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Sascha

Ein Italiener verzaubert Nürnberg | Mohamed Ali Zoma (22) im Porträt

Ein 22-jähriges italienisches Talent wechselt aus der Serie C in die 2. Bundesliga und sorgt dort direkt für Furore. Mohamed Ali Zoma, geboren in der Lombardei, Sohn ivorischer Eltern, spielt sich beim 1.FC Nürnberg gerade in den Fokus zahlreicher Scouts. Mit 9 Toren und zwei Vorlagen in 21 Partien hat er Aufmerksamkeit erregt, ohne je eine Jugendakademie durchlaufen zu haben. Wir stellen euch Miro Kloses Wunschtransfer genauer vor. (Bild: IMAGO / Zink)

Stell dir vor, du verlässt nach über zehn Jahren, die du zwischen Jugendabteilung und ersten Schritten im Profifußball verbracht hast, dein sportliches „Zuhause“ und findest dich über 600 Kilometer entfernt in einem fremden Land mit unterschiedlicher Kultur wieder. Mit einem Ziel: weiterhin der Protagonist zu sein. Unmöglich? Nicht für „Momo“ Zoma, der nach seinen beeindruckenden Leistungen im Trikot von Drittligist AlbinoLeffe nun auch die Fans des 1. FC Nürnberg mit seinen Toren und Dribblings begeistert. Aber gehen wir einen Schritt zurück.

Es ist Sommer 2025, als Momo nach einem erfolgreichen Jahr, das mit den Playoffs der Serie C endete, beschließt, dass es Zeit für einen neuen Schritt in seiner Karriere ist. Nach einer Saison mit 15 Toren und 9 Vorlagen mangelt es dem Spieler des Jahrgangs 2003 natürlich nicht an Optionen. Am Ende entscheidet er sich für Nürnberg, wo der aus Merate/Lombardei stammende Stürmer mit einer echten Legende wie Miroslav Klose zusammenarbeitet.

Klose der entscheidende Faktor

Gerade die Anwesenheit des ehemaligen Spielers von Lazio Rom war einer der Gründe, warum Zoma seine Komfortzone in Italien verlassen und die Herausforderung der deutschen 2. Bundesliga angenommen hat. Das Ergebnis? Der 22-jährige Italo-Ivorer erzielte in seiner ersten Saison im Trikot von Nürnberg bereits neun Tore und lieferte zwei Vorlagen, wodurch er – zumindest vorübergehend – die Torjägerkrone des Teams übernahm.

Der Nachmittag des 13. Februar wird sicherlich in die Geschichte von Zoma eingehen. Ein Traum-Hattrick, der erste unter den Profis. Der Jubel ist immer noch derselbe, den die Fans von AlbinoLeffe so lieben, mit der Hand vor dem Gesicht:

„Am Anfang war es ein Scherz mit meinem besten Freund, jetzt mache ich das nach jedem Tor“, wie Momo selbst gegenüber der Bild-Zeitung erklärte.

Laufstärke, Tore und Qualität

Moderner Stürmer. Zwei Worte, die Zomas Spielweise am besten beschreiben, der oft sowohl technisch als auch vor dem Tor eine wichtige Stütze für Kloses Mannschaft ist. Zu seiner Torausbeute und starker Technik, kommt noch ein starkes Dribbling hinzu, was den Spieler mit der Nummer 23 zu einem entscheidenden Akteur in Miro Kloses System macht.

Das kann auch gar nicht anders sein, wenn man bedenkt, dass Zoma beim Sprinten Geschwindigkeiten von bis zu 36 Stundenkilometern erreicht. Seine Beidfüßigkeit und Beweglichkeit machen ihn zu einem flexibel einsetzbaren Angreifer. Das sind wertvolle Eigenschaften im heutigen Fußball, und das weiß Klose nur zu gut, denn er hatte bereits ein Auge auf den italienisch-ivorischen Angreifer geworfen, als dieser noch in der Serie C kickte:

„Ich wusste, dass er sich so entwickeln würde, weil wir seine Qualitäten bereits erkannt hatten. Es ist wichtig, dass er weiter an sich arbeitet, dann wird es sehr, sehr schwer sein, ihn zu stoppen.“
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Schwächen

Zomas Trainer hat es erfasst und den Finger auf die Defizite des 22-jährigen Italieners gezeigt. Denn gerade in der Rückwärtsbewegung fehlt es ihm an Durchsetzungsvermögen. Sein aktives Pressing und die Bereitschaft defensiv zu arbeiten gelten als ausbaufähig. Sollte der gebürtige Lombarde zukünftig wieder in seinem Heimatland kicken wollen, sollte er da verstärkt seinen Fokus drauf legen.

Zudem trifft er noch zu oft falsche Entscheidungen, respektive verhält sich am Ball zu eigensinnig, was seine Integration in ein strukturiertes Team erschweren könnte. Darüber hinaus kann Zoma, wie viele seiner Mitspieler auf fremden Boden nicht sein volles Potenzial abrufen, was jedoch auch ein kollektives Problem der Klose-Truppe darstellt.

Druck? Nicht für Zoma

Mit Druck umzugehen, das war zu Beginn dieser Saison eine weitere große Stärke von Zoma, in der der Neu-Nürnberger zum ersten Mal im Gegensatz zu wenig besuchten Serie C vor Tausenden von Zuschauern spielte. Und innerhalb weniger Monate ist er bereits zu einem Publikumsliebling im Max-Morlock-Stadion avanciert, in welchem man sich daran gewöhnt, seinen Namen in den Himmel zu schreien.

