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Vorschau Frauen-EM 2025: Wie stark sind die deutschen Gruppengegner?

Ganze 8 EM-Titel konnte die deutsche Frauen-Fußballnationalmannschaft bereits holen. Wie aber stehen die Chancen 2025? Hier ein Blick auf die drei Gruppengegner Polen, Dänemark und Schweden.
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 3 Juli 2025, 9:22

Die Frauen-EM hat begonnen und damit die große Chance für das deutsche Team, das enttäuschende Gruppenphasen-Aus bei der WM 2023 wieder gut zu machen und an die großartige Leistung bei der EM 2022 anzuknüpfen bei der man es am Ende bis ins Finale schaffte. Doch wie hoch stehen diesmal die Chancen für unsere DFB-Frauen, die Gruppenphase zu überstehen und möglicherweise sogar ein zweites Mal in Folge bis ins Finale zu kommen? Schafft man es auch 2025 wieder eine ähnliche Begeisterung bei den Fans zu entfachen wie 2022, wo es gelang - auch dank einer extrem sympathischen und authentischen Mannschaft – dem Frauenfußball in Deutschland eine Aufmerksamkeit zu verschaffen wie noch nie zuvor. (Bild: IMAGO / Bildbyran)

Hier zunächst mal ein Blick auf die drei deutschen Gruppengegner:

Polen

Für die polnische Nationalmannschaft ist es die erste EM-Teilnahme überhaupt, dennoch hat sie durchaus das Potenzial, eine der großen Überraschungen des Turniers werden. Herz der Mannschaft ist natürlich Stürmerin Ewa Pajor. Ganze neun Jahre (von 2015 bis 2024) ging sie für den VFL Wolfsburg auf Torejagd und gewann mit den Wölfen fünf Meisterschaften, wie auch ganze neun mal den DFB-Pokal. 2019 und 2024 war sie zudem Bundesliga-Torschützenkönigin, wie auch 2023 Champions-League-Torschützenkönigin. Seit 2024 ist sie nun Stürmerin Nr. 1 beim FC Barcelona, der aktuell vielleicht besten Frauenfußball-Mannschaft der Welt.

Dennoch ist sie nicht der alleinige Star bei unseren östlichen Nachbarn. Auch Spielerinnen wie Sylwia Matysik, Martyna Wiankowska und Adriana Achsinka kennt man aus der Bundesliga, dazu noch Kapitänin Tanja Pawollek, die seit diesem Sommer beim Aufsteiger 1. FC Union Berlin spielt, nachdem sie vorher fünf Jahre lang bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag stand.

Zudem hat Polen die jüngste Trainerin des Turniers: Nina Patalon, grade mal 39 Jahre alt und dennoch schon 2011 Assistenztrainerin in der polnischen Jugendnationalmannschaft, nachdem sie zuvor mit bereits 25 Jahren ihre Profikarriere aufgrund einer langwierigen Verletzung beenden musste.

Die polnische Nationalmannschaft hat zudem nichts zu verlieren - ganz im Gegenteil: Für viele Fans gelten die Polen derzeit als die Vorreiter schlechthin, was den Frauenfußball im Ostblock angeht, wo es der Frauenfußball bis vor wenigen Jahren noch sehr schwer hatte. Für viele weitere aufstrebende Nationen aus Osteuropa wie Tschechien, Serbien und Slowenien gelten die Polen somit als Vorbild und somit bei dieser EM nicht nur auf einer sportlichen, sondern auch ein Stück weit auch auf einer gesellschaftlichen Mission unterwegs.

Am 4. Juli um 21:00 Uhr werden die Polen auf die DFB-Elf treffen, ein Spiel, was für beide Teams schon extrem entscheidend werden könnte, bevor dann mit Dänemark und Schweden die nächsten Gegner warten.

Dänemark

Ein großes Fragezeichen ist derzeit allerdings die dänische Nationalmannschaft. Zwar hat man mit Pernille Harder eine der aktuell besten offensiven Mittelfeldspielerinnen der Welt im Kader, zeitgleich hat man aber auch mit einer Menge Chaos rund um die Trainerposition zu kämpfen. Hier hat nämlich erst kürzlich Andree Jeglertz den Posten des langjährigen dänischen Nationaltrainers Lars Sondergaard übernommen - nur um grade mal vier Wochen vor Turnierbeginn mit Jakob Michelsen schon wieder seinen Nachfolger vor die Nase gesetzt zu bekommen. Warum man hingegen nicht gleich mit Michelsen in die EM startet sondern meint, das Turnier jetzt noch irgendwie mit dem zu Manchester City abwandernden Jeglertz durchziehen zu müssen, verstehen weder Fans noch Mannschaft, so dass die Stimmung im Team aktuell eher unruhig ist.

Des Weiteren kritisieren viele den Spielstil von Jeglertz als "sehr eindimensional" und extrem abhängig von den Flankenabnahmen von Pernille Harder oder schnellen Konterläufen von Außenspielerinnen wie Frederikke Thögersen oder Janni Thomsen.

Auch bei der letzten EM 2022 war man mit Deutschland mit einer Gruppe und bekam von der DFB-Elf mit einem 0 : 4 erstmal saftig einen auf die Nase, wohingegen man bei der anschließenden WM 2023 dann aber zumindest das Achtelfinale erreichte. "Player To Watch" könnte allerdings Stine Ballisager werden, die diesen Sommer von der Florentina zum FC Bayern wechseln wird, wie auch Josefine Hasbo, einer extrem vielseitigen Mittelfeldspielerin, die zuzüglich während der letzten Nations League noch ihren Abschluss in Harvard gemacht hat und damit die erste Absolventin der weltbekannten Elite-Uni ist, die bei einer EM dabei ist.

Grundsätzlich wird es bei Dänemark darauf ankommen, wie die Mannschaft ins Turnier findet, wo es zunächst einmal darum geht sich am Erzrivalen Schweden für die erst kürzlich statt gefundene 1 : 6 Klatsche zu revanchieren. Am 8. Juli um 18:00 Uhr wird man dann auf Deutschland treffen und könnte hier dann schon bereits die entscheidenden Weichen für ein Weiterkommen stellen.

Schweden

Mit Schweden kommt am letzten Gruppenspieltag der härteste Gruppengegner auf Deutschland zu. In den letzten drei Turnieren schafften es die Schwedinnen mit ihrer extrem erfahrenen und eingespielten Mannschaft immer bis ins Halbfinale und natürlich ist die Sehnsucht nach mehr bei den Fans riesig. Ganze 41 Jahre ist es nämlich schon her, dass man den letzten großen Titel gewann, seitdem ist man immer wieder und wieder knapp davor gescheitert.

Auch ist der Sturm der Schwedinnen nicht nur auf einen Star zugeschnitten, sondern ist mit Fridolina Rolfö (FC Barcelona), Stina Blackstenius (FC Arsenal) und Johanna Rytting Kaneryd (FC Chelsea) gleich mit dreifacher Weltklasse besetzt. Nicht zuletzt war es Stina Blackstenius, die in der vergangenen Saison das entscheidende Tor im Champions-League-Finale schoss. Auch dahinter ist die schwedische Mannschaft geballt mit Erfahrung, wo ganz besonders auch noch FC-Bayern-Abwehrchefin Magdalena Eriksson der verlängerte Arm von Trainer Peter Gerhardsson ist, der die schwedische Nationalelf bereits seit 2017 betreut.

Als "Player To Watch" sollte man aber ganz besonders bei diesem Turnier auf die erst 20jährige Ellen Wangerheim achten, die das Potenzial hat vielleicht die (!) Überraschung des Turniers zu werden. Für ihren Verein Hammarby IF hatte die junge Flügelspielerin nämlich ganze 16 Torbeteiligungen in 25 Spielen, darunter alleine 12 in den letzten 10 Spielen.

Die DFB-Frauen werden daher am 12. Juli, um 21:00 Uhr definitiv vor einer großen Aufgabe stehen, wenn es gegen die Schwedinnen geht, so dass es gut wäre, das Weiterkommen möglichst schon in den beiden vorherigen deutlich leichteren Spielen klarzumachen.

Denn mit Schweden erwartet die deutsche Mannschaft hier definitiv schon ein Team, was gemeinsam mit Spanien, Frankreich und England zu den großen Turnierfavoriten gehören wird.

Alle Spiele werden sonst im Free TV sowohl in der ARD als auch im ZDF übertragen. Alle weiteren Infos hierzu findet ihr hier: Übertragung der Fußball-EM 2025: Alle Termine und Sendezeiten.

Bis dahin drücken wir der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft natürlich alle Daumen - auf dass es wieder bis ins Finale geht oder es für den Rekord-EM-Sieger (ganze acht EM-Trophäen seit 1989) vielleicht sogar mal wieder zu einem Titel reicht.

Shopping-Guide zu Borussia Dortmund: Welche Transfers könnten den BVB diesen Sommer verstärken?

Ein Blick auf das aktuelle Transferfenster und mögliche Neuzugänge für den BVB.
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 1 Juli 2025, 9:39

Was für eine Aufholjagd! Am Ende dann doch wieder Champions-League. Typisch BVB: Wenn es um alles geht, dann liefert man eben und lässt alle Fans, die genau das für unmöglich gehalten haben, wie die letzten Deppen dastehen. Genau wie zwei Saisons zuvor auch alle Fans, die sich sicher waren, der BVB könne die Meisterschaft nicht mehr verspielen. Oder wäre, wie eine Saison zuvor, weit entfernt davon entfernt, ein Champions-League-Finale erreichen zu können. (Bild: IMAGO / Nicolo Campo)

Also was denn nun, BVB? Ist es vielleicht das, was sich aktuell die Fans mehr denn je fragen. Ist Niko Kovac jetzt der große Heilsbringer, der die Schwarzgelben in eine neue Zukunft bringt? Und welche Spieler brauch er dafür? Knallharte Malocher – wie man im Ruhrgebiet so schön sagt – oder doch den ein oder anderen Feinfuß, wie den bereits verpflichteten Jobe Bellingham?

Fragen über Fragen. Wir von Kickfieber wollen diesen auf den Grund gehen, wie schon beim Bayern-Shopping-Guide auch hier wieder mit mehreren Fazits. Denn so viel sei schon mal vorab gesagt: Bei keinem Club haben wir so viel diskutieren müssen, wie beim BVB, wie in unserem Youtube-Podcast-Format "Wer Trifft Hat Recht" noch heute zu hören sein wird.

Warum nicht mal ein bisschen FC Augsburg sein?

Wäre das nicht schön? Eine BVB-Saison, die einfach mal ein bisschen predictable sein? Eine Saison, wo man genau weiß, gegen die und die Gegner wird man gewinnen, bei den und den Gegnern wird’s eher schwierig und auf dem und dem Tabellenplatz landet man am Ende. Aber vielleicht wäre der BVB auch nicht der BVB, wenn nicht eben genau diese Achterbahnfahrten zu einer Saison dazu gehören würde – der furiose Champions-League-Sieg gegen PSG, um wenige Tage später dann wieder in Heidenheim, Augsburg oder Kiel zu verlieren.

Und wer soll jetzt eigentlich alles gehen? „Am besten alle – der gesamte Kader und am besten Kehl, Kovac und Ricken gleich mit“, wie so mancher BVB-Streamer hin und wieder mal wütend in seine Kamera brüll oder einfach - keiner? Weil "theoretisch" können sie’s ja alle. Und wenn es dann nicht an Mentalität mangelt, dann höchstens vielleicht mal an Einstellung, wobei Moment? Ist das nicht eigentlich dasselbe?

Ein Shopping-Guide zum BVB zu machen ist daher grade in puncto Abgänge ein bisschen, wie ein Orchester zu leiten, wo jeder Musiker hin und wieder mal seinen weniger talentierten Bruder zu den Proben schickt in der Hoffnung, dem Dirigenten würde das schon nicht auffallen, wenn irgendwo am Pult des fünften Kontrafagottisten ab und zu mal jemand anderes in die Röhre tutet. Wen will man denn nun eigentlich loswerden? Julian Brandt?

Oder vielleicht doch nur seinen weniger talentierten Zwillingsbruder, der ab und zu mal vom Original-Brandt in den Bus gesteckt wird, wenn auf der Ostalb in Heidenheim mal wieder die kalte Brise weht und so mancher Spieler sich doch so gerne mal ein Wochenende am Phönix-See gönnen würde, wenn da nur nicht diese blöde Champions-League-Qualifikation wäre, die von der Vereinsführung finanziell Jahr für Jahr fest eingeplant ist.

Nun, bislang ist der BVB immer noch mit einem blauen Auge davon gekommen, die nächste Saison wird aber definitiv eine Weggabelung sein: Ist Borussia Dortmund überhaupt noch im Rennen, wenn es um den Bayern-Verfolger Nr. 1 geht? Oder wird irgendwann ein fünfter Champions-League-Platz oder ein Wundertrainer a la King Kovac mit sieben Siegen am Stück für das absolute Mindestziel von Aki Watzke & Co. Irgendwann nicht mehr ausreichen? Die Saison 2025/26 kann hierbei in jede Richtung gehen, mit welchem Kader soll man also in die Saison gehen?

Innenverteidiger

Entgegen so mancher Gerüchte wird zumindest Schlussmann Gregor Kobel den Schwarzgelben erhalten bleiben. Damit sollte auf dieser Position kein Bedarf sein, zumal man mit Routinier Alexander Meyer und Talent Diant Ramaj zwei gute Backups hat und mit Patrick Drewes bereits den Abgang von Marcel Lotka kompensierte.

Auf der Innenverteidigerposition sieht es da schon ein bisschen anders aus, zumal Nico Schlotterbeck den Saisonstart auf jeden Fall verpassen wird und auch danach erst einmal geschaut werden muss, wie schnell er wieder zu seiner zuletzt dargebotenen Top-Form formt. Sollte er diese erreichen, wäre er natürlich Abwehrchef und mit Sicherheit auch Kandidat Nr. 1 um den künftigen Dortmund-Kapitän. Weit entfernt von dieser Konstanz ist allerdings weiterhin Niklas Süle, beziehungsweise Emre Can, den man in den vergangenen Saison aufgrund seiner Fehlerhaftigkeit im defensiven Mittelfeld oft auf diese Position zurückgezogen hatte, auch immer ein gewisses Gamble. Als weiteren Innenverteidiger hätte man ansonsten nur noch Waldemar Anton, wie auch die beiden Talente Soumaila Coulibaly (in der letzten Saison noch an Stade Brest ausgeliehen) und Filippo Mané.

Ein weiteres junges Talent und damit ein typischer Dortmund-Gold-Digging-Transfer wäre allerdings:

Joane Gadou (18, RB Salzburg)

Dieser war bereits beim Liga-Konkurrenten RB Leipzig im Gespräch, da diese aber Europa komplett verpasst haben, Dortmund hingegen Champions League spielt, könnten die Scouts rund um Sebastian Kehl hier – trotz der Multiclub-Ownership von Red Bull rund um die beiden RB-Clubs – wie schon im Fall Karim Adeyemi und Erling Haaland den Vorteil haben, die man beide ebenfalls aus Salzburg geholt hat.

In der Jugend von Paris St. Germain ausgebildet ist der mit einem Marktwert von fünfzehn Millionen Euro taxierte 1,95-Riese derzeit eines der heißesten Innenverteidiger-Talente Europas. Seine Kombination aus Kraft, Schnelligkeit und Körpergröße sorgt dafür, dass er insbesondere bei Zweikämpfen und Kopfballduellen extrem stark ist. Zuzüglich verfügt er als Kapitän der französischen U17-Nationalmannschaft für sein junges Alter über enorme Führungsqualitäten, die schon fast an den jungen Jude Bellingham erinnern. Dazu spielt er sowohl in engen Räumen als auch bei langen Bällen klug und ist zudem im Gegensatz zum eher mit dem Ball starken Nico Schlotterbeck enorm defensiv stark. Die einzige Schwachstelle könnte seine aufgrund seines Alters fehlende Erfahrung sein.

Zeno Debast (21, Sporting Lissabon)

Ein weiteres Problem der abgelaufenen BVB-Saison war, dass viele Teams irgendwann dahinter kamen, dass quasi 80 Prozent des Spielaufbaus über Nico Schlotterbeck kam. Dies, und die Tatsache, dass auch Gregor Kobel alles andere als ein mitspielender Torwart ist, führte oft dazu, dass Schlotterbeck und Kobel sich bei Pressingversuchen des Gegners den Ball oft hin und her gepasst haben, um ihn dann irgendwie nach vorne zu schlagen, was häufig in einem Ballverlust endete.

Die 30 Millionen Euro Marktwert von Zeno Debast mögen daher erst mal abschreckend klingen, die Vorstellung neben dem deutschen Schlotterbeck ab nächster Saison auch noch den belgischen Schlotterbeck in der Startelf zu haben, dann aber umso weniger. Denn das und nichts anderes ist Debast, sowohl von seiner Erfahrung (trotz jungen Alters bereits Stammspieler beim RSC Anderlecht wie auch in der belgischen A-Nationalmannschaft gewesen) als auch von seinem Spielstil. Neben einer Passquote von 92,8 Prozent, spielt er zuzüglich 0,92 Keypasses, also fast einen entscheidenden Pass pro Spiel, was ihn auch im Angriffsspiel enorm gefährlich macht. Sein Expected-Assists-Wert liegt zudem im Top 9 Perzentil im europäischen Vergleich, dazu noch 68 Pässe pro Spiel in der portugiesischen Liga: Das alles sind Werte, die vielleicht nicht für einen Kovac-typischen Abräumer stehen.

Hier muss sich der BVB aber fragen, was man will? Möchte man nicht mittelfristig wieder eine Mannschaft werden, die auch durch Ballbesitzdominanz andere Teams erdrücken kann und hinten trotzdem stabil steht? Dann wäre ein Innenverteidiger Duo aus Schlotterbeck und Debast eine mehr als hervorragende Basis und könnte das Fehlen eines mitspielenden Torwarts mehr als ausreichend kaschieren.

Des Weiteren könnten auch Innenverteidiger wie Matin Vitik (22, Sparta Prag), Lilian Brassier (25, Stade Brest), Cameron Carter-Vickers (27, Celtic Glasgow), Ousmane Diomandé (21, Sporting Lissabon) wie auch Konstantinos Mavropanos (27, West Ham United) interessant sein, letzter vor allem dan, sollte man doch noch mal nach einem physischen Abräumer suchen, der in der Innenverteidigung vor allem eins tut: Verteidigen.

Außenverteidiger

Auf den Außenverteidigerpositionen ist man hingegen mit Ramy Bensebaini und Daniel Svensson auf der linken Seite, wie auch Julian Ryerson und Yan Couto auf der rechten Seite zumindest in der Breite ausreichend besetzt, wobei die linke Seite durchaus noch ein bisschen Erfahrung gebrauchen könnte.

Mein Ansatz war hier daher zumindest für die Linksverteidigerposition noch einen Spieler zu finden, der genau diese Bundesligaerfahrung hat, nicht so teuer ist, dass er den in der Rückrunde sehr überzeugenden Daniel Svensson Richtung Auswechselbank verdrängen könnte, trotz aber – ähnlich wie ein Julian Ryerson - klar defensiv denkt:

Anthony Caci (27, Mainz 05)

Caci wäre in einem Kovac-typischen 3-4-2-1-System ganz klar der, der neben Ryerson den linken Flügel zumacht, insbesondere dann, wenn man gegen konterstarke Gegner wie Leverkusen oder Frankfurt spielt. Der große Vorteil für Dortmund wäre, dass Caci bereits verlauten ließ, dass er gerne – am liebsten in der Bundesliga – nochmal einen nächsten Schritt gehen würde, wie auch nur noch ein Jahr Restvertrag bei den 05ern hat. Bei einem Marktwert von zwölf Millionen Euro wäre das aktuelle Transferfenster somit die letzte Chance für Mainz, den viermaligen „Man Of The Match“ (laut Kicker) in der abgelaufenen Saison noch irgendwie zu Geld zu machen.

