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Max

Tim Breithaupt – wie gut ist er wirklich?

Dortmund, Gladbach, Wolfsburg, Frankfurt, Leverkusen - diese fünf Vereine kämpfen nicht nur Jahr für Jahr um die internationalen Plätze, sondern auch um die Unterschrift von Tim Breithaupt. Rund 4 Millionen Euro soll der 20 Jahre alte Sechser vom Karlsruher SC den Bundesligisten wert sein. Lasst euch von einem KSC-Fan erklären, was unser Tafelsilber so kann - und was nicht. (Bild: IMAGO / foto2press)

Über die Stationen Nesselried, Offenburg und Freiburg kam Breithaupt im Alter von 15 Jahren in das Karlsruher NLZ. Dort etablierte er sich in sämtlichen Altersklassen auf Anhieb als Stammspieler, bis er schließlich im Alter von 18 Jahren sein Profidebüt feiern konnte. Von da an ging es für ihn steil bergauf. Gegen Ende der Corona-Saison 20/21 noch aufgrund von Verletzungen in die Startelf gespült, setzte er sich zu Beginn der neuen Saison im internen Ranking vor den erfahrenen Lukas Fröde, der nach Rostock flüchtete. Seitdem ist der U20 Nationalspieler nicht mehr aus dem Mittelfeld der Karlsruher wegzudenken, stand in der aktuellen Saison in jedem Spiel in der Startelf.

Was macht Breithaupt so wichtig?

Schon bei seinen ersten Einsätzen im Profibereich hat mich Breithaupt mit seiner unglaublichen Ruhe am Ball beeindruckt. Früh erkannten ihn selbst seine erfahrensten Mitspieler unter Gegnerdruck als sichere Anspielstation, suchten ihn im Spielaufbau. Jedoch zeigte er sich zu Beginn seiner Laufbahn fast ausschließlich im geduldigen Spielaufbau, spielte selten Bälle in die Tiefe oder ging ins Dribbling. Die einen lobten ihn als auffällig unauffällig, meine geliebten Bruddler im Wildpark sprachen bereits von Querpass-Tim.

Aber wie Breithaupts fußballerisches Idol, Querpass-Toni Kroos, zeigt, kann man auch mit diesem Spielstil zu Erfolg kommen. Und wie beim erfolgreichsten deutschen Fußballer der Geschichte hat auch das Spiel von Tim Breithaupt andere Facetten. Im Laufe der letzten beiden Jahre fand er immer häufiger den Weg in die gegnerische Hälfte, um mit klugen Spielverlagerungen und schnellen Direktpässen für Gefahr zu sorgen. Dabei fällt immer wieder seine enorme Handlungsschnelligkeit und Übersicht auf. Nur folgerichtig, dass er sich am 5. Spieltag dieser Saison mit seinem ersten Treffer im Profibereich belohnte - einem wunderschönen Volley aus 16 Metern.

Bei all der spielerischen Klasse darf man jedoch eine der Kernaufgaben eines Sechsers nicht vergessen: das Verteidigen. Hier zeigt der 20-Jährige die größten Schwächen in seinem Spiel, hat noch zu oft das falsche Timing in Zweikämpfen. Vor allem die für einen Defensivmann wichtige Giftigkeit lässt er noch zu oft vermissen. Doch auch hier zeigte er in den vergangenen Monaten große Steigerungen, angetrieben von seinem erfahrenen und kampfstarken Nebenmann Jerome Gondorf. Trotz einer Körpergröße von über 1,90 Metern fehlt ihm außerdem oft noch die Körperlichkeit, um sich gegen die physisch starken Angreifer der 2. Bundesliga zu behaupten. Er wird wohl noch eine Weile Stammgast im Kraftraum bleiben müssen, um dieses Defizit auszumerzen.

