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Sascha

Das sind die 5 größten Talente des U23-Asien Cups

Am vergangen Wochenende endete der U23 Asien Cup in Saudi Arabien, der für einige große Überraschungen sorgte. Am Ende sicherte sich Japan den Titel, und bestätigte, dass Nippon die mit Abstand beste Jugendarbeit in Asien besitzt. Doch auch andere Nationen konnten bei dem Turnier vielversprechende Talente präsentieren, diese wollen wir euch in diesem Artikel vorstellen. (Bild: IMAGO / AFLOSPORT)

Der U23 Asien-Cup 2026 (offiziell AFC U23 Asian Cup Saudi Arabia 2026) hat in den vergangenen Wochen einmal mehr unter Beweis gestellt, warum das Turnier als eines der wichtigsten Schaufenster für junge Talente in Asien gilt. Vom 6. bis 24. Januar 2026 in Saudi-Arabien ausgetragen, endete das Turnier mit einem beeindruckenden Triumph Japans, das im Finale Überraschungsteam China mit 4:0 deutlich bezwang. Neben dem Titel gingen die individuellen Auszeichnungen vor allem an Spieler, die spielerische Klasse, Torgefahr und Konstanz vereinten.

Ryūnosuke Satō (19,Japan) – MVP und Kreativmonster

Der Mittelfeldspieler von Fagiano Okayama FC (bzw. Leihspieler vom FC Tokyo) wurde zum Most Valuable Player des Turniers gewählt – und das völlig zu Recht. Satō war das Gehirn der japanischen Mannschaft, die mit dominantem Ballbesitzfußball und hoher Effizienz glänzte. Viele Gegner sahen kein Land gegen die übermächtigen Japaner, daher hatte Satō auch das Glück im stärksten Kollektiv des Turniers spielen zu dürfen.

Er lieferte nicht nur die entscheidenden Pässe in die Tiefe, sondern war auch torgefährlich und teilte sich zeitweise die Spitze der Scorerliste (2 Vorlagen und 4 Tore) mit mehreren Konkurrenten. Seine Übersicht, sein Tempo, die exzellente Technik und seine Kreativität machen ihn bereits jetzt zu einem heißen Kandidaten für einen baldigen Sprung in einen europäischen Top-Klub.

Nguyễn Đình Bắc (21, Vietnam) – Der vietnamesische Mbappé

Der Linksaußen vom vietnamesischen Erstligisten CAHN FC schrieb Geschichte: Als erster Vietnamese überhaupt gewann er die Torschützenkrone bei einem U23 Asien-Cup. Mit vier Toren und zwei Assists (und damit weniger absolvierten Minuten als einige Mitkonkurrenten) setzte er sich gegen starke Konkurrenz durch.

Bắc war der entscheidende Faktor für Vietnams starke Offensive – das Team erzielte insgesamt zehn Turniertore und stellte damit den zweitbesten Angriff des Turniers. Sein Tempo, sein direkter Dribbelstil und sein Abschlussvermögen machen ihn zu einem der spannendsten Südostasien-Talente der letzten Jahre und vor allem zu einer großen Hoffnung für die vietnamesische Nationalmannschaft.

Rui Araki (18, Japan) – Bester Torhüter des Turniers

Der Keeper von Gamba Osakas U18 hielt in entscheidenden Momenten seinen Kasten sauber und avancierte damit zum besten Torhüter des Turniers. Besonders im Halbfinale und Finale zeigte Araki Nervenstärke und herausragende Reflexe – Japan kassierte im gesamten Turnier bemerkenswerterweise nur einen Gegentreffer.

Allein gegen Jordanien hielt er zwei Elfmeter und glänzte durch eine hervorragende Strafraumbeherrschung, Nervenstärke, Konstanz, herausragenden Reflexe im 1-gegen-1 und durch seine 1,94 Meter mit physischer Präsenz. Für viele Scouts ist er derzeit der kompletteste U23-Torhüter Asiens.

Ali Al Azaizeh (21, Jordanien) - Der moderne Flügelstürmer

Das 21-jährige Talent vom kuwaitischen Erstligisten Kazma FC avancierte zu einer der Top-Torschützen des AFC U23 Asian Cup 2026 mit 4 Toren (knapp am Golden Boot vorbei) – überzeugte vor allem durch seine Leaderqualitäten. Kein Team hatte die Japaner so knapp vor einer Niederlage wie die Jordanier. Al Azaizeh brachte seine Truppe mit einem wunderschönen Winkelschuss in Führung, doch am Ende mussten sich die Araber im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Al Azaizeh konnte jedoch bis zum Viertelfinale gegen Japan seine Qualitäten, wie Torinstinkt, Abschlussqualität, Kopfballstärke, Schnelligkeit, mehr als nur andeuten. Gepaart mit seiner Stärke gegen den Ball entspricht sein Spielerprofil, das eines modernen Flügelstürmers. Daher werden ihn nach diesem beeindruckenden Turnier sicherlich viele Scouts aus Europa auf dem Zettel haben. Ein Name von dem wir noch viel hören werden.