Für Dortmund könnte daher eine Ablösesumme von zehn bis fünfzehn Millionen Euro absolut machbar sein. Hinzu hätte man noch einen Spieler, der unglaublich vielseitig einsetzbar wäre und auch in der Innenverteidigung wie auch auf der linken Seite in einer Dreierkette auflaufen könnte. Hinzu ist er kein „Highlight-Spieler“, sondern als absoluter Team-Player, der seine Rolle komplett dem Erfolg der Mannschaft unterordnet und bereit ist, hier auch physisch und läuferisch an seine absoluten Grenzen zu gehen: Mit anderen Worten – ein perfekter Niko Kovac Spieler.

Defensives Mittelfeld

Nanu – Bellingham wieder zurück in Dortmund? Nun – nicht ganz, denn in dem Fall hat man tatsächlich einfach mal den jüngeren Bruder geholt, ob aber den weniger talentierten, bleibt abzuwarten. Denn schon bei den drei Gruppenspielen in der Club-WM konnte Jobe Bellingham nicht nur mit einem Tor und einem Assist glänzen, sondern bewies ähnlich wie damals sein Bruder, dass er mit bereits 19 Jahren eine Mannschaft anführen kann und eine Abgeklärtheit auf dem Platz hat, wie nur wenige in seinem Alter.

Diese Position ist daher schon belegt, die großen Fragezeichen beginnen dann allerdings in der Zentrale, wie auch vor allem im defensiven Mittelfeld. Julian Brandt, Marcel Sabitzer, Emre Can, Pascal Groß – alles keine Konstanten auf der Position, am ehesten dann noch Felix Nmecha, der aber wiederum in seiner Debüt-Saison ein Jahr zuvor komplett enttäuschte. Warum also nicht all-in gehen und Niko Kovac seinen absoluten Wunschtransfer realisieren.

Ardon Jashari (22, FC Brügge)

Hier könnte es sein, dass bereits beim Erscheinen dieses Shopping-Guides der AC Mailand bei einer Ablöse von 35 Millionen Euro zugeschlagen hat. Allerdings haben der italienische Traditionsgigant in der vergangenen Saison nicht einmal Europa gespielt, der BVB hingegen – Fans wissen, wie die Geschichte ausging. Dennoch sollte man sich beeilen, um nicht – wie schon im Rennen um Rayan Cherki – abermals leer auszugehen. Bei Jashari, der 2025 zum Spieler des Jahres in Belgien gewählt wurde, kann man fast so weit gehen, ob man hier nicht sogar einen defensiven Mittelfeldspieler verpflichtet, der in zwei bis drei Jahren mindestens das Doppelte wert ist.

Was ihn vor allem auszeichnet ist seine Pressingresistenz, seine Fähigkeiten, das Spiel zu lesen, wie auch seine überragende Passquoten – spielentscheidende Pässe, abgeschlossene Pässe – überall ist er hier in den Top 8 Prozent Europas, quasi ein Granit Xhaka in the making mit dazu noch einem Hauch Toni-Kroos-Vibes, ein Transfer, wo die BVB-Verantwortlichen sich aber ganz genau überlegen sollte, ob man hier nicht über Jahre hinweg die Baustelle im defensiven Zentrum schließen könnte.

Aleksandar Stankovic (19, Inter Mailand)

Einen kurzen Moment hatte ich überlegt, eine Bundesliga-Rückkehr von Hakan Calhanoglu in die Bundesliga zu callen – bis auf einmal dieses junge ebenfalls bei Inter Mailand unter Vertrag stehende Talent in mein Blickfeld geriet. Tatsächlich gibt es aber durchaus die ein oder andere Parallele des jungen Serben mit Calhanoglu, der in der vergangenen Saison an den FC Luzern ausgeliehen wurde und dessen Vater Dejan Stankovic (derzeit Trainer bei Spartak Moskau) eine absolute Inter-Mailand-Ikone war.

Für Aleksandar Stankovic, dessen größten Stärken in seiner Gelassenheit gegen den Ball, wie auch in seinen Standards liegen, hingegen könnten die nächsten Jahre absolut entscheidend sein. Denn zwar haben die Luzerner eine Kaufoption von ca. 1,5 Millionen Euro, den großen Karrieresprung würde Stankovic aber nicht machen. Inter Mailand hingegen ist u.a. mit eben Calhanoglu auf dieser Position schon ausgelastet und auch generell nicht als Verein bekannt, der Jahr um Jahr unbekannte Jugendspieler nach oben bringt. Für den BVB wäre er bei einem Marktwert von elf Millionen Euro hingegen ein absoluter Schnapper und ein Spieler, den man ohne Risiko aufbauen und zu eben diesem Top-Spieler aufbauen könnte, wie ihn sein Vater schon war.

Weitere interessante Kandidaten könnten Alan Varela (23, FC Porto) und Billy Gilmore (24, SSC Neapel) sein.

Oder man ruft als Saisonziel für 2025/26 zur Abwechslung mal das Ziel „Die Fans schon vor der Saison maximal auf die Palme bringen“ aus. Das würde derzeit wohl am besten funktionieren, wenn man wieder mal ausschließlich in der Bundesliga fischt und z.B. Arthur Vermeeren (20, RB Leipzig), Florian Grillitsch (29, TSG Hoffenheim) oder Eric Martel (23 1. FC Köln) in ein paar Wochen als Königstransfer verkündet. Wobei - dann vielleicht doch lieber Kenan Karaman nach Dortmund holen. Dann freuen sich wenigstens die Schalke-Fans.:)

Offensives Mittelfeld

Hier wäre die naheliegendste und sicherlich einfachste Lösung zunächst einmal folgende: Man verpflichtet anstelle eines neuen Spielers einfach mal einen Astrologen, der eine genaue Statistik darüber erstellt, welche Sterne und Transzendenten immer dann am Himmel stehen, wenn Julian Brandt in einem Spiel mal wieder aussieht, wie der deutsche Prime-Neymar und überredet die DFL, die Spiele irgendwie genauso zu legen. Ein anderer Weg wäre sich hier dann vielleicht doch nochmal nach einem weiteren Leistungsträger im offensiven Mittelfeld umzuschauen:

Omari Hutchinson (21, Ipswich Town)

Und wer könnte die Position neben Jobe Bellingham besser ausspielen, als sein Landsmann Hutchinson vom Premier-League-Absteiger Ipswich Town. Damit hätte der BVB zwar wahrscheinlich die jüngste Doppel-Acht aller europäischen Top-Ligen, dafür eine, die mit Sicherheit Spektakel und Spritzigkeit verspricht. Denn das hat Hutchinson bereits vielfach bewiesen, was nicht zuletzt die deutsche U21-Nationalmannschaft im Finale gegen England schmerzvoll erfahren musste, als er so ziemlich an jedem gefährlichen Konterangriff beteiligt war und nicht zuletzt das Tor zum 2:0 schoss.

Der Engländer mit jamaikanischen Wurzeln ist zusätzlich noch ein unglaublich listiger Fuchs, wenn es darum geht, Bälle anzutäuschen und selbst gestandene Premier-League-Spieler wie Kreisligaspieler aussehen zu lassen – mit anderen Worten ein absoluter Spektakelspieler, wie ihn der BVB in der Form lange nicht mehr hatte.

Kenneth Taylor (21, Ajax Amsterdam)

Dies wäre nach Ardon Jashari mein zweiter All-In-Transfer, ein Transfer, mit dem man quasi die Stärken von Jude Bellingham auf zwei Personen aufteilen würde? Denn was war es denn, was den heutigen Real-Madrid-Star – der aktuell der drittteuerste Spieler der Welt ist – so ausgezeichnet hat? Absolutes technisches Können, wie auch Führungsqualitäten. Das technische Können könnte rein vom Talent her sicherlich sein kleiner Bruder Jobe Bellingham mitbringen, Kenneth Taylor als – mit 21 Jahren – aktueller Kapitän von Ajax Amsterdam hingegen wäre ein Spieler, der alleine aufgrund seiner Ausstrahlung eine Offensive anführen kann.

Hinzu gehören seine gute Positionierung, sein gutes Passspiel und eine Maschinenraum-Mentalität, die vor allem eins klar macht: „Ich bin hier der Boss im Mittelfeld, versucht zu pressen, wie ihr wollt: Meine Mitspieler und ich bestimmen was abläuft. Ende der Diskussion.“

Natürlich wäre dies ein auch für den BVB bei einem Marktwert von 28 Millionen Euro und einem Vertrag bis 2027 ein kostspieliger Transfer. Die Alternative aber wäre in jeder Hinsicht darauf zu spekulieren, dass Jobe Bellingham das offensive Mittelfeld schon in seiner ersten Saison anführt, so wie es sein Bruder getan hätte.

Mit einem Kenneth-Taylor-Transfer würde man dieses Risiko umgehen – und: die 55-60 Millionen Euro, die man durch den Abgang von Jamie Gittens bekommt plus die Einnahmen aus der Club-WM in eine Zentrale aus Ardon Jashari, Kenneth Taylor und Jobe Bellingham zu investieren? Das wäre mit Sicherheit eines der krassesten Transferstatements des BVBs seit langem in Richtung Bayer Leverkusen, Bayern München und Co. Ausbildungsverein – gerne – aber eben trotzdem auf absolutem europäischem Top-Niveau.

Auch Konstantinos Karetsas (17, KRC Genk), James McAtee (22, Manchester City), Oscar Gloukh (21, RB Salzburg), Andrija Maksimovic (18, Roter Stern Belgrad), Harvey Elliott (22, FC Liverpool) - wie auch eine Leihverlängerung von Carney Chukwumueka (21, FC Chelsea) könnten für den BVB interessant sein, sollte sich seine körperliche Verfassung unter Niko Kovac weiterhin positiv entwickeln.

Angriff:

Nun aber steht die Königsfrage an: Die Frage um einen Ersatz für Jamie Gittens, dessen Transfer für 50-60 Millionen Euro zum FC Chelsea so gut wie durch ist. Dieser Erlös, wie auch die Einnahmen durch die Klub-WM, bieten also durchaus Handlungsspielraum für einen echten Königstransfer. Das Interessante ist, dass das Profil für einen linken Flügelstürmer im Grunde fast identisch ist mit dem für den FC Bayern, da auch Borussia Dortmund durch den Abgang von Youssoufa Moukoko nun auch keinen Mittelstürmer-Backup zu Serhou Guirassy mehr hat, da auch auf Leih-Rückkehrer Sebastien Haller eher nicht mehr gesetzt werden soll.

Ideal wäre also ein Spieler, der beides kann – Gittens ersetzen, wie auch im Worst Case Guirassy. Hier unsere persönlichen Top 4 an Kandidaten (ohne Reihenfolge):

Malick Fofana (20, Olympique Lyon)

„Vous vous voyez toujours deux fois, Monsieur Textor“ könnte hier die Message an den Lyon-Präsidenten John Textor lauten, hat dieser den BVB doch vor kurzem noch beim Werben um deren Wunschspieler Rayan Cherki nicht nur abgewatscht, sondern die Dortmunder Vereinsführung dabei als unseriös betitelt.

Nun aber hat die Tatsache, dass sich Lyon wegen finanzieller Mauscheleien grade kurz vor einem Zwangsabstieg befinden, die Verhandlungsposition ein wenig geändert, leider zwar nicht mehr beim bereits von Manchester City verpflichteten Cherki, um so mehr aber, was die Verhandlungsposition von Lyon generell angeht. Denn auch Lyon-Flügelflitzer wird sicherlich keine Lust haben mit Lyon in irgendwelchen unteren französischen Ligen rumzudümpeln, nur weil seine Bosse ihre Finanzen nicht in den Griff kriegen. Hinzu würde er von der Position extrem gut passen und – trotz eines Marktwerts von 30 Millionen und einem Vertrag bis 2028 – wahrscheinlich günstig wie nie zu haben sein. Nicht umsonst sind auch Clubs wie Chelsea, Neapel, Nottingham und der FC Bayern an dem Spieler dran.

Johan Bakayoko (22, PSV Eindhoven)

Auch hier – wie auch bei seinem Vereinskollegen Noa Lang (25, PSV Eindhoven) fragt man sich schon seit Jahren, wann denn endlich mal der Zeitpunkt für den nächsten Schritt ist. Beide spielen gefühlt jede Saison so, dass man sie am Ende bei irgendeinem ganz großen Verein sieht, letztendlich passiert es dann aber doch nicht. Warum daher nicht ein fast (!) ganz großer Verein, zumindest verglichen mit Playern wie Chelsea, Manchester City oder Paris. St. Germain, wo der Name auch schon auf dem Zettel stand.

Bakayoko ist hinzu schon seit Jahren Leistungsträger in der belgischen Nationalmannschaft, des Weiteren genau dieser Hybrid, den der BVB eigentlich so unbedingt brauch: Kann auf dem rechten Flügel spielen, ähnlich gut aber auch auf dem linken Flügel wie auch im Zentrum als verkappter Zehner rund um Guirassy herumwirbeln. Hinzu ist er genau der Typ Spieler, der auch in engen Räumen Lösungen findet und mit dessen Hilfe die Schwarzgelben mal wegkommen könnten von dem ständig nur über die Außen kommen und entweder auf einen genialen Sprint von Adeyemi zu warten oder mit Flanken irgendwie Guirassy zu erreichen. Hinzu wäre mit grade mal 22 Jahren und einem Marktwert von 30 Millionen Euro auch sein Wiederverkaufswert enorm.

Lucas Stassin (20, AS St. Atienne)

Hier liegt die Betonung ganz klar auf: Inverser Mittelstürmer, ein Stürmer, der zwar durchaus auch vor dem Tor zu gefährlichen Abschlüssen kommt, sich aber ebenso gerne in die Halbräume fallen lässt, wie auch auf die Flügel ausweicht. Hinzu hat er mit 16 Scorern in 28 Spielern mehr als ordentliche Statistiken für einen Französischen Club, der grade auf dem vorletzten Platz in die Ligue 2 abgestiegen ist.

Hinzu ist der Belgier noch sehr jung und – er könnte im Gegensatz zu den anderen Kandidaten eben auch als reiner Mittelstürmer fungieren, sollte sich Serhui Guirassy mal verletzen, wäre daher genau die perfekte Mischung aus vielversprechendem Nachwuchsstürmer (sollte Guirassy doch eines Tages zu einem größeren Club abwandern) und Soforthilfe in Sachen Backup.

Jadon Sancho (25, Manchester United)

Bei Jadon Sancho hat man manchmal ein ähnliches Gefühl wie bei einem Reisenden, der irgendwo gedankenverloren mit Rucksack aufs Meer schaut, die Wellen beobachtet und – obgleich er jeden Tag in einem anderen Hotel übernachtet – tief im Inneren eigentlich nur ein Zuhause sucht? Ein Club, wo er sich einfach wohl fühlen kann und der sein kann, der er ist. Wo ist dieses gefühlt ewige Kind geblieben, was BVB-Fans in seiner ersten Saison 20../20… so viel Freude bereitet hat – ein Spieler, der einfach nur Spaß auf dem Platz haben wollte und zum Teil selbst kaum fassen konnte, was für eine riesige gelbe Wand ihm da zujubelt? War der BVB am Ende vielleicht doch Sancho’s einzig wahres Zuhause?

Denn weder bei Manchester United, noch beim FC Chelsea, noch bei der englischen Nationalmannschaft hatte man das Gefühl, den echten Jadon Sancho zu sehen, so dass man sich schon fast fragte, ob dieser unter dem Druck insbesondere der englischen Medien und Fans komplett verloren gegangen war? Auch mentale Probleme beherrschten den Flügelflitzer, so dass man schon Angst hätte, er könne vielleicht einen ähnlichen Weg gehen, wie das ebenfalls einstige englische Megatalent Dele Alli?

Klar ist, dass ein Rückkauf von Jadon Sancho selten so günstig war, wie in diesem Jahr, da Manchester United ganz klar nicht mehr mit ihm plant und auch sein Marktwert „nur“ noch bei 28 Millionen Euro liegt. Könnte es also tatsächlich noch mal zu einer endgültigen Rückkehr des verlorenen Sohnes kommen? Und sind nicht genau diese Spieler, die am Ende doch für immer Dortmunder bleiben wollen, nicht genau die, wonach sich die Fans so sehr sehnen?

Ansonsten gäbe es natürlich noch weitere Namen über die man diskutieren könnte, wie z.B. Eliesse Ben Seghir (20, Monaco, LA), Alberto Moleiro (21, UD Las Palmas), Marvin Ducksch (31, Werder Bremen) oder. Dan Ndoye (24, FC Bologna), alles Spieler, die dem BVB irgendwo helfen könnten. Auch ein Transfer von Enzo Millot (22, VFB Stuttgart) wäre sicherlich nicht ganz dumm, wobei man sich dann wirklich langsam fragen könnte, ob Sebastian Kehl Ambitionen hat als unkreativster BVB-Kaderplaner aller Zeiten in die Geschichte einzugehen.

Letztendlich bleibt beim BVB alles wie immer eine Philosophie-Frage: Auf gestandene Spieler oder auf Talente setzen?

Und apropros Talent – hier final noch ein Geheimtipp: Mohamed Kader Meite (17, Stade Rennes). Ein noch extrem junges Talent, der vielleicht in der nächsten Saison noch kein Stammspieler wäre, aber vielleicht der BVB-Transfer auf den diesen Sommer noch niemand schaut, der sich aber in den nächsten Jahren umso mehr auszahlen könnte?

Fazit: Mit jungen herausragenden Talenten zurück ins Meisterschaftsrennen

Leon Buche
Leon Buche

Der BVB sollte vor allen Dingen erst mal wieder zu einem zurückkehren: Zu einem Verein, der Stars macht, seinen Spielern aber gleichzeitig das Gefühl zu geben ob ihrer Leistung schon Stars zu sein. Denn das war es, was diesen Verein immer stark gemacht hat – ob zu Zeiten von Jürgen Klopp mit Spielern wie Nuri Sahin, Shinji Kagawa und dem jungen Robert Lewandowski – oder vor einigen Jahren mit Spielern wie Erling Haaland, Jude Bellingham und nicht zuletzt Jadon Sancho.

Der Transfer von Jobe Bellingham war hier ganz klar wieder ein Schritt in die richtige Richtung, doch diese Richtung muss fortgesetzt werden: Ardon Jashari, Malick Fofana, Joane Gadou plus noch ein weiterer Anführer im Zentrum der Marke Kenneth Taylor: Das wäre ein Kader mit dem ich den BVB wieder ganz oben im Meisterschaftsrennen sehen würde.

Meinung: Der BVB braucht noch reichlich Verstärkungen

Florian
Florian

Der personelle Umbruch im Sommer 2024 kann nur der Anfang gewesen sein, in diesem Jahr müssen nun zwingend die nächsten Veränderungen folgen. Das bedeutet für mich mindestens noch einen klaren defensiven Mittelfeldspieler zu verpflichten und auch einen Offensivspieler, der sowohl auf der Außenbahn als auch als zweiter Zehner neben Julian Brandt oder Jobe Bellingham funktionieren kann. Rayan Cherki wäre hier tatsächlich die perfekte Lösung gewesen.

Jüngste Medienberichte sprechen nun davon, dass die Suche nach einem klaren Sechser nicht mehr höchste Priorität haben soll und man ein „Überangebot" habe, doch ich hoffe, dass sich diese Meldung als Ente erweist. Genau hier braucht man dringend einen Strategen mit Defensivqualitäten und gepflegtem Aufbauspiel, und zwar schon seit ein paar Jahren.