"Meine Spielweise ist gereift. In den Zweikämpfen habe ich ein besseres Gefühl bekommen. Und ich versuche mich immer mehr im Spiel nach vorne einzubringen und auch da Akzente zu setzen." - Tim Breithaupt

Trotz bisher starker Leistungen ist daher offensichtlich, dass in Breithaupt noch eine Menge Potenzial schlummert. Auch von Fehlern, wie dem wirklich schlimmen Eigentor gegen Kiel, ließ er sich nicht nachhaltig beeindrucken. Nicht nur auf dem Platz, in der gesamten Liga hat er diese Saison die neuntmeisten Kilometer abgespult, sondern auch neben dem Platz gilt der Sechser als harter Arbeiter. Das kann die Fans seines nächsten Vereins hoffen lassen, dass die Entwicklung des Talents aus der GRENKE aKAdemie weiter so steil bergauf geht.

In der Bundesliga sehe ich aktuell zwei Vereine auf der Pole Position im Kampf um eine Unterschrift, da beide eine potenziell vakante Stelle bieten können. Bei der Gladbacher Borussia wird Julian Weigl in Sommer wohl wieder nach Lissabon zurückkehren, der aktuelle Bundesligaspieler, der Breithaupt wohl am meisten ähnelt. Hier wäre er der geborene Ersatz, vergleichsweise günstig und mit großem Potenzial.

"Ich kann aber auch in der Dreierkette als Innenverteidiger spielen." - Tim Breithaupt

In Frankfurt ist man derweil seit Jahren auf der Suche nach einem Nachfolger von Makoto Hasebe als zentraler Mann einer Dreierkette. KSC-Trainer Christian Eichner hat Breithaupt hier in Testspielen schon häufiger getestet, mit seiner Ruhe am Ball erinnert er zuweilen an den fast doppelt so alten Japaner. Daneben bietet er auch im zentralen Mittelfeld eine Option, wo Sebastian Rode notorisch verletzungsanfällig ist und Daichi Kamada offen mit einem Abgang flirtet.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich Breithaupt zutraue, den Schritt in die Bundesliga zu meistern. Dabei ist zu hoffen, dass er sich einen Verein aussucht, bei dem er das nötige Vertrauen bekommt, um sich weiter zu entwickeln. Egoistisch hoffe ich außerdem um ein Bietergefecht, damit wir Karlsruher unsere Tränen mit einigen Millionen trocknen können

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Max

WM-Vorschau Gruppe G - Showdown ums Achtelfinale

Am Freitag beendet die Gruppe G die Vorrunde der Weltmeisterschaft und wie wir es von solchen Turnieren lieben, ist noch (fast) alles offen. Wir blicken auf die verschiedenen Szenarien und natürlich lass ich es mir nicht nehmen, eine Prognose zu wagen. (Bild: IMAGO / Agencia MexSport)

Die Ausgangslage

Angeführt wird die Gruppe wenig überraschend von Brasilien, das mit 6 Punkten und ohne Gegentor den Achtelfinaleinzug sicher hat. Auf Platz 2 steht die Schweizer Auswahl, die nach ihrem Sieg am ersten Spieltag gegen Kamerun bei 3 Punkten steht. Dahinter folgen besagte Kameruner sowie die Serben mit jeweils einem Punkt aus ihrem spektakulären 3:3 am vergangenen Montag.

Die Paarungen

Einen klaren Favoriten bietet eigentlich das Aufeinandertreffen der Brasilianer mit Kamerun. Doch aufgepasst: der amtierende Weltmeister Frankreich hat mit seiner Niederlage gegen Tunesien gezeigt, was eine umfangreiche Rotation nach dem gesicherten Weiterkommen bewirken kann. Während es für Kamerun um alles geht, kann sich die Selecao getrost schonen. Wenn die "unzähmbaren Löwen" kämpfen, wie ihr Name verspricht, können sie auch gegen den großen Favoriten etwas mitnehmen.

