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Sascha

Preview Lecce vs Milan | Nach Pokal-Aus gehts für Milan zum unangenehmen Aufsteiger

Der AC Mailand musste sich in der vergangenen Woche im Halbfinale der Coppa Italia gegen Juventus Turin, trotz einer engagierten Leistung, aus dem Wettbewerb verabschieden. Möchten die Lombarden noch am internationalen Wettbewerb teilnehmen, so führt der Weg nur über die Serie A nach Europa. Nach der langen Pause wartet mit Aufsteiger Lecce ein unangenehmer Gegner, welcher gegen den Abstieg spielt.

US Lecce - Liverani geht das Personal aus

Der Aufsteiger steckt erwartungsgemäß mitten im Abstiegskampf, behält jedoch noch alle Chancen auf einen Verbleib in der höchsten italienischen Spielklasse. Zwar belegen die „Giallorossi“ den 18. Rang, doch sind Teams wie Genua (punktgleich), Sampdoria (ein Punkt Vorsprung), Torino und Udinese (drei Punkte Vorsprung) absolut in Reichweite.

Nachdem Liveranis Mannen drei Siege in Folge gegen Teams wie Neapel, Torino und SPAL einfuhren, gingen nach der Sperre von Routinier Giulio Donati die Partien gegen die Roma mit 0:4 und 2:7 zu Hause gegen Atalanta böse verloren.

Lecce-Coach Fabio Liverani monierte daher wenig überraschend die Alternativlosigkeit seines Kaders. "Es ist enttäuschend, dass, wenn uns im Mittelfeld zwei oder drei Elemente fehlen, mir meine Entscheidungen im Grunde genommen werden. Wir hatten in dieser Saison Höhen und Tiefen, wie alle Mannschaften, aber wir können die Qualitätslücke nur als Einheit schließen, betonte der ehemalige Palermo-Profi.

Liverani: „Können jeden schlagen“

Für Liverani gibt es einige Probleme zu lösen, denn Giulio Donati ist weiterhin gesperrt, während Antonin Barak, Alessandro Deiola, Diego Farias und Cristian Dell'Orco allesamt zuletzt verletzt fehlten. "Barak und Farias sollten bald zurück sein, aber wir müssen von Spiel zu Spiel denken. In der Verteidigung ist Andrea Rispoli eine der Alternativen zu Donati“, offenbarte Liverani seine Planungen.

Trotz der immensen Personalprobleme verwies dieser auf die Unberechenbarkeit seines Kaders. "Die Sache mit Lecce ist, dass wir schwer einzuschätzen sind, da wir gegen jeden gewinnen oder verlieren können", fügte der italienische Übungsleiter hinzu.

AC Milan – Zlatan fehlt weiterhin

Die „Rossoneri“ verloren das Halbfinale der Coppa unglücklicherweise durch ein Auswärtstor der „alten Dame“, da sie das Rückspiel dank einer couragierten Performance in Unterzahl offen hielten. Der italienische Rekordmeister fand aufgrund einer beeindruckenden Moral der Mailänder kaum ins Spiel und musste sich hinterher allerlei Kritik gefallen lassen.

„Die Coppa Italia hat uns sehr viel bedeutet, deshalb war es enttäuschend so auszuscheiden, aber wir haben bis zum Ende gekämpft. Am meisten bedauern wir das Hinspiel, teils aufgrund unserer eigenen Fehler und teils aufgrund einiger Schiedsrichterentscheidungen“, konstatierte Stefano Pioli zum Ausscheiden seiner Mannen.

Pioli: „Haben noch etwas aufzuholen“

Doch in der Liga spielt dies nun keine Rolle mehr. Die Lombarden grüßen in der Tabelle nur von Platz neun, mit drei Punkten Rückstand auf einen Euro-League-Platz.

"Wir haben noch etwas aufzuholen, und wir müssen das so schnell wie möglich tun, denn innerhalb von 40 Tagen spielen wir mit allem, was wir haben. Vielleicht hätten wir in einigen Spielen andere Ergebnisse verdient, aber das bedeutet nur, dass uns in einigen Bereichen etwas fehlt. Wenn man nicht gewinnt, lernt man, also hoffe ich, dass wir viele wertvolle Lektionen gelernt haben“, betonte Milan-Coach Stefano Pioli in der Spieltags-PK.

Abseits des Platzes musste sich der ehemalige Lazio-Trainer mit den Gerüchten um Ralf Rangnick konfrontiert sehen. Demnach stehe der 61-jährige RB-Chef schon als Nachfolger für den aktuellen Milan-Coach bereit.

„Die nächsten 40 Tage können alles verändern“

"Wir sind Profis und können uns nicht ablenken lassen, da wir ein Ziel zu verfolgen haben“, entgegnete Pioli angesprochen auf jene Gerüchte. "Diejenigen, die die Entscheidungen zu treffen haben, werden dann entscheiden. Alle Coaches sitzen im selben Boot, wir leben und sterben von Ergebnissen.“

Zudem appellierte der Mailänder Übungsleiter an die Mentalität seiner Truppe. „Wir sind im Moment nicht in Europa, und in den nächsten 40 Tagen könnte sich alles ändern. Es wäre schade, die Saison auf diesem Tabellenplatz zu beenden, wir haben kein leichtes Restprogramm, aber wir haben gezeigt, dass wir es mit den Mannschaften, die vor uns in der Tabelle stehen, aufnehmen können."