Verstärkt sich der BVB noch auf diesen Positionen und bekommt auch die Einbindung und Entwicklung junger Spieler besser hin, könnte durchaus eine erfolgreiche Saison bevorstehen. Man muss jedoch hoffen, dass sich die Verantwortlichen die vergangene Saison aufgrund des Saison-Endspurts nicht wieder schön geredet haben und dadurch notwendige Veränderungen blockieren. Das wäre brandgefährlich.

Top 15: Deutsche Trainer im Ausland - Welche "Auswanderer" könnte man eines Tages nochmal in der Bundesliga sehen?

Flick? Tuchel? Rangnick? Hürzeler? Welchen deutschen Trainer könnte es schon bald wieder in die Heimat zurückziehen? Hier eine Top 15.
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 26 Juni 2025, 12:28

„Wenn morgen nicht endlich wieder die Sonne scheint / wenn heute die verdammte Bahn schon wieder Verspätung hat / wenn diese Regierung nicht endlich abgewählt wird – DANN WANDER ICH AUS“ – Sätze, die man im Alltag immer wieder mal hört – so manches Mal vielleicht sogar von einem selbst. Ob man es dann am Ende wirklich tut: In den meisten Fällen eher nicht, zu viele Gründe gibt es, seinem geliebten ‚Schland dann doch letztendlich doch treu zu bleiben und es dann doch bei den vierzehn Tagen Malle im Jahr zu belassen. (Bild: IMAGO / PPAUK)

Bei einer Reihe deutscher Fußballtrainer war es jedoch anders, denn für sie hieß es tatsächlich eines Tages: Goodbye, Deutschland! Zu verlockend könnte doch die Aussicht sein, zu erkunden, ob nicht am Südpol bei den Pinguinen die abkippende Doppelsechs nicht doch inverser gegen den Ball arbeitet. Und sicherlich mag es es auch für den ein oder anderen Trainer ganz verlockend gewesen sein, als europäischer Weltmann den Greenkeepern im Dschungel von Djibuti zu erklären, dass es auch andere Werkzeuge als eine Heckenschere gibt, um für einen geeigneten Fußballrasen zu sorgen.

Viele deutsche Trainer jedoch wurden im Ausland erst richtig glücklich, man denke an Otto Rehhagel und seinen vielleicht überraschendsten EM-Sieg aller Zeiten 2004 mit Griechenland oder an Jupp Heynckes, der 1998 mit Real Madrid als erster deutscher Trainer in der Geschichte die Champions League gewann.

Welche deutschen Trainer aktuell grade im Ausland aktiv sind und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir sie in den nächsten Jahren nochmal in der Bundesliga sehen könnten, wenn nicht sogar irgendwann nochmal als Bundestrainer sehen könnten, dies soll die folgende TOP 15 zeigen:

PLATZ 15: JOSEF ZINNBAUER (55, JS KABYLE - ALGERIEN)

Ins wunderschöne Algerien hat es diesen Trainer mittlerweile verschlagen und das war so seiner Bagpacker-Route zunächst weniger hip war, umso mehr aber die Namen der Vereine, die er trainierte: SK Lauf und Henger FC, also erst laufen und dann abhängen, oder wie? Nicht lange abhängen tat er dann allerdings beim Hamburger SV, was aber seit Thomas Doll im Jahr 2004 auf so ziemlich jeden Trainer zutraf.

Der Hamburger Dino befand sich zu diesem Zeitpunkt mal wieder auf dem letzten Platz und alle Fans waren völlig auf Zinne. Passenderweise konnte Zinnbauer dann aber mit einem 0 : 0 gegen die Bayern die Gemüter zumindest etwas beruhigen, in dem Sinne, dass wenn man schon keine schoss, wenigstens hinten die Null stand. Das Rückspiel ging dann aber 0 : 8 aus und ab da war eigentlich schon klar - das wird nichts mehr mit einer Karriere in Deutschland

Stattdessen ging es dann über St. Gallen zu den Orlando Pirates, um dann 2022 trotz des russischen Angriffskriegs aus den USA weiter nach Russland zu Lokomotive Moskau wandern - nun ja, neue Kulturen kennen lernen eben. Um dann zu merken, dass Wetter in Marokko (Raja Casablanca) und Saudi Arabien (Al-Wahda) dann grade im Winter doch schöner ist. Eine Rückkehr als Bundesliga-Trainer in Deutschland ist für Zinnbauer hingegen so wahrscheinlich, wie eine romantische Liaison zwischen Tino Chrupalla und Heidi Reichinnek. Für eine so kreative Reiseroute hat sich Auswanderer "Zinne" seinen Platz in dieser Top 15 dann aber am Ende doch verdient.

PLATZ 14: TOMAS ORAL (52, GRASSHOPPER CLUB ZÜRICH - SCHWEIZ)

Auch bei dem nächsten "Auswanderer" könnte man hier so seine Zweifel haben, auch wenn er für Fans des traditionsträchtigen Clubs RB-Leipzig eigentlich schon fast so etwas sein müsste, wie der Hennes Weisweiler der Energy-Drink-Dosen. Tatsächlich trainierte er die Brausebullen nämlich bereits 2010, als man noch ein armer mittelloser Regionalligist war - am Leben gehalten einzig und allein durch sein vermitteltes Lebensgefühl und die Leidenschaft der Ultra-Fankurve. Durch Zauberhand und göttliche Fügung ging es für die Leipziger dann allerdings steil nach oben, leider eben nur ohne Tomas Oral - dieser war nämlich nach nicht mal einem Jahr schon wieder Geschichte. Umso legendärer war dann schließlich seine Zeit beim FC Ingolstadt, bei denen er nicht nur bei dem Versuch erwischt wurde, dem damaligen Lautern-Trainer Boris Schommers in den Allerwertesten zu treten, sondern auch seine eigenen Spieler mit Worten wie „Mach Quark drauf oder ruf deine Mutter an“ anbrüllte, als diese sich - vor Schmerzen krümmend - auswechseln lassen wollten. Kein Wunder, dass Felix Magath ihn wenig später als Co-Trainer zum FC Fulham mitnahm - irgendjemand musste ja schließlich mal Disziplin in die Bude bringen.

Als Entschädigung für den Aufstieg von RB Leipzig revanchierte er sich zumindest insofern bei allen Zweitligisten-Fans, dass er es schaffte mit grade mal 2 Punkten aus 6 Spielen den SV Sandhausen-Spielern innerhalb von wenigen Wochen jeglichen Spaß am Profifußball zu nehmen. Zur Freude aller Fans von vollen Stadien stürzte der Verein nämlich kurz nach seiner Entlassung erst in die dritte Liga, schließlich sogar in die Regionalliga ab.

Mittlerweile ist Tomas Oral in der Schweiz bei den Grasshoppers Zürich aktiv. Da auch hier die Saison am Ende nur über die Relegation gerettet werden konnte, bleibt auch in seinem Fall eine Rückkehr als Trainer in den beiden höchsten deutschen Ligen eher unwahrscheinlich.

PLATZ 13: THORSTEN FINK (57, KRC GENK - BELGIEN)

Eine Rückkehr dieses Trainerlegende hingegen wäre wohl der größte Alptraum für alle deutschen TV-Journalisten. Von Sprüchen wie „Wenn ich euch schon von weitem sehe, kriege ich schlechte Laune“ bis hin „Ist die Wintersportsaison schon vorbei, oder was hast du hier zu suchen?“ bekamen diese nämlich, wann immer sein damaliger Verein, der Hamburger SV, mit ihm verlor, alles an Sprüchen zu hören, womit man Interviewer auf die Palme bringen kann. Und dies konnte beim HSV zwischen 2011-2013, wo er die Rothosen trainierte, durchaus öfters mal vorkommen, wobei er seine erste Saison immerhin noch auf Platz 15 beenden konnte.

Eine weitaus höhere Platzierung hätte dann aber sicherlich seine anschließende Reiseroute verdient: Über Zypern (Apoel Nikosia) ging es hier nämlich über Wien, Zürich, Japan, Lettland, Dubai am Ende nach Belgien zum KRC Genk. Ob die Tatsache, dass er in Japan bei Vissel Kobe noch einmal einen 35-jährigen Andres Iniesta trainieren durfte, aber als alleiniges Argument ausreichen wird, um noch mal einen Bundesligajob zu bekommen? Dann schon eher die Tatsache, dass er in der Tabelle mit dem KRC Genk in der abgelaufenen Saison sogar Meister geworden wäre, diesen Titel dann allerdings aufgrund des Playoff-Systems in der belgischen Liga schließlich doch an Union St. Gilloise abgeben musste. Könnte er also doch nochmal etwas vom spanischen Weltmeister Iniesta gelernt haben, was den ein oder anderen Bundesligisten aus der unteren Tabellenhälfte nochmal neugierig machen könnte?

PLATZ 12: UWE RÖSLER (56, AARHUS GF - DÄNEMARK)

Beim mittlerweile in Dänemark arbeitenden ehemaligen Fortuna-Düsseldorf-Trainer liegt die letzte Bundesliga-Station (2019/20) bei den Fortunen schon deutlich kürzer zurück. Der ehemalige DDR-Nationalspieler, der es schaffte in nur zwei Jahren sowohl für LOK Leipzig als auch für Chemie Leipzig aufzulaufen ohne danach von den LOK-Fans als Hexe verbrannt zu werden, hat noch dazu eine Reiseroute vorzuweisen, wo insbesondere Skandinavien-Rucksacktouristen vor Neid erblassen könnten.

Erst in Norwegen die Clubs Lillestrom SK, Viking Staganvar und FK Molde trainiert, ging es anschließend über England (Brentford und Leeds u.a.) zum FC Malmö nach Schweden und schließlich nach Dänemark zu Aarhus GF.

Diese gewisse Zurückgezogenheit eines Mannes, der als Spieler eine absolute Tormaschine war und sogar (als einziger DDR-Nationalspieler in der Geschichte) in die All-Time-Hall-Of-Fame von Manchester City aufgenommen wurde, passt auch sonst zum eher kühlen gebürtigen Thüringer. Denn auch in seiner Spielerkarriere war er jemand, der Medienrummel eher scheute und in seinen freien Tagen lieber mal an irgendwelchen einsamen norwegischen Felsenküsten seinem Hobby Angeln nachging, als sich auf irgendwelchen Pariser Fashion-Weeks von Paparazzis ablichten zu lassen. Hier wäre daher die Frage, ob er grade überhaupt Bock auf eine Bundesliga-Rückkehr hätte, steht er mit den Süddänen doch grade auf einem gemütlichen Platz 3 in der Liga. Falls doch, könnte allerdings insbesondere Fortuna Düsseldorf daran interessiert sein, den "verlorenen Sohn" nach Deutschland zurück zu holen, vielleicht ab übernächster Saison dann sogar in der Bundesliga.

PLATZ 11: JÜRGEN KLOPP (58, HEAD OF GLOBAL SOCCER - RED BULL)

Ob dies bei Jürgen Klopp gelingt, darf dann aber umso mehr angezweifelt werden, dennoch muss er natürlich in dieser Liste auftauchen. Denn als mittlerweile Head Of Global Soccer beim Leipzig-Mutterkonzern Red Bull gäbe es zumindest das minimal wahrscheinliche Szenario einer Rückkehr in die Bundesliga als kurzzeitiger Interimstrainer der roten Bullen. Dieses Szenario wäre aber nur dann realistisch, sollte der Club, z.B. am Ende der kommenden Saison, erneut Gefahr laufen, Europa zu verpassen und damit sein generelles Standing als deutscher Top-6-Club zu verlieren.

Ob dies aber tatsächlich eintritt, und Jürgen Klopp zu diesem Schritt (inklusive Auswärtsspielen im Signal Iduna Stadion, wo es in dem Fall mal durchaus den ein oder anderen Plastikbecher mal regnen könnte) bereit wäre, steht allerdings in den Sternen, ebenso wie auch eine mögliche Einstellung als Nationaltrainer, sollte die WM 2026 mit Julian Nagelsmann ein Flop werden. Und eine Rückkehr zu Borussia Dortmund? Nun ja, so manch einer wartet ja auch nach wie vor auf ein neues Guns’n-Roses-Album in Originalbesetzung, einen Wiederaufbau der Berliner Mauer oder ein Re-Hype des Nintendo 64 auf dem deutschen Gaming-Markt. Und ob die BVB-Fans ihn nach seinem sehr polarisierenden Wechsel zu Red Bull überhaupt noch zurück haben möchte? Die Reaktionen einiger BVB-Spielerlegenden auf seinen RB-Wechsel könnten dies zumindest in Frage stellen:

PLATZ 10: DANIEL FARKE (48, LEEDS UNITED - ENGLAND)

Und eine Rückkehr von Daniel Farke zu Borussia Mönchengladbach? Obwohl sein letztes Spiel mit den Fohlen grade mal zwei Jahre her ist, stellt sich hier so mancher Bundesligafan da schon fast die Frage "Wer war das nochmal?", so graumäusig die Borussia unter ihm teilweise spielte. Von den englischen Medien wurde er hingegen liebevoll als The Liftboy betitelt, aufgrund der Tatsache, dass die Clubs, die er trainierte Jahr für Jahr wie ein Fahrstuhl zwischen Liga eins und zwei hin und her wanderten.

Rauf und runter trudelten dort seine Clubs, alleine mit Norwich City schaffte er in 4 Jahren zwei mal den Aufstieg in die Premier League, um beide Male schließlich sang- und klanglos auf dem letzten Platz wieder abzusteigen. Dies hatte zur Folge, dass einige Fans seines aktuellen Clubs Leeds United diesen Sommer schon gefordert hatten, dass man ihn trotz einer sensationellen 100-Punkte-Aufstiegssaison auf Platz eins entlässt, weil mein sich in Augen dieser Fans schon vorstellen konnte, wie die nächste Saison ausgehen könnte.

Die Frage wäre daher momentan eher, für welchen Zweitligisten die Rolle als Fahrstuhlclub schon beinahe ein Segen wäre, man denke hier zum Beispiel an den großen FC Schalke 04 für die ein so erfahrener Trainer wie Daniel Farke in der Tat ein interessanter Kandidat sein könnte, insbesondere nach den vielen Newcomern, die sich die letzten Jahre vergeblich in Gelsenkirchen versucht hatten. Denn fest steht, dass der sonst so ruhig wirkende Trainer durchaus auch mal aus der Haut fahren kann, wenn ihm etwas nicht passt, wie diese legendäre Pressekonferenz unter anderem beweist:

PLATZ 09: RALF RANGNICK (67, NATIONALTRAINER ÖSTERREICH)

Wenn sie flotte Sprüche hören wollen, müssen Sie nach München fahren. Wenn sie flotten Fußball sehen wollen, sind sie bei uns in Hoffenheim genau richtig. Für diese und andere Sprüche ist Professor Fußball, wie ihn viele nennen berühmt, so berühmt, dass selbst der FC Bayern nicht zu stolz war, ihn nach der Freistellung von Thomas Tuchel nochmal im Hinblick auf einen Cheftrainer-Job anzufragen. Wie viele andere, sagte Ralf Rangnick den Bayern ab, mit der Begründung, dass er sich derzeit als Trainer der Österreicher so wohl fühle wie einst Beethoven im lauten Straßenverkehr von Wien. Schließlich lebe ich auch mittlerweile in Salzburg und da fühlt man sich ja schon beinahe wie ein - ähm - Österreicher, so er in einem Interview mit dem bayrischen Rundfunk. Oh je, wollte da jemand fast sagen: da fühlt man sich ja schon beinahe wie in Österreich?

Wie dem auch sei, ist im Falle Rangnick eine Rückkehr in die Bundesliga eigentlich nur vorstellbar, sollte er sich mit dem österreichischen Verband verkrachen, z.B. bei einer Nicht-Qualifizierung Österreichs für die WM 2026. Auch dann ist für den Mann, der die Taktiktafel (wie auch Plastikclubs wie Leipzig und Hoffenheim) im deutschen Fernsehen salonfähig gemacht, eine Rückkehr als Trainer eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlich könnte aber eine Rückkehr als Manager sein, wenn z.B. RB Leipzig an die letzte Horrorsaison anknüpft und man merkt, dass man neben Jürgen Klopp noch eine weitere große Persönlichkeit braucht, um nicht Gefahr zu laufen, trotz der Finanzvorteil so wie Wolfsburg und Hoffenheim im grauen Liga-Mittelfeld zu enden.

Auch das Thema Schalke 04 oder Hertha BSC könnte immer dann zum Thema werden, sollte Rangnick, einst mit Ulm groß geworden, nochmal Lust zu haben, einen Club zu übernehmen, den er neu aufbauen kann und bei dem er völlig freie Hand hat. Hertha hat er nun zunächst einmal abgesagt, welche Mittel Schalke auf einmal wieder haben könnte, um ihm als letzten Retter des Vereins die Schlüssel zu allem überreichen, bleibt abzuwarten. Immerhin hat Rangnick die Königsblauen ja schon einmal trainiert - zugegeben zu einem Zeitpunkt, wo das Saisonziel noch nicht "Klassenerhalt zweite Liga" lautete.

PLATZ 08: KOSTA RUNJAIC (54, UDINESE CALCIO - ITALIEN)

Runajic? Den gibt's noch? Dieses und ähnliches werden sich jetzt manche Bundesligafans wohl denken. Dennoch ist der Aktienkurs des ehemaligen Lautern- und 1860-München-Trainers nämlich grade so hoch wie nie. Bis auf Platz 12 brachte er den chronisch abstiegsgefährdeten Club Udinese Calcio nämlich und der Serie A und begeisterte zuzüglich noch mit einem grade für die italienische Liga äußerst erfrischenden Fußballs. Ebenfalls für Runjaic spricht, dass seine Auslands-Travelerroute karrieretechnisch sehr stringent verlief: Erst mit Pogon Stettin zwei mal dritter, dann mit Legia Warschau Vizemeister, landete er nach Jahren harter Arbeit dann schließlich doch in einer der europäischen Top-5-Ligen. Insofern ist es hier durchaus denkbar, dass zumindest ambitionierte Zweitligisten wie Darmstadt, Kaiserslautern, Bochum oder Kiel Interesse an ihm bekommen könnten. Ob es aber am Ende für das Bundesliga-Trainer-Game reicht? Nun ja - um es mit den Worten von Kosta Runjaic zu sagen: Definitiv ein schwieriges Spiel - aber vor allem auch kein einfaches Spiel.

PLATZ 07: SANDRO SCHWARZ (46, NEW YORK RED BULLS - USA)

Und wer erinnert sich noch an Sandro Schwarz? Sicherlich der ein oder andere Hertha-Fan, obgleich der geplante Berliner Weg nach der wilden Zeit unter Windhorst und Klinsmann mit ihm dann letztendlich auch nicht wirklich erfolgreicher wurde. Zu sehr lag das Chaos noch im Club, was nicht zuletzt beweist, dass sein damaliger Sportmanager Fredi Bobic sich nach wie vor im Rechtsstreit um eine Abfindung mit der alten Dame befindet. Dadurch, dass Sandro Schwarz, der zuvor auch Mainz 05 von 2017-19 trainiert hatte, dann wenig später auch entlassen wurde, ist leider auch seine Aktie in der Bundesliga seitdem ein bisschen verbrannt – und das obwohl er wenige Jahre zuvor mal als eines der heißesten Trainertalente Deutschlands gehandelt wurde (in einer Zeit, wo das allerdings auch auf Trainer wie Florian Kohfeldt zutraf).