Leonardo Farah Shahin (22, Libanon)

Der 22-jährige Mittelstürmer vom schwedischen Zweitligisten Falkenbergs FF startete mit vier Toren aus drei Spielen für den Libanon fulminant ins Turnier. Leider mussten die Libanesen nach zwei Niederlagen gegen Südkorea (2-4) und Usbekistan (2-3) das Turnier bereits nach der Vorrunde wieder verlassen. Daher konnte Shahin leider nur in drei Spielen in einer schwachen U23 sein Können zeigen, aber das tat er dafür umso mehr.

Torinstinkt, Eiseskälte vor dem Tor, stark mit beiden und Füßen und per Kopf – in einem stärkeren Team hätte Shahin sicherlich um die Krone des besten Torschützen kämpfen können, zu stark waren seine Auftritte. Allerdings ist Fußball ein Mannschaftssport und daher durfte unser Protagonist nicht mehr von seinem Können zeigen. Allerdings könnte der ein oder andere Erstligist den skandinavischen Araber jetzt auf dem Zettel haben.

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Sascha

Was macht eigentlich Mehdi Mahdavikia?

Er war die „Rakete“ aus Teheran, der schnellste und präziseste Flügelspieler, den die Bundesliga je aus Asien gesehen hat. Mehdi Mahdavikia spielte fast ein Jahrzehnt für den Hamburger SV (1999–2007), wurde dort zur Legende. Doch was macht der mittlerweile 48-jährige Iraner eigentlich? (Bild: IMAGO / MIS)

Mit 110 Länderspielen und 18 Toren für „Team Melli“ ist er eine der Ikonen des iranischen Fußballs. Neben seiner Glanzzeit in der Bundesliga, holte er 2003 die Trophäe zu Asiens Fußballer des Jahres und brachte Iran bei der WM 1998 mit seinem Tor gegen die USA ins kollektive Gedächtnis. Doch was macht der 48-Jährige heute, fast 13 Jahre nach seinem letzten Profispiel 2013?

Seit August 2024 ist Mahdavikia Cheftrainer von Al Jazira Al Hamra FC in der UAE League 2 (zweite Liga der Vereinigten Arabischen Emirate). Der Klub aus Ras Al Khaimah, ein kleinerer Fußballverein, markiert seinen ersten Cheftrainer-Job auf Seniorenebene außerhalb des iranischen Jugendbereichs. Transfermarkt listet für die Saison 2025/26 bisher wenige Spiele mit einem Punkteschnitt von 1,00 – ein solides, aber noch unauffälliges Engagement in der Golfregion, wo viele Ex-Profis ihre Trainerkarriere fortsetzen.

Vertreter des AFC-Verbands

Neben dem Trainerposten bleibt Mahdavikia tief in der internationalen Fußballpolitik verwurzelt: Seit 2019 vertritt er die Asian Football Confederation (AFC) im Football Advisory Panel des IFAB (International Football Association Board) – jenem Gremium, das über Regeländerungen im Weltfußball entscheidet. Dort bringt er die Perspektive Asiens ein, etwa zu VAR-Entwicklungen oder Connected-Ball-Technologie, wie er kürzlich auf LinkedIn stolz teilte.

In Hamburg, seiner zweiten Heimat, ist er weiterhin präsent: Bis Ende August 2024 arbeitete er als Individual Coach bei der U19 des HSV, davor in der U17 und U23. Die Verbindung zu den Hanseaten bleibt eng – Mahdavikia ist immer wieder Gast bei Events, half 2025 beim Enthüllen des neuen Trikots und wird von Fans als „ewiger Hamburger“ gefeiert.

Mehdi gründet eigene Talent-Akademie

Seine eigene "Kia FC Academy" (FC KIA) im Iran läuft weiter als eine der ersten echten Grassroots-Initiativen des Landes; sie produziert Talente, die teils in Europa und den iranischen Profiligen landen, und wird von seiner Familie (u. a. Neffen wie Arshia und Ario) mitbetreut.

Mehdi gründete sie im April 2015 in Südost-Teheran. Sie markiert einen echten Paradigmenwechsel: Irans erste Akademie, die unabhängig von großen Profiklubs wie Persepolis oder Esteghlal arbeitet und sich voll auf nachhaltige, konzeptionelle Nachwuchsarbeit konzentriert.

Mahdavikia, inspiriert von seiner langen Zeit in Deutschland beim Hamburger SV und Modellen wie das der TSG 1899 Hoffenheim, investierte eigenes Geld und Know-how, um etwas aufzubauen, das es im Iran so noch nicht gab. Mit Co-Gründer Ali Doustimehr (einem erfahrenen Jugendtrainer) startete die Akademie im Auftrag der reinen Talententwicklung.

Von den Altersklassen U6 bis U18 werden jährlich über 1.000 Talente aus dem ganzen Land gescoutet. Nach intensiven Sichtungstagen bleiben nur die besten 20–25 pro Jahrgang übrig. Das Motto: Qualität vor Quantität, Technik und Disziplin vor schnellem Erfolg. Das erfolgreichste und jüngste Beispiel stellt der Transfer von KIA FC-Absolvent Amir Hossein Reyvandi (19) zu CSKA Moskau dar.