Ante Rebic sah in der Coppa nach einem „Bruce-Lee-Gedenkfoul“ rot, jedoch gilt seine Sperre nicht für die Liga, so dass er gegen die Apulier wieder zur Verfügung steht. Theo Hernandez und Samu Castillejo fehlten gegen Juventus gesperrt und kehren somit wieder in die Mannschaft zurück. Zlatan Ibrahimovic, Mateo Musacchio und Leo Duarte werden jedoch weiterhin verletzungsbedingt ausfallen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Lecce (4-3-2-2-1):Gabriel; Rispoli, Lucioni, Rossettini, Calderoni; Majer, Deiola, Barak; Saponara, Mancosu; Lapadula

Milan (4-2-3-1): Donnarumma; Conti, Kjaer, Romagnoli, Theo Hernandez; Kessie, Bennacer; Castillejo, Calhanoglu, Rebic; Leao

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Sascha

Andreas Skov Olsen | Auf den Spuren von Arjen Robben?

In der abgelaufenen Spielzeit der dänischen Superliga machte ein 19-jähriger Knabe auf sich aufmerksam. Sein Name: Andreas Skov Olsen, welcher das Trikot des dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland trug und sogar einen langjährigen Rekord einstellte.

Der Junioren-Nationalspieler konnte mit 19 Toren in 26 Spielen der Hauptrunde beeindrucken, in der Meisterrunde waren es dann noch drei Tore in zehn Begegnungen. Diese beeindruckende Anzahl von Toren und Vorlagen, insbesondere wenn man bedenkt, dass der Junge als Rechtsaußen spielt, brachte ihm auch den Rekord ein, den Peter Møller, der erfolgreichste Teenager in der Geschichte des dänischen Fußballs, zuvor gehalten hatte.

Insgesamt kam der Youngster in seinen 44 absolvierten Pflichtspielen der Saison auf 32 direkte Torbeteiligungen – eine Statistik, die sämtliche Talentscouts in Europa aufhorchen ließ.

Zudem bestärkten dessen exzellenten Auftritte und das Erreichen des Halbfinales bei der U21-Europameistrschaft 2019 sämtliche Topclubs darin, um das skandinavische Ausnahmetalent zu buhlen. Trotz lukrativer Angebote von insgesamt 20 Vereinen, darunter Giganten wie der FC Barcelona, oder der FC Bayern München, entschied sich der mittlerweile 20-jährige Außenstürmer nach langem Zögern für den FC Bologna.

„Mein Herz entschied sich für Bologna“

„Ich bin noch sehr jung, und es war das erste Mal, dass ich meine Heimat verlassen musste, daher brauchte ich viel Zeit zum Nachdenken. Bologna respektierte das, und das wusste ich sehr zu schätzen. Zudem bemühten sie sich am meisten um mich und verfolgen mich schon sehr lange. Daher entschied sich mein Herz für diesen Verein und dessen Projekt“, offenbarte Olsen bei seiner Präsentation.

Mit Bologna-Coach Sinisa Mihajlovic verstand sich das Talent bei der ersten Begegnung prächtig und ließ sich vom ehemaligen Standard-Spezialisten zu einer Wette hinreißen. „Ich traf ihn, als ich das erste Mal das Trainingszentrum besuchte. Ich schloss mit ihm eine Wette ab, dass ich einen besseren linken Fuß als er habe“, scherzte der Neuzugang der „Rossoblu“ mit den neugierigen Journalisten.

Aus der Not eine Tugend

Dass Olsen einen eisernen Willen besitzt und sich durch nichts und niemanden zurückwerfen lässt, bewies er bereits in seiner Jugend. Andreas gab seine ersten Schüsse ab, als er vier Jahre alt war, in einem kleinen Klub in seiner Heimatstadt Hillerød, vor den Toren Kopenhagens. Er besaß damals schon eine herausragende Schusstechnik und Frühreife, die im dänischen Provinzfussball eine Seltenheit darstellten. Seine Eigenschaften blieben nicht unentdeckt, was ihn mit 11 Jahren zu einem Spieler des Erstligisten FC Nordsjaelland machte.

Doch bevor Skov Olsens Traum wirklich begann, wies ein Jugendtrainer des Vereins darauf hin, dass der Junge Qualität habe, aber zu langsam sei. Das hatte ihm noch niemand gesagt. Dann begann Andreas hart an sich zu arbeiten und nahm die Leichtathletik neben den Fussball in den Fokus. Die Warnung des Trainers war schnell vergessen: Schnelligkeit wurde zum Markenzeichen des Jungspunds.

Doch das Schicksal schlug im Alter von 13 Jahren zurück. Aufgrund starker Schmerzen in seiner Hüfte, war der Teenager gezwungen, aufzuhören. Der komplette Heilungsprozess beanspruchte ganze zwei Jahre, ehe Olsen wieder kicken durfte. Viele hätten aufgegeben, aber für Andreas gab es nur Fußball und so kämpfte er sich mit ehernem Willen zurück.

