2. Bundesliga: Das waren die Überraschungen des 1. Spieltags

Was gibt es
schöneres als eine Prognose für die 2. Liga zu machen und dann zu
sehen, wie bereits am 1. Spieltag schon wieder alles anders läuft:
Beide Bundesliga-Absteiger verlieren, Teams aus der unteren
Tabellenhälfte, inkl. Drittliga-Aufsteiger Bielefeld kommen mit
Kantersiegen um die Ecke und Schalke 04, das vermeintliche
Dauersorgenkind, zeigt auf einmal wieder Tugenden, die man so gefühlt
seit dem letzten Bundesliga-Abstieg nicht mehr in der Veltins-Arena
gesehen hat. (Bild: IMAGO / Maximilian Koch)
Wer hierzu unsere ausführliche Zweitligavorschau noch einmal in voller Länge hören
möchte, dem sei nochmal unser Podcast WER TRIFFT HAT RECHT ans Herz gelegt, wo wir alle Teams, wie auch deren Transferfenster in
unserer Expertenrunde besprechen:

Hier sonst zu unseren Überraschungen des 1. Spieltags:
FC SCHALKE 04
Schalke 04 ist möglicherweise sogar die (!) Überraschung des ersten Spieltags. Denn insbesondere zu der Art und Weise, wie man den absoluten Top-Favoriten Hertha BSC am Ende mit 2 : 1 schlug, lässt sich nur eines sagen: Das königsblaue Biest ist wieder erwacht.
Mit knapp 80.000 Leuten auf den Rängen schafften es die Fans hier von Anfang an einen Orkan auf Schalke zu entfachen, der gefühlt von der Ruhr bis zur Donau alles mitriss, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Auch auf die Mannschaft wirkte sich diese unglaubliche Wucht sofort aus. Dank aggressiven Pressings und unglaublich laufintensiven Einzelleistungen der Schalker wirkten die Herthaner fast die gesamte erste Halbzeit nahezu wie komplett überrumpelt, weswegen es dann auch durch Tore von Sylla und Neuzugang Katic bereits nach 25 Minuten 2:0 stand.
Erst in der zweiten Hälfte merkte man, dass der unglaublich intensive und kämpferische Spielstil von Trainer Miron Muslic über eine ganze Saison hinweg vielleicht für die Spieler doch etwas anstrengend werden könnte, beziehungsweise den Königsblauen hier bislang noch ein paar insbesondere physisch-hochwertige Backups für einige Positionen fehlen. Dass allerdings insbesondere junge Talente wie Vitalie Becker (20) und Sofiane El-Faouzi (23), ein Top-Spiel ablieferten, macht dann aber umso mehr Hoffnung und zeigt, dass Schalke und gute Jugendarbeit noch immer zusammen gehört.
Was aber viel wichtiger ist: Nach all den Jahren sah man über weite Strecken des Spiels zum ersten Mal wieder ein Schalke 04, welches nicht auf der Suche nach sich selbst war, sondern sich zu 100 Prozent seinen Stärken bewusst war: Kämpfen, Laufen, Malochen!
Hierzu passen auch die Ansagen von Miron Muslic, der sich innerhalb kürzester Zeit von einer riesigen Wildcard zu einem absoluten Fanliebling entwickelte:

Selbst
als es hinten heraus durch einen Anschlusstreffer in der 89. Minute
nochmal eng wurde, ließ sich die Mannschaft aus Gelsenkirchen nicht
aus der Ruhe bringen, so dass man mindestens gespannt drauf sein
kann, wie das in den nächsten Spielen, z.B. beim Auswärtsspiel
nächste Woche gegen den 1. FC Kaiserslautern, weiter
gehen wird und ob sich gewisse Kickfieber-Redakteure – mir
inklusive – doch nochmal für unsere Prognosen bzgl. „Enttäuschung
der Saison“ entschuldigen müssen.
ARMINIA BIELEFELD
Von mir bereits in unserer Zweitligaprognose als „Überraschungsteam der Saison“ gekürt, zeigte die Arminia nun auch in Liga 2, dass große Namen auf die Arminen keinen Eindruck machen. So wie es bereits Freiburg, Union Berlin, Bremen oder Leverkusen in der vergangenen DFB-Pokal-Saison erfahren mussten (wo sich die Bielefelder gegen gleich vier Bundesligisten bis ins Finale durchkämpften) musste nun auch Fortuna Düsseldorf – eine Mannschaft, die letzte Saison bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg mitspielte – mit einer 1:5 Klatsche erfahren, dass eine Arminia im Flow schon jetzt höchstwahrscheinlich zu den am unangenehmsten zu bespielenden Mannschaften der neuen Saison gezählt werden muss.
5 Tore, geschossen von 5 verschiedenen Torschützen sprechen hier hinzu noch eine deutliche Sprache, was den Teamzusammenhalt angeht. Dies zeigte sich schon in der letzten Saison: Bei Arminia Bielefeld gibt es nicht den einen Star, sondern der Star war und bleibt die Mannschaft, selbst da, wo man beinahe den DFB Pokal gewinnen konnte.
Wenn auch – auch dies gehört zur Wahrheit über diesen 5:1 Sieg dazu – der Star bei diesem Spiel zuweilen Bielefelds zwölfter Mann auf dem Feld war - in dem Fall leider ein Mann mit einer Trillerpfeife in der Hand.
Denn sowohl die gelbrote Karte gegen Tim Oberdorf als auch der Handelfmeter für Bielefeld - plus dann noch die zehn Minuten Nachspielzeit - waren mindestens mal diskussionswürdige Schiedsrichterentscheidungen, die zumindest dafür sorgten, dass das Ergebnis für Bielefeld am Ende dann vielleicht doch 1-2 Tore zu hoch war.
Dennoch kann man auf Arminia Bielefeld weiterhin gespannt sein, die nächste Woche auswärts gegen Bundesliga-Absteiger Holstein Kiel ran müssen, bevor es dann bereits zum direkten Drittliga-Aufsteigerduell gegen Dynamo Dresden kommt. Arminia Bielefeld - Eine Mannschaft die definitiv im Verlauf der Saison noch für ordentlich Spektakel sorgen wird, so viel ist sicher.

DARMSTADT 98
Bereits in unserer Zweitligavorschau wurde schnell klar, dass kein Verein, was die kommende Zweitligasaison angeht, ein so großes Fragezeichen ist, wie Darmstadt 98. Gleich zwei unserer Redakteure, inklusive mir, tippten sie in die Relegation, allerdings war es einmal die Relegation in die dritte Liga, einmal die in die erste Liga.
Dennoch zeigte sich in diesem 4 : 1 Sieg gegen Bundesliga-Absteiger VFL Bochum wieder eins, nämlich dass es nach wie vor kaum einen so starken Motivationscoach gibt wie Darmstadt-Trainer Florian Kohfeldt – zumindest dann, wenn nicht verloren wird.
Wann immer Kohfeldt keine Niederlagen erklären musste, sondern eine Kabine vor sich hatte, die im Flow war oder sich auf neue Herausforderungen freute, waren die Spieler auch in der Vergangenheit z.B. bei Werder Bremen stets bei ihm und dankten es mit teilweise furiosen Leistungen.
Das geschah auch bei diesem 4 : 1 Sieg gegen völlig unsortierte Bochumer, wo sich vor allem ein Spieler ganz klar absetzte: Der schwedische Stürmer Isac Lidberg, der hier gleich drei mal einnetzte und gleich zu Beginn der Saison zeigte, warum man ihn zu Recht als einen der Favoriten auf die Torjägerkanone auf dem Zettel haben sollte. Und so stark der Sturm der Darmstädter mit Fraser Hornby, Killian Corredor oder Neuzugang Bartosz Bialek auch ist - der Verbleib von Isac Lidberg wird ganz entscheidend für den Erfolg der Lilien sein.
Denn sollte Darmstadt 98 die Euphorie halten können, dann – das haben Kohfeldt-Mannschaften in der Vergangenheit immer gezeigt – könnte das tatsächlich noch weit gehen. Sollte aber – was man bei dieser Mannschaft (siehe letzte Saison) nie ausschließen darf, auf den 4 : 1 Sieg auf einmal nächste Woche eine 1 : 3 Niederlage gegen Nürnberg folgen, kann das auch schnell wieder in eine ganz andere Richtung gehen.
Dennoch Hut ab für diese großartige Leistung mit einer der vielleicht von vielen (inklusive mir) am meisten unterschätzten und torgefährlichsten Offensiven der Liga.
Und Hut ab - für die immer noch spannendste und unberechenbarste Liga in Deutschland.

VfL Wolfsburg: Aufrüsten für einen erfolgreichen Neustart?

Bereits seit vielen Jahren dümpelt der VFL Wolfsburg im Mittelfeld der Bundesligatabelle herum. Dies kritisieren Fans und Verantwortliche um so mehr, als dass - ähnlich wie die TSG Hoffenheim - auch der VFL angesichts seiner finanziellen Möglichkeiten eigentlich ganz andere Ziele anstreben könnte. Dennoch kam trotz teurer Transfers in den letzten Saisons nicht wirklich Konstanz in den Verein. (Bild: IMAGO / Jan Huebner)
Platz 12, Platz 8, Platz 12 wie auch Platz 11 in der abgelaufenen Saison, das waren die Ergebnisse der Wölfe in den letzten vier Jahren - Ergebnisse, die mit der glorreichen Zeit unter Trainer Felix Magath, welche 2009 sogar mit einem Meistertitel gekrönt werden konnte, nur noch wenig zu tun hatten.
Um so mehr möchte man diesen Sommer nochmal auf dem Transfermarkt angreifen, beziehungsweise tut dies bereits mit wieder einmal einer Menge Risikobereitschaft. Vor allen Dingen möchte man langfristig wieder eine fußballerische Euphorie in die Autostadt zurück bringen, etwas, an was es angesichts des extrem trockenen und oft langweiligen Defensivfußballs, in den letzten Jahren oft mangelte. Hier ein Blick auf das, was diesen Sommern bei den Wölfen bereits passiert ist und möglicherweise noch passieren könnte:
Der Gouda Guardiola
Mit diesem Spitznamen haben
die Fans des VFL Wolfsburg den neuen niederländischen Trainer Paul
Simonis bereits liebevoll bedacht, nicht zuletzt auch wegen seiner optischen Ähnlichkeit mit Pep Guardiola. Dieser wurde diesen Sommer als
Nachfolger von Ralph Hasenhüttl verpflichtet, was zunächst
einmal überraschend kam. Denn bislang war sein größter Erfolg ein Pokalsieg mit den „Go Ahead Eagles“ in der holländischen Liga. Das zeugt dann doch von eher wenig Erfahrung im Spitzenfußball, grade wenn man es mit Vorgängern wie z.B. Niko Kovac vergleicht. Also ein
neuer Mark van Bommel?
Hier gegen spricht, dass
seine fußballerischen Ambitionen schon mal deutlich anders sind. „Dominant mit
und gegen den Ball, doch dabei nicht naiv“, sagte Simonis selbst
über das, was er mit den Wölfen vorhabe. „Eine Viererkette soll
es sein, kontrollierter Fußball“. Und: „Wir brauchen
Außenspieler, die im Eins-gegen-Eins den Unterschied machen können
– echte Künstler auf den Flügeln.“ Also doch Ajax-Fußball im
Stile der guten alten Johann-Cruyff-Schule?
Paul Simonis wird neuer VfL-Cheftrainer!
— VfL Wolfsburg (@VfL_Wolfsburg) June 12, 2025
Der Niederländer kommt von den Go Ahead Eagles Deventer und hat bei unseren Wölfen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027 unterschrieben. Herzlich willkommen in Wolfsburg! 💚#VfLWolfsburg pic.twitter.com/uJgvlRhSO4
Mit den „Go Head Eagles“
spielte er zumindest attraktiven Fußball mit viel Zug zum Tor und schnellen Außenspielern. Zuzüglich ist er großer Fan von
jungen Spielern und möchte auch in Wolfsburg vermehrt auf die
Akademie setzen. Die Frage ist nur, ob dies mit den Ambitionen
der Vereinsführung eingeht:
Denn diese heißen laut Geschäftsführer Sport Peter Christiansen weiterhin ganz klar:
„Europa soll es sein, das ist klar. Aber – wir müssen verstehen, dass wir nicht die Favoriten sind. Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns.“
Rückblick auf die Hasenhüttl-Saison
Diese Erkenntnis der Geschäftsführung kann man kaum leugnen,
wenn man auf die vergangene Saison schaut. Denn war man in der
Hinrundentabelle noch auf Platz 7, kam dann in der Rückrunde der
unerklärliche Einbruch. Lediglich Platz 15 erreichte man und war
hier in vielen Statistiken, wie z.B. Laufwerte sogar auf einem
Abstiegsplatz. Und das ausgerechnet nachdem man in der Winterpause mit
einer Rekordablösesumme von 14 Millionen noch den dänischen
Außenbahnstürmer Andreas Skov Olsen verpflichtet hatte,
ursprünglich mit der Idee damit die Offensive auch im Ballbesitz
wieder zu stärken.
Dies ging leider komplett in die Hose. Stattdessen wurden viele Wolfsburg-Spiele zum Alptraum für alle Fernsehmoderatoren, die vor dem Spiel keine zwanzig Seiten voll mit Wolfsburg- oder anderen Bundeligaanekdoten vorbereitet hatten: „Koulierakis – Vavro – wieder Koulierakis – wieder Vavro - Pass ins Mittelfeld - und (*gähn*) wieder zurück“ schallte es ansonsten zum Teil minutenlang aus den Boxen der SKY- und DAZN-Streams - weil aber auch wirklich einfach nichts anderes passierte.
Selbst wenn der Ball mal im Mittelfeld landete, hing er
wiederum dort fest und das gesamte langsame Hin- und Hergepasse ging dort schon wieder von vorne los. Und das obwohl grade das Zentrum mit Spielern wie
Lovro Majer, Yannick
Gerhardt, dem häufig dann auch ins Mittelfeld abgerückten
Patrick Wimmer wie auch Neuzugang Bence Dardai eigentlich
hochqualitativ besetzt war.