Kündigung aus politischen Gründen

Politisch hat Mahdavikia nie geschwiegen. Während der Mahsa-Amini-Proteste 2022 kündigte er seinen Job als Irans U23-Trainer und verurteilte das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte. Bei den 2025/26 Massenprotesten im Iran (Revolutionsversuche und Internet-Blackouts) forderte er international:

„Wenn das Internet abgeschaltet wird, werden auch die Menschenrechte zum Schweigen gebracht.“

Seine Stimme auf Instagram und LinkedIn bleibt hörbar – Appelle an Vernunft, Kritik an Repression, aber immer mit dem Fokus auf Sport und Jugendförderung. Der ehemalige HSV-Akteur zeigt also keine Angst und kritisiert wiederholt das Regime.

Privat

Privat lebt Mahdavikia weiterhin in Hamburg, Familie inklusive. Er meidet den großen Medienrummel, postet stattdessen über Trainingseinheiten in den Emiraten, IFAB-Meetings oder Erfolge seiner Akademie. Der Kontrast zu vielen lauten Ex-Stars ist groß: Mahdavikia ist der bescheidene Pionier geblieben – der Mann, der Asien in die Bundesliga brachte und heute Brücken zwischen Kontinenten und Generationen baut.

Ob er je in die Bundesliga zurückkehrt oder im Iran respektive VAE aktiv bleibt, ist weiterhin offen. Doch eins scheint klar: „Mehdiiiiii“ hat den Ball nicht weggelegt – er schießt ihn nur anders weiter: als Trainer, Regelberater und unbequeme Stimme. Für HSV-Fans und iranische Fußballfreunde reicht das, um ihn nie zu vergessen.

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Sascha

Ein Jahr nach Herzinfarkt | Bove vor Neuanfang in der Championship?

Nach etwas mehr als einem Jahr nach seinem Herzstillstand kämpft Eduardo Bove um seine Profifußballkarriere. Da er in Italien aufgrund der Sicherheitsauflagen nicht mit einem Defibrillator spielen darf, zieht es den ehemaligen Römer in die zweite englische Liga zum FC Watford. Doch kann er wieder seine alte Leistungsfähigkeit erreichen? (Bild: IMAGO / LaPresse)

Es war der 1. Dezember 2024, als die Serie A in Schockstarre verfiel. Im Stadio Artemio Franchi zu Florenz brach Edoardo Bove, damals 22 Jahre alt und auf Leihbasis bei der Fiorentina unter Vertrag, in der 17. Minute plötzlich zusammen. Das Spiel gegen Inter Mailand wurde sofort abgebrochen, der Mittelfeldspieler per Trage vom Platz gebracht und in ein künstliches Koma versetzt. Die Diagnose: ein plötzlicher Herzstillstand auf dem Feld – ein Szenario, das jeden Fußballfan an Christian Eriksen 2021 erinnerte.

Heute, gut ein Jahr später, steht Edoardo Bove vor einem neuen Kapitel. Der 23-jährige Römer hat seinen Vertrag bei der AS Roma einvernehmlich aufgelöst und steht kurz vor einem Wechsel zu Watford FC in die englische Championship. Der Medizincheck in England läuft bereits, ein zunächst sechsmonatiger Vertrag mit Option auf Verlängerung soll folgen. Für Bove bedeutet das: einen Neuanfang in England – fernab der italienischen Regelungen, die ihm mit implantiertem Defibrillator (ICD) derzeit den Profifußball in Serie A verbieten.

Der Transfer gleicht einem Wunder

„Ich möchte im Juni wieder spielen“, hatte Bove Ende 2025 in einem emotionalen Statement erklärt. „Wenn ich den Defibrillator behalte, kann ich in Italien nicht mehr antreten – aber fast überall im Ausland schon.“ Watford, aktuell im Kampf um den Aufstieg in die Premier League positioniert, bot genau diese Perspektive. Sporting Director Valon Behrami, selbst ehemaliger Serie-A-Profi, bezeichnete Bove als „Spieler auf Premier-League-Niveau“ und sprach von einem potenziellen „Wunder“, sollte der Transfer klappen.

Bove, 2002 in Rom geboren, durchlief die Jugendakademie der Giallorossi und debütierte 2021 unter José Mourinho in der ersten Mannschaft. Bis zu seinem Kollaps absolvierte er 65 Pflichtspiele für Roma (2 Tore), zeigte sich als energiegeladener, zweikampfstarker Box-to-Box-Mittelfeldspieler mit gutem Auge für den letzten Pass. Sein Leihwechsel zur Fiorentina 2024 sollte der nächste Karriereschritt werden – bis jener verhängnisvolle Sonntag alles veränderte.

Tränen im Stadion

Der Weg zurück war lang und psychisch extrem belastend. Nach erfolgreicher Operation, Reha und monatelanger Tests kehrte Bove emotional bewegt ins Stadion zurück – erst als Zuschauer beim Fiorentina-Roma-Spiel im Mai 2025, wo er seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Nun folgt der sportliche Reset: In England, wo die medizinischen Vorgaben für ICD-Träger weniger restriktiv sind als in Italien, kann er wieder kicken.