Doch was zeichnet Olsen fußballerisch aus, was für ein Typ Spieler ist er? Woran sollte er noch feilen? Der Sache gehen wir jetzt mal auf den Grund.

Spielerprofil:

Olsens bevorzugte Position ist die des Rechtsaußens in einem offensiven Dreier-Mittelfeld, welcher gerne den Weg ins Zentrum sucht, um dann in Robben-Manier mit seinem exzellenten Linken abschliessen zu können. Jedoch ist er flexibler als sein holländisches Vorbild einsetzbar.

„Mein Vorbild ist Arjen Robben, jedoch kann ich auch auf der linken Seite und den zentralen Part spielen.“ Seine 187 cm machen ihn für sein junges Alter zu einem kraftvollen und athletisch beeindruckenden Spieler, wenngleich seine physische Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen scheint.

Stärken:

Olsen besitzt nicht nur einen tödlichen, sondern auch einen technisch versierten linken Fuß. Ein toller erster Kontakt und furztrockene Abschlüsse aus dem Stand in den Winkel stellten bei ihm in Dänemarks Eliteliga keine Seltenheit dar. Doch auch sein „schwacher“ Rechter kann sich sehen lassen und wird nicht nur zum Stehen von ihm gebraucht.

Denn oftmals zieht er auch mal zur Grundlinie, um den Ball mit dem rechten Fuß in die Box zu flanken, oder schließt kurzerhand auch zielgenau mit diesem ab. Sieben seiner 19 Tore in der Superliga erzielte Olsen mit seinem Rechten, was ihn zu einem absolut unberechenbaren und beidfüßigen Flügelstürmer macht.

Doch auch ohne den Ball, reißt der junge Däne immer wieder Löcher in die gegnerischen Abwehrreihen und schafft damit uneigennützig Räume für seine Mitspieler. Denn seine Laufwege führt er im Stile eines routinierten Strafraumfuchses aus, was eine sehr ungewöhnliche Eigenschaft für Spieler seines Alters ist. Zudem bringen ihn sein Instinkt, und daraus resultierend dessen Positionsspiel, statistisch so oft in aussichtsreiche Abschlusssituationen, wie ein Mittelstürmer, was seine exzellente Torquote erklärt.

Schwächen:

Doch wie die meisten Talente gibt es noch zahlreiche Kanten, die an diesem Rohdiamanten geschliffen werden müssen. Denn gegen die eigene Spielhälfte seines Teams, scheint der Youngster eine Allergie zu haben. Weder beteiligt sich dieser am Aufbauspiel seiner Mannschaft, noch arbeitet er effektiv genug gegen den Ball. Meist positioniert dieser sich zu weit weg von seinen Teamkollegen und offenbart damit gefährliche Räume für den Gegner.

Zudem denkt Bolognas Nummer 17 auch bei Ballbesitz des Gegners stets offensiv und bringt sich daher gerne für einen potentiellen Konter in zu offensive Positionen, was natürlich gegenüber seinen Teamkameraden eine ziemlich fahrlässige Attitüde darstellt und Trainer Sinisa Mihajlovic immer wieder Sorgenfalten auf die Stirn zaubert.

Zudem muss Olsen noch an seinem ausbaufähigen Passspiel arbeiten, denn weder in Dänemark (75 Prozent Passquote) noch in der Serie A (78 Prozent) konnte er mit diesem überzeugen. Oft zieht er die persönliche, der kollektiven Lösung vor, auch wenn Letztere viel einfacher wäre. Alle diese Defizite scheinen jedoch mit dem jungen Alter und der Unerfahrenheit des Dänen zusammenzuhängen.

Im Schatten Orsolinis

In der laufenden Saison konnte sich Olsen noch nicht als Stammspieler etablieren (19 Einsätze, ein Tor), auch deswegen, da sein Pendant Riccardo Orsolini, Bolognas Topscorer mit sieben Toren und vier Assists, einfach schon wesentlich weiter in seiner Entwicklung ist.

Jedoch reift er im Schatten des ehemaligen Juve-Profis stetig weiter. In seinen Kurzauftritten in der Liga und dessen Debüt-Tor beim 2:1 Erfolg über Neapel, deutete Olsen schon an, dass mit ihm langfristig im italienischen Oberhaus zu rechnen ist.

Bologna hat gewiss eines der größten und interessantesten Talente aus dem gesamten skandinavischen Raum verpflichtet. Angesichts der erschwinglichen Ablösesumme, die bei rund 6 Millionen Euro lag, können wir den Scouts von Bologna nur gratulieren, dass sie Andreas Skov Olsen nach Italien geholt haben.

Sechs Millionen Euro für einen Spieler, der das Potenzial zur Weltklasse besitzt, sind in der heutigen Zeit und gerade für die mittelklassigen „Rossoblú“ ein absoluter Transfer-Coup!