Mittlerweile ist er übrigens in New York bei Leipzigs Partnerclub New York Red Bulls aktiv, ein möglicher Wechsel zu RB Leipzig und eine damit einhergehende Rückkehr nach Deutschland in naher Zukunft wäre also gar nicht so unwahrscheinlich, sollte der Neue Leipziger Weg mit Ex-Bremen-Trainer Ole Werner ein vorzeitiges Ende finden. Ob es mit Sandro Schwarz dann allerdings besser laufen wird als unter der Leitung seines Jugendfreunds und Trauzeugens Marco Rose (Vorgänger von Ole Werner) sei mal dahingestellt. Zu wünschen wäre es dem ansonsten extrem bodenständigen und sympathischen Trainer, dem man zu Hertha-Zeiten höchstens mal vorwarf zu nett zu den Spielern zu sein, natürlich in jedem Fall.

PLATZ 06: THOMAS LETSCH (56, RB SALZBURG - ÖSTERREICH)

Und noch ein Trainer, wo man darüber diskutieren könnte, inwiefern man ihn überhaupt als "Auswanderer" bezeichnen kann, lebt er doch derzeit in einem kleinen Dorf an der bayrischen Grenze, von wo aus er den Club RB Salzburg trainiert. All zu weit ist er also mit seinen Auswanderungsgedanken noch nicht gekommen, aber man möchte ja klein anfangen - erst Salzburg, dann Linz, dann Wien - um dann irgendwann mit 99 Jahren mal in Klagenfurt zu landen und sich sagen zu können: Nun habe ich die weite Welt gesehen.

Oder liegt der Nabel der Welt, obgleich keine Weltstadt - wie Grönemeyer sagen würde - dann doch in Bochum? Hier konnte Thomas Letsch zumindest in seinem ersten Jahr sehr überzeugen, das verflixte zweite Jahr war es dann allerdings, was ihn den Trainerjob kostete, obwohl er bereits vorher mit dem stark abstiegsbedrohten Verein Vitesse Arnheim auch in den Niederlanden (Platz 4 und 6) durchaus überzeugen konnten. Dass die Ungeduld der Bochumer den Abstieg ein Jahr später dann allerdings auch nicht verhindern konnte, spräche zumindest für Thomas Letsch als Feuerwehrmann für struggelnde Erstligisten im Abstiegskampf. Und davon gibt es ja bekanntlich jede Saison mindestens drei, dagegen hingegen leider nur "Einen Friedhelm Funkel." Oder eben einen Thomas Letsch, dessen Vita zumindest anmutet, eines Tages eine ähnliche Marktlücke füllen zu können.

PLATZ 05: THOMAS TUCHEL (51, NATIONALTRAINER - ENGLAND)

Bei Thomas Tuchel scheint die Traineraktie gefühlt mehr und mehr zu sinken. Absolut entscheidend für ihn ist daher derzeit seine Arbeit als englischer Nationaltrainer. Sollte es hier allerdings auch an Zerwürfnissen mit englischen Medien, bzw. dem englischen Verband kommen, sollte selbst der letzte Wald- und Wiesenclub in Deutschland merken, dass Tuchel zweifelsohne eine der taktisch besten deutschen Trainer des 21. Jahrhunderts ist, aber eben leider auch ein Trainer mit dem es sehr schwierig ist zu arbeiten.

Was man Tuchel allerdings zu gute halten muss, ist dass er auch immer bei Vereinen gearbeitet hat, wo es für einen Trainer mit eigenem Kopf maximal unangenehm zu arbeiten ist: Der Posten unter Aki Watzke beim BVB als Nachfolger von Jürgen Klopp war hier schon extrem undankbar, die Jobs der Mäzengeführten Vereine Paris und Chelsea dann aber noch einmal um so mehr.

Ebenso kann man darüber diskutieren, ob für einen Trainer, der so sehr bei Transferentscheidungen mitreden möchte, ausgerechnet der FC Bayern eine kluge Wahl war und nicht ein Club, wo er - ähnlich wie Ralf Rangnick einst in Hoffenheim und Leipzig - eben keinen Max Eberl oder Uli Hoeness über sich hat. Sollte Tuchels Mission Weltmeisterschaft 2026 - beziehungsweise (denn an nichts anderem wird er in England gemessen) den Weltmeistertitel mit einem der talentiertesten Kader der Welt zu holen - also scheitern, könnte ihn möglicherweise selbst die Erkenntnis ereilen, dass Jobs, wo er weniger Druck und dafür mehr Einfluss hat, vielleicht einfach besser zu ihm passen. Falls das so kommt, könnten tatsächlich noch einmal Clubs der Größenordnung Leipzig oder Leverkusen für ihn interessant werden und damit auch eine Rückkehr in die Bundesliga.

PLATZ 04: MARKUS GISDOL (55, KAYSERISPOR - TÜRKEI)

So wie Tuchel menschlich als eher schwierig gilt, ist Markus Gisdol alias „Die Gisdole“ ist sicherlich einer der Trainer, den Bundesligafans verein-unabhängig am liebsten wieder in der Bundesliga sehen würde. Mit seiner lockeren Art und seine Fannähe zählt der gebürtige Schwabe nämlich nachwievor zu einem der beliebtesten deutschen Trainer. Dennoch verschlug es auch es auch ihn, nachdem seine letzten beiden Stationen HSV und Köln eher so lala funktionierten, ins Ausland, in dem Fall in die türkische Süper League. Samsunspor (kein Marketing-Projekt des Telefonherstellers Samsung) hieß hier seine letzte Station, bevor er diesen Sommer zum Ligakonkurrenten Kayserispor wechselte, den er ab der nächsten Saison übernehmen wird.

Sollte es zu einer Rückkehr von Gisdol in die Bundesliga kommen, sollte diese allerdings definitiv bald geschehen denn noch ist Gisdol bei Transfergerüchten um kommende Trainer zumindest immer noch am Rande im Gespräch. Allerdings steht für ihn, neben sportlichen Ambitionen, auch die Lebensqualität in Frage ganz nach seinem Motto „Kein Stress“, ein Wortlaut, den man von ihm recht häufig in Pressekonferenzen hörte. Könnte daher vielleicht sogar ein von der Medienlandschaft eher ruhigerer Verein wie Hoffenheim oder Augsburg interessant sein, sollten dort z.B. die Experimente mit Christian Ilzer oder Sandro Wagner schief gehen? Oder bleibt es doch die Türkei - beziehungsweise wird er zum neuen Kaiser von Kayserispor?

PLATZ 03: HANSI FLICK (60, FC BARCELONA - SPANIEN)

Um Vereine brauch man im Falle einer Bundesliga-Rückkehr wohl eher weniger zu spekulieren, denn ebenso wie es wohl keine Rückkehr in den DFB geben wird, wird es wohl auch kein Bundesligist werden, dem sich der Sextuple-Gewinner von 2020 nochmal widmen wird, außer - vielleicht eines Tages doch noch mal Bayern?

Nicht zuletzt standen hier die Anzeichen vor seinem Wechsel zum FC Barcelona im Sommer 2024 schon mal gar nicht schlecht, auch weil die Führungsriege aus Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic, mit denen er sich vor seinem Abgang zerstritten hat, nur zwei Jahre später selbst ihren Hut nehmen musste.

Und brauch der FC Bayern vielleicht doch nochmal irgendwann einen neuen Jupp Heynckes, einen Trainer, vor dem jeder – vom Führungsspieler bis zum Greenkeeper – ob seines unfassbaren Erfolges 2020 maximalen Respekt halt, den man aber möglicherweise sogar im höheren Alter immer wieder mal holen kann, wenn im FC Hollywood wieder mal der Baum brennt.

Was passiert z.B., sollte Noch-Trainer-Neuling Vincent Kompany in seiner zweiten Saison überraschend einbrechen und abermals Ziele wie den DFB-Pokal oder die Champions League früh verspielen? Wie jeder weiß, ist konstanter Erfolg bei den Bayern absolute Pflicht, und dafür, wie auch für eine beispiellos-gute Menschenführung, steht der aktuelle spanische Meister und Pokalsieger sicherlich wie kaum ein anderer Bayern-Trainer der letzten 10 Jahre.

PLATZ 02: THOMAS REIS (51, SAMSONSPOR, TÜRKEI)

Dieser zweite Platz im Ranking mag vielleicht etwas überraschend sein, noch überraschender war allerdings, was er mit dem – von Markus Gisdol übernommenen – türkischen Cub Samsunspor geschafft hat. Denn wo Gisdol den Verein aus der efeuumrankten Küstenstadt noch mit Mühe in der Liga gehalten hat, schaffte Thomas Reis hier in der abgelaufenen Saison einen sensationellen dritten Platz – vor Platzhirschen wie Basaksehir und Besiktas.

Auch seine Leistung bei Bochum war beeindruckend, führte er den Verein von der dritten bis in die ersten Liga – und sind wir ehrlich – seine Entlassung dort hat sich für den Verein letztendlich nicht bezahlt gemacht, was schließlich nach zahlreichen weiteren erfolglosen Trainerwechseln letztlich zum Abstieg führte. Der einzige kleine Dämpfer in Reis’ Karriere war dann höchstens seine kurze Amtszeit beim FC Schalke 04.

Da diesen Dämpfer dort allerdings in den letzten 10 Jahren auch gefühlt 50 andere Trainer erlebt haben, sollte dies seinem Standing nicht all zu sehr geschadet haben, weswegen eine baldige erfolgreiche Rückkehr in die Bundesliga mehr als wahrscheinlich ist. Insbesondere Clubs der Größenordnung HSV, Köln, Union Berlin oder St. Pauli könnten hier passen.

PLATZ 01: FABIAN HÜRZELER (32, BRIGHTON & HOVE ALBION, ENGLAND)

Bei keinem anderen Trainer ist es jedoch so wahrscheinlich, dass dieser in naher Zukunft einen Bundesligisten, wenn nicht sogar einen Champions-League-Verein in Deutschland trainieren wird, wie bei diesem mit Abstand jüngstem Trainer in dieser Liste. Nicht nur, dass er mit grade mal 32 Jahren den FC St. Pauli mit einen taktisch hochinnovativen Spielstil in die Bundesliga führte, er setzte zudem genau diesen Spielstil in der Premier League nahtlos fort, mit dem er mit Platz 8 nur knapp das europäische Geschäft verpasste und Vereine wie Manchester United und Tottenham weit hinter sich ließ.

Hinzu ist sein an Roberto de Zerbis 4-4-2-Pressing, bei dem die Stürmer auch defensive Aufgaben, wie z.B. die Außenverteidiger herauszufordern, haben, derzeit maximal im Trend, somit für alle Vereine interessant, die nicht final über Einzelspieler, sondern übers taktische kommen, aber dennoch Ambitionen haben, auch spielerische Lösungen zu finden. Die Liste an möglichen Vereinen für Hürzeler ist daher lang, Leverkusen, Dortmund, Wolfsburg, Leipzig, Bremen, Hoffenheim, Stuttgart – all das könnten Vereine sein, wo der Name Hürzeler auf jeden Fall in den nächsten Jahren als Name auftauchen könnte.

Startelfs der Zukunft, Teil II: Der Weg zum WM-Titel

Ein Blick auf die WM 2030 und mögliche Startelfs bei diesem Turnier, darunter Brasilien, Argentinien, Marokko, USA und weitere interessante Teams.
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 26 Juni 2025, 0:04

Die U21-EM ist zu Ende und um ein Haar hätte die DFB-Elf allen Paroli geboten, die daran gezweifelt haben, dass die deutsche Nachwuchsförderung nicht mit denen der Engländer und Franzosen mithalten kann. Doch selbst wenn es am Ende nicht ganz für den Titel gereicht hat, kann man nicht leugnen, dass die deutsche U21-Elf über weite Strecken mit beeindruckendem Offensivfußball überraschthat . Nick Woltemade, Nelson Weiper, aber auch Spieler, wie Paul Nebel, Rocco Reitz, Nathaniel Brown und nicht zuletzt U-21-Keeper Noah Atubolu sind dabei ganz besonders hervorzuheben und haben spätestens nach diesem Turnier alle Chancen der Welt, in einer DFB-Startelf der Zukunft eine entscheidende Rolle zu spielen. Probleme gibt es allerdings nach wie vor auf der Rechtsverteidigerposition, wo Nnamdi Collins insbesondere im Finale gegen England (2:3) gezeigt hat, dass es für ihn mindestens noch ein weiter Weg ist, auf dieser Position eines Tages mal einen Josua Kimmich zu ersetzen. An allen drei Gegentoren war er beteiligt, wobei es allerdings unfair wäre, ihm die alleinige Schuld dafür zu geben. Auch der Rest der Viererkette, wie auch des defensiven Mittelfelds war hier ähnlich konteranfällig wie die DFB-A-Nationalmannschaft im Nations-League-Halbfinale gegen Portugal (1:2) und zeigte wieder einmal, wo die Probleme liegen. (Bild: Imago Images | ZUMA Press Wire)

Der größte Erfolg, den man aus dieser U21 mitnehmen kann, ist aber sicherlich der, dass das Sturmproblem gelöst ist. Denn wenn man bedenkt, wie verzweifelt man jahrelang nach echten Neunern gesucht hat (so verzweifelt, dass Fans teilweise schon Zweitligastürmer wie Simon Terodde in die Nationalmannschaft reden wollten), ist man hier insbesondere in der Breite wieder hervorragend besetzt.

Neben Nick Woltemade, dessen Entwicklungssprung so unfassbar war, dass sein Marktwert von geschätzt 10 Millionen Euro in einem halben Jahr auf 60 Millionen Euro aufgestiegen ist, ist hier bei diesem Turnier ganz klar Nelson Weiper hervorzuheben, ein weiterer 1.91 großer grade mal 20jähriger Stürmer, der grade in Zusammenspiel mit Woltemade ein Sturmduo bildet, welches man in Deutschland seit den Klose-Podolski-Zeiten schon lange nicht mehr gesehen hat.

Damit hat Deutschland endlich wieder zwei vielversprechende Mittelstürmer, zumal mit Keke Topp, Niccolo Tresoldi, Paris Brunner und Max Moerstedt ja sogar noch vier weitere große Talente im Sturmzentrum nachkommen. Dies und mehr gibt Hoffnung, dass es in naher Zukunft vielleicht doch wieder etwas werden könnten mit einem WM-Titel – und wenn nicht nächstes Jahr, dann vielleicht umso mehr bei der WM 2030 in Marokko, Portugal und Spanien.

Ähnlich wie bei meinem Artikel "Startelfs der Zukunft, Teil I", wo ich - gemessen an aktuellen Talenten und jungen Spielern mit Weltklasse-Potenzial - mögliche Startelfs anderer Nationen für eine EM 2032 zusammen gestellt habe - soll daher auch in diesem Artikel der Fokus etwas weiter in die Zukunft gelegt werden und zwar auf besagte WM 2030. Diesmal allerdings möchte ich meinen Blick dabei vor allem auf die außereuropäischen Teams richten, wie auch noch auf die ein oder andere mögliche Überraschungsmannschaft innerhalb Europas.

Sind die beiden südamerikanischen Schwergewichte Argentinien und Brasilien immer noch so stark wie früher oder drohen auch sie von der starken Jugendarbeit der Franzosen und Engländer abgehängt zu werden? Und welche Mannschaften dominieren derzeit den asiatischen und den afrikanischen Kontinent? Ist Mit-Gastgeber USA, der im Frauenfußball schon seit Jahrzehnten alles dominiert, langsam auf dem Weg auch im Herrenfußball zu einer ernstzunehmenden Größe zu werden? Verlieren wir keine Zeit, beziehungsweise: Time to built the future.

ARGENTINIEN (TITELWAHRSCHEINLICHKEIT 2030: 9/10)

Nach den goldenen Jahren unter Diego Maradona, die mit zwei WM-Finaleinzügen und einem Titel endete (1986 und 1990) befindet sich der aktuelle WM-Titelverteidiger wieder einmal am Ende einer Ära. Die Rede ist natürlich von der Ära unter Lionel Messi, dem vielleicht besten Fußballer, den es jemals auf diesem Planeten gegeben hat. Ähnlich wie nach dem Abgang von Maradona 1990, nach dem man als Argentinien ganze 24 Jahre brauchte, um überhaupt wieder in die Nähe eines WM-Finales zu kommen, muss die argentinische Mannschaft auch diesmal aufpassen nach dem Abgang ihrer Ikone nicht in ein Loch zu fallen und vor allem nicht jeden jungen Spieler als kommenden "Neuen Messi" zu bezeichnen, was argentinische Medien immer wieder ganz gerne tun. Einen noch sehr jungen Spieler gibt es aber in der Tat, dessen Name ebenfalls mit M beginnt und wo grade ganz Argentinien hofft, dass Real Madrid der Club werden könnte, der ihn ab nächster Saison zum neuen argentinischen Superstar Nr. 1 macht: Franco Mastuantono (17, River Plate) heißt das Wunderkind, dessen Dribbelkünste schon mit 15 Jahren so aberwitzig waren, dass die Königlichen ihn noch vor seinem 18. Lebensjahr für ganze 65 Millionen Euro verpflichteten.

Ansonsten darf man aber auch nicht vergessen, dass Lionel Messi die WM 2022 nicht alleine gewonnen hat. Drei Spieler waren hier neben ihm absolut entscheidend und grade in den K.O.-Spielen das magische Dreieck rund um "La Pulga". Mittelfeld-Motor Alexis MacAllister (26, Liverpool), sein offensiverer Partner auf der acht Enzo Fernandez (24, Chelsea), wie auch Messis Sturmpartner Julian Alvarez (25, Atletico Madrid) waren es, die nach dem Turnier 2022 in Katar zu absoluten Weltstars wurden und nicht umsonst mittlerweile zusammen einen Marktwert von über 275 Millionen bilden. Des Weiteren wurde Enzo, wie auf seinem Trikot steht, zum besten Newcomer des Turniers ausgezeichnet. Ein Fragezeichen muss man hingegen noch hinter den Namen Alejandro Garnacho (20, Manchester United) setzen. Der Flügelstürmer gilt zwar als weiteres überragendes argentinisches Talent, gilt aber als extrem (!) selbstbewusst und insbesondere sein damaliger Trainer Erik ten Hag sagte über ihn, "er müsse noch lernen, dass Profifußball ein Teamsport wäre", wobei er insbesondere auf seine provokanten Torjubel und Social-Media-Aktivitäten, wo er u.a. die Hymnen gegnerischer Clubs veralberte, anspielte.

Eine umso bessere Erziehung sollte hingegen Giovanni Simeone (22, Atletico Madrid) genießen. Die argentinische Mittelfeldlegende Diego Simeone ist nämlich nicht nur sein Vater, sondern auch sein Trainer bei Atletico Madrid, wo er seit 2011 im Amt ist. Dass Europas dienstältester Trainer bekannt dafür zu sein in seinem Spielstil "Der Pabst des Defensivfußballs zu sein", ändert aber nichts daran, dass mit seinem Sohn grade ein hochtalentierter torgefährlicher Stürmer heranwächst. Im defensiven Mittelfeld steht zudem Enzo Barrenechea (24, Valencia) ein weiterer Argentinier auf der Einkaufsliste von Atletico Madrid, ein bissiger Sechser, der nicht nur den Rojiblancos, sondern auch der argentinischen Nationalmannschaft extrem gut zu Gesicht stehen könnte. Ein weiteres extrem interessantes Mittelfeldtalent ist zudem Nico Paz (20, Como 1907) der im "Stadion mit Seeblick" von niemand geringerem als dem spanischen Welt- und Europameister Cesc Fabregas trainiert wird und sich dort mehr und mehr in den Fokus der ganz großen Clubs spielt.