Watford ist kein glamouröser Premier-League-Klub wie Arsenal oder Manchester City, aber ein ambitionierter Zweitligist mit italienischen Verbindungen (Behrami) und der Chance auf schnelle Spielpraxis. Für Bove könnte es das perfekte Sprungbrett sein – zurück in die Öffentlichkeit, zurück in den Profifußball und vielleicht sogar irgendwann zurück in die Premier League selbst.

Kann er wieder seine volle Leistungsfähigkeit erreichen?

Die Frage, die sich seit Monaten um den gebürtigen Römer dreht, lautet nicht nur, ob er jemals wieder Profifußball spielen kann – sondern ob er wieder der explosive, Box-to-box-Mittelfeldspieler werden kann, der er vor dem 1. Dezember 2024 war. Der 23-Jährige erlitt während eines Serie-A-Spiels einen plötzlichen Herzstillstand, wurde reanimiert und erhielt einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD).

Medizinisch und sportlich gesehen ist eine Rückkehr auf Top-Niveau keineswegs ausgeschlossen. Der prominenteste Vergleich ist sicherlich Christian Eriksen, der 2021 bei der EM dasselbe Schicksal erlitt, einen ICD bekam und seitdem in der Premier League (zunächst Brentford, dann Manchester United) auf höchstem Niveau spielte und nun mit 33 Jahren für den VfL Wolfsburg kickt. Eriksen selbst betonte mehrmals:

„Mit einem ICD bin ich auf dem Platz sicherer als jeder andere – es gibt keine Limits.“ Er erreichte nach der Reha wieder seine alte Klasse, inklusive intensiver Belastung, Zweikämpfen und 90-Minuten-Einsätzen.

Grund für Herzinfarkt nicht gefunden

Bei Bove selbst gibt es ermutigende Signale: Seit der Entlassung aus dem Krankenhaus (Dezember 2024) hat er intensives Training wieder aufgenommen. Berichte aus Januar 2026 (u. a. Gazzetta dello Sport, Sky Italia) sprachen von einem „sehr intensiven Training“ und einer „vollständigen Erholung“ in medizinischen Tests.

Im Juni 2025 hieß es bereits, er sei „fit für die Rückkehr“ – nun, ein halbes Jahr später, steht der Transfer kurz bevor. Der Grund für den Herzstillstand wurde trotz umfangreicher Untersuchungen nicht eindeutig gefunden, weshalb der ICD bleibt – doch das schließt Elite-Fußball in Ländern wie England nicht aus.

Natürlich birgt jeder Fall Unsicherheiten: Die Championship ist physisch fordernd, und der ICD erfordert regelmäßige Kontrollen sowie Vorsicht bei extremen Belastungen. Psychisch muss Bove den Schock verarbeiten – er kehrte emotional aufgelöst in Stadien zurück. Es wird daher sehr interessant sein, ob er genauso physisch in die Zweikämpfe geht wie vorher, oder ob er da etwas gehemmt sein wird. Doch der Wille ist definitiv da!

Fazit

Ja, eine volle Rückkehr auf sein früheres Leistungsniveau ist realistisch und durch Präzedenzfälle belegt. Der ICD schützt eher, als dass er behindert – vorausgesetzt, die medizinischen Checks in England (aktuell laufend) geben grünes Licht und die Rehabilitation weiterhin optimal verläuft.

Für Watford wäre Bove dann nicht nur ein Kämpfer mit Geschichte, sondern potenziell ein Spieler, der bewiesen hat: Man kann nach dem Schlimmsten umso stärker zurückkommen. Der Rasen wartet – und Bove ist bereit ihn wieder zu erobern.

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Sascha

Darum will ihn Max Allegri | Andrej Kostic (19) im Porträt

Andrej Kostić ist einer der spannendsten Talente, die der Balkan-Fußball in den letzten Jahren hervorgebracht hat – und das in einem Alter, in dem die meisten Gleichaltrigen noch in der U19 oder an der Playstation spielen und feiern gehen. Doch dieses Talent ist anders. Wir erzählen euch in diesem Artikel, warum Top-Teams wie der AC Mailand den montenegrinischen Rohdiamanten jagen. (Bild: IMAGO / Aleksandar Djorovic)

Geboren am 16. Januar 2007 in Podgorica, Montenegro, wuchs der 1,88 m große Mittelstürmer in der Jugendakademie von FK Budućnost Podgorica heran, dem dominanten Verein seines Heimatlandes. Schon als Kind zeigte Kostic einen besonderen Ehrgeiz. Ein Video von vor etwa zehn Jahren – heute viral – zeigt sein Talent auf einem Fußballplatz: Dribblings, Distanzschüsse und Schüsse aus dem Stand. Sein erster Trainer war der Vater von Milan Roganovic, seinem besten Freund und aktuellen Teamkollegen.