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Sascha

Italiens neuer Ibra? – Gianluca Scamacca (21) im Porträt

"Mein Ziel ist es, innerhalb von fünf Jahren in der Champions League zu spielen.“ Gianluca Scamacca, 21 Jahre alt und aktueller Stürmer von Zweitligist Ascoli Calcio hat sich ambitionierte Ziele gesteckt. Betrachtet man seinen Werdegang, dann erkennt man, dass diese durchaus ihre Berechtigung finden.

Denn Scamacca, welcher eigentlich dem italienischen Erstligisten US Sassuolo gehört, scheint in dieser Serie B-Saison seinen endgültigen Durchbruch im Profifußball gefeiert zu haben. Wettbewerbsübergreifend erzielte der 1,95 Meter große Mittelstürmer in 25 Partien 12 Scorerpunkte (11 Tore, ein Assist). Tolle Werte, die natürlich auch Begehrlichkeiten wecken.

Sprung zu einem Topclub?

Benfica Lissabon, Neapel und Milan scheinen laut den „Gazzetten“ den Youngster ins Visier genommen zu haben. Scamacca lässt sich bei der Vereinswahl nur wenig in die Karten schauen und gibt sich sibyllinisch. "Tut mir leid, ich kann Sie nicht gut hören." Dann lächelt er. "Das ist richtig. Träume kann man nicht erzählen und bestimmte Gedanken kann man nicht beichten.“

Ob ihn die Gerüchte nervös machen? "Es ist normal, wenn man Tore schießt. Ich denke daran, mit Ascoli aufzusteigen und die Playoffs zu erreichen. Doch der „Corriere dello Sport“ berichtet, dass der gebürtige Römer gewillt sei, nach einer Odyssee durch Europa bei zahlreichen Vereinen wie PSV, Zwolle, Cremonese und Sassuolo, einen großen Schritt vorwärts zu machen und zu einem ambitionierten Club zu wechseln.

Zlatan als Argument?

Zlatan Ibrahimovic könnte bei einem Verbleib in der Lombardei, der entscheidende Joker für den AC Mailand darstellen. Denn dieser ist das große Vorbild Scamaccas. Nicht nur die Größe scheint bei beiden Akteuren sehr ähnlich, auch das Spielerprofil und die Attitüde erinnern an Schwedens Altmeister. Scamacca besitzt ähnlich wie Zlatan ein extrem trickreiches Dribbling, ist trotz seiner Größe sehr agil und beweglich und überzeugt durch eine versierte Schusstechnik.

Zudem kommt Romas Jugendprodukt ebenfalls von der Straße, musste im römischen Arbeiterviertel Fidene aufwachsen, „einem Ort, den man immer in sich trägt, weil ich immer dieser Junge von dort bin und mich nicht ändern werde", betonte Scamacca seine Wurzeln. Auf dem Platz besitzt er zudem dieselbe Arroganz wie sein Idol, wirkt trotz seines jungen Alters unfassbar selbstbewusst und selbstsicher.

Vorliebe für Tattoos

Ebenso besitzt er wie Milans Oldie eine Vorliebe dafür, seinen Körper mit aussagekräftigen Tattoos zu schmücken. Besonders ein arabisches Sprichwort, welches seinen rechten Unterarm ziert, scheint eine besondere Bedeutung für Italiens U21-Nationalspieler zu haben. So steht auf diesem geschrieben: "Auf den Leichen der Löwen feiern die Hunde im Glauben, dass sie gewonnen haben, aber Löwen bleiben Löwen und Hunde bleiben Hunde".

"Dieser Satz erinnert mich daran, dass man auch in schwierigen Zeiten immer weiß, wer man ist. Und selbst wenn andere Sie zu bestimmten Zeiten als schwach empfinden mögen, wissen Sie immer, welche Stärke Sie haben“, erklärt Scamacca sein Empfinden.

Doch kommen wir zurück zu dessen Spielerprofil. Was ebenfalls den Vergleich mit Ibra zulässt, ist die Vielseitigkeit des bulligen Mittelstürmers. Denn Scamacca lässt sich oftmals wie der „Rossonero“ ins Mittelfeld zurückfallen, behauptet mit seiner imposanten Physis und Balance den Ball und leitet ihn dann klug weiter. Dank seiner überragenden technischen Fähigkeiten und seiner Übersicht, verteilt der die Bälle dann wie ein routinierter Regista.

Es gibt noch "Baustellen"

Doch stehen den ganzen Vorzügen einige Defizite gegenüber. Denn Scamacca ist wie die meisten Talente seines Alters noch zu verspielt und riskiert dadurch gefährliche Ballverluste. Darüber hinaus besitzt er ein noch zu schlampiges Passspiel mit einer ausbaufähigen Passquote von nur 65 Prozent.

Entweder verpasst der junge Italiener den richtigen Zeitpunkt beim Abspiel, versucht einen Pass per Hacke leichtfertig weiterzuleiten, oder spielt überhastet in die Spitze. Überdies sucht er oftmals noch zu früh den Abschluss, anstatt beispielweise die situative numerische Überlegenheit seines Teams bis zum Ende auszuspielen. Doch dies sind Feinheiten, die durchaus behebbar sind.

