkste Phase Liverpools unter Klopps Herrschaft einleitete. Mit Van Dijk in seinem Abwehrzentrum gewann er jeden möglichen nationalen Titel. International konnte er nach einer Finalniederlage 2018, die Champions League ein Jahr später gewinnen. Im Anschluss auch noch den UEFA-Super-Cup und die Klub-Weltmeisterschaft.
Die Saison 2020/21 verpasste er größtenteils aufgrund eines Kreuzbandrisses, und in der folgenden Saison war er dann nur ein Schatten seiner selbst. Viele diskutierten, ob der Niederländer jemals wieder an seine Höchstform kommt. Jetzt rückblickend kann man eindeutig sagen, dass er mittlerweile, insbesondere diese Saison, wieder zu den besten Innenverteidigern des Planeten gehört. Falls Liverpool dieses Jahr die Meisterschaft holen sollte, was im Moment nicht allzu schlecht aussieht, werden sie es zu einem großen Teil auch ihrem Kapitän, Virgil Van Dijk, zu verdanken haben.
🔥 Highest rated centre-backs in Europe's top five leagues this season:
— WhoScored.com (@WhoScored) January 8, 2024
🥇 Virgil van Dijk - 7.30
🥈 Alessandro Buongiorno - 7.19
🥉 Wilfried Singo - 7.18
🏅 Samuel Gigot - 7.16
🏅 Cristian Romero - 7.15 pic.twitter.com/UaK5to1QXP
1. Enzo Fernández, Benfica Lissabon > FC Chelsea, 121 Mio. €
Am Deadline-Day 2023 komplettierte der FC Chelsea den Transfer des Weltmeisters Enzo Fernández. Spätestens seit dem Turnier in Katar war jedem bewusst, wie gut der Mittelfeldspieler ist. Bei seinem damaligen Verein Benfica war er gerade einmal sechs Monate und hatte erst 29 Spiele absolviert. Sie wollten ihn unter keinen Umständen verkaufen. Allerdings hatte er eine Ausstiegsklausel, und als die Blues merkten, dass ihre portugiesischen Gegenüber nur wenig Interesse an den Verhandlungen hatten, machten sie inmitten der Panik am letzten Tag des Transferfensters Gebrauch der Klausel. So wurde er dann zum sechstteuersten Transfer aller Zeiten.
Seine Zeit bei Chelsea kann man mit der von Mykhaylo Mudryk gleichsetzen. Auch er hat sich bei seinem neuen Arbeitgeber noch nicht eingefunden und Mauricio Pochettino scheint noch nicht zu wissen, wie er das Meiste aus seinem (sehr teuren) Talisman herausholt. Die Doppelsechs mit dem ähnlich teueren, aber erst im Sommer verpflichteten Moises Caicedo scheint nicht zu funktionieren. Auch bei Enzo ist das Talent nicht abzustreiten, aber er zeigt es nicht konstant genug. Weitere Neuzugänge wie Roméo Lavia oder Lesley Ugochukwu scharren hinter ihm schon mit den Hufen, und wenn er nicht aufpasst, verliert er schon bald seinen Stammplatz.
So viele Spieler werden den Premier League-Klubs im Januar fehlen

Jeder Verein hat diese Saison mit Verletzungen und sonstigen Ausfällen zu kämpfen. Die steigende Belastung trifft bei vielen Spielern und Trainern auf Unverständnis. Im Januar kommen jetzt noch die Ausfälle der Spieler hinzu, die für ihr Land beim Afrika-Cup oder Asien-Cup auflaufen werden. Manche Mannschaften könnten in den nächsten Wochen daher zu kämpfen haben. Die Ausfälle der Premier League-Klubs im Überblick. (Bild: IMAGO / Shutterstock)
📖 Inhaltsverzeichnis
FC Arsenal - Ohne Artetas Allzweckwaffe
Die Gunners bleiben von den vielen Abwesenden größtenteils verschont. Mohamed Elneny wird für Ägypten auflaufen, aber der defensive Mittelfeldspieler hat ohnehin lediglich vier Einsätze diese Saison zu verbuchen. Außerdem wird die defensive Allzweckwaffe Takehiro Tomiyasu beim Asien-Cup für Japan mitspielen. Eine Verletzung hatte ihn zuletzt gebremst, im Normalfall kommt er aber auf reichlich Einsätze. Allerdings meist nur von der Bank oder in Pokalwettbewerben, weshalb man, sofern alle fit bleiben, auch im Januar ohne den Japaner auskommen kann. Jakub Kiwior könnte in der Hierarchie dann einen Platz aufrücken und auf mehr Einsätze hoffen. Thomas Partey wurde aufgrund seiner Oberschenkelverletzung nicht für Ghana berufen.
🚨 Arsenal midfielder Thomas Partey has NOT been called up to the Ghana national team for the upcoming Africa Cup of Nations this month. ❌🇬🇭 #afc pic.twitter.com/oScL4fH1Lj
— afcstuff (@afcstuff) January 1, 2024
Aston Villa - Kein großer Verlust
Einer der Überraschungen der diesjährigen Saison wird den Titelkampf (!) ohne große Verluste weiterführen können. Lediglich Bertrand Traoré läuft beim Afrika-Cup für Burkina Faso auf. Allerdings hat er diese Saison gerade einmal 41 Minuten für die Villains auf dem Platz gestanden. Ein Abgang, den sie sicherlich verschmerzen können.
AFC Bournemouth - Endlich Chancen für Neuzugänge
Die Cherries nahmen in den vergangenen Wochen ordentlich Fahrt auf, nachdem der Saisonstart unter Neu-Trainer Andoni Iraola eher durchwachsen verlief. Nur eine Niederlage in den letzten acht Spielen des Kalenderjahres 2023 sprechen für sich. Verlassen werden sie Antoine Semenyo, der die meisten Spiele für die Cherries auf dem rechten Flügel startet, und Dango Ouattara. Die beiden werden beim Afrika-Cup für Burkina Faso und Ghana auflaufen. Semenyo wird höchstwahrscheinlich von Luis Sinisterra ersetzt, der sich die letzten Wochen stark präsentierte. Ouattara, eigentlich ein gelernter Flügelspieler, spielte sich aufgrund der Verletzung von Kapitän Lloyd Kelly auf der Linksverteidigerposition fest. Ersetzt wird er, sofern Kelly noch ausfällt, von Max Aarons.