Bereits mit 16 Jahren unterschrieb er dort seinen ersten Profivertrag (März 2024), debütierte wenig später in der ersten montenegrinischen Liga und zeigte schnell, warum Scouts ihn auf dem Zettel hatten: stark im Kopfball, intelligent in seiner Positionierung, torgefährlich im Strafraum und mit einem guten Gespür für den richtigen Moment.

In der Saison 2024/25 gelangen ihm in nur etwa 500 Ligaminuten vier Tore und drei Assists – beeindruckende Werte für einen Teenager. Dazu kamen noch weitere 4 Tore in der UEFA Youth League und das in nur 325 Spielminuten, was seine Überlegenheit im Jugendbereich demonstriert.

Alle 66 Minuten ein Tor

Am 24. Juni 2025 vollzog sich dann der nächste logische Schritt: Kostić wechselte für rund 900 Tausend Euro zu FK Partizan Belgrad und unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis 2030. Partizan stattete ihn mit der legendären Nummer 9 aus – ein klares Vertrauensbekenntnis! Der Transfer beinhaltete zudem eine Weiterverkaufsbeteiligung für Budućnost (ca. 20 %), was die gute Zusammenarbeit zwischen den Klubs unterstreicht.

Sein Einstand hätte kaum besser laufen können: Am 20. Juli 2025 kam er in der Super Liga beim Auswärtsspiel gegen Železničar Pančevo in der 63. Minute für Jovan Milošević ins Spiel – und traf in der Nachspielzeit zum vielumjubelten 1:0-Siegtreffer. Es war der Startschuss für eine furiose erste Hinrunde 2025/26.

In der serbischen SuperLiga stand er bis Mitte Januar 2026 in etwa 20 Spielen auf dem Platz (meist als Joker), erzielte 8 Tore – also alle 66 Minuten ein Treffer für Partizan! Eine beeindruckende Quote für einen 19-Jährigen, der sich in einer physisch harten Liga erst zurechtfinden musste. Auch in den Conference-League-Qualifikationsspielen kam er regelmäßig zum Zug und zeigte, dass er auf internationaler Bühne gleichermaßen nicht überfordert wirkt.

Kostic drängt auf einen Wechsel in die Serie A

Sein Marktwert schnellte binnen eines halben Jahres von unter einer Million auf 3 Millionen € (Stand Dezember 2025, Transfermarkt). Internationale Scouts wurden aufmerksam – besonders auffällig: Der AC Milan. Berichten zufolge (u. a. Calciomercato, Gazzetta dello Sport) drängte Kostić selbst auf einen Wechsel zu den Rossoneri, einig war man sich bereits über persönliche Konditionen mit den Lombarden.

Partizan fordert jedoch deutlich mehr an Ablöse (ca. 12 Mio. € plus Boni), während Milan maximal 5-7 Mio. € plus Boni zahlen will. Ob und wann der Transfer zustande kommt, bleibt Stand jetzt, offen – doch der Druck auf eine baldige Entscheidung wächst, denn Kostic „will nur zu Milan“. Für die montenegrinische Nationalmannschaft ist unser Protagonist bereits A-Nationalspieler (Debüt 2025) und gilt als der Neuner der Zukunft, was seinen Marktwert ebenfalls nach oben schraubte.

Was macht Kostić so besonders?

Er verbindet die klassischen Stürmer-Tugenden eines modernen Neuners: Größe und Luftstärke, gepaart mit überraschender Beweglichkeit, gutem Abschluss mit beiden Beinen (bevorzugt jedoch rechts) und hoher Spielintelligenz. Trainer loben seine Professionalität trotz jungem Alter – er wirkt selten überhastet, sondern kalkuliert.

Kostic kann den Ball mit seinem physisch starken Körper gut abschirmen, und besitzt die Technik diesen gut an- und mitzunehmen. Er hat wie bereits erwähnt nicht nur eine gute Trefferquote, sondern ist auch als Joker sofort im Spiel, während andere Spieler länger brauchen um erst einmal in die Partie zu finden.

Der junge Mittelstürmer bewegt sich klug, lässt sich gerne zurückfallen, um das Spiel zu verbinden, und sucht ständig nach Schusspositionen. Ein geborener Torjäger mit echtem Torinstinkt, der im Strafraum, aus der Distanz und nach Flanken trifft.
Für seine Größe ist er technisch solide. Gute Ballannahme, kann gegen Verteidiger dribbeln und ist effektiv im Umschalten. Nicht explosiv auf kurzen Strecken, aber mit einer ausreichenden Endgeschwindigkeit.

Dennoch muss er noch an seiner Konstanz arbeiten, vor allem was seine Entscheidungsfindung angeht. Er besitzt zwar eine hohe Spielintelligenz, jedoch hat er immer wieder mal kognitive Aussetzer im Spiel. Zudem bereitet er keine Tore vor, sondern ist ein reiner Abschlussstürmer. Für den modernen Fußball darf er allerdings auch diese Qualität entwickeln.