Schlussendlich darf man getrost konstatieren, dass der mediale Vergleich mit Ibrahimovic durchaus zulässig erscheint. Jedoch muss Ascolis Leihstürmer seine Qualitäten auch auf Erstliga-Niveau demonstrieren, um diesen vollends gerecht werden zu können. Sollte er bei Weiterführung der Serie B weiterhin so konstant abliefern, dann wird er schon bald die Chance dazu bekommen…vielleicht sogar zusammen mit seinem Kindheitsidol für den AC Mailand.

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Sascha

Wer ist Samuele Ricci (18)? - Empolis Ausnahmetalent im Portät

Samuele Ricci (18) ist der neue Name auf dem „Mercato“ einiger namhafter Serie-A-Clubs wie des SSC Neapel und dem AC Mailand. Während die Lombarden das 18-jährige Mittelfeldtalent neben dem ehemaligen „Empolesen“ Ismael Bennacer installieren möchten, suchen die Neapolitaner nach einem Ersatz für den abwanderungswilligen Allan. Doch warum haben die beiden ambitionierten Erstligaclubs einen Zweitligaprofi ins Visier genommen? Der Frage gehen wir mal zusammen auf den Grund.

Zunächst einmal, wo kommt der junge Italiener eigentlich her? Was hat er bisher geleistet? Der in Pontedera geborene Toskaner durchlief alle Jugendmannschaften des FC Empoli und debütierte am 21. September letzten Jahres in der Serie B für die "Azzurri". Zu auffällig waren zuvor dessen Auftritte in der Primavera, sodass Trainer Pasquale Marino ihm eine Chance gab.

Diese wusste Ricci sofort zu nutzen. In ganzen 21 Partien kam der agile Mittelfeldmotor schon zum Einsatz, bevor es in die Corona-Pause ging. Sein Coach brummte ihm sofort mit seiner Rolle als spielgestaltender Sechser eine hohe Verantwortung auf.

Ungewöhnlich selbstbewusst für sein Alter

Samuele Ricci zieht für den Tabellenneunten der Serie B seitdem als sogenannter „Regista“ unbekümmert das Spiel der Toskaner auf und ist somit, trotz seines jungen Alters, die zentrale Schlüsselfigur im Aufbauspiel der Toskaner. Der U19-Nationalspieler Italiens besitzt eine ordentliche Portion Kreativität, denn er findet auf fast jede Spielsituation eine Lösung, ist gut im Dribbling und prüft die gegnerischen Keeper gerne aus der Distanz mit satten Schüssen.

Besonders auffällig ist das Selbstverständnis seines Spiels. Ricci strahlt mit seinen zarten 18 Jahren ein Selbstbewusstsein aus, welches man selten bei Fußballern seines Alters erlebt. Das Eigengewächs des FC Empoli ist sich einfach seiner vielversprechenden Fähigkeiten bewusst und strahlt dies über seine Körpersprache auch aus.

Gegen den Ball ein Innenverteidiger

Auch gegen den Ball weiß Ricci zu überzeugen. Meist antizipiert er die Richtungen, in die seine Gegenspieler starten möchten, und luchst ihnen dann elegant den Ball ab. 64 Prozent gewonnene Zweikämpfe am Boden und 50 Prozent gewonnene Luftduelle verdeutlichen, dass Empolis Nummer 28 stärker als manch Innenverteidiger agiert.

Er hat das taktische Verständnis, die Räume mit seinem Stellungsspiel zu schließen und legt ein unermüdliches Laufpensum an den Tag, was ihn auch dazu befähigt, die Rolle eines „Mezzala“ auszufüllen. Schwierige Situationen löst er mit einer untypischen Leichtigkeit. Enge Räume löst er gerne mal mit einer schnellen Bewegung auf, Druck des Gegners entkommt er oftmals dank seiner Technik und Spielintelligenz.

Kurz gesagt, Samuele Ricci besitzt die Persönlichkeit und die Qualität, um auch in der höchsten italienischen Spielklasse für Furore sorgen zu können. Ein enormes Versprechen des FC Empoli an die Zukunft des „Calcio“! Wer weiß, wie lange der toskanische Club seinen Rohdiamanten noch halten kann...

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Sascha

Der gutmütige Riese | Giacinto Facchetti im Porträt

Es war einmal das Jahr 1960 auf dem Trainingsgelände von Inter Mailand. Es war die Zeit von „la grande Inter“ mit Trainer-Legende Helenio Herrera, welcher als Erfinder des„Catenaccio“ gilt und für sein enorm erfolgreiches Spielsystem noch nach einem Linksverteidiger suchte.

Niemand Geringeres als Giuseppe Meazza, einer der weltbesten Stürmer der dreißiger Jahre, hatte dem argentinischen Übungsleiter, einen gerade mal 18-jährigen großgewachsenen Stürmer vermittelt, der diese Rolle erfüllen konnte. Facchetti überzeugte seinen neuen Mentor. Dieser schulte ihn rasch um, so dass der Sohn eines Eisenbahners nur ein Jahr später sein Serie A-Debüt feiern konnte.