FT: Bournemouth 3-0 Fulham.
— 𝐀𝐅𝐂 𝐀𝐉𝐀𝐗 💎 (@TheEuropeanLad) December 26, 2023
Goals by Justin Kluivert & Dominic Solanke & Sinisterra! That's 6 wins and 1 draw out of their last 7 games! pic.twitter.com/dq1yRqUw2W
FC Brentford - Fehlende Offensivpower bei den Bees
Brentford muss im Januar direkt vier Spieler abgeben. Yoane Wissa an die D. R. Kongo, Frank Onyeka an Nigeria, Saman Ghoddos an den Iran und Ji-soo Kim an Südkorea. Letzterer hat diese Saison noch keinen Einsatz für die erste Mannschaft absolviert. Saman Ghoddos hat sich als linker Schienenspieler nach der Verletzung Rico Henrys festgespielt und wird nur schwer zu ersetzen sein. Der ehemalige Bochumer Vitaly Janelt hat dort gelegentlich ausgeholfen und gilt als Option.
Frank Onyeka beginnt viele Spiele im zentralen Mittelfeld für die Bees, allerdings gibt es dort genügend Alternativen, um seine Abwesenheit zu kompensieren. Wenn aber Janelt auch außen aushelfen muss und Spieler wie Dasilva oder Damsgaard weiterhin mit Verletzungen zu kämpfen haben, könnte es auch dort eng werden für Thomas Frank. Der wohl schmerzhafteste Abgang ist der des Yoane Wissas. Der wuselige Stürmer gilt als einer der wichtigeren Brentford-Spieler diese Saison, und insbesondere in Anbetracht der Verletzung von Bryan Mbeumo und der Suspendierung von Ivan Toney bis Mitte Januar ist dieser nur schwer zu ersetzen.
Worrying times for Brentford. Especially when in January they will be without Mbuemo, Wissa and Onyeka. Not to mention the uncertainty around Toney.
— Alisson the 🐐 (@0PINI0N4T3D) December 30, 2023
Brighton & Hove Albion - Ohne Flügelspieler im Januar?
Bei den Seagulls bricht im Januar die Flügelzange weg. Simon Adingra wird seine Elfenbeinküste beim Afrika-Cup unterstützen und Kaoru Mitoma Japan beim Asien-Cup. Allerdings waren beide in den letzten Wochen von Verletzungen geplagt, weshalb deren Fehlen nichts Neues für die Mannschaft von Roberto De Zerbi ist. Ärgerlich ist nur, dass weitere Flügelspiele wie Solly March, Ansu Fati oder Julio Enciso ebenfalls fehlen. Es wurde deshalb schon öfter mit einer engen Raute oder Ähnlichem experimentiert.
FC Burnley - Großer Vorteil im Abstiegskampf
Die Clarets haben das Glück, keinen Spieler im Januar abgeben zu müssen. Das Team von Vincent Kompany kann daher im Abstiegskampf aus dem Vollen schöpfen.
Burnley striker Lyle Foster has been left out of South Africa’s squad for the forthcoming Africa Cup of Nations as he continues to receive treatment for his mental health.https://t.co/vLIP9hEV5w
— The Athletic | Football (@TheAthleticFC) December 28, 2023
FC Chelsea - Die Chance für Armando Broja?
Die Blues erleben eine eher durchwachsene Saison. Viel Rotation und wenige Möglichkeiten zum Einspielen der vielen Neuzugänge bezeichnen die Zeit unter Mauricio Pochettino. Die gute Nachricht für Chelsea ist, dass lediglich Nicolas Jackson am Afrika-Cup teilnehmen wird. Der Senegalese steht meist in der Startelf, ist aber aufgrund seiner schwachen Chancenverwertung nicht unumstritten. Es kommen immer wieder Gerüchte über potenzielle Neuzugänge im Sturmzentrum auf. Victor Osimhen und Ivan Toney werden häufig genannt. Bis dahin hat Armando Broja die Chance, sich zu beweisen. Das Eigengewächs darf sich auf mehr Spielzeit freuen.
Crystal Palace - Formstarker Routinier fehlt
Die Mannschaft von Altmeister Roy Hodgson steckt im Abstiegskampf. Zwei Siege in den letzten zwölf Spielen des Kalenderjahres 2023 sind keine gute Bilanz. Daher sind sie sicherlich froh, dass sie nur Jordan Ayew an Ghana abgeben müssen. Der Top-Vorlagengeber der Seagulls ist ein sehr unterbewerteter Spieler, der sowohl auf dem Flügel als auch im Sturmzentrum aushelfen kann. Allerdings hat man mit Eberechi Eze, Jeffrey Schlupp oder dem jungen Matheus Franca Optionen, ihn zu ersetzen. Besonders Letzterer könnte sehr von ein bisschen mehr Spielzeit profitieren. Im Sturmzentrum stehen Odsonne Edouard und der ehemalige Mainzer Jean-Philippe Mateta als Alternativen zur Verfügung.
🇬🇭 Jordan Ayew has contributed the most goals and assists for Crystal Palace in the Premier League (7) this season.
— Owuraku Ampofo (@_owurakuampofo) December 30, 2023
The Eagles forward will depart for the AFCON with the Black Stars.
Huge blow. pic.twitter.com/FRa6lkpQqW
FC Everton - Ohne Stammspieler im Abstiegskampf
Die Toffees, die diese Saison ihrem zehn Punkte Abzug hinterherjagen müssen, zeigen unter Sean Dyche teilweise sehr gute Leistungen. Wäre dieser Punktabzug nicht, hätte man nur noch wenig mit dem Abstiegskampf zu tun. Stattdessen befindet man sich lediglich einen Punkt über dem Strich und muss jetzt auf Idrissa Gana Gueye verzichten. Der für den Senegal berufene Abräumer bestritt die meisten Spiele von Beginn an, ist aber durch James Garner oder Amadou Onana sehr gut zu ersetzen. Kein allzu großer Verlust für Everton.