Natürlich nicht nur in fußballerischer Hinsicht. Momo wurde sofort zu einem wichtigen Mitglied der Mannschaft integriert und unterhält sich mit seinen Teamkollegen auch auf Englisch. Nicht schlecht für ein erstes Jahr fernab von „Zuhause“, oder? Und obwohl die Reise gerade erst begonnen hat, hat man das Gefühl, dass der Junge aus Merate schon bald wieder die Koffer packen, und die Luft der ersten Liga schnuppern wird.

Im Februar 2026 ist Zoma noch fest beim Club und kein akuter Abgangskandidat – aber die Gerüchte werden sich häufen, je länger er auf diesem Level performt. Ein Sommer-Transfer 2026 in die 1. Bundesliga oder der Serie A (z. B. zu einem Mittelfeld- oder Aufsteiger-Club) ist sehr realistisch, wenn er die Spielzeit stark beenden sollte. Bis dahin bleibt es bei Spekulationen und Beobachtung durch Scouts. Der Club wird ihn nur schweren Herzens ziehen lassen, aber bei einem passendem Angebot (vermutlich 8–15 Mio. € plus Boni) könnte ein Transfer dann ganz schnell Fahrt aufnehmen.

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Sascha

Warum Milan 10 Mio. für Serie B-Talent Alphadjo Cissè (19) zahlt

Alphadjo Cissè ist eines der aufstrebendsten Talente des italienischen Fußballs und verkörpert den Typ des modernen offensiven Mittelfeldspielers. Der 19-Jährige trägt derzeit das Trikot US Catanzaro in der Serie B, wo er bis Juni 2026 vom AC Milan ausgeliehen ist. Wir erklären euch warum die Rossoneri zehn Millionen Euro für dieses Zweitliga-Talent auf den Tisch gelegt haben. (Bild: IMAGO / NurPhoto)

Cissè wuchs in der Region Venetien auf, genauer gesagt in der Nähe von Treviso. Er begann bereits mit sechs Jahren in San Giuseppe, einem kleinen Verein in der Umgebung seines Elternhauses, mit dem Fußballspielen. Später wechselte er zu Indomita, bevor er in die Jugendakademie von Hellas Verona aufgenommen wurde. Dort durchlief er die verschiedenen Jugendmannschaften und schaffte den Sprung in den Profibereich.

In der Saison 2023/24 debütierte er mit gerade einmal 17 Jahren für Verona in der Serie A und absolvierte insgesamt drei Einsätze, ohne dabei ein Tor zu erzielen. Parallel sammelte er erste internationale Erfahrungen in den italienischen U-Nationalmannschaften. Sein familiärer Hintergrund ist multikulturell geprägt – neben der italienischen Staatsbürgerschaft besitzt er Wurzeln aus Guinea, was ihm eine zusätzliche kulturelle Tiefe verleiht, die er in Interviews als Bereicherung für seine Persönlichkeit beschreibt.

Transfer zum PSV Eindhoven fast fix

Der entscheidende Karriereschritt erfolgte in der Saison 2025/26, als Cissè im Februar 2026 leihweise zu Zweitligist Catanzaro wechselte. In der Serie B avancierte er schnell zum Leistungsträger und erzielte in 21 Einsätzen (davon 20 von Beginn an) beeindruckende sechs Tore und einen Assist bei über 1.700 absolvierten Spielminuten. Sein Performance Score liegt bei Opta bei starken 7,06, was ihn zu einem der auffälligsten Youngsters der Liga macht.

Vor dem Wechsel zu den Rossoneri stand er kurz vor einem Transfer zu PSV Eindhoven – der Deal galt als fast fix –, doch Milan schlug in letzter Minute zu und sicherte sich den Spieler. Cissè selbst kommentierte diesen Moment später:

„Ich bin glücklich, ich habe für einen der größten Klubs der Welt unterschrieben. Alles ging sehr schnell, ich sollte eigentlich zu PSV gehen, es war schon erledigt. Dann kam Milan, und ich hatte keine Zweifel und änderte meine Entscheidung.“

Dribbelstark und gefährlich aus der zweiten Reihe

Sein Spielerprofil zeichnet ihn als modernen offensiven Mittelfeldspieler aus, der bevorzugt mit rechts schießt und bei 1,81 Metern eine gute Mischung aus Technik, Tempo und Spielintelligenz mitbringt. Er agiert meist zentral hinter der Spitze, kann aber auch halbrechts oder halblinks eingesetzt werden. Stärken liegen in seiner Ballbehandlung, seinem Dribbling in engen Räumen, seiner Passgenauigkeit und seiner Fähigkeit, torgefährliche Schüsse aus der zweiten Reihe abzugeben.

In Catanzaro hat er gezeigt, dass er nicht nur kreativ ist, sondern auch konsequent abschließt – sechs Tore in einer halben Saison unterstreichen seine Torgefahr. Alphadjo Cissè zeichnet sich durch eine beeindruckende Torgefahr aus, die für einen offensiven Mittelfeldspieler in seinem Alter außergewöhnlich ist. Er erzielt Tore mit hoher Effizienz, indem er nicht nur viele Schüsse abgibt, sondern diese gezielt platziert, was sich in einer deutlichen Übererfüllung seines Expected Goals-Werts (2,69) zeigt – er verwandelt Chancen deutlich besser als erwartet.

Seine Schusstechnik ist stark, besonders aus der zweiten Reihe und von außerhalb des Strafraums, wo er mit Präzision und Kraft abschließt. Dazu kommt eine exzellente Dribbelstärke, mit der er Gegner in engen Räumen und im Finaldrittel regelmäßig ausspielt und so Räume für sich oder Mitspieler schafft. Er führt viele erfolgreiche Dribblings pro Spiel durch, was ihn zu einem gefährlichen Ballträger macht, der Verteidigungen durchbricht und progressive Läufe initiiert.