Mäßiges Debüt, Herrera voll des Lobes

Trotz eines mäßigen Auftritts prophezeite ihm sein Coach eine aussichtsreiche Zukunft. „Der Junge wird mal eine fundamentale Säule dieses Vereins.“ Herrera sollte Recht behalten. Zusammen mit Namen wie Burgnich, Suarez, Mazzola, Domenghini, Jair oder Picchi bildete Facchetti "la grande Inter" unter Angelo Moratti, Vater des aktuellen Klubeigners Massimo:

Vier Scudetti, zwei Europapokale der Landesmeister, zwei Weltpokale. 634 Partien für die Nerazzurri, 75 Tore. Als Kapitän par excellence galt er auch in der Squadra Azzurra, für die er in 94 Spielen 70 Mal als Kapitän auflief. 1968 war er entscheidend am EM-Sieg beteiligt.

Inters Linksverteidiger beeindruckte trotz seiner imposanten 1,91 Meter durch herausragende Sprintqualitäten, erledigte nicht nur sehr erfolgreich seine defensiven Aufgaben, sondern interpretierte seine Rolle dank seiner Schnelligkeit und Technik ungemein offensiv.

Das war für die damalige Zeit ein absolutes Novum, weshalb man den in Treviglio geborenen Italiener als Prototyp des modernen Außenverteidigers bezeichnen könnte. Sein starkes Umschaltspiel wurde zu seinem Markenzeichen. Denn unmittelbar nachdem er sich elegant in der Defensive den Ball erkämpft hatte, startete er im Stile Milans Theo Hernandez wie ein nicht aufzuhaltender Schnellzug den Konterangriff.

"Seine Flanken waren wie ein Tor"

Er war Flügelverteidiger und Außenstürmer zugleich und versorgte die Offensivkräfte wie Sandro Mazzola und Jair da Costa mit präzisen Hereingaben. "Für einen Mittelstürmer war Facchetti wie Manna. Seine Flanken waren oft wie ein Tor", beschrieb ihn Teamkollege Roberto Boninsegna.

Gab es keine Anspielstationen, dann suchte er eben selbst den Abschluss und das ziemlich erfolgreich, was seine 75 erzielten Tore sicherlich bezeugen. Sein persönlicher Höhepunkt war neben den zahlreichen Mannschaftserfolgen mit „la grande Inter“ und der „Squadra Azzurra“, sicherlich der Titel des zweitbesten Fußballer Europas. Nach dem zweifachen Gewinn des Weltpokals 1964 und 1965 musste er sich einzig der portugiesischen Legende Eusebio bei der Wahl geschlagen geben.

Doch Facchetti galt als fairer Sportsmann und nahm seinen Preis mit Demut an. Aber nicht nur außerhalb des Platzes stand er für Respekt, Loyalität und Fairness. „Eins ist klar: Schauspielerei habe ich immer verachtet. Das gehört nicht zum Fußball, denn der Grundgedanke des Fußballs ist Reinheit und Fairness."

"So wie damals Beckenbauer, der trotz Armverletzung mit einer Schlinge weiterspielte. Davor habe ich immer den Hut gezogen“, entgegnete Facchetti angesprochen auf die Schauspielerei-Vorwürfe der deutschen Medien nach dem legendären 4:3-Sieg im Halbfinale der WM 1970.

Facchetti erfindet sich neu

Ab Mitte der siebziger Jahre nagte auch der Stein der Zeit an Facchettis Athletik, doch dieser erfand sich ähnlich wie Paolo Maldini als Innenverteidiger neu, nur dass er anders als Milans Nummer drei, die Position als Libero ausfüllte. Denn Herreras Catenaccio benötigte hinter der Dreier-Abwehrkette noch einen freien Verteidiger. Jedoch interpretierte Inters Capitano seine Rolle im Gegensatz zu Beckenbauer, Scirea oder Baresi rein defensiv.

Im Alter von 36 Jahren beendete Giacinto Facchetti dann seine aktive Spielerkarriere und verließ nach 18 Jahren für die „Nerazzurri“ das heilige Grün. Auch nach dem Karriereende blieb er den Lombarden treu und wechselte ins Management. Ebenso in dieser neuen Aufgabe erlangte er höchste Weihen. Am 13. November 2001 wurde er zum Vizepräsidenten gewählt, bevor er am 19. Januar 2004 zum 19. Präsidenten des Vereins ernannt wurde.

Einer der letzten Gentlemen

Doch nur zwei Jahre später, erlag er einer langen schweren Krankheit. Viele Menschen begleiteten Facchettis Sarg und sein guter Freund Massimo Moratti veröffentlichte einen sehr persönlichen Brief. Aus Anerkennung gegenüber Facchettis Lebenswerk und Loyalität, beschloss die Vereinsführung seine Rückennummer "3" nicht mehr zu vergeben.

Mit dem „gutmütigen Riesen“, wie man Facchetti liebevoll nannte, verließ einer der letzten Gentlemen den „Calcio“. Humor, Integrität, Freund der Arbeiter, Familienmensch, Kind des Nordens - Selbst nach seinem Scheiden erntete Inters Legende nur Lob, Respekt und Anerkennung aus allen Teilen der Welt.

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Sascha

Rolando Mandragora | Italiens neuer Thiago Motta?