FC Fulham - Nigerianische Achse beim Afrika-Cup gefragt
Der FC Fulham wird sehr wahrscheinlich nicht mehr in den Abstiegskampf hineingezogen werden. Dafür ist der Abstand schon jetzt zu groß mit neun Punkten. Nach oben ist aber auch nicht mehr viel zu holen, denn die europäischen Plätze scheinen außer Reichweite zu sein. Es läuft alles auf eine ziemlich ereignislose Premier League-Saison für die Cottages hinaus. In den Pokalwettbewerben sieht dies jedoch anders aus. Das Team von Marco Silva ist im Januar in beiden Pokalwettbewerben noch gefragt. Zum einen gegen Rotherham, das Schlusslicht der Championship, im FA Cup und die beiden Halbfinalspiele im Carabao Cup gegen den FC Liverpool. Dabei verzichten müssen sie auf Alex Iwobi und Calvin Bassey, die für Nigeria berufen wurden, und Fodé Ballo, der für den Senegal an den Start geht. Letzterer kam diese Saison erst auf sechs Einsätze und die meisten als Einwechselspieler. Iwobi und Bassey hingegen gelten als Schlüsselspieler Fulhams. Der Kapitän Tom Cairney und Andreas Pereira komplettieren dann wahrscheinlich das Mittelfeld um Joao Palhinha, anstelle Iwobis, und in der Innenverteidigung wird wohl Issa Diop reinrotieren.
"I'm really delighted to see the ways he's performing. Credit to him" 👏
— Sky Sports News (@SkySportsNews) January 4, 2024
Marco Silva on Tom Cairney 🙌 pic.twitter.com/EPsWpYdqDI
FC Liverpool - Ohne Superstar Salah in die wichtigen Wochen
Jürgen Klopps Team hat dieses Jahr zurück zur alten Stärke gefunden. Sie führten die Liga zum Jahreswechsel an und mussten in der gesamten Hinrunde nur eine Niederlage hinnehmen. Im Januar stehen ein FA Cup-Spiel gegen Arsenal und die beiden Halbfinalspiele gegen Fulham an. In der Liga wartet das formstarke Bournemouth und ein Heimspiel gegen den FC Chelsea. Das werden wichtige Wochen für die Reds, mit glücklicherweise nur zwei Ligaspielen. Fehlen werden ihnen hierbei zwei Schlüsselspieler. Zum einen der ehemalige Stuttgarter Wataru Endo, der sich in den letzten Wochen festgespielt hat und immer mehr überzeugt. Sein Ersatz wird allem Anschein nach Alexis MacAllister, der die Saison als defensiver Mittelfeldspieler an Endos Stelle begonnen hat, aber aufgrund einer Verletzung fast den kompletten Dezember aussetzen musste. Außerdem wird Mo Salah für Ägypten beim Afrika-Cup auflaufen. Diese Saison konnte er allein in der Liga bereits 14 Tore und acht Vorlagen in 20 Spielen beisteuern. Eine unglaubliche Quote, die nur schwer zu kompensieren sein wird. Es versuchen werden wahrscheinlich Harvey Elliott oder Diogo Jota. Allerdings ist die gesamte Offensivreihe der Reds so flexibel, dass so gut wie jeder die Position bekleiden könnte.
Mo Salah in the Premier League this season:
— ESPN UK (@ESPNUK) January 3, 2024
🥇 Most goal involvements (22)
🥇 Most goals (14)
🥇 Most assists (8)
🥇 Most touches in opposition box (163)
🥇 Most shots on target (33)
🥇 Most big chances created (17)
Doing everything 👑 pic.twitter.com/PVHTOBNefn
Luton Town - Ohne Leistungsträger gegen Abstiegskonkurrenten
Die Hatters gelten fast schon als Überraschungsmannschaft diese Saison. Zwar stehen sie momentan auf einem Relegationsplatz, aber nur einen Punkt hinter Everton, auf dem 17. Platz. Viele sahen Luton zu diesem Zeitpunkt der Saison bereits abgeschlagen, aber die Mannschaft von Trainer Rob Edwards präsentiert sich durchaus souverän. Im Januar verlieren sie lediglich Manchester City-Leihgabe Issa Kaboré an Burkina Faso. Der junge Rechtsverteidiger stand in fast allen Spielen in der Startelf und wusste zu überzeugen. Ersetzt wird er wahrscheinlich durch Alfie Doughty, der zumeist links in der Fünferkette spielt. Dort wird vermutlich Ryan Giles reinrotieren. Im Januar steht ein wichtiges Spiel gegen den FC Burnley an, die ebenfalls gegen den Abstieg kämpfen.
Manchester City - Ohne Ausfälle zur Titelverteidung?
Die Mannschaft von Pep Guardiola ist neben dem FC Burnley und Newcastle United das einzige Team, das keinen ihrer Spieler abgeben muss. Somit können sie in den entscheidenden Wochen um die Meisterschaft die gesamte Breite ihres Kaders nutzen. Ein großer Vorteil für die Citizens in ihrem Bestreben, den Fünf-Punkte-Rückstand auf Liverpool aufzuholen.
With AFCON and the Asian Cup set to kick off next week, Man City haven’t got a single player heading to either tournament, while teams around them will be missing some big names 😮 pic.twitter.com/fUDd4YsfQA
— SPORTbible (@sportbible) January 3, 2024
Manchester United - Licht am Ende des Tunnels?