In der Defensive sieht die Dichte an Stars dann schon überschaubarer aus, wobei dies auch bei der WM 2022 galt, wo ein Großteil der Innenverteidigung bei kleineren spanischen Vereinen spielte, man aber dennoch am Ende Weltmeister wurde. Aktuell haben Cristian Romero (27, Tottenham) und Leonardo Balerdi (26, Olympique Marseille) in der Innenverteidigung die Nase vorne, wären aber beide 2030 dann auch schon über 30. Nachkommen könnten Aaaron Anselmino (20, Chelsea), Neruen Perez (24, Porto) wie auch Julio Soler (20, Bournemouth) auf der Linksverteidigerposition.

Ein ganz großes Problem aber stellt sich derzeit auf der Torwartposition der Albiceleste dar. Zwar war Argentinien noch nie das Land der ganz großen Torhüter, fest steht aber auch, dass Argentinien das Finale gegen Frankreich (3:3 im Elfmeterschießen) bei der WM 2022 niemals (!) ohne ihren Schlussmann Emiliano Martinez gewonnen hätte. Dass aktuell alle drei Torhüter im argentinischen Nationalkader über 33 sind, wirkt dabei schon fast verantwortungslos, da es wirklich niemanden zwischen 20 und 27 gibt, der das Potenzial hat, den Welttorhüter langfristig zu ersetzen, wenn überhaupt vielleicht noch Leandro Brey (22, Boca Juniors) mit einem überschaubaren Marktwert von 1,5 Millionen. Daher sollte die vielleicht etwas abgegriffene Floskel "die Tore schießt die Offensive, die Turniere aber gewinnt die ..." vielleicht ein kleiner Warnschuss an die Albiceleste sein, was ihre Zukunftself angeht.

2009690 Argentina

Argentinien 2030

BRASILIEN (TITELWAHRSCHEINLICHKEIT 2030: 9/10)

Wo aber könnte die Sehnsucht nach dem fünften WM-Titel größer sein als im Land des Sambas und des Capoeiras! Was sehnt man sich seit der 1:7-Schmach 2014 im eigenen Land wieder nach rauschenden Pokalpartys, wie man sie einst in Zeiten von Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho erlebt hat. Und was hat man bei der WM 2022 in der Gruppenphase offensiv begeistert, um dann wieder einzig und allein an sich selbst und seinen zu großen Egos zu zerschellen und damit nach 20 Jahren abermals ohne WM-Trophäe dazustehen. Nun aber soll der Mann kommen, der Egos wie kein anderer zu zähmen weiß: Don Carlo - die mittlerweile 66jährige Trainerlegende Carlo Ancelotti. Schließlich war er es, der selbst in der Post-Cristiano-Ronaldo-Ära die zerrütteten und zerstrittenen Real-Madrid-Stars immer wieder zu beruhigen wusste, was zwischen 2022-2024 für mal eben zwei Champions-League-Trophäen in zwei Jahren sorgte. Doch gelingt ihm das nach seinem Abgang bei den Königlichen auch mit der Selecao - dieser emotional mindestens genauso aufgeladenen Ansammlung an Stars und komplizierten Egos?

Mit einigen Egos hat Carlo Ancelotti zumindest schon seine Erfahrungen gemacht, darunter Abwehrchef Eder Militao (27), wie auch das Sturmtrio aus Vinicius Junior (24), Rodrygo (24) und Endrick (20), die alle schon bei Real Madrid unter ihm gespielt haben. Doch auch wenn Vinicius Junior im letzten Jahr nur knapp hinter dem Spanier Rodri auf dem zweiten Platz der Ballon-d'or-Liste gelandet ist, sollten sich die drei Real-Stars ihrer Zukunft in der brasilianischen Nationalmannschaft nicht zu sicher sein. Denn grade im Sturm ist die Konkurrenz hier gigantisch, angefangen auf dem linken Flügel mit Igor Paixao (24, Feyenoord Rotterdam) bishin zu absoluten Top-Kalibern wie Gabriel Martinelli (23, Arsenal) und dem zuletzt unter Hansi Flick überragend aufspielenden Raphinha (28, Barcelona), 2030 dann allerdings auch schon 33.

Auf der rechten Seite lauern hingegen Savinho (21, Manchester City), Matheus Cunha (26, grade zu Manchester United gewechselt), wie auch Antony (25, FC Sevilla), wohingegen sich Evanilson (26, Bournemouth) und Joao Pedro (23, Brighton) grade ein gewaltiges Battle um die langfristige Sturmspitze in der Selecao liefern. Die größte Konkurrenz könnte aber auch hier aus Südamerika kommen, wo mit Vitor Roque (20) und Estevao (18) noch zwei weitere Riesentalente nachkommen. Beide spielten sie bei der Club-WM 2025 für ihren Heimatclub Palmeiras in der Startelf und schlossen ihre Gruppe dennoch am Ende mit Platz eins vor dem FC Porto und Inter Miami mit Lionel Messi ab.

Bei Brasilien liest sich allerdings auch die Defensive durchaus stark, wenn auch natürlich nicht ganz so stark wie die Offensive. Heißestes Innenverteidigertalent ist hier sicherlich aktuell Vitor Reis (19, Manchester City), ein Spieler, dem man es durchaus zutrauen könnte eines Tages in die Fußstapfen vom langjährigen Kapitän Marquinhos (30, Paris St. Germain) zu treten. Auch Gabriel (27, Arsenal), der trotz seines 75-Millionen-Preisschilds vielleicht unterbewertetste Innenverteidiger der Welt, wird wohl noch einige gute Jahre haben, desweiteren kommen Spieler wie Linksverteidiger Lucas Beraldo (21, Paris St. Germain), Innenverteidiger Murillo (22, Nottingham), Torhüter Luiz Junior (24, Stammkeeper bei Villareal), wie auch Rechtsverteidiger Wesley (21, Flamengo Rio de Janeiro) nach - eine definitiv sehr vielversprechende und vor allem sehr junge Defensivachse für die Zukunft.

Tatsächlich lässt sich nach abschließender Analyse keine wirkliche Schwäche ausmachen, da auch die Doppelsechs mit Joao Gomes (24, Wolverhampton) und Ederson (25, Bergamo), beziehungsweise Megatalent Andrey Santos (21, Chelsea) sehr vielversprechend besetzt ist - alles Spieler, die zwar noch einen Schritt vor Weltklasse sind, definitiv aber alle das Potenzial zu haben, diese in den nächsten Jahren noch zu erreichen. Brasilien daher schon bald wieder ein WM-Favorit? Aktuell vielleicht noch nicht das (!) völlig angsteinflößende Team, wie es z.B. Spanien derzeit hat, aber mit Sicherheit eines der spannendsten jungen Teams der Welt - ein Team, was auf allen Positionen hervorragend besetzt ist und unter dem richtigen Trainer definitiv auch schon bald wieder Chancen auf einen Weltmeister-Titel hätte.

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Brasilien 2030

JAPAN (Titelwahrscheinlichkeit 2030: 6/10)

Nun aber kommen wir zu den Exoten, den "Außenseiter"-Teams, die natürlich bei keiner WM fehlen dürfen und von denen es einige gibt, die vielleicht schon sehr bald keine "Außenseiter"-Teams mehr sein könnten. Hier ist auf dem asiatischen Kontinent definitiv Japan das Land, was im Fußball derzeit die größten Sprünge in Richtung Weltspitze macht. Nicht umsonst stehen beim FC Bayern, neben dem bereits verpflichteten Innenverteidiger Hiroki Ito mit Takefusa Kubo, Ritsu Doan und Kaoru Mitoma diesen Sommer gleich drei weitere Japaner auf der Einkaufsliste, wenn man den Gerüchten glauben mag. Dass ein Club wie die Bayern hier so stark auf die japanische Mentalität, gepaart mit Disziplin und Perfektionsdrang setzen, sagt schon einiges aus. Und so stark, wie die Japaner schon seit Jahrzehnten andere Bereiche, wie z.B. Architektur und klassische Musik dominieren, war es auch eigentlich nur eine Frage der Zeit bis dieses von den Fans her extrem fußballverrückte Land sich auch im Weltfußball durchsetzt, was nicht zuletzt auch Deutschland bei der WM 2022 schmerzvoll erfahren musste.

Und tatsächlich ist es mittlerweile auch nicht mehr so, dass aufstrebende Japaner nur noch bei Mittelklasseclubs wie - bei allem Respekt - dem VFL Bochum spielen. Stürmer Shuto Machino (25, Holstein Kiel) könnte diesen Sommer zum Europa-League-Teilnehmer SC Freiburg wechseln, wohingegen andere Offensivspieler wie Kaoru Mitoma (28, Brighton), Takehiro Tomiyasu (26, Arsenal) und Daichi Kamada (28, Crystal Palace) alle längst bei Top-Clubs in England spielen. "Player to watch" ist aber ganz klar Torwart Zion Suzki (22, Parma Calcio), einer der talentiertesten jungen Goalkeeper der Welt, wo es nur noch eine Frage der Zeit sein sollte, bis ihn ein europäischer Top-Club signed. Ein absolutes Monster auf der Linie mit überragenden Reflexen:

Ansonsten sollte natürlich weiterhin Takefusa Kubo (24, Real Sociedad) der Führungsspieler der nächsten Jahre in der Nationalmannschaft werden - ein Spieler, der Japan bei den nächsten WMs durchaus auch mal in ein Viertelfinale führen könnte. Und ab da kann dann ja ohnehin alles passieren, siehe der Finaleinzug von Kroatien 2018.

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Japan 2030

MAROKKO (Titelwahrscheinlichkeit 2030: 8/10)

Noch einen Schritt weiter ist allerdings Marokko - von der Kaderqualität mittlerweile definitiv das stärkste Fußballland Afrikas. Hinzu ist der Verband weitaus besser organisiert als der vieler anderer afrikanischen Länder. Auch die Frauenfußball-Nationalmannschaft wird zum Beispiel stark gefördert, die Jugendmannschaften haben einen eigenen hochmodern ausgerichteten Campus und lokale Clubs wie Wydad Casablanca hinzu noch einen enormen Fansupport. Der Höhepunkt dieser Entwicklung war dabei sicher der sensationelle Einzug ins Halbfinale bei der WM 2022, wo man u.a. Schwergewichte wie Belgien, Portugal und Spanien aus dem Turnier kegelte. Doch war das schon das absolute Maximum, was dieses Team erreichen kann?

Nun, wenn man auf den aktuellen Nachwuchs schaut, ist das Team um Paris-Superstar und Champions-League-Sieger Achraf Hakimi (26, Paris St. Germain) eher noch stärker geworden. Unter anderem hat man hier mit Eliesse Ben Seghir (20, AS Monaco), Brahim Diaz (25, Real Madrid), Amine Adli (25, Bayer Leverkusen), Abde Ezzalzouli (23, Betis Sevilla), Ilias Akhomach (21, FC Villarreal), Maroan Sannadi (24, Athletic Bilbao) und Sofiane Diop (25, OGC Nizza) eine Fülle an Top-Talenten im Sturm und auf den Flügeln, die so riesig ist, dass man gar nicht weiß, wen man da zu erst aufstellen soll.

Auch ein Doppelmittelfeld aus Bilal El Khannouss (21, Leicester City) und Ismael Saibara (24, PSV Eindhoven) hat gemeinsam jetzt schon einen Marktwert von 55 Millionen Euro und könnte sogar mit einem etwas defensiv denkenden Mittelfeldspieler wie Sofyane Amrabat (28, Fenerbahce) noch vervollständigt werden, der schon bei der WM 2022 einer der Spieler des Turniers war. In der Defensive würde natürlich weiterhin 80-Millionen-Mann Achraf Hakimi die Dinge lenken, gemeinsam mit Innenverteidiger Chadi Riad (22, Crystal Palace), Souffian El Karouani (24, FC Utrecht) und nicht zuletzt Ex-Bayern-Linksverteidiger Noussair Mazraoui (27, Manchester United).

Man könnte daher sogar so weit gehen hier rein von den Feldspielern schon bald von der stärksten afrikanischsten Mannschaft aller Zeiten zu reden, einzig und allein auf der Torwartposition gibt es derzeit noch bedarf, da Bono (34, Al-Hilal FC) bei einer WM 2030 eben schon 39 Jahre alt wäre, sich dahinter aber abgesehen von vielleicht noch El Mehdi Benabid (27) vom lokalen Platzhirschen Wydad Casablanca bislang noch niemand gefunden hat. Definitiv könnte aber Marokko für noch weitere Überraschungen sorgen, vielleicht sogar für einen Einzug ins Finale bei einem der kommenden Turniere.

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Marokko 2030

Auf alle weiteren Nationen werde ich jetzt nicht mehr ganz so ausführlich eingehen, weil ich ihnen - zumindest, wenn es um einen Halbfinal oder Finaleinzug bei einer WM angeht - dann doch eher zu Außenseitern zähle. Da mich einige Leser darum gebeten haben, habe ich aber dennoch noch ein paar weitere schicke Startelfs der Zukunft zusammengestellt - Mannschaften irgendwo zwischen kompletten Wild Calls und möglichen Überraschungen der nächsten 5-7 Jahre.

ELFENBEINKÜSTE (Titelwahrscheinlichkeit 2030: 6/10)

Für den aktuellen Afrika-Cup-Sieger Elfenbeinküste könnten die nächsten Jahre insofern interessant sein, dass insbesondere die Defensive extrem stark besetzt ist, weswegen ich hier auch eine Fünferkette aus den drei Innenverteidigern Wilfried Singo (24, AS Monaco), Ousmane Diamondé (21, Sporting Lissabon) wie den im Leverkusen-Meisterjahr herausragend aufspielenden Odilon Kossounou (24, Atalanta Bergamo) aufgestellt habe. Auch mit Emmanuel Agdabou (28, Wolverhampton) oder dem Ex-Frankfurter Evan Ndicka (25, AS Rom) hätte man hier gehen können. Als Player to watch würde ich hier aber ganz klar Amad Diallo (22, Manchester United) nennen, einem der wenigen Leistungsträger der Red Devils in der vergangenen Saison mit überragenden Anlagen im Dribbling auf dem rechten Flügel, wie auch in den Halbräumen. Auch Simon Adingra (23, Brighton & Hove Albion) und Evan Guessand (23, OGC Nizza) geben der Offensive ein durchaus vielversprechendes Gesicht mit Starpotenzial, einzig und allein das Mittelfeld und die Torwartposition fällt da ein bisschen ab.

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Elfenbeinküste 2030

BELGIEN (Titelwahrscheinlichkeit 2030: 8/10)

Bei Belgien hingegen ist man nach wie vor ein bisschen in Katerstimmung nach den goldenen - aber letztendlich titellosen Jahren - rund um Kevin de Bruyne, Eden Hazard und Romelu Lukaku (Artikel zur goldenen Generation) Dabei sehen die Zeichen mittlerweile gar nicht mehr so schlecht aus, dass zumindest auf lange Sicht auch wieder eine neue Goldene Generation heranwachsen könnte. ich würde sogar so weit gehen, dass meine Startelf der Zukunft von der Breite sogar noch stärker besetzt wäre, als die Belgien-Startelf von 2018. Alleine der Sturm hat mit Lois Openda (25, RB Leipzig) - dessen Bundesliga-Rekord schon jetzt bei 23 Toren liegt - Jeremy Doku (23, Manchester City) und Johan Bakayoko (22, PSV Eindhoven) schon wieder drei potenzielle Topstars zu bieten, dahinter die noch extrem jungen aber umso vielversprechenderen Talente Malick Fofana (20, Olympique Lyon), Lucas Stassin (20, AS St. Etienne) und Mika Godts (20, Ajax Amsterdam) (wer über letztere beiden Spieler mehr erfahren möchte, siehe unsere Shopping-Guides zu Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen).

Auch Amadou Onana (23, Aston Villa) entwickelt sich aktuell zu einem der besten Spieler der Premier League, insbesondere sein Spielverständnis ist für sein junges Alter überragend, wo ihm aber auch sein Arsenal-Kollege Romeo Lavia (21) in wenig nachsteht. Es wächst also wieder etwas heran, was mit den Innenverteidigern Zeno Debast (21, Sporting Lissabon) und Arthur Theate (25, Eintracht Frankfurt) wie auch dem erst 19jährigen Torwarttalent vom FC Chelsea Mike Penders noch einmal komplettiert werden würde.

Natürlich ist dieser Kader noch nicht so ausgereift, wie der Belgien-Kader der Zehnerjahre, könnte aber ab spätestens 2030 wieder so weit sein, als dass man um Titel mitreden kann, vielleicht nicht ganz auf einem Level wie Frankreich, Brasilien oder Spanien, aber auf jeden Fall auf einem Level mit Italien, Deutschland oder Niederlande. Und sollte es bei den Bayern mit Vincent Kompany mal nicht mehr klappen? Nun, dann hätte man als belgische Nationalmannschaft zuzüglich noch einen Trainer, der derzeit nicht nur einer der vielversprechendsten jungen Trainer Europas ist, sondern zuzüglich auch noch der Kapitän und die Identifikationsfigur der goldenen Generation der 10er-Jahre war: Vielleicht das letzte entscheidende Puzzle-Stück, was genau dieser goldenen Generation am Ende zu einem Titel immer gefehlt hat.

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Belgien 2030

NORWEGEN (Titelwahrscheinlichkeit 2030: 4/10)

Auch wenn ich für Norwegen (siehe mein Artikel: Goldene Generationen - Norwegen) bekanntlich einen kleinen Sweet-Spot habe, muss ich hier jedoch in Sachen Titelwahrscheinlichkeit natürlich ein wenig runter gehen, ist doch alleine die letzte Qualifikation für eine WM mittlerweile ganze 27 Jahre her.

Dennoch bleibe ich dabei zu sagen: Wenn, dann in den nächsten Jahren - zumindest wenn es darum geht, bei einem Turnier vielleicht die (!) große Überraschung zu werden, wie es z.B. 2022 Marokko war.

Insbesondere in der Premier-League tummeln sich nämlich mittlerweile neben den unbestrittenen Topstars Erling Haaland (24, Manchester City) und Martin Odegaard (26, FC Arsenal) auch einige andere hochinteressante Spieler, darunter Innenverteidiger Kristoffer Ajer (27, FC Brentford), wie auch Rechtsverteidiger Oscar Bobb (21, Manchester City), den ich in meiner Aufstellung und der Tatsache, dass er in seinem jungen Alter sicherlich noch formbar ist, jetzt mal auf die rechte Innenverteidigerposition gesetzt habe, um noch Platz für Dortmunds Julian Ryerson zu haben. Dazu hat man mit Antonio Nusa (20, RB Leipzig), Alexander Sorloth (29, Atletico Madrid), Osame Sahraoui (22, OSC Lille) und Megatalent Andreas Schjelderup (21, Sporting Lissabon), der bei der Klub-WM u.a. das Siegtor gegen Bayern schoss, sogar richtige Breite im Kader, was die Offensive angeht - ist also längst nicht mehr nur von dem Goal-Output von Haaland abhängig.

Diese Breite wird dann aber in der Defensive deutlich dünner und was die Torwartposition angeht, hat man eigentlich gar keinen, der auch nur ansatzweise internationale Klasse hat. Hier sehe ich auch nach wie vor den Grund, warum Norwegen sich auch mit Stars wie Haaland, Sorloth und Odegaard nach wie vor als Nationalmannschaft so extrem schwer tut. Erfolgreiche Turnieraußenseiter wie Wales (2016), Griechenland (2004) oder auch Marokko (2022) lebten halt alle insbesondere von ihrer starken Arbeit gegen den Ball und einer maximal unangenehm zu bespielenden Defensive und genau die fehlt Norwegen leider nach wie vor, ebenso wie ein wirklich im internationalen Spitzenfußball erfahrener Trainer der Marke Ole-Gunnar Solskjaer (Besiktas, Ex-Manchester-United), um noch einen weiteren Norweger ins Spiel zu bringen, den man vielleicht mal anfragen könnte.