Seine Schussgenauigkeit und die Fähigkeit, den Ball schnell und präzise zu kontrollieren, ergänzen sein Profil als kreativer Spielmacher, der sowohl selbst torgefährlich ist als auch Chancen vorbereitet. In der Serie B hat er sich als einer der besten U23-Spieler etabliert, indem er hohe Werte in Schüssen auf das Tor, erfolgreichen Dribblings und progressiven Aktionen erzielt.

Die Baustellen

Trotz dieser starken offensiven Qualitäten hat Cissè noch klare Entwicklungsbereiche, die vor allem mit seiner Physis und seinem defensiven Beitrag zusammenhängen. Seine körperliche Robustheit ist derzeit begrenzt, was ihn in harten Zweikämpfen und bei intensiven Duellen oft unterlegen macht, da er nicht immer die nötige Stärke mitbringt, um Bälle zu behaupten oder Bälle abzuschirmen.

Defensiv zeigt er nur geringe Beiträge, etwa in Balleroberungen oder Pressing-Aktionen, was in einem taktisch disziplinierten System wie dem von AC Milan ein Nachteil sein könnte, wo von Max Allegri mehr Verantwortung in der Rückwärtsbewegung gefordert wird.

Seine Aggressivität und Zweikampfstärke liegen im unterdurchschnittlichen Bereich, und er gewinnt Luftduelle nur selten, was bei Standards oder in physisch geprägten Partien spürbar wird. Zudem muss er seine Konstanz über volle 90 Minuten noch steigern, da er als junger Spieler in manchen Phasen abtaucht, wenn die Intensität zu hoch ist.

Prognose – Vergleiche mit Lamine Yamal

Cissè wird oft als „Wunderkind“ bezeichnet und mit Spielern wie Lamine Yamal verglichen, vor allem wegen seiner Eleganz und seines Flairs. In einem Interview betonte er seine Einstellung:

„Ich wie Yamal? Ich gehe meinen eigenen Weg. Natürlich habe ich den Ehrgeiz, dieses Niveau zu erreichen. Ich stelle die Arbeit über alles.“ Diese Arbeitsethik und der Wunsch, seine Familie zu unterstützen, treibe ihn an.

Mit Milan hat er nun die perfekte Plattform, um den nächsten Schritt zu machen – sei es durch eine erfolgreiche Leihe oder eine baldige Rückkehr ins Profiteam der Rossoneri. Bei seinem Talent und seiner Reife ist es nur eine Frage der Zeit, bis er in der Serie A und vielleicht bald in der italienischen A-Nationalmannschaft eine feste Größe wird.

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Sascha

Juves nächster Kenan Yildiz? | Adin Ličina (19) im Porträt

Juventus Turin hat es wieder getan und nach Kenan Yildiz dem FC Bayern München einen weiteren Rohdiamanten ablösefrei abgeluchst. Der 19-jährige Adin Ličina hat sich entschlossen dem Weg des türkischen Jungstars in die Serie A zur alten Dame zu folgen. Beide Spieler haben ähnliche Anlagen und daher könnte dieser Transfer der nächste große langfristige Coup des italienischen Rekordmeisters sein. (Bild: IMAGO / Beautiful Sports)

Adin Ličina verkörpert den klassischen Fall eines Talents, das in einer der weltbesten Nachwuchsakademien reifte – und dann den Mut hatte, den nächsten Schritt anderswo zu wagen. Der am 6. Januar 2007 in Landshut geborene deutsche U19-Nationalspieler wechselte Anfang Februar 2026 ablösefrei vom FC Bayern München zu Juventus Turin, wo er zunächst bei der Next Gen in der Serie C eingesetzt wird, parallel aber bereits mit der Profimannschaft trainieren darf.

Aus der Bayern-Akademie zum italienischen Neuanfang

Ličina trat bereits mit acht Jahren (2015) in die Bayern-Akademie ein und durchlief dort sämtliche Jugendstufen bis zur U19 und den Bayern-Amateuren. In der Regionalliga bei Bayern II absolvierte er bis zu seinem Abgang 33 Einsätze, erzielte dabei drei Tore und gab sechs Vorlagen – vielversprechende, aber noch nicht spektakuläre Zahlen für einen damals 18-Jährigen in der vierten Liga.

Parallel sammelte er internationale Erfahrung in den deutschen Nachwuchsnationalmannschaften: von der U15 bis zur U19 bestritt er insgesamt 27 Länderspiele und erzielte vier Tore. Seine Wurzeln liegen übrigens teilweise in Montenegro – die Familie stammt aus der Region um Bijelo Polje –, was ihm neben der deutschen auch die montenegrinische Nationalmannschaft eröffnet.

Bayern sicherte sich beim Abgang eine 30-prozentige-Weiterverkaufsbeteiligung sowie ein Mitverkaufsrecht. Der Transfer erinnert frappierend an den Weg von Kenan Yildiz, der 2022 ebenfalls von Bayern-Campus zu den Bianconeri wechselte und dort inzwischen zum echten Jungstar aufgestiegen ist. Beide werden von derselben Agentur (Leaderbrock) vertreten, die nun vielleicht ein bewährtes Muster darin sehen.

Spielweise erinnert an Di Maria

Ličina ist 1,80 m groß, Linksfuß und vielseitig einsetzbar. Offiziell wird er hauptsächlich als rechter Flügelstürmer geführt, bringt aber auch Qualitäten als offensiver Mittelfeldspieler, linker Flügel und Schienenspieler mit.