Die Red Devils haben diese Saison ihre Probleme unter Erik ten Hag. Die zahlreichen Verletzungen spielen ihnen hierbei nicht gerade in die Karten. Mitte Januar kommt aber die erhoffte Erlösung. Man erwartet zahlreiche Schlüsselspieler zurück wie Lissandro Martinez, Casemiro, Mason Mount, Tyrell Malacia oder Harry Maguire. Insbesondere die Rückkehr von Casemiro wird wichtig sein, um den Ausfall von Sofyan Amrabat, der Marokko beim Afrika-Cup repräsentieren wird, zu kompensieren. Der weitere Ausfall ist Stammtorwart André Onana, der für Kamerun an den Start gehen wird. Manchester United und der kamerunische Fußballverband haben sich darauf geeinigt, dass Onana zwei Spiele innerhalb von 24 Stunden bestreiten wird. Am 14. Januar treten die Red Devils im Topspiel gegen Tottenham Hotspur an, und nur einen Tag später wird er für Kamerun gegen Guinea erwartet. Ein straffes Programm für den Sommerneuzugang von Inter Mailand. Ihn ersetzen wird Altay Bayindir, der im Sommer von Fenerbahce kam und im Training wohl sehr zu beeindrucken wusste.
🚨🇨🇲 JUST IN!
— mufcmpb (@mufcMPB) November 14, 2023
Manchester United are increasingly resigned to losing André Onana to the AFCON in January!
Onana is concerned he could LOSE his place as No.1 to Altay Bayindir - although Bayindir has yet to play for United, the club’s goalkeeping coaches have been hugely… pic.twitter.com/XGCTdTAKlH
Newcastle United - Endlich mehr Optionen für Howe
Die Magpies werden sehr erfreut sein, dass sie im Januar auf keine weiteren Spieler verzichten müssen. Das von Verletzungen geplagte Team Eddie Howes muss keine Spieler an afrikanische oder asiatische Verbände abgeben und wird hoffen, dass sie ihre Personalsituation ein wenig in den Griff bekommen. Man hofft, dass Spieler wie Callum Wilson, Harvey Barnes, Elliot Anderson, Jacob Murphy, Joe Willock und Kieran Trippier im Laufe des Januars zurückkehren, sodass sie wieder annähernd aus dem Vollen schöpfen können.
Nottingham Forest - Dezimierter Kader für Neu-Trainer
Das am härtesten betroffene Team der Liga. Insgesamt werden ihnen sechs Spieler fehlen. Serge Aurier, Willy Boly und Ibrahim Sangare werden allesamt für die Elfenbeinküste auflaufen und dort in der Gruppenphase auch auf ihren Mannschaftskollegen Ola Aina mit Nigeria treffen. Außerdem fehlen dann noch die beiden Defensivspieler Moussa Niakhate und Cheikhou Kouyate, die beide für den Senegal an den Start gehen werden. Da stellt sich natürlich die Frage, wie Nottingham Forest so viele Spieler ersetzen kann. Aurier und Aina sind beide auf den Außenverteidigerpositionen zuhause, wo Gonzalo Montiel rechts ohnehin gesetzt war, und Nico Williams links den Part, den Aina die letzten Wochen übernommen hat, spielen wird. Harry Toffolo und Nuno Tavares sind dort ebenfalls eine Option.
In der Innenverteidigung brechen mit Boly und Niakhate gleich zwei Optionen weg. Dort werden die Alternativen knapp. Murillo gilt als einer der Entdeckungen der Saison und der junge Brasilianer wird gesetzt sein. Neben ihm läuft es entweder auf Joe Worral oder Felipe, der viele Jahre bei Atletico Madrid gespielt hat, hinaus. Sangare wird im Mittelfeld aller Wahrscheinlichkeit nach von Ryan Yates ersetzt, der Neu-Trainer Nuno Espirito Santo gut zu gefallen scheint. Es werden auf jeden Fall harte Wochen im Abstiegskampf mit einem enorm geschwächten Kader.
🔴🤯 Nottingham Forest have 6 players going to the AFCON, it's more than any other Premier League side…
— EuroFoot (@eurofootcom) January 5, 2024
🇨🇮 Serge Aurier, Willy Boly, Ibrahim Sangaré
🇸🇳 Moussa Niakhaté, Cheikhou Kouyaté
🇳🇬 Ola Aina
Interesting challenge for new manager Nuno Espirito Santo. pic.twitter.com/rIbojRsXFf
Sheffield United - Wilder vor großen Herausforderung
Das Schlusslicht der Premier League wechselte in der Hoffnung eines Umschwungs vor kurzem den Trainer. Chris Wilder übernahm von Paul Heckingbottom, nachdem dieser ihn in der Abstiegssaison 2021/22 als Interimscoach ablöste, ehe er nach einem kurzen Intermezzo von Slavisa Jokanovic die Cheftrainer-Rolle übernahm. Zurzeit befinden sie sich sieben Punkte hinter dem rettenden Ufer, müssen aber glücklicherweise keine allzu schmerzhaften Abgänge verkraften. Yasser Larouci wurde für Algerien berufen und Anis Ben Slimane für Tunesien. Beide haben diese Saison bereits Spiele gemacht, aber nur wenige von Beginn an, und beide sind definitiv zu ersetzen für die Blades. Slimane ist im zentralen Mittelfeld zuhause, wo Vinicius Souza, Oliver Norwood und Andre Brooks solide Optionen bieten. Larouci ist ein gelernter Linksverteidiger, hat aber mit Luke Thomas und Max Lowe ohnehin schon starke Konkurrenz.
Tottenham Hotspur - Ohne Heung-Min Son in die Top 4?
Unter Ange Postecoglu finden die Spurs wieder zu alter Stärke zurück. Sie spielen guten Fußball und die Fans scheinen vollkommen hinter dem Projekt zu stehen. Sie führten zu Beginn der Saison sogar die Premier League an, bis schwere Verletzungen ihnen einen Strich durch die Rechnung machten. Allerdings kehren Schlüsselspieler wie Cristian Romero, Micky van de Ven und James Maddison in den nächsten Wochen von ihren Verletzungen zurück. Sie bleiben aber nicht ganz von Ausfällen verschont. Ihr zentrales Mittelfeld um Pape Sarr, der für den Senegal am Afrika Cup teilnehmen wird, und Yves Bissouma, der Mali vertreten wird, bricht im Januar weg. Im Norden Londons hofft man daher, dass Rodrigo Bentancur endlich fit bleibt. Er wird dann wahrscheinlich mit Giovani Lo Celso die beiden Afrika-Cup-Teilnehmer ersetzen.