Fazit

Für Partizan-Fans ist er aktuell die große Hoffnung auf Tore und auf einen hohen Verkaufserlös, der in die Mannschaft reinvestiert werden kann. Für den Balkan-Fußball ist er der Beweis, dass Top-Talente aus Montenegro und Serbien inzwischen nicht mehr erst mit 22–24 Jahren den Sprung in die Top-5-Ligen schaffen – Kostić könnte einen Transfer deutlich früher absolvieren.

Allegri will das Ausnahmetalent sicherlich als Back Up für den verletzungsanfälligen Niclas Füllkrug holen, zumal der deutsche Neuzugang an einem Zehbruch laboriert und daher nur dosiert eingesetzt werden kann. Darüber hinaus hat die Verpflichtung gezeigt wie sehr Milan einen klassischen Mittelstürmer im System benötigt, der physisch stark ist, gut mit dem Rücken zum Tor und auch in der Luft etwas zu bieten hat – alles Qualitäten die Kostic mitbringen würde.

Egal ob er am Ende in Mailand landet oder doch noch länger in Belgrad verweilt, weil sich beide Parteien nicht auf eine Ablöse einigen können - seine Entwicklungsgeschwindigkeit spricht dafür, dass wir in den nächsten 2–3 Jahren noch sehr viel von Andrej Kostić hören werden.

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Sascha

Die 10 besten Spieler des Afrika-Cups 2025

Der Africa Cup of Nations 2025 in Marokko bot erneut hochklassigen Fußball, dramatische Momente und herausragende individuelle Leistungen. Während Senegal im Finale gegen Gastgeber Marokko den Titel holte, stachen vor allem einige Spieler durch Konstanz, Tore, Assists und Spielentscheidungen heraus. Hier sind die 10 besten Spieler des Turniers – basierend auf Leistung, Einfluss und Statistiken bis zum Ende des Wettbewerbs. (Bild: IMAGO / Shengolpixs)

1. Sadio Mané (Senegal)

Der 33-jährige Altmeister krönte sich nicht nur zum besten Spieler des Turniers, sondern führte Senegal mit seiner Mischung aus Erfahrung, Tempo und Führungsqualität zum Titel. Mané war in fast jedem entscheidenden Moment zur Stelle – sei es durch Tore (2), Vorlagen (3) oder einfach durch seine pure Präsenz, die Gegner nervös machte. Auch wenn seine reine Torausbeute nicht die höchste war, prägte er das Turnier wie kaum ein Zweiter. Sein möglicherweise letzter Afrika-Cup endete mit dem perfekten Happy End. Eine Ära geht vielleicht zu Ende – aber welche Ära!

2. Brahim Díaz (Marokko)

Der Real-Madrid-Profi wurde mit fünf Toren Torschützenkönig und war der mit Abstand auffälligste Offensivspieler der Gastgeber. Díaz traf in den ersten vier Spielen und blieb bis ins Finale die zuverlässigste Waffe der „Löwen vom Atlas“. Seine Technik, sein Zug zum Tor und seine Fähigkeit, auch in engen Spielen den Unterschied zu machen, waren beeindruckend. Trotz der Finalniederlage und seinem verschossenen Panenka-Elfer, bleibt sein Turnier als einer der besten Auftritte eines marokkanischen Spielers in der jüngeren Geschichte in Erinnerung.

3. Victor Osimhen (Nigeria)

Afrikas-Fußballer des Jahres 2023 zeigte mit vier Toren und zwei Assists in sechs Spielen, warum er zu den weltbesten Mittelstürmern des Kontinents zählt. Osimhen war physisch dominant, kopfballstark und eiskalt vor dem Tor. Selbst nach kleineren Meinungsverschiedenheiten im Team (u.a. im Achtelfinale) antwortete er mit starken Leistungen – inklusive Führungsrolle als Kapitän in manchen Partien. Leider war im Halbfinale gegen Marokko Schluss – aber zweifellos war der Galatasaray-Akteur einer der herausragenden Stürmer des Turniers.

4. Ademola Lookman (Nigeria)

Der Atalanta-Star lieferte eine der besten Turnierleistungen seiner Karriere ab – viele Experten sahen ihn sogar phasenweise als besten Spieler des gesamten Afrika-Cups. Lookman kombinierte Tempo, Dribblings, Abschlüsse und vor allem viele Assists (4 Vorlagen, 2 Tore). Seine Vielseitigkeit im Angriff machte Nigerias Spiel unberechenbar. Ein Spieler, der endgültig in der absoluten afrikanischen Spitze angekommen ist und im Sommer auch fast, nach gescheiterten Verhandlungen mit Inter Mailand, bei einem europäischen Topklub gelandet wäre.

5. Mohamed Salah (Ägypten)

Auch im Alter von 33 Jahren bleibt Salah eine Ausnahmeerscheinung. Vier Tore plus einem Assist und starke Leistungen bis zum Halbfinale, wo man sich dem Senegal mit 0:1 geschlagen geben musste – trotzdem war es sein bester Afrika-Cup seit 2017. Liverpools Routinier war weiterhin Ägyptens gefährlichste Waffe, auch wenn der ganz große Wurf (der Titel) erneut ausblieb. Seine Professionalität und Konstanz sind nach wie vor unerreicht. Vielleicht war das Duell mit Mané im Halbfinale das letzte große Kapitel dieser ägyptischen Legende.