Der flexible Offensivakteur zeichnet sich vor allem durch eine außergewöhnliche technische Qualität aus. Sein starker linker Fuß ermöglicht ihm präzise Abschlüsse, gefährliche Flanken und kreative Pässe, die oft den Unterschied machen. In 1-gegen-1-Situationen, besonders in engen Räumen, gilt er als nahezu unaufhaltbar, weil er mit seiner Beweglichkeit, hohen Agilität und exzellentem Ballgefühl seine Gegenspieler mühelos ausspielt.

Seine Ballkontrolle und sein erster Kontakt sind auf höchstem Niveau, was ihm erlaubt, das Spiel schnell zu beschleunigen oder in engen Zonen Lösungen zu finden. Dazu kommen eine gute Übersicht, und eine hohe Spielintelligenz, die ihn zu einem echten Spielmacher machen – er sieht Räume und Mitspieler früh und setzt sie mit präzisen Pässen in Szene.

Seine Beschleunigung und sein Tempo auf den ersten Metern machen ihn zusätzlich gefährlich, wenn er mit dem Ball am Fuß ins Rollen kommt. Seine Kreativität sowie sein Flair sorgen dafür, dass er unberechenbar für den Gegner ist. Sein Spielstil kann mit Spielern wie Ángel Di María oder Hakim Ziyech verglichen werden, da er ähnlich trickreich und spielintelligent agiert.

Deutliche physische Defizite

Trotz dieser beeindruckenden Stärken hat Ličina noch klare Entwicklungsfelder. Seine Physis und Robustheit sind derzeit seine größten Schwächen – er wirkt in Zweikämpfen oft zu labil und verliert daher noch zu oft physische Duelle, besonders wenn es körperlich hart zur Sache geht. Die Intensität über die volle Spieldauer fehlt ihm noch, was dazu führt, dass seine Leistungskurve in manchen Partien schnell nachlässt und er nicht immer die gleiche Präsenz zeigt.

Sein schwacher rechter Fuß ist ein weiterer limitierender Faktor, da er zu sehr auf links angewiesen ist und Gegner das antizipieren können, indem sie ihn auf seine rechte Seite drängen. Im Kopfballspiel ist er aufgrund seiner Größe von 1,80 Metern und seines Gewichts ebenfalls unterlegen, was in der Serie A, wo Zweikämpfe und Standardsituationen eine große Rolle spielen, ein Nachteil sein könnte.

Kann er der nächste Yildiz werden?

Insgesamt überwiegen bei dem 19-Jährigen die technischen und kreativen Pluspunkte deutlich, was ihn zu einem hochinteressanten Talent macht. Seine Schwächen sind typisch für einen jungen Offensivspieler und können durch gezieltes Training – vor allem im Athletikbereich und in der Zweikampfstärke – behoben werden. Wenn Juventus es schafft, ihn physisch robuster und konstanter zu machen, hat er das Zeug, sich zu einem Top-Flügelspieler oder offensiven Mittelfeldspieler in Europa zu entwickeln.

Das Potenzial ist hoch – viele Scouts zählten Ličina in den Jahren 2024/25 zu den interessantesten deutschen U19-Talenten außerhalb der absoluten Top-Namen. Juventus traut ihm zu, mittelfristig den Sprung in den Profikader zu schaffen, ähnlich wie es Kenan Yildiz in den letzten Jahren vorgemacht hat.

Ob er tatsächlich das Niveau eines Top- europäischen Flügelspielers erreicht, hängt stark von seiner Entwicklung in den nächsten 18–24 Monaten ab – insbesondere von der Frage, ob er den Schritt von der Technik- zur physischen und taktischen Reife schafft, die in der Serie A gefordert wird.

Fest steht: Mit 19 Jahren hat Adin Ličina gerade erst das Kapitel „Bayern-Talent“ geschlossen und ein neues, spannendes in Turin begonnen. Die Alte Dame setzt erneut auf den bewährten Mix aus „deutscher Grundausbildung und italienische Weiterentwicklung“. Ob daraus ein Star wird, zeigt die Zeit – die ersten Highlights aus seiner Bayern-Zeit lassen aber durchaus hoffen.

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Sascha

Frankfurts neuer Hoffnungsträger | Das ist Albert Riera (43)

Albert Riera, der neue Hoffnungsträger an der Seitenlinie von Eintracht Frankfurt, ist in Deutschland noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt – und genau das macht seine Verpflichtung zu einer der überraschendsten Personalentscheidungen der laufenden Bundesliga-Saison. Wir stellen euch daher den neuen Cheftrainer der SGE genauer vor. (Bild: IMAGO / Newspix)

Der 43-jährige Mallorquiner, mit vollem Namen Albert Riera Ortega, übernimmt den Cheftrainerposten bei den Hessen nach der Freistellung von Dino Toppmöller. Dieser scheiterte vor allem an der anhaltenden Defensivkrise und einer zu hohen Gegentorzahl.

Sportvorstand Markus Krösche, bekannt für mutige und oft unkonventionelle Entscheidungen, setzt nun auf einen Trainer, der bislang vorwiegend in Slowenien und Frankreich gearbeitet hat – und dort kontroverse Spuren hinterlassen hat. Sportlich positiv, charakterlich eher negativ. Ehemalige Trainerkollegen bezeichneten Riera gar als arrogant, abgehoben und respektlos. Daher wollen wir uns den neuen Cheftrainer genauer anschauen.