Auch kritisierten viele Fans, dass Ralph Hasenhüttl oft zu viel im Personal herumrotierte, beziehungsweise selbst nicht wirklich klar in seiner Spielphilosophie war. Hier spielte er z.B. oft in einem 4-3-3-System, verlangte mit dieser (auf dem Papier) Ballbesitzformation aber gleichzeitig hohes Pressing. Dazu kamen komische Rochaden in der Dreieroffensivkette, u.a. mit Spielern wie Patrick Wimmer auf der neun. Die Folge war schließlich, dass man mit dem früheren Leipzig-Erfolgstrainer nicht einmal mehr die Saison beendete, sondern ihn sogar noch vorzeitig feuerte.
Ob dies mit Paul Simonis besser wird sollen nun u.a. die Neuzugänge entscheiden. Geschäftsführer Sport Peter Christiansen schätzt am neuen Trainer vor allem seine Arbeitsethik, wie er gegenüber dem NDR verlauten ließ:
"Ich respektiere Erfahrung. Aber wichtiger ist die Art, wie du bist, deine Arbeitsethik, das Verständnis für den Fußball, den wir spielen möchten und die Fähigkeit, das dann auch auf dem Platz umsetzen."
Die Neuzugänge:
Hier steht sicherlich vor allem Jesper Lindström im Fokus. Der Flügelspieler fiel vor allem bei Eintracht Frankfurt sehr positiv auf, wo er in 57 Spielen 12 Tore und 9 Vorlagen erzielte. Trotz anschließenden deutlichen Anpassungsproblemen bei seiner nächsten Station SSC Neapel, schaffte der dänische Nationalspieler mit dem Spitznamen „Jobbe“ auf seiner Leihstation FC Everton wieder vermehrt an seine alte Form anzuknüpfen. Ganze 25 Spiele bestritt er hier für den Premier League Club.
Dennoch entschlossen die Gli Azzurri sich Lindström noch einmal eine weitere Saison zu verleihen - diesmal an den VFL Wolfsburg. Ob die Formkurve nun weiter nach oben gehen wird, wird sich zeigen. Zumindest was die „Soft Factors“ angeht, sollte der VFL aber sehr gut zu ihm passen, trifft der Däne dort mit Joakim Maehle, Jonas Wind und Andreas Skov Olssen gleich auf gleich drei seiner Nationalmannschaftskumpels, wodurch sich – auch unter dem dänischen Sportdirektor – mit der Zeit eine echte Achse bilden könnte.
Ein weiterer sehr interessanter Neuzugang könnte der Brasilianer Vinicius Souza werden. Der Mittelfeldspieler kam vor wenigen Wochen vom englischen Zweitligisten Sheffield United und unterschrieb bei den Niedersachsen einen Vertrag bis Juni 2030.
Souza ist ein typischer Abräumer im Mittelfeld, der weniger durch spielstarke Kreativität als vor allem durch seine Robustheit und Zweikampfstärke auffällt. Er verbindet dabei defensive Stabilität mit solidem Aufbauspiel. Das macht ihn besonders wertvoll für Teams, die Balance im Mittelfeld suchen. Hinzu ist der 1,87 große Hüne extrem gut in Kopfballduellen, wobei er zwar aggressiv, aber stets kontrolliert in Zweikämpfe geht. Er könnte für die Wölfe daher auch bei der Verarbeitung von Ecken und Freistößen interessant werden, etwas was der neue Trainer ebenfalls ausbauen möchte.

Der spielerisch interessanteste Spieler könnte jedoch der erst 20jährige Aaron Zehnter vom SC Paderborn sein, einer der absoluten Leistungsträger der abgelaufenen Zweitligasaison. Unter seinem Trainer und Entdecker Lukas Kwasniok, mittlerweile Cheftrainer beim 1. FC Köln, absolvierte er in Paderborn 30 Pflichtspiele, in welchen er drei Tore erzielen konnte. Weitaus mehr fiel aber seine enorme Cleverness mit dem Ball auf, was insbesondere seine zwölf Assists unter Beweis stellen.
Zehnter kann dabei sowohl als linker Schienenspieler als auch bei Bedarf auch als linker Mittelfeldspieler agieren. Kritisch an dem Transfer anmerken könnte man höchstens, dass er unter Kwasniok bisher ausschließlich Dreierkette gespielt hat und daher für seinen Offensivdrang auf dem Flügel hier eine gewisse Absicherung gewöhnt ist. Wie aber oben bereits erwähnt plant Paul Simonis laut eigener Aussage klar mit einer Viererkette. Wie das dann zusammen harmoniert ist daher noch ein kleines Fragezeichen. Hier sonst ein paar Highlights des Spielers, den ich bislang für den spannendsten und besten Transfer der Wölfe halte:

Ein echter Königstransfer könnte allerdings noch die Verpflichtung vom Ex-Bremer Josh Sargent werden, der bereits seit längerem bei den Wölfen auf dem Zettel steht. Dieser machte bei Norwich City in der vergangenen Saison eine beeindruckende Entwicklung. Unter anderem konnte er hier in 32 Spielen mit ganzen 15 Toren in der Champions Ship glänzen. Für ganze 20 Millionen will der VFL sich daher die Dienste des Stürmers sichern, des Weiteren ist von einem langfristigen Vertrag bis 2029 die Rede.
🚨🐺 VfL Wolfsburg have reached a full verbal agreement with Josh #Sargent. 25 y/o striker from Norwich can sign a contract until 2029, with Wolfsburg pushing hard for the deal.
— Florian Plettenberg (@Plettigoal) July 18, 2025
Negotiations are advanced, with discussions ongoing over a fee close to €20m. Wolfsburg are trying… pic.twitter.com/W3xIojlVBp
Einschätzung: Trainer und Spielstil entscheidend

Damit der VFL Wolfsburg wieder um Europa mitspielen kann brauch er nächste Saison vor allen Dingen eines: Konstanz. Denn genau weil die Diskrepanz zwischen Hin- und Rückrunde des VFLs letzte Saison so groß war, ist die nächste Saison der Wölfe so schwer einschätzbar wie bei nur wenigen anderen Vereinen aktuell. Denn zum einen muss man klar den Mut der Vereinsführung loben, sowohl, was die Transfers als auch was die Trainerwahl angeht. Zum anderen sind solche Experimente - Stichwort Mark van Bommel - in der Vergangenheit auch schon mal schief gegangen.
Das Konzept aus dem VFL Wolfsburg so etwas wie die neue Skandinavien/Dänemark-Hochburg in Deutschland zu machen finde ich hingegen hochinteressant, weil ich sowohl den skandinavischen Markt derzeit für einen der Interessantesten in Europa halte, was junge Talente angeht, als auch, weil das dem Verein eine neue Identität gibt, die sowohl viele neue Fans als auch neue potenzielle Sponsoring-Partner aus Skandinavien an Land ziehen könnte. Solch ein frischer Wind täte sowohl dem Verein als auch der Bundesliga gut, weswegen ich aktuell zumindest erst mal äußerst gespannt auf die aktuelle Entwicklung des VFLs unter Peter Christiansen blicke.
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Mit Machino und Fluppe zurück in die Erfolgsspur? Wie geht es weiter bei Borussia Mönchengladbach?

Borussia Mönchengladbach ist auf dem Transfermarkt derzeit ordentlich am Kochen, sowohl was die Abgänge als auch was die Zugänge angeht. Die aktuellste Nachricht ist hier die Verpflichtung von Holstein-Kiel-Goalgetter Shuto Machino, der für die Störche trotz Abstieg ganze 11 Tore in der abgelaufenen Saison ablieferte. Doch wird dies ausreichen, um die Fohlen wieder zurück in die Erfolgsspur zu bringen? (Bild: IMAGO / kolbert-press)
Ein Warnschuss - oder nur mein Florian-Neuhaus-Moment?
Knapp zwei Wochen ist es her und der Autor dieses Artikels sitzt gedankenverloren an einem malerischen Strand im Süden von Montenegro in einem Kaffee am Rande eines Zypressenwaldes. Doch statt die Sonne und die hohen Mittelmeerwellen zu genießen sitzt er wie vom Blitz getroffen vor dem Tabellenrechner des Kickers und dem Ergebnis seines ersten kompletten Bundesliga-Hinrunden-Tippspiels. Wieder und wieder klickt er sich ungläubig durch seine einzelnen Spieltagstipps, während in der Ferne die Abendglocken läuten, die Touristen den Strand verlassen, welcher stattdessen von einer Schar kreischender Möwen beherbergt wird. Doch wieder die Frage:
Ist es vielleicht einfach nur ein technischer Fehler
der Kicker-Seite, die dieses Ergebnis anzeigt? Oder erlebe ich hier grade nach drei Stunden in der Sonne liegen und einem Glas Limoncello Spritz grade meinen persönlichen Florian-Neuhaus-Moment?
Denn dort in der Kicker-Tabelle
stand eindeutig: Borussia Mönchengladbach am Ende der
Hinrunde auf einem direkten Abstiegsplatz.
Ein klarer Grund für mich nun endlich mal in die Analyse zu gehen, ob es für diese Prognose nicht vielleicht doch ganz andere Gründe gegeben haben könnte, die mit bierseligen Spieleraussagen vom Ballermann über ihre spendablen Vorgesetzten oder zu wenig Sonnencreme meinerseits dann doch eher weniger zu tun haben?
Ein neues Leck in der Offensive:
Dass es den Ligaalltag
nicht grade erleichtert, wenn man neben der zweitschwächsten
Defensive der Vorsaison, was Expected Goals Allowed angeht, mit
Alassane Pléa auch noch seine Lebensversicherung in der
Offensive (11 Tore, 4 Vorlagen) verliert, sollte erstmal logisch
erscheinen. Wenn dann aber auch noch Tim Kleindienst (16 Tore,
7 Vorlagen) ganze vier Monate verletzungsbedingt ausfällt und damit
einen Großteil der Hinrunde verpasst, dann wird es schon richtig
brenzlig.
Zudem waren auch die
Schienenspieler unter Trainer Gerardo Seoane in den
vergangenen Spielzeiten immer ein Riesenproblem, da sein Spielstil quasi
nur auf die Schienen ausgelegt und somit von den meisten Teams
innerhalb kürzester Zeit entschlüsselt waren. Kreative
Kombinationen übers Zentrum oder vielleicht auch mal ein
Überraschungsschuss aus der Ferne: Fehlanzeige. Als eine der wenigen
wirklich kreativen Aktionen kann man hier höchstens noch das Tor von
Rocco Reitz beim 4 : 4 gegen die TSG Hoffenheim bezeichnen, was zu Recht schon jetzt als eines der schönsten Tore des Jahres 2025 bezeichnet werden darf (siehe Minute 1:13/Video)

Dass das Tor von den Fans so gefeiert wurde, hing aber natürlich auch ein bisschen damit zusammen, dass ein solches Offensivfeuerwerk wie dieses 4 : 4 sonst leider eher zur Seltenheit im Spiel von Gerardo Seoane gehörten. Stattdessen wurden auf den Flügeln meist Spieler wie Franck Honorat oder Robin Hack gesucht, die dann per Flanke irgendwie Tim Kleindienst bedienen sollten. Hinzu fehlte häufig auch das Bindeglied zwischen Defensive und Offensive.
Mit 885 Pässen ins letzte Drittel
war man hier über die ganze Saison hinweg z.B. nur Platz 15 in der
Liga, ein Problem, welches Gerardo Seoane übrigens auch schon
bei Bayer Leverkusen hatte, wo am Ende komplett jede kreative
Angriffsbemühung nur noch über Florian Wirtz lief. Dass sich
um Wirtz herum dann auf einmal der berauschende Kombinationsfußball
im offensiven Mittelfeld mit Xhaka, Palacios, Frimpong und
Grimaldo entwickelte, der letztendlich im Meistertitel endete, war dann erst das Werk seines Trainernachfolgers
Xabi Alonso.
The Shooting Machine – a reason to dream?
Vielleicht wäre meine Bundesligaprognose in puncto Borussia Mönchengladbach für die kommende Saison ein wenig glimpflicher ausgefallen, hätte Sportdirektor Roland Virkus dort bereits „The Shooting Machine“ verpflichtet – Shuto Machino, den japanischen Angreifer von Holstein Kiel, der mit seinen 11 Toren in der vergangenen Saison für Furore sorgte und den Aufsteiger lange auf den Klassenerhalt hoffen ließ.
Die Mischung aus schnellem Flügelspieler und torgefährlichem Mittelstürmer, was Machino
definitiv ist, könnte dem Angriff der Gladbacher auf jeden Fall ein
neues Gesicht verleihen. Denn wenn man den Störchen unter Marcel
Rapp in der vergangenen Saison trotz Abstiegs auf jeden Fall
eines nicht vorwerfen konnte, dann war es mangelnde Kreativität in
der Offensive. Eine lustige Randnotiz, die das beweist wäre zum Beispiel
die, dass Holstein Kiel trotz Abstieg am Ende der Saison genauso viele Tore geschossen
hat wie der SC Freiburg – ein Verein, welcher es mit nur zwei Gegentoren weniger am Ende der Saison sogar in die Champions League geschafft hätte.
Vielen Dank für alles Kiel💙❤️🤍
— 町野 修斗 / Shuto Machino (@shuto_machino) July 26, 2025
Jetzt geht’s los – auf ins nächste Abenteuer! 🇩🇪
Alles gute 🍀 https://t.co/7zXIFVEKev
DIE SCHWÄCHEN IM KADER:
Mangelnde Erfahrung auf den AV-Positionen:
Das größte Problem an Seoane’s Spielstil war allerdings auch ein Kaderproblem. Denn wenn man schon sein komplettes Offensivspiel über die Flügel ausrichtet, sollte man dahinter wenigstens zwei starke und erfahrene Außenverteidiger haben, die absichern, sollte einer der Flügelspieler (was häufig vorkam) mal überspielt oder ausgekontert werden. Die hatte man in der vergangenen Saison nicht.
Insbesondere auf der Linksverteidigerposition setzte man hier lange auf Luca Netz, der es dann aber nicht schaffte aus dem „Talent-Status“ hinauszukommen, weswegen man ihn daraufhin mit Lukas Ullrich ein neues junges Talent vor die Nase setzte, dessen Konstanz aber ebenfalls häufig zu wünschen ließ.
Auf der Rechtsverteidigerposition sah es teilweise sogar noch abenteuerlicher aus, weswegen das allererste, was Gladbach zum Beginn der Sommerpause tat, war mit Kevin Diks (28) vom FC Kopenhagen einen wirklich erfahrenen Rechtsverteidiger zu verpflichten, sicherlich erstmal eine gute Aktion.