Deutlich ausgeglichener kommt auf dem Papier das Spiel der Schweiz gegen Serbien daher. Der Sieger der Partie hat große Chancen auf den Achtelfinal-Einzug, ein Verlierer wird mit großer Enttäuschung die Heimreise antreten. Doch auch über die sportlichen Implikationen hinaus bietet das Aufeinandertreffen eine Menge Zündstoff. So sorgte vor 4 Jahren der Adler-Jubel der albanisch stämmigen Schweizer Shaqiri und Xhaka für Kontroversen.

Die Szenarien

Das einfachste Szenario zuerst: gewinnen die Schweizer, stehen sie zusammen mit Brasilien im Achtelfinale.

Kann Kamerun gegen Brasilien nicht gewinnen, kommt der Sieger der anderen Partie weiter - bei einem Unentschieden jubeln die Schweizer.

Bei einem Remis zwischen der Schweiz und Serbien reicht Kamerun ein Sieg zum Weiterkommen.

Gewinnen Kamerun und Serbien, kommt es auf die Tordifferenz an. Aktuell steht Kamerun bei 3:4, Serbien bei 3:5.

Meine Prognose

In einer umkämpften Partie sehe ich gut aufgelegte Schweizer als Favorit auf den Sieg und somit das Weiterkommen. Aber da der Auswahl Kameruns gegen stark veränderte Brasilianer die Überraschung gelingt, bleibt es bis zur letzten Minute spannend.

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Max

Brasilien gegen Serbien: Kunst mit Brot

Am Donnerstag startete endlich mein persönlicher Turnierfavorit Brasilien in die WM - und zeigte sich beim 2:0 Sieg gegen starke Serben so gut wie lange nicht mehr. Bleibt das Joga Bonito der Selecao wie bei den vergangenen Turnieren brotlose Kunst oder führt der Weg zum Titel? (Bild: IMAGO / ZUMA Wire)

Die Offensivkünstler um Neymar und Vinicius Junior hatten in den Anfangsminuten gegen sehr physisch auftretende Serben durchaus zu kämpfen. Zwar zeigten sie immer mal wieder schöne Dribblings und Passstafetten, wurden jedoch durch energische Zweikämpfe regelmäßig am Abschluss gehindert.

Im Laufe der ersten Halbzeit zeigte sich die Selcao dann zunehmend dominant, scheiterte jedoch spätestens am serbischen Torwartriesen Milinkovic-Savic. Bezeichnend war ein Eckball in der 13. Minute: Neymar zirkelt den Ball technisch herausragend direkt auf das Tor, wo ihn der Keeper jedoch in höchster Not über das Gehäuse faustet. Kurz: brotlose Kunst.

In der Pause muss Trainer Tite, der Professor, wohl die richtigen Worte gefunden haben denn die Brasilianer drückten nun mächtig auf's Gaspedal. Beinahe minütlich erspielten sie sich Großchancen, die Gegenstöße erstickte vor allem der überragende Sechser Casemiro im Keim. Und so war es wenig verwunderlich, als Mittelstürmer Richarlison nach einem Abpraller zur Stelle war und das 1:0 erzielte.

"Als Kind in Brasilien träumst du davon, an diese Stelle zu kommen und so ein Tor zu machen" - Richarlison

Eben jener Richarlison war es dann auch, der wenige Minuten später das zweite Tor folgen ließ. Nach nur einem Spieltag das Tor des Turniers zu küren ist gewagt, trotzdem würde es mich sehr wundern, wenn jemand diesen Treffer überbieten kann. Aber seht selbst:

Der Stürmer der Tottenham Hotspurs steht für mich wie kein anderer für die neue Selecao. Ein feiner Fußballer, auch für Kunststücke gut, jedoch gleichzeitig ein unermüdlicher Arbeiter mit ausreichend Physis und Effizienz im Strafraum. So schaffte es Tite, den gewohnten Offensivzauber der Selecao optimal mit der Sachlichkeit eines Casemiro oder Thiago Silva zu kombinieren. Und so wurde aus der brotlosen Kunst der Vergangenheit und der ersten Halbzeit ein fußballerisches Festmahl.