Vom Flügelspieler zum leidenschaftlichen Taktiker

Geboren am 15. April 1982 in Manacor auf Mallorca, begann Rieras Fußballkarriere eher klassisch: Jugend beim RCD Mallorca, später Profidebüt. Als linker Mittelfeldspieler respektive Flügelstürmer machte er international Karriere – unter anderem bei Girondins Bordeaux, Espanyol Barcelona, Manchester City, FC Liverpool (wo er 2008/09 Premier-League-Erfahrung sammelte), Olympiakos Piräus und Galatasaray Istanbul. Für die spanische Nationalmannschaft bestritt er insgesamt 16 Länderspiele.

Sein Spielstil als Profi war schon geprägt von Technik, Tempo und Torgefahr – Eigenschaften, die er heute als Trainer seinen Mannschaften gleichermaßen einimpfen will. Nach dem Karriereende 2014 startete er seine Trainerlaufbahn zunächst als Co-Trainer bei Galatasaray (2020). Seit 2022 ist er Cheftrainer:

Mit NK Olimpija Ljubljana, ein slowenischer Erstligist, holte er das Double: Meisterschaft und Pokalsieg. Anschließen ging es in die Ligue 2 zum französischen Zwangsabsteiger Girondins Bordeaux: Trotz massiver Vereinskrisen schaffte er einen soliden Platz im Mittelfeld, doch am Ende musste der Verein Insolvenz anmelden und in die dritte Liga zwangsabsteigen. Riera kündigte um in die slowenische Liga, dieses Mal für NK Celje (Sommer 2024), zurückzukehren.

Mit seinem neuen Klub avancierte er zum überwältigenden Tabellenführer in der slowenischen PrvaLiga und konnte sich für die Conference-League-Play-offs qualifizieren. In Celje führte Riera eine sehr junge, hungrige Mannschaft zu dominantem, pressinglastigem und offensiv ausgerichtetem Fußball. Medien und Fans lobten seine hohe Siegesquote (oft über 60 %), seine klare Spielidee und vor allem seine Fähigkeit, Spieler emotional mitzureißen.

Emotional, polarisierend – und autoritär

Riera gilt als leidenschaftlich, lautstark und teils jedoch auch als kontrovers. In Pressekonferenzen und an der Seitenlinie strahlt er eine Aura aus, die an alte Schule erinnert: klare Ansagen, hohe Erwartungshaltung, aber auch echte Nähe zu den Spielern. Genau das erhoffen sich die Frankfurter Bosse – einen Trainer, der die Mannschaft mit härterer Hand führt als Toppmöller, gleichzeitig aber den mutigen, nach vorne gerichteten Stil beibehält, den Krösche seit Jahren propagiert.

Sein Ansatz ist geprägt von hohes Gegenpressing, Ballbesitzorientierung und aggressivem Umschaltverhalten – Elemente, die er aus seiner Zeit bei NK Olimpija Ljubljana (Meistertitel und Pokalsieg 2022/23) weiterentwickelt hat. Wichtigstes Prinzip: Flexibilität und Unvorhersehbarkeit. Riera betont immer wieder, dass es keinen starren Masterplan gibt – entscheidend ist, Überlegenheit in verschiedenen Zonen des Feldes zu erzeugen. „Wir werden nie auf den Gegner warten“, betonte der Spanier schon öfters.

Trotz Offensivfokus hat Celje unter Riera eine der besten Defensiven der Liga (wenig Gegentore trotz hoher Ballbesitzphasen). Das liegt am disziplinierten Gegenpressing und einer kompakten Restverteidigung. Riera fordert von seinen (meist jungen) Spielern Charakter, Professionalität und Mentalität eines „leva“ (Löwen) – harte Arbeit, keine Ausreden, ständige Verbesserung.

Die Verhandlungen mit Celje zogen sich bis Ende Januar 2026 hin. Trotz eines Vertrags bis 2028 und einer hohen Ausstiegsklausel (ursprünglich fünf Millionen Euro) einigte man sich offenbar auf eine Ablöse um die 1,3 Millionen Euro. Der 43-jährige Spanier mit russischen Wurzeln unterschreibt bei der Eintracht bis Sommer 2028. Erste Berichte deuten an, dass er bereits zum Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen auf der Bank sitzen könnte, spätestens aber zur Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Union Berlin Anfang Februar.

Chance und Risiko zugleich

Für Eintracht Frankfurt ist Riera ein kalkuliertes Risiko: Er bringt frischen Wind, internationale Erfahrung als Spieler und nachweisbaren Erfolg mit – allerdings auf deutlich kleinerem Parkett. Der Sprung vom slowenischen Tabellenführer in die Bundesliga mit ihren medialen und sportlichen Anforderungen ist enorm.

Die Defensive stabilisieren, die Offensive noch variabler machen und gleichzeitig die junge Truppe um Spieler wie Uzun, Knauff oder Ebnoutalib auf ein neues Level heben – das ist die Aufgabe, vor der Riera steht und die von ihm erwartet wird. Fans und Medien sind geteilter Meinung:

Die einen sehen in ihm den nächsten Coup eines Sportvorstands, der schon Oliver Glasner und Dino Toppmöller erfolgreich installierte. Die anderen warnen vor seinem kontroversen Charakter, und ob ein Trainer ohne Bundesliga-Erfahrung diese anspruchsvolle Aufgabe stemmen kann. Eines scheint jedoch sicher: Albert Riera wird mit einer leidenschaftlichen Attitüde kommen, und genau das könnte Eintracht Frankfurt in dieser Phase dringend brauchen.

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Sascha

Lazio im freien Fall? | Was hat Lotito vor?