2009916 Norway

Norwegen 2030

DÄNEMARK (Titelwahrscheinlichkeit 2030: 6/10)

Weitaus ausgeglichener ist da schon der Kader der Dänen. Insbesondere ist man hier derzeit europaweit ganz oben, wenn es um junge vielversprechende Stürmer geht: Conrad Harder (20, Sporting Lissabon) sollte bei seinem Verein nach einem möglichen Abgang von Viktor Gyökeres definitiv Stürmer Nr. 1 werden, Mika Biereth (22, AS Monaco) sammelte derweile in der Ligue 1 seine Tore (insgesamt 13 2024/25) und Rasmus Hojlund (22, Manchester United) befindet sich zwar derzeit in einem Formtief, steht aber momentan vor einem Wechsel, respektive Neuanfang (siehe Artikel zu Rasmus Hojlunds Zukunft). Hinzu kommen noch Talente wie Gustav Isaksen (24, Lazio Rom), Matias Kvistgaarden (23, Brondby IF) wie auch der Ex-Frankfurter Jesper Lindström (25, FC Everton).

Ganz besonders herausstechend ist jedoch das Mittelfeld, wo man sich nicht mal ansatzweise Sorgen um einen Nachfolger für Christian Eriksen machen muss. Ganz vorne ist hier natürlich 50-Millionen-Mann Morten Hjulmand (25, Sporting Lissabon) zu nennen, aber auch daneben ist man mit Mikkel Damsgaard (24), Fabio Carvalho (22, beide Brentford), Patrick Dorgu (20, Manchester United), Matt O'Riley (22, Brighton), Morten Frendrup (24, CFC Genua) unglaublich breit besetzt, was die Zukunft angeht. Und hier ist mein Player To Watch noch nicht einmal dabei, nämlich Victor Froholdt (19, FC Kopenhagen): ein echter potenzieller "Neuer Christiansen Eriksen", der wie kaum ein anderer junger SpielerSpielverständnis mit Offensivgefahr verknüpft und derzeit eines der heißesten Talente der dänischen Liga ist:

Nur in der Defensive hinkt man aktuell trotz vielversprechenden Talenten wie Victor Kristiansen (22, Leicester City) und Rasmus Kristensen (27, Eintracht Frankfurt) noch ein bisschen der absoluten Weltspitze hinterher, zu rechnen sollte mit Dänemark als Überraschungsteam (zuletzt Halbfinalist bei der EM 2021) aber nachwievor, nicht zuletzt aufgrund des überragenden Mittelfelds.

2009913 Denmark

Dänemark 2030

SENEGAL (Titelwahrscheinlichkeit 2030: 6/10)

Und zuletzt noch ein drittes spannendes afrikanisches Team: Der Senegal rund um ihren absoluten Starspieler Nicholas Jackson (23, FC Chelsea) - mit einem Marktwert von 50 Millionen und einer überragenden Physis schon jetzt der (!) Nachfolger von Sadio Mané und damit vielleicht schon bald einer der größten Fußballstars Afrikas. Doch auch um ihn herum sind Spieler auf absolutem Top-Level im Kommen: Flügelflitzer Assane Diao (19, Como) und Iliman Ndiaye (25, Everton), wie auch Innenverteidiger Bafodé Diakité (24, Lille) und Mamadou Sarr (19, Chelsea). Generell könnte die Silbe "Sarr! Sarr! Sarr!" zu dem Stadion-Schlachtruf der Senegalesen bei den kommenden Turnieren werden, denn auch im Mittelfeld könnten mit Ismaila Sarr (27, Crystal Palace) und Pape Mata Sarr (22, Tottenham) noch zwei weitere "Sarrs" schon bald für die senegalesische Nationalmannschaft auflaufen - alles Spieler mit einem Marktwert von mindestens 20 Millionen Euro - Senegal = Das Ensemble der Supersarrs, wenn man es so will. Generell gibt es wenige Positionen, abgesehen vielleicht von der Rechtsverteidigerposition, wo der Senegal keine Spieler hat, die in internationalen Top-Clubs spielen, daher sollte auch diesem westafrikanischen Land bei kommenden Turnieren einiges zuzutrauen sein.

2009901 Senegal

Senegal 2030

USA (Titelwahrscheinlichkeit 2030: 5/10)

Und Gastgeber USA? Hier sieht man leider bei der diesjährigen ebenfalls dort stattfindenden Klub WM, dass trotz aller Bemühungen der Fußball im Land der großen Träume nicht wirklich mit anderen Sportarten wie Basketball oder American Football mithalten kann. Trotz Lionel Messi wurde Beckham-Club Inter Miami mit 4 : 0 von Paris St. Germain vermöbelt, andere amerikanische Clubs wie Los Angeles FC waren sogar bereits in der Vorrunde chancenlos.

Des Weiteren sind die Stadien, trotz Studenten-Dumping-Angeboten, weitesgehend leer, beziehungsweise hätten wahrscheinlich fast Corona-Geisterspiel-Atmosphäre, wenn da nicht die südamerikanischen und asiatischen Fans wären, die zumindest noch ein bisschen für Stimmung sorgen und Gianni Infantinos' Lieblingsbaby von der Aufmerksamkeit her von einem Totalflop retten.

Und ob die Nationalmannschaft der vereinigten Staaten dies nächstes Jahr bei der Heim-WM ändern kann? Zumindest hat man sich bei der WM in Katar 2022 schon einmal (u.a. mit einem 0 : 0 gegen England) ganz gut präsentiert, grade Mittelfeldspieler wie Weston McKennie (26, Juventus Turin) und Yunus Musah (22, AC Mailand) fielen hier positiv auf. Was den Amerikanern aber nach wie vor total fehlt ist ein echter Goalgetter, ein Mittelstürmer der Marke Harry Kane. Dass ich hier nach langem Suchen schließlich bei Augsburgs größter Geldverbrennung der Vereinsgeschichte Ricardo Pepi landete, sagt dann schon einiges aus. Zu seiner Verteidigung muss man aber auch sagen, dass er es bei der PSV Eindhoven in der letzten Saison (11 Tore) in der holländischen Liga auch ganz gut gemacht hat.


2009908 United States

USA 2030

Dass die USA aber in den nächsten fünf Jahren schon so weit ist, ernsthaft um einen WM-Titel mitspielen zu können, halte ich für unwahrscheinlich. Hier sind für mich die Gewinner dieses zweiten Startelfs der Zukunft Teils ganz klar Brasilien, Argentinien und nicht zuletzt Marokko, denen ich aufgrund ihres Mix's aus maximaler Fußballeuphorie, riesiger über Jahrzehnte gewachsene Fankultur, Heimvorteil (die WM 2030 findet u.a. in Marokko statt) und einem Top-Kader an jungen Talenten bei diesem Turnier alles zutraue - vielleicht sogar den WM-Titel.

Shopping Guide zu Bayern München: Welche Transfers könnten die Bayern im Sommer 2025 verstärken?

Ein Blick auf das aktuelle Transferfenster und mögliche Neuzugänge für den VFB.
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 25 Juni 2025, 11:56

Wurde am Ende alles gut, was die sportlichen Ziele der letzten Saison anging? Nicht ganz – zumindest nicht, was das „Finale daham“ anging, die so langersehnte Chance nach dem verlorenen Champions-League-Finale 2012 den Henkelpott einmal im eigenen Stadion heben zu können und seiner größten Vereinslegende seit 2000 Thomas Müller damit den vielleicht schönsten Abschied schenken zu können, den je ein Bayern-Spieler bekommen hat. (Bild: IMAGO / HMB-Media)

Doch zu viele Widrigkeiten, wie eine historische Verletzungsserie standen dem im Wege, so dass man am Bayern-Fan schlussendlich nur in Richtung Allmacht blicken konnte und zugeben musste: Es sollte vielleicht einfach nicht sein.

Wurde aber am Ende alles gut in der Trainerfrage? Nach einer Trainersuche, die nach der Entlassung von Thomas Tuchel und dem darauffolgenden Hagel an öffentlichen Absagen von u.a. Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick zur größten Posse der Vereinsgeschichte zu werden drohte? Dies würde ein Großteil der Fans aktuell durchaus mit „Ja“ beantworten, trotz des frühen Ausscheidens im DFB-Pokal (Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen) und in der Champions League (Viertelfinale gegen Inter Mailand).

Denn was für Vincent Kompany - den Belgier mit kongolesischen Wurzeln viel entscheidender als der Gewinn der Meisterschaft war, war über die ganze Saison etwas, was seit Jupp Heynckes kein Bayern-Trainer mehr hatte und was weitaus schwieriger zu erlernen ist als Fachwissen und Führungsqualität: Eine innere Ruhe und Reife, der nicht einmal das hitzige Umfeld rund um die Säbener Straße irgendetwas anhaben konnte und die Fähigkeit, in Interviews immer genau das zu sagen, was die Lage um den Verein beruhigt.

Damit schaffte er es, dass es trotz einiger verfehlter Saisonziele quasi keine Phase in der abgelaufenen Saison gab, wo ernsthaft angezweifelt wurde, ob Vincent Kompany der richtige Trainer für die Bayern ist, was für einen so jungen und unerfahrenen Trainer schon ungewöhnlich ist.

Wo sich allerdings nahezu alle Bayern-Fans nach dem Saisonende einig waren: Der FC Bayern kann nach wie vor an einem guten Tag jedes Team der Welt schlagen – aber eben nur, wenn die wichtigen Spieler unverletzt sind. Denn im Gegensatz zu 2013 oder auch 2020 hat der FC Bayern im Jahr 2025 nicht mehr den Kader, wo es egal ist, ob ein Harry Kane, ein Jamal Musiala, ein Manuel Neuer oder ein Alphonso Davies ausfallen.

Der folgende Shoppingguide soll daher aufzeigen, wie der FC Bayern wieder dort angreifen kann, wo es heißt: Wir wollen den (!) einen Titel gewinnen – und der heißt für uns nur – die Champions-League-Trophäe. Wie das gehen soll, dazu gibt es bei einem so großen Verein natürlich viele Thesen.

Aus diesem Grund haben wir von Kickfieber uns dazu entschlossen, euch nicht nur diesen Shopping-Guide zu präsentieren, sondern oben drauf im Rahmen unsere Podcasts "Wer Trifft Hat Recht" noch ein Diskussionsvideo, wo mehrere unserer Redakteure ihre Wunschspieler vorstellen und wir die allgemeine Lage beim FC Bayern rund um Max Eberl noch einmal persönlich besprechen. Dieses Video findet ihr hier:

Nun aber lasst uns loslegen mit dem vielleicht spannendsten Thema des diesjährigen Transfersommers.

Torwartposition

Hier brauch man nicht viel zu sagen, außer: Manuel Neuer wird mit seinen 40 Jahren nicht jünger. Wie wichtig er aber dennoch weiterhin für den Verein ist, bewies nicht zuletzt das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen, wo die Torwartlegende bereits früh aufgrund einer roten Karte vom Platz musste und in welchem man anschließend mit 0 : 1 ausschied.

Junge Torhüter wie Diogo Costa und Guillaume Restes, die trotz ihres herausragenden Talents immer noch bei verhältnismäßig kleinen Vereinen spielen, sollte man daher natürlich nach wie vor im Auge behalten. Die Herausforderung mit Jonas Urbig einen jungen deutschen vielleicht künftigen Nationaltorwart aufzubauen, passt aber zum FC Bayern und sollte insbesondere bei den Fans gut ankommen.

Auch seine größtenteils guten Leistungen in der vergangenen Champions-League-Saison sorgten dafür, dass hier zumindest kein akuter Bedarf vorhanden ist, zumal man mit dem an den VFB Stuttgart verliehenen Nationalkeeper Alexander Nübel ja immer nachwievor noch eine weitere Absicherung hat, sollte das Kapitel Urbig aus irgendeinem Grund komplett schief gehen.

Innenverteidigung

Auf dieser Position könnten dann schon größere Herausforderungen anstehen. Denn insbesondere in den Spielen gegen Inter Mailand zeigte sich, wie wichtig hier ein Abwehrchef wie Dayot Upamecano ist, der wie auch sein Linksverteidiger-Kollege Alphonso Davies ausgerechnet in der entscheidenden Zeit verletzungsbedingt fehlte.

Zwar ist man vom „Hansakiri-Fußball“ (dem Harakiri-Fußball unter Hansi Flick, bei dem man teilweise über einen Großteil des Spiels mit der letzten Kette kurz vor der Mittellinie stand) etwas weggekommen, eine sehr hochstehende Viererkette, die Innenverteidigern in Kontersituationen in puncto Antizipation und Geschwindigkeit extrem viel abverlangt, war aber auch unter Kompany durchaus ein Stilmittel. Die Verpflichtung von Jonathan Tah diesen Sommer als neuen Abwehrchef war daher längst überfällig und absolut wichtig.

Doch ist es damit wirklich getan, wenn man bedenkt, dass Min-Jae Kim (derzeit beim Cristiano-Ronaldo-Verein Al Nassr in Saudi Arabien im Gespräch) auch noch gehen könnte? Des Weiteren hat man auch noch Eric Dier an die AS Monaco verloren, der – wenn man ehrlich ist – während der Verletzungszeit von Davies und Upamecano oft die letzte Lebensversicherung der Bayern bei Konterangriffen war. Klar ist Eigengewächs Tarek Buchmann hier sicherlich eine interessante Investition in die Zukunft, allerdings zeigte auch dieser sich mit mit seinen 20 Jahren schon durchaus verletzungsanfällig, ebenso wie der 2024 vom VFB Stuttgart gekommene Hiroki Ito. Und damit wären wir bei Transfervorschlag Nr. 1:

Ousmane Diomandé (21, Sporting Lissabon)

Dieser ivorische Innenverteidiger könnte mit einem Marktwert von 45 Millionen Euro sicherlich nicht ganz billig werden, gilt aber derzeit als einer der talentiertesten Verteidiger der portugiesischen Liga. In seiner Zweikampfführung ist er derzeit einer der Top-6-Prozent-Spieler Europas, quasi ein Upamecano in jung, dazu noch mit enormer Physis und einer Körpergröße von 1.90 ausgestattet, welche sich insbesondere in Kopfballduellen bemerkbar macht.

Laut FBref-Daten ist er zudem in den Top 98 % für progressive Pässe, wie auch in den Top 97 % für progressive Läufe, kurzum ein Spieler, der sowohl im Spielaufbau als auch in der Vereitelung von Kontern unglaubliches Potenzial besitzt und damit absolut gemacht für den risikobehafteten Spielstil unter Kompany wäre. Eine etwas günstigere, aber sicherlich ebenso spannende Alternative wäre:

Benoit Badiashile (24, FC Chelsea)

Dieser französische Innenverteidiger befindet sich derzeit in einer kleinen Formkrise, was aber durchaus zum Opportunismus der Bayern passen würde, siehe Arjen Robben, den man auch verpflichtet hat, als dieser bei Real Madrid schon aussortiert war. Seine absolut überragende Saison hatte er 2020/21 als er mit dem AS Monaco unter Niko Kovac den dritten Platz der Ligue 1 erreichte und dort der (!) Führungsspieler und Abwehrchef schlechthin war.

Leider wechselte er anschließend zum FC Chelsea, einem Club, der ähnlich wie Manchester United dafür bekannt ist, ein für junge Talente durchaus gefährliches Umfeld zu sein, siehe Christopher Nkunku oder Timo Werner. Auch bei Badiashile war es eine Mischung aus Verletzungen und einem völlig überlaufenen und chaotisch zusammen gestellten Kader, warum er zunächst insbesondere unter Enzo Maresca nicht mehr die Einsatzzeiten bekam wie noch zuvor in Monaco.

Dennoch handelt es sich hier nach wie vor um ein Riesentalent, der sich beim richtigen Verein zu einem absoluten Führungsspieler entwickeln könnte. Dies bewies er bereits mit siebzehn Jahren, als er über 15 Spiele in der Ligue 1 für die AS Monaco spielte und zuzüglich sowohl in der U17-, als auch in der U19-Nationalmannschaft Frankreichs Kapitän war. Mit 1,94 Meter Körpergröße war er außerdem Top 97 % in Luftzweikämpfen, hinzu waren seine linienbrechenden langen Bälle in die Tiefe, die nicht selten direkt zu Torchancen führten, berüchtigt.

Doch der Wechsel zum FC Chelsea war es dann leider, der seiner Karriere einen kleinen Knick verpasste, weswegen sein Marktwert derzeit bei „nur“ 22 Millionen Euro liegt. Auch junge Innenverteidiger, wie Mario Gila (24, Lazio Rom), Joel Ordonez (21, Club Brügge), Aitor Paredes (25, Athletic Bilbao), wie auch Ousmane Diamondés Innenverteidiger-Partner Zeno Debast (21, Sporting Lissabon) wären in einem ähnlichen Preissegment und für die Bayern-Kaderplaner sicherlich mal einen Blick wert.

Außenverteidiger

Auf der Linksverteidigerposition sieht die Situation schon weitaus besser aus, da man hier mit Alphonso Davies und Raphael Guerreiro doppelt gut besetzt ist und auch Josip Stanisic im Notfall auf die linke Seite ausweichen kann. Eine umso größere Baustelle ist und bleibt aber die Rechtsverteidigerposition. Weder konnte Neuzugang Sascha Boey hier wirklich überzeugen, noch gab der leider wieder vermehrt verletzungsanfällige Josip Stanisic hier wirklich konstant Sicherheit.

Dass dann am Ende schließlich mit Konrad Laimer ausgerechnet der Spieler am ehesten eine Option in der Stammelf war, der eigentlich mal als defensiver Mittelfeldspieler von RB Leipzig geholt wurde, sagt dann schon einiges über die Kadertiefe aus. Hier sollten sich die Bayern also gut überlegen, ob man an der Stelle nicht nochmal etwas mehr Geld in die Hand nehmen sollte.

Diogo Dalot (26, Manchester United)

Dieser portugiesische Rechtsverteidiger wäre wohl der Königstransfer auf dieser Position und sicher am schwersten loszueisen, auch weil sein Vertrag bei einem Marktwert von 30 Millionen Euro noch bis 2028 geht. Andererseits kommen die Red Devils grade aus einer kompletten Chaos-Saison und spielen als 15. der Premier-League nächste Saison nicht einmal Conference League.

Des Weiteren wird auch die Konkurrenz in der portugiesischen Nationalmannschaft immer größer, weswegen Dalot sich durchaus überlegen sollte, ob ein Wechsel für ihn nicht im Hinblick auf die kommende WM vielleicht ganz sinnvoll wäre. Für die Bayern hingegen wäre Diogo Dalot der perfekte Gegenpart zu Alphonso Davies, ein Rechtsverteidiger, der knallhart defensiv denkt, dabei gerne das Zentrum, sprich die defensiven Sechser, unterstützt und - z.B. bei offensiven Vorstößen von Alphonso Davies - auch mal als rechter Innenverteidiger in einer Dreierkette fungieren könnte.

Des Weiteren sollte seine enorme Erfahrung (ganze 139 Premier League Spiele) dafür sorgen, dass er sofort als Stammspieler fungieren und in einem taktisch funktionieren System unter Kompany ein absoluter Leistungsträger sein könnte.

José Angel Carmona (23, FC Sevilla)

Dieser Rechtsverteidiger könnte hingegen vor allem als Backup von Konrad Laimer interessant sein - ein 1,84 großer, aber sehr kopfballstarker Rechtsverteidiger der spanischen Schule, der zwar ebenfalls defensiv denkt, aber durchaus auch mal die Schiene beackern kann. Hinzu gehört er zu den Top 20 % Zweikämpfer der spanischen Liga, wie auch zu den Top 1 %, wenn es um abgefangene Bälle geht.