Serbien habe ich als schwersten Gruppengegner eingeschätzt, doch waren sie über weite Strecken chancenlos. In dieser Form sind die Brasilianer für mich der klare Favorit auf den Titelgewinn. Tipico sieht das ähnlich, trotzdem bekommt ihr noch eine Quote von 3,5 auf den WM Gewinn der Selecao.

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Max

Daniel Schmidt – Japans Keeper mit dem deutschen Namen

Eiji Kawashima, Shushi Gonda, Daniel Schmidt - beim Torwart Trio des deutschen Gruppengegners Japan sticht ein Name sofort heraus. Viele von euch werden sich fragen, wer der Torhüter der Japaner mit dem Deutsch anmutenden Namen ist. Ich gebe die Antwort! (Bild: IMAGO / Uwe Kraft)

Geboren wurde Schmidt im US-Bundesstaat Illinois. Seine Mutter ist Japanerin, sein Vater Amerikaner mit entfernter deutscher Abstammung - daher auch der für Japan ungewöhnliche Name. Im Alter von zwei Jahren zog es Familie Schmidt nach Japan. Auch deshalb ist Schmidt, wie sein Vereinstrainer Bernd Hollerbach weiß, "ein typischer Japaner – außer, dass er mit 1,97 Metern Körperlänge im Gegensatz zu vielen Landsleuten ein Riesenkerl ist."

Wie viele Riesenkerle landete auch Schmidt irgendwann im Tor. Über die Highschool sowie das Fußballteam der renommierten Chuo Universität landete er schließlich beim damaligen Erstligisten Vegalta Sendai. Erste Profi-Einsätze konnte Schmidt jedoch erst während zweier Leihen in die zweitklassige J2 League sammeln. 2016 etablierte er sich schließlich als Stammtorhüter, zwei Jahre später folgten die ersten Einsätze in Japans Nationalteam.

Zur Spielzeit 19/20 folgte dann der Schritt nach Europa, zum belgischen Erstligisten VV St. Truiden. Der Verein ist in japanischem Besitz, hat aktuell fünf japanische Akteuere unter Vertrag.

„Es arbeiten viele Japaner in allen Bereichen des Klubs. Mein Videoanalyst zum Beispiel ist Japaner, er hat selbst in Deutschland in der Oberliga gespielt, kann übersetzen. Unsere zwei Köchinnen versuchen immer, ihr japanisches Essen in den Speiseplan zu integrieren.“ - Bernd Hollerbach

In Belgien etablierte er sich schnell als Stammspieler und Leistungsträger, glänzt neben starken Paraden auf der Linie vor allem als mitspielender Keeper. Dabei ist ihm auch der deutsche Torwarttrainer Dennis Rudel eine Hilfe. So liefert er ihm auch immer wieder Anschauungsmaterial von den Torhütern der Topligen, denen der Japaner nacheifert.

"Ein Ziel ist es, in der Premier League zu spielen. Falls der Schritt in die Bundesliga oder die Ligue 1 möglich ist, wäre das ebenfalls gut." - Daniel Schmidt

Starke Leistungen gegen die großen Favoriten aus Spanien und Deutschland könnten ihn seinem Traum einen großen Schritt näher bringen.

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Max

FC Schalke 04 - Kommt jetzt Larsson?