6. Amad Diallo (Elfenbeinküste)

Der 23-jährige Flügelspieler von Manchester United feierte sein großes Turnierdebüt und überzeugte auf ganzer Linie. Amad erzielte wichtige Tore (2) in der Gruppenphase und im Achtelfinale (1) (inkl. Assist gegen Burkina Faso). Seine Geschwindigkeit und und sein Zug zum Tor machten ihn zum Albtraum vieler Verteidiger. Ein Turnier, das ihn endgültig auf der Landkarte der Top-Talente Afrikas etabliert hat. Dennoch musste der ivorische Youngster bereits nach dem verlorenen Viertelfinale gegen Ägypten (2:3) die Koffer packen und die Heimreise antreten.

7. Riyad Mahrez (Algerien)

Der Kapitän zeigte in wenigen, aber sehr wirkungsvollen Einsätzen seine Klasse – drei Tore in nur zwei Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Mahrez bleibt mit seiner Technik, seinen Standards und seiner Spielintelligenz ein Faktor, der Spiele entscheiden kann. Auch wenn Algerien nach der Niederlage gegen Nigeria im Viertelfinale (0:2) nicht ganz so weit kam, wie erhofft – Mahrez war wieder einmal der entscheidende Mann in entscheidenden Momenten und ging als absoluter Anführer immer voraus.

8. Ayoub El Kaabi (Marokko)

Der erfahrene Stürmer bildete mit Díaz ein hochgefährliches Duo und steuerte ebenfalls drei Tore und einen Assist bei. El Kaabi ist der Prototyp des modernen afrikanischen Neuners: kopfballstark, robust und mit akrobatischen Abschlüssen. Seine Effizienz im Strafraum war eine der Hauptgründe für Marokkos starken Turnierverlauf. Vielleicht könnte das Turnier den Olympiacos Stürmer in eine der fünf europäischen Topligen befördern, sollte der ein oder andere Scout den robusten Mittelstürmer registriert haben.

9. Lassine Sinayoko (Mali)

Der 26-jährige Stürmer aus Mali sorgte mit drei Toren in der Gruppenphase und im gewonnenen Achtelfinale gegen Tunesien (3:2) für Furore und gehörte zu den großen Überraschungen des Turniers. Sinayoko zeigte enormes Tempo, gute Abschlüsse und Nervenstärke in wichtigen Momenten. Der Auxerre-Akteur musste jedoch gegen den späteren turniersieger aus senegal eine bittere 0:1-Niederlage hinnehmen, so dass er leider keine weiteren Tore mehr erzielen durfte, dafür trifft er in der Ligue 1 (8 Scorer in 17 Spielen) zuverlässig für seinen Arbeitgeber weiter.

10. Yassine Bounou „Bono“ (Marokko)

Der zum besten Torhüter des Turniers gekrönte Bounou rettete Marokko mehrfach mit spektakulären Paraden und großer Ruhe am Ball. „Bono“ war der Rückhalt beim Weg ins Finale und erhielt verdient die Auszeichnung als bester Keeper. Seine Führungsqualitäten und seine Strahlkraft auf die Defensive waren enorm. Mit zwei gehaltenen Strafstößen im Halbfinale gegen Nigeria, war der 34-jährige Schlussmann von Al-Hilal der Garant für den Einzug ins Finale. In einem Turnier voller Offensivspektakel erinnerte der ehemalige LaLiga-Legionär daran, dass manchmal auch die Männer im Tor die wahren Helden sind.

Der Afrika-Cup 2025 war wieder einmal eine perfekte Mischung aus etablierten Superstars, aufstrebenden Talenten und dramatischen Wendungen. Die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern – doch Spieler wie Mané, Salah und Mahrez zeigten weiterhin, dass Erfahrung und Klasse immer noch den entscheidenden Unterschied machen.

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Sascha

Ein nigerianischer Rohdiamant für RB | Suleman Sani (19) im Porträt

RB Leipzig hat im Wintertransferfenster zugeschlagen und mit Suleman Sani ein hochveranlagtes Talent für Trainer Ole Werner verpflichtet. Der 19-jährige Nigerianer kommt aus der ersten slowakischen Liga und ist daher den meisten Fans nicht bekannt. Da die Leipziger in der Vergangenheit oft ein gutes Auge für Talente bewiesen haben, wollen wir euch den neuen Mann genauer vorstellen. (Bild: IMAGO / Michal Fajt)

Mitten im Wintertransferfenster 2025/26 hat RB Leipzig zugeschlagen – und das ziemlich leise, aber strategisch klug. Für rund 5 Millionen Euro (plus mögliche Boni) verpflichteten die Roten Bullen den erst 19-jährigen nigerianischen Flügelspieler Suleman Sani vom slowakischen Erstligisten AS Trenčín. Der Vertrag läuft bis Sommer 2031, die Rückennummer lautet 18. Es ist der klassische RB-Move: früh, günstig, hochpotenziell – und mit langem Atem.