Stell dir vor, du hast dein erstes Match für deinen neuen Club und spielst dermaßen bescheiden, dass du von sämtlichen relevanten überregionalen Tageszeitungen in Italien zum schlechtesten Spieler der Partie deklariert wirst! Es gibt gewiss schönere Starts bei einem neuen Verein als den, den das damalige Juventus-Talent Rolando Mandragora beim ehemaligen süditalienischen Erstligisten FC Crotone erlebte.

Zugegebenermaßen sollte auch die zahlenmäßige Unterlegenheit thematisiert werden, da die Kalabresen gegen die Millionentruppe des AC Milan schon ab der achten Spielminute, aufgrund einer roten Karte für Innenverteidiger Ceccherini, in Unterzahl gerieten. Doch getreu dem Motto „wenn du auf dem Boden liegst, kann es nur noch bergauf gehen“, schaffte es der junge Italiener die Leistungen seit seiner katastrophalen Performance gegen die „Rossoneri“ dermaßen zu steigern, dass er aktuell zu den besten U23-Spielern der Serie A gehört.

Liverani der richtige Förderer

Betrachtet man die bisherige Karriere des gebürtigen Neapolitaners, dann ist es keine Überraschung, dass sich der Mittelfeldmann von Rückschlägen nicht aus der Fassung bringen lässt. Bereits in der Jugend, fiel er bei einigen Serie-A-Clubs im Sichtungstraining durch, da man ihn als zu klein empfand. Der „kleine“ Junge gab jedoch nicht auf und wurde schließlich vom FC Genua verpflichtet und misst mittlerweile 1,83 Meter.

Bei den Liguriern geriet er in die Obhut vom damaligen Jugendcoach Fabio Liverani (heute Cheftrainer von US Lecce), der nicht nur an der mentalen Stärke des Teenagers feilte, sondern ihm ebenso das körperbetonte Spiel vermittelte. Mandragora saugte alles was ihm vom früheren Palermo-Akteur vermittelt wurde auf wie ein Staubsauger. Seine konstant überragenden Leistungen blieben dem damaligen Coach der ersten Mannschaft Gianpiero Gasperini, heutiger Atalanta-Trainer, nicht verborgen und so nahm er ihn zu den Profis auf.

Serie A-Debüt gegen die alte Dame

Am 29. Oktober 2014 war es endlich soweit und Mandragora feierte im Alter von nur 17 Jahren und vier Monaten sein Serie A-Debüt gegen keinen Geringeren als den italienischen Rekordmeister Juventus Turin! Das Magische an diesem Spiel war die Tatsache, dass der Jungspund es hauptsächlich mit dem damaligen Wunderkind Paul Pogba zu tun bekam.

Kurioserweise machte der Edeltechniker seine Sache mehr als gut und schaltete den Franzosen nahezu aus. Der Star der alten Dame machte keinen Stich und die Zuschauer im Stadio Luigi Ferrari durften nach 90 Minuten einen 1:0 Sieg ihres Teams bejubeln. Genuas Eigengewächs wurde nach dem Spiel wenig überraschend mit Lobeshymnen geradezu überschüttet:

„Ich empfand Mandragoras Leistung als richtig stark und ich gebe niemanden die Chance der es nicht wirklich verdient hat“, lobte Gasperini in der anschließenden Pressekonferenz. „Er ist gerade mal 17 Jahre alt, aber hat jetzt schon eine sehr professionelle Einstellung. Ich brauchte einen Spieler mit seinen Eigenschaften und er bewältigte dieses große Spiel mit einer absoluten Gelassenheit.“

Nach dem Hoch folgt ein Tief

So beeindruckend dieses Spiel für Mandragora war, desto enttäuschender war der restliche Saisonverlauf für das Talent. Er kam kaum noch zum Zug und musste sich hinter dem damaligen kongenialen Duo Andrea Bertolacci und Stefano Sturaro anstellen. Beide zentralen Mittelfeldspieler waren in der Form ihres Lebens und eine Nummer zu groß für den erst 17- Jährigen.

Genua lieh ihn anschließend in die Serie B zu Delfino Pescara aus, damit er dort mehr Einsatzzeit bekommt. Er machte den nächsten Schritt bei den „Delfinen“ und spielte eine außerordentliche Saison, welche am Ende sogar mit dem Serie A-Aufstieg gekrönt wurde.

Ebenso verfeinerte er sein Spiel und lernte auch unter Druck die Ruhe zu bewahren. Seine Darbietungen in Italiens zweiter Liga riefen vor allem die Juve-Scouts auf den Plan. Nach der Saison war es dann soweit und die „Bianconeri“ verpflichteten das Talent für stolze sechs Millionen Euro Ablöse.

Da Juventus ihn weiterhin zu Pescara, ab der Saison 2017/18 zum FC Crotone auslieh, und ihn letzten Sommer an Udinese verkaufte, konnte der 1,83-Meter-Mann seit fast drei Jahren konstant Serie A-Luft schnuppern und einen weiteren entscheidenden Schritt in seiner Entwicklung machen.