Unausgewogenheiten im Kader:
Leider wird es nur mit den bisherigen Sommertransfers nicht getan sein. Die Leihe von Haris Tabakovic (Spitzname „Fluppe“) von der TSG Hoffenheim mag sicherlich Sinn ergeben, um irgendwie die Monate ohne den 16-Tore-Stürmer Tim Kleindienst zu überleben, ob aber die Verpflichtung von Jens Castrop vom FC Nürnberg im zentralen Mittelfeld jetzt eine wirklich entscheidende Baustelle schließt, kann zumindest mal hinterfragt werden.
Denn wenn man den Kader mal näher betrachtet ist im Zentrum eigentlich sowieso schon ein Überangebot an sehr ähnlichen Spielern vorhanden: Kevin Stöger, Philipp Sander, Julian Weigl, Rocco Reitz, Oscar Fraulo und Florian Neuhaus – alles Spieler, die mehr oder weniger alle auf der selben Position wie Castrop spielen, aber dennoch – wovon Florian Neuhaus uns ja glücklicherweise mit glockenhellem Sopran und 20 Liter Hagebuttentee auf dem Ballermann in Kenntnis gesetzt hat – alle dank „Don Rollo“ ihre 1 – 2 – 3 – 4 Millionen verdienen - und das obwohl sie wie z.B. im Falle Neuhaus überhaupt nicht gebraucht werden.
Florian Neuhaus
— GG👾 (@GG_SGE) June 29, 2025
- redet besoffen von sich in der 3. Person
- nennt Virkus "Don Rollo"
- bezeichnet ihn als schlechtesten Manager der Welt weil Rollo ihm selbst einen zu guten Vertrag gegeben hat
😭 https://t.co/QnfLhzkrTY
Auf der Innenverteidigerposition ist es wiederum genau umgekehrt. Hier gibt es schon seit Monaten sowohl bei Ko Itakura als auch bei Nico Elvedi immer wieder Abgangsgerüchte, aber selbst wenn beide Spieler im Verein und verletzungsfrei bleiben sollten, hat man hier schlicht und einfach kein wirkliches Backup-Duo.
Die einzigen Alternativen waren hier bereits in der abgelaufenen Saison Marvin Friedrich und Fabio Chiarodia, von denen ersterer leider nie wieder an seine Leistungen bei Union Berlin herankommen konnte und zweiterer eine komplette Wundertüte ist, wo man leider nie weiß, ob er grade zur Grätsche des Monats ansetzt oder den nächsten totalen Bock raus haut, der zum Gegentor führt.
BLICK AUF DIE NÄCHSTE SAISON:
Kann es unter Seoane wieder nach oben gehen?
Diese Frage stellen sich schon seit Jahren viele Fans. Wenn man sich die verschiedenen Prognosen von neutralen Fans anschaut, ist Seoane auch Jahr für Jahr ein Trainer, den viele als erste Trainerentlassung tippen. Was viele Fans hinzu noch bemängeln, ist, dass Seoane in seinen Ansagen oft zu emotionslos wirkt.
Natürlich ist Mönchengladbach nicht das Pflaster Nr. 1 für die Steffen Baumgart oder Lukas Kwasniok Trainertypen dieser Welt, ein bisschen mehr Leidenschaft auch auf der Trainerbank wünschen sich aber trotzdem aktuell viele im Gladbach-Umfeld, wo oft Begriffe wie „Ambitionslosigkeit“ und „Sich Abfinden mit dem neuen Graue-Maus-Image“ fallen.
Grundsätzlich sollte es aber auch mit Seoane möglich sein, als Borussia Mönchengladbach wieder um die Europapokalplätze mitzuspielen. Ansätze hierfür hatte man in der vergangenen Saison, wo man zeitweise sogar mal auf Platz 5 stand, schon gezeigt und auch Transfers, wie die von Diks und Machino zeigen in eine eher positive Richtung.
Große
Schwachstellen sind aber nach wie vor die Linksverteidigerposition, wie
auch die Innenverteidigerposition in der Breite, sollten IV-Säulen wie Ko Itakura oder Nico Elvedi mal nicht zur Verfügung stehen. Hier daher zum
Abschluss noch ein paar Transfervorschläge, welche Spieler auf
dieser Position noch gut passen könnten:
1. Quentin Merlin (LV, 23, Quentin Merlin)
Mit einem Marktwert von 15 Millionen Euro und einem Vertrag bis 2029, wird dieser Spieler sicherlich nicht ganz günstig zu haben sein, wäre aber dieser eine Transfer, der trotz seines jungen Alters sofort die chronisch wacklige Defensive in den Griff bekommen würde. Denn hier handelt es sich um einen Spieler, der zeitweise sogar Kapitän der französischen U21-Nationalmannschaft war, absoluter Führungsspieler ist und zuzüglich auch noch sehr gut am Ball ist.
47,4 Ballträger-Carries
pro 90 Minuten (Top 8 Prozent), 3,18 pro 90 Dribblings / Ballkontakte
ins Mittelfeld (Top 10 Prozent) – diese Werte (Quelle: fbref)
zeigen, wie gut er Räume schafft und neben seinen Defensivqualitäten
auch offensiv eine extreme Verstärkung auf der linken Schiene sein
könnte. Ein Kauf dieses Spielers könnte aber wahrscheinlich nur mit einem Verkauf von Itakura finanziert werden, so dass man dann auf der Innenverteidigerposition wahrscheinlich auch nochmal nachlegen müsste.
𝗤𝘂𝗲𝗻𝘁𝗶𝗻 𝗠𝗲𝗿𝗹𝗶𝗻 𝘅 𝗠𝗮𝘀𝘀𝗮𝗹𝗶𝗮 🔵⚪️ pic.twitter.com/5LDVrd0K1h
— Olympique de Marseille (@OM_Officiel) January 27, 2024
2. Abakar Sylla (LV, 22, Racing Straßbourg)
Dieser Linksfuß war als
linker Innenverteidiger nicht immer erste Wahl bei seinem Verein, gilt aber als
Spieler, der extrem stark darin ist, Bälle zu antizipieren. Häufig
wählt er hier den direkten Weg einen heranlaufenden Stürmer sofort
abzulaufen und ihm den Ball abzujagen, etwas was der häufig viel zu
passiven Gladbacher Defensive extrem gut zu Gesicht stehen könnte.
Hinzu ist es Nationalspieler der Elfenbeinküste und wurde bei seinem
Heimatverein zuzüglich vom Ex-Dortmunder Soumaila Coulibaly ein
Stück weit verdrängt. Bei einem Marktwert von 10 Millionen Euro
sollte Straßbourg hier also auf jeden Fall bereit sein, ihn auch zu
günstigeren Bezügen zu verkaufen. Zu seinen weiteren Stärken
zählen zudem noch seine langen Bälle nach vorne, Stichwort
Zielspieler im Sturm finden, von denen Gladbach mit Tabakovic, Machino
und im Verlaufe der Saison dann auch wieder Kleindienst so
einige hat.

3. Emmanuel Biumla (20, Angers SCO)
Dieser 1,85 große Innenverteidiger aus Kamerun ist vor allem eins: Ein für sein alter physisch extrem robuster Zweikämpfer. Auch er war zwischenzeitlich Frankreichs U20-Kapitän und spielte auch in seinem Verein u.a. fast die gesamte letzte Rückrunde durch. Interesse gab es auch schon von Vereinen, wie der PSV Eindhoven, dem Hamburger SV, wie auch Betis Sevilla, was noch einmal mehr sein großes Potenzial unterstreicht. Hinzu wäre er mit einem Marktwert von 4 Millionen Euro auch noch einmal deutlich günstiger zu haben als die beiden anderen Kandidaten und neben einem Backup in der Innenverteidigung hinzu auch noch eine Investition in die Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Wiederverkaufswert.
4. Aurèle Amenda (21, Eintracht Frankfurt, Leihe)
Und sollte man noch mal einen richtigen Tower in der Defensive haben, dann wäre da immer noch Eintracht-Frankfurt-Talent Aurèle Amenda. 1,97 groß, knallt hinten alles weg, hervorragend im Positionsspiel und definitiv ein Talent, dem viele Scouts in den nächsten Jahren den Durchbruch in der Bundesliga zutrauen. Ob dies allerdings nächste Saison schon bei Eintracht Frankfurt passieren wird, mag angesichts der starken Konkurrenz doch stark bezweifelt werden. Eine Leihe zu einem etwas kleineren Bundesliga-Club wäre daher aktuell der perfekte Zeitraum und kein Bundesliga-Verein brauch diese Form von physischen und zweikampfstarken Innenverteidigern derzeit so sehr wie Borussia Mönchengladbach. Eine Leihe mit Kaufoption wäre daher für alle Seiten mehr als nur interessant.
Fazit: Transfers in der Defensive nun entscheidend

Die große Schwachstelle
der Gladbacher bleibt nach wie vor die Defensive, weswegen ich mich –
im Gegensatz zu meinen klassischen Shopping-Guides – jetzt auch bei
meinen Transfervorschlägen ausschließlich darauf konzentriert habe.
Im Mittelfeld hingegen wird eine Menge davon abhängen, ob es gelingt
Rocco Reitz zu halten, der während der U21-EM mehr als einmal
gezeigt hat, wie viel mehr noch in diesem Ausnahmetalent steckt, wenn
er richtig eingesetzt wird. Wenn es zuzüglich noch gelingt, ob mit
oder ohne Seoane, langfristig auch mal wieder zu dem mutigen Fußball
zurückzukehren, für den Gladbach einst stand, sollte es eigentlich
möglich sein, auch mal wieder höhere Ziele anzuvisieren. Wichtig ist vor allem weiterhin auf dem Transfermarkt die Augen offen zu halten, insbesondere was robuste und talentierte Verteidiger angeht. Auf dass mein Versehen (?) am Strand von Montenegro die Fohlen im Kicker-Tippspiel als direkten Absteiger zu tippen, dann hoffentlich wirklich nur mein kleiner Florian-Neuhaus-Moment bleibt :)
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Rückblick Frauen EM 2025: Wie gut sind die DFB-Frauen aktuell?