Die Tifosi von Lazio Rom müssen in dieser Transferphase einiges wegstecken können, denn ein Leistungsträger wird nach dem anderen verkauft und nicht adäquat ersetzt. Der Frust der Fans gipfelt nun in den Abgangsgerüchten um Kapitän und Symbolfigur Alessio Romagnoli. Doch was hat Lotito vor mit dem römischen Traditionsverein? (Bild: IMAGO / ABACAPRESS)

Seit einiger Zeit wirkt es bei Lazio Rom ein wenig so, als würde man am Strand spazieren gehen und ein Kind entdecken, das am Rand einer Klippe sitzt. Mit einem unverantwortlichen Elternteil, in diesem Fall Signore Lotito, wurde der Verein sich selbst überlassen und scheint nun gefährlich nahe vor einem totalen Zusammenbruch zu stehen.

Der jüngste Schlag für die Lazio-Fans soll die Personalie des Kapitäns sein, da Alessio Romagnoli kurz vor einem Wechsel für angeblich 7,5 Millionen Euro zum katarischen Verein Al Sadd steht, der von der Europameister-Trainer Roberto Mancini trainiert wird.

Der Verkauf eines 31-Jährigen mit Gewinn ist zwar keine schlechte Sache an sich, da Romagnoli 2022 ablösefrei von Milan zu den Biancocelesti gewechselt war, aber es geht vielmehr darum, was der Innenverteidiger repräsentiert und das man nicht gewillt ist einfach den Vertrag des Leistungsträgers zu verlängern.

Romagnolis Weggang wirft Fragen bei Lazio auf

Romagnoli ist seit seiner Kindheit bekennender Lazio-Fan und kam mit großem Tamtam nach seinem Weggang aus Mailand zum Verein. Nachdem er viele Jahre Stammspieler bei den Rossoneri gewesen war und fast 200 Mal für den Verein in der Serie A gespielt hatte, schien sein Wechsel zu dem Verein, den er seit seiner Kindheit unterstützt hatte, ein großer Gewinn für alle Beteiligten zu sein.

Lazio holte einen der erfahrensten Innenverteidiger der Liga und Romagnoli durfte für den Verein seiner Kindheit spielen. Die Fans profitierten von beiden Faktoren und freuten sich darauf, Spieler zu sehen, die in diesem Trikot spielen wollten. Lazio ist dabei genau das zu entbehren. Wenn Romagnoli seinen erwarteten Wechsel zu Al Sadd vollzieht, verliert der Verein einen erfahrenen, leidenschaftlichen und entschlossenen Teil der Mannschaft.

Außerdem hat die römische Mannschaft dann nur noch wenige Optionen in der Verteidigung, zumal auch der spanische Innenverteidiger Mario Gila im Sommer den Verein verlassen könnte. Nicolo Casale wurde im Sommer an Bologna verkauft, und derzeit fallen die beiden 32-jährigen Spieler Samuel Gigot und Patric verletzungsbedingt aus.

Durch Romagnolis Weggang stehen dem Verein vorerst nur noch Gila und Oliver Provstgaard zur Verfügung – und auch Gila steht kurz vor dem Abschied. Der Verein muss also erneut investieren, aber angesichts der Zurückhaltung von Lazio-Präsident Claudio Lotito ist es schwer vorstellbar, dass die Biancocelesti im Januar einen Spieler von Romagnolis Kaliber, Qualität und Erfahrung verpflichten werden

Ausverkauf bei Lazio?

Es lässt sich nicht leugnen, dass die nächsten sechs Monate für Lazio entscheidend sein werden. Noch wichtiger ist, dass der Verein im Januar weitere Verstärkungen verpflichten muss, zumal er sich weiterhin von Spielern trennt.

Bislang wechselte Taty Castellanos zu West Ham, während Matteo Guendouzi zu Fenerbahce ging. Romagnolis Weggang scheint als nächstes anzustehen, während Matteo Cancellieri stark mit einem Wechsel zu Brentford in Verbindung gebracht wird, Fisayo Dele-Bashiru mit Premier-League-Vereinen und Trabzonspor in Verbindung gebracht wird und Nuno Tavares Berichten zufolge im Fokus von Besiktas ist. Ausverkauf bei Lazio?

Das bedeutet, dass im Januar bis zu sechs wichtige Spieler die Biancocelesti verlassen könnten. Auf der anderen Seite hat der Verein nach Aufhebung der Transfersperre in dieser Transferperiode bisher fast 30 Millionen Euro ausgegeben.

Petar Ratkov kam für 13 Millionen Euro aus Salzburg, wobei noch offen ist, ob der große serbische Stürmer das Zeug dazu hat, als Nummer neun des Vereins die Sturmspitze zu bilden. Kenneth Taylor kam von Ajax und scheint Guendouzi ersetzen zu sollen, um die eher offensive Rolle in Sarris Mittelfeld-Dreierkette zu übernehmen.

Bislang handelte es sich jedoch lediglich um Lösungen zur Bewältigung akuter Krisen, anstatt auf den Stärken der Mannschaft aufzubauen. In dieser Transferperiode hat sich Lazio nicht verbessert, sondern lediglich eine Reihe von Unsicherheiten durch eine andere ersetzt. Der Verein benötigt Verstärkungen in allen Bereichen des Spielfelds, aber es ist unrealistisch zu glauben, dass Lotito seine Geldbörse öffnen wird, um Sarri einen komplett neuen Kader zu ermöglichen.

Das Sarri-Dilemma

Maurizio Sarri selbst ist eine ganz andere Angelegenheit. Der Trainer hat bisher gute Arbeit geleistet, wenn man bedenkt, dass ihm seit seiner Rückkehr zu Lazio nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen, aber seine Position war nie ganz sicher.