Sani, geboren am 1. September 2006, ist noch ein ungeschliffener Rohdiamant. Sein bisheriger Karriereweg liest sich wie das Drehbuch eines modernen afrikanischen Entwicklungsspiels: Start in der nigerianischen Nachwuchsliga bei Wikki Tourists, Durchbruch bei Akwa United (11 Tore in 15 Spielen in der Saison 2023/24, Rookie of the Season), Wechsel im September 2024 nach Europa zu Trenčín – und jetzt, knapp 16 Monate später, schon die Bundesliga-Bühne.

Das Profil: Schnell, physisch, tiefenorientiert

Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer beschrieb den Neuzugang bei der Vorstellung sehr präzise: „Suleman kommt hauptsächlich über die linke Seite, verfügt über ein hohes Tempo, ist aufgrund seiner Physis schwer vom Ball zu trennen und sucht gerne die Tiefe. Auch gegen den Ball arbeitet er intensiv mit und legt die richtige Einstellung an den Tag.“

Bei 1,75 m Körpergröße bringt Sani eine für sein Alter schon sehr ausgereifte Physis mit. Er ist kein klassischer filigraner Techniker, sondern ein athletischer, durchsetzungsstarker Flügelspieler, der gerne ins Eins-gegen-Eins geht und vor allem vertikal denkt. Sein starker Fuß ist der rechte, was ihn auf links zu einem klassischen „Cut-inside-Player“ macht – er zieht nach innen und sucht entweder den Abschluss oder den finalen Pass in den Strafraum.

Dazu kommt eine sehr gute Grundgeschwindigkeit und die Fähigkeit, diese auch auf den ersten 15–20 Metern explosiv einzusetzen. Genau diese Eigenschaften sucht RB Leipzig seit Jahren immer wieder auf den Flügeln. Sanis Einstand in der Niké Liga (1. Liga Slowakei)? 3 Tore und 2 Vorlagen in nur 860 Spielminuten! Das überzeugte die Sachsen zuzuschlagen.

Wie gut passt Sani ins Leipziger System?

Aktuell setzt RB unter Ole Werner auf ein flexibles 4-3-3, bei dem die Flügelspieler extrem wichtig für das Gegenpressing und die Umschaltmomente sind. Da unser Protagonist eine hohe Intensität gegen den Ball mitbringt, dürfte er adäquat in das Pressingspiel der Sachsen passen, ein absolutes Muss für die Vereinsphilosophie. Zudem wird ihn seine Physis bei der Wiedereroberung des Balles ungemein helfen, selbst gegen robustere Verteidiger.

Mit 19 Jahren bringt der junge Afrikaner eine Menge Entwicklungspotenzial mit, genau das Alter, in dem Spieler in der Vergangenheit bei RB die größten Sprünge machten (Nkunku, Szoboszlai, Simons, Olmo). Kurz gesagt: Suleman Sani ist kein Spieler für die Startelf – das erwarten bei RB aktuell auch nur die wenigsten. Stattdessen ist er der nächste Baustein für die nächsten Jahre, ein Spieler, der in 12–24 Monaten Yan Diomande und Antonio Nusa auf den Flügeln und halblinks ernsthaft Konkurrenz machen kann, wobei der junge Afrikaner auch über rechts angreifen kann.

Daran muss er noch arbeiten

Doch aktuell ist er noch etwas weg von diesen Erwartungen, denn Sani bringt natürlich noch einige Baustellen mit, an denen er arbeiten muss. Vor allem im letzten Drittel leidet er unter einer stark schwankenden Entscheidungsqualität, sprich, er ist in diesen Fällen oftmals zu egoistisch, oder spielt zu schlampige finale Pässe.

Darüber hinaus ist der Neuzugang unter Druck des Gegners technisch anfällig, so dass daraus viele Ballverluste auf Bundesliganiveau entstehen könnten. Zudem sind seine Läufe und das Timing noch entwicklungsbedürftig – da er sich häufig ungünstig positioniert, oder Laufwege besitzt die für das Team nicht gewinnbringend sind, was natürlich auch an seiner geringen Erfahrung im Profibereich zurückzuführen ist.

Fazit

Die ersten Wochen in Leipzig werden für Sani vor allem Akklimatisierung bedeuten: Tempo, Zweikampfhärte und taktische Disziplin in der Bundesliga sind noch einmal eine ganz andere Hausnummer als in der slowakischen Niké Liga. Doch genau darin liegt ja das Leipziger Versprechen: Wer die harte Arbeit annimmt und die vielen Trainingsreize aufsaugt, kann bei RB in zwei Jahren plötzlich Stammspieler in der Champions League sein, egal wie jung ein Spieler ist.

Suleman Sani ist kein Name, der sofort die Schlagzeilen beherrscht, aber in zwei bis drei Jahren könnte er einer der besten Spieler der Bundesliga sein, wenn er seine Anlagen voll ausschöpft. Physisch stark, schnell, gut im Gegenpressing und eine Menge Torgefahr – das sind alles Eigenschaften wonach sich die Topklubs in Europa sehnen.

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