Die Frauen EM ist vorbei und in einem packenden Elfmeterschießen gegen Spanien schafften es schließlich erneut die Engländerinnen den EM-Titel zu verteidigen. Auch Deutschland hat sich mit einer Halbfinalplatzierung zumindest ergebnistechnisch am Ende gut präsentiert. Dennoch gab es auch Spiele, wie z.B. das 1 : 4 gegen Schweden, die Fans der DFB-Frauen große Sorgen bereiteten. Große Schwächen im Positionsspiel in der Viererkette, wie auch schlecht zu Ende gespielte Angriffe der Deutschen trafen hier auf eine schwedische Mannschaft, die an diesem Abend in jeder Hinsicht besser und effizienter war. (Bild: IMAGO / MIS)
Wo also steht das DFB-Team aktuell auch im Hinblick auf kommende Turniere? Kann man es schaffen, langfristig wieder die unangefochtene Nr. 1 in Europa zu werden? Oder war auch im Frauenfußball die Jugendförderung in Spanien, Frankreich und England in den letzten Jahren schlichtweg besser? Hier ein Rückblick auf das abgelaufene Turnier:
DER TRAINER:
Mit Christian Wück ist
es dem DFB gelungen, den vielleicht erfolgreichsten Jugendtrainer der letzten Jahre zu verpflichten. Sowohl die
Weltmeisterschaft 2023 konnte er als Trainer der deutschen
U17-Nationalmannschaft gewinnen als auch im selben Jahr die
Europameisterschaft. Auch junge deutsche Talente, die es in ihrem
Verein nach wie vor schwer haben, konnten unter ihm aufblühen, allen
voran der Ex-Dortmunder Paris Brunner, der als „schwieriger
Charakter“ sowohl beim BVB als auch bei seinem aktuellen Club AS Monaco bislang kaum eine Chance bekam, unter Christian
Wück aber in der deutschen U17 komplett durch die Decke ging und völlig zu Recht zum besten Spieler der WM 2023 gewählt wurde. Ähnliches gilt für Noah
Darwich aus der Jugend vom FC Barcelona, der ab nächster Saison beim VFB
Stuttgart spielen wird, wo sich zeigen wird, ob Wück hier ein
weiteres Riesentalent entdeckt hat, welches in ein paar Jahren
vielleicht auch für die deutsche A-Nationalmannschaft in Frage
käme.
Bei der U17-WM wurde Paris Brunner von Borussia Dortmund zum besten Spieler gekürt. Der BVB hat einen klaren Plan mit dem Weltmeister. 🔮
— Sky Sport (@SkySportDE) December 28, 2023
↪️ Nach Informationen der Zeitung kann Brunner zu seinem 18. Geburtstag am 15. Februar auf einen Profivertrag hoffen.#SkyTransfer pic.twitter.com/vneKiUAwLW
Als Trainer einer Frauenmannschaft hat Wück, der 10 Monate vor dem abgelaufenen EM-Turnier die Nachfolge von Horst Hrubesch antrat, allerdings zuvor noch gar keine Erfahrung gesammelt, wo sich bereits die erste Frage stellt:
Kann ein Trainer, der erfolgreich im Jugend-/Herrenbereich gearbeitet hat, seinen Spielstil einfach so von null auf hundert auch auf eine Frauen-Nationalmannschaft übertragen? Denn so versiert und teilweise eloquent er sich als Trainer auch bislang präsentiert hat, so sehr häuften sich auch die Fragen von Kritikern sowohl zur Kadernominierung als auch zu den – teilweise auch verletzungsbedingten – häufig sehr merkwürdigen Startelf-Aufstellungen.
Insbesondere die Nicht-Nominierungen von renommierten Spielerinnen wie Nicole Anyomi, Carolin Simon und Felicitas Rauch zur EM sorgten für Verwunderungen, insbesondere bei den Spielerinnen selbst, die – laut eigener Aussage – in der entscheidenden Vorbereitungsphase auf die EM vom Bundestrainer nicht einmal kontaktiert wurden, beziehungsweise erst aus den Medien erfuhren, dass sie nicht nominiert waren.
Auch die Frage, warum sich der DFB bei der Trainerwahl nicht auch mal wie viele andere Nationen nach einer externen Lösung umgeschaut hat, darf man sich schon mal stellen.
Dennoch ist man seitens des DFBs trotz des Halbfinalaus’ gegen Spanien (0 : 1) mit der Leistung von Wück sehr zufrieden. „Wir sind hundertprozentig überzeugt von Christian Wück, von seinem Weg“, erklärte DFB-Präsident Bernd Neuendorf gegenüber der Frankfurter Rundschau und führte weiter aus: „Er hat eine Transformation eingeleitet und die ist gelungen, das muss man ehrlich sagen. Auch seinen Mut, auf junge Spielerinnen zu setzen, schätzen wir sehr.“
Ob
Wück auch bei der Frauen WM 2027 noch Trainer sein wird, steht
allerdings noch in den Sternen. Im Moment läuft sein Vertrag nur
noch bis 2026 und müsste daher seitens des DFBs dringend verlängert werden.
KADER UND SPIELSTIL:
Der Kader hingegen wurde im ersten Spiel gegen Polen (2 : 0) zunächst einmal von einem gewaltigen Schockmoment heimgesucht: Ausgerechnet Giulia Gwinn, Rechtsverteidigerin, Kapitänin und eine der unangefochtenen Führungsspielerinnen auch neben dem Platz verletzte sich in diesem Spiel so schwer, dass sie gleich für mehrere Monate ausfallen wird.
Ihren Platz musste dann schließlich die noch sehr turnierunerfahrene Carlotta Wamser antreten, die zwar durchaus in vielen Spielteilen Potenzial aufblitzen ließ, dann aber auch immer wieder durch unglückliche Aktionen, wie z.B. der roten Karte im dritten Gruppenspiel gegen Schweden (1 : 4) auffiel. Diese erhielt sie nachdem sie ganz Luis-Suarez-like einfach mal einen Ball mit der Hand von der Torlinie abwehrte, sicherlich keine Absicht, aber da sie dadurch gleichzeitig auch noch einen Strafstoß verursachte, für das Team maximal unglücklich.
Ebenso unglücklich war auch die frühe rote Karte von Innenverteidigerin Kathi Hendrich im Viertelfinale gegen Frankreich, wo sie eine Gegenspielerin am Zopf zog und welches die Deutschen mit über 100 Minuten in Unterzahl dann nur noch mit sehr viel Glück und dank einer herausragenden Ann-Katrin Berger im Tor noch gewinnen konnten. Generell war die Torhüterin grade im späteren Verlauf des Turniers ganz klar die wichtigste Spielerin des Teams, alleine ihr unglaublich gehaltenes Eigentor sollte zu Recht als eines der ganz großen Highlights des Turniers genannt werden:

Ansonsten ließ Wück zumeist in einem 4-3-3-System spielen mit (nach Guilia Gwinns Verletzung) Janina Minge als neue Kapitänin auf der sechs und den beiden pfeilschnellen Flügelspielerinnen Klara Bühl und Jule Brandt in der Offensive.
Diese Offensive – vervollständigt von Bayern-Stürmerin Lea Schüller auf der Neun – funktionierte in den ersten beiden Spielen auch noch halbwegs gut, verlor dann aber im Verlaufe des Turniers leider immer mehr an Glanz. Auch die Umstellung von Giovanna Hoffmann im Sturmzentrum, die zwar gut darin war Bälle festzumachen und Mitspielerinnen in Szene zu setzen, selbst aber nur wenig Torgefahr ausstrahlte, war hier zum Teil für verantwortlich. So wurde Deutschland von Spiel zu Spiel immer mehr und mehr zu einer defensiven Mauermannschaft, die wenn überhaupt nur über Konter kam und gegen Frankreich (auch aufgrund der Unterzahl) wie auch im letzten Halbfinalspiel gegen Spanien klaren Underdog-Fußball spielte.
Viele
Fans und Medien kritisierten diesen Spielstil, war doch Deutschland
in den vergangenen Turnieren immer eine Mannschaft war, die zwar immer wieder mal den ein oder anderen Lapsus mit drin hatte, aber zumindest begeisternden
Offensivfußball spielte. Davon war spätestens ab dem Viertelfinale leider nur
noch wenig zu sehen. Positiv muss man allerdings anmerken, dass man in den letzten Jahren im Frauenfußball selten
eine defensiv kämpferisch so starke Leistung gesehen hat, wie die von
Deutschland im Viertelfinale gegen Frankreich. Angeführt von
Torwärtin Ann-Katrin Berger fast ein gesamtes Spiel in Unterzahl
gegen eine offensiv so starke Mannschaft so wenig zuzulassen: Das
erinnerte fast schon an die deutschen WM-Finalhelden von 2002,
angeführt von einem in diesem Turnier ebenfalls herausragenden
Oliver Kahn.
PLAYER TO WATCH:
Eine weitere Parallele zwischen Ann-Katrin Berger und Oliver Kahn wäre sonst noch die Tatsache, dass auch bei ihr Genie und Wahnsinn nicht selten mal dicht beieinander liegen. Denn so sehr sie im Spiel gegen Frankreich brillierte, so häufig gab es jedoch grade in den Vorrundenspielen Momente, wo sie selbst als quasi Feldspielerin in der Gegend herumdribbelte und ihre Mannschaft dadurch häufig und unnötig in Gefahr brachte. Dies ging so weit, dass sie nach der 1:4-Niederlage gegen Schweden sogar vom Bundestrainer öffentlich angezählt wurde. Auch flapsige Sprüche wie nach dem gewonnenen Viertelfinale gegen Frankreich, wo sie auf die Frage eines Journalisten, was sie ihren Spielerinnen vor dem Elfmeterschießen gesagt hat, nur trocken "ich hab ihnen gesagt, dass, weil sie mich im Training geschlagen haben, mit Sicherheit auch Justine Lerond (französische Torhüterin) schlagen werden" antwortete, erinnern schon ein bisschen an den ein oder anderen Spruch des "Titans". Was wiederum für ihren Charakter spricht, ist die Tatsache, dass sie das späte Gegentor im Halbfinale gegen Spanien, was letztendlich für das Aus der Deutschen sorgte, komplett auf ihre Schulter nahm.
Dennoch war sie ganz klar eine der Spielerinnen der EM 2025, nicht nur im DFB-Team. Gleiches gilt für Janina Minge, die fast über das gesamte Turnier als Kapitänin top Leistungen gebracht hat und vielleicht die Neuentdeckung dieser EM auf deutscher Seite ist. Ebenso die erst 22jährige Jule Brand muss man klar positiv hervorheben, eine Spielerin, die immer wieder Zug nach vorne brachte und grade auch, was ihre Laufleistung und ihr defensives Mit-Nach-Hinten-Arbeiten angeht, zu den stärksten Spielerinnen der aktuellen DFB-Generation gezählt werden muss.

Schade hingegen war, dass Christian Wück so wenig auf Selina Cerci von der TSG Hoffenheim setzte. Eine solche Hybridspielerin aus Stürmerin und Flügelspielerin hätte der deutschen Nationalmannschaft in diesem Turnier offensiv definitiv gut zu Gesicht gestanden, da sie zudem auch noch genau die Mischung aus der Physis von Giovanna Hoffmann und der Schnelligkeit aus Lea Schüller mitgebracht hätte - eine der weiteren großen Fragen im taktischen Konzept von Christian Wück, auf welche wohl nur er selbst eine Antwort weiß.
Für die erst 20jährige Franziska Kett auf der Linksverteidigerposition könnte dieses Turnier hingegen die Eintrittskarte in die Stammelf beim FC Bayern sein. Dort steht sie nämlich bereits seit 2020 unter Vertrag, hatte dort allerdings u.a. in der letzten Saison nur einen einzigen Startelfeinsatz und musste sich als Talent dort weiter hinter der Konkurrenz anstellen. Im Spiel gegen Frankreich wurde sie dann aber u.a. vom Kicker neben Ann-Katrin Berger zur besten Spielerin des Spiels gewählt, wohl gemerkt in ihrem ersten Einsatz in einem großen Turnier.
Auch Elisa Senß als Abräumerin im
Mittelfeld sollte man noch mit erwähnen, wenn es um die "Players
To Watch" im DFB-Team geht - insbesondere als es dann gegen
die stärkeren Gegner wie Frankreich und Spanien ging. Kaum eine
Spielerin stand in diesen Spielen so sehr für die kämpferische Note im Spiel der
DFB-Elf.
WIE SIEHT DIE ZUKUNFT DER DFB FRAUEN AUS?
Ganz klar ist, dass der Umbruch bei den DFB Frauen noch nicht wirklich beendet ist. Lücken die Führungsspielerinnen wie Mittelstürmerin Alexandra Popp oder Abwehrchefin Marina Hegering hinterlassen haben, konnten noch nicht wirklich kompensiert werden. Hinzu musste in diesem Turnier auch aufgrund der vielen Verletzungen und roten Karten viel improvisiert werden und Spielerinnen auf Positionen gesetzt werden für die sie vor Turnierbeginn wenn dann nur als absolute Backups gedacht waren. Hier wird es bis zur WM 2027 nun umso wichtiger werden, eine neue zuverlässige Stammelf zu finden.
Die gute Nachricht für den DFB ist, dass grade die jungen Spielerinnen wie Jule Brandt, Franziska Kett, Klara Bühl oder auch Sjoeke Nüsken weites gehend solide bis gut performt haben. Wo es in Zukunft aber unbedingt mehr Konstanz brauch ist in der Abwehrzentrale, wie auch auf der Mittelstürmerposition.
Dieses ständigere Rotieren wird hier auf Dauer nicht gut gehen, insbesondere nicht dann, wenn bei der WM auch noch die ganz großen Brocken im Frauenfußball wie Australien, Japan oder USA warten - Teams, die vor allem eins sind, nämlich unglaublich erfahren und abgezockt. Möchte man hier auf eine schnelle torgefährliche Stürmerin wie Lea Schüller setzen, die von Bühl und Brand mit Flanken gefüttert wird oder wählt man hier ein eher variableres Spiel mit z.B. Hoffmann und Cerci in der Doppelspitze? Gleiche Entscheidungen müssen in der Defensive getroffen werden, wo z.B. mit Rebekka Knaak eine Innenverteidigerin aufgestellt wurde, die trotz einem Alter von 29 Jahren vorher noch nie ein Länderspiel gespielt hat, wie auch mit Giulia Gwinn, Franziska Kett, Sophia Kleinherne und Sarai Linder mit gleich mit vier verschiedenen Außenverteidigerinnen gespielt hat von denen einige bei ihren Vereinen noch dazu kaum Spielpraxis hatten.
Des Weiteren gibt es für den DFB auch noch eine Menge zu tun, was die Basisarbeit im Breitensport angeht. Dass junge Mädchen aus weniger dicht besiedelten Gebieten nach wie vor große Probleme haben, überhaupt einen Verein zu finden, wo sie Fußball spielen können, wäre im Herrenfußball absolut undenkbar, ist aber in Deutschland im Frauenfußball nach wie vor der Fall.
Auffällig ist hinzu, dass sich in der Frauen-Bundesliga mehr und mehr die Vereine durchsetzen, die auch im Herrenfußball erfolgreich sind. Das mag auf dem ersten Blick erstmal gut für den Frauenfußball klingen, da Vereine, die im Herrenfußball z.B. regelmäßig Champions League spielen, natürlich allgemein finanzieller weitaus stärker aufgestellt sind. Für die Gesamtentwicklung des Frauenfußballs ist diese Entwicklung aber allerdings auch nicht ganz ungefährlich, weil das natürlich klar auf Kosten der Vereine gilt für die die Frauenfußball-Abteilung eben nicht nur die "Zweite Geige" im Club ist.
Prominentestes Beispiel ist hier der Verein Turbine Potsdam, mit zwei Europacup-Siegen und zwölf deutschen Meisterschaftstiteln einst das Aushängeschild im deutschen Frauenfußball, die nun aber mit nur einem Punkt aus 19 Spielen das zweite Mal sang- und klanglos aus der Bundesliga abgestiegen sind. Auch andere Traditionsvereine im Frauenfußball wie der SSV Essen und Carl-Zeiss Jena haben mehr und mehr Probleme sich gegen die Platzhirsche der Bundesliga Wolfsburg, Bayern, Freiburg, Frankfurt, Leipzig oder Leverkusen zu halten.
Platz 0️⃣4️⃣ in der Abschlusstabelle der Google Pixel Frauen-Bundesliga - so gut waren wir noch nie! 💪🖤❤
— Bayer 04 Leverkusen (@bayer04fussball) May 13, 2025
Auch 43 Punkte und 13 Saisonsiege sind jeweils Rekorde! 🔥#Bayer04Frauen | #Werkself pic.twitter.com/QrVUjtE4jT
Der deutsche Frauenfußball muss also trotz allen Hypes in puncto Medienaufmerksamkeit und Zuschauerzahlen aufpassen seine Basis nicht zu verlieren. Denn diese Form von Identifikation mit Frauenfußball als ganz eigenes Feld war für in der Vergangenheit für viele dieser abgestürzten Traditionsclubs auch immer extrem wichtig, um junge Mädchen und damit neue junge Talente für den Fußball zu begeistern und zu entwickeln, siehe Turbine Potsdam, jahrzehntelang eine der größten Talentschmieden in Deutschland.
Eine grundsätzliche Frage im Frauenfußball sollte daher auch die sein, ob man diesen komplett durchkommerzialisierten Weg des Herrenfußballs überhaupt so mitgehen möchte oder nicht lieber eine Infrastruktur erschaffen will, die in erster Linie für Vereinsidentifikation sorgt, wie es zum Beispiel in vielen anderen vermeintlich kleineren Sportarten wie Handball oder Eishockey der Fall ist. Hierbei wäre dann nur wichtig, dass die Vereine den Fans und Spielerinnen auch vermitteln, dass für sie - was Talentförderung angeht - der Frauenfußball genauso wichtig ist wie der Männerfußball.
Das könnte zumindest mal ein Denkanstoß für den DFB und insbesondere auch für die DFL sein. Denn dass auch der Frauenfußball immer mehr eventisiert wird und selbst Vereine wie Real Madrid, die lange Zeit den Frauenfußball komplett ignorierten, allmählich auch im Frauenfußball eine weitere nicht ganz unlukrative Investitionsquelle sehen, wird wohl in den letzten Jahren kaum jemandem entgangen sein.
Genau das aber könnte für den DFB und den deutschen Frauenfußball aber wiederum das entscheidende Puzzleteil sein. Denn Deutschland hat diese Frauen-Traditionsvereine wie Turbine Potsdam und hier eine Tradition zu pflegen, die Menschen ganz unabhängig vom Herrenfußball miteinander verbindet, wie auch Leidenschaft, Liebe zum Sport, Offenheit und Diversität ausstrahlt, könnte meiner Meinung nach ein Ansatz sein, der auch über die großen Vereine hinaus wieder mehr junge Mädchen zum Fußball spielen bringen könnte - und mit dieser Strategie dann letztendlich langfristig auch wieder für eine DFB-Frauen-Nationalmannschaft sorgen könnte, die Turnier für Turnier wieder zu den ganz großen Titelfavoriten gehört.
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Shopping-Guide zu Werder Bremen: Welche Transfers könnten die Grünweißen diesen Sommer noch verstärken?