Sei es das Drama im Sommer, als Sarri in die Hauptstadt zurückkehrte, aber Berichten zufolge nicht über das volle Ausmaß des Transferverbots von Lazio informiert wurde. Spekulationen in der italienischen Presse deuteten darauf hin, dass der Trainer bereit war, sofort zu gehen, aber er blieb und hat Lazio bisher auf einen respektablen 9. Platz geführt.

Jedoch gibt es einen Teil der Fangemeinde, die Sarri für überbewertet hält, da die Statistiken zeigen, dass seine zweite Amtszeit keine beeindruckende Siegquote oder zugrunde liegende Statistiken aufweist, die Lazio einen wirklichen Vorteil durch seine Arbeit als Trainer verschaffen würden. Einige glauben sogar, dass er den Verein mit seiner starren Struktur und mangelnden taktischen Flexibilität zurückhält.

Liegt es wirklich am Trainer?

Die Wahrheit ist jedoch: Lazio befindet sich seit dem Weggang von Simone Inzaghi, der zu Inter gewechselt ist, in einer Abwärtsspirale. Nach Inzaghi kam es schließlich zum Exodus des Trios, das unter dem heutigen Cheftrainer von Al Hilal maßgeblich zum Erfolg des Vereins beigetragen hatte: Luis Alberto, Sergej Milinkovic-Savic und Ciro Immobile.

Obwohl der Verein diese drei Ausnahmespieler verloren hat, hat er sie nie angemessen ersetzt. Die halbherzigen Versuche, neue Mittelstürmer zu verpflichten, waren stets enttäuschend, während das Mittelfeld dringend einen Spieler mit der Kreativität von Alberto oder den Allrounderqualitäten eines Milinkovic-Savic benötigt.

Fazit

Wenn es jemals einen Zeitpunkt für Lotito gab, in den Verein zu investieren, dann ist es jetzt. Lazio schreit geradezu nach einigen wirklich hochkarätigen Spielern, denn derzeit ist der Kader wenig überzeugend und von Sarri kann man keine Wunder erwarten. Doch wenn der Tifoso das Verhalten von Lotito analysiert, dann scheint es eher an das Verhalten eines Silvio Berlusconi in seiner Milan-Endphase zu erinnern.

Damals wurde ebenfalls ein Leistungsträger nach dem anderen verkauft, da Silvio nicht mehr bereit war mehr in den Verein zu investieren – dasselbe Gefühl bekommt man bei Lotito. Es wirkt so, als habe der Lazio-Mäzen geringere Ambitionen für den Hauptstadtklub ausgemacht und will sich aufgrund des ausbleibenden sportlichen Erfolgs mehr auf entwicklungsfähige Perspektivspieler konzentrieren, die deutlich günstiger sind. Doch die Gefahr ist, dass Lazio ähnlich wie Udinese zu einer grauen Mittelfeldmaus mutiert…

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Sascha

Diese Teams überraschten beim U23-Asien Cup

Der AFC U23 Asian Cup 2026 hat einige der größten Überraschungen der jüngeren Turniergeschichte geliefert. Während Japan seinen Titel zum ersten Mal erfolgreich mit einem dominanten 4:0 im Finale gegen China verteidigte, sorgten neben dem absoluten Titelfavoriten zwei Teams für eine große Überraschung. Diese wollen wir euch jetzt genauer vorstellen. (Bild: IMAGO / Xinhua)

China – Vom Nobody zum Finalisten

Kaum jemand hatte China vor dem Turnier nur annährend auf der Rechnung. In den vergangenen Ausgaben des Wettbewerbs waren die Chinesen meist früh gescheitert und galten international eher als unterklassig, sowohl mit der A-Nationalmannschaft, als auch im asiatischen U23-Bereich. Doch 2026 lief alles komplett anders!

Die Mannschaft erreichte als erste Nation überhaupt das Halbfinale (und später das Finale), obwohl sie in den ersten vier Spielen nur ein einziges Tor erzielte – eine Statistik, die fast schon absurd wirkt. Mit einer extrem kompakten Defensive und einem herausragenden Torhüter Li Hao eliminierte China deutlich höher eingeschätzte Teams.

Besonders beeindruckend war der Halbfinalsieg gegen Vietnam (3:0), das selbst eine starke Turnierphase hingelegt hatte. Im Endspiel gegen Japan war China dann zwar chancenlos (0:4), doch allein die Finalteilnahme gilt als historischer Erfolg. Chinesische Sportbehörden schickten Gratulationsschreiben, und selbst in der Niederlage wurde die Leistung als Grundstein für die nächste Generation der A-Nationalmannschaft gefeiert. China war zweifellos die größte Überraschung des gesamten Turniers.

Die Schlüsselspieler

Li Hao, Keeper des chinesischen Erstligisten Quingdao West Coast, war unbestritten der Spieler des Turniers für China. Der 21-Jährige hielt in mehreren Spielen (insbesondere in der Gruppenphase und im Achtel- bzw. Viertelfinale) den Kasten sauber und parierte teils spektakulär. Er wurde sogar von ehemaligen Profis wie Scott Carson öffentlich gelobt. Seine Ruhe und Reflexe waren der Hauptgrund, warum China trotz nur eines Tores in den ersten vier Spielen so weit kam. Im Halbfinale und Viertelfinale fischte er mehrere Hochkaräter heraus – ohne ihn wäre das Finale niemals möglich gewesen.