Der größte Verlust für die Elf von Postecoglu ist aber der Ausfall von Kapitän und Starspieler Heung-Min Son. Der Südkoreaner wird sein Land beim Asien-Cup unterstützen und daher den Januar über fehlen. Mit seinen zwölf Toren und fünf Vorlagen war er bislang essenziell, um die Lücke des abgewanderten Harry Kanes zu schließen. Neuzugang Timo Werner könnte direkt in die Startaufstellung rücken, um das Fehlen Heung-Min Sons zu kompensieren.
Heung-Min Son has already recorded more G+A this season in the Premier League (17) than he did all of last season (16)
— The Spurs Express (@TheSpursExpress) December 31, 2023
Our captain 🇰🇷🤍 pic.twitter.com/LfDWyiLwGI
West Ham United - Brechen sie ohne zwei Leistungsträger ein?
Die Hammers stehen nach der Hinserie ein wenig überraschend auf dem sechsten Platz. Das Defensivbollwerk von David Moyes hat schon Weltklassetrainer wie Mikel Arteta zum Verzweifeln gebracht, und nach vorne ist der schnelle Kombinationsfußball um das Trio bestehend aus Mohammed Kudus, Lucas Paqueta und Jarrod Bowen kaum zu stoppen. Daher ist es umso ärgerlicher, dass dieses Trio aufgebrochen wird. Mohammed Kudus wird für Ghana beim Afrika Cup an den Start gehen und somit einige Wochen fehlen. Ihn ersetzen wird wahrscheinlich Pablo Fornals, der im Moment den Vorzug zu Said Benrahma bekommen scheint.
Nayef Aguerd ist der zweite Spieler, der West Ham im Januar fehlen wird. Der Marokkaner gilt als Schlüsselspieler seines Landes und hat schon bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar seine Wichtigkeit für die Löwen vom Atlas gezeigt. Auch für die Mannschaft von David Moyes ist er ein wichtiger Spieler, der aber die letzten Wochen aufgrund einer Krankheit gefehlt hat. Währenddessen ersetze ihn der Ex-Stuttgarter Konstantinos Mavropanos.
Wolverhampton Wanderers - Große Hoffnung auf Rückkehrer
Neu-Trainer Gary O'Neil hat die abstiegsbedrohten Wolves in ruhiges Gewässer geführt. Die Hinserie beendeten sie auf dem elften Platz mit genügend Abstand zu den Relegationsrängen, um sich darüber keine Sorgen mehr machen zu müssen. Im Januar müssen sie allerdings auf zwei Stammspieler verzichten. Rayan Ait-Nouri, der auf der linken Seite O'Neils präferierten Fünferkette gesetzt war, wurde von Algerien berufen, und Hee-Chan Hwang, der bereits zehn Tore und drei Vorlagen diese Saison beisteuern konnte, geht für Südkorea an den Start. Der ehemalige Leipziger hat eine rasante Entwicklung in England hingelegt und wirbelt unter seinem neuen, von Pep Guardiola ins Leben gerufenen, Spitznamen "The Korean Guy" die Premier League auf. Ein herber Verlust für die Wolves. Allerdings können sie sich glücklich schätzen, dass Pedro Neto gerade von seiner Verletzung zurückkehrt und die Position übernehmen kann. Wenn er an seine Form von Beginn der Saison anknüpft, wird man kaum einen qualitativen Unterschied merken. Auf der linken Außenbahn schaut man wahrscheinlich nach dem jungen Hugo Bueno, um den Ausfall Ait-Nouris zu kompensieren.
Außerdem wird ihnen Boubacar Traore fehlen, der für Mali berufen wurde. Der zentrale Mittelfeldspieler kam aber meist nur von der Bank und wird daher kein allzu schwerer Verlust sein. Justin Hubner wurde ebenfalls für Indonesien berufen, hat aber noch kein Pflichtspiel für die Wolves bestritten.
Pep Guardiola called Hwang Hee-Chan “The Korean Guy”, then he scored the winner against City 😂😂😂
— Gunners (@Gunnersc0m) September 30, 2023
pic.twitter.com/a2O1ZFGHoH
Tags
Die Renaissance des Harry Maguires

Vom Helden zum Verspotteten und jetzt wieder zum Leistungsträger. Harry Maguire wurde zum Premier League Spieler des Monats Novembers ernannt und krönt somit seine wiedergefundene Form der letzten Wochen. (Bild: IMAGO / Sportimage)
Im Sommer stand er noch kurz vor dem Abgang. West Ham United und Chelsea waren interessiert und die Hammers konnten sich bereits mit Manchester United auf eine Ablösesumme von über 30 Millionen einigen. Allerdings, wollte Harry Maguire nicht weg, er wollte um seinen Platz bei den Red Devils kämpfen.
Die Saison 2022/23 lief für Maguire nämlich nicht nach Plan. Erik ten Hag wurde vor der Saison zum Cheftrainer ernannt und brachte Lissandro Martinez mit sich von Ajax Amsterdam. Der Argentinier wusste auch sofort zu überzeugen und nahm den Platz in der Innenverteidigung neben Varane ein. Maguire musste sich mit einem Bankplatz zufriedengeben und war teilweise sogar der vierte Innenverteidiger hinter Victor Lindelöf. Er durfte in der Liga nur acht Mal von Beginn an ran und Spielzeit musste er hauptsächlich in den Pokalwettbewerben sammeln.
🚨 Harry Maguire has been training three times a day for three weeks. He has been spending time training one on one with Ricardo Carvalho.