Mit zwei Punkten aus den ersten drei Spielen blickt der FC Schalke 04 auf einen durchwachsenen Saisonstart zurück. Vor allem die Torjäger vom Dienst, Simon Terodde und Sebastian Polter, warten beide noch auf Ihren ersten Torerfolg. Nun könnte der Königstransfer der noch laufenden Transferphase eingreifen und für Leben im Schalker Angriff sorgen – der Schwede Jordan Larsson. (Foto: IMAGO / RHR-Foto)

Ablösefrei vom russischen Topclub Spartak Moskau gekommen, bringt der Sohn der Stürmerlegende Henrik Larsson alles mit, um das Schalker Offensivspiel zu beleben. Mit seinem Tempo und seiner Technik, aber auch einem starken Abschluss ist er ein Spieler, der im Abstiegskampf der Bundesliga ein entscheidender Faktor werden kann. Doch bisher stehen nur 49 Einsatzminuten zu Buche – warum?

Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine wechselte Larsson für ein halbes Jahr auf Leihbasis zurück in seine schwedische Heimat zum AIK Solna, nach Ende des Leihgeschäfts wurde der Vertrag beim Ex-Verein vom Leipziger Trainer Domenico Tedesco einvernehmlich aufgelöst. Seitdem hat der Angreifer nach eigener Aussage nur mit seinem persönlichen Fitnesstrainer gearbeitet, während der Rest der Mannschaft wichtige Vorbereitungsspiele absolvieren konnte.

„Ich brauche noch etwas Zeit, um meine Topfitness zu erreichen. Aber wenn der Trainer mich braucht, werde ich alles für den Verein geben“ – Jordan Larsson vor dem 2. Spieltag

Jetzt, drei Wochen nach seinem Wechsel in den Ruhrpott, sieht die Lage schon anders aus. Zwar wird Larsson, so sein Trainer Frank Kramer, „90 Minuten in der Intensität noch nicht ganz gehen können“. Trotzdem ist er eine Option für die Startelf, die sich am morgigen Samstag um 15:30 Uhr anschickt, gegen Union Berlin den ersten Dreier der Saison einzufahren.

„Er kann von Anfang an über eine längere Strecke gehen oder reinkommen und Dynamik auslösen“ – Frank Kramer

Abzuwarten ist, wie Larsson im Schalker 4-4-2 eingesetzt wird. In seiner stärksten Saison in Moskau teilte er sich den Angriff meistens mit dem bulligen Aleksandr Sobolev, zusammen erzielten die beiden 29 Ligatreffer. Dieser ähnelt vom Spielertyp eher den Herren Polter und Terodde. Doch für eine solche Kombination müsste der einzige bisher erfolgreiche Schalker Stürmer, Marius Bülter, weichen.

Eine weitere Option wäre, Bülter für den diese Woche krankheitsbedingt kürzertretenden Tobias Mohr auf die linke Außenbahn zu stellen. Beim morgigen Gegner aus Köpenick konnte er auch dort bereits Bundesligatauglichkeit nachweisen. Der ebenfalls auch außen einsetzbare Larsson könnte dann hin und wieder die Position tauschen und so für Verwirrung im sonst so stabilen Berliner Defensivverbund sorgen. Mit dem 1,92 m großen Strafraumstürmer Terodde hätten die Knappen damit immer noch einen dankbaren Abnehmer für die gefährlichen Flanken von Thomas Ouwejan auf dem Feld, während seine Mitspieler die in der Bundesliga so wichtige Dynamik auf den Platz bringen können.

Ob von der Bank oder in der Startelf: mit Jordan Larsson im Team sollte es den Königsblauen bald gelingen, de ersten Sieg der noch jungen Bundesligasaison einzufahren – vielleicht schon diesen Samstag. Betway bietet euch dafür eine Quote von 3,1.

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Max

Wer wird der nächste David Raum?