Neben Chinas Schlussmann glänzte vor allem Abwehrchef Hu Hetao von CD Rongcheng. Dieser war der unumstrittene Leader auf dem Platz und sorgte mit seinen Kommandos dafür, dass viele Angriffe der Gegner wegverteidigt wurden. Als flexibel einsetzbarer Verteidiger war Hu Hetao das organisatorische Herz der Abwehrkette. Er sprach nach dem Finale selbstkritisch, dass das Team „nicht sein bestes Spiel gezeigt hat“, doch über das gesamte Turnier hinweg war er einer der konstantesten und lautesten Feldspieler. Seine Zweikampfstärke und Führungsqualitäten halfen enorm, die junge Mannschaft zusammenzuhalten.

Vietnam schreibt südostasiatische Geschichte

Als der AFC U23 Asian Cup 2026 in Saudi-Arabien begann, standen die Prognosen klar: Japan als Titelverteidiger und Favorit, Südkorea, Australien, Usbekistan und Saudi-Arabien als Hauptanwärter auf die Medaillenplätze – und Vietnam? Die meisten Experten sahen die „Golden Stars“ irgendwo im erweiterten Mittelfeld, vielleicht als Achtelfinal- oder Viertelfinalkandidat, aber sicher nicht als Team, das bis ins Halbfinale und schließlich den dritten Platz eroberte.

Am Ende des Turniers hatte Vietnam jedoch mit dem dritten Platz Geschichte geschrieben – und das auf eine Weise, die selbst die optimistischsten Fans kaum für möglich gehalten hatten. Die Mannschaft vom südkoreanischen Trainer Kim Sang-sik spielte diszipliniert, schnell umschaltend und mit hoher Laufbereitschaft. Seine Truppe dominierte nicht immer spielerisch, aber es war effizient und ließ defensiv wenig zu.

Im Achtelfinale oder Viertelfinale kam dann der erste Paukenschlag: Vietnam bezwang die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) mit 3:2 nach Verlängerung – ein dramatisches Spiel, das landesweit für Euphorie sorgte und das Team ins Halbfinale katapultierte.

Das Halbfinale gegen das sensationell aufspielende China endete zwar mit einer klaren 0:3-Niederlage, doch selbst diese Partie zeigte Vietnams Qualitäten: Die "Golden Stars" kämpften bis zum Schluss, hatten Chancen und mussten sich nur einer chinesischen Mannschaft beugen, die in diesem Turnier über sich hinauswuchs. Der Sieg über Südkorea dagegen, wurde in Medien als „historischer Triumph“ und „Weckruf für asiatischen Fußball“ gefeiert und zeigte, dass Südostasien (Thailand inbegriffen) in Sachen Talentförderung ordentlich aufgeholt hat.

Die Schlüsselspieler

Zwei der entscheidendsten Schlüsselspieler der vietnamesischen U23-Nationalmannschaft beim AFC U23 Asian Cup 2026 waren Nguyễn Đình Bắc und Nguyễn Quốc Việt. Beide trugen maßgeblich zum historischen Bronzemedaillenerfolg bei.

Als Kapitän und absoluter Star des Turniers wurde Đình Bắc zum alleinigen Top-Scorer des gesamten Wettbewerbs gekürt – der erste Vietnamese, der diese Auszeichnung je holte und sogar der erste Südostasiat überhaupt. Mit 4 Toren und 2 Assists (in nur 361 Einsatzminuten, oft als Joker) entschied er Spiele wie den 1:0-Sieg gegen Saudi-Arabien oder traf entscheidend im Spiel um Platz 3. Seine Effizienz, Dribblings, Tempo und seine Nervenstärke im Elfmeterschießen gegen Südkorea machten ihn zum Symbol des vietnamesischen Erfolgs. Viele Fans bezeichnen ihn als den vietnamesischen Mbappé.

Quốc Việt war der kongeniale Partner von Đình Bắc in der Offensive und einer der konstantesten Leistungsträger. Er erzielte wichtige Treffer, darunter im Gruppenspiel und im dramatischen kleinen Finale gegen Südkorea (2:2 nach Verlängerung). Seine Vielseitigkeit – mal als hängende Spitze, mal weiter auf dem Flügel – gab dem Team mehr Flexibilität und half, die kompakte Defensive der Gegner zu knacken. Im Elfmeterschießen um den dritten Platz zeigte er ebenfalls Nerven aus Stahl.

Zusammen bildeten die beiden eine gefährliche Doppelspitze, die Vietnam zu 10 Turniertoren verhalf und den Unterschied ausmachte – vor allem in entscheidenden Momenten. Ihr Zusammenspiel war ein Hauptgrund, warum die „Golden Stars“ 2026 weit über Erwartungen performten.

Fazit

Während Japan sportlich überlegen blieb und seinen Status als Asiens U23-Nummer-eins zementierte, schrieb China die mit Abstand emotionalste und unerwarteste Geschichte des Turniers. Von „nur ein Tor in vier Spielen“ bis ins Finale – diese Mannschaft hat vielen Fans gezeigt, dass im asiatischen Jugendfußball die Kräfteverhältnisse schneller in Bewegung geraten können, als viele dachten.

Vietnam und einige Underdogs aus Zentral- und Südostasien rundeten das Bild eines Turniers ab, das einmal mehr bewies: Im U23-Bereich ist fast alles möglich. Der Weg nach 2028 (dann wieder olympische Qualifikation) ist für China und Vietnam nun klar gezeichnet: Der Schwung von 2026 muss in die A-Nationalteams transferiert werden. Asiens Fußball-Zukunft könnte bunter und ausgeglichener sein, als noch vor wenigen Wochen erwartet.

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