Wie hoch sind die Ambitionen bei Werder Bremen mittlerweile wieder, wenn es um die nächste Bundesliga-Saison geht? Diese Grundfrage beschäftigt derzeit eine Menge Fans, wenn es um den Transfersommer rund um die jüngst eher chronisch klammen Bremer geht, die in der letzten Saison mit Platz 8 Europa nur äußerst knapp und mit nur einem Punkt Abstand auf einen Conference-League-Platz verpasst hatten. Ist man zufrieden mit den Ergebnissen der letzten Jahre unter Ole Werner, wo man sich zumindest immer im gesicherten Mittelfeld der Tabelle befand? Oder dient die Verpflichtung vom Elversberger Erfolgstrainer Horst Steffen dem Ziel langfristig wieder ein Verein zu werden, der dauerhaft um die Europaplätze mitspielt? (Bild: IMAGO / Nordphoto)
Letzteres wäre
zumindest insofern interessant, da laut eigener Aussage ein Grund für den Abgang von
Ole Werner zu RB Leipzig mangelnde Ambitionen der Vereinsführung war. Insbesondere, was
die Transferphilosophie angeht, kritisierte Werner hier mehrfach,
dass Wunschtransfers von ihm keine Berücksichtigung bekämen und ihm allgemein die Herangehensweise
an neue (teurere?) Transfers von Geschäftsführer Sport Clemens Fritz und Sportdirektor Peter Niemeyer zu risikoarm
wäre. Wir brauchen eine andere Konkurrenzsituation - und zwar möglichst schnell, äußerste sich der 31-Jährige beispielsweise einst im Januar 2024 nach einer 1 : 3 Testspielpleite gegen Eintracht Braunschweig.
Werder Bremen: In der Kabine ist es Thema: Bereitet Ole Werner seinen Abgang vor?https://t.co/LYOvM1doYw
— BILD Werder Bremen (@BILD_Werder) May 23, 2025
Ole Werner kein Talentförderer?
Umgekehrt gab es allerdings auch seitens der Werder-Fans durchaus Kritik am mittlerweile beim (ausgerechnet!) Talententwickler-Club RB Leipzig angestellten Trainer Ole Werner. Insbesondere die Einbindung von jungen Spielen sei etwas, was immer klar zur Vereinsphilosophie von Werder Bremen gehöre, so Clemens Fritz als Reaktion auf Werners mehrfache Kritik gegenüber der Deichstube, was viele Fans durchaus als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Denn grade im Vergleich zu seinem Nachfolger Horst Steffen ist hier schon auffällig, wie wenig Ole Werner in den letzten Jahren auf junge Spieler setzte.
Prominentestes Beispiel ist hier ganz klar Nick Woltemade. Neben weiteren hochveranlagten Spielern wie Fisnik Asllani, Muhammed Damar, Elias Baum und Paul Wanner ist nämlich auch Woltemade ein Spieler der Elversberger Talentschmiede von Horst Steffen. Bei 31 Einsätzen schoss er hier bereits in seiner ersten Saison ganze 10 Tore und half so mit entscheidend beim Aufstieg der Elversberger in die zweite Liga mit.
Unter Ole Werner bekam er in der Saison darauf wiederum grade mal sechs Startelfeinsätze, so dass man sich in Bremen schließlich dazu entschied, das Kapitel Woltemade zu beenden und ihn schließlich ablösefrei nach Stuttgart ziehen ließ.
Wie diese Geschichte weiter ging weiß wohl jeder, der in den
letzten Wochen auch nur im geringsten deutschen Fußball verfolgt
hat: Eine Marktwerterhöhung auf 30 Millionen Euro laut
Transfermarkt, wie auch eine Gesamtsumme von mindestens 65 Millionen,
die der VFB derzeit von Clubs wie Bayern München haben möchte: Vielleicht eine der schnellsten Aufstiege eines Bundesligastürmers aller Zeiten und für Werder Bremen, die ohne jegliche Weiterverkaufsbeteiligung bei all dem komplett leer ausgehen, natürlich ein finanzielles Debakel.
Da neben Woltemade auch andere junge Werder-Talente wie Keke Top (hier auch verletzungsbedingt), Isak Hanssen-Aroen und Leon Opitz unter Ole Werner kaum eine Chance bekamen, sollte es daher nicht verwundern, dass sich viele Bremen-Fans mittlerweile fragen: Wie konnte Werner ein solches Talent wie Woltemade eigentlich so verborgen bleiben? Und war der Wechsel zu einem junge Spieler fördernden Trainer nicht vielleicht sogar schon lange überfällig?
Philosophiewechsel bei den Werderanern?
Mit ein wenig gesundem Zynismus könnte man hier durchaus so gemein sein zu sagen, dass die Grundvoraussetzung für einen Philosophiewechsel auf dem Transfermarkt die wäre, dass es in den letzten Jahren überhaupt eine Philosophie bei Werder-Einkäufen gab.
Denn wenn man sich so einige Transfers der letzten Jahre anschaut – von nach wie vor großen Fragezeichen wie Alvaro Skelly bishin zu extrem verletzungsanfälligen Spielern wie Olivier Deman oder Naby Keita, der quasi schon als Dauerpatient nach Bremen kam - könnte es einem als Fan durchaus hin und wieder schwerfallen hinter all diesen Transfers eine wirkliche Strategie zu sehen.
Auch die 10 Millionen, die Werder Bremen
diesen Sommer bereits an Juventus Turin für die Dienste vom Belgier
Samuel Mbangula überwies, werfen zumindest Fragen auf, hieß es doch seitens der Vereinsführung zunächst, dass man sich lieber auf verschiedenen Positionen zu
weniger höheren Preisen verstärken möchte.
Ganze sechs Spieler wollte
man holen, u.a. auf Positionen wie den beiden Außenverteidigerpositionen,
dem offensiven Mittelfeld und dem Sturm. Dies war zumindest die
Maßgabe der lokalen Investoren, die für 18 Prozent der Anteile am
Verein 38 Millionen Euro beigesteuert hatten - allerdings mit der ganz klaren Bedingung, dass
diese in Transfers fließen sollten, die in einigen Jahren
gewinnbringend wieder verkauft werden könnten.
Ob dies im Fall Mbangula möglich sein wird ist zumindest ein Gamble. Denn mit Blick auf sein Spielerprofil: 7 Scorer in der vergangenen Saison als linker Flügelspieler unter 34 km/h Endgeschwindigkeit, 1 : 1 Situationen, die von ihm eher über die Athletik als übers Dribbling gelöst werden, wie auch ein starker Fokus auf Flanken: Das sind schon alles nicht unbedingt Attribute, die besonders zum häufig gespielten 4-2-4-Spielstil von Horst Steffen passen. Dieser zeichnete sich nämlich in Elversberg eher dadurch aus, dass er lange Bälle auf Stürmer und offensive Mittelfeldspieler wie Damar und Asllani schießen ließ, die dann wiederum häufig technisch starke und vor allem schnelle (!) Flügelspieler zur Vollendung eines Angriffs suchen sollten.
Dennoch werden viele Werder-Fans kommende Saison natürlich gespannt auf den (nach Davy Klaassen, 13,5 Millionen) zweitteuersten Transfer der Vereinsgeschichte blicken:

Hinzu kommt noch die extrem
bittere Kreuzbandverletzung von Mitchell Weiser, der unter Horst
Steffen eigentlich ab kommender Saison als Hybridspieler fungieren sollte, der mal als
Rechtsverteidiger, mal auf dem rechten Flügel aufläuft.
Auch ein Verbleib von
Führungsspielern wie Stürmer Marvin Ducksch und Mittelfeldmotor
Romano Schmid steht derzeit noch in den Sternen, womit dann natürlich noch deutlich
mehr Positionen als die linke Flügelposition zu den Baustellen bei
Werder Bremen gehören würden - Baustellen, für die ein Großteil des Transferbudgets dann eben schon weg wäre:
DIE DEFENSIVE:
Hier hat man mit der Leihe
vom Ex-Gladbacher Maximilian Wöber aus Leeds United zumindest
schon mal einen guten Schritt getan, was die Stabilität in der
Innenverteidigung angeht. Auch Kapitän Marco Friedl wie auch
Ex-Hertha-Talent Niklas Stark lieferten hier in der
vergangenen Saison solide bis gute Leistungen. Was aber in einer gut
funktionierenden Horst-Steffen-Mannschaft auf gar keinen Fall fehlen
darf sind spielstarke Außenverteidiger. Und damit wären wir schon
beim ersten Transfervorschlag, eine Leihe, die eigentlich wie kaum
eine andere auf der Hand liegen müsste:
Elias Baum (19, Eintracht Frankfurt)
Der von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Rechtsverteidiger war in der abgelaufenen Saison der vielleicht wichtigste Spieler im System von Horst Steffen bei der SV Elversberg. Trotz seiner grade mal neunzehn Jahre war er nicht nur Führungsspieler auf der Rechtsverteidigerposition, sondern auch Top-Vorlagengeber und ein absoluter Tausendsassa auf der rechten Außenbahn. Dennoch ist die Konkurrenz im Eintracht-Frankfurt-Kader für ihn nach wie vor sehr groß, weswegen eine erneute Leihe – diesmal zu einem Bundesligisten – für den Spieler extrem Sinn machen würde. Und wenn es dann noch ein Bundesligist sein könnte, wo nicht nur sein größter Förderer Horst Steffen neuer Trainer ist, sondern wo zuzüglich durch die Verletzung von Mitchell Weiser auch noch eine Planstelle aufgegangen ist, die von der Position her nicht besser zu Baum passen könnte: Da müsste man seitens der Scouting-Abteilung von Werder Bremen eigentlich schon fast blind sein, wenn man nicht zumindest mal darüber nachdenken würde, sich hier mit Frankfurt in puncto Elias-Baum-Leihe mal an einen Tisch zu setzen.
Auch für die deutsche Nationalmannschaft wäre dieser Wechsel durchaus interessant, da
Baums Konkurrent (sowohl in der U21 als auch bei Eintracht Frankfurt) Nnamdi Collins
hier in der Vergangenheit durchaus mal wacklig war und auch in der A-Nationalmannschaft der Verzicht auf Joshua Kimmich im Mittelfeld zugunsten seiner Platzierung hinten rechts (aufgrund von mangelnden Alternativen) nach wie vor nicht alle Fans zufrieden stellt.
Omar Traoré (27, 1. FC Heidenheim)
Auch dieser Rechtsverteidiger ist Horst Steffen bereits bekannt, wenn auch hier die Erinnerung vielleicht nicht ganz so angenehm sein könnte. Sein blitzsauberer Diagonalball auf Leo Scienza war es nämlich, der im zweiten Relegationsspiel Heidenheim gegen Elversberg für das frühe 1 : 0 für Heidenheim sorgte und damit letztendlich den Bundesliga-Aufstieg seines Ex-Clubs verhinderte. Dennoch sind grade Traorés Stärken mit dem Ball durchaus interessant für den Spielstil von Horst Steffen. In 43 Spielen für Heidenheim war er wettbewerbsübergreifend sowohl in Sachen progressive Pässe, wie auch in Sachen Flanken in den obersten Perzentilen. Des Weiteren kann er sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite spielen, wo angesichts der hohen Verletzungsanfälligkeit von Olivier Deman derzeit auch noch ein zuverlässiger Backup zu Felix Agu fehlt.
Auch junge Talente wie
Samuel Ntanda (20, Sampdoria Genua), Elias Jelert (22,
Galatasaray) und Moris Valinicic (22, Dinamo Zagreb)
könnten hier durchaus interessant sein.