Stärken:

In seiner Zeit beim FC Crotone nahm Mandragora in Walter Zengas 4-3-3-System die Rolle des zentralen Sechsers ein. Seine taktische Affinität ermöglicht es ihm die Räume effektiv zuzulaufen und als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive zu fungieren. Man konnte ihn also als den „Dirigenten“ des FC Crotone bezeichnen, der den Takt des Spiels vorgibt. Diese Rolle war und ist ihm wie auf den Leib geschneidert.

„Ich bin ein Mittelfeldspieler, der es mag oft den Ball zu haben. Ich besitze eine gute Technik, kann aber auch defensive Aufgaben erfüllen. Ich versuche immer 100 Prozent für das Team zu geben“,so Mandragora über seine Rolle.

Blitzschnell in die Spitze

Eine von Mandragoras größten Vorzügen sind ohne Zweifel sein sauberes und präzises Passspiel. Egal ob kurz oder lang, direkt oder verzögert, er spielt sie konstant auf einem hohen Niveau. Gefürchtet sind vor allem seine direkten Pässe aus der Tiefe in die Spitze, denn er erkennt blitzschnell Lücken in der Abwehr des Gegners und das auch über weite Distanzen.

Das bekam auch Sampdoria Genua in der vorletzten Saison zu spüren, als Mandragora mit einem direkt genommenen Steilpass aus der eigenen Hälfte Stürmer Nwankwo steil schickte und so das 4:1 für die Süditaliener einleitete. Diese Übersicht, kombiniert mit einer enormen Spielintelligenz und einer hervorragenden Technik, machen ihn zu einem exzellenten Aufbauspieler.

Der Abfangjäger

Obendrein besitzt er die Gabe beeindruckend oft die Spielzüge des Gegners zu lesen. In 36 Serie A Partien fing er 2017/18 wie ein Abfangjäger unfassbare 86 Pässe des Gegners ab und münzte sie in eigenen Ballbesitz um! Kein Serie-A-Mittelfeldspieler schaffte mehr als Crotones „Regista“! Selbst Weltklasse-Sechser N‘Golo Kanté vom FC Chelsea musste sich auf seinem Fachgebiet mit 85 antizipierten Pässen geschlagen geben.

Darüber hinaus besitzt er ein sehr reifes Stellungsspiel und weiß ganz genau wie er sich bei gegnerischen Ballbesitz zu platzieren hat. Doch auch in direkten Zweikämpfen ist Mandragora unheimlich gereift. Besonders körperlich hat er gelernt sich durchzusetzen. Selbst der bullige Belgier Radja Naingolan musste körperlich alles in die Waagschale werfen, um sich Italiens Juniorennationalspieler vom Hals zu halten.

Diese physische Stabilität half ihm diese Saison für Udinese knapp 55 Prozent seiner Zweikämpfe für sich zu entscheiden. Während er vor paar Jahren noch dafür kritisiert wurde, unter Druck zu schnell nervös zu werden und den Ball zu schnell abzuschenken, hat er sich nun angeeignet, auch unter starkem Pressing des Gegners die Ruhe zu bewahren.

Schwächen:

Zwar besitzt Mandragora keinerlei signifikanter Schwächen, jedoch nutzt er seinen rechten Fuß sehr selten. Daraus resultierend sind seine Pässe etwas limitiert, wenn er vom Gegner so angelaufen wird, dass er sich den Ball auf den schwachen Fuß legen muss. Darüber hinaus fehlt ihm noch die Dominanz und Konstanz eines echten Spielgestalters, da er zu häufig Phasen im Spiel besitzt in denen er völlig untertaucht und sich lediglich auf seine Defensivaufgaben beschränkt.

Udinese Calcio verpflichtete den mittlerweile 22-jährigen Neu-Nationalspieler vor der Saison für stolze 20 Millionen Euro von Juventus. Zwar konnte sich der Neuzugang als Stammspieler etablieren, und mit 34 tödlichen Pässen in 25 Partien offensiv eine Schippe drauflegen, doch lässt seine Konstanz weiterhin zu wünschen übrig. Gerade gegen die Protagonisten der Serie A setzte der Rohdiamant nur wenig spielerische Akzente.

Prognose:

Der Vergleich der italienischen Gazzetten mit Andrea Pirlo kann getrost als unpassend bewertet werden, da sich der Weltmeister von 2006 über seine spielerischen Skills definierte, während sich Mandragora eher mit einem außerordentlichen Defensivverhalten das Spiel seiner Mannschaft aufwertet und somit vom Spielertyp eher Ex-PSG-Sechser Thiago Motta ähnelt.

Talentierte junge Spieler gibt es wie Sand am Meer, doch macht die Disziplin eines Talents meist den Unterschied. Udines‘ Zwanzig-Millionen-Talent gilt in der Szene als sehr disziplinierter Vorzeigeathlet. Taktisch wie auch aus menschlicher Sicht besitzt er den perfekten Nährboden für eine außerordentliche Karriere.

„Tifosi“ auf der ganzen Welt sollten diesen jungen Mann im Auge behalten, denn sie werden ihn gewiss in paar Jahren als Protagonist auf internationaler Ebene wiedersehen. Denn ein Rolando Mandragora hat schon oftmals bewiesen, dass er sich von nichts und niemanden zurückwerfen lässt und seinen Weg ehern verfolgt.

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