Der größte Vorteil dieses relativ kostengünstigen Transfers (12 Millionen Marktwert) wäre aber, dass man auf diese Weise auf den Außenpositionen eine enorme Varianz hätte: Guerreiro und Laimer als die beiden Verteidiger, die eher nach innen rücken, wie auch Davies und Carmona als die, die mehr über die Schiene kommen. Damit könnte man je nach Spielsituation den offensiven Output mal auf die eine, mal auf die andere Seite verlagern.

Ein kleiner Geheimtipp könnte sonst auch noch der erst 19jährige Matim Fernandes vom FC Porto sein, ein extrem variabler und schneller Rechtsverteidiger, der noch einmal eine weitere, vielleicht noch stärkere Investition die Zukunft sein könnte.

Mittelfeld

Hier läuft natürlich alles weiterhin über Kapitän Joshua Kimmich, der unbestritten einem der besten Bundesligaspieler der vergangenen Saison war. Für einen maximalen Erfolg des FC Bayern sollte daher weiterhin darauf gesetzt werden, Kimmich maximale Kreativität zu gewähren, selbst wenn er – überspitzt gesagt - mal kurzzeitig über die gesamte Zuschauertribüne läuft, um dann im nächsten Moment den nächsten genialen Steckpass in die Tiefe zu spielen, der zum Tor führt.

Denn das sollten die letzten Jahre gezeigt haben: Einen Joshua Kimmich kannst du in seiner Spielweise als Sechser nicht mehr umerziehen, was es aber braucht ist ein konstanter Sechser, der absichert ohne dabei als reine „Holding Six“ zu fungieren. Dass Leon Goretzka hier eher Box-to-Box-Spieler ist und auch Alexander Pavlovic sich derzeit in einer (nett gesagt) Findungsphase befindet, was seine Position angeht, hat die vergangene Saison gezeigt, ebenso wie dass Joao Palinha als alleinige defensive Sechs definitiv nicht in den Spielstil von Kompany passt und bislang zu Recht als einer der größten Transfer-Flops der Bayern in den letzten Jahren bezeichnet werden muss.

Der folgende Transfer mag daher vom Preisschild her gewagt klingen, wäre aber mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit für die Bayern von null auf hundert eine Verstärkung, die ob seines Spielstils nochmal ganz andere Dimensionen hätte – eine Art Robert Andrich mit Javi-Martinez-Vibes, dazu noch extrem jung und mit maximalem Potenzial, langfristig der perfekte defensive Pendant zu Joshua Kimmich werden zu können:

Carlos Baleba (21, Brighton & Hove Albion)

Natürlich könnten hier die 40 Millionen Euro Marktwert (plus einem Vertrag bis 2028) erst einmal abschreckend wirken, wenn man aber bedenkt, wie viel Geld die Bayern für Joao Palinha ausgegeben haben, sollte man sich schon einmal fragen, ob die Verantwortlichen hier vielleicht den Wald vor Bäumen nicht gesehen haben. Denn bei Carlos Baleba trifft körperliche Präsenz auf technische Finesse und mentale Widerstandsfähigkeit, wie man es selten zuvor bei einem Premier-League-Spieler gesehen hat, schon gar nicht in dem Alter. Schon als Kindheit trainierte er zudem Akrobatik und Kampfsport, Fähigkeiten, die er noch immer nutzt, um die Räume vor der letzten Reihe maximal zu beackern und das Spiel von dieser Position aus zu leiten. Interessant zu dem ist, dass seine Lebensgeschichte sehr ähnlich zu der von Vincent Kompany ist.

Aufgewachsen in einem Armenviertel in Kamerun, wurde ihm von Kindheit auf antrainiert, dass es das Wichtigste wäre, vor nichts Angst zu haben und alles für seinen Traum zu geben. Als ich in der Premier League ankam, war es für mich erst einmal ein Schock, so Baleba gegenüber dem Guardian. Das Gefühl auf einmal gegen die Stars zu spielen, die ich jahrelang im TV bewundert habe, hat mich mental zunächst völlig geplättet. Doch das Gefühl alles für meine Mum und meinen kleinen Bruder (spielt in der Jugend von Newcastle) zu tun, hat mich stark gemacht.

Heute ist Baleba selbst einer der Rising Stars der Premier League und zudem auch neben dem Platz ein absoluter Spaßvogel. Und das Gute für den FC Bayern: Trotz einer beeindruckenden Debüt-Saison von Brighton unter Fabian Hürzeler qualifizierte man sich am letzten Premier-League-Spieltag knapp nicht für Europa. Nun aber nach diesem Königstransfer-Vorschlag noch ein etwas wilderer Take – und nein - es ist nicht Rani Khedira (Union Berlin :)), sondern:

Anton Stach (26, TSG Hoffenheim)

Bevor Bayern-Fans jetzt aufschreien, erstmal sachte, sachte. Denn woran krankte es beim FC Bayern zuletzt am meisten, insbesondere in den Spielen gegen Inter Mailand? Führungen zu verteidigen. Was aber kann man tun, wenn man eigentlich die überlegene Mannschaft ist, die aber eins nun mal nicht kann, nämlich auch mal für 20 Minuten wie Atletico Madrid spielen? Man holt sich einfach ab der 70. Minute eine klitzekleine Prise unangenehmen Atletico-Style von der Bank, sprich einen Spieler, der auf der defensiven Sechs zunächst einmal eins ist: Ein Staubsauger, sprich einen Spieler, der groß ist, Konter unterbindet und in chaotischen Situationen bei Gegenangriffen den Ball auch mal irgendwo ins Nirvana schießt.

Was ihn allerdings entscheidend von Joao Palinha unterscheidet, ist dass er trotz seiner Positionsdisziplin auch mit dem Ball Dinge mitbringt, wie z.B. eine hohe Passquote und ein – trotz großer Positionsdisziplin – hervorragendes Spielverständnis. Dies war sogar so gut, dass man ihn bei Mainz 05 zum Teil auf der Zehn, wie auch auf den Flügeln spielen ließ. Mit einem Preisschild von 15-20 Millionen Euro wäre er zudem als Kaderspieler ein weitaus geringeres Risiko als Palinha und in seiner ganzen Giftigkeit ein Spieler, der insbesondere geeignet wäre, Konter zu unterbinden - die größte Schwachstelle der Bayern in der vergangenen Saison.

Offensive

Nun aber zur Frage aller Fragen, wenn man sich aktuell die deutsche Medienlandschaft anschaut: Welcher Spieler soll die unglaublich bittere Verletzung von Jamal Musiala kompensieren, der aufgrund seines Wadenbeinbruchs nahezu die komplette Hinrunde ausfallen wird? Reicht hier überhaupt ein Star-Spieler oder sollte man vielleicht auf mehrere Spieler zurückgreifen, da man ja zuzüglich eigentlich auch noch einen Nachfolger für Leroy Sané auf der linken Seite, wie auch einen Harry-Kane-Backup in der Sturmspitze brauch? Und in wieweit ist der FC Bayern hier bereit finanziell an seine Grenzen zu gehen?

Ich persönlich würde hier in jedem Fall mit zwei Neuzugängen gehen und schauen hier auf ein Duo zu setzen, was invers ist, ähnlich wie schon Harry Kane auch eine mitspielende Komponente mitbringt und gemeinsam alle drei Positionen (10er, linker Flügel und Sturmspitze) möglichst optimal bedienen kann.

Hier meine Top 07, aus denen ich mein Neuzugangs-Duo zusammen fügen würde:

1. Kaoru Mitoma (28, Brighton & Hove Albion)

Kaum ein Spieler hat eine so besondere Lebensgeschichte wie der Japaner. Denn im Gegensatz zu anderen Spielern, die ihr Eins-Zu-Eins-Spiel irgendwo auf der Straße lernten, studierte Mitoma nicht nur Sportwissenschaften, sondern schrieb seine Abschlussarbeit über die Kunst des Dribblings und experimentierte dabei sogar mit Kameras an den Köpfen seiner Kommilitonen.

Seine wissenschaftliche Herangehensweise an den Fußball könnte für den FC Bayern definitiv mal was anderes sein, grade nach dem Abgang von Leroy Sané, wo man oft das Gefühl hatte, dass er zwar ein enormes Talent hatte, dies aber oft von persönlichen Stimmungen abhängig war. Mit insgesamt 14 Scorern beeindruckte er zuzüglich insbesondere in der letzten Premier-League-Saison mit seiner enormen Schnelligkeit, befindet sich aber mit einem Marktwert von 40 Millionen grade in einer Entwicklungsphase, wo der Zeitpunkt in jetzt zu holen (ähnlich wie bei Michael Olise letzte Saison) strategisch eigentlich perfekt wäre.

Auch ist Mitomas Spielstil stets pragmatisch und effektiv, niemals ohne unnötige Ego-Aktionen und durchzogen von vielen schnellen Richtungswechseln im Dribbling. Verzichten müsste man dann allerdings sicherlich auf Carlos Baleba, da Brighton wohl kaum beide Spieler an die Bayern abgeben würde, und auch ein unverletzter Harry Kane wäre für einen Spieler wie Mitoma nach wie vor wichtig, da der reine Abschluss im Strafraum nicht unbedingt zu seinen Hauptstärken gehört. Dafür aber könnte er - ähnlich wie Jamal Musiala - auch aus den Halbräumen heraus agieren und würde den Angriff der Bayern auf jeden Fall schon mal sehr variabel machen.

2. Xavi Simons (22, RB Leipzig)

Das mag zwar auf dem ersten Blick nicht wie der kreativste Transfer klingen, hat aber mehrere Vorteile: Zum einen kennt der die Bundesliga bereits, zum zweiten hätte man von Anfang von der Position her einen nahezu direkten 1 zu 1 Ersatz zu Jamal Musiala und zum dritten hat er im Gegensatz zu noch kommenden Transfervorschlägen aufgrund seines jungen Alters immer noch einen enormen Wiederverkaufswert. Auch seine Zahlen sprechen für sich, 11 Tore und 8 Assists in seiner Bundesliga-Debütsaison, hinzu noch unglaublich stark in engen Räumen, wie auch absolut kaltschnäuzig vor dem Tor (22 Tore bei einem xG-Wert von 16 z.B. bei seiner vorherigen Station PSV Eindhoven).

Sein Marktwert liegt allerdings bei rund 70 Millionen und bei einem Vertrag bis 2017 ist es derzeit unwahrscheinlich, dass man ihn viel günstiger bekommen würde. Allerdings spielt RB Leipzig in der nächsten Saison nicht europäisch, zuzüglich kennt Max Eberl ihn und seine Berateragentur bereits, war er doch derjenige, der ihn überhaupt erst aus der holländischen Liga nach Leipzig geholt hatte. Das Einzige, was man schauen müsste ist was man bei einer Rückkehr von Musiala macht? Schickt man dann Musiala eher auf den Flügel oder spielt man dann vielleicht sogar mit zwei Achtern und nur einer Sechs? Hier könnte der FC Bayern dann durchaus zu einer Umstellung im System gezwungen sein.

3. Franculino (20, FC Midtylland)

Francu-wer, mag sich jetzt möglicherweise jemand denken? Was viele aber nicht wissen ist, dass sein Output in der vergangenen Saison mit 20 Scorerpunkten durchaus gar nicht so weit weg von dem von Harry Kane war, wenn auch "nur" in der dänischen Liga. Dennoch fällt dieses junge Talent (Marktwert 13 Millionen Euro) natürlich ganz klar in die Kategorie Kane-Backup und bräuchte natürlich ganz klar noch einen erfahreneren weiteren Neuzugang, z.B. auf dem linken Flügel oder auf der Musiala-Position neben sich.

Was ihn aber für die Zukunft umso interessanter macht, ist, dass seine Fähigkeiten quasi eine Mischung aus Harry Kane und Serge Gnabry zu seinen Bestzeiten sind. Ähnlich wie Kane ist er extrem stark im Festmachen von Bällen, insbesondere mit dem Rücken zum Tor, ähnlich wie (Prime-)Gnabry aber auch mit einer explosiven Geschwindigkeit gesegnet, die ihn gut darin machen, auch auf die Flügel auszuweichen und den Gegner im unklaren zu lassen, ob er zum Tor vorlegt oder selbst abschließt.

Hinzu hat man mit Mathys Tel seitens der Bayern grade sein Zukunftsinvestition in den Sturm abgegeben, warum also nicht zuschlagen und einen neuen Versuch wagen in eine neue junge Nr. 9 zu investieren? Denn eine ist sicher – günstiger wird der junge Westafrikaner (geboren in Guinea-Bissau) in den nächsten Jahren sicher nicht werden.

4. Rafael Leao (26, AC Mailand)

Leao wäre von allen Transfervorschlägen sicherlich der teuerste Transfer und war neben Nico Williams (den es nun aber mehr und mehr in Richtung Barcelona zieht) sicherlich auch der in den Medien am Öftesten gehandelte. Allerdings läuft sein Vertrag noch bis 2028 und seine Ausstiegsklausel liegt (bei einem geschätzten Marktwert von 70 Millionen) bei ganzen 175 Millionen Euro. Der große Vorteil für die Bayern könnte aber sein, dass der AC Mailand derzeit (mal wieder) durch eine Krise läuft und sich nicht für Europa qualifiziert hat.

Allerdings sollte man beachten, dass Leao ob seines Star-Status’ bei den Rossoneri auch nicht selten Teil des Problems war. Insbesondere sein Spiel gegen den Ball hatte nämlich schon fast Lionel-Messi-Züge, was in dem Fall leider kein Kompliment ist. Man sollte also seitens der Bayern wissen, was man bekommt: Einen Flügelspieler, der sich sicherlich im Laufe der Zeit zum Neuner, sprich Harry-Kane-Nachfolger entwickeln könnte, der aber vor allem eins ist: Ein athletisches Monster mit rasantem Zug zum Tor, der schon ob seines Spielstils immer mindestens zwei Gegenspieler auf sich zieht, und damit umsomehr Räume für Musiala, Kane und Olise schaffen könnte.

Dies und die Tatsache, dass er in den vergangenen Saisons in der Serie A fast immer rund um die 20 Scorer machte, sollte den Bayern-Bossen klar machen, dass man hier einen absoluten Superstar an die Isar holen würde - mit allen Stärken und Schwächen, die solche Spielertypen mit sich bringen. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass er als durchaus schwieriger Charakter gilt, ein Spieler, der mehrmals auffiel in dem er offen hinterfragte, ob sein Verein seinen Karrierezielen entspreche, wie auch durch Verspätungen im Training und Auseinandersetzungen mit Gegen- und Mitspielern auffiel.

5. Samu Aghehowa (21, FC Porto)

Auch hier ist das Stichwort Kane-Backup, bzw. wäre dies möglicherweise der Transfer, wo Harry Kane am meisten die Augenbrauen heben würde - Stichwort: Will man ihn über kurz oder lang ersetzen? Denn hier trifft Abschlusswucht auf Spritzigkeit auf einem Level aufeinander, wie man es selten im europäischen Fußball gesehen hat - und das obwohl der Stürmer erst letzten Sommer für nur 15 Millionen Euro zum FC Porto kam. Ganze 25 Tore wettbewerbsübergreifend, dazu eine fast schon haaland-eske Wuchtigkeit im Abschluss, wie auch extrem jung – das alles sorgt für ein Gesamtpaket, was nur einen Namen tragen kann: Absoluter Statement-Transfer, wo sich nur eine Frage stellt: Wie bekäme man das hierarchisch hin, sollte Harry Kane wieder über eine ganze Saison unverletzt bleiben?

Denn klar ist, dass Samu, wie auf seinem Trikot steht, sich nicht wie ein Mathys Tel über eine ganze Saison hinter Harry Kane anstellen würde. Sollte man allerdings noch 1-2 Jahre warten, ist es nicht unwahrscheinlich dass die mögliche zukünftige Nr. 9 der spanischen Nationalmannschaft nochmal einen weitaus größeren Marktwert haben könnte, als (wie aktuell) 50 Millionen Euro.



6. Rodrygo (24, Real Madrid)

Dieser Name blitzte grade zu Anfang der Transferphase immer wieder auf und ist von allen vielleicht der interessanteste, wenn es um die Entwicklung eines kommenden absoluten Weltklasse-Stürmers angeht. Auf Rodrygo trifft nämlich in einem Punkt genau das Gegenteil, wie auf Rafael Leao. Während Leao beim AC Mailand oft der eine große Superstar im Sturm war, sich also beim FC Bayern zunächst zumindest ein bisschen unterordnen müsste, hatte Rodrygo die letzten Jahre eigentlich immer Spieler neben sich, die auf dem ersten Blick noch größere Stars waren als er, ob das ein Kylian Mbappé, ein Vinicius Junior oder ein Karim Benzema war.

Hinzu ist er ein absoluter Big-Game-Player, der oft grade in entscheidenden Spielen die entscheidenden Tore geschossen hatte, etwas, was den Bayern zuletzt auch etwas abging. Natürlich wäre er mit einem Marktwert von 90 Millionen Euro auch enorm teuer, ist von der Flexiblität noch mal auf einem anderen Level als die bisherigen Kandidaten. Alleine bei Real spielte er in der vergangenen Saison 13 mal rechts außen, 9 mal links außen und 7 mal sogar auf der Mittelstürmerposition und kam hinzu vom FC Santos sogar einst als linker Flügelstürmer, spielte also ursprünglich mal genau auf der Position, wo die Bayern seit dem Sané-Abgang so dringend suchen.

Von allen Transfers wäre der von Rodrygo daher möglicherweise der beste Kompromiss aus kurzfristiger und langfristiger Verbesserung, auch da wir hier trotz aller Erfolge (u.a. zweier Champions-League-Titel) von einem Spieler reden, der seine größte Prime wahrscheinlich sogar noch vor sich hat.


7. Nick Woltemade (23, VFB Stuttgart)

Und zum Abschluss der derzeit von allen vielleicht kontroverseste und von Fans am meisten diskutierteste Name auf dem Markt: Denn redet man über Nick Woltemade, spricht man nicht nur über die Zukunft der Bayern (und des VFB Stuttgarts), sondern auch über die der deutschen Nationalmannschaft. Denn angesichts seiner Leistungen bei der diesjährigen U21-EM ist Woltemade sicherlich der aktuell heißeste Kandidat auf die deutsche Stürmerposition Nr. 1 bei der kommenden Weltmeisterschaft. Dies könnte sich aber sofort ändern, wenn er sich (wie schon etliche Spieler vor ihm) zu früh zu einem Wechsel zum FC Bayern entscheidet, wo er sich womöglich gleich mal mit dem alleinigen Rekordtorschützen der englischen Nationalmannschaft Harry Kane duellieren, infolgedessen also oft auf der Bank sitzen müsste.

Nun ist allerdings die Musiala-Verletzung dazu gekommen, die sowohl Vincent Kompany als auch den FC Bayern generell zu einem Umdenken zwingen könnte, was das 4-2-3-1-System angeht. Denn mit dieser Verletzung (+ dem Abgang von Leroy Sané) ist diese vorletzte Dreierkette so in der Form definitiv nicht mehr möglich, so dass man durchaus mal über ein 4-2-2-2 nachdenken könnte - mit Kane und Woltemade vorne drin, Olise leicht rechts orientiert - wie auch noch einem weiteren 8er-/10er mit Drall nach Links der Marke Simons oder Mitoma.

Des Weiteren könnte man auch Woltemade auf die Flügel, beziehungsweise sogar im Notfall mal auf die Musiala-Position ziehen, wäre also enorm variabel und zuzüglich noch extrem pressingresistent, da es mit diesem System (+ einen Harry Kane, der sich - was er ja gerne tut - auch noch hin und wieder fallen lässt) für den Gegner fast unmöglich vorherzusehen wäre, wo man sich gegen welchen Angreifer grade wie absichern könnte.