DAS MITTELFELD:
Der mit Abstand wertvollste
Spieler im Mittelfeld ist hier natürlich ganz klar Romano Schmid
mit einem Marktwert von insgesamt 17 Millionen Euro. Umso fraglicher
ist allerdings, ob er nicht vielleicht doch noch den Verein verlassen
könnte. Falls ja, würde dies zwar nochmal eine Menge Geld in die
Kassen spülen, das Transferfenster für die Bremer angesichts der
Qualitätsverlustes dann allerdings nochmal herausfordernder machen
könnte. Denn trotz starker defensiver Mittelfeldspieler wie Senne
Lynen, wie auch dem letzte Saison extrem torgefährlichen Jens
Stage (10 Tore) würde hier den Bremern ganz klar ein Antreiber auf dieser
Position fehlen.
Man müsste also im Falle eines Abgangs daher schnell und möglichst früh schon auf einen Kreativspieler setzen, den man finanziell ohne einen Schmid-Abgang bei einem Marktwert von 12 Millionen Euro sicher nur schwer holen könnte, der aber auch aufgrund einer recht gebrauchten letzten Saison unter Julian Schuster mit einem Schmid-Abgang dann aber umso realistischer werden könnte:
Merlin Röhl (23, SC Freiburg)
Dieses deutsche U21-Talent könnte unter Horst Steffen das sein, was unter ihm vergangene Saison Muhammed Damar war: Ein Spieler, der - flankiert von Lynen und Stage - in die Tiefe läuft, um dort sowohl selbst für Chaos in den gegnerischen Defensivreihen zu sorgen als auch Stürmer und Flügelspieler zu finden. Hinzu war Röhl zuletzt sehr unzufrieden im Breisgau. Immer wieder 3-4 wöchige Mini-Verletzungen brachten ihn häufig aus dem Tritt, so dass man in Freiburg im Verlauf der Saison immer mehr auf den noch jüngeren Johan Manzambi auf seiner Position setzte. Mit Robert Wagner und Yuito Suzuki verpflichtete man diesen Sommer hinzu noch zwei weitere Spieler auf seiner Position, so dass die Lage für Röhl in Freiburg immer enger werden könnte.
Um so mehr zeigte er aber bei der diesjährigen U21-EM, was in ihm steckte. Klar ist, dass Merlin Röhl sich derzeit in seiner vielleicht wichtigsten Karrierephase als offensiver Mittelfeldspieler steckt und dringend einen Trainer brauch, der auf ihn baut und ihn als klaren Leistungsträger sieht. Dieser wäre er in Werder Bremen definitiv, was nicht zuletzt die Tatsache beweist, dass auch Julian Nagelsmann bereits an ihm interessiert ist:
🚨Excl | Merlin Röhl, a serious candidate for Julian Nagelsmann now ✔️
— Florian Plettenberg (@Plettigoal) July 29, 2024
… as revealed in our show ‚Transfer Update‘ on Monday. Many top clubs are keen to sign the 22 y/o central midfielder/winger from SC Freiburg. Nagelsmann is monitoring him closely after his top performances… pic.twitter.com/I3FwnSR37Q
Luca Hyryläinen (20, TSG Hoffenheim)
Vom Beuteschema von Julian Nagelsmann zurück zum Beuteschema von Horst Steffen: Junge offensivstarke Spieler aus der Jugend von TSG Hoffenheim könnte dies wohl ganz gut zusammen fassen, wenn man an die Karrieren von Asllani und Damar unter ihm in Elversberg denkt. Mit dem Finnen Luca Hyryläinen wäre bei der TSG nun aktuell ein weiteres typisches Horst-Steffen-Talent am Start: 63 Prozent Zweikampfquote, dazu noch 82 Prozent gewonnene Luftduelle in seiner letzten Leih-Saison in Ulm, 1,99 m groß, wie auch extrem stark in Sachen progressive Pässe in die Tiefe: Eine Mischung aus Damar und Woltemade, wenn man es so will.
Natürlich fehlt dem u.a. bei Eintracht Frankfurt ausgebildeten Mittelfeldspieler noch komplett die Erfahrung, was aber für einen Trainer wie Horst Steffen kein Ausschlusskriterium sein sollte. Hinzu wäre er mit einem Marktwert von 2 Millionen Euro und einem Vertrag bis 2026 ein absolutes Schnäppchen auf der offensiven Mittelfeldposition und könnte die skandinavische Connection gemeinsam mit dem Dänen Jens Stage und dem Norweger Isak Hansen-Aaroen dann noch einmal mehr komplettieren.

DIE OFFENSIVE:
Allerdings, wie manch einem aufmerksamen Leser möglicherweise aufgefallen sein könnte: Ein skandinavisches Land fehlt da doch natürlich noch, nämlich das Land Schweden. Und genau aus diesem Land kommt ein Flügelspieler, der nicht nur in der Vergangenen Bundesligasaison neben 11-Tore-Goalgetter Shuto Machino der (!) Leistungsträger schlechthin für seinen Club war wie auch seit 2023 schwedischer Nationalspieler ist, sondern es zuzüglich von Kiel nach Bremen noch nicht einmal sonderlich weit hätte, sollte er sich für einen Wechsel an die Weser entscheiden:
Alexander Bernhardsson (26, Holstein Kiel)
Mit 7 Toren und 2 Vorlagen in der abgelaufenen Saison ist Bernhardsson genau diese Form Flügelspieler für die Horst Steffens Spielstil bekannt ist. Denn jeder, der sich mal ein paar Spiele von der SV Elversberg angeschaut hat, sollte bemerkt haben, dass Steffen nicht erst seit einem gewissen Fisnik Asllani großer Fan von Flügelspieler-/Spielmacher-/Mittelstürmer-Hybridspielern ist, die sowohl körperlich, torgefährlich wie auch schnell und trickreich sind. Genau diese Attribute treffen auch exakt auf Alexander Bernhardsson zu.
Mit fast 2,4 raumgewinnenden Pässen pro 90 Minuten lag er im 89. Perzentil, mit 0,22 erwarteten Assists pro 90 Minuten war er zudem besser als 79 Prozent seiner Kollegen in der abgelaufenen Bundesligasaison. Was ihn aber für Horst Steffen besonders interessant machen könnte, ist sein Torriecher (alle 2,7 Schüsse ein Treffer).
Sein Marktwert liegt zudem bei 3 Millionen Euro, was für Werder Bremen durchaus stemmbar wäre. Hinzu kommt noch, dass sein Verein Holstein Kiel dank des Rekords-Abgangs von Shuto Machino, der für rund 10 Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach wechseln wird, erstmal genug Kapital haben, um sich auch ohne Bernhardsson und Machino für eine gute Zweitligasaison mit Wiederaufstiegsambitionen zu rüsten, daher eher nicht versuchen werden den bis 2027 gehenden Vertrags von Bernhardsson krampfhaft durchzudrücken, wenn dieser für sich den nächsten Schritt zu einem dauerhaften Bundesligisten mit eventuell sogar Europa-Ambitionen sieht.

Allerdings steht Werder Bremen noch vor einem weiteren Problem und das ist der Fall Marvin Ducksch, wo noch nicht klar ist, ob der Mittelstürmer wirklich noch eine weitere Saison an der Weser bleibt. Zwar hat man hier im letzten Jahr mit Keke Top schon einen möglichen jungen Nachfolger verpflichtet, leider stand seine Verletzungsanfälligkeit einer größeren Bundesligakarriere bislang im Wege. Nur auf Keke Topp, beziehungsweise torgefährlichen Flügelspielern wie Samuel Mbangula oder Marco Grüll zu setzen, wäre also durchaus riskant.
Warum also nicht nochmal den kompletten Horst-Steffen-Weg gehen und in puncto einer Leihe mit Kaufoption nochmal bei einem ganz jungen Spieler all in gehen? Und zwar bei der TSG Hoffenheim von denen man den natürlich naheliegendsten Wunschstürmer für Horst Steffen Fisnik Asllani wohl nicht bekommen wird, dafür aber vielleicht einen mindestens genauso talentierten Stürmer, der unter einem Trainer wie Steffen an der Weser den endgültigen Durchbruch schaffen könnte:
Max Moerstedt (19, TSG Hoffenheim)
Dieser gilt derzeit als einer der größten Sturmhoffnungen im deutschen Fußball, was die ganz junge Generation angeht. Weltmeister mit der deutschen U17, A-Junioren-Meister, dazu noch eine Ausbildung u.a. in der Jugend von Bayern München - all dies spricht dafür, dass hier möglicherweise schon der nächste Asllani oder Woltemade heranwächst - ein Stürmer, der für diesen Schritt nur noch den Trainer brauch, der genau diese Art Stürmer entdeckt und zu absoluten Stars formt: Horst Steffen.
Für diesen nächsten Schritt für Moerstedt wäre zudem kaum ein Ort derzeit so falsch, wie die TSG Hoffenheim, die derzeit ganze neun MIttelstürmer im Kader haben, darunter Neuzugänge wie Adam Hlozek und Gif Orban, wie auch dem Leihrückkehrer Fisnik Asllani, die in der kommenden Saison alle in der Hierarchie ganz klar vor Moerstedt stehen werden. Moerstedt würde also bei der TSG Hoffenheim weiterhin nur geringe Chance auf viel Spielzeit bekommen, die Konkurrenzsituation in Bremen wäre hingegen überschaubar.

Die einzige Frage, die sich stellen könnte, ob so sehr Horst Steffen junge Spieler mag und fördert, der Sturm der Bremer dann nicht für eine komplette Saison ein bisschen sehr jung sein könnte. Dieses Problem wäre bei einem Verbleib von Marvin Ducksch natürlich weitesgehend erledigt, eine etwas erfahrene Alternative wäre aber vielleicht noch ganz gut. Und hier führt die Spur zu einem langjährigen Ex-Trainer von Werder Bremen und zwar zu Florian Kohfeldt:
Isac Lidberg (26, Darmstadt 98)
Auch hier handelt es sich um einen Club, der derzeit ein klares Stürmerüberangebot hat, zumindest was die Quantität angeht. Was die Qualität angeht führte aber zumindest in der letzten Saison unter Kohfeldt kein Weg an dem schwedischen Stürmer vorbei: Mit ganzen 14 Toren war Lidberg der sechsterfolgreichste Torschütze der zweiten Liga und das trotz immer wieder aufkehrenden Verletzungsproblemen in den letzten Jahren. Klar für Lidberg ist, dass er sich in der Bundesliga erst noch beweisen muss, wenn, dann aber klar dieser Sommer die Gelegenheit für ihn wäre, sollte Darmstadt 98 keine Überraschungssaison spielen und am Ende möglicherweise sogar ernsthaft um den Aufstieg mitspielen.
Ob er damit direkt ein Ducksch-Ersatz sein könnte, darf auch noch
ein bisschen bezweifelt werden, er könnte aber als durchaus nochmal
zentrumorientierterer Stürmer sowohl neben Ducksch funktionieren,
als auch die Lücke zumindest zeitweise auffangen, solange bis junge
Stürmer wie beispielsweise Keke
Top noch
brauchen, um z.B. mal eine ganze Saison abzuliefern. Sein Marktwert
wird zuzüglich derzeit bei circa 4 Millionen Euro, was auch für
die Lillien ein durchaus lohnenswertes Geschäft wäre - und für
Werder Bremen die Chance auf einen weiteren zumindest aktuell in der 2. Liga extrem
torgefährlichen Mittelstürmer.
Fazit: Junge Spieler mit Erfahrung stützen

Natürlich sollte der Weg für Werder Bremen ganz klar der sein mit jungen Spielern und Horst Steffen etwas aufzubauen. Man sollte aber nicht vergessen, dass man in der letzten Saison auch nur einen Punkt hinter den Europa-Rängen lag, womit klar ist, dass man schon durchaus Qualität im Kader hat. Entscheidend hinzu könnte für die nächste Saison sein, ob man es schafft Führungsspieler wie Romano Schmid und Marvin Ducksch zu halten. Sollte dies gelingen, beziehungsweise sollte man die letzten Wochen auf dem Transfermarkt clever nutzen, könnte für die Grünweißen in der nächsten Saison tatsächlich Europa drin sein.
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Shopping-Guide zu Eintracht Frankfurt: Welche Transfers könnten die SGE diesen Sommer verbessern?