— UtdPlug (@UtdPlug) July 9, 2023
Harry wants to fight for his place and not give up. @FabrizioRomano, @liveherewego 🔴 pic.twitter.com/55Shk3w3ZO
Maguires Anfänge bei Manchester United
Im Sommer 2019 wechselte er als teuerster Verteidiger aller Zeiten für fast 90 Millionen Euro von Leicester City zu den Red Devils. Dem einhergehend war auch ein enormer Druck. Er sollte die Abwehr Uniteds transformieren, wie es Virgil Van Dijk zuvor auch in Liverpool vorgemacht hat. Mit guten Leistungen für England während der Weltmeisterschaft 2018 in Russland schloss er sich ins Herz vieler Engländer ein und seine starke Form für Leicester verdiente ihm diesen Wechsel. Seine ersten beiden Jahre in Manchester liefen auch sehr gut. Er zeigte starke Leistungen und wurde auch zum Kapitän berufen, nach nur kurzer Zeit im Verein.
Harry Maguire’s Goal against Tranmere! #MUFC pic.twitter.com/X8TWMk5XwQ
— United Zone (@ManUnitedZone_) January 26, 2020
Der Absturz zum Internet-Meme
Nach einem anfänglichen Hoch, kam ein sehr tiefes Tief. Maguire verlor drastisch an Form und machte immer wieder mit unkonventionellen Aktionen auf sich aufmerksam. Einmal zog er Luke Shaw, seinen Mitspieler, im eigenen Strafraum am Arm und ermöglichte so dem Gegner einen ungehinderten Torschuss. Sein "no-look defending" ging ebenfalls sehr viral. In den sozialen Medien wurden die "Fail compilations" zu jeden einzelnen seiner Fehler immer beliebter und auch die Meinung in den Stadien zu Harry Maguire profitierte nicht davon. Er wurde regelmäßig, auch von den eigenen Fans, ausgebuht.
Maguire post lockdown fail comp
— J (@JRLpal) February 7, 2021
Got taken down pic.twitter.com/ym9r1qHQ6G
Jetzt plötzlich Leistungsträger
Erik ten Hag hatte im Sommer den Verkauf Maguires bereits abgesegnet. An der Innenverteidigung von Martinez und Varane führte kein Weg vorbei und der englische Nationalspieler hatte ihn in seiner ersten Saison nicht überzeugt. Ein Wechsel kam aber nicht zustande, da Maguire unbedingt bleiben wollte, um sich wieder in die Mannschaft zu kämpfen. Am achten Spieltag fand er sich dann erstmal in der Startelf gegen den FC Brentford, aufgrund der Verletzungen von Martinez, Varane, Shaw und Wan-Bissaka. Er überzeugt und legte sogar den 2-1 Siegtreffer per Kopf vor. Seine guten Leistungen verdienten ihm das Vertrauen seines Trainers und seitdem ist er nicht mehr wegzudenken. Er hat die Defensive der Red Devils gefestigt, so wie man es sich bei seinem Wechsel erhofft hat.
Die Kirsche auf der Torte ist schließlich die Auszeichnung zum Premier League Spieler des Monats November. Er spielte jede einzelne Minute und kassierte in der Zeit kein Gegentor. Er ist jetzt ein fester Bestandteil der Mannschaft von ten Hag und hat sogar Varane aus der Startelf verdrängt. Die Auszeichnung erhielt er völlig zu Recht und es scheint für Harry Maguire aufwärtszugehen. Der Spott auf den sozialen Medien wird weniger und das Lob von verschiedenen Experten und, noch wichtiger, von seinem Trainer wird immer lauter. Eine verdiente Renaissance für einen Spieler, der die vergangenen Jahre sehr viel durchmachen musste.
Wie frauenfeindlich ist der Fußball wirklich?

Der Fußball arbeitet seit Jahren intensiv an seiner Außendarstellung zu Themen wie Akzeptanz und Inklusion von Frauen im Männerfußball, ebenso wie der Förderung des Frauenfußballs. Allerdings hat der Sport in der Hinsicht noch einen weiten Weg zu gehen wie die jüngsten Ereignisse aufzeigten. (Bild: IMAGO / Every Second Media)
Ein solches Thema ist sehr komplex und den richtigen Einstieg zu finden kann sich oftmals schwierig gestalten, also fangen wir direkt mit dem Absurdesten an. Joey Barton, ehemaliger englischer Fußballspieler, der unter anderem für Manchester City oder Newcastle tätig war, äußerte sich bezüglich weiblichen Moderatoren und Experten im Fernsehen auf X (ehemals Twitter). "Frauen sollten nicht über Männerfußball reden" schrieb der frühere Mittelfeldspieler. Es sei "fantastisch zu sehen", dass sich der Frauenfußball weiterentwickelt, aber "es ist ein völlig anderes Spiel" und er könne "nicht eine Sache ernst nehmen, die sie ernsthaft in einer Männerarena sagen."
Eine Aussage, die sehr schnell sehr viel Kritik mit sich brachte. Joey Barton zeigte aber keine Reue und bekräftigte seine Aussage nochmal. "Ich stehe zu dem, was ich über Frauen als Kommentatoren und Co-Kommentatoren im Männerfußball gesagt habe." Schließlich rede er "auch nicht übers Stricken." Als Mann sollte man sich dagegen wehren, schließlich wäre dies "Unsinn" und alle Männer, die ihm nicht zustimmen seinen "fart parcels". Die Übersetzung dafür lassen wir mal frei.
Stand by everything I’ve said on Women commenting and co-comms on the Men’s football.
— 👑 Joey Barton 👑 (@Joey7Barton) December 7, 2023
Like me talking about Knitting or Netball. Way out of my comfort zone.
Some of the Men are bad enough!
We have gone too far. You cannot watch a game now without hearing the nonsense.
Any…
In einem späteren Beitrag ergänzte er nochmal, dass Männer, die dies anders sehen "Eunuchen" seien (kastrierte Männer, die früher in vielen Kulturen als Haremswächter eingesetzt wurden). Sie hätten sich verkauft und sollten sich am Kopf testen lassen.