Wer wird es nun also? Vielleicht am Ende doch der Pabst?


Und sicherlich könnte man hier jetzt noch mindestens zehn weitere Spieler aufzählen, die für die Bayern interessant werden könnten. Christopher Nkunku (27, FC Chelsea) wäre sicherlich ganz oben dabei, wenn er derzeit in ähnlicher Form ist, wie zu seiner Zeit bei RB Leipzig, Jeremy Pino (22, FC Villarreal) hingegen wäre von der Position und Spielweise her ähnlich, wie Bayerns (grade bei Athletic Bilbao verlängerte) ursprünglicher Wunschspieler Nico Williams, ist allerdings verletzungsanfällig und sicher auch nicht leicht zu bekommen.

Moise Kean (25, AC Florenz) wäre vielleicht wie kaum ein anderer Spieler der perfekte Hybrid aus Flügelspieler und Neuner, gilt allerdings ebenfalls als charakterlich schwierig und ist zudem sehr teuer, Takefusa Kubo (24, Real Sociedad) wäre sonst sicherlich auch interessant, aber eher auf dem rechten Flügel zu Hause, wohingegen ein Transfer des aktuellen Champions-League-Siegers Bradley Barcola (22, Paris St. Germain) sicherlich am härtesten auszuhandeln wäre, bzw. stellt sich hier einfach die grundsätzliche Frage: Warum sollten PSG ihn abgeben? Bestimmt nicht, weil man Geld braucht, bzw. der Staat Katar ab nächstem Jahr plant, nur noch mit Avocados und Mohrrüben zu handeln.:)

Wen könnte man sonst noch verpflichten? Cody Gakpo oder Luis Diaz vom FC Liverpool - ganz nach dem Motto "wenn ihr schon so nett seid uns Florian Wirtz wegzuschnappen, dann kriegt ihr von uns die Ablösesumme doch gleich noch dazu." Habe ich sonst noch jemanden vergessen, der auf BILD.de oder bei "Transferupdate - Die Show" grade gehandelt wird. Roger Federer nochmal zum Fußballer umschulen, nur damit es noch ein weiteres Transfergerücht gibt, was Menschen dazu bewegt auf einen Link zu klicken: Wäre das nicht vielleicht auch eine Option für die Bayern? Und was ist eigentlich mit dem neuen Pabst Leo XIV? Wäre er von seiner Lebenserfahrung vielleicht der perfekte Linksaußen für die Bayern, der, den noch kein Experte auf dem Zettel hatte?

Fragen über Fragen, die Antworten werden am Ende nur die wissen, die die Entscheidungen am Ende fällen müssen und die derzeit gut daran tun, sich medial im Hintergrund zu halten und die vielen wilden Gerüchte nicht zu kommentieren. Nicht, dass sich Uli Hoeneß am Ende noch selbst aufstellen muss - nachdem er, wie im Fall Florian Wirtz, mal wieder ungefragt ungelegte Eier an die Öffentlichkeit gebracht hat, die dafür sorgen, dass sich am Ende jeder der genannten Spieler nur noch als C- oder D-Lösung fühlt.

"Transferthemen intern klären" lautet hier das ganz klare Stichwort, welches die Bayern auch in Zukunft als Transferziel für Stars und junge Topspieler zu einer Top-Adresse machen sollte. Dieser Sommer könnte es, wie im Fall Harry Kane mal wieder beweisen und damit auch den Status von Max Eberl als neue Führungsfigur der Bayern festigen.

Fazit: Rechtsverteidiger, Zehner/Flügelspieler und Kane-Backup entscheidend

Leon Buche
Leon Buche

Für mich sind die drei Schwachstellen der Bayern relativ eindeutig: Defensives Mittelfeld, Rechtsverteidigerposition, Zehner/Flügelspieler + ein weiterer Stürmer. Gerade was die letzten beiden Positionen angeht, sollte auch nicht gespart werden, wie auch ein Duo geholt werden, was zu den anderen passt und zugleich die Musiala-Position noch mitbedecken kann, ob das jetzt Mitoma-Woltemade, Leao-Simons oder Rodrygo-Franculino heißt. Wie immer stellt sich also auch in diesem Sommer die Frage: Will der FC Bayern den finanziellen Wahnsinn der Europäischen Top-Vereine mitmachen oder nicht? Was, so sehr das manche Bayern-Fans nicht hören wollen, aber leider auch zu großen Teilen mit der Frage zusammen hängt: Will der FC Bayern in den nächsten Jahren noch mal die Champions League gewinnen oder nicht?

Meinung: Verstärkung der Offensive zwingend notwendig

Florian
Florian

Meiner Meinung nach ist der Kader der Bayern insgesamt nach aktuellem Stand gut besetzt. Natürlich braucht es einen neuen Linksverteidiger angesichts des noch langen Ausfalls von Davies und auch ein Kane-Backup wäre durchaus angemessen. Grundsätzlich halte ich einen Nachfolger für Sané und Hochkaräter wie im vergangenen Saison Olise für das offensive Mittelfeld aktuell am wichtigsten. Gnabry und Coman sind von ihrer Bestform weit entfernt und Olise und Musiala brauchen dringend einen weiteren Nebenmann, um für mächtig Wirbel sorgen zu können.

Ob es am Ende auf einen der hier genannten Namen hinausläuft, ist meiner Ansicht nach alles andere als sicher. Möglich, dass neben dem gehandelten Woltemade noch ein weiterer, richtiger Flügelspieler kommt. Oder man setzt am Ende doch mehr auf den eigenen Nachwuchs und fördert Lennart Karl? Wir werden es bald sehen.

Rasmus Hojlund - könnte der Manchester-United-Stürmer bald in der Bundesliga spielen?

Rasmus Hojlund könnte Manchester United diesen Sommer verlassen. Welcher Club könnte der nächste Schritt für den dänischen Goalgetter sein?
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Geschrieben von Leon
Veröffentlicht: 13 Juni 2025, 17:09

Für 21 Millionen Euro holte der Europa-League-Sieger von 2024 Atalanta Bergamo den dänischen Stürmer 2022 von Sturm Graz. Nur ein Jahr später wechselte er anschließend für über 80 Millionen Euro zu Manchester United, ein Marktwertanstieg, wie man ihn selten zuvor im europäischen Fußball erlebt hat.

Doch dann passierte das, was in den letzten Jahren mit unzähligen weiteren Spielern und Trainern passierte, die zu den Red Devils wechselten: Der Club mit seiner fast schon toxischen Atmosphäre sorgte auch im Falle Hojlund für einen beispiellosen und völlig unerklärlichen Einbruch. Ein Tapetenwechsel für den jungen Dänen steht also im Raum, wobei auch drei Bundesligisten im Rennen sind.

Die drei dänischen Dardais

Drei Brüder, die alle in der Bundesliga kicken, kurzzeitig sogar beim selben Verein: So etwas kennt man doch eigentlich nur von Hertha BSC. Pal, Bence und Marton Dardai hieß jenes einzigartige Brüdertrio, welches von ihrem eigenen Vater trainiert wurde und damit als Familienensemble in der Geschichte der Bundesliga völlig einzigartig war. Nun aber könnte mit den Hojlunds bald das nächste Brüdertrio in der Bundesliga folgen. Denn während Emil Hojlund (20) sich derzeit beim FC Schalke 04 versucht, sein Zwillingsbruder Oscar Hojlund (20) seit letzten Sommer bei Eintracht Frankfurt spielt, steht nun auch ein Wechsel von Rasmus Hojlund (22) in die Bundesliga im Raum - ein Stürmer, wo es vor ein paar Jahren noch schien, als wäre dieser in Richtung einer absoluten Weltkarriere der Bundesliga längst entwachsen.

Ganze 23 Scorer erzielte der dänische Goalgetter in seiner ersten Saison für den italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo und entwickelte sich trotz seines jungen Alters innerhalb weniger Monate zu der (!) neuen Sturmhoffnung in der dänischen A-Nationalmannschaft.

Ist „Scotty, beam mich runter“ das neue Motto der Red Devils?

Umso mehr bedauerten viele Bergamo-Fans den Abgang ihres Wunderstürmers nach nur einem Jahr – ausgerechnet zu Manchester United, einem Club, wo Realität und Erwartungshaltung schon seit gefühlt 10 Jahren komplett auseinander liegen. Man könnte fast so weit gehen zu sagen: Wenn Clubs wie Eintracht Frankfurt oder Sporting Lissabon derzeit für junge Spieler „Scotty-Beam-Mich-Hoch“-Vereine sind (Vereine, die Jahr für Jahr wieder völlig unbekannte Talente entdecken und diese innerhalb kürzester Zeit spielerisch in Richtung Weltspitze entwickeln) ist bei Manchester United mittlerweile eher das Gegenteil der Fall. Ob Mason Greenwood, Jadon Sancho, Donny van de Beek, Paul Pogba, Antony, Romelu Lukaku oder sogar Cristiano Ronaldo bei seiner Rückkehr zu den Red Devils - all diese Spieler kamen als absolute Stars oder heißgehandelte Top-Talente nach Manchester, verloren dort aber innerhalb weniger Monate nahezu all ihren Glanz und wurden von den United-Fans am Ende mehr und mehr nur noch ausgepfiffen.

Hier wäre dann natürlich die logische Schlussfolgerung, dass wenn so viele Top-Spieler bei ein und dem selben Verein auf einmal nicht mehr funktionieren, dies dann folgerichtig nur am Trainer liegen kann. Aber auch das ist nicht der Fall. Denn auch hier herrschen seit dem Abgang der ewigen Legende Sir Alex Ferguson fast schon schalke-eske Verhältnisse. Egal, ob man mit Ole-Gunnar Solksjaer Vereinslegenden, mit Erik ten Hag neue heißgehandelte Trainertalente, oder mit Ralf Rangnick, Louis van Gaal oder José Mourinho Topstars holte - so wie die Trainer bei Manchester United landeten, sank ihre Aktie. Bis auf José Mourinho (2 Jahre und 3 Monate) hielt daher auch keiner dieser Trainer länger als 2 Jahre durch. Da scheint es fast schon untypisch für den Club, dass man mit dem erst im Winter 2025 verpflichteten Portugiesen Ruben Amorim nach einer fürchterlichen Saison ohne europäische Platzierung zumindest noch in die neue Saison geht und ihn nicht nach einem halben Jahr schon wieder entlässt.

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Eine ausführliche Analyse, warum sich der einstige Weltclub in diese völlig chaotische Richtung entwickelt hatte, deren negativer Höhepunkt in der Saison 2024/25 der 15. Platz in der Premier League war, würde jetzt zu weit führen. Dennoch darf die Gesamtentwicklung von United natürlich nicht ignoriert werden bei der Frage, warum mit Rasmus Hojlund ein Spieler, der ein Jahr zuvor noch gemeinsam mit Dusan Vlaovic als das vielleicht größte Stürmertalent der Serie A galt, in der Premier League auf einmal völlig einbrach.

Die Stärken und Schwächen von RH9

Dennoch gibt es natürlich ein paar Schwächen des Stürmers, der seit dieser Saison die Rückennummer 9 tragen darf – Schwächen, die in einem funktionierenden System wie unter Gianpiero Gasperini bei Atalanta Bergamo noch nicht so auffielen, bei den Red Devils dann aber um so mehr. Hierzu zählt bislang vor allem seine fehlende Anpassungsfähigkeit. Arsenal-Legende Thierry Henry sagte einmal, dass es einer seiner größten Lernprozesse war, in den Mannschaften, wo er gespielt hat, die Abläufe und Stärken seiner Mitspieler zu studieren und sich mit der Zeit komplett auf sie einzustellen.

Genau dies fehlt Rasmus Hojlund in vielen Situationen, weswegen viele seiner entscheidenden Abschlüsse aufs Tor in Manchester am Ende so unsicher aussahen – gar nicht mal, weil ihm die technischen Fähigkeiten fehlten, um den Ball einzunetzen, sondern weil seine Positionierung nicht auf seine Mitspieler eingestellt war. Am Besten funktionierte Hojlund hingegen, wenn er sich gar nicht erst positionieren musste, sondern den Angriff, z.B. in einer Umschaltsituation, selbst einleiten konnte.

Ähnlich wie einst Timo Werner zu seinen besten Zeiten kann Rasmus Hojlund grade in solchen Situationen mit seinem enormen Tempo, wie auch mit seinem Zug zum Tor glänzen. Denn hat der Angreifer Wiese vor sich und kann quasi selbst als Dirigent seines eigenen Angriffs fungieren, dann konnte ihn grade in seiner letzten Bergamo-Saison gefühlt kein Verteidiger der Welt aufhalten.

Im Stürmervergleich befand er sich hier beispielsweise in Italien im 99ten Perzentil für erhaltene progressive Pässe, wie auch im 96ten Perzentil für Ballkontakte im Strafraum. Dies alles spricht für einen Stürmer, der sich zwar in einem klaren Umschaltsystem durchaus gut in Szene setzen kann, jedoch nicht aus einer „One-Touch“-Position heraus, wo er – im ungünstigen Fall noch bedrängt – für den letzten finalen Ballkontakt vor dem Tor sorgen soll.

Bei Manchester United ist man daher mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass der portugiesisch-südamerikanische Spielstil von Ruben Amorim nicht mit dem von Rasmus Hojlund nicht zusammen passt. Aus diesem Grund ist man derzeit händeringend auf der Suche nach einem reinen Abschlussstürmer, wobei natürlich wieder irrwitzige Summen in den Raum geworfen werden – typisch Manchester United eben. Hier stehen derzeit prominente Namen wie Victor Osimhen, Benjamin Sesko, Viktor Gyökeres und Patrik Schick auf dem Zettel der Red Devils - reine Strafraumstürmer, wo den Fans wieder mehr geboten werden soll, als die Möglichkeit im Stadion von den goldenen längst vergangenen Zeiten mit Wayne Rooney und Ruud van Nistelrooy im Sturm zu träumen. Ungeachtet eines finanziellen Minusgeschäfts wäre man daher bereit, Hojlund zugunsten eines neuen Stürmers für eine deutlich günstigere Summe von rund 45-60 Millionen wieder gehen zu lassen.

Dies hat nun auch einige Bundesligisten neugierig gemacht:

1. Eintracht Frankfurt

Hier wäre Rasmus Hojlund wieder mit seinem jüngeren Bruder Oscar Hojlund vereint, ein kleiner Soft-Faktor, der schon des Öfteren bei Vereinswechseln von Spielern eine Rolle gespielt hat. Doch auch sonst könnte der Spielstil von Dino Toppmöller auf dem ersten Blick gut zu Hojlund passen. Denn wohingegen Toppmöller in der Hinrunde fast ausschließlich mit einer Doppelspitze aus Marmoush und Etikité gespielt hat, setzte er nach dem Abgang von Omar Marmoush zu Manchester City dann mehr und mehr auf Kontersituationen, auch um die Geschwindigkeit von Etikité auf den Flügeln bestmöglich auszuspielen. Nun wird aber auch Etikité die Eintracht diesen Sommer höchstwahrscheinlich die Eintracht verlassen, könnte Hojlund also sein potenzieller Nachfolger werden?

Das einzige Problem ist jedoch, dass derzeit die Verhandlungen mit Mainz-Stürmer Jonathan Burkardt kurz vor dem Abschluss sind und Burkardt und Hojlund sich in vielen Dingen dann doch ein wenig zu sehr ähneln, als dass man sie gleichzeitig so wie Marmoush und Ekitiké in eine Doppelspitze packen könnte. Beide bestechen nicht grade durch überragendes Kopfballspiel, sondern eher durch ihre Läufe und ihre Geschwindigkeit über die Außen. Die Gefahr besteht also durchaus, dass sie sich mit ihren Stärken eher gegenseitig die Show stehlen könnten, als sich zu ergänzen. Hinzu hat man mit Ellye Wahi vor grade mal einem halben Jahr bereits noch einen weiteren sehr jungen Stürmer verpflichtet, für den man viel Geld ausgegeben hat und den man unbedingt zu einem weiteren Stammspieler entwickeln möchte.

2. RB Leipzig

Umso spannender könnte daher ein Wechsel zu den Brausebullen aus Leipzig sein, wo man – laut RB-Boss Oliver Mintzlaff – alles daran setzen möchte „sowohl was das Trainerteam als auch den Kader angeht, wieder eine Mannschaft zu werden, die kompromisslos pressingorientierten RB-Fußball spielt.“ Hier könnte Hojlund vom Spielstil natürlich perfekt hineinpassen, auch aufgrund seiner spielerischen Ähnlichkeiten mit Ex-Leipzig-Star Timo Werner.

Allerdings hatte Werner auch immer Stürmer wie Youssouf Poulsen um sich, die im Notfall auch mal Flanken verarbeiten könnten. Damit Hojlund bei RB Sinn machen würde, müsste daher also unbedingt ein Strafraumstürmer wie Benjamin Sesko gehalten werden. Dieser Doppelsturm könnte dann aber insbesondere unter einem Trainer wie Ole Werner (nicht zuletzt der Creator des einst brandgefährlichen Bremen-Doppelsturms Füllkrug/Ducksch) umso besser funktionieren.

3. Bayer Leverkusen

Und schließlich wäre da noch Bayer Leverkusen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Victor Boniface und Patrik Schick zumindest einen ihrer beiden Stürmer verlieren werden. Generell steht in Leverkusen diesen Sommer ein großer Umbruch an, bei dem auch Neu-Trainer Erik ten Hag eine große Rolle spielen soll - der selbe ten Hag, der Hojlund einst entdeckt und zu Manchester United geholt hat. Des Weiteren gilt der Niederländer durch als jemand, der gerne mal Spieler seiner Ex-Vereine zu seinem neuen Verein mitnimmt.

Allerdings spielte Erik ten Hag vor seinem Abgang von Utrecht zu seiner Breakout-Station Ajax Amsterdam nahezu ausschließlich ohne Doppelspitze, es wäre also wieder einmal ein Konkurrenzkampf zwischen Hojlund und Schick, ein Konkurrenzkampf, den sich der Tscheche eigentlich nicht mehr weiter stellen wollte, beziehungsweise im Fall, dass er wieder über den Großteil der Saison als Einwechselspieler fungieren müsste, den Verein gerne verlassen würde. In dem Fall wäre man dann wieder komplett auf Rasmus Hojlund angewiesen und damit auf ein nahezu sofortiges Ende seines aktuellen Formlochs unter Erik ten Hag.

Fazit: Bundesliga könnte zu Rasmus Hojlund passen

Leon Buche
Leon Buche

Ganz einfach ist die Lage rund um das dänische Talent also auch ohne Manchester United nachwievor nicht. Eine Rückkehr zu Atalanta Bergamo ist nach dem Abgang von Trainer Gianpiero Gasperini nahezu undenkbar und auch die Gerüchte um andere italienische Vereine wie Juventus Turin und Inter Mailand sind aufgrund des hohen Preisschilds von Hojlund derzeit noch fern von jeder Realität. So oder so müsste Manchester United höchstwahrscheinlich im Verkaufspreis auf mindestens 50 Millionen Euro runtergehen, wenn man den Stürmer diesen Sommer überhaupt loswerden möchte. Hojlund hingegen möchte man nur wünschen, dass er, z.B. in einem ambitionierten Bundesliga-Club wie Bayer Leverkusen, in einem ruhigeren Umfeld wieder zu alter Stärke findet. Denn dann könnte er sowohl Fans der dänischen Nationalmannschaft, wie auch eventuell sogar bald Bundesligafans in den nächsten Jahren noch sehr viel Spaß machen.