Eintracht Frankfurt hat 2024/25 die erfolgreichste Bundesligasaison der Vereinsgeschichte gespielt. Platz drei und die Qualifikation für die Champions League sind eine beeindruckende Leistung des noch jungen und lange in der Kritik stehenden Trainers Dino Toppmöller. Spätestens jetzt sollte daher klar sein, dass man dem Ex-Bayern-Jugendtrainer und Sohn der ehemaligen Frankfurt-Legende Klaus Toppmöller vertrauen sollte, wenn es um die Zukunft der Eintracht geht. Über allem sollte hier aber die Leistung von Manager Markus Krösche genannt werden. Mit Omar Marmoush, Randal Kolo Muani und Willian Pacho schaffte er es gleich drei zum Zeitpunkt ihrer Verpflichtung noch supergünstige Talente innerhalb kürzester Zeit zu absoluten Rekordtransfers zu machen, weitere, wie z.B. Hugo Larsson oder sein Namensvetter Hugo Ekitiké könnten zeitnah folgen. Doch wie geht es weiter mit der Eintracht? Können „Die Adler“ das hohe Abschneiden in der abgelaufenen Saison in den nächsten Jahren fortsetzen? Und inwiefern beeinflusst dieser Trend die Anspruchshaltung der Fans? (Bild: IMAGO / osnapix)
Ist Eintracht Frankfurt das neue Borussia Dortmund?
Lange Zeit war der BVB das
Aushängeschild Nr. 1, wenn es darum ging, junge Spiele besser zu
machen. Mit Ousmane Dembelé, Erling Haaland und Jude Bellingham
sind aktuell gleich drei Spieler in der Top 10 der laut
Transfermarkt teuersten und erfolgreichsten Fußballer der Welt, die
alle eins gemeinsam haben: Für sie alle war Borussia Dortmund das
Sprungbrett zu einer Weltkarriere. In den letzten Jahren aber scheint
es so als würde Frankfurt mit ihrer hervorragenden
Scouting-Abteilung durchaus Anstalten zu machen den BVB, was diese
Marktlücke in Deutschland auf höchstem Niveau angeht, zu
verdrängen.
Für ganze 95 Millionen
Euro verkaufte man den zuvor noch ablösefrei gekommene Randal Kolo Muani
zu Paris St. Germain – nur um dann ein halbes Jahr später den
ägyptischen Nationalspieler Omar Marmoush für ebenfalls ganze 80
Millionen Euro an Manchester City zu verkaufen. Alleine diese beiden
Rekordtransfers beweisen, dass hier ein neuer „Big Player“ in
Sachen Transfererlöse erzielen auf dem europäischen Markt ist, mit
dem aktuell nur wenige andere Vereine mithalten können.
Die große Frage ist nun aber auch bei Eintracht Frankfurt die, ob hier die letzten Jahre wirklich nur hervorragendes Scouting oder nicht auch ein klein bisschen Glück dabei war. Transfers, wie die Winterverpflichtung von Elye Wahi, der für stattliche 26 Millionen Euro von Olympique Marseille kam, bislang aber unter Toppmöller noch überhaupt nicht funktionierte, zeigten dann zumindest bisher (!), dass auch ein Manager wie Markus Krösche mal verkehrt liegen kann. Auch kamen viele der lukrativen Abgänge wie der von Marmoush sehr plötzlich – in dem Fall sogar mitten in der Saison. Dino Toppmöller musste also mehrmals sein gesamtes Spielsystem umändern – in dem Fall von einer Doppelspitze aus Marmoush und Ekitiké hin zu einem flexiblen 3-4-2-System mit Ekitiké in der Spitze und zwei schnellen inversen Flügelspielern um ihn herum – eine durchaus radikale Spielumstellung, die wohl nicht jeder Trainer auf Anhieb so leicht gemeistert hätte.
Jugend forscht zu forsch?
Grundsätzlich muss man daher schon klar sagen, dass sich die Eintracht grade extrem auf das Diamantenauge ihres Managers Krösche und seines Scouting-Teams verlässt. Verhältnismäßig wenig wird hingegen nach wie vor auf die eigene Jugend gesetzt. Mit Elias Baum war zwar immerhin ein Spieler aus der Frankfurter Jugend bei der diesjährigen U21-EM im deutschen Team dabei (der als Frankfurt-Leihspieler auch den saarländischen „Dorfverein“ SV Elversberg als einer der Führungsspieler schlechthin fast bis in die Bundesliga geschossen hat) andere Spieler, die man vermeintlich mit herausragender Frankfurter Jugendarbeit verbindet, wurden aber alle in anderen Jugendakademien ausgebildeten. Sowohl Ansgar Knauff als auch Nnamdi Collins hat man sich hier zum richtigen Zeitpunkt aus der Dortmunder Jugend geholt und auch der so hochbejubelte Frankfurter Linksverteidiger Nathaniel „Nene“ Brown wurde, wie auch sein Kollege Can Uzun, wurden beim FC Nürnberg ausgebildet. Neben Elias Baum, der nun aus seiner Elversberg-Leihe zurückgekehrt ist, sind sonst mit Nacho Ferri (10 Einsätze) und Noah Fenyo (0 Einsätze) nur noch zwei Spieler im aktuellen Frankfurt Profi-Kader aufgelistet, die bei Frankfurt II ausgebildet wurden.
🖋️ Noah Fenyő bleibt Adlerträger! 🙌
— Eintracht Frankfurt NLZ (@eintracht_lz) June 13, 2023
Der 17-jährige Mittelfeldspieler, der seit 2016 den Adler auf der Brust trägt, bekennt sich langfristig zu Eintracht Frankfurt 🦅
🔗 https://t.co/XatyJuk9fu#SGE pic.twitter.com/xbomnCxNxw
Der große Vorteil könnte
allerdings die erneute – diesmal direkt über die Liga verdiente -
Champions-League-Teilnahme sein. Nicht nur, dass die Eintracht
dadurch auch finanziell mehr und mehr in höheren Sphären
investieren kann – die Chance sich in Frankfurt nicht nur ins
Blickfeld der Top-Clubs spielen zu können, sondern dies auch noch
auf der größtmöglichen Bühne der Welt zu tun, könnte hier nochmal ein
weiteres riesiges Pro-Argument für junge Talente sein.
Die größte Problemstelle
könnte sich allerdings bei einem Abgang von Stürmer Hugo Ekitiké
auftun, der in der Rückrunde nicht nur der Goalgetter Nr. 1 war
(15 Tore), sondern mit seiner Geschwindigkeit über die Außenbahnen
auch einer der wichtigsten Spieler im System von Dino Toppmöller war. Auch Hugo Larsson im Mittelfeld könnte für die Eintracht ein großer Verlust sein, wobei es hier nicht ganz so unwahrscheinlich ist, dass man ihn eventuell noch eine Saison halten kann. Doch schauen wir erst einmal auf die einzelnen Segmente im Kader:
DEFENSIVE:
Hier könnte zunächst einmal ein dauerhafter Wechsel auf der Torwartposition bemerkbar machen. Denn so schön es für die Fans war, zum Ende der Saison wieder Vereinslegende Kevin Trapp zwischen den Pfosten zu sehen, so sehr kam ihm dabei aber auch die Verletzung seines jüngeren Konkurrenten Kaua Santos zu gute. In der nächsten Saison könnte es daher durchaus sein, dass der 22jährige Brasilianer den 35jährigen Deutschen als Nr. 1 verdrängen könnte und man langfristig sogar für ihn noch einen jungen Backup brauch. In der Innenverteidigung war es hingegen einer der wichtigsten Schritte für die Eintracht ihren Abwehrchef Robin Koch zu halten, an dem u.a. Bayer Leverkusen heftig gebaggert hat. Daneben hat man mit Tuta auch noch einen weiteren soliden Innenverteidiger, wie auch mit dem letzten Sommer aus Bern gekommenen Auréle Amenda und Fousseny Doumbia zwei weitere spannende Talente im Kader.
🔄 Aurèle Amenda spielt ab Sommer für Eintracht Frankfurt
— BSC YOUNG BOYS (@BSC_YB) February 7, 2024
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🔜🇩🇪 Nach neun Jahren bei YB wird Aurèle Amenda die Berner im Sommer verlassen und in der nächsten Saison in der deutschen Bundesliga für Eintracht Frankfurt spielen. Über die Höhe der… pic.twitter.com/DSLut0sikT
Auch auf den Außenverteidigerpositionen ist man mit Nnamdi Collins, Arthur Theate, Nnamdi Collins und dem nun fest verpflichteten Rasmus Kristensen zumindest für die Bundesliga sehr gut besetzt. Wie das dann in der Champions-League aussieht, wenn irgendwelche Mbappés, Doués oder Dembelès auf die zum Teil noch auf allerhöchstem Niveau relativ unerfahrenen Außenverteidiger zurasen, sei mal dahin gestellt. Am wahrscheinlich ist daher, dass die Eintracht hier auf mehrere günstigere Backups setzen wird, einfach um den Kader in der Breite und für die Dreifachbelastung noch etwas zu verstärken. Hier ein paar interessante Vorschläge:
El-Chaidalle Bitshiabu (IV, 20, RB Leipzig)
Dieser Innenverteidiger wurde zwar mit großen Vorschusslorbeeren und satten 15 Millionen Euro von den Leipzigern aus Frankreich geholt, kam dort allerdings bislang nur zu wenig Startelfeinsätzen. Hinzu hat man in Leipzig mit Ole Werner nun einen Trainer geholt, der nicht grade bekannt dafür ist, besonders geduldig mit jungen Spielern zu sein – insbesondere in der Innenverteidigung, wo der kleinste Fauxpas häufig sofort zum Gegentor führen kann. Hinzu kommt noch der unglaubliche Druck, der nach der letzten Horrorsaison ohne europäische Qualifikation auf dem gesamten Trainerteam liegt: Das alles spricht nicht unbedingt dafür, dass Bitshiabu’s Standing in Leipzig sich in der nächsten Saison rasant verbessern wird, dennoch möchte man den Spieler laut der Verantwortlichen unbedingt halten und entwickeln.
Eine Leihe zu einem Team,
wo ein Trainer explizit junge Spieler entwickelt, könnte daher für alle drei
Seiten eine maximale Win-Win-Situation sein. Denn dass grade die
körperlichen Anlagen des 1,96 riesigen Innenverteidigers riesig
sind, darüber gibt es wohl keine zwei Meinungen. Grade in Sachen
Luftzweikämpfen und seinen technisch extrem sauberen Tacklings (0
gelbe Karten bislang) liegt hier extremes Potenzial in der Luft.
Anstreben könnte man daher eine einjährige Leihe ggf. mit
Kaufoption für den bei Paris St. Germain ausgebildeten
Innenverteidiger – und wenn es nur ist, um hier insbesondere für die heiße
Phase in der Champions League noch eine weitere Option auf der Position zu haben.

Thomas Beelen (IV, 24, Feyenoord Rotterdam)
Falls man hingegen eher in Richtung einer sofortigen Festverpflichtung schielt, wäre
dieser junge Holländer noch eine sehr spannende Option – auch mit
Hinblick auf einen langfristigen Nachfolger von Tuta. Thomas
Beelen ist Rechtsfuß, würde sich daher auch in einer Dreierkette
sehr gut mit Arthur Theate (Linksfuß) und Robin Koch in der Mitte
ergänzen und hat zudem schon Champions League Erfahrung.
Ebenso kann er auch mal als defensiver Sechser aushelfen, so z.B. im Champions League Spiel gegen den FC Bayern, welches man – u.a. auch dank einer defensiv herausragenden Leistung von Beelen (der in diesem Spiel niemand geringeren als Jamal Musiala komplett aus dem Spiel nahm) mit 3 : 0 gewann.
0:3 des FC Bayern in Rotterdam: Wann waren die Bayern zuletzt Fünfzehnter? https://t.co/ejkFZEWOfv
— Süddeutsche Zeitung (@SZ) January 22, 2025
Hinzu sind seine Pässe ins letzte Drittel extrem gut, wie
auch seine Skills im Spielaufbau, insbesondere was lange Bälle
hinter die Ketten angeht. Sein Marktwert liegt dennoch aktuell „nur“
bei 8 Millionen Euro, ein Transfer um die 10-15 Millionen Euro könnte
also durchaus realistisch sein.
Auf den
Außenverteidigerpositionen könnte, wie schon oben beschrieben, die
Rechtsverteidigerposition nochmal zumindest eine kleine Verbesserung
gebrauchen, insbesondere, was die Defensivarbeit angeht, wo Rasmus
Christensen zuletzt sehr viel offensiv herumgewuselt ist,
wohingegen sein Kollege Nnamdi Collins zwar defensiver denkt,
hier aber hin und wieder mal einen Pfeil im Kopf hat, wie auch
zuletzt im U21-EM-Finale gegen England, wo er an allen drei
Gegentoren seine Aktien hatte.
Mein Ansatz hier war daher mir einmal ganz kurz vorzustellen, Markus Krösche könnte doch einfach mal ganz unauffällig ein paar maskierte Gangster in die Büros von Borussia Dortmund schicken, die dort - auf welchem Wege auch immer– einfach mal dafür sorgen könnten, dass Julian Ryerson ab nächster Saison bei Eintracht Frankfurt spielt.
Denn ohne den Dortmund-Fans zu nahe treten zu wollen – ein Spieler dieser Art wäre einfach der (!) perfekte Mann aktuell für die defensiv oft äußerst wacklige rechte Seite. Stattdessen aber habe ich mich mal ein bisschen in Schottland umgesehen, um dort einen ähnlichen Spielertypen zu finden, der dabei zuzüglich noch positionsflexibel ist und mit einem Marktwert von 10 Millionen Euro deutlich realistischer zu haben wäre:

3. Alistair Johnston (RV, 26, Celtic Glasgow)
Champions League erfahren (u.a. den Bayern in den Playoffs der letzten Saison das Leben extrem schwer gemacht), robust, kompromisslos in Körperduellen plus eine absolute Waffe, was Mentalität und Konstanz angeht: Das ist der kanadische Nationalspieler in einem Satz zusammen gefasst. Interessant bei ihm ist zu dem noch, dass er viele seiner Fähigkeiten, die ihn heute als Fußballer stark machen, im Eishockey erlernt hat, u.a. sein herausragendes Stellungsspiel und seine Präsenz beim Pressing und in direkten Duellen.
Als College-Absolvent ist
er zudem alles andere als ein typischer NLZ-Spieler, kam er doch vor
allem durch seine College-Mannschaften zum Sport und schließlich
auch zum Fußball. Erst 2023 wagte er dann den Sprung von Montreal in
die schottische Liga. Ist Johnston daher vielleicht so etwas wie der
kanadische Robin Gosens? Parallelen gibt es hier durchaus, wobei er
für die kanadische Nationalmannschaft mittlerweile auch schon 53
Spiele bestritt, wie auch die gesamte WM-Quali für 2022 komplett
durchspielte.
Hier treffen also gleich mehrere Attribute zu, die extrem gut zur Eintracht passen: Persönlichkeit, Kampfgeist, wie auch der Wille, sich für sein Team komplett aufzureiben. Weitere spannende Transfers in der Verteidigung könnten sonst noch Joaquin Seys (20, FC Brügge), Yuri Baas (22, Ajax Amsterdam), Jaka Bijol (26, Udinese Calcio), wie auch – um noch einen Bundesliga-Transfer mit ins Spiel zu bringen - Chrislain Matsima (23, FC Augsburg) sein.
MITTELFELD:
Hier steht und fällt
derzeit eine Menge mit einem Verbleib von Hugo Larsson. Aktuell
sieht es jedoch so aus, dass es inzwischen eine Absprache zwischen
den SGE-Bossen und Larsson gegeben hat, die klar für einen Verbleib
des schwedischen Supertalents spricht, was für die Eintracht ein
extrem wichtiger Schritt wäre. Denn das Duo aus ihm und dem weitaus defensiver ausgerichteten
Ellyes Shkiri hat in der vergangenen Saison über weite
Strecken gut funktioniert, hinzu kommt mit Paxten Aaronson auch
noch ein weiterer spannender Spieler aus seiner Leihe zurück.
Was hingegen, insbesondere in einem 3-4-2-1-System zuweilen gefehlt
hat, war das Bindeglied zwischen defensivem Mittelfeld und Offensive.
Meist spielte man hier mit
Bahoya und Knauff in der zweitvordersten Kette, beziehungsweise
dahinter dann mit Shkiri und Larsson plus zwei vorgerückten
Außenverteidigern vor den drei Innenverteidigern. Das Problem dabei
war nur, dass sowohl Bahoya, als auch Knauff, als auch Can Uzun alles
Spieler sind, die gerne auf die Flügel ausweichen, so dass grade im
Zentrum eben dieser eine Spieler fehlte, der bei Bayern lange Thomas
Müller war: Die letzte Mittelfeldstation im Zentrum vor dem Sturm.
Wenn überhaupt konnte
Mario Götze diese Rolle noch ausfüllen, zeigte hier aber
auch Tempodefizite und für Fares Chaibi war Konstanz dann
auch eher eine Stadt am Bodensee als das, was es im letzten Drittel
auf dieser Position unbedingt brauch.
Eine naheliegende Option wäre daher natürlich einen Spieler auszuleihen, der schon bald beim Rekordmeister als möglicher „Neuer Thomas Müller“ gehandelt werden könnte:
Paul Wanner (19, FC Bayern)
Hier gibt es eigentlich nur zwei große Fragen. Ist er, wenn vielleicht auch noch nicht reif als FC-Bayern-Stammspieler, mittlerweile schon reif für einen Stammplatz bei einem Champions-League-Verein? Und – verpflichten die Bayern noch einen Musiala-Ersatz? Denn sollten sie das nicht tun, würde das im Umkehrschluss darauf hinauslaufen, dass die Bayern – um diese gewaltige Lücke angesichts Musialas wahrscheinlich 6monatiger Verletzungspause zu füllen – auf ihre jungen Spieler setzen müssten, koste es was es wolle. Ob sie dann Paul Wanner wirklich nochmal verleihen wollen, wäre da schon die erste Frage. Aktuell gibt es zumindest Informationen, dass man ihn möglicherweise schon nächste Saison fest in die Profimannschaft integrieren möchte.
Für den Spieler hingegen
gäbe es derzeit wohl keinen Verein, der aktuell so sehr dafür
prädestiniert wäre, ihn innerhalb kürzester Zeit zu einem jungen deutschen Top-Spieler mit WM-Kader-Chance zu machen,
wie die SGE. Ein offensiv orientierter Verein, der Champions League
spielt, junge Spieler entwickelt und wo er zuzüglich noch all die
Spieler um sich hätte, mit denen er schon in der deutschen
U21-Nationalmannschaft gekickt hatte (Collins, Brown, Ansgar Knauff
etc.): Aus Spielersicht gäbe es hier wohl kaum einen besseren Fit.
Für den Verein hingegen
könnte es hingegen die einfachste Soforthilfe sein, ein Stück weit
sogar, was den Ekitiké-Abgang angeht. Denn durch eine
Wanner-Verpflichtung könnte Can Uzun nochmal ein deutliches Stück
nach vorne rücken, beziehungsweise auf die Flügel rücken, womit er
nochmal deutlich mehr seine offensiven Stärken ausspielen könnte.
Paul Wanner hingegen könnte der sein, der Mittelstürmer Jonathan Burkardt ganz Mario-Götze-like mit all seiner Spielintelligenz die Bälle in den Strafraum chippt, was dem gesamten Eintracht-Sturm nochmal eine ganz neue Facette geben würde. Und ja – Stuttgart, Werder Bremen, der HSV und gefühlt die halbe Bundesliga sind ebenfalls an ihm dran – hier sollte aber das Champions-League-Argument final zählen, beziehungsweise Wanners Ehrgeiz, in den nächsten Jahren ein Top-Spieler in genau diesem Wettbewerb zu werden.
Nächster Bundesligist klopft bei Paul Wanner an https://t.co/d1tQaq66MP
— ran (@ransport) July 18, 2025
2. Mahamadou Doumbia (21, Royal Antwerpen)
Dies hingegen wäre wieder einmal ein absolut krösche-typischer Transfer, ein junger Spieler aus der belgischen Liga, wo in Frankfurt-Fankreisen zunächst mal jeder fragt „Wer ist der Dude?“, der dann aber plötzlich komplett durch die Decke geht. Dabei ist der aus Mali stammende zentrale Mittelfeldspieler in Belgien schon mehr als ein Geheimtipp, 44 Einsätze für Antwerpen, hinzu noch Interesse von Clubs wie RC Straßbourg, Olympique Marseille und dem FC Sevilla sprechen hier eine deutliche Sprache. Hinzu ist er im 99. Perzentil für Offensivduelle pro 90 Minuten, wie auch im 77ten Perzentil für Raumgewinnung, das heißt vor allen Dingen mal eine enorme "Kampfsau" im vorderen Drittel. Der 1,86 große Rechtsfuß hat zudem aktuell einen Marktwert von 9 Millionen Euro, eine Ablöse rund um die 10 Millionen Euro wäre also durchaus realistisch.

ANGRIFF:
Leser, die meinen Artikel zur „Zukunft der Hojlund-Brüder“ gelesen haben, werden nun schon ahnen können, welcher hier mein Transfer Nr. 1 wäre – mein 1 : 1 Ersatz zu Hugo Ekitiké - natürlich (!!!): aktuell irgendwo zwischen Traum und Realität, mit Sicherheit nicht günstig zu haben und natürlich angesichts seiner aktuellen Formschwäche bei den Red Devils auch mit einem gewissen Risiko verbunden.
Aber welcher Verein steht derzeit wie kaum ein anderer für Mut auf dem Transfermarkt? Und wann, wenn nicht jetzt?
Rasmus Hojlund (22, Manchester United)
Eines der größten „What If’s“ der letzten Jahre im europäischen Fußball? Oder doch eines der größten Sturmtalente, die der dänische Fußball seit Legenden wie Brian Laudrup hervorgebracht hat? Ein Spieler, der zwar bei Atalanta Bergamo schon mit grade mal 19 Jahren die Serie A in Grund und Boden schoss, der aber der Aufgabe Manchester United schlussendlich nicht gewachsen war? Oder ein Manchester United, was derzeit überhaupt keiner Aufgabe gewachsen ist, am aller wenigsten der, mal für eine Saison eine zumindest in Ansätzen taktisch funktionierende Mannschaft zusammen zu stellen?
Über letzteres Thema könnte man Bücher in der Länge der 7 Harry-Potter-Bände schreiben, für Rasmus Hojlund hingegen ist derzeit nur eins wichtig: Irgendwie wieder seine alte Form wieder zu finden. Und wo, wenn nicht in einer Mannschaft mit klarem Konzept und einer klaren von Toppmöller vorgegebenen Spielphilosophie? Einer Spielphilosophie die klar heißt: Ballbesitz, aber nicht um krampfhaft den Ball zu haben zu wollen, plus Umschaltspiel verbunden mit Kombinationsspiel?
Letzteres war durchaus auch grade jüngst eine Schwäche des Dänen, allerdings auch vor allem deswegen, weil seine Position in den United-Jahren nie klar war. Ihn allerdings neben Burkardt oder auf dem linken Flügel als klaren Ekitiké-Nachfolger zu verpflichten, wäre eine ganz genaue Jobbeschreibung – und das ist das, was Rasmus Hojlund derzeit mehr als alles andere brauch, um sich zu entwickeln: Eine klare Orientierung.
Hinzu hätte er auch mit Jonathan Burkardt noch einen weiteren Stürmer neben sich mit dem er ob ihrer Position ähnlich gut funktionieren könnte wie einst Ekitiké und Marmoush in der abgelaufenen Saison Und - es gäbe es hinzu noch einen Ellye Wahi, den man ebenso noch einsetzen könnte, sollte Hojlund noch eine gewisse Anlaufzeit brauchen.
Und – letzter kleiner Soft-Faktor – sollte es bei Rasmus Hojlund auch bei der Eintracht mal zu einer Formkrise kommen, hätte er zuzüglich noch seinen kleinen Bruder neben sich: Oscar Hojlund, 20 Jahre alt, für den die nächste Saison ebenfalls die entscheidende Saison werden könnte, wenn es um den nächsten Schritt geht:
#OnThisDay in 2️⃣0️⃣2️⃣4️⃣
— Eintracht Frankfurt (@eintrachtint) July 10, 2025
Oscar Højlund put pen to paper and signed for the Eagles! ✍️🦅🇩🇰
#SGE pic.twitter.com/dxTsKBiGfv
Nun aber zum letzten Transfer – einem der derzeit spannendsten Spielern Europas:
Georges Mikautadze (24, Olympique Lyon)
Dieser war 2024 einer der Spieler bei der EM, dort am Ende mit dem absoluten Außenseiter und Überraschungs-Achtelfinalisten Georgien sogar einer der Torschützenkönige des Turniers. Hinzu reden wir auch hier von einem aktuell absoluten Chaosclub, allerdings nochmal in einem ganz anderen Maße als bei Manchester United. Fast eine halbe Milliarden Schulden, ein drohender Zwangsabstieg und eine der größten Horroszenarien in der Geschichte der Ligue 1 toben grade rund um diesen riesigen französischen Traditionsverein. Jeder Euro, der reinkommt, ist für den Verein daher grade Gold wert, so dass ein Transfer für 20-25 Millionen Euro durchaus realistisch wäre.
Bei ihm steht weiteren klar
Dynamik über feste Position - rechter Flügel, linker Flügel,
Halbraum, Zentrum – dieser Stürmer ist quasi überall zugleich,
technisch unfassbar vielseitig und dazu noch schnell und explosiv.
Klingt nach einem neuen Omar Marmoush? In vielen Dingen durchaus,
jedoch noch einmal mehr als Marmoush ein Spieler, der auch das
Kombinationsspiel liebt und auch bei Lyon insbesondere im Duo mit
Malick Fofana und Rayan Cherki in Höchstform kam.
Legendär auch seine Jubel bei der EM im Ibrahimovic-Style („Macht die Augen auf! Jetzt bin ich da!“) plus seine blondierten Haare – hier treffen schon eine Menge Attribute aufeinander, nicht nur einen hochtalentierten Stürmer, sondern auch einen echten Fanliebling zu holen, der die Frankfurter Kurve Woche für Woche begeistert.

Fazit: Die nächsten Jahre für die Eintracht entscheidend

Natürlich – diese Transfers wären „big“ und wären ein klares Zeichen in Richtung: „Wir wollen dauerhaft einer der vier deutschen Champions-League-Clubs bleiben“ - etwas, was man natürlich nie so aussprechen würde, wo aber der Trend sich zumindest anschickt, in diese Richtung gehen. Und natürlich gäbe es hier noch abseits der sonstigen Transfergerüchte noch eine Menge günstigerer Alternativen wie Yuri Baas, Joaquin Seys, Antoni Milambo oder Mika Godts. Will man aber dauerhafter Europa-League- oder gar Champions-League-Teilnehmer werden, sollte man als Eintracht Frankfurt nun langsam aber sicher die nächsten Schritte zu gehen, eine hochwertige Achse zu entwickeln, die dauerhaft international konkurrenzfähig ist und auch mal länger als nur 1-2 Jahre in Frankfurt bleibt.
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Leon
Unser musizierender Fachmann im Scoutingbereich und Fan von Union Berlin