Innerhalb einer Saison vom Zweitligaspieler zum Nationalspieler und Leistungsträger in der Bundesliga. Der Transfer von David Raum aus der 2. Liga zur TSG Hoffenheim avancierte zu einer Erfolgsgeschichte. Auch in diesem Transferfenster wagten bisher neun Spieler den Schritt in die deutsche Eliteklasse – mit unterschiedlichen Vorzeichen und Erwartungshaltungen aber einem Ziel: sich in der Bundesliga zu etablieren. (Foto: IMAGO / Nico Herbertz)

Zugegeben, der erste Spieler auf dieser Liste wird wohl eine etwas andere Erwartungshaltung haben und auch die Nationalelf wird er voraussichtlich nicht erreichen. Torhüter Alexander Meyer (31) wechselt aus dem beschaulichen Jahnstadion in Regensburg nach Dortmund und wird dort zukünftig als Ersatztorhüter Gregor Kobel den Rücken freihalten und zusammen mit Marcel Lotka und Luca Unbehaun das Torwartteam beim Vizemeister komplettieren. Meyer, der nach eigener Aussage „kein zweites Mal überlegen“ musste, wird damit für drei starke Jahre im Tor der Regensburger belohnt.

Auch Philipp Hofmann (29) hat das Talentalter hinter sich, doch kommt er mit dem Anspruch auf einen Stammplatz nach Bochum. In den letzten drei Jahren konnte der Stürmer im Dress des KSC überzeugen und wurde schnell zur Lebensversicherung der Badener. Mit seinen Qualitäten im Abschluss sowie der hervorragenden Arbeit mit dem Rücken zum Tor sollte er eine starke Ergänzung für das Team von Thomas Reis darstellen und mit den schnellen Außen bestens harmonieren. Wir Karlsruher werden ihn schmerzlich vermissen.

Mit Tobias Mohr (26) komme ich zum ersten von zwei Neu-Schalkern in dieser Liste. Nach 15 Scorern in 33 Ligaspielen verlässt der Flügelspieler den FC Heidenheim und will in der Bundesliga für Furore sorgen. Sportdirektor Rouven Schröder attestiert ihm „einen richtigen guten linken Fuß, mit dem er jederzeit Gefahr kreieren kann“, sowie „das passende Tempo, um sich die nötigen Freiräume zu schaffen“. Auf dem Flügel, einer der Schwachstellen der Schalker nach der Umstellung auf die Viererkette, dürfte er zu ausreichend Einsätzen kommen, um zu beweisen, dass er die Qualität für die Bundesliga hat.

Überrascht hat mich der ablösefreie Wechsel von Tim Skarke (25) von Darmstadt zu Union Berlin. Der blitzschnelle Flügelspieler kam vergangene Saison verletzungsbedingt nur auf 19 Einsätze für die Lilien, dabei konnte er 5 Tore erzielen. „Mit ihm bekommen wir eine weitere spannende und variable Option für den Flügel dazu“, kommentiert Oliver Ruhnert seinen neuesten Transfer und lässt dabei durchblicken, dass Skarke vor allem zur Verbreiterung des Kaders für die erneut anstehende Doppelbelastung beitrage soll. Doch wenn uns die Eisernen in den vergangenen zwei Jahren eines gelehrt haben ist es, dass man nie einen ablösefreien Transfer von Ruhnert unterschätzen sollte.

Nach den eher gestandenen Akteuren kommen wir nun zu den Talenten, die dem beschriebenen Werdegang von Raum nacheifern werden. Etwas Bundesligaerfahrung kann Linton Maina (22) schon zurückblicken. Der flinke Dribbler kam für Hannover in der Abstiegssaison 18/19 auf 20 Spiele, damals war es eine Überraschung, dass er den Gang in Liga 2 mit antritt. Der erwartete Durchbruch gelang ihm, auch verletzungsbedingt, jedoch nicht. Trotzdem schlug in diesem Sommer der 1. FC Köln zu und holt Maina zum Nulltarif in seine Reihen. Sollte er verletzungsfrei bleiben, traue ich ihm den nächsten Karriereschritt zu. Sein enormes Tempo und das auffällig gute Dribbling verleihen der Kölner Offensive ohne Zweifel ein neues, spannendes Element.