Emma Hayes, Trainerin der Frauenmannschaft des FC Chelsea und ab kommenden Sommer Nationaltrainerin der USA, reagierte verständlicherweise sehr entsetzt auf die Äußerungen Joey Bartons. Sie gilt als einer der besten Fußballtrainerinnen aller Zeiten und ist in England regelmäßig als TV-Expertin im Fernsehen zu sehen. Für Hayes kommt eine solche Aussage nicht überraschend. "Die Realität ist, dass das männliche Privileg schon immer im Mittelpunkt des Fußballs in diesem Land stand. Frauen war es bis in die siebziger Jahre verboten, Fußball zu spielen - ich erwarte nicht, dass irgendeine (männliche) Person oder Persönlichkeit ihr Privileg versteht."
Emma Hayes responds to Joey Barton 🗣
— Hayters TV (@HaytersTV) December 8, 2023
🔗 https://t.co/oHg80M1CtM pic.twitter.com/PxFf7aqHUX
Frauenfeindlichkeit in den sozialen Medien
Hayes kritisierte auch die Social Media Kultur scharf. Hasskommentare sind dort für viele Frauen zum Alltag geworden. Es fällt vielen sehr schwer zu verstehen "wie schädlich einige dieser Kommentare sind", vor allem wenn man nicht wie viele der Fußballerinnen "systematische Frauenfeindlichkeit erlebt hat."
"Man weiß, dass alles, was man sagt, nur dazu führt, dass man angegriffen wird, besonders in den sozialen Medien. Für viele Fußballfans ist das ganz normal."
Die Aussagen Emma Hayes zeigen erschreckendes Bild bezüglich weiblicher Persönlichkeiten im Männerfußball auf. Joey Barton ist ein sehr prominentes Beispiel aber scheint auf keinen Fall eine Ausnahme zu sein. Viele TV-Expertinnen berichten von der offenen und teils sehr extremen Frauenfeindlichkeit, jenseits aller konstruktiven Kritik, die sie ertragen müssen.
Eine Kampagne von Heineken namens "The Social Swap" setzte dies auf die Probe. Gary Neville, der mit Manchester United fast jeden möglichen Titel gewinnen konnte, und Jill Scott, die mit England 2022 Europameister wurde, nahmen daran teil und tauschten ihre X Accounts für fünf Tage. Sie posteten weiterhin ihre Meinungen zu diversen Fußballthemen aber unter dem Namen des jeweils anderen. Neville berichtete, dass er viele misogyne und ignorante Antworten erhielt. Sätze wie "Geh zurück in die Küche", "Du solltest dich lieber auf die Mädchenliga konzentrieren" oder "Lass den Fußball lieber den Männern" waren wohl keine Seltenheit. Die Tweets von Scott auf dem Account von Gary Neville erhielten hingegen größtenteils Zuspruch.

Auch Deutschland mit viel Luft nach oben
Die aktuellen Ereignisse in England machen noch einmal deutlich wie schwer es Frauen im Männerfußball haben. Dabei spielt es fast keine Rolle, ob als TV-Expertin, Kommentatorin oder lediglich als Fußballinteressiert in den sozialen Medien. Momentan ist das Thema, vor allem in England laut geworden. Die Situation in Deutschland darf hierbei nicht vergessen werden, denn auch hier haben es Frauen, vor allem in der medialen Berichterstattung, schwer, wenn sie über Herrenfußball berichten.
Kommentatoren wie Claudia Neumann kriegen eine unverhältnismäßige Anzahl an Hasskommentaren oder Spott auf den sozialen Medien. Es werden ihre Fehler zusammengeschnitten und man muss nur ihren Namen in die X Suchleiste eingeben, um unzählige beleidigende Kommentare zu finden. Natürlich wünscht man sich von Kommentatoren inhaltliche Präzision und eine möglichst professionelle Aufbereitung des Geschehens, weshalb Fehler wie sie Claudia Neumann passieren lästig sein können. Allerdings, muss man dort hinterfragen, ob die männlichen Kommentatoren in manchen Belangen wirklich besser sind oder nur aufgrund ihres Geschlechtes den Hasskommentaren verschont bleiben.
Fazit
Der Skandal um Joey Barton zeigt deutlich auf, wie schwer man es Frauen macht im Fußball zu arbeiten.. Barton hat sehr viel Kritik für seinen Tweet bekommen aber, dass ein solcher Tweet überhaupt ausformuliert wird, zeigt, dass es dennoch Menschen gibt, die so denken. Anhand der Kampagne von Heineken konnte man sehen, dass solche Kommentare keine Seltenheit sind.
Es sind oftmals Einzelfälle, die die Meinung schnell beeinflussen können. Die Aussagen von weiblichen TV-Experten oder Kommentatoren werden häufig schärfer hinterfragt und man achtet mehr auf die Fehler, als es vielleicht bei den männlichen Kollegen der Fall ist. Die wirklich guten weiblichen Experten werden nur selten hervorgehoben und den neuen wird nur selten eine faire Chance gegeben.
Man muss durchaus festhalten, dass sich der Fußball hinsichtlich der Inklusion von Frauen in den letzten Jahren verbessert hat. Der Frauenfußball, insbesondere die Nationalmannschaft, gerät immer mehr in den Fokus und auch in der medialen Berichterstattung ist der Frauenanteil gestiegen. Allerdings, ist es auch klar, dass es damit noch nicht abgeschlossen ist. Es muss sich noch immer etwas ändern
Tags
Wie Luton Town die Kenilworth Road zur Festung macht

Luton Town gilt als einer der größten Außenseiter in der Premier League seit Jahren. Bereits vor der Saison wurden sie von vielen abgeschrieben und, dass sie sich jetzt nach 15 Spieltagen außerhalb der Relegationsplätze befinden, überrascht umso mehr. Ein großer Faktor hierbei ist ihre starke Heimform. Die Kenilworth Road wird zur Festung. (Bild: IMAGO / Shutterstock)
Die Kenilworth Road ist das kleinste Stadion der diesjährigen Premier League Auflage mit einer Kapazität von 11.050. Dies merkt man aber nicht an der Stimmung. Die Tribünen sind unglaublich nah am Spielfeld und das Stadion ist sehr kompakt. Es hat einen sehr altmodischen Flair und die Fans der Hatters schaffen es eine sehr laute Atmosphäre aufkommen zu lassen.