Finn Ole Becker (22) hat für den FC St. Pauli bereits 84 Zweitligaspiele absolviert, nun wagt er, wie vor einem Jahr David Raum, den Schritt nach Hoffenheim. Dort trifft der variabel einsetzbare Mittelfeldmann auf starke Konkurrenz, trotzdem sollte er auf ausreichend Einsatzzeiten kommen. Fraglich ist, ob der in den letzten Jahren etwas stagnierende Becker mit dem Wechsel seine Entwicklung vorantreiben kann. Sollte ihm das nicht gelingen, dürfte er sich trotz des unbestrittenen Talents früher in der 2. Liga wieder finden als ihm lieb ist.

Rund 2 Millionen Euro ließ sich der VfL Wolfsburg Rechtsverteidiger Kilian Fischer (21) kosten. Vor einem Jahr erst von Türkgücü München nach Nürnberg gekommen, entwickelte dieser sich schnell zum Stammspieler und U21 Nationalspieler. In Wolfsburg konkurriert er nun mit Kevin Mbabu und dem oft offensiv eingesetzten Ridle Baku um Spielzeit. Der Transfer kommt meiner Meinung nach zwar ein Jahr zu früh, doch da widerspricht mir Sportdirektor Marcel Schäfer, der meint: „Er ist bereit, in der Bundesliga den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen.“ Man darf gespannt sein. Bei einer starken Entwicklung kann ich mir hier eine Blitzkarriere wie die von Raum vorstellen, die rechte Defensivseite ist eine Schwachstelle in der DFB-Elf.

Vergangene Saison noch in der Regionalliga eingesetzt, schaffte Faride Alidou (20) in der Hinrunde den Durchbruch beim HSV. Insgesamt 2 Tore und 7 Vorlagen in 23 Ligaspielen stehen für den U21 Nationalspieler zu Buche, was Eintracht Frankfurt veranlasste, früh zuzuschlagen und ihn ablösefrei an den Main zu holen. Alidous Tempo und Dribbelstärke sollten der Eintracht helfen, noch unberechenbarer zu werden. Zu der Wahrheit gehört auch, dass er nach einer famosen Hinrunde in der Rückserie nur selten seine PS auf die Straße bringen konnte. Doch wie auch Eintrachts Sportvorstand Krösche versichert, wird der Sprinter in Frankfurt die nötige Zeit und Unterstützung erhalten, um sich in der neuen Liga zu etablieren. Von den reinen Anlagen her ist ihm ein weiterhin steiler Aufstieg durchaus zuzutrauen.

Zumindest langfristig traue ich vor allem unserem letzten Spieler den Schritt in die Nationalelf zu. Tom Krauß (20) wird nach zwei herausragenden Zweitligajahren beim Club aus Nürnberg von seinem Stammclub Leipzig an den FC Schalke verliehen – mit anschließender Kaufpflicht im Fall des Klassenerhalts. Auch Krauß ist in der U21 aktiv und überzeugt in der Mittelfeldzentrale mit einer beeindruckenden Athletik. Wenn er nicht gerade dem Gegenspieler den Ball abjagt, ist Krauß auch mit Ball am Fuß sowie im Passspiel nicht zu unterschätzen. So bringt er alles mit, um auch in der Bundesliga eine starke Rolle zu spielen. Daher kommt auch überraschend, dass die Leipziger ihn bereitwillig abgeben. Auch dort hätte ich ihm eine gute Rolle zugetraut doch scheint man eher auf Produkte der Salzburger Jugendarbeit zu vertrauen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Bundesliga einige neue und spannende Spieler gewinnt, deren Entwicklung wir gespannt beobachten können. Und auch einer der besten Zweitligaspieler der letzten beiden Jahre, Daniel-Kofi Kyereh, steht Berichten zufolge kurz vor einem Wechsel zu Werder Bremen. Berichten wird darüber selbstverständlich Kickfieber.de!

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