Das Besondere an der Spielstätte des Aufsteigers ist definitiv die Lage. Inmitten eines Wohnviertels grenzen die Stadionwände an Wohnhäuser und Gärten. Mögliche Gartenpartys müssen, sofern man nicht von tausenden Fußballfans währenddessen beobachtet werden will, auf Tage verlegt werden, wo Luton Town nicht zu Hause spielt. Das wahrscheinlich skurrilste Stadion in den europäischen Topligen.
The Luton Town away end. pic.twitter.com/BhHIGhRJKi
— Football Away Days (@AwayDays_) December 28, 2020
Der Aufsteiger steht diese Saison vor einer gewaltigen Herausforderung die Klasse zu halten. Viele Experten sagten, dass sie ein Jahr zu früh aufgestiegen sind und sowohl sportlich als auch finanziell zu weit über ihren Möglichkeiten spielen. Die Gehaltsausgaben des Aufsteigers belaufen sich auf rund 26,5 Millionen Euro im Jahr. Damit wären sie selbst in der Bundesliga lediglich auf dem 13. Platz und die Premier League bewegt sich in finanziell ganz anderen Sphären. Der Spitzenreiter hinsichtlich Gehaltsausgaben ist Manchester United mit fast zehnfachen jährlichen Ausgaben im Vergleich zu Luton und selbst Brentford auf dem 17. Platz in dieser Rangliste zahlt fast doppelt so viel an Gehältern.
In den letzten fünf Jahren zahlten sie lediglich 25 Millionen Euro an Ablösesummen. Mitkonkurrent um den Abstieg Everton zahlte dies alleine für ihren neuen Stürmer Beto von Udinese Calcio und über die Transferausgaben der Topklubs in England braucht man gar nicht erst zu sprechen.
EXCLUSIVE🚨
— The Football Fan (@TheFootballFanf) December 6, 2023
“It was a beautiful match of football. Congratulations to Luton, the atmosphere they created was electric, it was special." says Arsenal Boss, Mikel Arteta after Arsenal's 4-3 win over Luton Town at Kenilworth Road today. 🇪🇸🏴#Arteta/#LutonvsArsenal/#EPL pic.twitter.com/ftb2bJHgap
Der Kader Lutons gehört sicherlich zu den qualitativ schwächsten der Liga, daher ist es umso wichtiger, dass die Unterstützung von den Rängen stimmt. Vor heimischer Kulisse sind die Hatters stark. In ihrem ersten Heimspiel gegen West Ham United verloren sie nur knapp mit 1-2 und hatten in den letzten Minuten auch die Möglichkeiten noch auszugleichen. Im nächsten Heimspiel folgte ein 1-1 Unentschieden gegen die Wolves, die dieses Jahr nicht zu unterschätzen sind. Neu-Trainer Gary O'Neil hat einer mehr als schlagkräftige Truppe geformt. Die 1-2 Niederlage gegen Mitaufsteiger Burnley ist sicherlich das enttäuschendste Heimergebnis bisher. Der ehemalige Hoffenheim Bruun Larsen schoss die Clarets spät zum Sieg aber das sind die Spiele, die Luton für sich entscheiden muss, wenn sie die Klasse halten wollen.
Anschließend wurde die Kenilworth Road erst so richtig warm und es folgten sehr gute Leistungen Lutons. Man verlor nur knapp mit 0-1 gegen den damaligen Tabellenführer Tottenham, nachdem man sich lange sehr schlagfertig präsentierte. Anschließend ein Punktgewinn beim 1-1 gegen den Meisteraspiranten Liverpool. Dort wären auch die drei Punkte möglich gewesen, denn Luton führte bis zur 95. Minute, ehe Luis Diaz per Kopf ausglich. Trotzdem ein sehr starkes Ergebnis. Es folgte der erste Heimsieg gegen Crystal Palace, wo man das Spiel wieder spät entschied. Das Spiel gegen Tabellenführer Arsenal war aber an Spannung nicht zu überbieten. Man konnte zweimal ausgleichen und führte zwischenzeitlich sogar mit 3-2. In der aller letzten Minute, 90+7 um genau zu sein, schoss Gunners Neuzugang Declan Rice seinen neuen Klub zum 4-3 Sieg. Ein schmerzhaftes Ergebnis für Luton aber dennoch ein gewaltiges Zeichen an die Liga.
A seven-goal thriller 🤩
— Arsenal (@Arsenal) December 6, 2023
Relive our dramatic victory from Kenilworth Road all over again 👇 pic.twitter.com/MS0moUgByC
Luton Town übertrifft bisher alle Erwartungen und ein Grund dafür ist ihre starke Heimform. Ein Besuch an der Kenilworth Road gestaltet sich diese Saison als Bananenschale für viele Mannschaften, denn Luton ist ein Gegner, bei dem sich viele drei Punkte erhoffen. Allerdings spielen die Fans dabei eine entscheidende Rolle. Sie scheinen ihre Mannschaft nochmal einen Antrieb zu geben und es auch Spitzenmannschaften wie Tottenham, Liverpool oder Arsenal schwer zu machen.
Die nächsten Heimspiele sind gegen Manchester City, Newcastle und Chelsea. Da gibt es sicherlich einfacheres Programm aber mit ihren Fans im Rücken und ihre bisherigen Leistungen betrachtend, müssen sie sich nicht verstecken. Es folgen auch wieder leichtere Spiele, in denen die Hatters ihre starke Heimform besser ausnutzen können.

Daniel
Unser Experte für alle Themen rund um die Premier League und den englischen Fußball
Am 19. April 2014 erblickte Daniel zum ersten Mal als Fan von West Ham United den Rasen im Upton Park. Die Hammers verloren zwar 0-1 gegen Crystal Palace, aber das tat nichts zur Sache. Spätestens von dem Tag an war er gepackt. Seine Liebe zu West Ham und der Premier League lässt ihn seitdemn icht mehr los.






